28 Februar 2006
Shallow Ground - USA 2004
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 93 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Seit er hilflos der Ermordung einer guten Freundin durch einen nie enttarnten Serienkiller beiwohnte, wird Provinzsheriff Jack Shepherd von Schuldgefühlen verfolgt. Als er und seine beiden Mitarbeiter dabei sind ihre Sachen zusammenzupacken und ihre Polizeistation in einer gottverlassenen Gegend aufzugeben, erscheint plötzlich, fast ein Jahr nach dem brutalen, ungeklärten Mord, ein nackter, blutüberströmter Junge auf der Treppe der Sheriff Station. Das Blut tropft noch immer von dem Messer, das er in den Händen hält. Es ist das gleiche Messer, mit dem das Mädchen vor einem Jahr ermordet wurde. Der Sheriff sucht nach der wahren Identität des Jungen und nach weiteren Opfern. Langsam merkt er, dass er sich auf einen furchtbaren Alptraum eingelassen hat.
Kritik:
Mit einem Mini-Budget von 72.000 $ (!) gedreht, ist aus Shallow Ground ein echter Hammer geworden. Denn der Film schafft es super eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Dies fängt schon mit der Anfangssequenz an, als ein blutüberströmter Junge durch den Wald zur Polizeistation läuft.
Auch danach reissen die unheimlichen Vorkommnisse nicht ab, und es bleibt auch sehr blutig. Die (Makeup-)Effekte sind hierbei ganz toll gelungen.
Überhaupt kann man kaum glauben, was aus dem Budget gemacht wurde. Der Film wirkt zwar nicht wie ein Blockbuster, kann aber mit jedem B-Movie locker mithalten. Kameraführung und Sound sind sehr wirklich gut gemacht.
Auch die Schauspieler agieren ungewöhlich professionell für so einen Low-Budget-Film.
Zum Inhalt scheint es mir am besten, wenn man so wenig wie möglich weiss. Denn die Handlung bleibt den ganzen Film über atmospärisch und spannend, scheint mir aber bewusst auf Verwirrung ausgelegt zu sein. Ohne zuviel verraten zu wollen: Der Film steht mit seiner Handlung, die doch einige Fragen offen lässt, am ehesten inn der Tradition japanischer Horrorfilme, die sich mit dem Übersinnlichen beschäftigen. Auf jeden Fall hat man nach dem Film Stoff zum Diskutieren.
Fazit: Dieser Low-Budget-Film zeigt, wie es gemacht werden sollte. Horrorfans sollten unbedingt einen Blick riskieren.
Screenshots: Der blutüberströmte Junge...

...hinterlässt an der Scheibe eine Nachricht.

Der Sheriff versucht daraus schlau zu werden und gleichzeitig den...

...Serienkiller aufzuspüren, der mit Vorliebe junge Frauen foltert und tötet.

angeschaut am: 6.02.2006
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
27 Februar 2006
Leben oder so ähnlich - USA 2002
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 99 Min.
Alterseinstufung: FSK 6
Inhalt:
Das Leben der ehrgeizigen und egozentrischen TV-Moderatorin Lanie Kerrigan verläuft perfekt. Sie steht vor einer Beförderung, ist mit einem Baseball-Star verlobt und hat eine top gestylte Wohnung. Während einer Reportage trifft sie den Propheten Jack der verkündet, dass sie in einer Woche sterben wird. Diese Prophezeiung stellt Lanies geordnete Welt völlig auf den Kopf. Plötzlich sieht sie nicht nur ihren Kameramann und Intimfeind Pete mit ganz anderen Augen...
Kritik:
Dies ist mal wieder ein Film von der Sorte, wo Menschen ihr bisheriges Leben völlig umschmeissen und gezwungenermassen eine neue Seite entdecken. Angelegt ist er dabei voll auf seine Hauptdarstellerin Angelina Jolie. Warum die allerdings als Superblondine daherkommen muss ist rätselhaft, sieht sie doch mit ihren sonst brünetten Haaren viel besser aus.
Man bemüht sich um ein wenig Romantik, Komödie und bringt die übliche Message, dass man es als Gutmensch, der die Karriere nicht so wichtig nimmt, einfach besser hat.
Leider zündet zu keinem Zeitpunkt irgendeine Idee, die dieses Filmchen vom üblichen TV-Niveau abheben würde. Das Leben von Lanie, und vor allem ihre Beziehung zu einem hirnlosen Baseballspieler, ist so trostlos, dass für jeden ersichtlich ist, dass jedwede Änderung nur zum Guten sein kann.
Auch die Prophezeiung macht den Film nicht wirklich spannend, da wohl kein Zuschauer ernsthaft mit ihrem Tod rechnet.
Einzig die satirischen Seitenhiebe auf die US-Nachrichtensendungen, die sich mit Vorliebe den unbedeutenden Nachrichten zuwenden, sind ganz witzig.
Ansonsten ein Film, der zu Recht gefloppt ist. Man fragt sich, warum sich die Jolie für so was hergegeben hat. Wegen ihr kann man den Film ansehen, muss es aber nicht...
Screenshots: Angelina Jolie als stets korrekt gekleidete (Barbiepuppe) Reporterin Lanie Kerrigan.

Einzig Pete (Edward Burns) steht ihr in ihrer Lebenskrise bei.

angeschaut am: 31.01.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
26 Februar 2006
Infernal Affairs II - HK 2003
OFDB-LinkGenre(s): Krimi / Thriller
Laufzeit: ca. 114 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Vier Jahre nach dem gewaltsamen Ableben des allseits geachteten Unterwelt-Paten Kwun hält dessen einst als unscheinbarer Bücherwürm unterschätzter Sohn Haus die Zügel von Hongkongs Unterwelt fest in der Hand und bittet die fünf Oberhäupter der anderen Triadenclans zum letzten Rachetänzchen. Mitten im Getümmel heillos in eigene Probleme verstrickt: Haus Halbbruder Yan als Polizeispitzel im Kwun-Imperium, und Jungcop Lau als heimlicher Mittelsmann Haus bei der Polizei.
Kritik:
Die gute Nachricht vorweg: Man muss Teil 1 nicht gesehen haben, um Teil 2 zu verstehen. Doch es hilft.
Ging es im ersten Teil der Trilogie noch um die beiden Spitzel, die bei Polizei und Triaden eingeschleust wurden, und ihr hartes Schicksal durch das Doppelleben, so sind diesesmal zwar erneut zwei Spitzel am Werk, doch das Hauptaugenmerk liegt auf ihren Chefs, dem Polizisten Wong (Anthony Wong) und dem Gangsterboss Sam (Eric Tsang).
Beide sind befreundet, obwohl sie doch in verschiedenen Welten leben. Doch im Laufe des Films vereint sie ein unsichtbares Band im Kampf gegen Hau Ngai (Francis Ng), den neuen König von Hongkongs Unterwelt.
Man kann die Reihe wohl Asiens Gegenstück zu Der Pate nennen. Die Charaktere wirken alle sehr lebensecht und gut ausgearbeitet. Die Atmosphäre passt auf den Punkt und die Handlung ist äusserst spannend gemacht.
Leider ist sie aber auch sehr kompliziert geraten, denn wenn sich Der Pate 3 oder 4 Stunden Zeit nimmt um den Film zu erzählen, so geschieht dies im Hongkong-Kino natürlich viel schneller. Auf knapp zwei Stunden wurde die Geschichte komprimiert, so dass man als Zuschauer sehr genau aufpassen muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Noch dazu weil viele wichtige Dinge bereits in den einleitenden Minuten geschehen. Wirklich jede Szene im Film ist dabei relevant, alles Überflüssige wurde entfernt.
Insofern hat mir der Film beim zweiten Ansehen auch noch etwas besser gefallen, weil man dann entspannter dabei ist und mehr das Gesamtkunstwerk geniessen kann.
Dies ist in den meisten Szenen wirklich super gelungen, wenn Musik und Bild sich vereinen. Ein Fest für den Cineasten. Schauspieltechnisch ragen die beiden Hauptfiguren Wong und Sam hervor, die super gespielt sind.
Auch die deutsche Synchronisation ist gut gelungen und hochwertig.
Fazit: Man kann die Reihe nur jedem nahelegen, der dem asiatischen Kino nicht generell abgeneigt ist.
Der zweite Teil kann den ersten noch ein wenig übertreffen. Grosses Kino aus HK.
Screenshots: Polizist Wong (links) und Gangster Sam sind Freunde.

Wong unterhält sich mit seinem Spitzel bei den Triaden.

Sams hübsche Frau (Carina Lau) unterstützt die Geschäfte ihres Mannes stärker, als dieser ahnt.

Sam wird vom Paten Hongkongs (Francis Ng) mit der Waffe bedroht.

angeschaut am: 25.02.2006 (insgesamt 2x gesehen)
Normale Wertung: 8,5 von 10 Punkten
25 Februar 2006
Mein Name ist Gator - USA 1976
OFDB-LinkGenre(s): Action / Krimi
Laufzeit: ca. 105 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
"Mein Name ist Gator" (Gator - Teil 2) McKlusky wird vom FBI hochgenommen, aber die Beamten bieten ihm einen Handel an. Er soll seinen alten Freund Bama McCall ausspionieren und ausliefern. McCall ist ein hohes Tier in der Politik, der der Korruption verdächtigt wird. Gator nimmt ihn ins Visier und bald stellt sich heraus, dass er nicht nur in Erpressung und Prostitution, sondern auch in Mord verwickelt ist...
Kritik:
Burt Reynolds übernahm hier Hauptrolle und Regie. Insofern ist ihm die Rolle natürlich auf den Leib geschrieben.
Doch verrennt sich der Film meines Erachtens schon sehr früh in der kruden Mischung aus Action, Krimi und Komödie. Anfangs gibt es eine sehr lange Eröffnungssequenz, in der Gator in den Sümpfen festgenommen werden soll. Dabei werden von den dümmlich agierenden Polizisten diverse Boote geschrottet.
Danach zeigt er sich bereit gegen McCall zu ermitteln, der die üblichen Schutzgeldgeschäfte, aber auch Drogenhandel und Kinderprostitution betreibt. Nachdem Gator letzteres bemerkt hat, will er aussteigen und darf dies auch. Doch er kehrt zurück, um Beweise gegen McCall und den Bürgermeister zu sammeln.
Dies gelingt und es schliesst sich ein Finale an, das mit einer Liebesgeschichte zwischen Gator und einer Reporterin durchmischt ist.
Alles in allem ist aus heutiger Sicht die Action des Films mehr als dürftig. Auch der Humor erschliesst sich dem (deutschen) Zuschauer nicht. Wie ich finde zerstört der prollige Humor dabei sogar einige ernsthafte Ansatzpunkte des Films, wie die Kinderprostitution oder ein recht brutales Finale.
Die Liebesgeschichte ist ok, da sie sich nur als Affäre entpuppt. Sehr realistisch.
Insgesamt wirkt alles sehr blass, und selbst Burt Reynolds hat es in dem ein Jahr später entstandenen Ein Ausgekochtes Schlitzohr mit denselben Darstellern, aber einer in allen Punkten verbesserten Story nochmal probiert.
Deswegen sind die Schlitzohr-Filme Klassiker und dieser Gator-Film unter "ferner liefen" anzusiedeln.
Screenshots: Gator (Burt Reynolds) und Bama (Jerry Reed) begegnen sich das erste Mal.

Später, beim Schutzgeldeintrieben in einer Bar.

Reporterin Aggie Maybank (Lauren Hutton) hilft Gator bei den Ermittlungen.

angeschaut am: 22.02.2006
Normale Wertung: 2,5 von 10 Punkten
24 Februar 2006
Kaltes Land - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 126 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Ende der 80er steht Josey Aimes (Charlize Theron) vor den Trümmern ihrer Ehe und muss, um sich und die beiden Kinder in ihrer Heimatstadt im Norden Minnesotas wirtschaftlich über Wasser zu halten, als einfache Arbeiterin im Bergwerk der Pearson Tacomite and Steel anheuern. Dort betrachten männliche Kollegen und Vorgesetzte die wenigen weiblichen Angestellten als Freiwild. Als Josey sich gegen die rabiaten Belästigungen schließlich juristisch zur Wehr setzt, schlägt der Konzern mit aller Härte zurück.
Kritik:
Männer sind Schweine!
Für alle, die das bis jetzt noch nicht wahrhaben wollten gibt es jetzt den passenden Film dazu. Denn was Charlize Theron als alleinerziehende Mutter zweier Kinder, die aufgrund ihrer finanziellen Not einen Job bei einer frauenfeindlichen Minengesellschaft ergreift, hier so alles ertragen muss, ist schon starker Tobak.
In Rückblicken aus dem Gerichtsaal erzählt, beginnt der Film noch sehr glaubhaft, als Josey ihren prügelnden Ehemann verlässt und von einer Freundin draufgebracht wird, für gutes Geld den dreckigen Minenjob zu machen. Denn die Mine sucht Frauen. Warum dies so ist, aber gleichzeitig jeder Mann, der bei der Mine arbeitet (vom Betriebsarzt zum Vormann bis zum Vorstand) den Frauen ihr Leben zur Hölle machen will, das wird uns leider nicht erklärt. Bei den einfachen Arbeitern kann man ja den Neid um den Arbeitsplatz noch verstehen, aber bei der Unternehmensleitung? Nun könnte man vermuten, dass es eine Frauenquote oder so etwas gibt, aber leider wird dazu nichts gesagt und ausserdem ist es zu bezweifeln, da der Film sich ja grade der Ungleichbehandlung annimmt.
Aber zurück zur Handlung, die sofort nach Joseys Dienstantritt die ersten Anzüglichkeiten loslässt und die sexuellen Belästigungen stetig steigert. Einerseits sehr bedrückend und vorstellbar, andererseits wirkt es aber sehr übertrieben, wenn praktisch jeder männliche Minenarbeiter als Frauenbelästiger dargestellt wird. Hier hämmert uns der Film eindeutig zu viel der "böse Männer"-Keule auf den Kopf.
Ab diesem Zeitpunkt steigt der Film dann in das altbekannte Diskriminierungsschema ein. Sprich, für Josey wird es immer unerträglicher, während ihre Kolleginnen sie keinesfalls unterstützen, sondern auch noch ausgrenzen. Doch sie bleibt tapfer und klagt. Ein praktisch aussichtsloser Prozeß startet und Josey wird vor Gericht erwartungsgemäss auseinandergenommen. Bis die plötzlichen Wendungen einsetzen.
So wird ihr Vater plötzlich vernünftig und verteidigt sie bei einer Gewerkschaftssitzung. Und dank ihrer Freundin Glory entschliessen sich auch andere ihrer Klage zu folgen. Alles weitere siehe Erin Brockovich.
Klingt das zynisch? Ist es auch.
Der Film ist natürlich bewegend, es wird auf die Tränendrüse gedrückt, wenn Josey mit Vater und Sohn ins Reine kommt und sich vor Gericht doch noch alles zum Guten wendet. Und ja, das soll sogar auf Tatsachen basieren.
Doch leider ist es oft so übersteigert, dass es einem schwerfällt das zu glauben. So ist die Befragung des Kronzeugen durch Joseys Anwalt total lächerlich. Welcher Richter oder Gegenanwalt würde eine solche Provokation eines Zeugen zulassen? Warum macht Joseys Vater plötzlich eine 180° Drehung?
Insofern ist der Film auf emotionaler Ebene voll wirksam und sehr gut gemacht, aber auf rationaler Ebene versagt er leider. Auch die Schlussaussage, dass dieses Urteil auf der "ganzen Welt ein Echo fand" ist schwer vorstellbar, noch dazu wo das ganze 1989 (!) stattfand und offensichtlich bis heute in den USA noch keine vernünftigen Arbeitnehmer-, geschweige denn Gleichstellungsgesetze bestehen.
Aber kommen wir zu Positivem, den schauspielerischen Leistungen. Theron versteckt nach Monster zum zweitenmal ihre Attraktivität und erhöht damit die Chancen auf einen erneuten Oscar. Sie spielt sehr überzeugend, eine gute Mischung aus kämpferischer und verletzlicher Frau. Dabei wird sie aber noch von Frances McDormand übertroffen, die wieder mal absolut hervorragend spielt. Ihre Figur der Glory überstrahlt dabei alle anderen und gibt dem Film noch eine Arthritis-Leidensgeschichte dazu, die noch mehr Emotionalität in die Handlung bringt. Dafür ist unbedingt wieder ein Oscar fällig!
Die sonstigen Darsteller sind auch gut, bleiben aber leider dank des klischeehaften Drehbuchs hinter den denkbaren Möglichkeiten zurück. So sind Sean Bean (als Glorys Ehemann) und Woody Harrelson (als Joseys Anwalt) zwei harte Kerle mit weichem Kern, die sich so dermassen von den Minenarbeitern unterscheiden, dass es schon wehtut, wie uns hier der "ideale" Mann vorgestellt wird.
Wie gesagt, ein Film, dessen Wahrnehmung sich je nach emotionaler oder rationaler Ebene sehr unterscheidet. Deshalb als Kompromisswertung 7 Punkte, für einen typischen Hollywood-Film, der mit tollem Cast gesegnet die richtigen Knöpfe drückt, aber später ein grosses Fragezeichen hinterlässt.
Screenshots: Glory (Frances McDormand) bringt Josey auf die Idee bei der Minengesellschaft zu arbeiten.

Als sie sich immer mehr gegen die Belästigungen wehrt, verliert sie auch die Unterstützung ihrer Geschlechtsgenossinnen.

Josey und ihr Anwalt (Woody Harrelson).

angeschaut am: 24.02.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
23 Februar 2006
Medium (TV-Serie) - Season 1 - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Krimi / Mystery - Serie
Laufzeit: ca. 680 Min. (16 Folgen á ca. 42 Min.)
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Allison Dubois (Patrica Arquette), Mutter von drei Kindern und verheiratet mit einem Raketenspezialisten, hat ganz besondere Fähigkeiten: Sie kann mit toten Menschen sprechen, in ihren Träumen in die Zukunft sehen und häufig die Gedanken anderer Menschen lesen. Als sie ihre Begabungen dem Bezirksstaatsanwalt anbietet, um ihm bei der Aufklärung von ungelösten Verbrechen zu helfen, reagiert dieser zunächst mit Skepsis.
Kritik:
Medium bietet dem Zuschauer eine äusserst interessante Mischung. So gibt es einerseits ein starkes CSI-Element, was sich in den übersinnlichen Momenten offenbart, wenn Allison ein vergangenes oder zukünftiges Verbrechen sieht. Dabei wird geschickt immer mehr offenbart, was das ganze sehr spannend macht und auch Allison immer wieder auf falsche Fährten lockt.
Zum anderen nimmt ihr persönliches Schicksal, sowie ihr Familienleben einen grossen Raum in der Handlung ein. Im Verlauf der Staffel zeigen sich bei zwei der drei Töchter ebenfalls mediale Begabungen, die das Leben für den Ehemann und Vater Joe nicht gerade einfacher machen.
Patricia Arquette ist dabei eine echte Idealbesetzung, wie auch die restliche Familie. Selten habe ich so lebensechte Charaktere gesehen, noch dazu, wo die Handlung eigentlich alles andere als normal ist. Doch Allisons mediale Begabung wird ihr auch oft zum Fluch, wenn sie von ständigen Alpträumen geplagt wird, schlafwandelt oder auch von Toten "verfolgt" wird, bis sie sich deren Schicksal annimmt.
Daran auch erkennbar, wie abwechslungsreich die Episoden sich gestalten.
Kurzum eine spannende Serie um eine sympathische Familie, die die üblichen Genregrenzen sprengt.
Übrigens kann ich sowohl die engl. Originalfassung als auch die gut gelungene deutsche Synchronisation empfehlen.
Screenshots: Allison (Patricia Arquette) und ihr Chef, D.A. Manuel Devalos (Miguel Sandoval).

Gemeinsam mit ihren zwei ältesten Töchtern...

...und mit Ehemann Joe (Jake Weber), sowie der Jüngsten.

Serien-Wertung: 7,5 von 10 Punkten
22 Februar 2006
Die Familie Stone - Verloben verboten! - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Komödie / Liebe / Romantik
Laufzeit: ca. 103 Min.
Alterseinstufung: FSK o.A.
Inhalt:
Voll froher Erwartung reist Everett Stone (Dermot Mulroney) zu Weihnachten heim zu seiner Familie, um allen seine neue Freundin Meredith Morton (Sarah Jessica Parker) vorzustellen, eine erfolgreiche und selbstbewusste Geschäftsfrau aus New York. Leider entspricht Meredith so gar nicht den Idealvorstellungen der linksliberalen und intellektuellen Stones, was diese sie auch deutlich spüren lassen. Also ruft Meredith ihre Schwester Julie (Claire Danes) zur seelischen Unterstützung auf den Plan.
Kritik:
Aufgrund der Werbung im Vorfeld erwartete ich eine Variante von Meine Braut, ihr Vater und ich mit umgekehrtem Geschlecht. Doch das erwies sich (wie oft schon) als Irreführung. Offensichtlich will man sich damit an den Erfolg dieser Komödie anschliessen und dieselbe Zielgruppe ins Kino locken.
Doch der Film ist ganz anders. Vorrangig ist es mal ein Weihnachtsfilm, in dem sich eine Familie mit einzigartigen Mitgliedern endlich mal wiedersieht. Neben den bunten Vögeln wirkt die stocksteif-konservative Meredith (Sarah Jessica Parker) deplaziert und tut sich erwartungsgemäss schwer. Die gespannte Atmosphäre erinnert dabei stark an Familienfest und andere Schwierigkeiten.
Nachdem Meredith's Schwester Julie (Claire Danes) ihr zu Hilfe eilen muss ist leider auch schon das Ende des Films leicht erahnbar, da Ben Stone (Luke Wilson), seines Zeichens Slacker und Kiffer, ein Auge auf die konservative Meredith geworfen hat, während ihr eigentlicher Verlobter hin und weg von ihrer Schwester ist. Diese Anreise der Schwester scheint auch nur zu diesem romantischen Zweck in die Story hineingequetscht worden zu sein.
Es schliesst sich ein wirklich netter Mittelteil an, als die beiden neu-zusammengestellten Paare sich heimlich anflirten. Darauf folgt die übliche Komik á la "haben wir miteinander geschlafen?", die leider in unnötigen Klamauk abgleitet.
Dies zieht den Film runter, der das Zeug zu einem wirklich grossartigen Film gehabt hätte. Nicht nur ein Traumcast, sondern auch eine hintergründige Familiengeschichte, die mit der krebskranken Mutter ein trauriges, anrührendes, aber gottseidank nie kitschiges Element hat.
Doch leider geht dem Film im Schlussdrittel die Puste aus und man merkt die Bemühtheit um ein Hollywood-konformes Finale. Deswegen kann ich leider auch nur 7 Punkte geben.
Schauspielerisch ist Hochklasse angesagt mit Diane Keaton und Rachel McAdams als schwierigen Stone-Frauen, sowie mit Claire Danes wiedermal als sympathisch, schöne Schwester. Keaton wieder ähnlich stark, wie in Was das Herz begehrt. Sarah Jessica Parker bleibt eher blass, was sicher auch an ihrer Rolle liegt, genau wie Dermot Mulroney muss sie zu klischeehaft bleiben. Sehr gut auch Craig T. Nelson als Familienvater, dem man seine Rolle voll abnimmt. Luke Wilson's Rolle ist eine seiner üblichen.
Fazit: Leider fehlte das Quentchen Mut, um die Ambitionen dieses Films auf eine Meisterleistung auszuschöpfen. Nichtsdestotrotz bleibt ein schöner, absolut sehenswerter Weihnachtsfilm. Wem Tatsächlich Liebe gefiel, der dürfte auch hier wieder auf seine Kosten kommen.
Screenshots: Meredith und Everett scheinen perfekt zusammenzupassen.

Die Eltern von Everett: Sybil (Diane Keaton) und Kelly Stone (Craig T. Nelson).

Die hübsche, sympathische Julie Morton (Claire Danes).

angeschaut am: 20.02.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
21 Februar 2006
Frankenfish - USA 2004
OFDB-LinkGenre(s): Horror
Laufzeit: ca. 81 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Schon immer haben blutrüstige Kreaturen in Louisiana Bayeu gelauert, aber so etwas hat es scheinbar noch nie gegeben: Ein Schwarm riesiger, genmanipulierter, fleischfressender Fische macht die scheinbar so ruhigen Gewässer auf seiner Suche nach Beute unsicher. Als am Ufer immer mehr verstümmelte Leichen auftauchen, versuchen die örtlichen Behörden verzweifelt herauszufinden, wer oder was für die geheimnisvollen Todefälle verantwortlich ist. Schnell wird deutlich, dass es sich im kein gewöhnliches Raubtier handeln kann, denn diese Menschenfresser sind gefährlicher als jeder bisher bekannte Killer. Im Labor aus einer lebensgefährlichen Schlange gezüchtet und genetisch so verändert, dass sie sowohl unter Wasser wie an Land atmen kann, jagt diese Kreatur überall dort, wo sich Menschen aufhalten - mit unglaublicher Schnelligkeit und maßlosem Hunger...
Kritik:
Frankenfish ist mal wieder Tierhorror aus der B-Movie-Liga. Doch der Film setzt konsequent auf die Dinge, die der B-Movie-Fan erwartet: Splatter und heisse Babes. So macht die Story um die genetisch veränderten Fische natürlich wenig Sinn, auch die Ereignisse beim Angriff der Fische sind drehbuchgerecht zurechtgebogen. Man könnte den Film dafür völlig zerpflücken.
Doch er macht einfach Spass. Die Inszenierung ist recht flott geraten und bis es zu den ersten ernsthaften Fischattacken kommt wird einer möglichen Langeweile mit ein paar skurrilen Hausbootbewohnern vorgebeugt.Da sind z.B. ein Kiffer-Pärchen, das am liebsten nackt rumrennt, ein ausgeflippter Vietnam-Veteran, der später dem Fisch ordentlich einheizt und die superheisse Tochter einer Voodoo-Priesterin (siehe Screenshot rechts) sowie ihr feiger Freund, der nur am saufen und Sprüche machen ist.
Später gibts dann recht gute CGI-Effekte (für einen B-Film), sowie sehr nette Splattereien für einen 16er Film zu sehen. Da werden Köpfe abgebissen und Leute zerhäckselt, dass es eine wahre Freude für jeden Genrefan ist.
Kurzum: Geht mit niedrigen Erwartungen und evtl. ein paar Bierchen an diesem Film heran und ihr werdet nicht enttäuscht. Noch besser in der Kategorie "Horrortier zu Wasser" ist der Geheimtipp Lake Placid. Diesen beiden Filmen dagegen klar unterlegen (obwohl sicher mit dem grössten Budget ausgestattet): Anaconda mit J-Lo.
Screenshots: Die örtliche Fischfang Methode ist "Fischen ins Maul fisten".

Einer der "geheimnisvollen Todesfälle".

Die Freundin des Kiffers beim Sonnenbaden. (Tittenszene1)

Die Gespielin des irren Jägers beim Auf der Couch räkeln mit einer Raubkatze. (Tittenszene2)

Dem Kiffer wurde gerade der Kopf abgebissen.

Der Fisch hüpft aufs Boot um sich den Vietnam-Veteranen vorzuknöpfen.

Die Tochter der Voodoo-Priesterin und unser Held, der toughe Gerichtsmediziner.

Mein Kollege Oleg the Bum vergibt 7 von 10 Punkten.
angeschaut am: 10.02.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 7 von 10 Punkten
20 Februar 2006
Jarhead - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Komödie / Krieg / Action
Laufzeit: ca. 122 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Bemerkung: englische Originalfassung
Inhalt:
1989 meldet sich Anthony 'Swoff' Swofford (Jake Gyllenhaal) wie zuvor schon sein Vater und Großvater zu den Marines. Mit seinen Kumpels Alan (Peter Sarsgaard) und Chris (Lucas Black) kämpft er sich durch die Grundausbildung und landet schließlich in der Einheit von Sergeant Sykes (Jamie Foxx) im Rahmen der Operation Desert Shield in Kuweit, wo es nach der Vertreibung irakischer Invasoren brennende Ölfelder zu bewachen gibt. Und wenig anderes.
Kritik:
Mit Jarhead meldet sich der American Beauty Regisseur Sam Mendes zurück. Die Verfilmung des Buches von Anthony Swofford beschäftigt sich mit einer wenig gezeigten Sicht des 2. Golfkriegs, nämlich der Sichtweise der Bodentruppen.
Zunächst startet der Film mal mit einer Hommage an Full Metal Jacket. Swoff wird ein wenig bei der Grundausbildung geschliffen, bevor man ihn weitergibt an ein Programm zur Ausbildung von Scharfschützen.
Nach erfolgreicher Absolvierung der knallharten Ausbildung ist er zusammen mit seinen Kameraden eine scharfe Kampfmaschine. Die Jungs schauen sich im Film die berühmte Wagner-Szene aus Apocalypse Now im Kasernenkino an und ihnen geht dabei fast einer ab. Da kommt ihnen der irakische Einmarsch in Kuwait gerade recht. Voller Tatendrang machen sie sich auf, um Saudi-Arabien zu beschützen, aber insgeheim rechnen sie mit ihrem baldigen Einsatz.
Doch es kommt natürlich ganz anders. Man verbringt ein halbes Jahr in dem Wüstencamp und schaukelt sich gegenseitig hoch. Toll wird die Langeweile und der Stress vermittelt, dem die Soldaten ausgesetzt sind. So gibt es z.B. eine Pinwand im Camp, an die Fotos der fremdgegangenen Partnerinnen mit ein paar deftigen Sprüchen gehängt werden. Auch Swoff macht sich zunehmend Sorgen um seine Freundin, die er nur schwer verdrängen kann.
Das Thema Lagerkoller wird hier hervorragend umgesetzt, auch anhand immergleicher Patrouillen oder stupider Drills. Erinnerungen an Platoon weckt Swoffs Strafeinsatz bei der Latrinenreinigung.
Endlich geht dann der ersehnte Krieg los und die Langeweile ist beendet. Zumindest denken das die Marines-Scharfschützen, doch wie wir aus der Geschichte wissen hat sich das Ganze sehr schnell entwickelt und so kommen sie praktisch immer einen Schritt zu spät.
Sie sehen einen ausgebombten Konvoi und brennende Ölfelder, doch keine Feinde. Hier läuft der Film dann auch zur Höchstform auf. Was Sam Mendes hier visualisiert ist einfach nur der Hammer - Höhepunkt als Swoff inmitten der Dunkelheit durch den Rauch der brennenden Ölquellen plötzlich ein öliges Pferd begegnet und wieder verschwindet. Völlig surreal und eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Was mir sehr gut an dem Film gefiel, dass er die kämpfende Truppe nicht schlecht macht. Natürlich trieft ihnen aus jeder Pore die Lust am Krieg, dies ist jedoch nach der Ausbildung ziemlich verständlich und nachvollziehbar. Letzendlich ist das auch nur Ausdruck davon, dass Versager wie Swoff (Studium geschmissen) doch noch etwas aussergewöhnliches leisten wollen und können. Auch wenn die Leistung im Erschiessen eines Menschen aus hunderten Metern Entfernung besteht.
Der Film spart sich auch eine penetrante politische Message. Ist auch gar nicht nötig, da dieser Golfkrieg mittlerweile schon oft genug analysiert wurde und man sich anhand des gezeigten auch leicht seine eigene Meinung bilden kann, bzw. diese wohl schon vor Jahren gebildet hat. Letztendlich sind die Soldaten ja auch nur Handlanger der Politik.
Sehr gut fand ich auf jeden Fall die Hauptfiguren und ihre Darsteller. Toll gespielt, wie sich deren Gemütslage drastisch verändert. Jake Gyllenhaal dürfte damit wohl zu den Top-Darstellern der nächsten Jahre aufgestiegen sein.
Sam Mendes hat hier auf alle Fälle aus einem schwierigen Stoff (Kriegsfilm ohne viele Kampfhandlungen) sehr viel herausgeholt und einen zugleich unterhaltsamen und anspruchsvollen Film geschaffen.
Das letzte Quentchen fehlte mir noch, deshalb eine Wertung zwischen 8 und 9 Punkten. Hier entscheidet bei mir, ob das Vergnügen auch beim wiederholten Ansehen so gross bleibt.
Screenshots: Der Alltag in der Wüste ist geprägt von harten Drills...

...und zermürbender Langeweile, ...

...bis die Jungs endlich in den Krieg dürfen.

angeschaut am: 21.01.2006
Normale Wertung: 8,5 von 10 Punkten
19 Februar 2006
Mädchen Mädchen! - BRD 2001
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 85 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Die drei Freundinnen Inken, Victoria und Lena haben ein Problem. Wie kommen sie endlich zu einem Orgasmus? Andere Mädchen, wie die attraktive Chayenne, scheinen dagegen wahre Meister in der Kunst der Liebe zu sein. Bei einem Volleyballmatch müssen Inken, Victoria und Lena betreten zuhören, wie Chayenne mit ihren multiplen Orgasmen angibt. Also macht Inken Schluss mit ihrem Freund und gibt eine Kontaktanzeige auf, Victoria flirtet übers Internet und Lena verliebt sich unsterblich in Nick, den Schwarm aller Mädchen. Nach einigen vergeblichen Versuchen kommen Lena, Inken und Victoria deprimiert zu dem Schluss, dass Orgasmen sowieso nur eine Erfindung der Männer sind, um die Frauen rumzukriegen. Darauf können sie verzichten! Aber meistens kommt es anders als man denkt - ein turbulenter Sommer beginnt.
Kritik:
Der Inhalt von solchen Teenie-Komödien ist ja meistens recht ähnlich, da geht es um Liebe und Sex. Normalerweise steht die Entjungferung im Vordergrund, doch zur Abwechslung wollen die Mädels diesmal ihren ersten Orgasmus erleben. Bis es dazu kommt, gilt es einige komische Episoden zu absolvieren. Dazu gehört die obligatorische Party, die ich sehr gut fand, inklusive Besäufnis und dem Versuch Inkens mit ihrem Loserfreund den Orgasmus zu bekommen.
Erfreulicherweise bleibt der Film immer recht niveauvoll, was viel Glaubwürdigkeit schafft und die drei Hauptdarstellerinnen sehr sympathisch rüberbringt. Auf Ekelwitze, wie in anderen Produktionen wird verzichtet.
Solche Komödien laufen ja immer auf dieselben Ergebnisse heraus, insofern kann man mit der flotten Inszenierung und den netten Darstellerinnen schon zufrieden sein.
Nette Unterhaltung für einen Abend ist auf jeden Fall garantiert. Grossartig im Gedächtnis wird einem aber wohl nur die berühmte Fahrradszene bleiben.
Screenshots: Die drei Freundinnen versuchen auf unterschiedliche Arten ihren ersten Orgasmus zu bekommen.

Eine lustige Teenieparty mit Besäufnis gibt es zu sehen.

Inken (Diana Amft) vertraut in Sachen Sex auf ihren (leider unfähigen) Freund.

angeschaut am: 27.01.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten
Labels: Deutschland
18 Februar 2006
Haute Tension / High Tension - FRA 2003
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 87 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Bemerkung: In Deutschland offiziell nicht erhältliche Uncut-Version
Inhalt:
Ein einsames Haus, eine vereinte Familie, zwei unzertrennliche Freundinnen. Ein brutaler Mörder, der vor nichts zurückschreckt. Und die Nacht: Eigentlich wollte Alex (Maïwenn Le Besco) nur mit Freundin Marie (Cécile De France) ihre Familie auf dem Land besuchen. Doch als die Nacht einbricht, dringt ein brutaler Fremder (Philippe Nahon) in das Haus, und ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt.
Kritik:
Haute Tension ist sicherlich der Film, der mich im vergangenen Jahr 2005 am meisten beeindruckt hat.
Seit er auf DVD in Europa erhältlich ist, hat er sich stetig vom Geheimtipp zu immer grösserer Bekanntheit hochgearbeitet. Und die Aufmerksamkeit hat er auch verdient.
Der junge, französische Regisseur Alexandre Aja hat mit diesem Film nicht nur das Horrorgenre generell auf eine neue Ebene gebracht, sondern auch bewiesen, dass in Europa auch Filme gemacht werden, die sich mit Hollywood messen können.
Achtung! Kleinere Spoiler folgen:
Aja setzt dabei auf eine neue Härte, die einerseits Splatterfreunde erfreut, aber andererseits zu weiten Teilen sehr realistisch daherkommt. Das erste Drittel, als die Familie von Alex abgeschlachtet wird, ist schon einem Schlag in die Magengrube gleichzusetzen. Unangenehm lange bleibt die Kamera bei der Ermordung der Mutter dabei und der Killer setzt noch eins drauf, als er ihr die Hand abtrennt. Auch die Erschiessung des Kindes (welche man nur hört) ist starker Tobak, selbst für Horrorfilme.
Auch danach wird die Härte beibehalten und im Finale noch mal richtig Gas gegeben.
Hochspannung baut sich auf alle Fälle Stück für Stück auf, wenn die beiden Mädchen dem Killer gegenüberstehen. Obwohl sich Aja in manchen Szenen viel Zeit lässt, kommt zu keiner Zeit Langeweile auf.
Es wird im Verlauf sehr wenig gesprochen, viele Passagen laufen nur mit Geräuschen und Soundtrack-Untermalung ab. Diese Tonregie ist sehr gut gelungen, wird doch durch "Störgeräusche" und ähnliches das unbehagliche Gefühl noch verstärkt.
Auch die Musikuntermalung ist äusserst stimmig, vor allem New Born von Muse passt hervorragend, um vom 2. Drittel zum Finale überzuleiten.
Auch die Kameraführung möchte ich sehr loben, die äusserst professionell gemacht ist. Die Qualität fällt einem bei wiederholtem Ansehen erst so richtig auf, wenn man sich nicht mehr vor Spannung in seinen Sitz krallt.
Schauspielerisch liefern alle drei Hauptdarsteller tolle Leistungen ab, die voll überzeugen können.
Zum Schluss gibt es noch einen Knaller, der sehr überraschend kommt, und den Film dann (für mich) unvergesslich macht. Ich werde es an dieser Stelle nicht verraten, aber mir hat es für 5 Minuten nach dem Film regelrecht die Sprache verschlagen.
Die meiste Kritik entzündet sich denn auch an dieser Überraschung - ich persönlich schätze aber die tolle Idee dahinter höher ein, als mögliche Ansatzpunkte für Kritik.
Ich habe mir den Film auf alle Fälle in den vergangenen 12 Monaten schon 4x angesehen und bin immer wieder begeistert.
Deswegen gibt es an dieser Stelle auch erstmalig die Höchstwertung: 10 von 10 Punkten für diesen Horrorthriller.
PS: Die in Deutschland erhältliche SPIO/JK Version ist um 67 Sekunden geschnitten und seit dem 30.09.2005 indiziert.
Screenshots: Die beiden Studentinnen Marie (Cécile De France) und Alex (Maïwenn Le Besco) .

Marie versteckt sich vor dem sadistischen Killer (Philippe Nahon).

Blut fliesst (nicht nur hier) in rauhen Mengen.

angeschaut am: 18.2.2006 (insgesamt 4x gesehen)
davor zuletzt am: 1.9.2005 im Kellerkino
Normale Wertung: 10 von 10 Punkten
Labels: 2003, Frankreich
17 Februar 2006
Hellraiser IV - Bloodline - USA 1996
OFDB-LinkGenre(s): Horror / SciFi
Laufzeit: ca. 77 Min. (gekürzte Version, siehe Schnittbericht)
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Raumstation "Minos", im Jahr 2127: 130 Jahre nachdem sein Vorfahre John, ein New Yorker Architekt, im Kampf mit den Cenobiten den Tod fand, bereitet sich der Ingenieur Paul Merchant auf die letzte Konfrontation mit den Kreaturen der Hölle vor. Niemand weiß, daß er die gigantische Raumstation nur zu einem Zweck gebaut hat: Um die größte Falle im Universum aufzustellen. Als er die gesamte Besatzung von Bord schickt und die Station auf eigene Faust aus der Erdumlaufbahn steuert, wird eine Eliteeinheit Soldaten in Marsch gesetzt, um ihn unter Arrest stellen sollen. Aber Merchant hat den "Pinhead" bereits gerufen. Verzweifelt versucht er die Offizierin Rimmer von der unvorstellbaren Gefahr zu überzeugen, in der sie alle schweben. Und er erzählt die Geschichte seiner Familie ... Als den Soldaten bewußt wird, daß sie sich nicht allein auf der Raumstation befinden, daß sich eine fremde Macht Zugang zu ihrer Welt verschafft hat, ist es für eine Flucht zu spät. Einen nach dem anderen bringen die Cenobiten auf bestialische Weise um. Paul Merchant bleibt nicht viel Zeit um zu Ende zu bringen, was er begonnen hat...
Kritik:
Wenn im Vorspann der Regisseur namens "Alan Smithee" auftaucht, dann weiss man als Filmfan schon, was die Stunde geschlagen hat. Dieses Pseudonym verwenden nämlich Regisseure, die sich von dem Endergebnis eines Films distanzieren wollen.
So kann man dann auch zu Hellraiser IV lesen, dass die ursprüngl. Version 110 Minuten lang und angeblich recht gut war. Doch das Studio drängte den Regisseur zu mehrfachen Besuchen des Schneideraums und übrig blieb eine 80 Minuten Version, die mit dem eigentlich geplanten Werk - was als Finale für die Hellraiser Serie gedacht war - nicht mehr viel gemein hat.
Das merkt man dann auch beim Ansehen. Die Episoden wirken zusammenhanglos, die Story macht so gut wie keinen Sinn. Spannung und Splatter sucht man vergeblich. Wobei wir diesmal leider eine gekürzte Version erwischt haben. Diese ist zwar knapp 2 Minuten kürzer, aber trotzdem noch ab 18 eingestuft.
Diese Schnitte ruinieren den Film dann auch völlig, da nicht mal mehr Splatter übrigbleibt, der einen über die anderen Schwächen hinwegtröstet.
Es war eine echte Qual sich den Film anzusehen, schon nach einer halben Stunde ging der Blick zur Restlaufanzeige und nach dem bescheuerten Finale ist man froh es geschafft zu haben.
Kein Vergleich zu den sehr guten Teilen I und II, und dem unterhaltsamen Teil III.
Screenshots: Pinhead hat diesmal enorm viel Dialog, was den Film nur noch schlechter macht, da er nur pseudo-philosophisches Zeug brabbelt.

Der magische Würfel - der eigentliche Hauptdarsteller aller Teile. Er spart sich das Reden und öffnet lieber das Tor zur Hölle.

Die Dämonin "Angelique" will uns zu Tode langweilen.

Einzig für diese Sexszene ...

...und einige Cenobiten-Makeups am Schluss kann man noch einen Gnadenpunkt geben.

Mein Kollege Oleg the Bum wertet noch härter 0 von 10.
angeschaut am: 10.02.2006
Normale Wertung: 1 von 10 Punkten (für die gekürzte FSK18-Version)
Labels: 1990er
16 Februar 2006
The Fog - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Action / Horror / Mystery / Thriller
Laufzeit: ca. 103 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Wieder einmal versetzen die Gründungsfeierlichkeiten die Bewohner des Fischerstädtchens Antonio Bay in fröhliche Aufregung. In diesem Jahr jedoch liegt Unheil in der Luft, das mit in einer ziemlich dicken Nebelbank ankommt, die vom Pazifik landeinwärts zieht und unangenehme Erinnerungen an die Vergangenheit weckt. Einst nämlich betrieben die Bewohner von Antonio Bay Küstenpiraterie und brachten solvente Leprakranke um Geld und Leben. Deren Geister statten nun den Nachfahren ihrer Mörder einen Besuch ab.
Kritik:
Generell bin ich ja Remakes von (Horror-) Filmen nicht abgeneigt. Und natürlich muss sich ein Remake mit dem Original messen. In diesem Fall wäre das nicht einmal notwendig.
Denn das Niveau des Originals von 1979 erreicht dieser "Abklatsch" zu keinem Zeitpunkt. Schlimmer noch - es breitet sich fast von Anfang an Langeweile aus. Und ich behaupte mal, dass auch für Leute, die das Original nicht kennen, der Film nicht interessanter wird. Die Charaktere bleiben absolut klischeehaft und leblos. Auch die totale Verjüngung der Handelnden wirkt der Glaubwürdigkeit völlig entgegen - warum dies gemacht wurde? Nun, dazu muss man wohl nur an die angepeilte Zielgruppe denken.
Spannung oder Grusel sucht man auch vergeblich. Zu schnell schon gibt der Nebel sein Geheimnis preis und die leicht veränderte Geschichte bzw. der Schlusstwist ist schon sehr früh zu vermuten.
Auch die technischen Effekte, die dem Original 25 Jahre vorraus haben, sind gar nicht so viel besser geworden. Im Special Effects Bereich wurde gespart.
Auch die letzten Notnagel in Form von Sex und Gewalt sucht der Horrorfan vergeblich. Zwar sind die Darstellerinnen hübsch anzusehen, aber zu mehr als einer Unterwäsche-Szene kommt es nicht.
Bleibt noch anzumerken, dass die (gesehene) US-Unrated Version etwas länger als die deutsche Kinofassung ist, aber nur relativ unbedeutende Handlungsszenen geschnitten wurden, um das Tempo aufzubessern. Die Schnitte haben aber auch nicht geholfen, diesem langweiligen Film noch Leben einzuhauchen.
Fazit: Sowohl im Vergleich mit dem Original, als auch als eigenständiger Film betrachtet ist diese Neuauflage eine Katastrophe. Langeweile hoch drei.
Screenshots: Elizabeth Williams (Maggie Grace aus Lost) recherchiert im Internet.

Einer der angesprochenen Special Effects...

Selma Blair als Stevie Wayne kann leider nicht viel von ihrem Können zeigen.

Die Geister-Matrosen fordern Rache.

angeschaut am: 31.01.2006
Normale Wertung: 1 von 10 Punkten
15 Februar 2006
The Village - USA 2004
OFDB-LinkGenre(s): Mystery / Drama
Laufzeit: ca. 103 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Ein kleines, von der Außenwelt isoliertes Dorf lebt in Koexistenz mit unheimlichen Kreaturen, die ihr Revier im angrenzenden Wald weitgehend unsichtbar, aber ständig präsent verteidigen. Jede Spezies respektiert den Lebensraum der anderen, bis der junge Lucius mit seiner Ankündigung, er wolle die Grenzen überschreiten, eine Kette unvorhersehbarer Ereignisse auslöst.
Kritik:
Die bisherigen Filme von Regisseur M. Night Shyamalan, die eine überraschende Wendung am Ende gemeinsam haben, rissen mich bisher weit weniger vom Hocker, als die sonstige Kritik. The Sixth Sense (1999)hatte eine gute Idee, die zumindest mir aber recht früh auffiel, wodurch die Luft bei dem Film danach ziemlich raus war. Mit Unbreakable - Unzerbrechlich (2000) konnte ich überhaupt nichts anfangen - der Film ist mir in ganz schlechter Erinnerung.
Insofern ging ich mit geringen Erwartungen an The Village heran, noch dazu, weil der Film gespaltene Kritiken bekommen hatte. Nach dem Ansehen kann ich dies gut nachvollziehen. Mir gefiel er jedoch überraschenderweise sehr gut.
Das Drehbuch ist intelligent geschrieben, so dass sich die Geschichte langsam entfalten kann. Bedächtig wird die Handlung aufgebaut und wir mit den Charakteren aus dem Dorf, sowie ihrer Umgebung vertraut gemacht. Auch das Gruselmoment wird langsam aufgebaut und leise gesteigert, mit gezielten Schockmomenten, bis es dann im Finale voll zur Geltung kommt. Dabei bleibt der Film stets ziemlich gewaltfrei (deshalb auch die FSK 12 Einstufung). Sehr geschickt versteht der Regisseur die menschlichen Urängste vor dem Unbekannten, dem Dunkel, dem Wald zu bedienen.
Die Hauptkomponente hierbei ist der Sound, der bei 5.1-Tonwiedergabe noch besser kommt, als nur Stereo. Soundtrack und Geräusche schaffen eine tolle Gruselatmosphäre, die das Gezeigte bzw. Nicht-Gezeigte noch verstärkt.
Von der Optik her gefiel mir der Einsatz bestimmter Signalfarben, die auch zur Atmosphäre beitragen.
Um es klarzumachen: Wer sich grossartige Action- oder Horror-Momente erwartet, der ist hier ganz falsch. So passiert in der ersten halben Stunde kaum etwas.Dies gibt aber auch Raum zum Schauspielern, den die jungen Darsteller gerne nutzen. Die drei Hauptdarsteller Bryce Dallas Howard, Joaquin Phoenix und Adrien Brody liefern tolle Vorstellungen ab. Besonders Bryce Dallas Howard (siehe Screenshot rechts) als Blinde mit unglaublicher Courage hat mich sehr beeindruckt. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Joaquin Phoenix kommt trotz knapper Zeit glaubhaft rüber. Und Adrien Brody's Charakter führt den Dorfbewohnern schmerzlich vor Augen, dass man das Böse nicht aussperren kann. Auch der Rest des Casts kann sich sehen lassen und verfügt über viele Stars.
Beeindruckt hat mich auf alle Fälle, wie viel Angst die späten Szenen im Wald einem als Zuschauer machen, obwohl zu diesem Zeitpunkt das Geheimnis bereits gelüftet ist.
Die unverzichtbare Schlusswendung fand ich auch ok, obwohl man dort sicher viele Angriffspunkte finden kann.
Mehr will ich hier gar nicht verraten, da The Village am besten ohne jegliche Vorkenntnisse und bei ernsthafter Anteilnahme an den Charakteren wirkt. Wer allerdings mit falschen Vorstellungen an den Film herangeht, könnte ziemlich enttäuscht werden.
Meine Erstwertung von 7 Punkten steigere ich beim 2. Ansehen noch etwas auf 7,5 Punkte.
Screenshots: Die Dorfgemeinschaft speist zusammen.

Mit diesem Wachturm versucht man die Ankunft der "Unaussprechlichen" frühzeitig zu bemerken.

Ivy Walker (Bryce Dallas Howard) macht sich auf die Reise durch den furchtbaren Wald.

angeschaut am: 15.02.2006 im KellerKino (insgesamt 2x gesehen)
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
14 Februar 2006
Route 9 - USA 1998
OFDB-LinkGenre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 101 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Als die beiden Provinz-Polizisten Booth Parker (Kyle MacLachlan) und Earl Whitney (Wade Andrew Williams) die 'Route 9' entlang patrouillieren, erwartet sie auf einer verlassenen Viehranch ein grausiges Bild. Eine Schießerei mit mehreren Toten hat sich hier abgespielt. Pikantes Detail: Zwei Autos, eines voller Drogen, das andere mit 1,5 Millionen Dollar im Kofferraum, bleiben zurück. Eine riesengroße Versuchung für die Polizisten, denn beide stecken in massiven Geldschwierigkeiten. Earl hat hohe Spielschulden, und Booth will mit seiner Geliebten Sally (Amy Locane) anderswo ein neues Leben beginnen. So entscheiden sie, das ohnehin 'schmutzige' Geld für sich zu behalten. Aber damit beginnen die Probleme erst.
Kritik:
Das einfache Grundprinzip des Films (Cops geraten in Versuchung) wird konsequent durchgezogen. Die sich ergebenden Probleme sind dabei auch nicht überraschend, wenn man schon mal solche Filme gesehen hat. Doch schafft es das Drehbuch geschickt den Grad der Verzweiflung bei den Cops (und dem Zuschauer) stetig zu steigern.
Es kommt wie es muss und im Nu ist die Unterschlagung noch ihr geringstes Problem.
Sehr gut fand ich die Darsteller. Zu den oben erwähnten möchte ich noch Peter Coyote als Kleinstadtsheriff hinzufügen, der nicht der hellste ist und seine Frau verprügelt. Und Roma Maffia als DEA-Ermittlerin, die den beiden Cops dicht auf den Fersen ist.
Spannung ist auch vorhanden und es gibt ein schön fies-überraschendes Ende.
Fazit: Solide Thriller-Unterhaltung.
Screenshots: Am Anfang gibts einen heftigen Shooutout unter den Gangstern.

Die beiden Provinzcops geraten in in Versuchung und greifen zu.

Sheriff Dwayne Hogan (Peter Coyote) und Agent Ellen Marks (Roma Maffia).

angeschaut am: 22.01.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
Labels: 1990er
13 Februar 2006
Couchgeflüster - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 106 Min.
Alterseinstufung: FSK 0
Inhalt:
Karriefrau Rafi (Uma Thurman) hat gerade erst das Ende einer neunjährigen Beziehung überwunden, nicht zuletzt dank großer Hilfe durch ihre Psychotherapeutin Lisa (Meryl Streep). Nun sucht sie nach einem neuen Lover und wird in dem vierzehn Jahre jüngeren Künstler David (Bryan Greenberg) fündig - ohne zu ahnen, dass er der Sohn von Lisa ist. Lisa wiederum sieht Herausforderungen ungeahnten Ausmaßes entgegen, als ihr Rafi in den kommenden Sprechstunde haarklein die Details der neuen Liebe schildert...
Kritik:
Die Komödie legt einen recht flotten Start hin, als die beiden sympathischen Hauptfiguren vorgestellt werden und sich kennenlernen. Auch die Wendung, dass Rafis Therapeutin die Mutter ihres neuen Freundes ist, kommt (sofern man nicht schon davon gelesen hatte) recht überraschend.
Doch dann fing der Film auch schon an zäher zu werden. Aus der Dreiecks-Konstellation wurde leider wenig gemacht. Rafi erzählt ihrer Therapeutin ein paar Intimitäten, die sie sicher nicht so gerne über ihren Sohn erfahren hätte, doch dabei bleibt es dann eigentlich.
Beiderlei Freundeskreise raten heftig zum Abbruch der Beziehung wegen des Altersunterschieds und erste Probleme machen sich breit, als die anfängliche Leidenschaft abzuebben beginnt.
Spätestens jetzt sind wir in einem Liebesfilm nach Schema F gefangen, der auf die übliche Trennung rausläuft, auf die eine grossangelegte Versöhnung folgt.
Ein wenig die Kurve kriegt der Film dann mit einem etwas überraschenden Ende. Doch insgesamt gibt das Drehbuch zu wenig her, um Stars vom Kaliber einer Meryl Streep oder Uma Thurman zu beschäftigen. Mir eher rätselhaft warum sie die Rollen angenommen haben. Vor allem Streep hat einen so dünnen Part, den so ziemlich jede Frau in ihrem Alter hätte spielen können.
Positiv muss man sicher anrechnen, dass der Film zu keiner Zeit in eine Slapstick- oder Zoten-Komödie abrutscht, obwohl sich sicher viele Gelegenheiten dazu bieten würden. Nein, die Charaktere bleiben erstaunlich realistisch und scheinen sich im Verlauf der Handlung sogar weiterzuentwickeln.
Aber die Lacher sind an einer Hand abzählbar und das Liebeselement haben wir auch schon besser gesehen. Insofern eine Romantikkomödie, die man sich getrost sparen kann, da sie das Genre leider nicht wirklich bereichert.
Screenshots: David und Rafi passen nicht so recht zusammen, lieben sich aber.

Was Rafi ihrer Therapeutin erzählt, die Davids Mutter ist.

Werden sie entgegen aller Widrigkeiten zusammenbleiben?

angeschaut am: 11.02.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
12 Februar 2006
John Carpenter's Vampires: Los Muertos - USA 2002
OFDB-LinkGenre(s): Action / Horror
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Mexiko. Eine einsame, verfallene Festung im Nirgendwo. Hier haben die Vampire, angeführt von der scheinbar unbesiegbaren Meisterin Una ihren Unterschlupf. Im weiten Umkreis erzittert das Land unter ihren Bluttaten. Gerade erst haben die untoten Killer ein ganzes Kloster ausgelöscht. Derek Bliss, Vampirjäger im Auftrag des Vatikans, und sein unerschrockenes Team stellen sich zwischen die Armee des Bösen und ihre Gier, Tag und Nacht gleichermaßen beherrschen zu wollen!
Kritik:
Der Nachfolger zum sehr guten Vampires ist leider im Low Budget Bereich anzusiedeln. Konkret bedeutet dies, das kein Schauspieler aus dem ersten Teil mehr dabei ist. Die Handlung ist dann auch schon fast ein Remake des ersten Teils. Es geht hauptsächlich darum die Obervampirin in ihrer Höhle zu finden und zu erledigen.
Die Splattereffekte sind hierbei für FSK 16 Verhältnisse allerdings sehr hart geraten. Ich bin ehrlich verwundert, dass die FSK das so durchgehen liess. Da werden reihenweise Köpfe abgetrennt und Vampire gepflockt und verbrannt.
Problem ist, dass die Charaktere zu blass bleiben. Es ist einem relativ egal, wer überlebt und wer nicht. Ausserdem ist dank der deutlichen Parallelen zu Teil 1 auch die Spannung nur sehr eingeschränkt vorhanden.
Die schauspielerischen Leistungen sind dementsprechend durchschnittlich. Jon Bon Jovi kommt mit der Hauptrolle einigermassen klar, kann seiner Rolle aber keine grossartige Tiefe geben.
Trotz alledem bleibt ein vergnüglicher Horrorfilm, der zwar die Güte seines Vorgängers nie erreicht, aber trotzdem unterhalten kann.
Screenshots: Die Vampirjäger finden eine Spur des Blutes im Kloster...

...und einem Schnellimbiss.

Die Vampirmeisterin Una (Arly Jover).

angeschaut am: 13.01.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 6 von 10 Punkten
11 Februar 2006
Windtalkers - USA 2002
OFDB-LinkGenre(s): Action / Drama / Krieg
Laufzeit: ca. 129 Min. (ungekürzte Kinofassung)
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Im Pazifikkrieg werden die Marines Joe Enders und 'Ox' Henderson per Geheimbefehl abgestellt, um als Leibwächter der Funker Ben Yahzee und Charlie Whitehorse zu fungieren. Die beiden Navajos beherrschen einen auf ihrer Sprache basierenden Code, der auf keinen Fall in Feindeshände gelangen darf. Die erbitterten Kämpfe um die Insel Saipan schweißen die Männer zusammen. Aber werden die 'Schatten' der beiden Indianer wirklich bis zum Äußersten gehen, wenn es gilt, den Code zu schützen?
Kritik:
Regisseur John Woo ist ja bekannt für seine herausragenden Actionfilme, wie Face Off oder Mission Impossible 2. Deshalb ist dieser Film auch deutlich mehr auf Action ausgelegt, als die üblichen 2.Weltkriegs-Filme. Nicolas Cage spielt den Sgt. Joe Enders, der bei einem früheren Einsatz seine ganze Truppe verloren hat und sich deshalb Vorwürfe macht. Mittels dieser Figur, die bei jeder Begegnung mit Japanern zur gnadenlosen Tötungsmaschine wird und dutzendweise Feinde umbringt, wird der Schrecken des Krieges vermittelt. Sogar seine eigenen Kollegen sind vom fanatischen Enders ein wenig schockiert. Natürlich muss sich die Moral hierbei dem Actionanspruch unterordnen. Und Action bekommen wir reichlich und auf sehr hohem Niveau geboten. Sowohl die Einzelaktionen auf dem Schlachtfeld, als auch die Grossansicht der Schlachten ist toll gelungen mit vielen Statisten und Kriegsmaterial wie Panzern und Flugzeugen.
Die Spannung stimmt auch, denn da schwebt immer noch der Befehl über dem ganzen "den Codesprecher keinesfalls den Japanern in die Hände fallen zu lassen". So kommt es dann natürlich zu der Bewährungsprobe, als sich die Navajos und ihre Aufpasser widerwillig anfreunden. Der Film bleibt dabei trotz langer Laufzeit erstaunlich kurzweilig.
Der Realismus bleibt dabei natürlich auf der Strecke, dafür sind die gezeigten Actionszenen einfach zu sehr auf die Darstellung der Helden ausgelegt.
Das macht aber nichts, denn wie bereits erwähnt ist der Film in erster Linie ein Action- und kein Kriegsfilm. Dessen sollte man sich beim Ansehen bewusst sein und die Action geniessen ohne nach allzuviel Tiefgang zu suchen.
Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt sehr gut, wobei jedoch Nicolas Cage und sein Navajo die Hauptcharaktere sind. Cage kriegt den gebrochenen Kriegshelden locker hin. Auch die Nebenrollen können überzeugen.
Die gezeigte Härte ist vom Trend zur realistischen Kriegsdarstellung geprägt. So ist die FSK18 Freigabe auch mehr als verständlich. Dieser Tage ist übrigens eine neue Goldedition erschienen, die mit ca. 20 Minuten mehr ausgestattet und noch härter sein soll. Leider kann ich dazu selber nichts sagen, hoffe aber diese Fassung in absehbarer Zeit sehen zu können.
Aus o.g. Gründen zählt Windtalkers seit seinem Erscheinen zu meinen Lieblingsfilmen. Sicher hat er auch ein paar Schwächen, wie z.B. die halbgare Liebesgeschichte, aber trotzdem gibt es von mir 8,5 Punkte.
Screenshots: Die Amerikaner rücken mit Panzern vor...

...und bombardieren die japanischen Stellungen.

Kleine Schützenbunker werden mit Flammenwerfern ausgeräuchert.

Sgt. Enders (Nicolas Cage) schneidet einem jap. Soldaten die Kehle durch.

angeschaut am: 23.12.2005 (insgesamt 4x gesehen)
Normale Wertung: 8,5 von 10 Punkten
Labels: USA
10 Februar 2006
Agnes und seine Brüder - BRD 2004
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Tragikkomödie
Laufzeit: ca. 112 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Drei Geschwister, viele Probleme: Hans-Jörg (Moritz Bleibtreu) ist ein sexsüchtiger Bibliothekar, Werner (Herbert Knaup) ein von Frau und Kind gehasster Politiker. Agnes (Martin Weiß) wiederum war früher ein Mann. Alle drei suchen nach dem Glück und leiden unter ihrer Vergangenheit und der Hassliebe zu ihrem exzentrischen Vater. - Glänzend besetztes Familiendrama voll radikaler Gefühle und bitterbösem Humor.
Kritik:
Beinhart werden in diesem Film die Abgründe dreier deutscher Brüder ausgelotet.
So ist Werner in seiner Arbeit als Politiker durchaus erfolgreich, doch in seiner Familie ist er der Buhmann. Dies treibt ihn langsam aber sicher in die Raserei. Er träumt davon seine Familie einen nach dem anderen zu erschiessen.
Alleine das wäre schon harter Tobak, doch da ist auch noch Hans-Jörg, dessen Sexsucht immer mehr seiner Kontrolle entgleitet. Herrlich hierbei die Szenen in der Selbsthilfegruppe bzw. später beim Pornodreh.
Witzigerweise noch am normalsten ist dagegen die Transsexuelle Agnes, die allerdings neben einer gewalttätigen Beziehung (genial hier Oliver Korittke) auch gesundheitliche Probleme hat.
Aus diesen Problemen ergibt sich eine explosive Mischung, die in einer Katastrophe endet.
Genial hierbei das vermeintliche Happy-End, von dem man natürlich ahnt, dass es nur eine Momentaufnahme ist.
Prima auch die Soundtrack-Untermalung der Geschehnisse.
Die Besetzung mit vielen bekannten Darstellern ist durchweg sehr gut. Schön zu sehen, wie alle entgegen ihrer üblichen Rollen auftreten. Ganz stark wird hier von allen gespielt, was bei so einem gelungenen Drehbuch sicher auch eine Freude war.
Ein Film, der wirklich anspruchsvoll ist - der Zuschauer muss sich einiges zusammenreimen und eine grosse Toleranz für Problemfälle mitbringen. Wer das tut, der kann an den tollen, glaubwürdigen Charakteren seine Freude haben.
Ein sehr guter deutscher Film.
Screenshots: Die drei Brüder auf der Fahrt zum Vater.

Werner und seine Frau (Katja Riemann) haben sich völlig auseinandergelebt.

Zunehmend wird Werner eifersüchtiger auf seinen Sohn, der ihn bewusst zur Weissglut treibt, wo es geht.

Agnes war früher ein Mann und hat aus dieser Zeit auch einen Sohn.

Von der einzigen Frau, die sich mit Hans-Jörg abgibt, wird er nach Strich und Faden ausgenutzt.

Kelly Trump hat einen Gastauftritt- zu sehen als Hans-Jörg aus seiner Sexsucht beim Pornodrehen Geld machen will.

angeschaut am: 30.12.2005
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
Labels: 2004, Deutschland, Europa
09 Februar 2006
Happy Ero Christmas - KOR 2003
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 109 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: Koreanische Originalfassung mit engl. Untertiteln
Inhalt:
Ein Junge wird von einem Gangster schikaniert. Viele Jahre später ist aus dem Jungen ein Polizist geworden und er versucht sich an dem Gangsterboss zu rächen. Als sich dann auch noch beide in dieselbe Frau verlieben, wird die Situation noch komplizierter.
In anderen Handlungssträngen, die durch einen Pornodreh an verschiedensten Orten, mit der Haupthandlung verbunden sind, versucht ein Teenager sich zu verlieben und eine Parkplatzwächterin einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen.
Kritik:
Es ist zuerst gar nicht so leicht die verschiedenen Charaktere den Handlungssträngen zuzuordnen. Mit der Zeit kristallisiert sich aber die Haupthandlung heraus.
Leider beschränkt sich diese Komödie auf ziemlich plumpen Slapstick-Humor á la "Polizist tritt in Hundescheisse, wird abgelenkt und kriegt vom Gangster eins übergezogen".
Die beiden Hauptdarsteller sind zwar sympathisch, können das Drehbuch aber auch nicht retten. Es fehlt einfach an einer klaren Linie, denn für eine Komödie gibt es zu wenige Lacher und für einen Liebesfilm ist auch nicht genug vorhanden.
Das gezeigte Schema von Charakteren, die sich unbewusst gegenseitig beeinflussen ist auch nicht unbedingt etwas Neues.
Fazit: Nur für absolut hartgesottene Fans des südkoreanischen Films zu empfehlen.
Screenshots: Das Objekt der Begierde: Ein Mauerblümchen...

...das selten lächelt...

...aber ohne Brille natürlich eine Schönheit ist.

Der aufrechte Polizist verliebt sich in sie.

angeschaut am: 16.01.2006
Normale Wertung: 2,5 von 10 Punkten
Labels: Asien, Originalsprache, Südkorea
08 Februar 2006
Sin City - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Action / Thriller / Fantasy
Laufzeit: ca. 119 Min. (Kinofassung)
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Sin City - die düstere Stadt der Sünden, Gewaltverbrechen und Gefahren. Im Babylon der Neuzeit ist nichts und niemand wirklich sicher. Der Film zeigt drei Geschichten aus den dunklen Nischen dieser Stadt. Der muskulöse Schläger Marv (Mickey Rourke) begibt sich auf einen beispiellosen Rachefeldzug, weil die einzige von ihm geliebte Frau Goldie (Jamie King) nach einer gemeinsamen Nacht von einem Killer getötet wird. Dwight (Clive Owen) setzt sich für die eigentlich nicht ganz so wehrlosen Prostituierten und Tänzerinnen ein, als ein brutaler Cop (Benicio del Toro) sie bedroht. Er gerät damit selbst in immer größere Schwierigkeiten. Der ehrliche Cop Hartigan (Bruce Willis), der seinen Job allmählich leid ist, muss doch noch einmal zur Tat schreiten. Die Tänzerin Jenny (Jessica Alba) muss beschützt werden, da ein Killer namens Yellow Bastard (Nick Stahl) auf sie angesetzt wurde - bereits zum zweiten Mal.
Kritik:
Seit ich den Film am 9.08.2005 zum ersten Mal in der Originalfassung gesehen habe ist einige Zeit vergangen. Doch an der Wertung hat sich nichts geändert. Es gibt von mir 8 Punkte, was für die meisten Filme super wäre, doch hier bin ich ein wenig hin- und hergerissen. Da ist zum einen die künstlerisch exzellente Umsetzung eines Comics, eine Traumbesetzung, jede Menge Gewalt und mit die schönsten Frauen, die je für einen Film versammelt wurden.
Doch zum anderen ist da die stets gleiche monotone Erzählweise der Episoden, deren gewöhnungsbedürftige Aneinanderreihung, sowie einige unfreiwillig komische Stellen, die für mich eine höhere Wertung verhageln.
Keine Frage, Sin City ist ein aussergewöhnlicher Film. Es ist schon erstaunlich, dass Hollywood einem Regisseur solch freie Hand lässt, dass er einen Film macht, der das Mainstream Publikum auf eine harte Probe stellt. Wer Comics liebt, der dürfte auch begeistert sein, denn der Film ist ein lebendig gewordener Comicstrip.
Leider taugt der Erzählwert der Geschichten nicht unbedingt für mehr als einen Durchlauf. Dafür sind sie zu gleichförmig darauf fokussiert einen toughen Helden zum Schutze von schönen Frauen (siehe Carla Gugino im Screenshot rechts) antreten zu lassen, bzw. um der Gewalt zu frönen. Denn die Gewaltverherrlichung ist selbst mit künstlerischer Verfremdung (Blut ist meist leuchtend weiss) enorm. Aus meiner Feder mag es sich komisch anhören, wenn ich das bemerke, aber dies ist sicher einer der gewaltverherrlichendsten Filme, die ich je gesehen habe. Daran ändert auch die kunstvolle Darstellung nichts. Der Regisseur übersteigert die Gewaltdarstellung nur dermassen, dass jedem Betrachter der Unterschied zwischen Fiktion und Realität bewusst werden muss. Deswegen war die FSK wohl auch recht grosszügig und hat keine Schnitte vornehmen lassen.Für ein Meisterwerk, wie viele diesen Film empfinden, fehlt mir einfach noch mehr Zugang, mehr Spannung und persönliche Begeisterung. Hier hat mich der Film einfach zu kalt gelassen, weil die (fast) unkaputtbaren Comic-Charaktere einem einfach zu fern sind. Mitleiden oder sich damit identifizieren war für mich nicht möglich. Das ganze "Eye Candy" reicht auch nicht aus, um mich darüber hinwegzutrösten.
Deswegen "nur" ein sehr guter Film für 8 Punkte.
Übrigens kann ich trotz einer meist guten Synchronisation nur zur englischsprachigen Originalfassung raten.
Screenshots: Brittany Murphy als Kellnerin Shellie, die eine Affäre mit...

...Dwight (Clive Owen) hat, der wiederum mit der Chefin der Hurenstadt, Gail (Rosario Dawson) verbandelt war/ist.

Benicio Del Toro hat im Eifer des Gefechts seine Hand verloren.

Der Yellow Bastard (Nick Stahl) mit seinem Opfer Nancy (Jessica Alba).

Die "Trophäen" des Menschenfressers Kevin (Elijah Wood).

angeschaut am: 8.02.2006 im KellerKino (insgesamt 2x gesehen)
Normale Wertung: 8 von 10 Punkten
07 Februar 2006
Mad Max - AUS 1979
OFDB-LinkGenre(s): Action / Drama / SciFi
Laufzeit: ca. 89 Min. (ungekürzte Fassung)
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Die Erde in einer nicht allzu fernen Zukunft: Das Land ist wüst geworden, die Ordnung wie wir sie kennen ist zerfallen und auf den zahlreichen Highways liefert sich die Polizei Tag für Tag mit den brutalen Banden wilde Verfolgungsjagden. Eine von diesen Banden ist die grausame Motorradtruppe "Glory Riders", denen es sich nur noch wenige Polizisten wagen sich ihnen in den Weg zu stellen. Einer von diesen letzten und aufrechten Gesetzeshütern ist Max. Als eines Tages durch einen Hinterhalt sein bester Freund Charlie ums Leben kommt, hat Max von all dem genug: Er quittiert seinen Dienst bei der Polizei und bricht mit seiner Frau und seinen Sohn auf eine Reise quer durch das Land auf. Doch auch auf diese Art und Weise kann Max dem Endzeitkrieg seitens der Motorradbanden nicht entkommen: Seine Frau und sein Sohn kommen bei einem Angriff der "Glory Riders" tragisch ums Leben. In Max kocht nun die pure Wut hoch, bis an die Zähne bewaffnet macht er sich auf um den Mord an seiner Familie zu rächen....
Kritik:
Dieser Film ist ja bekanntlich ein Klassiker und hat ein Welle von Endzeitfilmen losgetreten. Nun habe ich mir das Werk auch mal angesehen, bin aber nicht so wirklich begeistert.
Die Story ist ja eigentlich eine recht simple Rachegeschichte. Das besondere ist das Umfeld, welches Endzeitstimmung erzeugt, obwohl wir nie erfahren, was nun eigentlich passiert ist. Insofern muss man den Film als düstere Zukunftsvision sehen. Auch die Rockerbanden waren wohl Ende der 70er ein aktuelleres Thema als heute, wo man von Islamisten bedroht wird.
Ähnlich wie bei Dirty Harry unterscheiden sich die Polizisten hier von der Brutalität nicht viel von denen, die sie jagen. Mit Vorliebe rasen sie über die Strassen, die ziemlich menschenleer sind. Die erste Hälfte des Films vergeht denn auch damit, bis Max den Dienst quittiert um sich später als einsamer Rächer wieder in ein auffrisiertes Polizeiauto zu schwingen.
Eine der ersten Hauptrollen für den jungen Mel Gibson. Man erkennt aber schon deutlich sein Talent.
Seine Berühmtheit verdankt der Film sicherlich auch der Tatsache, dass er indiziert ist. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das sogar in Ordnung finde. Er ist wirklich ziemlich menschenverachtend. Dabei gibt es nicht soviel brutale Effekte zu sehen, sondern es ist mehr die Brutalität der Charaktere, die einen schon abstösst.
In der richtigen Stimmung vermag der Film aber mehr zu unterhalten, als nüchtern betrachtet.
Screenshots: Mad Max und Kollege in ihren heissen Leder-Outfits...

Der Anführer der "Glory Riders".

angeschaut am: 5.01.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 7 von 10 Punkten
Labels: 1970er, Australien
06 Februar 2006
Apokalypse Eis - BRD/USA 2003
OFDB-LinkGenre(s): Abenteuer / Action / SciFi
Laufzeit: ca. 91 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Die Welt im Jahre 2013. Ein Meteorit rast auf die Erde zu. Errechneter Aufschlagspunkt: Europa. Berlin wird evakuiert... Ganz Europa ist von Eis- und Schneemassen bedeckt. Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Für die Menschheit geht es um Leben und Tod. Hat die menschliche Spezies eine Chance, diese globale Katastrophe zu überleben? 3 Jahre nach dem Impact: Den wenigen Überlebenden wird in Tanger/Afrika das Gastrecht gewährt. Unter ihnen auch die Wissenschaftlerin Anna Starndorf. Die Menschen in Tanger stehen aber bereits vor der nächsten Katastrophe. Durch die Verschiebung des SolStar2-Satelliten wird Tanger und somit 4,5 Millionen Menschenleben von dessen Laserstrahl bedroht. Deshalb macht sich Anna Starndorf mit einer Expedition auf den Weg durch das zerstörte Berlin, um den Code des Satelliten zu knacken. Dabei trifft sie auf ihrer abenteuerlichen Reise unerwartet auf Überlebende...
Kritik:
Im Schatten von The Day after tomorrow versuchte RTL hier einen TV-Erfolg mit dem Thema Klimawandel zu landen. Und weil man längst nicht so viel Geld wie Hollywood für Spezialeffekte hat, hält man sich kaum mit der Katastrophe auf, sondern beschäftigt sich vielmehr mit dem Leben danach.
Und dies ist für C-Movie Verhältnisse ein echter Knaller!
So sitzt in Berlin ein verrückter Wissenschaftler am Steuer-PC des Satelliten und möchte aus einem unerfindlichen Grund die überlebenden Amerikaner in Tanger töten. Unterstützt wird er dabei von wenigen Überlebenden der Eis-Katastrophe, deren Motivation ebenso völlig unklar bleibt.
Uns erwarten dann auf der Reise nach Berlin so spannende Momente wie ein plötzlich emporwachsender Eisberg, der eines der Transportfahrzeuge beim Überqueren einer Rheinbrücke während der Fahrt aufspiesst (!) und mehrere Meter in die Höhe hebt. Ja, es ist Winter in Deutschland.

Ein Highlight des Films sollten wohl die authentischen Schausplätze sein, z.B. ein schneeverwehtes Brandenburger Tor oder der Reichstag als Hauptquartier des Professors. Nun ja, ein Schmunzeln entlockt einem sowas allemal, ebenso wie die restlichen Tricks, die vor 20 Jahren sicher noch der Hammer waren.
Besonders witzig ist der verückte Wissenschaftler Hinze, der von einem englischsprachigen Schauspieler mit deutlichen amerikanischem Akzent gespielt wird - was sowas soll, würde mich schon mal interessieren.
Die schauspielerischen Leistungen braucht man angesichts eines Drehbuchs, was auf vorgefertigte Klischeecharaktere wie z.B. biestige Soldatin, edle Wissenschaftlerin oder stummes Waisenmädchen zurückgreift, eigentlich kaum erwähnen. Die Akteure, u.a. Dean Cain und Bettina Zimmermann (siehe Screenshot rechts), haben aber genug Erfahrung (aus Serien) um es ordentlich und ansehnlich rüberzubringen.
Positiv kann man verbuchen, dass der Film zu Anfang ein hohes Tempo vorlegt und nicht langweilig wird - erst das Finale wurde dann wieder in die Länge gezogen bis zum unvermeidlichen Happy End.
Vom Trashfaktor her ist dies auf jeden Fall eine totale Perle, für den Normalzuschauer sicher nicht so unterhaltsam. Deshalb ein hoher Unterschied zwischen Normal- (3 Punkte) und Promillewertung (7 Punkte).
Screenshots: Der Reichstag als zugeschneite Computer-Animation.

RTL weiss, was es seinen Zuschauern schuldig ist.

Ein plötzlich emporschiessender Eisberg spiesst den Schneepanzer auf!

Dean Cain schiesst...

...und der Statist mimt den sterbenden Schwan.

angeschaut am: 6.01.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 7 von 10 Punkten
Labels: 2003, Deutschland, Europa
05 Februar 2006
Singles haben's auch nicht leicht - USA 1971
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 72 Min.
Altersempfehlung: FSK 0
Inhalt:
Larry Hackett (Hal Holbrook) ist frisch geschieden. Schon bald wird der begehrte Single von zwei Frauen umschwärmt: Die temperamentvolle Studentin Jackie (Margot Kidder) verspricht jede Menge Aufregung, die etwas ältere und ruhige Evelyn (Barbara Rush) dagegen Geborgenheit. Larry entscheidet sich zunächst für Jackie, ist aber schon bald unzufrieden.
Kritik:
Das 70er Feeling ist anfänglich ganz witzig. Auch gibt es einige subtile Scherze, wie eine Singlebar, in der eine Folksängerin Jammerlieder über Liebeskummer singt, während die Gäste wild feiern. Oder ein Mädchen, dem Larry einen Drink spendiert und sie danach nicht mehr los wird. Als sie gehen, gibt es folgende Szene (sinngemäß):
Sie: Ich habe mich hier wundervoll amüsiert, obwohl ich zum ersten Mal hier war! Tschüss! (in die Bar rufend)
Barkeeper: Auf Wiedersehen, Beverly. (scheint seinen Stammgast zu kennen...)
Leider verflacht die Story dann ziemlich, als Larry sich mit den beiden Frauen einlässt. Es fehlt an Glaubwürdigkeit, dass Larry sich solange auf die Spielchen der Jüngeren einlässt.
Fazit: TV-Movie aus den 70ern, was man eher meiden sollte. Der Seventies-Stil ist allerdings ganz lustig anzusehen.
Screenshots: Hal Holbrook - links bieder, rechts im Aufreiss-Hippie-Outfit.

Dazu das passende Aufreiss-Mobil. (Man beachte die Oma links)

Barbara Rush als Evelyn, eine gesetzte Dame.

Im Gegensatz dazu ihre jüngere, promiskuitive Konkurrentin Jackie (Margot Kidder).
Was so eine schicke Brille doch ausmachen kann!

angeschaut am: 17.01.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
04 Februar 2006
Die Drei Tage des Condor - USA 1975
OFDB-LinkGenre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 112 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Joe Turner ist Angestellter der "Amerikanischen Gesellschaft für Literaturgeschichte". Hinter diesem harmlosen Namen verbirgt sich in Wirklichkeit eine Außenstelle des CIA. Turners ausgefallener Job besteht darin, aus Manuskripten verschlüsselte Hinweise geheimer Organisationen zu entziffern. Eines regnerischen Tages besorgt er für sich und seine Kollegen Sandwiches zum Mittagessen. Als er von seinem kleinen Spaziergang zurückkommt, findet er sämtliche Mitarbeiter erschossen vor. Turner taumelt entsetzt auf die Straße und meldet den schockierenden Vorfall unter seinem Decknamen "Condor" in der CIA-Zentrale. Ihm wird geraten, unter gar keinen Umständen zu sich nach Hause zurückzukehren, sondern unterzutauchen und sich beim stellvertretenden Direktor des CIA zu melden. Von diesem erhält Turner den Befehl, sich mit seinem alten Freund Sam Barber zu treffen. Doch der vermeintliche Informationsaustausch entpuppt sich als Falle: Barber wird erschossen, Turner entkommt. In seiner Verzweiflung kidnappt er kurzerhand die hübsche Fotografin Kathy Hale und zwingt sie, ihn in ihrer Wohnung zu verstecken, bis er mehr über die verwirrenden Geschehnisse herausfinden kann. Kathy ist zuerst nicht sehr kooperativ, doch bald fasst sie Vertrauen zu dem geheimnisvollen Fremden, der in Lebensgefahr zu schweben scheint und ihre Hilfe braucht.
Kritik:
Dieser Agententhriller beginnt mit einer furiosen Eröffnungssequenz, wenn nämlich Killer das Tarnbüro in einer Blitzaktion von den Mitarbeitern säubern. 7 Menschen werden getötet, nur "Condor" kommt zufälligerweise mit dem Leben davon.
Schnell stellt sich heraus, dass der Auftrag für die Morde aus der Organisation selber kommen muss. Condor kann und will keinem mehr vertrauen, nachdem ein Freund bei einem Treffen ebenfalls getötet wurde.
Doch leider versandet die Story dann mehr und mehr. Der Analytiker Condor wächst über sich hinaus, spielt mit den Killern und deckt schliesslich die Hintergründe auf. Diese sind allerdings nicht wirklich schlüssig. Laut Auflösung ging es nur um vage Planspiele der CIA, doch leuchtet mir nicht ein, warum man ein Killerkommando schickt, um Condor, der den Plänen durch seine Analysen zufällig nahe kam, und seine Kollegen zu töten. Auch eine menschenverachtende Organisation, wie ein Geheimdienst, kann doch kein Interesse daran haben sein Humankapital zu dezimieren, für nichts.
Dann auch die Romanze mit Kathy (Faye Dunaway), die von Turner/Condor unter Waffengewalt gezwungen wird, ihm zu helfen. Nach einiger Zeit in seiner Gewalt flirtet sie ihn plötzlich an, sie haben Sex und sie eröffnet ihm, dass sie ihr Leben mit ihm verbringen will. Das kommt auch für eine psychisch labile Person, die sie offensichtlich sein soll, etwas überraschend.
Auch so legt der Film leider nicht besonders klar dar, wie Condor dann letztlich dahinterkommt, was er als nächstes tun soll. Man kann sein Handeln teilweise nicht nachvollziehen. Insofern tut das dem Film, der wirklich gut und atmospärisch anfängt, nicht allzu gut.
Schauspielerisch gibt es nichts zu beklagen. Sehr gut ist Max von Sydow als sanfter Auftragskiller, der Sympathien für seine schlaue Zielperson entwickelt.
Das politische Motiv des Films, dass man auch dem eigenen Geheimdienst nicht vertrauen kann, hat in den 30 Jahren seit Entstehung sicher einiges an Brisanz verloren. So ist man heutzutage wohl nicht besonders überrascht, wenn man von den eigenen Leuten verraten wird.
angeschaut am: 26.01.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
03 Februar 2006
Ein Ungleiches Paar - USA 2003
OFDB-LinkGenre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 94 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Nach einer spektakulären Verfolgungsjagd durch Prag schafft es der action-energetische CIA-Agent Steve Tobias gerade noch rechtzeitig nach Chicago zu kommen. Die Hochzeit seines Sohnes steht kurz bevor und Steve soll nun endlich Jerry, den Vater der Braut, kennen lernen. Der ist spießig-verklemmter Fuß-Doktor und von Steves draufgängerischem Lebensstil wenig angetan. Er fällt aus allen Wolken, als er noch am gleichen Abend in die halsbrecherischen Undercover-Aktionen von Steve verwickelt wird: Entführt in Barbra Streisands Privatjet landet er in Frankreich, muss sich vor lüsternen Anmachversuchen eines hochkriminellen Waffenschmugglers retten und ist selbst vor dem FBI nicht mehr sicher! Als dann auch noch die Hochzeit ihrer Kinder in Gefahr gerät, wird dem ungleichen Paar klar: Die Welt zu retten ist Familiensache!
Kritik:
Eine, wie ich finde, überdurchschnittliche Komödie, die einerseits eine Parodie auf James Bond Filme bietet und andererseits ein sehr lustiges Buddy-Element hat.
So ist das Zusammenspiel der völlig unterschiedlichen Väter wirklich hervorragend gelungen. Besonders Albert Brooks als überängstlicher Jerry ist wirklich komisch geraten. Wenn er sich als "fette Kobra" in Waffenschieberkreisen beweisen muss und langsam aus sich herausgeht kann man sich toll amüsieren.
Die Produktion ist dabei sehr solide geraten, d.h. die Rollen wurden richtig gut besetzt, das Drehbuch ist auch gut gelungen und gleitet nie zu sehr ins Unglaubwürdige bzw. Slapstick ab. Auch die Optik und der Soundtrack unterstützen den Film.
Kurzum eine richtig unterhaltsame Parodie!
Screenshots: Die Familien beim Essen - es gibt die Spezialität des Hauses, eine Riesenschlange!

Jerry (Albert Brooks) erlebt mit Steve (Michael Douglas) so einiges.

Unter anderem lernt er getarnt als "fette Kobra" einen Waffenschmuggler kennen.

angeschaut am: 21.01.2006 (insgesamt 2x gesehen)
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
02 Februar 2006
Aegis - JAP 2005
OFDB-LinkGenre(s): Action / Drama / Krieg / Thriller
Laufzeit: ca. 127 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: Japanische Originalfassung mit engl. Untertiteln
Inhalt:
Terroristen bringen gemeinsam mit rechtsgerichteten Offizieren ein japanisches Kriegsschiff mit Aegis-Verteidigungssystem unter ihre Gewalt. Ziel der Aktion ist die Erpressung der Regierung auf Veröffentlichung unangenehmer Geheiminformationen. Mit an Bord ist gestohlenes Nervengas, mit dem man im Nu die Bevölkerung Tokios ausradieren kann.
Neben einem Agenten des Marinegeheimdienstes DAIS stellt sich auch der Chief Petty Officer des Schiffes den Terroristen entgegen und versucht die Katastrophe zu verhindern.
Kritik (teilweise mit Spoilern!):
Auch in Japan kennt man Alarmstufe Rot und The Rock und dachte sich "Warum nicht unsere Version davon verfilmen?". So hat sich dieser Film großzügig bei den bekannten Vorbildern bedient. Leider hält man sich in punkto Bombast-Action etwas zurück, sondern verlegt sich mehr auf Gefechte an Bord des Schiffes.
Dabei kommt leider wieder eine japanische Unart zum Vorschein, nämlich Menschen, die schwere Verwundungen zu leicht wegstecken. So werden zum Schluss praktisch alle wichtigen Personen angeschossen, scheinen tot, und stehen dann wieder auf um ihre Missionen zu Ende zu bringen. Grade unser Hauptheld kriegt drei Kugeln und einen Messerstich in den Bauch ab, und überlebt trotzdem. Das ist mir persönlich dann immer des Guten zuviel.
Die gezeigte Action ist ordentlich in Szene gesetzt, aber man hat schon besseres gesehen, auch aus Asien.
Der Film versucht einigermassen realistisch zu bleiben und widmet sich, mehr als die Vorbilder, den einzelnen Charakteren. Sehr gut gefiel mir dabei der Hauptdarsteller, der sehr glaubhaft rüberkommt (bis auf die späteren Verwundungen).
Leider ist der Film völlig vorhersehbar. Man weiss praktisch von Anfang an, dass es zur Spaltung zwischen Offizieren und Terroristen kommen wird, die die Katastrophe dann letzlich noch abwendet.
So bleibt denn ein unterdurchschnittlicher Film, der nicht gut genug von seinen Vorbildern klaut, um diese annähernd einzuholen.
Screenshots: Der Geheimdienst hält die Regierung auf dem Laufenden.

Der Geheimagent bringt den CPO in Sicherheit...

...vor einer der Terroristinnen.

Selber schwer durchlöchert erfüllt der CPO noch seine Pflicht.

angeschaut am: 15.01.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
Labels: 2005, Asien, Japan, Originalsprache
01 Februar 2006
Der Menschliche Makel - USA 2003
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 103 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Der Universitätsprofessor Coleman Silk steht vor dem Nichts. Ein einziges unbedachtes, angeblich rassistisches Wort genügte, um sein Leben zu zerstören. Sein glänzender Ruf ist verloren, seine lange Karriere beendet und seine Frau stirbt, da sie die Anfeindungen und den Druck ihrer Umwelt nicht mehr erträgt. Was niemand weiß, Silk hat einen dunklen Fleck auf seiner blütenweißen Weste. Am Anfang seiner Laufbahn hatte er beschlossen, seine wahre familiäre Abstammung hinter einer erfundenen Lebensgeschichte zu verstecken. Doch diese Fassade bröckelt immer mehr, und Silk begreift, dass er sich seiner Lebenslüge stellen muss. Ein neues und intensives Verhältnis zur Hausmeisterin seines Campus bestärkt ihn dabei. Zwischen Faunia Farley und Silk entwickelt sich trotz aller Unterschiede eine tiefe Beziehung. Doch auch Faunia wird von ihrer Vergangenheit und ihrem ganz privaten Drama eingeholt. Der Kampf um ihre Liebe wird für Coleman und Faunia zum Kampf auf Leben und Tod.
Kritik:
Literaturverfilmungen sind immer schwer umzusetzen und reichen selten an das Buch heran. Problem ist praktisch immer die gebotene Kürze eines Films zu beachten.
So ist dieser Film dann auch recht anspruchsvoll für diejenigen, die, wie ich, das Buch nicht kennen. Schnell und ruckartig werden die Episoden anfangs erzählt und es braucht einige Zeit, bis man sich in die Zusammenhänge hineingefunden hat. Doch dann erwartet einen ein grosses Drama, eine moderne griechische Tragödie, in der man vielschichtige, schwierige Charaktere kennenlernt.
Diese werden hervorragend von Schauspielgrössen wie Anthony Hopkins, Nicole Kidman, Ed Harris und Gary Sinise verkörpert. Es ist nicht ganz einfach Sympathien für die gescheiterten Existenzen aufzubringen, doch mit der Zeit gelingt es.
Fazit: Sehr anspruchsvolle Literaturverfilmung, die sicher nichts für den Mainstream-Zuschauer ist.
Screenshots: Anthony Hopkins als Coleman Silk.

Nicole Kidman als Faunia Farley.

angeschaut am: 6.01.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
