31 Mai 2006

 

Domino - USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Action / Thriller
Laufzeit: ca. 128 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Das ebenso attraktive wie sturköpfige Ex-Model Domino Harvey (Keira Knightley), Töchterchen des Schauspieler Laurence Harvey, hat die Schnauze voll vom Luxus-Leben in Beverly Hills. Statt Cocktails zu schlürfen will sie zukünftig als Kopfgeldjägerin ihren Lebensunterhalt verdienen. Zusammen mit dem schrägen Duo Ed (Mickey Rourke) und Choco (Edgar Ramirez) lehrt sie fortan die Unterwelt das Fürchten.

Kritik:
Nach Mann unter Feuer wage ich mich an den neuesten Film von Regisseur Tony Scott. Und auch diesmal gibt es wieder eine volle Packung "Style over Substance".
Die Untertitel hat er im Vergleich zu Mann unter Feuer zwar ziemlich reduziert, doch die hektischen Schnitte und das Kameragewackel sind schlimmer geworden. Ich wiederhole mich: In anderen Filmen wird sowas benutzt um Drogentrips oder extremen Stress zu visualisieren, hier ist das Alltag. Und diese wirren Schnitte machen es für den Zuschauer unangenehm anstrengend so einen Film zu sehen. Wie ein zweistündiger Videoclip.
Was allerdings auch auf die dünne Handlung zutrifft. Es gibt wohl eine echte Domino Harvey, als Vorbild für diesen Film. Was aber sonst mit der Realität übereinstimmt ist mir nicht bekannt.

Scott zeigt uns die gesamte Handlung in Rückblicken - Domino erzählt ihre Geschichte dem FBI (siehe Screenshot rechts). So hat der Film nach der leicht verwirrenden Eröffnungssequenz ein gutes Tempo - im Nu ist Domino in die Kopfgeldjägertruppe aufgenommen. Man sieht sie einen Flüchtigen einkassieren und schon wird sie zum "Bounty Hunter of the Year" gekrönt. Das Fernsehen beschliesst sie für eine Reality-Show zu verwenden. Ab hier verlangsamt sich das Tempo der Geschichte deutlich. Denn nun fängt die eigentliche Story um einen fingierten Diebstahl an.

Und damit auch die echten Probleme. So ist es bis hierhin nicht gelungen den Hauptcharakter halbwegs sympathisch erscheinen zu lassen - dies wird auch bis zum Ende des Films so bleiben. Und ich bin schon ein Fan von Keira Knightley.
Doch ihr Spiel wirkt hier nicht besonders überzeugend. Mickey Rourke und Edgar Ramirez sind ihr da um einiges voraus. Allerdings bleiben alle Charaktere oberflächlich und klischeehaft. Daran ändert auch das Staraufgebot wenig.

Die Story wird nun auch immer abstruser, wenn die Mafia und das FBI dazustossen und alles im Chaos endet.
So wird z.B. aufgrund einer schlechten Telefonverbindung einem Gefangenen nicht der Ärmel, sondern der Arm abgetrennt. Dass professionelle Kopfgeldjäger ohne Nachzudenken so etwas tun will mir persönlich nicht in den Kopf. Da fehlt einfach jegliche Logik.
Auch der Auftritt von zwei Ex- Bevery Hills 90210 Stars im Rahmen der Reality-TV-Sache sollte wohl witzig sein, wirkte auf mich aber nur unfreiwillig komisch.
Oder dass das FBI dem Mafiosi einen Tip gibt, damit dieser in Las Vegas ein Blutbad anrichtet. Das FBI stösst dann dazu und schiesst vom Hubschrauber aus einfach irgendwo drauf...es wird schon die Richtigen treffen...
Nein, die Story ist sehr schwach und wird wie gesagt zunehmend unglaubwürdiger. Hinzu kommt fehlende Spannung. Da wir Domino ja schon die ganze Zeit beim Verhör sitzen sehen, wissen wir, dass sie überleben wird.

Meiner Meinung nach dachte man mit diesem Film dem Trend der Kick-Ass-Chicks, wie Milla Jovovich oder Uma Thurman sie gespielt haben, folgen zu können und Erfolg zu haben.
Leider hat man vergessen im Drehbuch genug Action einzubauen - es gibt genaugenommen eigentlich nur 2 oder 3 echte Actionszenen. Wobei die Schlusssequenz mir stark von Tony Scott's eigenem True Romance "inspiriert" schien. Letzterer ist allerdings im Gegensatz hierzu ein toller, spannender Film.
Tja, und auch sonst ist wenig interessantes enthalten. So gibt es eine sehr gezwungene Liebesszene zwischen Domino und Choco, in der Keira mal wieder ihre Brüste zeigen darf. Witzig in diesem Zusammenhang, dass die echte Domino sich darüber ziemlich aufgeregt hat, weil sie lesbisch ist.
Und eine Drogenszene (ich kann mir vorstellen, wie Tony Scott sich da gefreut hat), die ich, ehrlich gesagt, nicht so ganz verstanden habe.
Ansonsten gibt es einige Längen in der Mitte des Films, trotz der schnellen Schnittweise.

Fazit: Zu wenig Action, ein lahmes Drehbuch, mangelnde Spannung und Tony Scott's nerviger Pseudostil haben diesen Film ziemlich ruiniert.

Update zum Ansehen im KellerKino:
An meinen wesentlichen Kritikpunkten hat sich zum ersten Mal nichts geändert.
Die Auftritte der Ex- Bevery Hills 90210 Stars fand ich diesmal allerdings witziger. Überhaupt gefiel mir der Reality-Part diesmal besser. Erstaunlich wieviel Christopher Walken als Produzent und Mena Suvari als seine Assistentin aus ihren kleinen Rollen rausholen.
Auch Mickey Rourke und Edgar Ramirez fallen mir beim wiederholten Ansehen erneut sehr positiv aus. Keira Knightley dagegen empfinde ich mittlerweile als echte Fehlbesetzung.

Aus diesen Gründen, und weil der Film beim zweitenmal Ansehen gar nicht so schlimm war, wie ich befürchtet hatte (was für den Film spricht), schraube ich meine Erstwertung um 2 Punkte auf 5 Punkte hoch.
Zu mehr reichts meinem Empfinden nach immer noch nicht, da überwiegen einfach die Negativmerkmale.

Screenshots: Seit der Pubertät trainiert Domino mit verschiedenen Waffen.


Sie schafft es auch ins Team von Mickey Rourke.


Und das Team schafft es ins Reality-TV.


angeschaut am: 31.05.2006 im KellerKino (insgesamt 2x gesehen)
davor zuletzt angeschaut am: 22.01.2006 (3 Punkte)
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

Labels: ,


30 Mai 2006

 

Harry Potter und der Feuerkelch - USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Abenteuer / Fantasy
Laufzeit: ca. 151 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Für Zauberlehrling Harry Potter (Daniel Radcliffe) beginnt das vierte Jahr auf Hogwarts. Große Herausforderungen stehen bevor, nicht nur bei der Quidditch-Weltmeisterschaft, sondern auch beim Triwizard Tournament, wo Schüler von drei verschiedenen Zauberschulen die Klingen kreuzen, um heraus zu finden, wer der bessere Zauberschüler ist. Harry staunt nicht schlecht, als er ebenfalls dazu eingeladen wird, muss jedoch zur Kenntnis nehmen, dass auch die Bösewichte rund um Erzfeind Voldemort (Ralph Fiennes) nicht auf der faulen Haut gelegen haben.

Kritik:
Nach dem sehr guten dritten Teil stand nun bei mir der vierte Teil auf dem Programm.
Harry Potter wird merklich erwachsener, was sich in der insgesamt düsteren Atmosphäre niederschlägt, die schon seit dem dritten Teil vorherrscht. Auch pubertäre Probleme werden abgehandelt und man merkt auch als Nichtleser und Nur-Zuschauer, dass man mit der magischen Welt des Potter-Universums inzwischen schon mehr anfangen kann, als noch zu Anfang.

Stellenweise erscheint mir die Handlung etwas zu holprig vom Buch auf den Film übertragen, so dass doch einige Fragezeichen zurückbleiben. Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Vergleich zu der literarischen Vorlage doch sicher viele (schmerzliche) Kürzungen gegeben haben muss.
Trotz allem bleibt eine stattliche Laufzeit von 2,5 Stunden, die aber, wie schon Teil 3, keine auffallenden Längen aufweist, sondern durchweg unterhaltsam bleibt.

Interessantestes Element sind sicher die Gäste aus anderen Zauberschulen, die den Kreis der bekannten Personen angenehm aufweiten.
Das Turnier mit seinen Aufgaben lässt ausserdem die Heldenrolle Harrys klar herauskommen. Das Finale ist dann schliesslich spannend und fast wie ein kleiner Schock, wenn der Erz-Bösewicht Voldemort, von dem in den vergangenen Teilen nur gesprochen wurde, plötzlich auftaucht und gleich zum Mörder wird.

Die Tricks wurden wieder routiniert umgesetzt. Die Darsteller nutzen den kleinen Raum inmitten der vollgepackten Handlung um eine gute Vorstellung abzuliefern.
Insgesamt gefiel mir der vierte Teil nicht ganz so gut wie sein Vorgänger, der mir insgesamt noch düsterer erscheint. Auch der Wandel Harrys vom Teenager zum Helden ging mir etwas zu schnell vonstatten.
Auf alle Fälle sehr unterhaltsames Hollywood-Kino.

Screenshots: Die drei Freunde beraten sich.


Nanu, welcher Diktator versteckt sich den da im Hintergrund?


angeschaut am: 21.05.2006
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten

29 Mai 2006

 

Darf ich bitten? - USA 2004

OFDB-Link
Genre(s): Komödie / Romantik / Drama / Tanzfilm
Laufzeit: ca. 107 Min.
Alterseinstufung: FSK 0

Inhalt:
Eines Abends folgt der normalerweise eher experimentierunfreudige Anwalt und Ehemann John Clark (Richard Gere) nach der Arbeit einer spontanen Eingebung. Er schreibt sich in den Tanzkurs bei Miss Mitzie ein und hält auch schon bald die angepeilte Traumfrau (Jennifer Lopez) im Arm - zum Tanzen freilich nur.
Die trotzdem ziemlich nervöse Ehefrau (Susan Sarandon) schickt dem drastisch veränderten Gatten bald ein eigenwilliges Detektivduo hinterher.

Kritik:
Ausnahmsweise nimmt sich Hollwood mal keinen japanischen Horrorfilm für ein Remake vor, sondern eine leichtere Komödie.
Herausgekommen ist dabei typische Kinounterhaltung, die man recht schnell wieder vergessen hat. Seichte Witzchen, zum Schluss von zunehmendem Kitsch abgelöst, und Charaktere, die einem nicht besonders ans Herz wachsen, mit denen man aber durchaus 107 Minuten lang mitfühlen kann.

Richard Gere fand ich dabei allerdings fehlbesetzt. Es wäre viel besser gewesen einen weniger gutaussehenden Darsteller, der auch keine Vergangenheit als Gigolo hat, für die Rolle zu besetzen. Gere nimmt man den Durchschnittsmenschen einfach nicht ab.
Jennifer Lopez spielt zwar ok, hat aber eine recht undankbare Rolle. Ihr Charakter wirkt anfangs zickig und erschliesst sich uns leider erst sehr spät.
Am besten sind noch die Nebenrollen besetzt. Allen voran eilt mal wieder Susan Sarandon, die mit jedem Lebensjahr besser wird und die anderen Beteiligten locker an die Wand spielt. Auch Stanley Tucci als heimlicher Turniertänzer mit Minderwertigkeitskomplexen war sehr unterhaltsam.

Fazit: Nette Hollywood-Unterhaltung, die jedoch nicht länger hängenbleibt.

Screenshots: John Clark (Richard Gere) mit seiner Tanzlehrerin (Jennifer Lopez)...


...sowie mit seiner Turnierpartnerin...


...und einem Kollegen.


Ehefrau und Tochter schauen ihrem Papa begeistert zu.


angeschaut am: 3.05.2006
Normale Wertung: 5,5 von 10 Punkten

28 Mai 2006

 

Alone in the Dark - BRD/CAN/USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Action / Horror / SciFi / Thriller
Laufzeit: ca. 96 Min. (Director's Cut)
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
Auf der Suche nach den Hintergründen für den mysteriösen Tod seines besten Freundes stößt Detektiv Edward Carnby (Christian Slater), seines Zeichens Spezialist für das Paranormale und Übersinnliche in all seinen vielfältigen Erscheinungsformen, auf unheilige Spuren zu einer der Küste vorgelagerten Insel. Dort macht sich ausgerechnet jetzt eine jahrtausendealte Dämonenkultur bereit, die unterirdischen Katakomben zu verlassen und aufs neue das Zepter der Weltherrschaft zu ergreifen. Edward und seine Ex-Freundin Aline (Tara Reid), eine Anthropologin, wollen das verhindern.

Kritik:
Nach Bloodrayne und House of the Dead beende ich mit Alone in the Dark zunächst meine kurze Werkschau zu Regisseur Uwe Boll, dem meist-gebashten Regisseur zur Zeit.
Die ersten beiden Filme haben mich angesichts ihres schlechten Rufs positiv überrascht. Dies gelingt Alone in the Dark leider nicht, er wird seinem schlechten Ruf leider gerecht.

Für einen Action-Horror-Film war er mir einfach zu langweilig - immerhin bin ich beim Versuch ihn mir Anzusehen zweimal eingeschlafen. Die gezeigte Action ist recht rar gesät und kann dann auch nicht wirklich überzeugen. Es gibt viele CGI-Effekte und wenig Splatter, was nicht unbedingt für Stimmung sorgt. Warum der Film ab 18 eingestuft wurde ist mir rätselhaft, da die gezeigte Gewalt nicht besonders krass ist.
Die Story ist dünn und verwirrend - die Charaktere bleiben platt und man interessiert sich nicht für ihr Schicksal. Hat das bei House of the Dead noch keine Rolle gespielt, so wirkt es sich hier negativ aus, da doch viele Szenen ohne Action enthalten sind.

Spannung bleibt demzufolge leider auch aus und so wartet man geduldig ab, bis der Film zu Ende ist. Vorher gibt es noch ein von Aliens und Starship Troopers inspiriertes Finale, bei dem die Eliteeinheit zu Abwehr des Paranormalen keine gute Figur macht, und einen wenig überzeugenden Schluss. Eine evakuierte Stadt, die von Monstern (wir hören sie nur) bewohnt wird? Also waren die Bemühungen vorher umsonst? Nach allen Strapazen werden Slater und Reid einfach geschnappt (wir sehen nur ihre verdutzten Gesichter)? Und was ist mit Dorff passiert, der die Schluss-Explosion überlebt hat?
Das wirkt einfach überhaupt nicht komplett oder durchdacht und enttäuscht einen doch sehr, denn wie schon erwähnt ist die Action nicht gut genug, um einen darüber hinwegzutrösten.

Schauspielerisch fallen am ehesten noch Christian Slater und Stephen Dorff auf, beide inzwischen zu B-Movie-"Grössen" abgestiegen, die ihre klischeehaften Charaktere ganz ok spielen. Tara Reid als weibliches Anhängsel zu Slater wirkt irgendwie ziemlich überflüssig, wird nur zum Übersetzen von alten Schriften gebraucht.

Alles in allem ist Alone in the Dark ein schwacher Vertreter aus dem Action-Horror-Bereich. Nicht mal Genrefans würde ich zum Ansehen raten, da es viele bessere Filme aus diesem Genre gibt (Resident Evil 1 + 2, AvP, Doom).

Screenshots: Edward Carnby (Christian Slater) und Aline (Tara Reid) müssen um ihr Leben kämpfen.


Einer der interessantesten Splattereffekte.


angeschaut am: 20.05.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten

27 Mai 2006

 

Das Gesetz bin ich - USA 1974

OFDB-Link
Genre(s): Action
Laufzeit: ca. 103 Min.
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
Vince Majestyk (Charles Bronson) will als Melonenfarmer seine kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen. Doch weil er sich dem organisierten Verbrechen verweigert, lässt Obermafioso Frank Renda (Al Lettieri) seine Ernte vernichten. Für Majestyk ist nun Schluss mit lustig, was die Ganoven bald schmerzlich zu spüren kriegen.

Kritik:
Charles Bronson mal wieder in seiner Paraderolle als einsamer Kämpfer, der sich nicht unterkriegen lässt.
Dank einer Buchvorlage von Elmore Leonard steckt diesesmal sogar mehr Substanz in den Charakteren als üblich.
Der Aufbau entspricht dem Schema der Selbstjustizfilme. Zunächst bekommt Majestyk statt Unterstützung durch die Polizei nur Probleme. Dann nimmt er die Dinge in die eigenen Hände, doch das gerät dank seines cholerischen Gegners ausser Kontrolle.

Die Action war zur damaligen Zeit sicher vom Feinsten, vor allem der Überfall auf den Gefangenentransport und die Verfolgungsjagd zum Schluss. Heutzutage wirkt sie nicht mehr ganz so überragend.
Den eigentlichen Reiz zieht der Film aus der Umkehrung der Rollen zum Schluss. So wird aus dem Gejagten (Majestyk) auf einmal der Jäger.

Die Rollen sind gut und glaubwürdig besetzt. Die Spannung baut sich langsam auf, bis zum actionreichen Finale.
Alles in allem einer der intelligenteren Selbstjustiz-Filme.

Screenshots: Majestyk (Charles Bronson) setzt sich...


...für seine mexikanischen Arbeiter ein.


Der Überfall auf den Gefangenen-Transport.


Racheaktion von Renda - er lässt die Ernte zerstören.


angeschaut am: 21.04.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

Labels: ,


26 Mai 2006

 

Crimson Force - USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): SciFi
Laufzeit: ca. 88 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Irgendwann in der nahen Zukunft: Die natürlichen Reserven der Erde schwinden rapide. Auf der Suche nach neuen Ressourcen wird ein Sonderteam zum Mars geschickt. Die Crew erleidet eine Bruchlandung und gerät dabei in den brutalen Krieg einer uralten Marszivilisation.

Kritik:
Crimson Force ist so ein typischer SciFi-TV-Movie. Routinierte Effekte, sparsam eingesetzt, Schauspieler aus der dritten Reihe und eine Story, die anfangs verwirrt, um zu verdecken, wie dünn sie eigentlich ist.
Der oben beschriebene "Krieg" ist dabei nicht sichtbar - einzig die Hohepriesterin des Planeten, Chefin der Kriegerkaste (?), will die Menschen benutzen, um ihren Gatten, den Chef der anderen Kaste, ermorden zu lassen.

Für C. Thomas Howell als Captain des Raumschiffs und erklärten Fiesling ist das eine tolle Idee. Bei aller Klischeehaftigkeit fand ich es ziemlich unglaubwürdig, dass er so einfach auf das Mordkomplott eingeht. Er kann sich doch denken, dass die Menschen danach zur Rechenschaft gezogen werden, noch dazu weil die Hohepriesterin keine Zeugen brauchen kann.
Währenddessen freunden sich parallel dazu andere Crewmitglieder mit dem Gatten an.
Zum Schluss kommt ein unspektakulärer Shootout, bei dem die Menschen sich für eine Seite entscheiden müssen.

Der ganze Film war einfach von der Story her total unglaubwürdig. Dazu noch schlecht inspiriert von Stargate, Total Recall und Mission to Mars.
Alleine schon der Absturz des Raumschiffs am Anfang, der keinem der Crew merklich was auszumachen scheint. Die Geschichte um die konkurrierenden Systeme der Privatwirtschaft und der Weltregierung und den damit zusammenhängenden Morden an der Crew war auch nicht wirklich zu Ende gedacht.
Generell kam keinerlei Spannung auf. Nicht mal mit den guten Charakteren konnte man sympathisieren, weil sie sich ziemlich bescheuert benehmen - einem Raumfahrer nicht angemessen. Alleine der klischeehafte Franzose, der ständig vor allem in Panik gerät, sagt hier schon alles.
Einzig einige spärliche Splattereffekte waren ganz nett.

Dieses TV-Movie ist unterste Schublade - noch unter Machwerken wie Apokalypse Eis anzusiedeln. Auch Genrefans sollten einen Bogen darum machen.

Screenshots: Die Crew bei der Lagebesprechung.


Der russische Techniker und ein weibliches Crew-Mitglied in gemütlichem Outfit.


Das Empfangskomitee - Kommentar des Captains dazu: "Marskrieger!"


Der Hohepriester der friedlichen Kaste.


Eine Szene, die wohl von Total Recall "inspiriert" war.


angeschaut am: 25.05.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten

Labels: ,


25 Mai 2006

 

The Descent - GB 2005

OFDB-Link
Genre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 100 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Bemerkung: engl. Originalfassung (mit engl. Untertiteln)

Inhalt & Kritik:
Vorweg: Dies ist einer der Filme, die am allerbesten funktionieren, wenn man nichts oder so gut wie nichts darüber weiss. Deshalb hier nur soviel, wie man problemlos verraten kann. Von allen weiteren Infos sollte man sich tunlichst abschotten, um den Film noch besser wirken zu lassen.

Traditionell unternehmen sechs junge Frauen gemeinsam waghalsige Ausflüge in die Natur. Das tun sie auch, obwohl eine von ihnen beim River-Rafting ums Leben gekommen ist.
Nachdem sie sich ein Jahr nicht gesehen haben, treffen sich die Freundinnen in einem amerikanischen Naturschutzgebiet. Gemeinsam wollen sie sich beim "Caving" eine Höhle vornehmen, d.h. diese mit Bergsteigerausrüstung erkunden. Doch der Ausflug läuft längst nicht so schön, wie gedacht.

The Descent ist für mich der beste Horrorfilm dieses Jahres, vielleicht einer der besten überhaupt. Ich möchte sogar so weit gehen ihn in eine Liga mit High Tension, einem französischen Meilenstein des Horror-Genres, einzustufen.
Im Gegensatz dazu ist hier aber die Gruselatmosphäre noch viel dichter, das ist kaum noch zu toppen. Selten habe ich mich so gefürchtet.

Der Regisseur spielt konsequent mit unseren Urängsten, wenn die Frauen die dunkle, enge Höhle erforschen. Dabei steigert er stetig die Spannungskurve, bis... mehr kann man einfach nicht verraten.
Und nicht nur die Atmosphäre ist top, auch Splatterfreunde kommen auf ihre Kosten mit beinhartem Realismus, der nur an High Tension erinnern kann. Dies merkt man schon ziemlich früh - die letzte Warnung für zarte Gemüter sozusagen.

Schauspielerisch kann ich auch nur loben, da es sicher nicht einfach ist, in so einem Schocker mitzuwirken. Hier stechen vor allem Natalie Mendoza als Juno und Shauna MacDonald als Sarah in den Hauptrollen hervor.
Ich kann den Film nur wärmstens empfehlen! Also rein ins Dunkel des (Heim-)Kinos und sich schocken lassen.

Update zum Ansehen im KellerKino:

Hier waren die technischen Vorraussetzungen ideal mit einem abgedunkelten Heimkino.
Der Gruselfaktor war zwar längst nicht mehr so stark, wie beim ersten Ansehen, aber ich finde den Film immer noch toll.
Vor allem das starke Schlussdrittel gönnt einem kaum eine Verschnaufpause und das Ende finde ich persönlich super gelungen.

Beim zweiten Ansehen habe ich mich mehr auf die Entwicklung der Charaktere und die Story konzentrieren können. Alles scheint mir für einen Horrorfilm sehr gut durchdacht.
Die synchronisierte Fassung braucht sich hinter dem englischen Original nicht zu verstecken - es fällt definitiv um einiges leichter dem Film in deutsch zu folgen, da der starke Akzent der Mädels und die teilweise schlechte Akkustik in den Höhlen sonst die volle Aufmerksamkeit erfordern.

Somit bleibt es auch bei meiner Wertung von 9 Punkten.

Screenshots: Die sechs Freundinnen feiern vor ihrem Trip erstmal das Wiedersehen.


Sarah (Shauna MacDonald)


Mein Kollege Oleg the Bum vergibt ebenfalls 9 krasse Punkte. (10 Punkte beim Gruselfaktor)

angeschaut am: 24.05.2006 im KellerKino (deutsche Fassung) (insgesamt 2x gesehen)
davor zuletzt angeschaut am: 11.11.2005 (Originalfassung)
Normale Wertung: 9 von 10 Punkten

Labels: ,


24 Mai 2006

 

Halloween - Die Nacht des Grauens - USA 1978

OFDB-Link
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 91 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Haddonfield, eine Kleinstadt in Illinois im Jahre 1963: In der Nacht zu Halloween ermordet der sechsjährige Michael Myers seine Schwester mit einem Fleischmesser. Er wird in das Smith´s Grove Warren County Sanitarium eingeliefert und von Psychiater Dr. Sam Loomis behandelt.

Haddonfield im Oktober 1978: Studentin Laurie Strode und ihre Freundinnen richten sich auf einen gemütlichen Abend beim Babysitten ein, während das Städtchen sich auf das Halloween-Fest vorbereitet. Doch es soll nicht bei der bloßen Gänsehaut bleiben: An diesem Abend ist Michael Myers aus seiner Anstalt ausgebrochen und unterwegs nach Haddonfield, verfolgt vom verzweifelten Dr. Loomis. Das Grauen kann also beginnen...

Kritik:
Halloween ist ja bekanntlich einer der Klassiker des Horrorgenres.
Leider hat meiner Meinung nach aber der Zahn der Zeit schon stark an dem Film genagt. So wirkt er heutzutage längst nicht mehr so spannend und gruselig, wie wohl zu seiner Entstehungszeit.
Die Story ist äusserst dünn, beschränkt sie sich bei den Teenagern ja wirklich auf Sex, Kiffen und Babysitten.

Die Morde und Schockmomente sind sehr dünn gesät, es gibt dabei auch keine blutigen Effekte. Zudem dauert es ewig, bis es dann mal losgeht. Zuvor steht erstmal eine sehr, sehr lange Einführung im Mittelpunkt.
Michael Myers hat bei seinem ersten Auftritt auch noch nicht den "Charme", den er bei den späteren Teilen entwickelt hat.
Schauspielerisch gibt es eine gute Jamie Lee Curtis zu sehen. Der Rest des Casts bleibt einem kaum in Erinnerung.
Auch heute noch kultig ist dagegen die Filmmusik, die viel zur Atmosphäre beiträgt (wie in so vielen John Carpenter-Filmen).

Ich will dem Film seinen Kultcharakter damit nicht absprechen, nur finde ich, dass er im fairen Vergleich mit heutigen Filmen einfach zu spannungsarm ist. Deswegen gibts von mir auch nur 5 Punkte aus heutiger Sicht. Vor 25 Jahren wären es sicher noch mehr gewesen.

Screenshots: Zwei der sorglosen "Teenager"...


...denen Michael Myers den Garaus macht.


Laurie (Jamie Lee Curtis) wehrt sich allerdings gegen den Killer.


angeschaut am: 22.05.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

Labels: ,


23 Mai 2006

 

Vier Brüder - USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Action / Krimi / Drama
Laufzeit: ca. 104 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
In Downtown Detroit wird eine alte Dame scheinbar beim Einkaufen erschossen, als zwei unbekannte Männer den Laden stürmen und ohne Vorwarnung das Feuer auf die Anwesenden eröffnen. An ihrem Grab kommen nach langer Zeit vier Adoptivbrüder zusammen: Der erfolglose Hockeyspieler Bobby (Mark Wahlberg), der Ex-Soldat und Spieler Angel (Tyrese Gibson), der junge Musiker Jack (Garrett Hedlund) und der bürgerliche Familienvater Jeremiah (Andre Benjamin). Was sie trotz aller Unterschiede eint: Sie glauben nicht an Zufälle und wollen Muttis Tod rächen.

Kritik:
"Rache ist ein Gericht, daß man am besten kalt serviert." Dieses Sprichwort wird hier im winterlichen Detroit in Szene gesetzt.
Dank der gut ausgearbeiteten Charaktere kommt dabei eine nette Rachegeschichte heraus. Die Motivation der vier sehr unterschiedlichen Brüder ist glaubwürdig. Und es macht einfach Spass ihnen beim Aufräumen unter den bösen Jungs zuzusehen. Da gibt es auch keine falsche Zurückhaltung - sondern Rache wird geübt, wenn möglich.

Die Action ist dabei wohldosiert und bleibt ebenfalls erstaunlich glaubhaft für so einen Film. Die Autojagd über verschneite Strassen und eine extreme Ballerei im Schlußdrittel machen dabei am meisten Laune. Ansonsten geht es eher zurückhaltend zur Sache, was aber von der guten Atmosphäre ausgeglichen wird.
Die Nebenhandlungen, etwa mit der Freundin von Angel (Sofia Vergara, siehe Screenshot rechts), passen dabei gut rein und geben den Brüdern eine menschliche Note, die in vielen Rachefilmen fehlt.

Schauspielerisch gibt es von Mark Wahlberg die gewohnt gute Leistung - seine Brüder und die Bösen sind auch prima dargestellt.

Screenshots: Auf ihrem Weg zur Rache müssen sich die Brüder...


...auch die Cops vom Leib halten.


angeschaut am: 9.05.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

22 Mai 2006

 

Stay - USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Drama / Thriller
Laufzeit: ca. 99 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Interessanter Job für den Psychologen Sam Foster (Ewan McGregor) aus New York: Sein neuer Patient Henry Lethem (Ryan Gosling) behauptet, seine Eltern getötet zu haben, und kündigt an, in ziemlich genau drei Tagen Selbstmord zu begehen. Sams Freundin Lila (Naomi Watts) hatte vor einiger Zeit auch mal eine suizidale Phase und würde Henry gern helfen, was Sam für keine so gute Idee hält. Dann geschehen Dinge, die Sam an seinem Realitätssinn zweifeln lassen.

Kritik:
Ein kleiner Spoiler ist leider unvermeidlich, denn Stay ist wieder mal ein Verwirrspiel mit der Realität, was dem geübten Zuschauer schon sehr früh ersichtlich ist.
Anfangs ist das auch noch einigermaßen interessant, jedoch zieht sich der Film bereits frühzeitig und wird immer zäher. Die Verwirrungen wirken dabei nicht förderlich, sondern ziehen die Spannungskurve nach unten. Zu sehr ahnt man schon, das etwas nicht so ist wie es scheint und wartet dann doch so lang auf die Auflösung.

Letztere ist bei solchen Verwirrspielen natürlich das wichtigste Element. Bei Stay enttäuscht sie allerdings. Ohne zuviel zu verraten scheint mir die Erklärung zu dürftig, um den riesigen Verwirraufwand über 99 Minuten zu rechtfertigen.
Da hilft dann auch die prominente Besetzung nicht weiter, die eine souveräne Leistung bringt. Auch die Atmosphäre hat man bei solchen Filmen schon besser und mysteriöser erlebt.

Fazit: Mir persönlich viel zu zäh. Im Genre der "Verwirr-Filme" gibt es weitaus interessantere Vertreter, die man sich notfalls auch eher zweimal anschauen sollte, als auf Stay wertvolle Zeit zu verschwenden.

Screenshots: Sam Foster (Ewan McGregor)


Henry Lethem (Ryan Gosling)


Lila (Naomi Watts)


angeschaut am: 18.05.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten

21 Mai 2006

 

Into The Sun - Im Netz der Yakuza - USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Action / Thriller
Laufzeit: ca. 93 Min.
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
Als der Gouverneur von Tokio in aller Öffentlichkeit einem spektakulären Meuchelmord zum Opfer fällt, holt der darob besorgte CIA den wegen seiner Landeskenntnis geschätzten Travis Hunter aus dem Vorruhestand und stellt dem als eigensinnig verrufenen Veteran den unerfahrenen Grünschnabel Mac sozusagen als lebende Dienstordnung zur Seite. Gemeinsam stößt man auf revolutionäre Umwälzungen innerhalb der Yakuza, eine alte Freundin von Hunter und einen jungen Gangsterkronprinz, mit dem nicht zu spaßen ist.

Kritik:
Wer mal ein Beispiel sehen möchte, wie man einen Film nicht machen sollte, der muss sich Into the Sun ansehen.
Der Film ist eine Katastrophe. Das fängt schon damit an, dass ca. 60 % der Dialoge auf Japanisch mit Untertiteln geführt werden, was nach einiger Zeit unheimlich nervt. Ich habe nichts gegen Untertitel, schaue mir bekanntlich auch oft Filme in Originalsprache mit UT an, aber wenn ein Steven-Seagal-Actionfilm schon so viel "Lesestoff" enthält, dann ist was faul. Was wäre so schlimm daran gewesen nur einige Dialoge im Original zu belassen und den Rest einzudeutschen? So wirkt es auf jeden Fall nicht authentisch, sondern einfach nur nervig.

Der zweite Negativpunkt ist das Drehbuch, welches furchtbar ist. Die Story ist extrem langweilig, absolut vorhersehbar und in weiten Teilen unglaubwürdig. So passiert die erste Stunde kaum etwas, bis auf ein paar kleine Prügeleien. Ständig unterhält sich Seagal mit diversen Leuten. Dabei schleppt er einen jungen FBI-Agenten mit, der offensichtlich als Comic Relief dienen soll, da er in Japan eingesetzt wird ohne einen Funken Japanisch zu sprechen oder die Gebräuche zu kennen. So bestellt er in einem Restaurant "Cerveza". Sowas ist nicht lustig, sondern einfach nur dämlich. Genauso dumm wird sein Charakter dann nach ein paar kurzen Auftritten von den Yakuza's ermordet - offensichtlich um Seagals Motivation für Rache zu steigern.
Zufälligerweise haben sie auch noch seine Verlobte gekillt - ihren Tod kann man schon bei dem absolut plötzlichen Heiratsantrag vorausahnen. Auch hier versagt das Script völlig, eine nachvollziehbare Beziehung oder einen glaubhaften Charakter einzuführen.
Anstandshalber erstattet Seagal auch mal Bericht beim CIA, was aber auch keinen Wert für die Story hat.

Hab ich schon erwähnt, dass es langweilig ist? Das Drehbuch arbeitet 75 Minuten darauf hin, dass endlich der Schlusskampf stattfinden kann. Passend zum Schwertmeister Seagal erwarten die Yakuza ihn denn auch mit Schwertern, obwohl sie vorher mit Pistolen vorgegangen sind.
Was dann folgt wirkte unheimlich von Kill Bill abgekupfert (der ja selber abkupfert - nur mit Stil). Da spritzt das Blut aus den Schwertwunden, ein Arm wird abgehackt und es wird in 1,50 m breiten Gängen mit dem Schwert gekämpft, was einfach nur bescheuert ist.
Ach ja, es bleibt auch noch Zeit zwei weitere Charaktere teilnehmen zu lassen, die auch mehr oder weniger aus dem Nichts auftauchen. Ein Tättowierer und eine Schwertkämpferin, mit denen Seagal vorher vielleicht 5 Minuten zu Tun hatte.
Nach erledigter Arbeit rückt dann ein Cleanertrupp an, der alles mit blauer Pampe besprüht, um organische Materialien aufzulösen - wow, was für ein Ende...

Der Film möchte gerne authentisches Flair verbreiten, schafft das aber gar nicht, sondern wirkt einfach nur peinlich. Besonders am Anfang wird auch noch ständig zwischen den Schauplätzen gewechselt, so dass der Zuschauer völlig verwirrt wird, was aber auch eine Kunst ist, angesichts der superdünnen Gangster-Story. Alleine die Begründung, warum Seagal als (Ex-)CIA Mann (der am Anfang einen Einsatz total unprofessionel versaut) vom FBI für Ermittlungen in Japan benutzt wird ist an den Haaren herbeigezogen.
Die Japaner im Film wirken allesamt sehr klischeehaft - inspiriert von diversen asiatischen Filmen, aber ohne Biss, dafür ist Seagal viel zu dominant als westliches Element, auch wenn er viel japanisch spricht.
Ab und zu gibts auch noch ein paar billige CGI-Effekte, wie Satelliten, die irgendwas überwachen, was für die Handlung aber irrelevant ist.

Steven Seagal selber wirkt alt und langsam - für einen Kampfsportler zwei schlechte Attribute. Es gibt wie gesagt Schwertkampf von ihm und ansonsten nur schnell zusammengeschnitte Karateschläge, die offensichtlich kaschieren sollen, wie langsam und übergewichtig er geworden ist. Seine Schauspielerei war ja noch nie besonders, aber seine jüngsten Filme werden eigentlich stetig schlechter.
Die anderen Darsteller sind durchwachsen. Bei manchen Japanern tut es einem fast leid, dass sie sich für so ein Drehbuch hergeben müssen, bei vielen anderen gibt es das bekannte asiatische Overacting. Als optisches Highlight fällt einem Kanako Yamaguchi als Nayako (Seagals Verlobte) auf, deren Rolle jedoch leider viel zu klein bleibt. Ebenso wie die Schwertkämpferin, die zwar einen coolen Auftritt hat, deren Rolle jedoch ziemlich unpassend wirkte - zu offensichtlich inspiriert von den diversen schwertkämpfenden Frauen im Action-Kino der letzten Jahre.

Die Action, die man sich von so einem Film erhofft ist bis auf das Finale nicht vorhanden. Und das ist wie gesagt sehr, sehr schlecht "inspiriert" von Kill Bill.
Und ein Actionfilm ohne Action ist zwangsläufig eine Enttäuschung, noch dazu wenn der Mangel nicht durch ein spannendes Drehbuch oder gute schauspielerische Leistungen aufgewogen werden.

Fazit: Katastrophaler Langweiler, der nur wegen einiger blutiger Effekte von mir 1,5 Gnadenpunkte bekommt.

Screenshots: Kanako Yamaguchi als Seagal's Verlobte Nayako.


Im Finale werden die Schwerter rausgeholt.


Zum Schluß räumen dann die Cleaner auf.


angeschaut am: 19.05.2006
Normale Wertung: 1,5 von 10 Punkten

20 Mai 2006

 

Dead End - FRA/USA 2003

OFDB-Link
Genre(s): Horror / Mystery / Thriller
Laufzeit: ca. 80 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Wie jedes Jahr und mit gemischten Erwartungen reist die vierköpfige Familie Harrington zu Weihnachten zu Muttis Verwandten auf's Land, diesmal zur Abwechslung mit Töchterchens neuem Lebensabschnittsgefährten im Gepäck und auf einer neuen, angeblich kürzeren Route. Dort, in undurchdringlichem Tann fernab jeder beleuchteten Zivilisation, läuft die Fahrt nach einem fast fatalen beinahe-Zusammenstoß seltsam schaurig aus den Fugen, und wird Familienmitglied nach Familienmitglied vom Sensenmann geholt.

Kritik:
Dead End ist ein kleiner, gemeiner Horrorfilm. Eher zurückhaltende Gewaltdarstellung, aber doch recht krasse Momente und was eigentlich am wichtigsten ist, eine gruselige Atmosphäre. Lange rätselt man, wer oder was hinter den Tötungen steckt und ob es überhaupt einen Ausweg gibt.
Wenn dann nach der knackig-kurzen Laufzeit die Auflösung kommt, dann ist das eine Überraschung, die das vorher Gesehene in ein komplett anderes Licht rückt und mir persönlich gut gefiel.

Die Rollen sind prima besetzt. Durch ihre ständigen Streitereien wirken die Familienmitglieder umso realistischer in dem sonst eher gruslig-surrealen Szenario.

All das macht Dead End zu einem Geheimtipp aus dem Low-Budget-Bereich und gibt eine Wertung von 7 Punkten.

Screenshots: Friede, Freude, Familienausflug.


Doch einer nach dem anderen werden die Familienmitglieder entführt...


...und hingemetzelt.


angeschaut am: 14.05.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

19 Mai 2006

 

Hardcore - GRE 2004

OFDB-Link
Genre(s): Drama
Laufzeit: ca. 96 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Weil sie nun mal nichts besseres können, verdingen sich die minderjährigen besten Freundinnen Maria und Nadja als Huren im Hostessenservice eines Gangsters, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Während Maria dies als notwendiges Übel begreift, beweist Nadja wahres Talent für den Job. Das hindert sie aber nicht daran, eines Tages den Chef und einen Haufen anderer Leute einfach über den Haufen zu schießen. Geschickt schlüpft sie hernach in die Opferrolle und startet zum Erstaunen aller eine Medienkarriere.

Kritik:
Hardcore funktioniert anfänglich ganz gut. Zum einen ist das Milieu um die jugendlichen Prostituierten ziemlich schockierend, zum anderen sind die Beziehungen der Jugendlichen untereinander ganz interessant.
Heftig ist es schon, wenn der Chef Neuzugänge mit Dildos erst mal ein wenig "auflockert" bevor sie sich die Kundenhierarchie hocharbeiten dürfen. Die Top-Kunden hat der Zuhälter dabei seinen Lieblingen vorbehalten. Im Einklang mit der griechischen Geschichte scheut der Film dabei auch nicht vor der homosexuellen Seite der Prostitution zurück.

Das solch ein Job der geistigen Gesundheit im Teenageralter nicht unbedingt zuträglich ist, zeigt sich dann allmählich und die Morde sind wenig überraschend, ja sogar teilweise nachvollziehbar.
Danach gehts dann leider steil bergab mit dem Film.
Anstatt für ihre Taten bestraft zu werden kommt die Täterin davon und wird auch noch ein Star. Mithilfe ihrer Berufserfahrung macht sie sich den Chef des Fernsehsenders gefügig und führt ein prima Leben, dass eigentlich nur von ihrem Freundin getrübt wird, die sich in der neuen Situation gar nicht mehr zurechtfindet.
Ohne zuviel zu verraten ahnt man das Ende schon, denn die Story verrennt sich zusehends und kann kaum noch glaubwürdig aufgelöst werden.
Die Verwirrung perfekt machen dabei surrealistische Elemente, wie ein Drogendealer, der in Horoskopen spricht und Szenen in einer Traumwelt. Die Trennung von Realität und Träumen fällt dabei ziemlich schwer.

Die beiden Hauptdarstellerinnen machen ihre Sache sehr gut. Ihre Charaktere werden ausführlich dargestellt. Aber auch die Nebendarsteller sind gut.
Hardcore-mässig geht es übrigens nicht ab. Es gibt zwar nackte Haut zu sehen, jedoch ist der Kontext so negativ, dass es klar als künstlerische Notwendigkeit erkennbar ist, und keine plakative Nacktheit, um zu provozieren.
Die Darstellung der (Jugend-)Prostitution ist wirklich gut gelungen und wirkt dementsprechend abtörnend.

Alles in allem ein Film, der stark anfängt und dann leider nachlässt. Ein zugegeben schwieriges Thema wurde künstlerisch anspruchsvoll in Szene gesetzt und (mit sicher kleinen Mitteln) inszeniert.
Sicher nichts für Otto Normalzuschauer. Von mir gibts 6 Punkte für den starken Anfang, die tollen Darstellerinnen und die stylishe Optik.

Screenshots: Die Freundinnen Nadja und Maria...


...sowie ein Stricherkollege, ...


...den Nadja zu einem Mord anstachelt.


angeschaut am: 14.03.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

18 Mai 2006

 

Buffalo Soldiers - USA/BRD/GB 2001

OFDB-Link
Genre(s): Drama / Komödie / Krimi
Laufzeit: ca. 94 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Deutschland, 1989, kurz vor dem Mauerfall. Die Soldaten einer US-Kaserne dealen mit Drogen und Waffen. Allen voran nutzt der junge, smarte Ray Elwood (Joaquin Phoenix) die Naivität der anderen für seine Zwecke. Doch als der neue Sergeant Lee, ein knallharter Vietnamveteran, das Kommando übernimmt, ist es vorbei mit dem beschaulichen Leben auf der Basis. Als Ray dann auch noch eine Affäre mit Lees Tochter anfängt, heftet Lee sich an Elwoods Fersen und gefährdet so dessen letzten großen Deal...

Kritik:
Der Film wirkt wie die erwachsene Version von Immer Ärger mit Sergeant Bilko - böse und sarkastisch zeigt er den stumpfsinnigen Armee-Alltag aus den Zeiten des kalten Krieges, als die Army (noch) nichts zu tun hatte.
So schlagen die Soldaten dann auch ihre Zeit mit Drogen und Indoor-Football tot, was in Kombination gleich zu Anfang zu einem Toten führt.

Die Story um Ray Elwood, gespielt von Joaquin Phoenix, weiss zu unterhalten, was nicht zuletzt an dem guten Hauptdarsteller und der supporting cast liegt.
Abseits des Sarkasmus fehlt dem Drehbuch zwar das letzte Quentchen Spannung, aber die bitterböse Abrechnung mit der Armee, in der es auch in Friedenszeiten massiv Tote gibt, ist (vor allem für Gediente) witzig und mir 6,5 Punkte wert.

Screenshots: Unter Drogeneinfluß Panzer fahren ist keine gute Idee.


Elwood (Joaquin Phoenix) im Stress: Beziehung mit der Tochter vom Spiess...


...und Drogen abkochen.


angeschaut am: 23.03.2006
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten

17 Mai 2006

 

Paradise Now - BRD/FRA/ISR/NED 2005

OFDB-Link
Genre(s): Drama
Laufzeit: ca. 91 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Die Palästinenser Khaled (Ali Suliman) und Saïd (Kais Nashef) sind seit ihrer Kindheit dicke Freunde. Nun sollen sie gemeinsam mit Sprengstoff beladen nach Tel Aviv reisen und dort unter maximaler Passantenbeteiligung detonieren. Nicht einmal zum richtigen Abschied von der Familie reicht es, denn natürlich soll ihre Mission so geheim wie möglich bleiben. Als Belohnung winken Jungfrauen im Paradies. Zunächst jedoch sehen sich die zukünftigen Märtyrer mit recht irdischen Problemen und den Tücken des Objekts konfrontiert.

Kritik:
Gabs tags zuvor noch mit House of the Dead Trash pur ist heute eine 180° Drehung angesagt.
Paradise Now ist anspruchvolles Kino und war dieses Jahr für den Auslands-Oscar nominiert.
Die Thematik ist natürlich sehr heikel, trotzdem hat man es geschafft den Film ohne allzu plakative Zeigefinger zu inszenieren. Das ist auch gar nicht nötig, wenn man miterlebt, wie routiniert die Benachrichtigung und Präparierung der Selbstmordattentäter vonstatten geht, die bis dato ziemlich normal wirkten.
Sehr gut gefiel mir, wie deutlich man erkennt, dass die Drahtzieher unheimlich geübt darin sind, entsprechende Kandidaten auszuwählen, sie zu überzeugen, sich aber selber schön rauszuhalten aus den selbstmörderischen Aktionen.

Leider zieht sich der Film in der Mitte ein wenig, als alle nach Said suchen. Auch scheinen mir die Zweifel, die in Khaled nach dem Gespräch mit Said's Bekannter aufkommen, etwas zu plötzlich zu erscheinen. Machte er doch zuvor einen sehr überzeugten Eindruck - grandios seine Abschiedsrede, die von technischen Pannen und der totalen Pietätlosigkeit seiner "Kameraden" unterlaufen wird.
Der Schluß kommt wenig überraschend und passt ebenfalls sehr gut. Ich finde es dabei ok, dass der Film dort endet, wo auch das Leben von Said endet, ohne die Folgen explizit zu zeigen - die kann man sich als Zuschauer gut vorstellen.

Der Film schafft es auf alle Fälle mit guten Darstellern eine interessante und ungewohnte Sichtweise auf den täglichen Terror in Nahost zu liefern. Politische Meinungen werden dadurch sicher nicht geändert, doch ruft er einem diesen Konflikt wieder ins Gedächtnis, an den man sich leider schon zu sehr gewöhnt hat.

Solide inszeniert, mit leichten Längen im Mittelteil. Trotzdem fesselnd. 7 Punkte.

Screenshots: Wirken die beiden Freunde anfangs noch ganz normal...


...so lassen sie sich wenig später zu lebenden Bomben präparieren.


Auch Said's aufkeimendes Interesse an Suha (Lubna Azabal) kann ihn nicht ernsthaft von seinem tödlichen Vorhaben abbringen.


angeschaut am: 16.05.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

16 Mai 2006

 

House of the Dead - BRD/CAN/USA 2003

OFDB-Link
Genre(s): Action / Horror / Splatter
Laufzeit: ca. 87 Min. (Uncut)
Alterseinstufung: FSK 18 (SPIO/JK)

Inhalt:
Fünf junge Freunde möchten einer Tanzveranstaltung unter freiem Himmel auf einer sonstenfalls angeblich unbewohnten Insel in Amerikas Nordwesten beiwohnen. Als sie die Fähre verpassen, ist man auf die Hilfe eines vierschrötigen Kutterkaptäns angewiesen, der, wie sich heraus stellt, in großem Rahmen Waffen schmuggelt. Letzeres erweist sich bei der Ankunft als unbedingter Vorteil, da nämlich ein auf dem Eiland wütender Mad Scientist sämtliche Tanzgäste in Zombies verwandelte. Ein wüste Schlacht auf Leben und Untod nimmt ihren Lauf.

Kritik:
Mit diesem Film begann Regisseur Uwe Boll mit seiner Welle der Comicverfilmungen, die bei den Kritikern erst Entsetzen hervorriefen und inzwischen zu einem Boll-bashing geführt haben. Egal was der Mann macht, es wird von vorneherein als schlecht angesehen.
Dementsprechend negativ war auch alles, was ich im Vorfeld über House of the Dead gelesen hatte.

Unter herkömmlichen Gesichtspunkten gesehen ist der Film schlecht, daran gibt es keinen Zweifel.
Das Drehbuch ist mies und dient nur dazu um die Actionszenen aneinanderzureihen. Spannung gibt es auch keine - u.a. dank eines Erzählers, der anfangs schon verrät, dass alle ausser ihm sterben.
Die Schauspieler sind gelangweilt (Jürgen Prochnow) bis grottig schlecht (Rest).
Und die Videospiel-Einblendungen tun ihr übriges, um den Film noch trashiger zu machen.

Doch unter Horror- und Trash-Gesichtspunkten kann der Film durchaus punkten. Es gibt nackige Mädels und jede Menge gut-gemachte Action, sowie ein paar ganz gute Splattereinlagen. Das ist weit mehr als man von vielen anderen Horrorfilmen behaupten kann. Highlight ist eine sehr lange Action-Szene, wo dutzende Zombies niedergemetzelt werden. Insofern fand ich House of the Dead durchaus unterhaltsam. Man darf bloss nicht den Fehler machen, und sich von der Story irgendwas erwarten.
Etwas Alkohol zum Film kann sicher auch nicht schaden - dann wirds sogar recht amüsant, wenn man den Ravern zusieht, die sich unvermittelt in Matrix-mässige Kampfmaschinen verwandeln, oder den Zombies, die sich nicht entscheiden können, ob sie nun Sprinter oder Schlurfer sein wollen. Was der Oberzombie, der im letzten Drittel aus dem Hut gezaubert wird, um dem ganzen wenigstens etwas Story einzuflössen, eigentlich auf der Insel will, ausser rumgammeln, ist auch nicht ersichtlich.

Auf mich wirkte das ganze wie eine gutgelaunte Abschlussarbeit der Filmhochschule, wo jeder das gelernte umsetzen darf - dementsprechend gibts dann sinnlose Bullet-Time Effekte, überbordende Shootouts, sowie Splattereffekte, die klar als Effekte erkennbar sind.
Das, und der Verzicht auf Story und ordentliche Darsteller gibt dem Film aber auch eine Art trashigen Charme.
Dazu kommt eine Laufzeit, bei der eigentlich kaum Längen aufkommen.
Grade im Horrorbereich habe ich schon weitaus schlechtere und langweiligere Filme gesehen, die längst nicht so verachtet und gebasht werden, wie House of the Dead.
Letztendlich liefert der Film ziemlich genau das ab, was man man sich von der Verfilmung eines trashigen Videospiels erwartet. Und das meine ich durchaus nicht negativ.

Fazit: Normalzuschauer interessiert sowas eh nicht - Trashfreunde und Splatterfans sollten durchaus einen Blick riskieren - am besten im Partyrahmen. Der Film ist weit besser, als sein Ruf und der seines Regisseurs.

Für ein tolles Langreview empfehle ich wiedermal Badmovies.de.

Screenshots: Uns Uwe weiss, ...


...was er dem gemeinen Horrorfan schuldig ist, nämlich...


...Tits and Violence.


Der KaLeu und die Küstenwache übernehmen das Kommando.


Wie gut, dass eine Schwertmeisterin bei den Ravern dabei ist.


Setphoto: Kaffeepause unter Zombies.


angeschaut am: 15.05.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 6 von 10 Punkten

15 Mai 2006

 

Inside Man - USA 2006

OFDB-Link
Genre(s): Krimi / Thriller
Laufzeit: ca. 129 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
New York Cop Keith Frazier (Denzel Washington) muss sich Anschuldigungen aus den eigenen Reihen erwehren, als er und sein Partner zu einem Banküberfall in der Innenstadt gerufen werden. Dort müssen die Cops erkennen, dass der Bankräuber Dalton Russell (Clive Owen) einen perfekten Plan ausgetüftelt hat und auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Eine besondere Rolle beim darauffolgenden Katz-und-Maus-Spiel kommt der Anwältin Madaline White (Jodie Foster) zu.

Kritik:
Inside Man kommt mir ein wenig vor wie eine Hommage an die Bankraub-Filme der 70er. Auf der einen Seite gibt es den Bankräuber, mit dem perfekten Plan, auf der anderen Seite die ermittelnden Polizisten, die irgendwann merken, dass sie Teil des Plans sind und akzeptieren müssen, dass ihnen der "Böse" überlegen ist.

Regisseur Spike Lee inszeniert den Film als sehr solides Mainstream-Kino, ohne irgendwelche Sperenzchen. Zur Verfügung steht ihm dafür eine edle Schauspielergarde, mit deren Hilfe kaum was schieflaufen kann (obwohl man sie alle schon in besserer Form gesehen hat, was sicher auch am Drehbuch liegt).
So weiss der Film gepflegt zu unterhalten, ohne allerdings irgendwelche erinnerungswürdigen Eindrücke zu hinterlassen.
Dass Storyelement über den fiesen Bankchef, der ein finsteres Geheimnis in einem Schliessfach aufbewahrt, fand ich ehrlich gesagt auch wenig prickelnd und ziemlich konstruiert.
Ein wenig mehr Tempo, wie im Anfangsteil, hätte dem Film sicher auch nicht geschadet - vor allem zum Schluss zieht er sich etwas dahin, bis man zur (absehbaren) Auflösung kommt.

Alles in allem solides, unterhaltsames Hollywood-Popcornkino, aber auch nicht mehr.

Screenshots: Denzel Washington als Cop,...


...der sich u.a. mit einer zwielichtigen Anwältin (Jodie Foster) arrangieren musss.


angeschaut am: 10.05.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

14 Mai 2006

 

Der Beweis - Liebe zwischen Genie und Wahnsinn - USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Drama
Laufzeit: ca. 100 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
Jahrelang umsorgte Catherine (Gwyneth Paltrow) ihren Vater, den genialen, doch später demenzkranken Mathematikprofessor Robert (Anthony Hopkins). Nun ist der Alte verblichen, und Catherine fragt sich verunsichert, ob sie neben einem Talent für komplizierte Rechenaufgaben auch dessen Krankheit geerbt haben könnte. Ein charmanter Student (Jake Gyllenhaal) hilft ihr beim Sortieren von Vaters Nachlass, und gemeinsam machen sie eine erstaunliche Entdeckung.

Kritik:
Nach einem stark gespielten und interessanten Anfang geht dem Film leider nach ca. der Hälfte der Handlung die Puste aus.
So konzentriert sich die Handlung anfangs auf Catherine und die Frage, ob sie nun genauso verrückt wird, wie ihr Vater und ob sie eventuell durch die neue Liebe aus ihrer Depression gezogen werden kann, schwenkt dann aber leider zu stark auf das gefundene Manuskript mit dem mathematischen Beweis.
Bei der ganzen Diskussion, wer denn nun den Beweis verfasst haben könnte, geht der rote Faden und das Interesse des Zuschauers an den Charakteren leider ziemlich verloren.

Schauspielerisch gibt es eine sehr starke Performance von Gwyneth Paltrow zu sehen, der man ihren Charakter voll abnimmt. Jake Gyllenhaal, Anthony Hopkins und Hope Davis als Catherine's Schwester spielen ihre Rollen gewohnt souverän, ohne jedoch gross gefordert zu werden.

Sehr gut gefiel mir der Score von Stephen Warbeck, der gut zur Handlung passt.

Fazit: Leider wurde die grosse Chance auf einen besseren Film vertan. Stattdessen gingen dem Drehbuch zur Hälfte die Ideen aus. Deswegen nur leicht überdurchschnittlich wegen der starken Leistung von Gwyneth Paltrow.

Screenshots: Catherine (Gwyneth Paltrow) und ihr verrückter Vater (Anthony Hopkins).


(Jake Gyllenhaal) verliebt sich in die depressive Catherine.


angeschaut am: 13.05.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

11 Mai 2006

 

Bestie Krieg - ISR/USA 1988

OFDB-Link
Genre(s): Abenteuer / Drama / Krieg
Laufzeit: ca. 105 Min. (Uncut)
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Afghanistan 1981: Nachdem ein sowjetischer Panzerverband ein Dorf der Mudjahedin zerstört hat, verfolgen die Rebellen einen versprengten Tank. Der wird von einem tyrannischen Vollblutsoldaten befehligt, der erst den afghanischen Soldaten seiner Besatzung tötet und dann den renitenten intellektuellen Panzersoldaten in einer gemeinen Falle zurückläßt. Kowertschenko wird von den Mudjahedin gefunden, doch bevor die Frauen ihn steinigen können, verpflichtet er sie, ihm mit dem Ruf 'Nanawatei'Zuflucht zu gewähren. Er schließt sich den Rebellen an und beteiligt sich an der Vernichtung des Panzers.

Kritik:
Der Film beginnt mit der Auslöschung eines afghanischen Dorfes durch eine russische Panzereinheit. Sicher die actionreichste Szene des Films, die in Sachen krasser Gewalt schon mal die Messlatte sehr hoch legt. So wird Giftgas gegen steinewerfende Frauen eingesetzt, noch stehende Häuser inklusive Geflüchteter mit Flammenwerfer und Granaten zerstört und als trauriger Höhepunkt ein Mudschahedin langsam von einem Panzer überrollt.
Danach ist man als Zuschauer geschockt und die Handlung entfaltet sich. Die Besatzung des verirrten Panzers gerät angesichts ihrer Fehlfahrt im Feindesland zusehends in Panik - der Kommandant metzelt skrupellos die eigenen Leute nieder.

Bestie Krieg zeigt auch die Mudschahedin, die den Panzer verfolgen, recht objektiv und präsentiert sie (gottseidank) nicht als Ikonen der Freiheitsbewegung, wie in Rambo III geschehen. Nein, der Film zeigt beide Seiten als Kriegsteilnehmer, die dabei ihre Menschlichkeit verlieren. Die Russen sind dabei die geübteren Soldaten, die mit schmutzigen Tricks gegen ihre Verfolger vorgehen.
Der heute schon fast in Vergessenheit geratene Krieg wird dabei einerseits so schonungslos gezeigt, wie er war, und andererseits vermittelt er durch seine kargen Landschaftsaufnahmen und die zerstrittenen Afghanen ein zutreffendes Bild von einem zerstrittenen Volk ohne Perspektive.
Der Film ist spannend inszeniert und gut gespielt von den Darstellern. Die Inszenierung ist gut gelungen - Kameraführung und Schnitt passen zu dem rauhen Szenario.
Zudem verfügt der Film über einen 80er Jahre Charme - eine Zeit als man noch ohne Computertricks auskam und vor Ort und sicherlich widrigen Bedingungen gedreht hat.

Screenshot: Der Panzer überrollt den afghanischen Gefangenen.


angeschaut am: 6.03.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

10 Mai 2006

 

Hostel - USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 97 Min.
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
Im Osten Europas ist das Leben billig. Das müssen die College Boys und Rucksacktouristen Paxton (Jay Hernandez), Josh (Derek Richardson) und Oli (Eythor Gudjonsson) schmerzvoll am eigenen Leibe erfahren, als sie schlecht beraten von Amsterdam nach Bratislava jetten, um sich dort von wohlfeilen Ludern verwöhnen zu lassen. Statt heißen Miezen treffen die US-Kids nämlich auf eine florierende Subindustrie, bei der solvente Kunden die hohe Kunst des Mordens üben.

Kritik:
Selten wird ein Horrorfilm im Vorfeld von großem Hype, auch in Mainstream-Kreisen, begleitet. Hier war es der Fall. Sehr geschickt wurde die Werbung der modernen Mundpropaganda überlassen - dem Internet. Präsentiert wird der Film von Quentin Tarantino und der japanische Kultregisseur Takashi Miike (Ichi the Killer) hat einen Gastauftritt.
So war ich dann auch sehr gespannt auf das neue Werk des Regisseurs Eli Roth, der mit Cabin Fever schon einen guten Horrorfilm nach klassischem Muster vorgelegt hat.

Hostel
lässt sich anfangs Zeit, um seine Charaktere darzustellen, mit denen sich sicher viele männliche Zuschauer identifizieren können, wenn sie zum Party-machen durch Europa ziehen. Man wird fast schon mit einem "Eis am Stiel"-Feeling eingelullt (Party + Busen). Doch nach ca. 35 Minuten wendet sich das Blatt. Wer es nicht sowieso schon im Vorfeld weiss, der ahnt bald, dass etwas faul ist im Staate Slowakei. Die Touristen checken reihenweise aus, ohne sich zu verabschieden.
Es dauert nicht lange und wir sehen auch, was mit ihnen geschieht. Hier werden die hohen Erwartungen an einen ultraharten Horrorschocker dann teilweise erfüllt. Es gibt ein paar sehr krasse Momente. Jedoch hätte ich mir persönlich noch etwas mehr versprochen, nach dem was im Vorfeld zu lesen war.

Die schauspielerischen Leistungen gehen in Ordnung. Die Charaktere bleiben bewusst klischeehaft, aber gut vorstellbar.
Die Atmosphäre ist gut gelungen - die authentischen Drehorte sorgen dafür.
Das, für einen Hollywood-Film lächerlich kleine, Budget von 4 Mio. US-Dollar wurde hier gut angelegt - vor allem natürlich die Spezialeffekte in Sachen Gore können voll überzeugen.

Letztlich bleibt Hostel ein wenig hinter meinen, zugegebenermassen sehr hohen, Erwartungen zurück. Die krassen Momente sind etwas zu rar, die sonstige Story zu flach und vorhersehbar, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.
Andererseits ist der Film geradlinig und bleibt halbwegs glaubhaft (die Hauptfigur verwandelt sich nicht plötzlich in Rambo, sondern versucht einfach sein Leben zu retten).

Insgesamt bleibt ein Horrorfilm, der den Genrefan kurzweilig zu unterhalten versteht. Positiv finde ich hier, dass es ein weiterer harter Schocker auf die Kinoleinwände schafft, und dort erfolgreich ist, anstatt, wie früher üblich, in den Videotheken zu versauern.
Auf jeden Fall gespannt sein darf man auf die nächsten Horror-Projekte von Regisseur Eli Roth.

Screenshots: Wer könnte diesen beiden Damen schon widerstehen?


Die drei Rucksacktouristen auf jeden Fall nicht.


Im Folterkeller.


angeschaut am: 10.05.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

09 Mai 2006

 

Freeze Frame - GB/IRL 2004

OFDB-Link
Genre(s): Krimi / Thriller
Laufzeit: ca. 95 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Weil er vor gut einem Jahrzehnt fälschlich in den Verdacht geraten war, eine ganze Familie ausgelöscht zu haben, zeichnet der Vollzeitparanoiker Sean Veil sein komplettes Dasein auf Video auf, um nie wieder in die Verlegenheit zu kommen, ohne Alibi dazustehen. Als eines Tages die Polizei an seine Kellerpforte klopft, fehlen ausgerechnet jene Tapes, die diesmal gefragt wären. Veil ergreift die Flucht und versucht auf eigene Faust, Licht ins Dunkel des Falls zu bringen. Dabei erhält er Hilfe von gänzlicher unerwarteter Seite.

Kritik:
Der Film schafft es sehr gut eine unheimliche, verstörende Atmosphäre aufzubauen. Zum einen durch die abgedrehte Hauptfigur, zum anderen durch den konsequenten Einsatz von Videokameras (aus ungewöhnlichen Winkeln).
Das trägt gut über die Einführungsphase zu Anfang, bis man in der Story drin ist. Ein großes Kompliment muss man an dieser Stelle dem Hauptdarsteller Lee Evans machen, den man sonst eher aus komischen Rollen kennt. Er spielt den Paranoiden wirklich hervorragend und trägt enorm dazu bei, dass die beklemmende Atmosphäre des Films sich so entfaltet.
Die Story gibt auch einiges an Spannung her. Man rätselt, wer sich zum Schluss wohl als Mörder entpuppen wird.

Nun, die schlussendliche Auflösung und das in meinen Augen etwas übertriebene Finale ziehen den Film dann doch wieder etwas runter. Es kamen mir dann doch einige Zweifel, ob die Handlungen der Personen schlüssig sind. Auch hätte mir ein überraschenderes Ende besser gefallen, wie man es in letzter Zeit in vielen Schizophrenie-Thrillern hatte.

Sei es drum - Freeze Frame ist ein Thriller, der sein (sicher) kleines Budget voll ausgenutzt hat und einen prima Eindruck hinterlässt. Spannend und empfehlenswert.

Screenshots: Sean Veil (Lee Evans) checkt eine Kamera...


...und beim Polizeiverhör.


angeschaut am: 8.05.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

08 Mai 2006

 

Attack the Gas Station! - KOR 1999

OFDB-Link
Genre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 105 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Vier unzufriedene koreanische Jugendliche machen sich auf und überfallen eine Tankstelle. Als sie am nächsten Tag in einem Nudel-Shop zusammensitzen, beschließen sie aus Spaß, gleich noch einmal die selbe Tankstelle auszurauben. Da sie diesmal die Kassen leer vorfinden, fesseln sie die Angestellten und kassieren das Geld von den Autofahrern einfach selbst ab. Als sich einige Autofahrer über den schlechten Service beschweren, werden diese auch gleich gekidnappt. So geht es weiter mit Kämpfen zwischen Straßen-Gangs, Gangstern und der Polizei...

Kritik:
Die Beschreibung klingt gar nicht mal so uninteressant. Der Film entpuppt sich allerdings als einer der schlechtesten, die ich je gesehen habe.
Nicht nur, dass das Drehbuch absolut einfallslos bleibt, es wird auch noch bei jeder Gelegenheit Gewaltverherrlichung betrieben. "Dieses Wort aus meiner Feder?" werdet ihr euch fragen "...und mit negativem Kontext?" - Ganz genau so ist es. Die Geiseln werden in dieser "Komödie" bei jeder Gelegenheit geschlagen und gedemütigt - egal ob sie es "verdient" haben oder nicht. Und als im weiteren Verlauf noch mehr Geiseln dazu kommen, unterstützen die ersten Geiseln auch noch dieses Treiben.
Überhaupt wird versucht alle Probleme hier mit Gewalt zu lösen - davon ist keiner ausgenommen, weder Polizei, noch Fastfood-Lieferanten. So kommt es dann zum Schluss zum Showdown, wenn alle möglichen Gruppierungen an der Tankstelle auftauchen und sich kloppen. Diese Situation nützen die vier ursprünglichen Geiselnehmer zur Flucht, was ihnen unverdientermassen auch noch ein Happy-End beschert.

Zwischendurch versucht man mit Rückblicken auf das Vorleben der Kidnapper eine Art Rechtfertigung für ihr Tun zu finden. So wurde der Gewalttätigste von ihnen regelmässig von den Autoritäten (Polizei?) gequält. Der andere durfte kein Maler werden, etc.
All das ist nach ca. 20 Minuten so dermassen langweilig, dass ich es kaum bis zum Ende aushielt. Verglichen mit dem hier gebotenen sind selbst die übelsten Bud Spencer/Terence Hill "Hau drauf!" - Filme eine Offenbarung für jeden Cineasten.
Schauspieler? Overacting at it's worst. Spannung oder Gags? Nicht vorhanden.

Ich räume durchaus die Möglichkeit ein, dass ich den Film einfach nicht verstanden habe. Immerhin wurde der Film ja in Deutschland auf DVD veröffentlicht, was viele, viele bessere asiatische Filme nicht schaffen.
Auch wenn man offensichtlich in Korea ein anderes Humor-Verständnis hat, als hier, fällt dieses Machwerk doch selbst im Vergleich zu eher lahmen koreanischen Komödien wie Happy Ero Christmas völlig ab. Um jeden Preis vermeiden!

Screenshots: Die vier Tankstellenbesetzer.


Eine der Demütigungsszenen.


angeschaut am: 2.04.2006
Normale Wertung: 1 von 10 Punkten

Labels: , ,


07 Mai 2006

 

American Psycho II: All American Girl - USA 2002

OFDB-Link
Genre(s): Horror / Komödie
Laufzeit: ca. 85 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Als Kind überlebte Rachel Newman nicht nur eine Attacke des Serienmörders Patrick Bateman, sondern schlug dem Unhold auch gleich noch höchstpersönlich den Schädel ein. Zur Studentin der Kriminalpsychologie gereift und in dieser Funktion mit jeder Menge Fachwissen ausgestattet, fällt ihr das Töten zunehmend leichter - insbesondere, wenn sich jemand zwischen sie und ihren angehimmelten Professor Starkman zu drängeln droht. Ob KommilitonInnen, Cops oder Bürokraten, Rachel hat für jeden eine handfeste Überraschung parat.

Kritik:
Und wieder mal schmückt sich eine Produktion mit einem bekannten Namen und hat wenig mit dem "Original" gemeinsam.
Anfangs wird eine kurze Überleitung von Teil 1 zur Fortsetzung kreirt, die ziemlich lächerlich ist, aber immerhin fühlte man sich wenigstens dazu verpflichtet.
Danach bewegt sich das Ganze dann auf bzw. unter dem Niveau bekannter College-Filmchen. Ironische Kommentare aus dem Off, die ständig die Handlung begleiten, sollen das Ganze wohl auflockern, kommen aber längst nicht so gut rüber, wie gedacht.

Die klischeehaften Schülerfiguren werden dann nacheinander gemeuchelt, was man eher andeutungsweise sieht - also für Splatterfans nichts zu holen.
Spannung ist Fehlanzeige - dafür ist die Handlung einfach zu lächerlich.

Schauspielerisch geht man den gleichen Weg, weshalb wohl auch "Captain Kirk" William Shatner als Professor für das Verhalten von Serienmördern agiert, der als Profiler-Ikone absolut lächerlich wirkt. Nun ja, das sollte wohl ironisch sein.
Einzig Hauptdarstellerin Mila Kunis (siehe Bild rechts) als Serienkillerin kann ihre Rolle einigermassen präsentieren und macht das auch recht gut, im Rahmen des schlechten Drehbuchs.

Kurzum: Eine "Fortsetzung", die dem Original Schande macht und auch als eigenständig betrachteter Film weder witzig, noch splatterig oder spannend daherkommt. Muss man nicht gesehen haben.

Screenshot: Der Professor (William Shatner) entdeckt ein Opfer.


angeschaut am: 27.04.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten

06 Mai 2006

 

Der Glaskäfig - USA 1996

OFDB-Link
Genre(s): Erotik / Thriller
Laufzeit: ca. 93 Min.
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
In einem Nachtclub trifft Paul (Richard Tyson) seine Exfreundin Jacqueline (Charlotte Lewis) wieder. Sie ist nun die Geliebte des Gangsterbosses Marko. Bei einer Schmuggelfahrt flammt die alte Liebe zwischen den beiden wieder auf. Marko funkt dazwischen.

Kritik:
Worauf kommt es bei einem Erotik-Thriller an? Natürlich auf die beiden Komponenten Erotik und Thrill.
Grade letztere ist meistens ein Problem und wird durch ein Übermaß an Erotik aufgewogen.
Doch hier herrscht leider Fehlanzeige. Mich hat vor allem enttäuscht, dass man die attraktive Hauptdarstellerin nur wenig "in Action" erlebt, während man mit mässigen Tanzvorführungen aus dem Nachtclub zugeschüttet wird.
Die Rahmenhandlung dreht sich um die kriminellen Machenschaften des Club-Besitzers, und wie Paul schliesslich Jaqueline dazu bringt, diesen gemeinsam mit ihm auszutricksen. Das ist nicht spannend und sehr vorhersehbar.

Die schauspielerischen Leistungen sind ok, fallen aber nicht weiter auf. Am bekanntesten dürfte wohl noch Eric Roberts sein, der als bestechlicher Cop dabei ist.

Fazit: Viel zu wenig Erotik und Spannung für einen "Erotik-Thriller". 2 Punkte.

Screenshots: Die Attraktion des Clubs ist Jacqueline (Charlotte Lewis),...


...die Exfreundin von Paul Yaeger (Richard Tyson), der sich als Barkeeper getarnt...


...an den Gangsterboss heranmacht, der wiederum Jaqueline bedroht.


Eines der erotischen "Highlights" in diesem müden Film.


Eric Roberts als korrupter Cop.


angeschaut am: 4.05.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten

Labels: ,


05 Mai 2006

 

Die Reise der Pinguine - FRA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Dokumentation / Tierfilm
Laufzeit: ca. 86 Min.
Alterseinstufung: FSK 0

Inhalt:
In Kolonien von sechs- bis achttausend Tieren leben die stattlichen, in ihrer charakteristischen Form und Färbung ausgesprochen würdevoll wirkenden Kaiserpinguine in den lebensfeindlichen Weiten der Antarktis. Dort brüten sie ausgerechnet im tiefsten Winter bei minus 40 Grad ihre Eier aus, um dann, stets bedroht von allerlei Naturwidrigkeiten und Fressfeinden, in endlosen Wanderprozessionen vom Gelege zum Meer und retour ihre Brut mit frischem Fisch und Krill zu versorgen.

Kritik:
Der bis dato kommerziell erfolgreichste Dokumentarfilm ist eine Ode an die Kaiserpinguine.
Wir begleiten sie auf ihrer entbehrungsreichen Reise zu ihren Brutstätten. Dabei bekommt man eindrucksvoll zu Gesicht, wie schön und ausgeklügelt die Natur ist. Die Pinguine wählen sich ihre Partner, denen sie dann auch treu bleiben und gemeinsam kümmern sie sich um den Nachwuchs.

Das alles wird mit wunderschönen Bildern gezeigt, die wirklich aussergewöhnlich hohe Qualität haben - man ist ja von den Tierdokus im Fernsehen sowas nicht unbedingt gewohnt.
Auch die Untermalung mit einem atmosphärischen Soundtrack und Songs mit Feen-Gesang passt sehr gut zu den anrührenden Bildern, die zugleich die Härte und die Schönheit der Natur und des Überlebenskampfes zeigen.

Einziger Punkt, an dem sich wohl die Geister scheiden dürften, sind die Sprecher. So kommen Mama, Papa und Kind der Pinguinfamilie zu Wort und kommentieren das Geschehen aus ihrer Sicht. Das klingt teilweise schwülstig und übertrieben. Es gibt dem Film aber auch eine ungewöhnliche Note.

Fazit: Tolle Bilder, die einen mit diesen sympathischen Tieren mitfühlen lassen.

Screenshots:




angeschaut am: 3.05.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

04 Mai 2006

 

Never Die Alone - USA 2004

OFDB-Link
Genre(s): Thriller / Drama
Laufzeit: ca. 85 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Als Jungjournalist Paul (David Arquette) zum Tatort einer Schießerei eilt und den schwer verletzten Drogendealer King David (DMX) ins Krankenhaus chauffiert, ahnt er noch nicht, wie diese Begegnung sein Leben verändern wird. Denn David, der nach New York zurück gekehrt ist, um sich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen, stirbt auf dem Operationstisch und hinterlässt Paul nicht nur ein extravagantes Pimpmobil, sondern auch ein Paket besprochener Tonbänder. Darauf befinden sich seine gesammelten Memoiren, eine Generalabrechnung aus dem Großstadtsumpf. Paul wittert die große Story und gerät bei weiteren Recherchen geradewegs in Teufels Küche...

Kritik:
Erwartet hatte ich etwas ganz anderes - einen Actionfilm mit schwarzen Darstellern, wie Romeo must die oder Cradle 2 the Grave.
Doch dies ist mehr ein Gangsterdrama, das mit geschickten Rückblenden die Geschichte vom Dealer King David erzählt. Letzterer ist wirklich ein ganz übler Gangster, dem wir nach diesen Rückblicken keine Träne nachweinen. Es wird dann schliesslich auch klar, warum er sterben musste.
Die zweite Erzähllinie befasst sich mit seinem Mörder, der nach der Tat zusammen mit seinen Freunden von ihrem Auftraggeber gejagt wird. Hier gibt es auch ein paar gute Action-Sequenzen zu sehen.

Der Film hat ein besonderes Flair, zeigt er doch das Gangsterleben und die betroffenen Personen nicht unbedingt glorifizierend. Man fühlt sich als Zuschauer ziemlich abgestossen von dem, was gezeigt wird.
Interessant ist sicher, wie die Geschichte erzählt wird und die Rolle David Arquette's, der, ebenso wie der Zuschauer, langsam mehr erfährt. Das hält die Spannung oben (auch wenn die Auflösung auch nicht allzu überraschend ist).
Die schauspielerischen Leistungen gehen in Ordnung, wobei einem jetzt keiner gross im Gedächtnis bleibt.

Ein paar Klischees weniger und etwas Action mehr hätten dem Film sicher ganz gut getan, aber auch so bleibt ein guter Unterhaltungswert. Deshalb 7 Punkte.

Screenshots: Drogendealer King David (DMX) beim Aufreissen.


Was hat sein Mörder mit ihm zu tun?


angeschaut am: 25.04.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

03 Mai 2006

 

Miranda - ITA 1985

OFDB-Link
Genre(s): Erotik
Laufzeit: ca. 96 Min.
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
Miranda (Serena Grandi) ist die verführerische und hemmungslose Wirtin einer kleinen Kneipe in der malerischen Poebene. Dort wird es der Frau Wirtin aber nie langweilig. Sie ist auf der Suche nach einem Ehemann und kann sich vor Verehrern kaum retten. Miranda genießt es, die Männer mit all ihren Reizen zu verführen und gegenseitig auszuspielen. Mal nimmt sie den einen, mal den anderen. Die Waffen der Frauen werden von ihr eingesetzt um all ihre hörigen Männer zu dominieren, denn Miranda ist frei und voller Sinnlichkeit.

Kritik:
Regisseur Tinto Brass dürfte dem grossen Publikum wohl am ehesten durch den Skandalfilm Caligula ein Begriff sein. Er hat sich auf Erotikfilme spezialisiert und ist in diesem Bereich eine echte Institution, der noch wahre Erotik abliefert und nicht bloss nackte Haut.
Auch Miranda war dabei keine Ausnahme. Die Hauptdarstellerin Serena Grandi (siehe Bild rechts) ist ein italienisches Vollweib par excellence, doch erst durch Brass Inszenierung hebt er sie auf den Erotik-Olymp. Sein Geheimnis ist dabei, wie er stets den Blickwinkel auf die Situation ändert und uns eigentlich nie den völlig ungestörten Blick auf das Geschehen gönnt. Wie ein Voyeur schleicht sich die Kamera an die Darsteller heran und erhascht nur für kurze Momente völlige Nacktheit, meist jedoch sieht man Miranda relativ bekleidet, was aber nicht minder erotisch ist. Wenn z.B. das Licht von hinten auf sie fällt und man durch den Stoff des Kleides ihre Formen erahnt, dann ist das höchst erotisch aber keinesfalls plump.

Was ich bei Brass Filmen auch immer wieder bewundere sind seine starken Frauen-Charaktere, die den Männern immer klar überlegen sind und geschickt ihren eigenen Willen durchsetzen. Auch hier ist Miranda, die ja in den 50ern lebt, schon eine sehr emanzipierte Frau, die trotzdem, oder gerade deswegen, den Männern nicht abgeneigt ist. Ihr grosses Herz und die unstillbare Leidenschaft lassen sie sich nicht auf einen Mann festlegen, was dann auch genügend Handlung für den Film hergibt. Wobei die meisten Zuschauer wohl eher von einer erotischen Szene zur nächsten schweben und weniger auf die Gesamthandlung achten, die aber auch nicht besonders kompliziert ist.

Fazit: Ein typischer Brass-Film, eine Ode an die Weiblichkeit, die den männlichen Zuschauern sicher gefällt, aber evtl. auch den Frauen. Für den Film als solches (der rein storymässig doch etwas beschränkt ist) gibt es 4,5 Punkte - für den Erotik-Faktor dagegen 7,5 Punkte.

Screenshots: Miranda (Serena Grandi) spielt mit den Männern.


Auch ein Professor verfällt ihren Reizen.


Miranda in ihrer Lieblingsposition...


...und danach.


angeschaut am: 28.04.2006
Normale Wertung: 4,5 von 10 Punkten
Erotik-Wertung: 7,5 von 10 Punkten

02 Mai 2006

 

Cry_Wolf - USA 2005

OFDB-Link
Genre(s): Thriller / Horror
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
An der privaten Elitehochschule Westlake Academy erfreut sich das Erfinden möglichst haarsträubender Gerüchte großer Beliebtheit unter der Schülerschaft. Als eine Frauenleiche gefunden wird, setzt die achtköpfige Clique der Spielerfinderin Dodger (Lindy Booth) die Mär in die Welt, ein Serienkiller habe die Tat begangen und bereits eine Liste weiterer Opfer verfasst. Als plötzlich tatsächlich Kandidaten von der Liste auf ungewöhnliche Art ums Leben kommen, ist guter Rat teuer.

Kritik:
Teenie-Slasher-Filme sind auch Jahre nach Scream noch immer im Kino präsent, wie man an Cry_Wolf sehen kann. Um es vorwegzunehmen: Von der Kino-Auswertung hätte ich abgeraten und den Film straight-to-video rausgebracht.

Es wird zwar, wie am Ende ersichtlich, mal etwas anders an die Thematik rangegangen, was durchaus spannend gelingt, aber der grosse Knaller ist Cry_Wolf nicht.
Die Story erscheint einem im Nachhinein mit ziemlichen Logiklöchern versehen, was beim Ansehen aber weniger auffällt. Die Handlung ist durchschnittlich interessant und es kommen eigentlich keine Längen auf. Der Spannungsaufbau gelingt recht gut und ist schön ansteigend, auch durch viele, falsche Fährten geprägt.
Die Darsteller gefallen, vor allem natürlich Lindy Booth als verführerisches Schulmädchen.
Doch im Prinzip ahnt man schon zu früh was kommt und auch der niedrige Gore-Faktor wirkt sich negativ aus. Der Film bleibt einfach zu brav.

Trotzdem ein Film, den sich der geneigte Genre-Fan durchaus an einem verregneten Sonntagnachmittag mal ansehen kann. 6 Punkte.

Screenshots: Dem Schul-Neuling Owen (Julian Morris)...


...wird von Dodger (Lindy Booth)...


...gehörig der Kopf verdreht. Gleichzeitig muss er mit...


...einem selbsterschaffenen Serienmörder fertigwerden.


angeschaut am: 30.04.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

This page is powered by Blogger. Isn't yours?