30 April 2006

 

Highwaymen - CAN 2003

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Genre(s): Action / Thriller
Laufzeit: ca. 77 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Zwei besessene Männer sind gefangen in einem eskalierenden Teufelskreis aus Rache und Gewalt. Seit fünf Jahren verfolgt Renny Cray (Jim Caviezel) den Mörder seiner Frau. Der psychopathische Killer (Colm Feore) tötet bevorzugt auf Autobahnen und richtet Frauen mit seinem frisierten Cadillac geradezu hin. Nun ist er ihm ganz dicht auf der Spur – und hat das einzige Opfer (Rhona Mitra) ausfindig gemacht, das die Attacke des Psychopathen überlebte. Mit ihrer Hilfe möchte er den Mörder endlich ausschalten, doch dazu muss er sie beide in Lebensgefahr bringen.

Kritik:
Der Film startet recht interessant mit einem beklemmenden Unfall in einem Tunnel. Doch die aufkommende Spannung durch die Attacken des Todesfahrers nimmt stark ab, nachdem sich die Charaktere von Jim Caviezel und Rhona Mitra zusammentun.
Auch Action-seitig tut sich nach dem furiosen Start recht wenig und so hofft man auf ein tolles Finale, um dann leider ziemlich enttäuscht zu werden. Denn zum Schluss geht alles ziemlich schnell und unspektakulär zu Ende.

Trotz der extrem kurzen Laufzeit (um die 73 Min. ohne Abspann) kommen streckenweise Längen auf. Man hätte eindeutig mehr aus dem Film herausholen können, denn die Autoszenen sind gut gemacht und haben einen satten Sound. Davon hätte der Film noch mehr gebraucht.
Die Story selber ist wenig glaubwürdig, aber für einen Action-Reisser schon ok.

Jim Caviezel gefiel mir schauspielerisch am besten. Die anderen Charaktere bleiben flach. Rhona Mitra sieht gut aus, aber fiel hergeben tut ihre Rolle nicht.

Alles in allem kein Film, der einem lange im Gedächtnis bleiben wird. Schade, denn hier waren gute Ansätze erkennbar.

Screenshots: Das Unfallopfer Molly (Rhona Mitra) wird betreut.


Cray (Jim Caviezel, rechts) will Rache für den Tod seiner Frau.


angeschaut am: 30.04.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

29 April 2006

 

Casanova - USA 2005

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Genre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 111 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
Im Venedig des 18. Jahrhunderts sitzt dem legendären Schürzenjäger Giacomo Casanova (Heath Ledger) die Inquisition im Genick. So folgt Casanova dem Rat des befreundeten Dogen, sich zwecks bürgerlicher Reputation eine Ehefrau zuzulegen. Mehr als die jungfräuliche Victoria (Natalie Dormer), die er zur Frau nimmt, reizt den Schwerenöter aber die selbstbewusste Francesca (Sienna Miller). Die jedoch schmettert seine Avancen kaltblütig ab. Solchermaßen im Ehrgeiz gekitzelt schmiedet Casanova einen tolldreisten Plan.

Kritik:
Casanova musste ja schon für diverse Produktionen herhalten. Was mir an dieser schmerzlich gefehlt hat, ist die Erotik. Anfangs sieht man ihn zwar bei Eroberungen in einem Nonnenkloster, aber es bleibt alles im Rahmen von FSK 6. Mich hätte einfach mal wieder eine nette, erotische Komödie gefreut, wie es sie z.B. 1976 mit Casanova & Co. gab.
Nun hier gibt es bei Casanova nach der Einleitung sehr schnell den Wechsel vom Frauenhelden zum Romantiker, der endlich die Eine fürs Herz findet. Was dann folgt sind ganz nette Verwechslungsspielchen, die aber allesamt sehr harmlos bleiben. Das Ende ist schon total früh vorauszuahnen.

Letztlich gab mir der Film für eine romantische Komödie zu wenig Romantik her und für eine Komödie kaum Lacher. Am ehesten in Erinnerung bleiben mir noch, der stets gut-agierende Oliver Platt als Schmalz-Industrieller und Lena Olin, die in Sachen Schönheit und Sex-Appeal ihrer "Tochter" Sienna Miller in nichts nachsteht. Letztere fand ich übrigens als Objekt der Begierde erstaunlich durchschnittlich, da hat sie bei mir zuletzt in Layer Cake, obwohl nur in einer Nebenrolle, erheblich mehr Eindruck hinterlassen.
Noch erwähnenswert ist sicherlich Tim McInnerny als der Doge von Venedig in einer Nebenrolle. Jeremy Irons als Inquisitor hat ein paar nette Ansätze, leider bleibt seine Rolle aber zu unbedeutend.

Toll ist sicher das Bühnenbild mit dem herrlichen Venedig und die wunderbaren Kostüme, nur reicht das selten als Motivation, um einen Film anzusehen.

Die 2005er Version von Casanova bleibt mir persönlich viel zu brav. Und da sie auch in Sachen Liebe und Witz nicht über Durchschnitt herauskommt, bleibt ein durchschnittlicher Gesamteindruck, den ich mit 5 Punkten bewerte.

Screenshots: Casanova (Heath Ledger) und sein treuer Diener.


Casanova's plötzliche große Liebe: Francesca (Sienna Miller).


angeschaut am: 26.04.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

27 April 2006

 

Spiel mir das Lied vom Tod - ITA 1968

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Genre(s): Western
Laufzeit: ca. 158 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Die Ex-Prostituierte Jill kommt aus New Orleans in den Westen, um an der Seite des Farmers McBain ein neues Leben zu beginnen. Doch ihr Mann ist tot, ermordet von den Chefs der Eisenbahngesellschaft, auf deren zukünftiger Trasse er siedelte. Jill denkt nicht daran, klein beizugeben, und nimmt auf eigene Faust den Kampf um das Land auf. Ein gutmütiger Outlaw und ein geheimnisvoller Fremder, der mit dem Oberkiller der Eisenbahner noch eine Rechnung offen hat, kommen ihr dabei zu Hilfe.

Kritik:
Spiel mir das Lied vom Tod ist nicht zu Unrecht ein legendärer Western. Das liegt zum einen am Soundtrack von Ennio Morricone, der einfach nur der Hammer ist, auch nach 38 Jahren. Zum anderen natürlich am Vermögen des Regisseurs Sergio Leone, der hier eher grosse Kunst, als nur einen gewöhnlichen Western abliefert.
Es wird unheimlich viel Zeit auf die Szenarien verwendet, was teilweise schon quälend für den Zuschauer wird, bis die Erlösung in Form eines Shootouts kommt. Dann gibt es massig Close-Ups, im Finale wird als Krönung dann noch näher an die Gesichter gezoomt.

Die Geschichte selber ist, trotz der enormen Laufzeit, eigentlich recht einfach gehalten, wie die meisten Western, bietet aber doch einige Dinge zum Nachdenken. So ist wieder klar erkennbar, wie der Italo-Western sich mit den negativen Seiten des "wilden Westens" beschäftigt. In diesem Fall schön zu sehen an den skrupellosen Eisenbahnern - Großkapitalisten, die alle Probleme mit Geld aus dem Weg räumen, bzw. mit gemieteten Killern. Dagegen mutiert der eigentliche Lokal-Bösewicht Cheyenne direkt zum Helden. Auch Claudia Cardinale (siehe Bild rechts) ist nicht die typische Westernfrau, die edel, aber hilflos ist. Sie ist eine Ex-Prostituierte, die mit klarem Verstand und ohne Illusionen versucht zurechtzukommen.

Das Töten selber, was in vielen Western ein wichtiger Bestandteil ist, wird hier teilweise eher beiläufig abgehandelt, z.B. bei Cheyenne's Ausbruch aus dem Gefängnis-Waggon, wo man nur haufenweise Leichen sieht, während an anderer Stelle die Wirkung umso härter ist, wenn z.B. anfangs die McBain-Familie ermordet wird.
Ich muss allerdings schon insofern Kritik üben, dass mir persönlich die Laufzeit einfach zu lang geraten ist. Hier wäre eine Straffung angenehmer gewesen, aber das ist mein persönlicher Geschmack, der mehr kurze, knackige Filme mag.

Die schauspielerischen Leistungen fand ich durch die Bank sehr gut, aber von der Darstellerriege erwartet man auch nichts anderes.

Fazit: Meisterwerk des Genres, das teilweise etwas zäh daherkommt, aber trotzdem ein absoluter Pflichtfilm ist. Meine Wertung: 8,5 Punkte.

Screenshots: Cheyenne und der Mundharmonika-Spieler treffen das erste Mal aufeinander.


Der eiskalte Killer Frank (Henry Fonda) und sein mundharmonika-spielender Widersacher (Charles Bronson).


Finaler Shootout und nochmal die schöne Claudia Cardinale.


angeschaut am: 26.04.2006 im KellerKino
Normale Wertung: 8,5 von 10 Punkten

25 April 2006

 

Hudsucker - Der große Sprung - USA/GB 1994

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Genre(s): Satire / Komödie / Drama
Laufzeit: ca. 103 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
1957: Nachdem sich Firmengründer Waring Hudsucker aus dem 44. Stock des Hudsucker- Gebäudes gestürzt hat, will Vize Mussburger die Aktien sinken lassen, um sie schließlich selbst aufkaufen zu können: Er setzt den völlig unbedarften Poststellenarbeiter Norville Barnes an die Spitze von Hudsucker Industries. Doch Barnes erfindet kurzerhand den Hula-Hoop-Reifen und rettet Hudsucker. Da greift Mussburger zu vollends unlauteren Methoden und der alte Waring selbst muß als Engel eingreifen.

Kritik:
Die Coen-Brüder lieferten mit Hudsucker ihre erste Major-Produktion ab. Ihre Handschrift trägt der Film dann auch, mit einem einfach gestrickten Helden und jeder Menge skurriler Figuren.
Der Film ist dabei in erster Linie eine Satire auf das Corporate America, mit der Hudsucker Firma als exemplarischem Unternehmensmoloch, in dem alles bis ins kleinste reguliert ist. Die Szene mit dem blauen Brief ist dementsprechend übertrieben inszeniert, aber wirklich sehr witzig gemacht. Ansonsten finden sich noch genügend Stellen, die zeitlos zutreffend sind und einen zum Schmunzeln bringen.

Der ganze Film schiesst leider oft ein wenig übers Ziel hinaus und übertreibt zuviel. Beispielsweise die ganze Schlußsequenz, als sich "Engel" einmischen.
Das zieht für mich den Film ein wenig runter, der ansonsten gute Ansätze zeigt. Auch die Lovestory zwischen Einfallspinsel Barnes und Jennifer Jason Leigh als zynischer Reporterin ist gut gelungen.

Alles in allem ein typisches Einstandswerk - gute Ansätze, aber noch lang nicht so ausgereift wie die späteren Meisterwerke der Coen-Brüder.

Screenshots: Poststellenarbeiter Norville Barnes (Tim Robbins) und Vorstandsvize Mussburger (Paul Newman).


angeschaut am: 28.03.2006
Normale Wertung: 5,5 von 10 Punkten

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24 April 2006

 

Syriana - USA 2005

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Genre(s): Drama / Thriller
Laufzeit: ca. 128 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Der reformfreudige arabische Prinz Nasir (Alexander Siddig) vergibt die Rechte zur Ölförderung und -produktion in seinem Heimatland lieber an die meistbietenden Chinesen und nicht an Connex, die Firma des smarten US-Geschäftsmannes Pope (Chris Cooper). Daraufhin schickt die CIA mit Bob Barnes (George Clooney) ihren besten und vielleicht auch verrücktesten Mann, um das Problem zur Not auf handfeste Art aus der Welt zu schaffen. Doch die Verhältnisse vor Ort sind komplizierter als erwartet.

Kritik:
Syriana zeigt anhand mehrerer Handlungsstränge den Einfluss von Ölgeschäft/Kapitalismus auf verschiedene Menschen.
Diese Erzählweise ist auch das grosse Problem des Films, denn es fehlt ein ernsthafter roter Faden, der sich durchzieht. Zu stark abgegrenzt sind die Charaktere voneinander. Dies wiederum wirkt sich doch negativ auf die Spannung aus. So fehlt dem Film auch ein richtiges Ende - einige Figuren sterben und wir verlassen ihr Leben wieder.
Das Ganze wirkt einfach zu sehr wie ein moralisches Lehrstück, weniger wie ein unterhaltsamer Film. So ist dann z.B. auch eine Szene total lächerlich, als ein Beamter einen Vortrag über Korruption hält und dabei auf einem öffentlichen Platz rumschreit - totales Overacting.

Positiv zu nennen ist sicher der recht neutrale Ansatz, der zeigt, dass die skrupellosen Geschäftemacher überall zuhause sind. Die schauspielerischen Leistungen sind auch in Ordnung, am ehesten fällt noch George Clooney auf, der für seine Rolle einen Oscar bekam. Sein Spiel ist gut, aber der Oscar scheint mir übertrieben.

Letztendlich bleibt ein handwerklich gut gemachter Film, der an seiner Erzählweise scheitert. Überdurchschnittlich, aber unter seinen Möglichkeiten. Wie man eine politische Message auch spannend rüberbringen kann, zeigte jüngst Lord of War.

Screenshots: Bob Barnes (George Clooney), Prinz Nasir (Alexander Siddig) und dessen Wirtschaftsberater (Matt Damon) begegnen sich im Aufzug.


Barnes und seine CIA haben eine Rakete "verloren", die sich nun in den Händen von Terroristen befindet, was aber niemand ausser Barnes kümmert.


Amanda Peet als Ehefrau vom Finanzier Matt Damon, der Prinz Nasir berät.


angeschaut am: 23.04.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

23 April 2006

 

Weiblich, ledig, jung sucht…2 - USA 2005

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Genre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 88 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Mit der besten Freundin findet PR-Agentin Holly Parker ihren Verlobten im Bett und könnte nun dringend eine neue Bleibe gebrauchen. Fündig wird sie bei der lieb wirkenden Tess, die gerne ihre Altbauwohnung mit ihr teilen und sofort ihre beste Freundin werden möchte. Daß mit Tess nicht alles koscher ist, dämmert Holly spätestens, als Tess beginnt, sich wie sie zu kleiden, zu schminken und ihre privaten Konflikte auszufechten. Als Tess wiederum Hollys wachsendes Misstrauen bemerkt, wandelt sich Freundschaft in nackten Hass.

Kritik:
Leider handelt es sich hier nicht wirklich um eine Fortsetzung zu Barbet Schroeder's Thriller aus 1992. Stattdessen ging es hier wohl um ein optimales Kosten/Nutzen-Verhältnis für die Produzenten.
So handelt es sich hier um ein billiges Remake des Originals. Das uninspirierte Drehbuch ist absolut vorhersehbar (vor allem natürlich, wenn man das Original kennt). Spannung? Fehlanzeige!
Die Figuren wirken sehr klischeehaft und unglaubwürdig. (unterstützt von grusligen Perücken)

Einzig positiv sind die hübschen Darstellerinnen, die sich vor allem anfangs auch ein wenig erotisch gebärden, aber passenderweise auch beim Sex nicht wirklich etwas von sich zeigen - der Film soll ja schliesslich im amerikanischen Fernsehen laufen dürfen. Ebenso niedrig ist auch Gewaltfaktor.
Die schauspielerischen Leistungen, wie der gesamte Film, bewegen sich dabei auf dem Niveau eines TV-Movies.
Besonders enttäuschend fand ich das schwache Finale in einem Hausflur. Auch ein (obligatorischer) Schlusstwist wirkt nur peinlich statt überraschend.

Fazit: Ein Remake das sich als Fortsetzung bezeichnet. Auch sonst wird man mit dem schönen Schein gelockt, ohne etwas zu bekommen.
Spart euch das Geld und eure wertvolle Zeit für vernünftigere Filme. 2,5 Punkte, die es hauptsächlich für die hübschen Darstellerinnen gibt, die wenigstens in Sachen Optik für diese Billigproduktion punkten können.

Screenshots: Holly Parker (Kristen Miller, rechts) und ihre...


...Kollegin Jan Lambert (Brooke Burns) liefern sich einen Zickenkrieg...


...um Beförderung und Holly's Freund.
(Mehr als hier gibt's übrigens nicht zu sehen).


Holly sucht für ihre neue Freundin Tess (Allison Lange) etwas zum Anziehen raus.


Die entpuppt sich nach kurzer Zeit als SM-Fan und Psycho-Bitch.


angeschaut am: 18.04.2006
Normale Wertung: 2,5 von 10 Punkten

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22 April 2006

 

Pura vida Ibiza - Ab auf die Insel! - BRD 2004

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Genre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 92 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Seit ihrer Schulzeit sind sie praktisch unzertrennlich: Der schüchterne, aber clevere Nick (Michael Krabbe), der talentierte Rauschmitteltester Felix (Tom Wlaschiha) und der höchst unglücklich verliebte Ben (Kristian Erik Kiehling). Nach glücklich vollbrachtem Schulabschluss gilt es nun, vor dem Ernst des Lebens noch einmal mächtig die Sau raus zu lassen. Jobs als Urlaubsanimateure im Club Octopus auf Ibiza versprechen Spaß und Geld gleichzeitig, doch zunächst will die peinliche Auswahlprozedur überstanden werden...

Kritik:
Ich gehe mal davon aus, dass jeder, der sich Pura vida Ibiza freiwillig ansieht, sich nichts anspruchsvolles erwartet, sondern eher eine Proll-Komödie, wie Ballermann 6. An letzteren kommt man aber nicht ran, was schon einiges heisst.
Es gibt die volle Ladung Prolls, unter anderem mit den klischeehaften Helden des Films, die man leicht in die Kategorien liebenswerter Pechvogel, sexgeiler Aufreisser und schüchterner Intellektueller einteilen kann. Dazu noch diverse Nebencharaktere, wie den taxifahrenden Dopefreak, die dominante Club-Chefin (Katja Flint - wie hat man die nur zum Mitmachen bewegt?) oder den arroganten DJ, der den love interest in Beschlag nimmt.

So flach wie die Charaktere bleibt dann auch der Humor, der am liebsten über die bekannten Ekelwitzchen erzeugt wird. Tom Gehrhardt bei seinem Gastauftritt als durchgeknallter Personalchef, der ständig furzt, ist dabei noch eines der Highlights. Die Hauptcharaktere können überhaupt nicht punkten und als Zuschauer hat man in dieser Komödie selbst alkoholisiert nix zu lachen.
Die Handlung ist absolut vorhersehbar. Aber anstatt in der Tradition von Eis am Stiel die Gagarmut mit schönen (nackigen) Mädels aufzulockern herrscht hier Fehlanzeige. Alles bleibt total harmlos, so dass die FSK 12 Einstufung nicht verwundert.

Ich spare mir weitere Worte, denn Pura vida Ibiza ist einfach nur schlecht, selbst wenn man solch simpel gestrickten Komödien eine Chance geben will.
Statt dieses Flops sollte sich der Genrefan lieber eines der gennanten Vorbilder noch mal ansehen.

Screenshots: Die drei Freunde haben die Idee...


...ab auf Ibiza und Animateur werden...


...und nebenbei dem coolen DJ die Freundin ausspannen.


Katja Flint als dominante Club-Chefin.


angeschaut am: 1.04.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 3 von 10 Punkten

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21 April 2006

 

Demonlover - FRA 2002

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Genre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 116 Min.
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
Die schöne Diane hat sich mit List und Tücke an die Spitze eines Film-Konzerns hochgearbeitet und soll hier einen wichtigen Internet-Porno-Deal unter Dach und Fach bringen. Als sie entdeckt, dass einer ihrer Partner in spe eine illegale Folterseite betreibt, wird sie selbst Opfer einer perfiden Intrige und gerät in einen Strudel sadomasochistischer Abhängigkeiten.

Kritik:
Demonlover startet als Wirtschaftskrimi. Der Film nimmt sich viel Zeit um die Wirtschafts-Spionin Diane einzuführen, die von der Konkurrenz bezahlt wird, um Vertragsverhandlungen in der Anime-Branche zu sabotieren. Genauer gesagt handelt es sich um Hentai, also pornographische Animes für Erwachsene und dazugehörige Webseiten.
Man beginnt sich schon ein wenig zu fragen, wohin der Film eigentlich steuert, als das Handlungstempo sich plötzlich verschärft. Diane wird entdeckt, es kommt zu Gewalttätigkeiten und man erpresst sie.
Im Schlussdrittel nimmt der Film dann eine ziemliche Wendung und steuert auf ein Ende zu, dass leicht erahnbar ist.

Man merkt dem Film die Ambitionen an, die jedoch leider ins Leere laufen. Zunächst fällt es schon mal recht schwer einen Zugang zu bekommen. Hauptproblem des Films scheint mir, dass die Hauptfigur Diane (aber auch ihre Kollegen) unsympathisch ist, und man deshalb kein besonderes Interesse an ihrem Schicksal hat.
Dazu kam bei mir, dass ich die Handlung ein wenig unglaubwürdig fand. Ab der Stelle, als die Gewalttätigkeiten zunahmen schien es mir immer schlimmer zu werden. Der Film entfernte sich zunehmend vom Wirtschaftsthriller und steuerte in eine surreale SM-Szene.
Positiv formuliert würde ich sagen, dass man versucht hat dem Film eine gewissen David Lynch-Touch zu geben.
Negativ formuliert scheint der Drehbuchautor sich mit den angestrebten Themen übernommen zu haben.

Der Film zieht sich einfach zu zäh dahin, vor allem anfänglich, wenn ewig die Verhandlungen in Tokio gezeigt werden.
Zum Schluss hingegen scheint der Film den Zuschauer dann nur noch schocken zu wollen, was nicht besonders gut klappt und im totalen Kontrast zum vorherigen Stoff steht. So crasht die Bewertungskurve denn auch zum Schluss erst so richtig nach unten.
Die FSK 18 Einstufung ist sicher schmeichelhaft. Bis auf einige Porno-Einblendungen (die gepixelt sind) aber eigentlich nicht nötig.

Fazit: Ein unausgegorener Thriller, der seine Schwächen mit Tabuthemen wie extremem SM und unausgesprochenen Snuff-Theorien überspielen will. Muss man keinesfalls gesehen haben.

Screenshots: Zunächst stehen Verhandlungen...


...in Tokio an, für Diane und ihren Kollegen.


Gina Gershon als zwielichtige Geschäftsfrau.


Diane (Connie Nielsen) entgleitet mit Verlauf des Films...


...immer mehr die Kontrolle der Ereignisse.


angeschaut am: 1.04.2006
Normale Wertung: 3,5 von 10 Punkten

20 April 2006

 

Sinola - USA 1972

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Genre(s): Western
Laufzeit: ca. 84 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
New Mexiko, Ende des 19. Jahrhunderts: Louis Charma führt eine Gruppe von mexikanisch-amerikanischen Bauern im Kampf um ihr Land an, nachdem der Beweis ihres Besitzes bei einem Brand in dem zuständigen Gerichtsgebäude zerstört worden ist. Der reiche Frank Harlan, der ebenfalls Ansprüche an das umkämpfte Land stellt, will das Rechtsystem umgehen, indem er eine Gruppe von Killern engagiert, die Charma beseitigen sollen. Revolverheld Kidd, der Harlans Angebot zunächst ausgeschlagen hat, ändert seine Meinung, als er herausfindet, dass Charmas Pferde gestohlen sind. Doch als er sieht, wie Harlan mehrere Mexikaner erschießt, muss Kidd die Motive seines Arbeitgebers überdenken.

Kritik:
Wieder mal darf Clint Eastwood seine Paraderolle als einsamer, aufrechter Westernheld übernehmen. Er liefert wie immer eine gute Vorstellung ab, aber auch die Rollen der Bösewichter sind mit Robert Duvall als Harlan und Don Stroud als einem seiner Killer prima besetzt.
Die Story ist einigermassen spannend inszeniert, entwickelt sich anfangs aber ein wenig langsam. Dafür nimmt man sich Zeit, um die Charaktere einzuführen.
Zum Schluss steigert sich der Film nochmal mächtig, wenn das grosse Finale in der Stadt Sinola steigt. Eastwood und Charmas müssen gegen eine Übermacht antreten und sind dabei nicht zimperlich.

Ein Western, der sicher nicht an die Genregrössen heranreicht, aber dem Fan sicher gefallen wird. Eine glaubhafte Handlung (Buch: Elmore Leonard), die ansprechend in Szene gesetzt wurde.

Screenshots:





angeschaut am: 17.04.2006
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten

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19 April 2006

 

Invasion U.S.A. - USA 1985

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Genre(s): Action
Laufzeit: ca. 103 Min.
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
Als der Terroristen-Anführer Mikhail Rostov (Richard Lynch) zusammen mit einer Horde von Söldnern in den Süden der USA einfällt und damit beginnt, das Land mit einer Serie von Terroranschlägen zu überziehen, muss sich die US-amerikanische Verteidigung eingestehen, dass sie auf einen derartig plötzlichen Überfall nicht vorbereitet ist. In höchster Gefahr ist aber schnelles Handeln und hartes Durchgreifen gefordert: Ein Fall für den Ex-Agenten und Waffenexperten Matt Hunter (Chuck Norris) – einen knallharten Einzelkämpfer, der kein Erbarmen kennt. Umso weniger, als er sich seinem Erzrivalen Rostov gegenübersieht – denn die beiden haben ohnehin noch eine Rechnung miteinander offen...

Kritik:
Selten habe ich einen Film, wie diesen, gesehen, bei dem die Story nicht nur ziemlich unglaubwürdig war, sondern eigentlich totale Nebensache. In diesem Film dient sie nur dazu um die Actionszenen miteinander zu verbinden.
Aber zur Entstehungszeit Mitte der 80er war die Actionschmiede Cannon gut im Geschäft, landete ab und zu sogar Kassenknüller, brachte aber mindestens gut laufende Videothekenware auf den Markt, der noch längst nicht so anspruchsvoll war, wie heute.
Insofern ist es zu erklären, dass man rund um die Ein-Mann-Armee Chuck Norris einen Film gebastelt hat, der sich nicht wirklich mit Handlung aufhält.
So verbindet Norris und seinen Gegenspieler Rostov (den er im Film übrigens immer als Haymes bezeichnet?) eine Fehde aus vergangenen Zeiten, deren Grund nie erklärt wird. Rostov kommt dann auch mit einem Killerkommando bei Haymes vorbei und zerstört seine Fischerhütte, ohne allerdings nach Leichen zu sehen (der typische Badguy-Fehler).

Danach macht er sich an sein terroristisches Werk, was damals in den 80ern noch längst nicht solche Realität war, wie heute. So werden des Nachts Reihenhäuser von braven Vorstadtbewohnern mittels Raketenwerfer in die Luft gejagt, oder eine Bombe im Einkaufszentrum gelegt. Dem allen steht (natürlich) die Staatsmacht ohnmächtig gegenüber, weshalb Chuck Norris herhalten muss.
Dieser nimmt sich der Sache an und ist fortan auf magische Weise immer zur rechten Zeit am rechten Ort, um den Terroristen ihre Anschläge auf Kirchen und Schulbusse zu vermiesen. Dabei geht er nach dem alten Testament vor und zeigt keine Gnade - eventuelle Gefangene werden mit dem Spruch "Zeit zu sterben" ins Jenseits befördert.
Das ist natürlich politisch völlig inkorrekt, aber früher schien die extreme Art der Selbstverteidigung/-Justiz irgendwie akzeptabler als heute (man bedenke nur ähnlich gelagerte Filme wie Ein Mann sieht rot oder Die City-Cobra).

Dazwischen gibts etliche Plotholes, wie zum Beispiel eine Journalistin, die immer mal wieder auftaucht, meistens um von Hunter gerettet zu werden. Oder die anfängliche Ermordung kubanischer Flüchtlinge und der Überfall auf einen Drogendealer, die nicht so recht zu den Terroristen passen.
Nun, kommen wir zum wichtigsten, der Action. Die ist akzeptabel gemacht, punktet vor allem beim Finale, wenn es Schlag auf Schlag geht. Sicher auch für damalige Verhältnisse nicht vom Feinsten, aber durchaus unterhaltsam.
Chuck Norris als Hunter ist ziemlich cool, wirkt aber etwas zu übermenschlich. Da kam mir zu wenig Spannung auf, weil er ohne Kratzer durch jede Situation kommt.

Fazit: Wer keinen Wert auf Handlung legt, sondern einfach nur einen Actionfilm sehen will, wo man mit den Bösen nicht lange fackelt, sondern sie einfach reihenweise umlegt, der ist hier richtig. Mit ein paar Bierchen intus gibts wahrscheinlich auch was zu lachen, bei so manch unfreiwillig komischen Stellen.

Screenshots: Rostov (Richard Lynch, in der weissen Uniform) und seine Söldner metzeln zu Anfang wehrlose Flüchtlinge nieder.


Hunters Haus wird von den Terroristen zerstört.


Hunter (Chuck Norris) nimmt sich die Bösewichter der Reihe nach vor (man beachte den schmucken Uzi-Halter).


angeschaut am: 16.04.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 5 von 10 Punkten

18 April 2006

 

Der ewige Gärtner - USA/GB 2005

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Genre(s): Drama / Thriller
Laufzeit: ca. 129 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Im kenianischen Hinterland wird die übel zugerichtete Leiche der britischen Politaktivistin Tessa Quayle (Rachel Weisz) aufgefunden. Von ihrem letzten Begleiter, dem afrikanischen Arzt Arnold Bluhm (Hubert Koundé), fehlt jede Spur, was offizielle Stellen sofort als Zeichen für eine Tat aus Leidenschaft deuten. Tessas normalerweise eher zur Passivität neigender Diplomatengatte Justin Quayle (Ralph Fiennes) will sich mit derlei Erklärungsversuchen keinesfalls zufrieden geben und strengt auf eigene Faust riskante Nachforschungen an.

Kritik:
Der ewige Gärtner verbindet auf hervorragende Weise eine bewegende Liebesgeschichte und einen spannenden Thriller miteinander.
Sehr raffiniert wird die Liebe zwischen Justin und Tessa, von deren Tod wir bereits nach 2 Minuten erfahren, in Rückblenden erzählt. Dabei kommen zunächst Zweifel an ihrer Liebe auf, die jedoch mit fortschreitender Thriller-Handlung aufgeklärt werden.
Besonders gut gelungen ist die Charakterentwicklung von Justin, der zunehmend seine Passivität und Distanziertheit verlässt und Tessa's Ermittlungen wieder aufrollt. Dabei steigt die Spannungskurve im Verlauf des Films stetig an, und ohne dass irgendwelche groben Gewalttätigkeiten gezeigt werden, stellt sich ein unwohles Gefühl der Bedrohung ein. Die Angst entsteht, ohne dass irgendetwas explizit gezeigt werden muss - alleine durch die Identifikation mit den Betroffenen.

Zudem greift der Film, ähnlich wie jüngst Tränen der Sonne oder Lord of War, das Leiden der afrikanischen Völker auf, was sonst selten in unser Bewusstsein dringt. Sowohl von ausserhalb als auch von ihren eigenen Leuten werden die Menschen, die eh nichts besitzen als ihr nacktes Leben, ausgebeutet - ein Menschenleben ist nichts wert.
Dies und die tolle Liebesgeschichte machen den Film sehr bewegend. Selten erlebt man es bei einem Film, dass sich beim Zuschauen echte Trauer und Wut einstellen - dieser schafft es. Dabei wird auch nicht mit einem moralischen Zeigefinger gearbeitet - dies ist auch gar nicht nötig, das Gezeigte reicht. Ebenso wie die anrührende Liebesgeschichte, die ohne jeglichen Kitsch auskommt.

Schauspielerisch ist Ralph Fiennes dabei für mich die Idealbesetzung des stillen, introvertierten Diplomaten, der sich spürbar wandelt. Er hätte ebenso einen Oscar verdient, wie Rachel Weisz als Humanistin Tessa, die vor lauter Aktivitäten zum Wohle der Menschen ihr eigenes Wohl vergisst. Beide spielen hervorragend und bei ihr sprang dieses Jahr der Oscar als beste Nebendarstellerin heraus. Dazu kommen noch diverse sehr gute Nebenrollen, wie etwa Bill Nighy als skrupelloser Diplomat Pellegrin, oder Danny Huston als trügerischer Freund Justins.

Auch technisch finde ich den Film sehr gut gelungen. Da wäre natürlich als erstes das Drehbuch zu nennen, was Spannung garantiert und diese tollen Rückblenden ermöglicht. Grossartig gelungen finde ich dabei den Schluss (ohne etwas verraten zu wollen).
Die Handlung bleibt jederzeit glaubwürdig, und ist dadurch umso erschreckender.
Dann die Kameraführung, die immer sehr nahe am Geschehen ist, in vielen Momenten mit Handkamera arbeitet und zusammen mit sehr schnellen Schnitten die Erzählweise super unterstützt und dem Zuschauer zunehemend ein Gefühl von Paranoia vermittelt.
Zudem noch die Farbmischung, die je nach Standort variiert, sowie die grossartige Kulisse durch Afrikas vielfältige Landschaft. Dazu noch ein unaufdringlicher Soundtrack, der voll zu Afrika passt.

Der ewige Gärtner hat mich absolut positiv überrascht - ich habe ihn mir zweimal sehr kurz hintereinander angesehen und beim zweiten Mal gefiel er mir noch besser. Deshalb ganz klar 9 Punkte für diesen grossartigen Film.

Screenshots: Justin Quayle (Ralph Fiennes) und sein Diplomatenkollege und Freund Sandy (Danny Huston).


Bei Justin (Ralph Fiennes) und Tessa (Rachel Weisz) ist es Liebe auf den ersten Blick.


Gemeinsam gehen sie nach Afrika - jedoch aus unterschiedlichen Beweggründen.


Justin verfolgt eine Spur, die ihn auch nach Deutschland führt.


angeschaut am: 17.04.2006 (insgesamt 2x gesehen)
Normale Wertung: 9 von 10 Punkten

17 April 2006

 

NVA - BRD 2005

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Genre(s): Komödie / Drama
Laufzeit: ca. 94 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
"Abschied von Sex und schönen Mädchen. Abschied von Schnaps und LSD. Abschied von allem, was wir lieben. Abschied, wir müssen zur Armee". Der Text dieses Liedes, zu singen nach der Melodie "Bad Moon Rising" von Creedence Clearwater Revival sagt eigentlich alles über das Problem von Heidler (Kim Frank) und Krüger (Oliver Bröcker). Die beiden bemitleidenswerten Wehrpflichtigen müssen den eineinhalbjährigen Dienst fürs Vaterland antreten und sagen Adé zu Freundin, falschen Illusionen und Zivilisation. In manchem Falle sogar für immer.

Kritik:
Nach Sonnenallee ein weiterer Film von Leander Haußmann, der einen ostalgisch geprägten Blick auf die Details der ehemaligen DDR wirft. Diesmal geht es um den Wehrdienst in der NVA, der anhand von zwei recht unterschiedlichen Charakteren, Heidler (Kim Frank) und Krüger (Oliver Bröcker), gezeigt wird.
Für den westlichen Zuschauer am überraschendsten, dass sich der ostdeutsche Wehrdienst in der Realität kein bisschen vom westdeutschen unterscheidet. Hüben wie drüben gilt es sich anzupassen und den Schikanen der Vorgesetzten und Dienstälteren auszuweichen, sowie hauptsächlich die Zeit mit sinnfreien Tätigkeiten rumzubringen.

Der Film selber leidet leider unter dem Problem, dass die Handlung nicht wirklich durchgehend erscheint, sondern mehr episodenhaft daherkommt. Diese Episoden wirken dabei zwar oft recht unterhaltsam und lustig, verhindern aber etwas den richtigen Zugang zu den Hauptfiguren.
Wobei der Erzähler Heidler (Kim Frank) sowieso sehr blass bleibt - schwierig zu sagen, ob nicht mehr aus der Figur herausgeholt werden konnte oder sollte. Kim Frank macht seine Sache nicht wirklich schlecht, bleibt einem aber auch nicht gross in Erinnerung.
Krüger (Oliver Bröcker) dagegen gibt als Rebell, der vom System gebrochen wird, weitaus mehr her. Schauspielerisch sicher auch am herausragendsten.
Leider bleibt aber auch für ihn wenig Zeit, ebenso wie für die Liebesgeschichte zwischen Heidler und der Tochter des Obersts, die vor allem durch die Schlußnummern auf dem Wachturm sehr unglaubwürdig bleibt.
Ansonsten finden sich die Highlights bei den Nebendarstellern, vor allem der Offiziere. Diese wirken absolut lebensecht und sind wirklich sehr zum Schmunzeln geeignet.

Unterm Strich kann der Film auf alle Fälle über die ganze Laufzeit gut unterhalten. Der Soundtrack ist dabei nett gemischt und bestärkt das Ostalgie-Feeling.
Etwas problematisch finde ich allerdings die Verharmlosung der DDR - nur einer der Wehrpflichtigen scheint hinter dem Regime zu stehen - aber das kann man bei einer Komödie verschmerzen.

Screenshots: Krüger (Oliver Bröcker) fällt sofort durch seine unmilitärische "Mähne" auf.


Heidler (Kim Frank) spielt den Kellner bei der Grillparty des Obersts.


angeschaut am: 15.04.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

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16 April 2006

 

Dhoom - Die Jagd beginnt - IND 2004

OFDB-Link
Genre(s): Action / Thriller / Musikfilm
Laufzeit: ca. 129 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Eine Motorradgang macht Bombay unsicher. Die Polizei ist machtlos - keine Spuren, keine Verdächtigen - jeder Polizeiwagen wird abgehängt. Der junge Comissioner Jai Dixit wird beauftragt, die Täter endlich dingfest zu machen. Er hat allerdings ein Problem - er hat keine Ahnung von Motorrädern. Die Rettung naht als ihm Ali begegnet, der bei illegalen Straßenrennen allen davonfährt. Gemeinsam raufen sie sich zusammen, um der gerissenen Gang das Handwerk zu legen. Doch durch einen fehlgeschlagenen Einsatz und persönliche Differenzen steht der Teamgeist der beiden Streithähne unter Dauerbeschuss...

Kritik:
Eigentlich wollte ich diesen Film im Rahmen meiner kleinen Raser-Retrospektive ansehen. Das Cover und die Beschreibung versprachen zumindest einen Raserfilm. Doch leider hat mich Bollywood reingelegt. Es wird zwar ein wenig mit Motorrädern rumgefahren, doch das macht eher den kleinsten Teil des Films aus. Ist auch besser so, denn die Szenen sehen so dermassen langsam aus, dass man es kaum glaubt. Es wirkt, als ob die Bikes mit 60 km/h unterwegs sind, was natürlich im Vergleich zu den bisher reviewten Raserfilmen wenig hermacht.

Leider gibt es auch sonst wenig Lichtblicke. Die Story wird relativ zäh erzählt (kein Wunder bei der Lauflänge) und ist ziemlich vorhersehbar. Der nicht gerade subtile indische Humor mag bei mir auch nicht zünden.
Verschämt muss ich zugeben, dass mir am besten im Film die Tanznummern gefielen. Derer gibt es vier Stück, die allesamt schmissige Songs sind, wo die schönen Schauspielerinnen tanzen dürfen, teilweise auch im Regen. Klasse choreographiert und inszeniert, eine klare Stärke des Bollywood-Kinos.
Sonst sieht man von den schönen Darstellerinnen leider viel zu wenig. Schade, dass sie nur auf Frauchen-Rollen beschränkt werden und deshalb zu wenig Raum in der Handlung bekommen.

Stattdessen wird zum Ende hin nochmal richtige Tough-Guy Action geboten. Auf dem Dach eines fahrenden LKWs kloppen sich der coole Polizist und der coole Räuber. Dabei wird sehr stümperhafte Wire-Arbeit verwendet, die ständig gegen die Naturgesetze verstösst und, was noch viel schlimmer ist, die beiden schlagen ersichtlich sehr oft weit aneinander vorbei.
Ne, das kann leider nicht mit internationalen Standards mithalten.
Was gut gelang ist die Kamerarbeit bzw. die Optik des Films, die mit den üblichen Spielereien (Splitscreen, Slowmo, etc.) fast schon überladen ist.
Die Schauspieler spielen für westliche Verhältnisse viel zu übertrieben, aber nachdem dies nach Kaal schon mein zweiter Bollywood-Streifen ist (übrigens mit fast identischen Darstellern), scheint mir das normal für dortige Verhältnisse zu sein.
Fazit: Optisch kann Bollywood mithalten, aber in punkto Story, Spannung und Action fehlt es noch klar zu den internationalen Vorbildern. Die Tanznummern sind die klaren Highlights des Films.

Screenshots: Die besagte Motorradgang.


Der Cop und seine schöne Frau bei einer Tanznummer.


Ali, der Sidekick des Cops und seine schöne Angebetete (Esha Deol) bei einer Tanznummer.


Paare bei einer Tanznummer.


Esha Deol bei einer Tanznummer.


angeschaut am: 9.03.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten

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15 April 2006

 

Wo dein Herz schlägt - USA 2000

OFDB-Link
Genre(s): Drama
Laufzeit: ca. 115 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
Kinder bringt man normalerweise im Krankenhaus zur Welt. Nicht so die 17-jährige Novalee Nation (Natalie Portman) aus Tennessee: Kurz vor ihrer Niederkunft von ihrem feigen Freund verlassen, entbindet sie nach Geschäftsschluss zwischen Hundefutter-Regal und Tiefkühlgemüse einer Wal-Mart-Filiale ihr Baby. Der ungewöhnliche Geburtsort des Babys machen Mutter und Tochter auf einen Schlag berühmt. Gemeinsam mit ihrer Tochter Americus und einem zarten Bäumchen macht sich Novalee auf die Suche nach einer neuen Familie und der Liebe ihres Lebens...

Kritik:
Hervorragend besetzt ist dieses White-Trash-Drama, dass nach einer Romanvorlage entstand. Leider konnte der, schätzungsweise recht lange Roman, nicht komplett und chronologisch passend umgesetzt werden. So macht die Handlung immer wieder grössere Zeitsprünge und präsentiert die Geschehnisse dazwischen episodenhaft.
Der Zuschauer bekommt dadurch die Entwicklung der Figuren recht sprunghaft mit, die im Falle von Ashley Judd's Figur mit einer wachsenden Kinderschar einhergeht, bei Novalee allerdings tatsächlich mit einer persönlichen Weiterentwicklung voranschreitet. Kurz sieht man auch immer wieder Novalee's Ex, ein richtiger Fiesling, wie er seine 15 Minuten Ruhm hat und danach wieder in der Versenkung verschwindet.

Man merkt dem Film an, dass er gerne mehr wäre, als letztlich herausgekommen ist. Er strebt in Richtung Südstaaten-Drama á la Grüne Tomaten. Doch leider scheitert der grosse Wurf an dem zerfaserten Drehbuch, dem auch die Spannung fehlt. Das Ende ist schon recht früh absehbar.
So bleiben aber immerhin sehr interessante Charaktere und ein tolles Lead-Frauen-Duo bestehend aus Natalie Portman, der man, rein von ihrem Aussehen und Image, den Trailer-Trash eher schwerlich abnimmt, und Ashley Judd, die voll überzeugen kann als Frau, die sich immer die falschen Männer aussucht.

Screenshot: Novalee mit ihrem ganzen Besitz - einem Baby im Bauch und ein Bäumchen in der Hand.


angeschaut am: 12.04.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

14 April 2006

 

The Grudge - Der Fluch (Director's Cut) - USA 2004

OFDB-Link
Genre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 94 Min. (Director's Cut Extended Version)
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Die Krankenschwester Karen (Sarah Michelle Gellar) wird in das Haus einer alten Frau gerufen. Vom ersten Moment an hat sie das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Erst sind es nur seltsame Geräusche. Doch als sie einen kleinen Jungen, der unerklärlicherweise in einem Schrank eingesperrt ist, entdeckt und die alte Frau plötzlich stirbt, weiß sie, dass sie in Lebensgefahr schwebt. Obwohl sie es schafft, das Horror-Haus zu verlassen, merkt sie schnell, dass der Schrecken noch nicht vorbei ist. Sie und alle, die je mit dem Haus in Kontakt waren, werden von einer übermächtigen, bösen Macht heimgesucht, die wie ein Fluch auf dem Gebäude lastet. Karens einzige Chance ist, das tödliche Rätsel um das Haus zu lösen und den bösen Bann zu brechen.

Kritik:
Nach The Ring erneut ein Hollywood-Remake eines japanischen Horrorthrillers. Hier kannte ich sogar die original japanische Version, die mir aber nicht so sehr gefallen hat. Ganz anders das Remake, welches ich extrem furchterregend fand.
Meisterlich wird hier der Spannungsbogen hoch gehalten und die Gruselszenen durchgezogen. Auch wenn man als Zuschauer meistens weiss, dass jetzt was kommt, ist man doch immer wieder aufs neue verschreckt.
Die Erzählweise ist auch geschickt gemacht, so dass sich erst zum Schluss ein komplettes Bild ergibt.

Schauspielerisch ist der Film gut besetzt mit "Buffy" aka Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle. Aber auch die Nebenrollen sind mit Bill Pullman und Clea DuVall sehr gut besetzt.
Die eigentliche Hauptrolle haben ja wieder die Geister in diesem Film...
Viele schimpfen ja über die Remakes, ich kann dem in diesem Fall aber nur widersprechen. Klar wurde im Original mehr gesplattert als hier, dafür wurde hier die Gruselatmosphäre aufs Maximum getrieben. Ausserdem fand ich den Film auch von der Erzählweise verständlicher und man konnte sich gut in die Amerikaner hineinfühlen.
Fazit: Wer The Ring gut fand, der dürfte auch bei diesem Film voll auf seine Kosten kommen.

Nachtrag am 14.April 2006 zur Director's Cut Extended Version:
Zur zuletzt besprochenen Kinofassung wurden mehrere Szenen verändert, was allerdings nur bei wenigen Szenen wirklich auffällt. Das hinzugefügte Material betrifft meist leider nur den Handlungsteil, also keine völlig neuen Gruselszenen. Der Film läuft als DC nun 6:48 Min. länger, was größtenteils der Struktur der Handlung zugute kommt, die dadurch besser verständlich wird. Auch einige der Gruselszenen wurden verlängert, bzw. werden detaillierter gezeigt.
Ob das allerdings für Besitzer der kürzeren Kinofassung einen Neukauf erfordert, muss jeder selbst entscheiden. Wer den Film noch gar nicht kennt, sollte allerdings unbedingt zum Director's Cut greifen.

Einen ausführlichen Schnittbericht findet ihr hier.

Beim zweiten Ansehen hat The Grudge eigentlich nichts von seinem Gruselfaktor verloren. Man ist nur besser vorbereitet, als beim ersten Mal. Diesesmal konnte ich die Optik und den Sound auch noch mehr geniessen, als beim ersten Mal. Sehr gute Kameraarbeit, die man zu sehen bekommt. Desweiteren gefiel mir wieder extrem gut, dass der Film in Japan spielt und die Amerikaner sich neben der Gruselangst auch recht hilflos fühlen, ob des Kultur- und Sprachunterschieds.
Aufgrund des unverändert bestehenden Gänsehautfaktors erhöhe ich meine Erstwertung von 8,5 auf 9 Punkte.

Screenshots: Karen wird nach den Vorkommnissen von der Polizei verhört.


Jennifer Williams (Clea DuVall) beim Einkaufen.


Was hat Peter Kirk (Bill Pullman) mit den Vorgängen zu tun?


angeschaut am: 15.04.2006 (insgesamt 2x gesehen)
Normale Wertung: 9 von 10 Punkten

13 April 2006

 

Basic Instinct 2: Risk Addiction - USA 2006

OFDB-Link
Genre(s): Erotik / Thriller
Laufzeit: ca. 117 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Catherine Tramell (Sharon Stone), attraktive Kriminalliteratin mit undurchsichtiger Vergangenheit, lässt San Francisco hinter sich und siedelt nach London über. Dort interessiert sich bald wieder die Polizei für sie, ist doch soeben ihr ehemaliger Bettgefährte gewaltsam zu Tode gekommen. Scotland Yard bittet den Psychiater Dr. Andrew Glass (David Morrissey), ein Profil zu erstellen. Dem allerdings brennen angesichts der heißen Verdächtigen bald alle Sicherungen durch.

Kritik:
Um es vorwegzunehmen: Die Fortsetzung von Basic Instinct von 1992 ist leider eine Enttäuschung.
Dies liegt zum einen daran, dass das Drehbuch wie ein Remake des ersten Teils anmutet. Der Cop wurde durch einen Psychiater ersetzt, aber ansonsten ist die Marschrichtung genau dieselbe. Grosses Problem dabei ist, dass der Psychiater dem Zuschauer längst nicht so sympathisch ist, wie noch Michael Douglas als Cop im ersten Teil. Andrew Glass (David Morrissey) kommt schlicht und einfach zu unsympathisch rüber, damit einen sein Schicksal interessieren könnte. Zudem ist seine Obsession für Catherine wenig nachvollziehbar dargestellt (sie passt schlicht nicht zu seiner Figur) und seine Handlungen werden zum Schluss hin total unglaubwürdig.

Auch Sharon Stone, die ja in den letzten Jahren mehr durch ihre, sicher berechtigte, Kritik an der Besetzungspolitik Hollywoods aufgefallen ist, als durch interessante Darstellungen, spielt ihre Rolle als Femme Fatale zwar gewohnt gut, wirkt aber durch ihr verjüngtes Aussehen recht unwirklich. Der Schönheits-Industrie sei Dank sieht sie fast jünger aus, als 1992 im ersten Teil. Keine Falte und ein (deutlich erkennbarer) aufgefrischter Busen, der das Wort Schwerkraft ignoriert.
Einerseits ist sie eine sehr sexy Frau und sicher der Hauptgrund, warum man den Film überhaupt erträgt, aber andererseits kann man als Zuschauer nicht anders und bei jeder ihrer Szenen auf diese Äusserlichkeiten achten.

Zum anderen enttäuscht der Film deshalb, weil man auf erotische Momente wartet und (fast) nichts kommt. Grade hier hätte man schon eine Steigerung zum 14 Jahre alten ersten Teil erwartet, aber wie man lesen konnte ist der Film in seiner vorliegenden Form für die USA immer noch zu sexy, da er dort geschnitten wurde.
Was sehr lächerlich anmutet, denn z.B. die gezeigte Nummer zwischen Psychiater und Catherine zieht ihren "perversen Höhepunkt" daraus, dass sie ihm plötzlich ein Halsband (Gürtel?) um den Hals zieht und ihn ein wenig würgt.
Sorry, aber da geht es im allsonntäglichen Tatort schon weitaus krasser zur Sache. Damit kann man im Jahr 2006 doch ernsthaft niemand mehr hinter dem Ofen hervorlocken oder gar schocken wollen.
Bleibt also nur noch Sharon Stone mit ihrer aggressiv-erotischen Ausstrahlung, was zwar nett ist, aber eindeutig zu wenig, um den Film als Erotik-Thriller ernstzunehmen.
Übrigens kommt nicht nur der Sex sehr kurz, sondern auch die Gewalt. Da wurde ebenfalls im ersten Teil weit mehr gezeigt, als hier, wo man nur die Leichen präsentiert bekommt.
Den "coitus interruptus" perfekt macht dann das Finale, das den Zuschauer ahnungslos zurücklässt, wer denn nun der Mörder ist. Das wirkt furchtbar konstruiert und verhagelt endgültig die Bewertung.

Das Projekt stand unter keinem guten Stern, da die Produzenten nach der Absage durch Michael Douglas eigentlich auf die Verwirklichung verzichten wollten, aber von Sharon Stone auf Erfüllung ihres Vertrages verklagt wurden. Dementsprechend ist auch das Ergebnis geworden. Ausser der Stone wirkt niemand wirklich motiviert in diesem schwachen Remake mitzuwirken. Einzige positive Ausnahme ist Charlotte Rampling, die übrigens neulich erst in Swimming Pool eine weitaus erotischere Vorstellung abgeliefert hat, als der gesamte BI2 aufweisen kann.
Fazit: Ein Film, auf den man getrost verzichten kann. Selbst für das allgemein recht schwache Genre des Erotik-Thrillers kein Ruhmesblatt.

Screenshots: Sharon Stone als Femme Fatale...


...die mit dem Psychiater Andrew Glass (David Morrissey) spielt.


Dem legendäre Beinüberschlag aus Teil 1 wird leider nur in dieser verschämten Form Tribut gezollt.


angeschaut am: 13.04.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten

12 April 2006

 

WWE - The Self Destruction of the Ultimate Warrior - USA 2005

IMDB-Link
Genre(s): Dokumentation / Wrestling
Laufzeit: ca. 95 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: englische Originalfassung

Inhalt & Kritik:
Diese Dokumentation zeichnet die Karriere eines der bekanntesten Wrestler der letzten 20 Jahre nach, des Ultimate Warrior.
Interessant ist dabei natürlich der nostalgische Faktor, wenn man sich noch an die damalige Zeit erinnern kann.

Zunächst wird sein Aufstieg zum Superstar beschrieben, der alle Beteiligten damals sehr überrascht hat. Der grösste Teil der Doku widmet sich dann der "Self Destruction". Es berichten verschiedene Zeitzeugen aus den Reihen der WWF, wie dem Warrior sein Ruhm völlig zu Kopf stieg und er sich total selbst überschätzte. Denn selbst für die damalige Zeit, als Wrestling noch viel weniger Moves aufwies, als heute, war der Warrior in punkto Technik keineswegs ein Superstar. Im Gegenteil - er war offensichtlich einer der unbeliebtesten Wrestler im Business, niemand wollte gern gegen ihn antreten, weil er in punkto Technik solche Defizite hatte.

Das Beste fand ich persönlich die Ausschnitte aus seinen früheren Interviews/Promos, die einem heute vor Augen führen, dass es damals nicht nur an mangelnden Englisch-Kenntnissen lag, dass man ihm nicht so recht folgen konnte. Nein, auch Muttersprachler und Wrestling-Kollegen haben keine Ahnung, was der Warrior in den Statements eigentlich von sich gab. Diese Segmente alleine sind es wert, sich die Doku mal anzusehen.
Auch wenn die Doku ausschliesslich die Sichtweise der WWF zeigt, so scheint mir doch nach Recherchen im Internet die Argumentation bzgl. des Untergangs des Warriors schlüssig und korrekt zu sein.

Screenshots: Der Ultimate Warrior und Hulk Hogan in der WWF.


Der Warrior während seiner kurzen Zeit in der WCW (in einem Match gegen NWO-Hogan).


angeschaut am: 16.03.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

09 April 2006

 

Terminal - USA 2004

OFDB-Link
Genre(s): Drama / Komödie
Laufzeit: ca. 124 Min.
Alterseinstufung: FSK 0

Inhalt:
Weil während seiner USA-Reise das Heimatland des osteuropäischen Bürgers Viktor Navorski (Tom Hanks) die diplomatische Anerkennung durch die USA verliert, sitzt der davon völlig überraschte Herr plötzlich als Staatenloser auf dem New Yorker Kennedy Airport fest. Noch dazu darf er diesen weder in die eine noch in die andere Richtung verlassen. Aus Tagen werden Wochen, aus Monaten sogar Jahre, in denen sich Viktor häuslich im Terminal einrichtet, Kumpels unter den örtlichen Arbeitern findet und die Liebe der adretten Stewardess Amelia (Catherine Zeta-Jones) gewinnt.

Kritik:
Steven Spielberg nahm sich die wahre Geschichte eines Staatenlosen, der auf dem Pariser Flughafen lebte, und formte sie für Hollwood um.
Tom Hanks kann wie immer überzeugen und trägt letztendlich den Film. Man nimmt ihm den Viktor Navorski ab, den er glaubhaft spielt ohne dabei in die Lächerlichkeit abzurutschen. Und diese Gefahr besteht bei Charakteren mit Sprachproblemen immer.
Leider kann Hanks nicht ganz die Schwächen der Story vergessen machen. So wirkt die komplette Situation schon mal kaum vorstellbar, für die USA nach 9/11. Dass jemand auf dem Flughafen umherirrt und dabei in verschiedenen Bereichen lebt, wo er z.B. die Sicherung herausdreht, um Nachts Dunkelheit zu erreichen. Oder dass er anhand von Werbebroschüren Englisch lernt.
Auch sein Gegenspieler agiert oft nicht so nachvollziehbar - einerseits mit Hass auf Navorski und Totalüberwachung, dann wieder mit offensichtlichem Desinteresse. Grade zum Schluss gibts dann auch noch Logikfehler, als er zwar seinen Pass wiederbekommt, aber partout nicht einreisen darf.
Die Liebesgeschichte mit Catherine Zeta-Jones als Stewardess fand ich nicht besonders gelungen. Irgendwie wird sie nicht konsequent genug fortgeführt. Schwierig zu entscheiden, ob man hier halbwegs realistisch bleiben wollte, oder ob dem Drehbuchschreiber einfach nichts besseres eingefallen ist.

Aber seis drum, man nimmt Spielberg und Hanks dieses moderne Märchen weitestgehend ab und wird recht ordentlich unterhalten.
Zuschauer, die Wert aus Realismus legen und kritisch gegenüber solchen "Märchen" sind, sollten allerdings einen weiten Bogen um Terminal machen.
Wohingegen gefühlsbetontere Zuseher sicher ihre Freude haben werden, denn der Film drückt vor allem gegen Ende sehr auf die Tränendrüse.
Von mir gibts durchschnittliche 5 Punkte, da ich die Story nicht so fesselnd fand, aber die Leistungen von Regisseur und Hauptdarsteller würdigen möchte.

Screenshots: Fast täglich probiert Victor (Tom Hanks) aufs Neue die Einreisebeamtin zu überreden, ihn doch in die USA zu lassen.


Drei Flughafenarbeiter werden Victors beste Freunde und versorgen ihn mit allem, was er so braucht.


Victor verliebt sich in eine Stewardess (Catherine Zeta-Jones).


angeschaut am: 8.04.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

08 April 2006

 

Zum Ausziehen verführt - USA 2006

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Genre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 96 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
Der Mittdreißiger Tripp (Matthew McConaughey) sieht super aus, ist ein einfühlsamer Gesprächspartner und hat einen guten Job. Das einzige Problem: Er wohnt noch immer zu Hause bei seinen Eltern und lässt sich von vorne bis hinten bedienen. Eine, die das ändern und den späten Knaben für sich erobern will, ist die ebenso attraktive wie talentierte Paula (Sarah Jessica Parker). Doch Tripp hegt einen schweren Verdacht: Könnte es vielleicht sein, dass seine Eltern ihn auf diese Weise einfach nur los werden wollen?

Kritik:
Zum Ausziehen verführt liefert das ab, was man sich von einer Romantikkomödie erwartet. In der ersten Hälfte haben die komödiantischen Elemente die Oberhand, während es in der zweiten Hälfte dann stark romantisch wird.
Der Film entwickelt sich dabei sehr flott und führt anfänglich den sympathischen Hauptcharakter Tripp (Matthew McConaughey) ein, der sicher bei Männlein wie Weiblein gleichermassen gut ankommen dürfte. Vor allem das Zusammenspiel mit seinen Freunden wirkt gut gemacht und die Supporting Cast bleibt keinesfalls blass gegenüber den beiden Hauptrollen. Im Gegenteil: Bei den Frauen finde ich sogar, dass Sarah Jessica Parker von ihrer Freundin und Mitbewohnerin Kit (Zooey Deschanel, siehe Screenshot rechts) locker an die Wand gespielt wird.
Ähnlich wie bei Die Familie Stone hat SJ Parker m.E. wieder das Problem, dass ihre Rolle einfach nicht liebenswert genug ist, um sich voll auf ihre Seite zu stellen. Ganz anders dagegen Zooey Deschanel als Kit, die schrullig liebenswert rüberkommt, mit ihrem Alkoholproblem, der ständig miesen Laune und dem Kleinkrieg mit einer Spottdrossel vor ihrem Fenster.
Man hätte sich auch besser auf diese eine Tierstory beschränken sollen, als diverse Slapstick-Einlagen mit Tripp und verschiedenen, aggressiven Tieren unterzubringen, die ziemlich deplaziert wirken und sicher die Zielgruppe des Films auch nicht vom Hocker hauen. Solche Gags alleine garantieren halt auch noch keinen Brüllerfilm, wie Verrückt nach Mary.
Die Story entwickelt sich im Rahmen der Erwartungen und erfreulicherweise funkt es auch bei Tripps Freunden, so dass sie dem eigentlichen Haupt-Paar im Finale dann kräftig unter die Arme greifen können, damit es zum verdienten Happy-End kommt.

Sicher eine der besseren Romantik-Komödien der letzen Jahre, die sich jedoch leider etwas zu sehr an der Hauptidee festbeisst und in der zweiten Hälfte teilweise ein bisschen ideenlos wirkt. Auch die Lacher könnten zahlreicher sein, während man auf die Slapstick-Einlagen hätte verzichten können. Deswegen eine Wertung, die zwischen 6 und 7 Punkten schwankt.

Screenshots: Paula (Sarah Jessica Parker) und Tripp (Matthew McConaughey) scheinen gut zusammenzupassen...


...bis dann ihre Beziehung fortschreitet und die Probleme zunehmen.


angeschaut am: 3.04.2006
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten

07 April 2006

 

Appleseed - JAP 2004

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Genre(s): Animation / Action / SciFi
Laufzeit: ca. 105 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Im Jahr 2131 liegt die Welt in Trümmern. Die junge Kriegerin Deunan kämpft noch immer in den Ruinen, als sie plötzlich entführt und in die Metropole Olympus verschleppt wird. Sie erwacht inmitten einer futuristischen Gesellschaft, in der Menschen und Bioroids, genetisch veränderte Klone, harmonisch und friedlich zusammenleben. Hier begegnet sie bald ihrem früheren Freund Briareos, dessen Körper mittlerweile dirch Roboterteile ersetzt wurde. Von der freundlichen Hitomi in die Abläufe der Stadt eingeweiht, ist sie, obwohl der Mix aus Menschen und kontrollierten Klonen als Gesellschaftsform tatsächlich zu funktionieren scheint, von Anfang an skeptisch. Nicht zu unrecht, wie sich schon sehr bald herausstellt. Haben die Sieben Ältesten, die mit dem Supercomputer "GAIA" die Regierung Olympus stellen, wirklich so edle Absichten? Ist das scheinbar so ausgeklügelte System wirklich in der Lage, das selbstzerstörerische Potential des Menschen druch das Zusammenleben mit perfekten "Bioroids" zu überwinden...?

Kritik:
Ich muss vorausschicken, dass Animes bis jetzt überhaupt nicht mein Ding sind. Von den wenigen, die ich bis jetzt gesehen habe, hat mich praktisch keines wirklich überzeugt oder besonders beeindruckt.

Appleseed wurde allerorten als besonders gefeiert, weil er volldigital entstanden ist. Nun habe ich keine Ahnung davon, aber für mich sah die Optik auch nicht wirklich anders als bei gezeichneten Animes aus. Mich erinnerte es oft stark an Zwischensequenzen bei Computerspielen.

Die Story fand ich wie bei den meisten SciFi-Animes bisher leider bewusst verkompliziert. Ich schätze mal, für Kenner des Genres ist das sicher überhaupt nicht so, aber ich musste schon aufpassen, um die Handlung, grade am Anfang, zu verstehen und nicht den Überblick zu verlieren. Auf der anderen Seite kamen einem viele Elemente bekannt vor, so z.B. die ganzen "Battlemech"-Szenen.

An dieser Stelle möchte ich auch den meiner Meinung nach bescheuertsten Figurennamen würdigen, den ich je gehört habe: Deunan Knute [sprich: Djunän Nuut]
Vor allem wenn die anderen Charaktere Namen wie Athena oder Briarios tragen.

Die Action-Sequenzen fand ich ok, aber nicht besonders herrausragend. Die Spannung hielt sich auch in Grenzen.
So bleibt als grosser Pluspunkt die schöne Animation übrig, aber alles in allem war Appleseed kein Film, der in mir eine Leidenschaft fürs Anime-Genre entfachen konnte.

Screenshots: Hauptfigur und Superheldin Deunan Knute.


Ihr Freund Briarios, dessen Kopfsensoren mich stets an Hasenohren erinnert haben.


angeschaut am: 2.04.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

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03 April 2006

 

Firewall - USA 2006

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Genre(s): Action / Krimi / Thriller
Laufzeit: ca. 105 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Jack Stanfield (Harrison Ford) hat es geschafft: Sicherheitschef bei einer Bank in Seattle, hohes Einkommen, schöne Frau (Virginia Madsen), zwei reizende Kinder. Eines Tages aber findet das Idyll ein abruptes Ende: Bewaffnete Männer dringen in Stanfields Heim, nehmen seine Familie als Geiseln. Und ein eloquenter Bösewicht (Paul Bettany) zwingt ihn, ein paar Transaktionen zu seinen Gunsten zu starten. Bis alles so aussehen wird, als habe Stanfield selbst seine Bank überfallen.

Kritik (enthält leichte Spoiler):
Firewall ist ein Thriller nach Schema F, der wie viele Filme vor ihm einen edlen Helden durch Geiselnahme seiner Familie zu Höchstleistungen anspornt.
Den Anfang fand ich dabei noch recht ok, als zügig Jack Stanfield (Harrison Ford) und seine Familie eingeführt werden und die Geiselnahme ihren Lauf nimmt. Ford spielt seine Paraderolle des aufrechten Familienvaters - erfolgreich im Job aber stets sympathisch. Ihn hat man aber auch schon dynamischer gesehen - den Actionhelden, der ihm zum Schluss aufgezwungen wird, nimmt man ihm nicht mehr so locker ab, wie früher.
Auf der Gegenseite steht der übliche, eiskalte Fiesling gespielt von Paul Bettany, dessen Charakter schauspielerisch natürlich viel mehr hergibt, und der auch ein Highlight des Films ist.
Die sonstigen bekannten Darsteller werden leider in bedeutungslosen Rollen als Stichwortgeber verheizt, was doch sehr schade ist.

Problem dieser Filme ist immer der recht komplizierte Plan an das Geld zu kommen. So wird es mit Verlauf des Films immer unwahrscheinlicher, dass man so weit planen kann bzw. lassen die Gangster sich dann natürlich zu leicht von Jack austricksen.
So dürfte es z.B. auch für den EDV-Chef der Bank relativ schwierig sein, das Stunden zuvor auf die Cayman-Inseln überwiesene Geld mit ein paar Tastatur-Befehlen wieder zurückzuholen.
Auch die sonstigen Internet/EDV Aktionen, wie etwa das Basteln eines Bildschirmlesegeräts aus einem Fax-Scanner und einem Ipod lassen eher an MacGyver, als an die Realität erinnern.

Aber weiter zur Spannung (wichtigstes Element in einem Thriller), die sich sehr in Grenzen hält. Zu offensichtlich ist schon von Anfang an, dass die Familie durchkommen wird. Hier hätte es ruhig etwas fieser zugehen können. Aber das Drehbuch bleibt vorhersehbar und familienfreundlich. So ahnt man die einzig bösartige Aktion, als der Fiesling dem kleinen Jungen, der allergisch gegen Nüsse ist, einen Erdnuss-Keks gibt, schon Meilen im Vorfeld. Gut, dass immer das passende Gegengift greifbar ist.

Fazit: Ein stargespickter Beitrag zum Geiselnahme-Filmgenre, der leider nur durchschnittliche Kost liefert. Muss man nicht gesehen haben.
Ich empfehle stattdessen die ähnlich gelagerten Filme 24 Stunden Angst und Hostage, die beide um Längen spannender inszeniert sind.

Screenshots: Jack Stanfield (Harrison Ford) beschützt seine Familie...


...vor dem skrupellosen Fiesling (Paul Bettany).


angeschaut am: 3.04.2006
Normale Wertung: 5,5 von 10 Punkten

02 April 2006

 

Das Mädchen mit dem Perlenohrring - GB/LUX 2003

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Genre(s): Drama
Laufzeit: ca. 96 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
Zur Mitte des 17. Jahrhunderts nimmt die 16-jährige Griet (Scarlett Johansson aus "Lost in Translation") den vakanten Posten als Dienstmädchen im turbulenten Haushalt des niederländischen Malers Johannes Vermeer (Colin Firth) an. Obwohl dessen Familie den neuen Gast nicht eben freundlich aufnimmt, lernt Griet sich zu behaupten und entdeckt bald ihre Faszination für die Arbeit ihres Hausherren, dem seinerseits die Reize und das angenehme Wesen des Mädchens nicht entgehen.

Kritik:
Das Mädchen mit dem Perlenohrring zeigt die Geschichte hinter dem berühmten Bild von Vermeer (das Bild seht ihr rechts). Zum einen ist das ein sensibles Drama, um den immerwährenden Egoismus der Menschen, zum anderen verschafft uns der Film einen sehr interessanten Einblick in das Leben im Holland von 1665.
Das Ganze wird sehr ruhig präsentiert. Ja die meisten Zuschauer dürften das wohl sogar langweilig finden, doch mir hat es gut gefallen. Scarlett Johannson als schweigsame Dienstmagd kann voll überzeugen, ebenso wie die anderen Hauptdarsteller. Colin Firth als Vermeer, der von seinem Mäzen gedemütigt und von Schwiegermutter und Ehefrau ständig unter Druck gesetzt wird und Essie Davis als Ehefrau, die ihre Pfründe in Gefahr sieht.
Alle Beteiligten nutzen die arme Griet aus und schmeissen sie im passenden Moment weg, wie eine heisse Kartoffel wird sie fallengelassen. Die Menschen waren schon zu allen Zeiten nur an ihrem eigenen Vorteil interessiert.
Hervorragend ist natürlich das authentische Bühnenbild und die Kostüme.
Am beeindruckendsten ist aber das Schauspiel, das locker über die Armut an Dialogen hinwegträgt. Da knistert es erotisch zwischen Vermeer und seinem Modell, obwohl sie sich nicht mal berühren. Und wenn Griet dann in einer einzigen Szene ihr Kopftuch abnimmt und ihr Haar sehen lässt, während sie heimlich von Vermeer beobachtet wird, dann ist das grosses Kino ohne viel Worte.
Für Cineasten sehr zu empfehlen - Normalzuschauer machen lieber einen Bogen drum.

Screenshots: Griet bedient Vermeers Frau (links) und seinen Gönner.


Nicht gerade zimperlich: Meister Vermeer beim Anbringen des Perlenohrrings.


angeschaut am: 25.03.2006
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten

01 April 2006

 

Rojo Sangre - ESP 2004

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Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 85 Min.
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
Pablo Threnet (Jacinto Molina) durchlebt den Albtraum seines Lebens: Seine Tochter wurde ermordet. Zu allem Unglück geht auch noch seine Karriere als Schauspieler zu Ende, denn er ist alt und nicht mehr gefragt. Die neuen, jungen Regisseure wollen nun jüngere, frische Gesichter. Vollkommen am Boden zerstört, beschließt Pablo Rache zu nehmen. In der Verkleidung berühmter Charaktere, allesamt Mörder, die er in seinen Filmen spielte, macht er sich auf, um seinen blutigen Feldzug zu beginnen...

Kritik:
Paul Naschy, spanische Horrorlegende, spielt eine auf seinen Leib zugeschnittene Rolle - einen verbitterten Schauspieler, dessen Glanztage nie besonders zahlreich waren und inzwischen längst vorrüber sind.
Diese Hauptfigur ist auch das Problem des Films, denn sie ist sehr unsympathisch und man will sich nicht besonders um sie kümmern. Zudem kommt eine Story, die zu früh schon erkennen lässt, wer der geheimnisvolle Gönner ist, der dem Schauspieler für einen Abend 10.000 Euro zahlt. Diese hohe Summe für einen Arbeitslosen ist nur einer der Punkte, die jeden stutzig machen müssten.
Besser wäre es wohl gewesen, man hätte den hasserfüllten Mann seine Morde verüben lassen, ohne sich in Verschwörungsgeschichten um gefallene Engel zu verstricken.
Denn leider ist auch wenig Spannung enthalten, denn Threnet geniesst den Schutz der dunklen Mächte vor der Strafverfolgung und verfügt über gesteigerte Körperkraft. So konzentriert sich alles auf ein recht unbefriedigendes Ende.
Leider werden diese Mängel nicht durch entsprechende Sex- oder Splatterszenen ausgeglichen. Es geht bis auf einige Ansätze recht brav und FSK16 mässig zu.

Positiv hervorheben kann man sicher die gelungenen Szenerien im Bordell und in dem Verlies, wo Snuff-Filme gedreht werden. Letztere Sequenz ist hervorragend gelungen und hätte noch stärker in die Handlung eingebaut werden sollen, anstatt nur als mässige Motivation für weitere Morde zu dienen.
Naschy spielt seine Figur sehr glaubhaft und fies. Die anderen Darsteller bleiben im eingeschränkten Rahmen des Drehbuchs zurück.

Fazit: Ein Horrorfilm, der sich zu sehr verrennt. Eine Fokussierung wäre besser gewesen. Am ehesten noch für Fans von Paul Naschy zu empfehlen.

Screenshots: Threnet's geheimnisvoller Gönner und seine Assistentin.


Pablo Threnet (Jacinto Molina aka Paul Naschy) beim Dreh des Snuff-Films.


angeschaut am: 27.03.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten

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