30 Juni 2006
Goal! - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Sport
Laufzeit: ca. 113 Min.
Alterseinstufung: FSK o.A.
Inhalt:
Santiago Munez (Kuno Becker) träumt im Barrio von LA vom Dasein als Profifußballer. Doch für eine solche Karriere hat sich der aus Mexiko zugereiste Jüngling mit den USA eine denkbar schlechte Startrampe gewählt. Die Wende kommt, als das Auge des Talentscouts Glen Foy (Stephen Dillane) auf die Spielfertigkeit von Santiago fällt. Prompt flattert eine Einladung zum Probetraining bei Englands traditionellem Erstliga-Club Newcastle United ins Haus. Doch auf dem fremden Terrain muss auch ein gewiefter Knabe wie Santiago sich erst einmal durchsetzen.
Kritik:
Sportfilme sind doch was schönes.
Man nehme das Schema: Junger, talentierter Mensch, meist aus armen Verhältnissen, macht Sport aus Spass, bekommt die Chance auf mehr Erfolg und dank viel Übung und dem Willen sich Rückschlägen entgegenzustellen, gelingt der große Wurf.
Dieses Rezept wurde auch hier wiedermal beherzigt. Der Realismus bleibt hierbei zwar noch stärker auf der Strecke, als das normalerweise der Fall ist, doch funktioniert der Film ganz gut.
Oder kann sich jemand ernsthaft vorstellen, dass ein Spieler ein mexikanischen Schülermannschaft nur aufgrund seines Talents innerhalb von 4 Wochen den Aufstieg in die A-Mannschaft eines englischen Erstligisten schafft?
Nichtsdestotrotz geht das Rezept aber wiedermal auf. Santiago ist ein liebenswerter Charakter, der sich nebenbei auch noch verlieben darf und mit seiner ehrlichen Art auch einen versnobten Stürmerkollegen wieder auf den Pfad der Tugend zurückbringt. Auch das schwierige Verhältnis zu seinem Vater wird thematisiert.
Also genug Stoff, der auch für Nicht-Fußballfans geeignet ist.
Das Ganze wurde interessant in Szene gesetzt und macht den Film zur kurzweiligen Unterhaltung.
Innovationen fürs Sportfilm-Genre braucht man sich nicht zu erwarten - dafür aber einen solide inzensierten Beitrag dazu.
PS: Der Film ist, wie man lesen kann, der erste Teil einer Trilogie, die Santiago's Werdegang vom Amateur zum Fußball-Weltmeister begleiten soll.
Screenshots: Santiago Munez (Kuno Becker) stürmt für Newcastle...

...bei denen auch der versnobte Superstar Gavin Harris (Alessandro Nivola) unter Vertrag ist.

Santiago's Love Interest ist die süsse Krankenschwester Roz (Anna Friel).

angeschaut am: 25.06.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
29 Juni 2006
The Hills Have Eyes - USA 1977
OFDB-LinkGenre(s): Horror
Laufzeit: ca. 90 Min. (Uncut)
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Die Familie Carter ist mit ihrem Wohnmobil auf dem Weg in den Sommerurlaub nach Kalifornien, als sich Mitten in der amerikanischen Wüste eine Panne ereignet. Das Gebiet, von der Air Force als Atomversuchsgelände genutzt, scheint verlassen und so machen sich Zwei der Familienmitglieder auf den Weg, um Hilfe zu holen, während die Anderen zurückbleiben.
Sie ahnen nicht, dass sie aus den Hügeln von einer hungrigen Kannibalenfamilie beobachtet werden...
Kritik:
Ein Film, der sich langsam an den Zuschauer heranschleicht und dann hart zuschlägt.
The Hills Have Eyes nimmt sich zunächst mal viel Zeit, um die Familie vorzustellen, die sich ausgerechnet eine so entlegene Wüstengegend ausgesucht hat, um irgendeine verlassene Mine zu besichtigen.
Die Familie mit Papa und Mama Rentner, ihren drei Kindern, Schwiegersohn und Enkel bietet genug Möglichkeiten zur Identifikation. Vor allem auch die blankliegenden Nerven bei dem umstrittenen Ausflug in die Wüste sorgen für Realismus.
Ähnlich wie bei Texas Chainsaw Massacre und anderen Filmen ist es mal wieder das amerikanische Hinterland, bzw. eine gottverlassene Gegend, in der eine von der Radioaktivität des Atomwaffentestgebietes degenerierte Familie lebt und auf Beute wartet. Mehr als dieses einfache Setting braucht es dann auch nicht.
Wir sehen, wie die Urlauber, die mittlerweile wegen eines Schadens am Auto nicht mehr weiterfahren können, belauert werden und die Angreifer dann in der Nacht zuschlagen.
Dieser Angriff wurde so realistisch in Szene gesetzt, dass man als Zuschauer schon geschockt wird, obwohl nicht allzuviel Gore zu sehen ist. Wunderbar wird die Hektik dieser Situation rübergebracht.
Die degenerierte Familie selber wirkt mit ihrer abenteuerlichen Bekleidung auf den ersten Blick lächerlich, dafür gehen sie umso brutaler vor. Mord, Vergewaltigung, Kannibalismus - alles enthalten.
Spannend wird es dann, als die dezimierte Urlauber-Familie sich danach verzweifelt wehrt und ihrerseits gnadenlos gegen die Angreifer vorgeht.
Die Meisterleistung dieses Films ist mit sichtbar bescheidenen Mitteln (Produktionskosten 250.000 US-Dollar) dann eine doch so Terror-Wirkung beim Zuschauer zu erzielen. Selbst heute noch, wo man doch aufgrund krasserer Horrorschocker abgestumpfter ist, funktioniert der Film noch sehr gut.
Dazu tragen einerseits die Schauspieler und ihr Makeup bei, aber zum grössten Teil die Inszenierung mit ihrer unheimlichen Art.
Meines Erachtens hat diese Low-Budget-Produktion ihr Potenzial voll ausgeschöpft. Ich bin deshalb auch schon auf das Remake von Alexandre Aja gespannt, der geschätzte 14 Mio. US-Dollar zu Verfügung hatte.
Zu seiner Zeit sicher ein Schocker und einer der besten seines Genres. Und auch heute kann er noch gut unterhalten.
PS: Ich habe bewusst die Originalversion angeschaut, da in der deutschen Version die Kannibalenfamilie zu Ausserirdischen umdeklariert wurde und dementsprechend ganze Dialogpassagen völlig frei neu erfunden wurden, was den Sinn des Films aufs Gröbste entstellt.
Screenshots: Noch machen die Camper das Beste aus dem unfreiwilligen Stop.

Statt teurer Makeup-Effekte nimmt man einfach Schauspieler...

...die überzeugend rüberkommen, als radioaktiv Degenerierte.

Der Kampfhund bekommt seine Instruktionen.

angeschaut am: 26.06.2006
Normale Wertung: 8 von 10 Punkten
Labels: 1970er, Originalsprache, USA
28 Juni 2006
One Hour Photo - USA 2002
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Thriller
Laufzeit: ca. 92 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Der unscheinbare Sy Parrish (Robin Williams) arbeitet in der Fotoabteilung eines Supermarkts. Neben dem Job kennt er nur eine Leidenschaft: Nina Yorkin und ihre Familie, deren Fotos er seit langem entwickelt. Die attraktive Frau besitzt alles, wonach er sich sehnt. Sie ist glücklich verheiratet, hat einen süßen Sohn und lebt im Wohlstand. Doch Sys Interesse an den Yorkins hat sich zu einer Obsession entwickelt und er beginnt, Nina zu belauern. Als es in deren Ehe kriselt, fühlt sich Sy verpflichtet, sein Objekt der Begierde zu beschützen. Mit dramatischen Folgen...
Kritik:
One Hour Photo konzentriert sich voll auf die Psychostudie von Sy Parrish. Dieser wird von Robin Williams gespielt, der ja sonst eher für Komödien bekannt ist. Aber hier kann er mal zeigen, dass er auch schwierigere Charaktere spielen kann.
Der Film bleibt dabei die ganze Zeit recht ruhig und realistisch. Auch beim Finale kommt es nicht zu merklicher Action oder ähnlichem. Mir persönlich blieb die Handlung dann aber auch zu unspektakulär.
Portraits von solch kaputten Typen hat man schon öfter gesehen und dieses fand ich nicht so herrausragend. Es fehlt einfach ein wenig an Spannung, da Sy seine Aggressionen gegen den fremdgehenden Ehemann richtet, den wir bis dato nur kurz gesehen haben, und der uns, ebenso wie die anderen Charaktere, relativ kalt lässt.
Zu alledem gesellt sich ein Schluß mit einem etwas komischen Ende, wo wir dann urplötzlich eine Erklärung für Sy's Verhalten geliefert bekommen (er wurde als Kind für pädophile Foto-Aufnahmen missbraucht).
Der Schluß zieht den Film für mich dann vollends runter und bringt mich zu einer durchschnittlichen Wertung von 5 Punkten.
Screenshots: Sy Parrish (Robin Williams) entwickelt eine Obsession für...

...die Familie Yorkin.

angeschaut am: 19.06.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
27 Juni 2006
Funny Games - AUT 1997
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Thriller
Laufzeit: ca. 104 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Georg und Anna wollen gemeinsam mit Sohn Georgie ihren Urlaub in einem Ferienhaus am See verbringen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft wird die traute Idylle durch zwei in Weiß gewandete Männer namens Peter und Paul empfindlich gestört. Die beiden halten sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf und geben der Familie sehr schnell zu verstehen, daß sie es auf das Leben der hilflosen Menschen abgesehen haben. Ihre Opfer sollen zunächst auf äußerst sadistische Weise mit "komischen Spielen" gefoltert werden.
Kritik:
Hurra! Ein anspruchsvoller Film! Oder doch nicht?
Nüchtern und ohne Vorkenntnisse bin ich an Funny Games herangegangen. Dieser fängt durchaus interessant an, als sich die Ferienidylle im Nu zum Alptraum entwickelt. Wie schnell die Gewalt Einzug in unser ansonsten so behütetes Leben Einzug halten kann, hat man ja schon des öfteren gesehen, aber hier kommt es doch sehr krass rüber. Dabei wird auf die Darstellung der physischen Gewalt verzichtet, stattdessen bekommt man die Folgen zu sehen bzw. hören, z.B. das gebrochene Bein des Vaters. Auch die fiesen Dialoge, die von den Folterern geführt werden tragen ihr übriges dazu bei, um dem Zuschauer das Grauen vor Augen zu führen.
Leider geht dem Film dann aber nach ca. der Hälfte etwas die Luft aus. Waren vorher schon sehr lange Einstellungen derselben Szenen zu sehen, so gibt es dann quälend lange Szenen, wo kaum etwas passiert. Natürlich ist einem klar, dass man so mit den Opfern mitleiden soll, und dass es unangenehm sein soll, doch schien mir das zu übertrieben. Der Regisseur Michael Haneke versucht meines Erachtens zu sehr, seine moralische Botschaft rüberzubringen.
Dies äussert sich auch darin, dass sich die Täter mit Tom & Jerry oder Beavis & Butt-Head anreden, eine ziemlich plumpe Medienkritik, wie ich finde. Ebenso die musikalischen Gegensätze: Klassische Musik auf Seiten der Opfer und Brüll-Metal bei den Tätern - das ist mir viel zu einfach gestrickt.
Auch die Einbeziehung des Zuschauers in das Geschehen (erst schockierend, dann irgendwie peinlich) und eine Szene mit einer Fernbedienung (die die Zeit und Geschehnisse im Film zurückspult) zerstört meiner Meinung nach eher die Wirkung des Films, als förderlich zu sein. Man fühlt sich zusehr in einem Kunstprojekt, als in einem realistischen Umfeld.
Die schauspielerischen Leistungen sind entsprechend dem Theaterstück-Feeling des Films sehr gut und intensiv. Ulrich Mühe, Susanne Lothar als Opfer und auch Arno Frisch und Frank Giering als Täter kommen gut rüber.
Leider müssen sich die Schauspieler dem, wie bereits erwähnt, problematischen Drehbuch unterordnen.
Um eines klarzustellen: Einen "gewöhnlichen" Thriller mit (Teil-) Happy-End hätte Haneke meiner Meinung nach gar nicht drehen müssen. Das erwartet böse Ende geht so auch in Ordnung. Aber der Weg dorthin ist mir dann leider zu "sperrig" geworden.
Eine konventionellere, nicht so künstlerische Betrachtungsweise hätte mir besser gefallen. Und auch die Message wäre ohne die recht plumpen Anspielungen besser rübergekommen (und auch von Normalmenschen, wie mir, verstanden worden).
Eine Wertung fällt dementsprechend schwer. Für den Normalzuschauer springt sicher viel zu wenig Thriller heraus, und zuviel Kunst. Für den künstlerisch Interessierten wiederum mag Haneke's Ansatz ganz toll und innovativ wirken.
Ich persönlich fand den Film wie oben erwähnt durchwachsen. Für die tollen schauspielerischen Leistungen und die teils heftige Wirkung bei doch sehr spartanischer Präsentation gibt es von mir 5 Punkte.
Screenshots: Noch wird Anna (Susanne Lothar) noch höflich gefragt, ...

...doch bald werden sie und ihr Mann (Ulrich Mühe) zu Geiseln, ...

...die von Fremden (Arno Frisch) gequält werden.

Eine der Einstellungen, die minutenlang unverändert bleibt.

angeschaut am: 15.06.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Labels: 1990er
26 Juni 2006
Das Omen - USA 2006
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 110 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
US-Botschafter Robert Thorn (Liev Schreiber) und seine Frau Katherine (Julia Stiles) kratzen sich am Kopf: Warum bloß sterben im Umkreis ihres reizenden Adoptivrackers Damien stets die Leute weg wie die Fliegen? Vielleicht ist ja doch etwas dran an dem hartnäckigen Gerücht, die leibliche Mutter des Knaben sei ein Schakal und der Vater der Teufel gewesen. Thorn recherchiert ein wenig nach und gerät ins Schwitzen.
Kritik:
Wenn Hollywood nichts einfällt, dann werden halt Remakes von erfolgreichen Filmen produziert. Dies geschieht in letzter Zeit öfter und nun hat es auch den Horror-Klassiker Das Omen von 1976 erwischt.
Wer das Original schon kennt, der tut sich mit Remakes meistens etwas schwer. Vor allem mit solchen, die sich stark an die Originalstory halten, was zwangsläufig mit Langeweile aufgrund der bekannten Handlung einhergeht. Idealerweise funktioniert ein Remake als eigenständiger Film, der sich vom Original abhebt und auch Kennern des Originals etwas neues bietet.
Insofern ist es natürlich von Vorteil, wenn man das Original gar nicht erst kennt, was ich allerdings von mir nicht behaupten kann.
Für mich zählt Das Omen von 1976 zu den Horrorklassikern überhaupt, mit einer vorbildlich gruseligen Atmosphäre, die auch nach 30 Jahren nichts eingebüsst hat.
Lange Rede, kurzer Sinn... ich komme natürlich nicht drum herum, die beiden Filme zu vergleichen und stelle fest, dass sich dieses Remake fast schon sklavisch an die Originalversion hält.
Nicht nur die Handlung, sondern auch ganze Dialoge und Kamerafahrten wurden 1:1 übernommen. Neu sind nur ein paar neumodische Schockeffekte, wenn die Zuschauer durch überlaute Soundeffekte aus ihren Sitzen gerissen werden sollen.
Das ist auch dringend nötig, denn dem Film gelingt es nie eine vergleichbar gruselige Atmosphäre, wie im Original, aufzubauen und durch die gleiche Handlung kam bei mir in der zweiten Hälfte dann auch ganz schön Langeweile auf.
Technisch ist der Film wirklich gut gemacht und auch prominent besetzt. Highlight ist sicher Mia Farrow als Kindermädchen, die 1967 in Rosemaries Baby noch selber von teuflischen Mächten bedroht wurde, und nun witzigerweise eine Erfüllungsgehilfin aus der Hölle ist.
Die anderen Schauspieler sind ok - Liev Schreiber und Julia Stiles als Eltern können allerdings auch nicht mit den Eltern aus dem Original mithalten.
So haken wir den Film dann ab als Remake, das eigentlich niemand gebraucht hat, da das Original auch heute noch gut funktioniert. Wie gesagt technisch gut gemacht, deswegen für alle einen Blick wert, die das Original nicht kennen. Alle anderen sollten sich den Kinobesuch sparen.
Meine Wertung berücksichtigt in diesem Fall, dass ich die Handlung kannte und mich doch stark gelangweilt habe, deswegen nur 4 Punkte.
Screenshots: Die jungen Eltern (Julia Stiles und Liev Schreiber)...

...von Damien, dem Sohn des Teufels.

Der Teufel schickt ein Kindermädchen (Mia Farrow), um ihn zu beschützen.

Gemeinsam mit dem Fotografen Jennings (David Thewlis) macht sich der Vater an die Recherche über seinen Adoptivsohn.

angeschaut am: 23.06.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
25 Juni 2006
Ultra - Blutiger Sonntag - ITA 1990
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Nach zwei Jahren Haft wird der Fanclub-Anführer Principe aus dem Gefängnis entlassen und beschließt, auf der bevorstehenden Auswärtsfahrt seines Clubs AS Rom nach Turin mit der alten Gang noch einmal richtig zuzuschlagen. Die Fahrt endet mit einer Katastrophe, als der Hooligan die Nerven verliert und einen Kameraden tötet.
Kritik:
Der Film nimmt uns auf einen kurzen, aber intensiven Ausflug mit in die italienische Hooligan-Szene. Ultra's und Hooligans unterscheiden sich zwar, doch das Auftreten der Gruppe im Film ist doch eindeutig von dem Wunsch nach Gewalt geprägt.
Ein interessantes Nebendetail fand ich, dass man von dem Spiel, zu dem die Fans reisen, nichts sah. Das macht es noch bewusster, dass es der Gruppe weniger um Fußball, als um die Randale drum herum geht.
Entsprechend sind auch die sozialen Hintergründe der Mitglieder, die abseits der Fußballtage im Realleben nichts zu melden und auch keinerlei Perspektiven haben.
Der Einzige, der erkennt, dass es nicht ewig so weitergehen kann, wird dann auch von den anderen als Verräter behandelt.
Das Ganze ist ruhig in Szene gesetzt und schafft es, eine authentische Atmosphäre zu erzeugen. Die Darsteller gefielen mir gut, es ragt jedoch keiner besonders hervor. Ein bißchen mehr Action wäre allerdings wünschenswert gewesen.
Im Vergleich der Hooligan-Filme ist dieser einen Tick besser als Hooligans (4/10), der zwar solide inszeniert, aber unglaubwürdig ist. Mein Lieblingsfilm aus dem Genre bleibt aber weiterhin The Football Factory (7,5/10).
Screenshots: Die Polizei begelitet die Ultras zum Spiel.

Sowohl Principe, als auch sein Vize sind in Cinzia verliebt...

...was natürlich zum Bruch der beiden Freunde führen muss.

angeschaut am: 24.06.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
24 Juni 2006
Masters of Horror S01E06- Homecoming - USA 2005
OFDB-LinkIMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror / Satire
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Die USA haben sich in einem langen und erfolglosen Krieg aufgerieben. Viele GIs sind gefallen, und der Unmut in der Bevölkerung über die Verluste wächst stetig. Der Stimmungsumschwung fällt ausgerechnet in die Schlussphase des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes, in der David Murch, Redenschreiber des Präsidenten, sich zu einer unbedachten Äußerung hinreißen lässt. Prompt verlassen die getöteten Soldaten die Gräber und beginnen ihren eigenen Wahl"kampf".
Kritik:
Diese Episode wurde von Regisseur Joe Dante beigesteuert. Leider ist sie, bis auf ein paar gute Make-Up-Effekte, zu sehr auf die Polit-Satire ausgerichtet.
Mag sein, dass man es als Europäer anders empfindet, weil wir doch viele Amerika-kritische Meinungen zu hören bekommen, aber ich dachte mir jedenfalls nach kurzer Zeit "Ja, ich habs kapiert, wann kommt der Horror?". Und darauf wartet man vergeblich.
Das Konzept selber, dass speziell Soldaten als Zombies wiederkehren, die, mangels gesetzlicher Regelung, auch als Tote ihre Stimmen gegen den Krieg abgeben, ist sicher ganz nett. Sicher auch amüsant, wenn sie in Guantanamo-ähnlichen Lagern untergebracht werden. Auch die Anspielung auf Die Nacht der lebenden Toten ist eine nette Hommage.
Doch erwartete ich mir insgesamt schon etwas mehr Spannung oder Horror, es bleibt einfach zu sehr auf eine Anti-Bush-Message fixiert. Zudem sind viele Szenen, wenn etwa die Zombies Ansprachen halten oder ihre Stimmen abgeben, mir zu grotesk geraten. Auch bei einer Satire, die ja bewusst übertreibt, fällt mir dazu kein anderer Begriff ein.
Aber wer mal eine Politsatire mit Zombies sehen will, der kann ruhig einen Blick riskieren.
Screenshots: Die ehrgeizige Polit-Kommentatorin, die abseits der Öffentlichkeit ihre Ziele als Domina erreicht.

Einer der untoten Veteranen.

angeschaut am: 15.05.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten
23 Juni 2006
Spanglish - USA 2004
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 126 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Flor (Paz Vega), die junge Mutter und Wirtschaftsemigrantin aus Mexiko, lebt zwar schon seit zwei Jahren in den Barrios von South Central LA, doch ein Wort Englisch hat sie dort bisher nicht lernen müssen. Nun ziehen sie und ihre Tochter in den Haushalt der wohlhabenden Claskys und lernen die oberen Sprossen der amerikanischen Gesellschaftsleiter aus näherer Ansicht kennen. Familienvater John (Adam Sandler), ein netter, von der frustrierten Ehefrau (Tea Leoni) sträflich vernachlässigter Vier-Sterne-Koch, erliegt Flors naivem Charme auf Anhieb.
Kritik:
Regisseur James L. Brooks meldet sich nach dem genialen Besser geht's nicht von 1997 zurück. Wieder ist es ihm gelungen eine Liebeskomödie, die ohne jeglichen Kitsch auskommt, sondern mit realistischen Charakteren aufwarten kann, auf die Leinwand zu bringen.
Der Film lebt davon, dass die Figuren allesamt sehr glaubhaft rüberkommen und viel Raum zur Identifikation bieten. Im Gegensatz zur Beschreibung oben spielt die romantische Komponente zwischen dem amerikanischen Familienvater und der mexikanischen Haushälterin eine geringere, dafür aber realistische Rolle.
Beide erwägen durchaus eine Beziehung, geben den Gedanken dann aber einvernehmlich zugunsten ihrer Familien wieder auf.
Leider gelingt dem Film nicht der ganz grosse Wurf, der meiner Meinung nach durchaus drin gewesen wäre. Das liegt zum einen an manchen Elementen, die ich einfach ein wenig zu überspitzt fand - teilweise sehen wir eine Satire auf die amerikanische Lebensart.
Zum anderen liegt es an Adam Sandler, der seine Rolle in gewohnt plappernder Weise spielt, was mir in diesem Film nicht unbedingt ideal vorkam. Es irritierte mich einfach ein wenig, obwohl Sandler durchaus keine Klamauk-Auftritte hat, sondern ein ganz normaler Familienvater ist.
Hervorragend dagegen Paz Vega als Flor, die die schwierige Aufgabe meistert, trotz Sprachbarriere ihre Rolle engagiert dem Zuschauer nahezubringen.
Auch die Rolle der Oma, gespielt von Cloris Leachman fand ich gut besetzt, ebenso wie die Kinder Bernice (Sarah Steele) und Christina (Shelbie Bruce), die ihre Parts sehr gut spielen.
Tea Leoni als "typische" frustrierte, amerikanische Haus-/Karrierefrau war auch gut besetzt - wie gesagt fand ich ihre satirischen Parts teilweise etwas zu überspitzt.
Alles in allem ein kurzweiliger Film, trotz langer Laufzeit. Kein Überknaller, aber trotzdem unbedingt sehenswert.
Screenshots: Christina (Shelbie Bruce) und ihre Mutter Flor (Paz Vega), ...

...die von der amerikanischen Hausfrau als Haushälterin engagiert wird.

Wer könnte diesem Lächeln widerstehen?

John (Adam Sandler) jedenfalls kommt schwer in Versuchung...

Besonderes Lob auch für die junge Sarah Steele als Bernice.

angeschaut am: 10.06.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
22 Juni 2006
Audition - JAP/KOR 1999
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 111 Min. (Uncut)
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Shigeharu Aoyama (Ryo Ishibashi) wird Witwer, als seine Frau mit Mitte Dreißig stirbt, und bleibt alleine mit seinem Sohn zurück. Eines Tages entschließt er sich wieder zu heiraten und arrangiert mit einem Freund,der TV-Produzent ist, ein Casting für junge Frauen. Nach kurzer Zeit findet er in Asami (Eihi Shiina) eine Frau, die ihm gefällt. Doch schon bald kommen dunkle Schatten aus Asamis Vergangenheit zum Vorschein, und Shigeharu ahnt nicht, wie schrecklich das Geheimnis ist, welches Asami vor ihm verbirgt…
Kritik:
Einiges hatte ich im Vorfeld über Audition gehört, mit dem der japanische Regisseur Takashi Miike vor ein paar Jahren dem europäischen Publikum bekannt wurde.
Und ich muss zugeben, dass nicht übertrieben wurde.
In den ersten 60 Minuten ist bei Audition praktisch kein Horror vorhanden. Hier nimmt man sich viel Zeit, um die Hauptfigur Shigeharu einzuführen und seine aufkeimende Liebe zu der jungen Asami zu zeigen. Das sie hinter ihrer Fassade des schüchternen, jungen Mädchens ein dunkles Geheimnis bewahrt ahnt man früh, es wird auch von Shigeharu's Freund ihm gegenüber angesprochen.
Diesen Anfangsteil fand ich sehr gut gespielt und durchaus interessant - es könnte aber den Horrorfreaks zu lange dauern bzw. zu wenig passieren. Hinterher hatte ich ein wenig das Gefühl, das man eingelullt werden soll, damit der zweite Teil noch stärker wirkt.
Im zweiten Teil des Films geht es dann extrem in die Vollen. Während sich langsam das Geheimnis um Asami lüftet geraten wir zusammen mit Shigeharu in einen Alptraum erster Güte. Dieser besteht aus einer Traumsequenz, die äusserst verstörend ist, und die ich am ehesten mit den Werken von David Lynch vergleichen möchte. Diese alleine wäre schon starker Tobak, doch dazu gesellt sich dann die Realhandlung, die mit ihren Folterszenen sogar die Hartgesottenen auf die Probe stellen dürfte.
Beides zusammen ist praktisch ein Schlag in die Magengrube des Zuschauers.
Nach dem Ansehen war mir völlig klar, warum bei den Vorstellungen im Rahmen von Festivals viele Zuschauer frühzeitig das Kino verlassen haben. Die Grausamkeit, die man keineswegs mit irgendwelchem spassigen Splatter verwechseln sollte, ist für einen solch ernsthaften Film schon extrem. In dieser Beziehung sind die Japaner zur Zeit klar die heftigsten Filmemacher.
Daneben gibt es viele interessante Aspekte, die sich dem Zuschauer nicht aufdrängen, sondern derer man sich in der Rückschau erst bewusst wird. Das alles gibt einen anspruchsvollen, spannenden Horrorthriller, der allerdings aufgrund seiner krassen Momente nur für Leute mit guten Nerven geeignet ist.
Ein Film, den ich wohl nie vergessen werde. Erstaunlich auch, dass Audition ungeschnitten auf arte gezeigt wurde. Ein Hoch auf den Kultursender!
Als Erstwertung gibt es von mir 9 Punkte.
Screenshots: Shigeharu Aoyama (Ryo Ishibashi; rechts) bei der Audition, ...

durch die er Asami (Eihi Shiina) kennenlernt.

Wer so auf einen Anruf wartet, mit dem stimmt ziemlich offensichtlich etwas nicht.

Nur ein harmloses Beispiel für die kranken Überraschungen, die den Zuschauer erwarten.

angeschaut am: 5.06.2006
Normale Wertung: 9 von 10 Punkten
Labels: 1990er, Asien, Japan, Südkorea
21 Juni 2006
Hollow Man 2 - USA 2006
OFDB-LinkGenre(s): Horror / SciFi / Thriller
Laufzeit: ca. 91 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung mit engl. Untertiteln
Inhalt:
US-Wissenschaftlern ist es gelungen ein Serum zu entwickeln, das unsichtbar macht. Doch leider hat es tödliche Nebenwirkungen. Ein Proband des geheimen Regierungsprojekts, der Elitesoldat Griffin (Christian Slater), will sich nicht mit seinem drohenden Tod abfinden, sondern macht Jagd auf die einzige Wissenschaftlerin, die das Gegenmittel kennt. Der Cop, der zu ihrem Schutz abgestellt wurde, schwebt nun genau wie sie in Lebensgefahr.
Kritik:
Und wieder eine Direct-to-Video-Fortsetzung eines bekannten Hollywoodfilms. Der erste Hollow Man von 2000 ist mir noch in guter Erinnerung. Ein kleiner, aber feiner SciFi-Thriller mit guten Specialeffects und Darstellern.
Im Vergleich dazu enttäuscht Teil 2 auf ganzer Linie. Die Story wirkt teilweise sehr unlogisch - so kann man z.B. den Hollow Man auf Nachtsichtgeräten sehen, was aber keiner zu seinem Vorteil ausnutzen kann.
Die Effekte sind oftmals übertrieben - Leute werden von dem Unsichtbaren herumgeschleudert, als hätte er gigantische Kräfte. Vor allem die Kampfszenen wirken dabei recht billig.
Regisseur Claudio Fäh, der zuvor nur das Special-Effects-lastige B-Movie Coronado gedreht hatte, nutzt hier wenige der Möglichkeiten des Unsichtbaren, sondern beschränkt sich auf die immer selben Aktionen.
Spannung will auch nicht so wirklich aufkommen, da die Handlung absolut vorhersehbar ist und einem die Charaktere egal bleiben. Die Darsteller schaffen es denn auch nicht, ihren Rollen irgendeine Tiefe zu verleihen.
Und auch den bösen Humor aus dem ersten Teil sucht man hier vergeblich - der Bösewicht ist einfach nur der übliche Psychophat. Christian Slater wirkt übrigens in den paar Szenen, in denen er zu sehen ist, sehr unmotiviert.
Kurzum - diese Fortsetzung braucht kein Mensch. Es ist zu offensichtlich, dass sie nur zum Geldscheffeln gedreht wurde, ohne Rücksicht auf die oben genannten Punkte. Ich empfehle da doch lieber nochmal den Genuß von Hollow Man.
Screenshots: Mit Nachtsichtgerät ist rechts der Unsichtbare zu erkennen!

Cop Frank Turner (Peter Facinelli) soll Dr. Maggie Dalton beschützen, ...

...die hier gerade vom Unsichtbaren weggezerrt wird.

So sieht der Hollow Man aus, wenn er sichtbar ist (Christian Slater).

angeschaut am: 20.06.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
20 Juni 2006
Bonnie und Clyde - USA 1967
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Krimi
Laufzeit: ca. 107 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Im Amerika der Zwanziger Jahre reist das Gangsterpärchen Clyde Barrow und Bonnie Parker (Warren Beatty und Faye Dunaway) samt Familienanhang durch den depressionsgebeutelten Süden. Die beiden halten mit Vorliebe die überforderten lokalen Ordnungskräfte mit spektakulären Banküberfällen auf Trab. Doch während sie für die kleinen Bürger zu modernen Robin Hoods avancieren, holt das Establishment bereits zum vernichtenden Gegenschlag aus.
Kritik:
Bonnie und Clyde ist mittlerweile zum Kultfilm avanciert und macht auch nach fast 40 Jahren noch Laune.
Erstaunlich kurzweilig ist dieser Gangsterfilm, der fast durchweg ein gutes Erzähltempo vorlegt. Dabei wechseln sich ruhigere Szenen mit Action ab, die einerseits für damalige Verhältnisse gut gemacht und auch recht hart ist, aber andererseits fast schon surreal fröhlich daherkommt.
Konkret meine ich damit die Autoverfolgungsjagden, die mit flotter Banjo-Musik unterlegt sind und trotz Schiessereien bei den Beteiligten offensichtlich genossen werden.
Überhaupt fällt einem die Bedeutung des Automobils in diesem Streifen ins Auge. Ohne Auto unternehmen die Gangster nichts. Ist eines zerschrottet wird einfach das nächste geklaut. Bei Überfällen rast man den Verfolgern davon. GTA lässt grüssen...
Aber nicht nur die Gangster verbringen viel Zeit im Auto, auch vielen der armen Leute (der Film spielt zur Zeit der Depression der 1920er) ist ausser ihrem Auto und den paar Habseligkeiten, die man aufladen kann, nichts mehr geblieben. Symptomatisch eine Szene, als Clyde einem Mann seine Pistole leiht, um auf sein verpfändetes Haus zu schiessen.
Der Film ist spannend und unterhaltsam. Besonders die Darsteller tragen viel dazu bei. Faye Dunaway (siehe Screenshot rechts) ist einfach eine Wucht und sieht phänomenal aus. Aber auch Warren Beatty kommt klasse rüber. Beide vermitteln jugendlichen Leichtsinn und Überheblichkeit. Auch die Nebenrollen sind allesamt prima besetzt.Was einem aus heutiger Sicht natürlich schwerfällt, ist die Beurteilung der Wirkung des Films auf das damalige Publikum. Inzwischen sind wir eine solche Rollenumkehr ja gewöhnt, wenn aus Sicht der Gesetzesbrecher die Handlung gezeigt wird. Damals wirkte das wohl schockierender, denn bei aller Sympathie sind Bonnie und Clyde ja doch Verbrecher und Mörder.
Dementsprechend wirkt der Film aus heutiger Sicht dann etwas zu kurzangebunden und ruckartig, wenn die Gangsterkarriere durchgespielt wird.
Aber alles in allem ein Gangster-Roadmovie, der auch nach 40 Jahren noch gut unterhalten kann, was man hoch anrechnen muss. Das gibt 7 Punkte im Jahr 2006.
Screenshots: Clyde (Warren Beatty) malt seiner Bonnie (Faye Dunaway) ihre famose Zukunft aus.

Fortan setzt Bonnie nicht nur kriminelle, sondern auch modische Akzente.

Ein gefangener Texas-Ranger wird für einen Schnappschuss präpariert.

Das Ende einer Verfolgungsjagd.

angeschaut am: 14.06.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
19 Juni 2006
V wie Vendetta - USA/BRD 2006
OFDB-LinkGenre(s): Action / Drama / Thriller / SciFi
Laufzeit: ca. 132 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
In naher Zukunft: England wird regiert von High Chancellor Sutler (John Hurt), der ein faschistoides System eingerichtet hat. Seine Macht basiert auf Angst - vor Kriegen, Terror und Seuchen. Dafür nehmen die Bürger in Kauf, ihrer Freiheiten beraubt zu sein. So auch Evey (Natalie Portman), die nach der Sperrstunde an drei Regierungs-Polizisten gerät. Als die Kerle sie sexuell missbrauchen wollen, erscheint ein maskierter Mann und prügelt sie k.o. Er rettet Evey und stellt sich als "V" (Hugo Weaving) vor, ein belesener, wortgewandter Mann mit einer Mission: Am 5. November das Parlament sprengen und damit den Akt vollenden, den der Rebell Guy Fawkes 1605 nicht durchführen konnte. Der Katholik Fawkes flog auf und wurde gehängt. Mit seiner Fawkes-Maske wird "V" zum neuen Feindbild von Sutler und seinen Schergen.
Kritik:
V wie Vendetta versucht sich an einem ziemlich schwierigen Mix. Da wäre zum einen ein grosser Anteil politischer Botschaft, die sich klar gegen Faschismus ausspricht und durch manche Parallelen zur Post-9/11-Gesellschaft aufzeigt, wie schnell man in die faschistische Richtung abrutschen kann. Alleine das ist für einen Unterhaltungsfilm schon eher schwere Kost.
Daneben gibt es noch ein starkes Thriller-Element, wenn die Herkunft V's langsam aufgeklärt und sein weiteres Schicksal auf der Kippe steht. Dazu kommen dann noch wenige, gut gemachte Action-Szenen (der Trailer versprach hier allerdings mehr, als letztendlich geliefert wird) und schließlich hätten wir noch eine Liebesgeschichte, die auch noch "bewältigt" werden muss.
Das alles gut unter einen Hut zu bringen schien mir leider nicht überzeugend gelungen.
Vor allem der totalitäre Staat und die Diktatur kamen mir zu schwachbrüstig rüber. Auch wenn man Szenen, wie aus Nazi-KZs entnommen, zeigt (das Versuchlabor) und von der Geheimpolizei spricht, die Menschen verschwinden lässt (und Evey von "SA-Männern" belästigt wird), so wirkte mir die gezeigte Gesellschaft doch noch irgendwie zu nett - zu ähnlich manch aktuellen, politischen Verhältnissen. Das konnte mich nicht vollends überzeugen.
Auch V bleibt leider mehr im Dunkeln, als mir lieb war. Gerne hätte ich mehr über ihn erfahren.
Sehr drastisch sein Umgang mit seiner geliebten Evey - er ordnet die Liebe seinen politischen Zielen, bzw. seiner Rache unter.
In vielen Teilen erinnern die Ideen des Plots mich an Matrix, das Drehbuch stammt ja hier auch von den Wachowski-Brüdern. Wie gesagt, für einen Actionfilm gut und teilweise anspruchsvoll, aber ansonsten nicht tiefgehend genug.
Interessanterweise ist das dauerhafte Tragen der Maske kein Hinderungsgrund, die Figur V sehr gut rüberzubringen. Kompliment gehört hier Hugo Weaving und natürlich dem Drehbuch für seine guten Dialoge.
Auch Natalie Portman kommt recht gut rüber, allerdings konnte ihr Wandel von der Mitläuferin zur Revolutionärin mich nicht 100 Prozent überzeugen.
Auch Stephen Rea als Ermittler gefällt sehr gut. Ansonsten muss man natürlich aufgrund der Comicverfilmung mit einigen überspitzten Charakteren leben, die ich dann doch zu klischeehaft fand, allen voran John Hurt als Diktator.
Das Tempo des Films geht bis auf ein paar kleinere Längen in Ordnung. Der Score ist gut gewählt, vor allem Tschaikowsky.
Von mir gibt es "nur" 6 Punkte, aus oben genannten Gründen und weil der rechte Funke der Anteilnahme nicht so wirklich überspringen wollte. Ich hatte mir, vor allem nach den Trailern mehr versprochen.
Screenshots: Evey (Natalie Portman) und der Chef-Ermittler (Stephen Rea).

"V" (Hugo Weaving) nimmt sich einen Faschisten zur Brust.

angeschaut am: 18.06.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten
18 Juni 2006
James Bond 007 - In tödlicher Mission - GB 1981
OFDB-LinkGenre(s): Abenteuer / Action / Thriller
Laufzeit: ca. 120 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Als ein britisches Spionageschiff absäuft, auf dem das geheime Chiffriersystem A.T.A.C installiert war, setzt das MI6 die Eheleute Havelock als Archäologen getarnt auf den Fall an. Die werden jedoch im Beisein ihrer Tochter Melina (Carole Bouqet) ermordet. Nun soll James Bond das Gerät wiederbeschaffen, bevor es der KGB in die Finger bekommt. Dabei soll ihm der griechische Millionär und Ex-Agent Aristotle Kristatos helfen, da das Schiff in albanischen Hoheitsgewässern unterging. Es stellt sich jedoch heraus, dass Kristatos auf eigene Rechnung arbeitet und A.T.A.C. an den russischen General Gogol verkaufen will. Mit Unterstützung von Melina und dem Schmuggler Columbo spüren sie Kristatos in einem Kloster auf, das auf einen scheinbar uneinnehmbaren Felsen gebaut ist...
Kritik:
Nach dem stark vom Star-Wars-Boom inspirierten Moonraker besann man sich offensichtlich auf die Wurzeln von James Bond. Leider muss man allerdings sagen, denn im Vergleich zum Vorgänger hat man ein paar Gänge zurückgeschaltet und präsentiert ein wenig spektakuläres Abenteuer um den Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten.
Mir war der Plot um eine verloren gegangene Codemaschine für James-Bond-Verhältnisse einfach zu bieder. Keine Weltrettung, sondern schlichter Agentenalltag - dafür ist James Bond zu schade.
Auch auf Seiten der Bondgirls wird man diesmal enttäuscht. Carole Bouqet spielt ihre Rolle als Racheengel sehr eindimensional und hat keinerlei Ausstrahlung. Es knistert auch nicht zwischen ihr und Bond - das Stelldichein zum Schluß wirkt sehr gezwungen.
Das zweite Bondgirl (Lynn-Holly Johnson als Eislaufsternchen) verdient diese Bezeichnung nicht mal. Ich weiss nicht, ob ein frühreifer Teenager witzig gemeint war... ihre Figur nervt leider nur.
Was uns zu den Gegenspielern führt, die leider auch nicht rausreissen können. Kristatos schafft es sogar seinen langweiligen Vorgänger aus Moonraker noch zu unterbieten. Und der feindliche Agent in Form eines DDR-Biathleten hat ausser Muskeln auch nicht viel aufzuweisen.
Um es abzukürzen: Es fehlte einfach an der typischen Bond-Atmosphäre. Und da es auch in punkto Action nichts neues oder spektakuläres zu sehen gab (schon wieder eine Ski-Verfolgungsjagd und langweilige Unterwasser-Action) bleibt kaum etwas, was den Fan erfreut. Am ehesten noch die schönen Locations.
Ich war enttäuscht. So übertrieben wie sonst teilweise die Bond-Superschurken sind, so wenig tut sich hier. Deswegen nur unterdurchschnittliche 4 Punkte.
Screenshots: James Bond wird bei seinen Ermittlungen von Melina (Carole Bouqet) unterstützt...

...mit der er u.a. gemeinsame Tauchgänge durchführt.

Nachdem sie Informationen an James verraten hat, wird eine Frau überfahren.

Schmuggler Columbo und Kollegen beim Angriff auf die Bergfestung.

angeschaut am: 5.06.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
17 Juni 2006
Hooligans & Thugs: Soccer's Most Violent Fan Fights - GB 2003
IMDB-LinkGenre(s): Dokumentation
Laufzeit: ca. 57 Min.
Alterseinstufung: FSK 18 (in BRD indiziert)
Bemerkung: englischsprachige Originalversion
Inhalt & Kritik:
Diese Dokumentation ist im wesentlichen ein Zusammenschnitt der schönsten... ähm ich meine natürlich krassesten Hooligan-Ausschreitungen der letzten Jahre.
Ähnlich wie bei so netten "Dokumentationen" über tödliche Vorfälle (Faces of Death, etc.) bedient man sich der Original-Aufnahmen der jeweiligen Straßenschlachten, die teilweise eine extrem schlechte Bildqualität haben.
Das Ganze wird mit Dancefloor-Musik unterlegt und knapp kommentiert, wobei der Kommentator oft betont, wie sehr die englischen Fans doch zu Unrecht den schlimmsten Ruf als Hooligans haben. Dabei zeigt er sich in verschiedenen Kostümierungen - u.a. als Ritter oder Polizist, was nicht unbedingt die Seriosität dieser "Doku" erhöht.
Eine echte Auseinandersetzung mit dem Hooligan-Phänomen, oder auch nur mit den gezeigten Szenen findet nicht statt. Das dürfte sicher der Hauptgrund für die Indizierung in Deutschland und UK sein.
Denn im Endeffekt richtet sich diese "Doku" wohl an Freunde oben erwähnter krasser Reality-Formate.
Für den durchschnittlichen Gewaltvoyeur ist die "Doku" aber nur sehr eingeschränkt zu empfehlen, weil wie erwähnt das Bildmaterial zu schlecht ist, und zu viele Mini-Szenen zusammengeschnitten wurden. Zudem ist der Gewaltlevel selber meiner Ansicht nach eher eingeschränkt (als bei dem harten Tobak, der oben erwähnt wurde). Dafür sind die meisten Szenen aus zu grosser Entfernung aufgenommen (wirken dadurch abstrakter) und ausserdem wiederholt sich im Prinzip auch immer dasselbe Ritual.
Für mich hat sich beim Ansehen eher die Frage nach dem "Warum" gestellt, die aber in hervorragenden Filmen wie The Football Factory oder ernsthaften Dokumentationen (neulich lief eine bei Phoenix über deutsche Hooligans) eher beantwortet wird, als bei einer Videoclip-Sammlung, wie hier.
Zugleich führt es einem anhand der weitgehend chronologischen Abhandlung der Hooligan-Exzesse vor Augen, wie regelmäßig dieses Phänomen europaweit auftritt.
Dadurch, dass die Ereignisse oft zeitlich und örtlich sehr weit auseinanderliegen realisiert man als Unbeteiligter gar nicht, wie dieses Phänomen stetig wieder auftritt.
Ich persönlich kann mit den ganz harten Dokus á la Faces of Death nichts anfangen. Ich neige eher zu den spassigen (aber nichtsdestotrotz im Grunde auch menschenverachtenden) Reality-Formaten wie den kultigen Bumfights oder World's Wildest Street Fights. Grade letzteres kann ich statt dieses Videos nur empfehlen, wenn man Leuten bei "Amateur-Kämpfen" zusehen möchte.
Eine Wertung fällt dementsprechend aus moralischer Sicht natürlich schwer.
Ich vergebe allerdings guten Gewissens nur einen Punkt, da das Video für mein Empfinden einfach zu billig gemacht und letztendlich auch zu langweilig war.
Screenshots: Einsatz von Tränengas.

Aufmarsch.

angeschaut am: 17.06.2006
Normale Wertung: 1 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 2 von 10 Punkten
16 Juni 2006
Oh! My God - KOR 2006
OFDB-LinkGenre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 105 Min.
Altersempfehlung: FSK 6
Bemerkung: Koreanische Originalfassung mit engl. Untertiteln
Inhalt:
Die Studentin Eun-ju Goh (Yi Shin) kann in punkto Schönheit mit ihren Kommilitoninnen nicht mithalten und ist deshalb eine Außenseiterin. Verzweifelt sehnt sie sich nach einem Mann und täuscht deshalb bei einem Ausflug einen Badeunfall vor. Prompt wird sie vom beliebten Jung-hwan Lim (Seong-guk Choi) gerettet und verliebt sich unsterblich in ihn.
Bei einem Besuch während seiner Militärzeit kommt es zum One-Night-Stand.
Doch Jung-hwan will danach nichts mehr von ihr wissen.
Zwei Jahre später taucht sie allerdings wieder bei ihm auf, inzwischen Staatsanwältin und Mutter von Zwillingen - seinen Kindern. Nachdem sie diese Tatsache seinen Eltern mitgeteilt hat, zwingen diese ihren Sohn zur Heirat.
Doch ändert die neue Rolle als Vater und Ehemann leider kein bißchen an seinem verwöhnten Charakter, der stets nur an sich selber denkt und seiner neuen Frau keinesfalls wohlgesonnen ist.
Kritik:
Diese Komödie hat ein Problem und das ist der Mangel an Gags. Man setzt voll auf das Thema des unfreiwillig verheirateten Mannes, aus dem sich aber leider nichts wirklich komisches ableitet.
Auch wenn Jung-hwan in die Ehe gezwungen wird, so verhält er sich trotzdem zu 90% des Films wie ein Riesen-Arsch. Es findet bei ihm keinerlei Charakterentwicklung statt, bis er sich zum Schluss plötzlich wandelt - und das auch erst im Angesicht der Gefahr. Mich hat das in Sachen Liebe dann auch nicht überzeugen können. Umso unrealistischer, weil seine Angetraute Eun-ju sich wirklich ständig bemüht, ihm eine gute Frau zu sein.
Die beiden Hauptdarsteller spielen ihre Rollen gut, sind aber in dem einfallslosen Drehbuch gefangen, dass vor sich hin plätschert, um uns dann kurz vor Schluss das Happy-End mit der Brechstange zu servieren. Dafür, dass sich so wenig entwickelt, dauert mir der Film dann auch um einiges zu lange. Da hätte man gut kürzen können - vor allem ein Subplot um eine gefakte Entführung zieht sich unheimlich lange hin.
Punkten können dagegen die Nebendarsteller. Jung-hwan's Kumpel entwickelt sich zu einem spassigen Sidekick, der für die notwendige Auflockerung sorgt. Und auch seine Eltern, speziell sein stets cholerischer Vater sind ganz unterhaltsam.
Ansonsten ein Film für Die-Hard-Fans des südkoreanischen Kinos. Nach Attack the Gas Station! der bisher zweitschlechteste (der wenigen) koreanischen Filme, die ich gesehen habe.
2 Punkte, vor allem wegen der Nebenrollen.
Screenshots: Eun-ju (Yi Shin) benutzt ein Fantasie-Dirndl, um Jung-hwan zu verführen.

Nachdem sie seinen Eltern vom unverhofften Nachwuchs berichtet hat,...

...zwingen die beiden ihren Sohn zur Heirat. Doch die Ehe stellt sich für die...

...im Berufsleben äusserst taffe Staatsanwältin als schwere Prüfung heraus.

angeschaut am: 6.06.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
Labels: Asien, Originalsprache, Südkorea
13 Juni 2006
Death Valley - The Revenge of Bloody Bill - USA 2004
OFDB-LinkGenre(s): Horror
Laufzeit: ca. 79 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Es soll ihr Trip des Lebens werden, die ganz grosse Kifferparty. Bester Laune bereitet sich die junge High School - Clique auf ein cooles Wochenende vor, an dem sie im besten Sinne des Wortes die Mega-Sau raus lassen wollen. Weit abgelegen - damit am Besten kein ungebetener Zaungast ihre heisse Orgie mitbekommen kann – wollen sie ungestört alles treiben, was Eltern garantiert verbieten würden.
Was sie allerdings nicht wissen: Es lauert das unbekannte Böse. Für die ahnungslosen Kids rennt plötzIich die Lebenszeit in unglaublicher Geschwindigkeit ihrem blutigen Ende zu – die dunkle Hölle öffnet sich und bittet zum brutalen Aderlass...
Kritik:
Obige Inhaltsbeschreibung (offiziell) ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass offensichtlich viele solcher Beschreibungen entstehen, ohne den Film gesehen zu haben.
Denn die "Kifferparty" ist im Film der Ausflug des High-School-Debattierclubs zusammen mit ihrem Lehrer zu einem Debattier-Wettbewerb. Auf dem Weg dorthin werden sie von einem Gangster entführt, der seinem mit Drogen für 50.000 US-Dollar getürmten Kollegen hinterher ist. Der Gangster bringt sie dann schliesslich in das Kaff "Sunset Valley", das von Bloody Bill und seiner Zombiebande bewohnt wird.
Der Film kam mir wie ein typischer Amateur-Horrorfilm vor. Allerdings mit Breitbild-Format und sehr guter Bildqualität.
Aber ansonsten gibt es unbekannte Schauspieler, die, mehr oder weniger gut, klischeehafte Charaktere verkörpern, bei denen man sich nicht mal die leiseste Mühe macht, um sie einzuführen oder vorzustellen.
Die diversen Zombies sind billigst hergerichtet mit zerfetzten Klamotten, Makeup-Effekte sind praktisch kaum vorhanden - ansonsten rennen sie haufenweise durch die Gegend und sind wenig überzeugend. Bei der Titelfigur Bloody Bill hat man sich schon etwas mehr Mühe gegeben, aber auch er wirkt nicht beeindruckend. Nur wie ein billiger Abklatsch bekannter Horrorfiguren.
Die Story ist kaum existent und wenn, dann muss sie von den Charakteren erzählt werden - mittels total schlechter Rückblicke. Man hat einfach einen Sepia-Filter übers Bild gelegt und lässt Kratzer drüberlaufen, um das Gezeigte alt erscheinen zu lassen.
Ob die Sage um Bloody Bill irgendwie in USA bekannt ist oder erfunden, entzieht sich meiner Kenntnis. Zumindest die Betroffenen reimen sich das nach und nach zusammen. Was den Zuschauer nach einiger Zeit aber kaum mehr interessiert, da sich totale Langeweile breit macht. Hin und wieder erwischt es wieder einen der Schüler, aber das läuft recht unblutig ab. Genau wie die Erschiessung diverser Zombies. Für gute Schusseffekte fehlte wohl Geld oder Fachwissen.
Wie sehnt man sich in diesen Momenten zu Amateur-Perlen wie Premutos zurück, wo sowohl die Story als auch die Splattereien viel mehr Laune machten. Gottseidank ist die effektive Laufzeit mit 73 Minuten sehr kurz bemessen, so dass man wenigstens nur kurz leiden muss.
Am interessantesten ist noch die Soundtrack-Untermalung mit Düster-Krach-Musik, die offensichtlich auch selber gemacht wurde und so tolle Texte wie "Bill, Bill, Kill" aufweist.
Viel mehr zu schreiben lohnt sich denn auch kaum. Dieser Film ist eindeutig nur unter dem Gesichtspunkt "So schlecht, dass es schon wieder lustig ist" einigermassen zu ertragen. Dementsprechend auch meine hohe Promille-Wertung von 4 Punkten.
Unglaublich, dass es sowas in Videotheken zu leihen gibt, während viele Asia-Horrorperlen wohl nie hier erscheinen werden.
Da kann ich doch guten Gewissens zum Konsum von House of the Dead raten. Ähnlich blödsinnig, aber viel, viel unterhaltsamer gemacht.
Screenshots: Einige Zombie-Statisten.

Mehr Make-Up-Effekte als schlechtes Kunstblut waren wohl nicht drin.

Der krasse Anführer der Zombie-Geisterstadt ist Bloody Bill.

Der Hauptcharakter kommt leider erst spät einigermassen cool rüber.

Mein Kollege Oleg the Bum vergibt großzügigerweise 3 Punkte.
angeschaut am: 2.06.2006
Normale Wertung: 1 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 4 von 10 Punkten
12 Juni 2006
Dirty - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Krimi / Thriller
Laufzeit: ca. 93 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Salim Adel (Cuba Gooding Jr.) und sein Partner Armando Sancho (Clifton Collins Jr.) sind zwei ehemalige Gangmitglieder, die zu Polizisten wurden. Schon bald fällt ihnen auf, dass das Leben auf der anderen Seite gar nicht so anders ist. Die Polizei geht im Schutze des Gesetzes brutal vor, um die Schurken loszuwerden. Als Sancho gebeten wird, gegen die Korruption im Polizeirevier auszusagen, steht er zwischen seinem Gewissen und der Loyalität den Kollegen gegenüber. Einen Tag vor seiner Aussage wird ihm ein lukrativer Drogendeal angeboten…
Kritik:
Wie vor kurzem bereits bei Training Day, so nimmt sich auch Dirty korrupte Cops als Thema vor. Insofern muss er sich dann auch mit dem grossen Vorbild messen lassen.
Aber anders als bei Training Day fehlt eine klare Identifikationsfigur. Denn beide Cops haben hier Dreck am Stecken. Wieviel, das zeigt sich im Verlauf immer mehr.
In der totalen Sorglosigkeit, vor allem von Salim, liegt meines Erachtens aber auch ein Glaubwürdigkeitsproblem. Weniger im Umgang mit Kriminellen, als z.B. beim Diebstahl an zwei "ehrbahren" Bürgern. Das war mir zu übertrieben - kaum vorstellbar.
Früh schon erahnt man, dass die eingeschlagene Richtung nur in einer Katastrophe enden kann. Nach dem eher behäbigen Handlungsaufbau, nimmt der Film dann in der zweiten Hälfte an Tempo zu. Es gibt ein paar Actionszenen, die sich im Gesamteindruck jedoch sehr klein ausnehmen. Die Betonung liegt stets auf den korrupten Cops.
Cuba Gooding Jr. als Salim liefert dabei eine klasse Vorstellung aber. Schon nach kurzer Zeit hat man als Zuschauer eine Antipathie seiner Rolle gegenüber, die er konsequent ausbauen kann. Clifton Collins Jr. als Sancho ist auch gut besetzt als schweigsames Gegenstück, der mit seinen Dämonen kämpft.
Die technische Umsetzung, sowie auch die Nebenrollen, sind für eine kleine Produktion sehr professionell gemacht bzw. besetzt. Vergeblich wartete ich allerdings auf einen Auftritt von Brittany Daniel, die ich neulich erst mit Clifton Collins Jr. in Rampage: Hillside Strangler Murders gesehen habe. Sie ist zwar in der Darstellerliste aufgeführt, jedoch ist ihr Auftritt wohl der Schere zum Opfer gefallen.
Im Vergleich zu Training Day schlägt sich Dirty besser als erwartet. Der Schluss hat sogar eine kleine Überraschung parat - leider auch einen äusserst dämlichen Monolog.
Insgesamt bleibt ein positiver Eindruck, die deutsche Synchro ist leider nicht unbedingt vom Feinsten.
Screenshots: Salim Adel (Cuba Gooding Jr.) bearbeitet eine Unschuldige.

Armando Sancho (Clifton Collins Jr.) deckt derweil seinen Partner.

angeschaut am: 28.05.2006
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten
11 Juni 2006
James Bond 007 - Moonraker - GB/FRA 1979
OFDB-LinkGenre(s): Abenteuer / Action / SciFi
Laufzeit: ca. 121 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
James Bond im Weltraum. Eine US-Raumfähre wird entführt. James Bond (Roger Moore) entgeht einem Anschlag auf sein Leben. Jaws, der Beißer, ist in diesem Bond-Film auch wieder dabei, in dem sich der verrückte Multimillionär Drax sich eine Weltraumstation aufbaut. Sein teuflischer Plan ist es, die gesamte Menschheit zu vernichten und eine neue Weltordnung mit seinen Astronauten zu schaffen. Bond muß Drax aufhalten, bevor es für die Erde zu spät ist. Der Countdown läuft bereits. Mit der Nasa-Expertin Holly Goodhead (Lois Chiles) entert er die Weltraumstation.
Kritik:
James Bonds Folgeabenteuer nach Der Spion, der mich liebte kommt einem fast schon wie ein Remake desselben vor. Wieder will ein supperreicher Industrieller die Menschheit vernichten. Diesmal hat er allerdings keine Unterwasser-, sondern eine Weltraumstation.
Leider bleibt der Film merklich hinter seinem Vorgänger zurück. Die Action ist bis zum Finale rar gesät und recht unspektakulär. Die Bondgirls bleiben blass - Lois Chiles als CIA-Agentin ist in keinster Weise ein Ersatz für Barbara Bach, die im letzten Teil für die Sowjets spionierte.
Dieser Teil ist ganz klar inspiriert von dem kommerziellen Erfolg von Star Wars. Anders kann man sich die billigen Nachahmereien in punkto Lasergefechte kaum erklären.
Auch gibt es ein Wiedersehen mit Beisser, der aber im Verlauf des Films immer stärker zu einem Comic Relief verkommt, als ein ernstzunehmender Gegner zu sein. In diesem Punkt enttäuscht auch Michael Lonsdale, dessen Figur Drax eine biedere, lahme Kopie der früheren James-Bond-Superschurken ist.
Alles in allem ein ideenloser Teil, der vor allem in der ersten Hälfte sehr zäh rüberkommt. Zum Finale wirds dann zwar spannender, aber insgesamt ist Moonraker ein eher schwacher Teil der James-Bond-Reihe, dem man anmerkt, dass den Schreibern und Produzenten nichts einfiel, ausser Aufgüssen und Kopien bekannter Elemente.
Screenshots: Nasa-Expertin Holly Goodhead (Lois Chiles), James Bond...

sowie der Beißer mitsamt Freundin (siehe Pfeil)...

...befinden sich auf der geheimen Raumstation von Superschurke Drax.

Dieser will von dort die Menschheit auslöschen und neu züchten.
(Im Bild einige seiner Schützlinge).

James Bond (Roger Moore) muss sich u.a. mit einer Riesenschlange herumschlagen.

Aber auch im Glasmuseum wird ordentlich Bruch erzeugt.

Zum Schluß gibt es Lasergefechte, inspiriert von Star Wars.

angeschaut am: 31.05.2006
Normale Wertung: 5,5 von 10 Punkten
10 Juni 2006
Bad Boys II - USA 2003
OFDB-LinkGenre(s): Action / Komödie
Laufzeit: ca. 141 Min. (Uncut Version)
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Die befreundeten Miami-Cops Marcus Burnett (Martin Lawrence) und Mike Lowry (Will Smith) haben sich gerade wegen Mikes Affäre mit Marcus' Schwester Sydney (Gabrielle Union) mächtig in der Wolle. Da versucht der aus Cuba herbei gereiste Drogenbaron Tapia (Jordi Molla) den kompletten Extasymarkt Floridas unter seine Kontrolle zu bringen - das bringt natürlich sofort alle auf andere Gedanken. Als Tapia dann noch den Fehler begeht, Sydney zu entführen, nehmen die bösen Buben vom Spezialkommando ihren Job höchst persönlich.
Kritik:
Bad Boys II ist Action-Popcorn-Kino in Reinform.
Wenn man mal darüber hinwegsieht, dass die dünne Story nur dazu existiert, um die Action-Szenen miteinander zu verbinden, dann bekommt man einen sehr unterhaltsamen Film geliefert.
Da wären zum einen die stetigen Kabbeleien zwischen den beiden Cops, sowie ihre teils hammermässigen Oneliner, die sehr witzig sind. Zum anderen atemberaubende Action-Szenen, die bombastisch inszeniert wurden, mit hervorragender Kameraarbeit und Special-Effects.
So verschlägt es einem bei den Verfolgungsjagden regelrecht die Sprache, so sehr geht es zur Sache.
Zu Lande, zu Wasser und in der Luft wird alles gegeben und vor allem auch mit schwerem Gerät gekämpft (den mangelnden Realismus braucht man eigentlich nicht zu erwähnen).
Der Höhepunkt ist dann der Schluss auf Kuba, der dem ganzen Film dann wirklich noch mal die Krone aufsetzt. Die Autojagd durch ein Armenviertel, bei dem Dutzende Hütten (mitsamt Bewohnern?) zerstört werden ist zugleich heftig anzusehen und irgendwie auch ein politisches Statement - wenn der teure, amerikanische Luxus-Benzinschlucker der Marke Hummer die Armenhütten niederwalzt, dann sagt das schon einiges aus.
Bis auf die Story stimmt somit alles in diesem Actionkracher. Optik, Sound, Schauspieler und Humor. Letzterer durchaus extrem schwarz und hart, wenn es ein paar fiese "Gags" mit menschlichen Leichen gibt, die ziemlich "geschändet" werden.
Aber das macht einfach grossen Spass und kann trotz der recht langen Laufzeit von netto ca. 135 Minuten prima unterhalten.
Screenshots: Die beiden Bad Boys sowie Marcus' Schwester Sydney (Gabrielle Union).

Ein Hoch auf den amerikanischen Benzinfresser "Hummer", der im kubanischen Armenviertel aufräumt.

angeschaut am: 7.06.2006 im KellerKino (insgesamt 2x gesehen)
Normale Wertung: 8 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 9 von 10 Punkten
09 Juni 2006
Sweat - FRA 2002
OFDB-LinkGenre(s): Action
Laufzeit: ca. 99 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Mit 10 Tonnen Gold auf dem Anhänger rasen vier französische Räuber per LKW durch die nordafrikanische Wüste der Atlantikküste entgegen, um rechtzeitig zum passenden Gezeitenstand die per Schiff anreisenden Aufkäufer zu erreichen. Schon bald kommt es unter den sehr unterschiedlichen Typen zum Streit über das richtige Vorgehen, die Verteilung der Beute oder auch nur das musikalische Rahmenprogramm, worauf nach kurzer Eskalation wildes Hauen und Stechen anhebt, jeder jeden übers Ohr zu hauen sucht und keiner keinem mehr traut.
Kritik:
Mir kam der Film wie eine Mischung aus Mad Max und Bestie Krieg vor. Vor allem von letzerem hat man den totalen Kleinkrieg der Gangster untereinander übernommen.
Leider gibt es keinen einzigen wirklichen Sympathieträger, zu dem man als Zuschauer halten könnte. Deswegen ist einem dann auch ziemlich egal, was die Gangster sich gegenseitig antun. Mich hat es sogar sehr angeödet, nachdem sich bald rausstellt, dass der Film sich wirklich darauf konzentriert. Denn ansonsten gibt das Drehbuch praktisch nichts her. Es gibt ein paar gutgefilmte Action-Einlagen, die aber dünn gesät sind, und auch keine Spannung aufkommen lassen. So ist auch das Ende des Films wenig überraschend und schon früh zu ahnen.
Die schauspielerischen Leistungen gehen in diesem Rahmen in Ordnung. Das dünne Drehbuch gab wohl keine tiefschichtigeren Charaktere her.
Was dem Genrefan gefallen kann ist die technische Umsetzung. Die Optik des Films ist vom Feinsten und durchaus Blockbuster würdig. So wird viel mit Farbfiltern, schnellen Schnitten und interessanten Kamerawinkeln gearbeitet.
Letzeres ist dann auch der Grund, warum es von mir noch 2 Punkte für diesen ansonsten gänzlich langweiligen und uninteressanten Film gibt.
Wer gerne das Thema Psycho-Kleinkrieg in der Wüste spannend abgehandelt sehen möchte, der sollte sich lieber den etwas betagteren, aber immer noch guten Film Bestie Krieg ansehen.
Screenshots: Der heftige Einsatz von Farbfiltern...

...in der Wüsten-Landschaft.

Eine ortskundige Führerin hilft ihnen bei der Durchquerung eines Minenfeldes.

angeschaut am: 5.06.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
08 Juni 2006
Rampage: The Hillside Strangler Murders - USA 2006
OFDB-LinkGenre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 88 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: englische Originalversion
Inhalt (aus der OFDB übernommen):
Hollywood Hills 1978: Während sich die Psychologin Samantha Stone auf einer exzessiven Party dem Sex- und Drogenkonsum hingibt, wird im Rotlichtviertel von Los Angeles eine Prostituierte verschleppt, vergewaltigt und anschließend getötet. In der Nähe des Tatortes wird Kenneth Bianchi als Hauptverdächtiger festgenommen. Samantha wird von ihrer Freundin Nicole, die bei der Polizei arbeitet und den Fall bearbeitet, gebeten mit Kenneth zu sprechen und herauszufinden was er weiß. Kenneth behauptet, dass ein Bekannter von ihm, Steve, für die Morde verantwortlich ist und wird wieder freigelassen. Ein paar Tage später wird vor Samanthas Haus, die Leiche einer Prostituierten, mit der sie und ihr Freund des Nachts zuvor Sex hatten, gefunden. Wieder führt die Spur zu Kenneth. Unter Hypnose möchte Samantha raus finden was wirklich in Kenneth vorgeht...
Kritik:
Der Film basiert wohl lose auf den wahren Morden von 1978. Allerdings steht die Psychologin im Vordergrund, und ihr Katz- und Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter.
Der Film ist eine Low Budget-Produktion, der es zumindest teilweise gelingt über diesen Umstand hinwegzutäuschen.
Leider setzt der Regisseur exzessiv eine bewegliche Kamera ein, die ständig um die Akteure herumschwirrt, was nach ein paar Minuten unheimlich nervt. Ausserdem wird in den Drogenszenen der Ton verzerrt, so dass man praktisch nichts verstehen kann. Dafür gibts schon mal Abzüge.
Dazu kommt ein Drehbuch, was ziemlich dünn ist. Der Film dauert gottseidank nicht allzu lange, man hat es also nicht unnötig herausgezögert. Denn schon ziemlich früh ist für den versierten Zuschauer klar, wie die Sache liegt - selbst wenn man nichts über die Original-Morde weiss.
Klarer Pluspunkt des Films ist Hauptdarstellerin Brittany Daniel, die ständig in sexy Outfits der Siebziger zu sehen ist, und sich auch ein paarmal nackig macht. Dieses Übermaß an Sexszenen soll wohl über die Mängel hinwegtrösten, was auch einigermassen gelingt.
Brittany Daniel spielt auch einigermassen gut, ihre Rolle wirkt aber leider recht künstlich. Die Verhörmethoden, mit denen man dem Verdächtigen auf den Leib rückt kommen mir selbst für die 70er Jahre ziemlich stümperhaft und billig vor.
Eine sehr überzeugende Performance liefert ihr Gegenspieler Clifton Collins Jr. als Hauptverdächtiger ab. Solche Rollen geben aber auch faierweise viel für einen Schauspieler her.
Der restliche Cast bleibt blass, was aber auch an der Konzentration auf die zwei Hauptfiguren liegt.
Prima gelungen fand ich die authentischen Kostüme. Um sonstige Details aus den 70ern hat man sich durch den weitgehenden Verzicht auf Außen-Locations herumgedrückt.
Alles in allem ein Thriller, bei dem sich die Spannung in Grenzen hält, da man die Auflösung schon früh kommen sieht. Für Brittany Daniel's vollen Körpereinsatz gebe ich einen Bonuspunkt, was zu einer Wertung von 5 Punkten führt.
Screenshots: Brittany Daniel als Partygirl und...

...Psychologin Samantha Stone, ...

...die den verdächtigen Kenneth Bianchi (Clifton Collins Jr.) verhören soll.

Die Verhöre bringen mehr und mehr Bianchi's gestörte Persönlichkeit hervor.

Brittany Daniel mit vollem Körpereinsatz (I).

Brittany Daniel mit vollem Körpereinsatz (II).

angeschaut am: 23.05.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
07 Juni 2006
Love Object - USA 2003
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Drama
Laufzeit: ca. 88 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Kenneth (Desmond Harrington) schreibt beruflich Bedienungsanleitungen, privat läuft bislang nichts. Bis er sich, durch den Tip eines Kollegen, im Internet die eigens nach seinen Wünschen entworfene Sexpuppe Nikki ordert, nach dem Vorbild seiner Assistentin Lisa (Melissa Sagemiller). Während er seine Puppe nach Lisas Optik aufmöbelt, kommt er Lisa auch privat näher. Doch Nikki lässt sich nicht so einfach abschieben.
Kritik:
Dieser Independent-Horrorfilm setzt weniger auf blutige Effekte oder Gewalt, sondern zeichnet vielmehr das Psychogramm eines sehr einsamen Menschen. Desmond Harrington brilliert in seiner Rolle als Kenneth, der eigentlich ein netter, freundlicher Mann wäre, wenn da nicht seine angeknackste Psyche wäre. Denn nach und nach werden seine Trockenübungen in Sachen Frauen mit seiner Sexpuppe immer bizarrer und spätestens wenn er im Büro Anrufe von ihr erhält, merkt man, dass hier jemand immer weiter aus der Realität abdriftet.
Der Film nutzt sein (vermutlich) kleines Budget gut aus. Der Fokus liegt auf einer guten Story, die ziemlich glaubwürdig erzählt wird. Zwischendrin wird das Ganze immer wieder durch schwarzen Humor aufgelockert - kleine Seitenhiebe aufs moderne Büroleben inklusive.
Neben Desmond Harrington liefert auch Melissa Sagemiller eine klasse Vorstellung ab. Gastauftritte von Udo Kier als freakigem Nachbarn und Rip Torn als Chef runden das Ganze ab.
Ein wenig mehr Drive hätte ich mir allerdings schon gewünscht - im Mittelteil hält man sich etwas zu lange auf.
Dafür gibt es zum Schluß eine nette bitterböse Überraschung.
Alles in allem 6 Punkte für diesen Psycho-Horror.
Screenshots: Die neue Kollegin Lisa (Melissa Sagemiller) und die nach...

... ihrem Vorbild entworfene Sexpuppe, die Kenneth sorgfältig auspackt.

angeschaut am: 01.06.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten
06 Juni 2006
Dracula II: Ascension - USA 2003
OFDB-LinkGenre(s): Horror
Laufzeit: ca. 81 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Bei der Obduktion einer verbrannten Leiche entdecken die Medizinstudenten schockiert, dass es sich um einen Vampir handelt. Plötzlich meldet sich ein mysteriöser Anfrufer und bietet 30 Millionen Dollar für Draculas Leiche. Sie übergeben ihm eine andere Brandleiche und flüchten mit dem toten Vampir-Köder in ein entlegenes Schloss, wo sie die verbrannten Überreste in ein Blutbad tauchen. Der Vampir erstarkt, schlägt um sich, ermordet eine Studentin und ist nur mit ultraviolettem Licht zu bändigen. Nach zahlreichen Versuchen mit Vampir- und Menschenblut lüften die Studenten schließlich das dunkle Geheimnis des ewigen Lebens. Völlig fasziniert gelingt es ihnen schließlich, selbst die Vorzüge des Vampirdaseins anzunehmen.
Kritik:
Der Vorgänger Wes Craven präsentiert Dracula (2000) schaffte es damals sogar ins Kino, obwohl er auch schon über keine besonderen Qualitäten verfügte. Diese Fortsetzung (Teil 2 einer Trilogie) ist dagegen gleich auf Video herausgekommen.
Das ist auch besser so, denn wenn der Vorgänger ein B-Horrorfilm mit netten Momenten war, so ist dieser hier eine C-Film-Katastrophe.
Die Charaktere sind allesamt unsympathisch und seelenlos - typisches Häckslerfutter eines drittklassigen Horrorfilms. Einzig Jason Scott Lee als Vampirjäger bringt ein wenig Coolness ein, wirkt aber unglaubwürdig und deplaziert. Dracula selber, der im Vorgänger noch ok war, hat den Darsteller gewechselt und wirkt ebenfalls sehr langweilig.
Die Handlung des gesamten Films ist total vorhersehbar. Dementsprechend stellt sich auch keine Spannung ein.
Retten könnten jetzt nur noch Gore- oder Sex-Einlagen. Letztere gibts keine und goremässig gibts auch nur Sparkost. Abgeschlagene Köpfe und ein zermanschtes Gesicht, aber das FSK 16 Rating sagt schon alles.
Angesichts der totalen Langeweile, die sich hier trotz der kurzen Laufzeit von netto weniger als 80 Minuten breitmachte, fürchte ich mich schon vor dem dritten Teil, den ich mir aber dennoch unerschrockenerweise demnächst antuen werde.
Fazit: Ein Nachfolger, den die Welt nicht braucht. Macht einen grossen Bogen darum, wie der Vampir ums Weihwasser.
Screenshots: Der "Versuchsvampir" Dracula festgebunden...

...und stinksauer.

angeschaut am: 29.05.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
05 Juni 2006
Tal der Wölfe - Kurtlar Vadisi Irak - TUR 2006
OFDB-LinkGenre(s): Abenteuer / Action
Laufzeit: ca. 118 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Bemerkung: Originalfassung (englisch/türkisch/arabisch) mit deutschen Untertiteln
Inhalt:
Im Frühsommer 2003 kommt es im amerikanisch besetzten Nordirak zu einem Zwischenfall unter vermeintlichen Alliierten. Amerikanische Elitetruppen stürmen ein Basislager der türkischen Einsatzkräfte, behandeln die unblutig überwältigten Bundesgenossen wie feindliche Kriegsverbrecher und deportieren alle Gefangenen außer Landes. Mit einigen Vertrauten kehrt der osmanische (Ex-)Geheimagent Polat in den Irak zurück, um eine Wiedergutmachung durchzusetzen...
Kritik:
Anfang des Jahres sorgte der Film ja für grosses Aufsehen. So wurde teilweise ein Verbot gefordert und das FSK-Rating von 16 auf 18 hochgesetzt. Man warf ihm rassistische Tendenzen und Aufstachelung zu antiwestlicher Gewalt vor.
Nun habe ich mir diesen "gefährlichen" Film angesehen, um mir ein eigenes Urteil zu bilden.
Es beginnt mit einer offensichtlich wahren Begebenheit, als eine türkische Militärstation von den Amerikanern durchsucht wird und die türkischen Soldaten gefesselt und mit Säcken über den Köpfen zum Verhör abgeführt werden.
Dies hat, wie man nachlesen kann, verständlicherweise zu großer Empörung in der Türkei geführt, die ja zu den Verbündeten der USA zählt.
Danach beginnt die fiktive Handlung als ein (ehemaliger) türkischer Elitekämpfer und seine beiden Freunde in die Gegend reisen, um den verantwortlichen amerikanischen Befehlshaber zur Rechenschaft zu ziehen.
Im Verlauf des Films folgen etliche Szenen, die die Amerikaner sehr, sehr schlecht aussehen lassen. Problematisch dabei ist, dass es für die meisten Szenen Vorbilder aus der Realität gibt, die wir alle kennen - dazu wird dann aber noch heftig dramatisiert, wie ihr lesen werdet.
So wird eine Hochzeitsgesellschaft, die aus Freude in die Luft schiesst, von amerikanischen Truppen als mögliche Terroristen eingestuft. Die Männer werden abtransportiert, Frauen brutal geschlagen, ein Kind versehentlich erschossen - andere Menschen gezielt.
Reales Vorbild: Die Bombardierung einer Hochzeitsgesellschaft, die in die Luft schoss.
Die Gefangenen werden in einem LKW ins Abu Ghraib Gefängnis gebracht. Um ihnen "Luft zu verschaffen" schiesst ein Amerikaner freudig etliche Salven auf die Wände des LKWs und tötet und verletzt etliche Menschen. Ein US-Soldat, der damit nicht einverstanden ist, wird von ihm ebenfalls erschossen.
Angekommen in Abu Ghraib gibt es deswegen auch gleich Ärger, denn der dort wartende jüdische Arzt (stellt sich später heraus) entnimmt den Gefangenen Organe (gezeigt wird eine Nieren-Entnahme) und schickt sie nach New York, Tel Aviv, London. Und da sage noch einer, die wären nur hinter dem Öl her!
Danach folgen die bekannten Szenen aus Abu Ghraib, wo die unschuldigen Gefangenen nackt auf Haufen gelegt werden und man Allah verspottet, mit Hunden im Hintergrund - das volle Programm.
Auch gegen diese Darstellung kann man natürlich schwerlich Einwände erheben.
Später wird dann ein Dorf durchsucht und die Bewohner wahllos getötet - auch hierfür gibt es jüngst ein reales Vorbild.
Um es abzukürzen, die Amerikaner kommen dermassen schlecht weg, dass mir als Vergleich eigentlich nur Filme über Nazis übrigbleiben. Diese wurden ähnlich hassenswert dargestellt.
Wobei es nicht nur um die Grausamkeiten geht, sondern auch die Hauptfigur des amerikanischen Befehlshabers, der wohl stellvertretend für den "westlichen Kreuzfahrer" steht. Er hat offensichtlich keinerlei Respekt für die Muslime (im Film sind es verschiedene Gruppierungen wie Kurden, Araber und Turkmenen), die er zu seinem Vorteil gegeneinander ausspielt und kleinhält. Er betreibt die Umsiedlung der Menschen, um leichter an die Ölfelder zu kommen. Zum Schluss tötet er ziemlich wahllos was ihm vor die Pistole kommt. Aber jetzt kommts: Er erzählt auch wirre Sachen über seine Auserwähltheit durch Gott und es wird stark betont, dass er Christ ist.
Dies, in Kombination mit dem jüdischen Organarzt, kann man nun wirklich leicht als rassistische Tendenz erkennen, die äusserst plump daherkommt.
Komme ich nun zum "Helden" des Films, dem türkischen Elitekämpfer. Er will eine Wiedergutmachung der anfangs erwähnten Demütigung erreichen und den US-Befehlshaber und seine Männer dazu zwingen mit Säcken über dem Kopf ein Hotel zu verlassen, und von der Presse fotografiert zu werden.
Um das durchzusetzen hat er das Hotel mit Sprengstoff verkabelt und droht mit der Sprengung - eine klar zu erkennende Parallele zum World Trade Center. Es scheitert übrigens daran, dass der US-Befehlshaber einfach einen kurdischen Kinderchor im Hotel aufmarschieren lässt, den der "Held" natürlich nicht durch eine Explosion sterben lassen kann.
Später versuchen sie erneut ein Attentat auf den US-Befehlshaber, was aber wegen eines parallel stattfindenden Selbstmordanschlags misslingt.
Der eigentliche Held und Sympathieträger des Films ist dann auch ein weiser Mann, der Scheich der Gegend, der einen Appell gegen Selbstmordanschläge richtet und einen Journalisten vor der Köpfung rettet. Auch sonst ist er der Gutmensch in Person, der Waisen in seine Familie aufnimmt und von allen Gruppierungen respektiert wird.
Mir schien er wie der Alibi-Held, der das politisch-korrekte predigt, aber schwer zu greifen bleibt. Zu einfach ist seine Hochstilisierung zur moralischen Instanz, die den Koran richtig auslegt, angesichts der vielen "Hassprediger", die in der Realität unterwegs sind.
Im Prinzip ist der Film nicht viel anders als das, was uns seit Jahren und Jahrzehnten aus amerikanischen Billigproduktionen präsentiert wird. Es gibt einen Seite, die klar als böse erkennbar ist (USA/Westen/Kapitalismus). Und es gibt Leute die sich mit moralischer Autorität (der Scheich) oder mit Gewalt (Elitekämpfer, Aufständische) gegen sie wehren. Auch nicht anders, als bei Rambo und Konsorten. Insofern sicher noch kein Grund für all die Aufregung. Denn das hier mal Amis reihenweise abgeballert werden, ist dann nur die logische Konsequenz der umgedrehten Verhältnisse.
Das eigentlich bedenkliche ist sicher der antisemitische Faktor mit dem Organarzt, sowie die antichristliche Komponente durch den fiesen Befehlshaber, der der einzige (bekennende) Christ im Film ist.
Gefährlich ist dabei die Vermischung der tatsächlichen Vorfälle, realer Vorbilder und fiktiver Dramatisierungen durch die Handlung. Eine Trennung fällt dem unbedarften Zuschauer in der Tat schwer, was schon zu einer antiwestlichen Stimmung beitragen kann.
Der Film selber, ohne die politische Komponente, wirkt dann auch wie ein B-Movie. Das Drehbuch ist nicht besonders schlüssig. Oft gibt es starke Brüche - Szenen wie Abu Ghraib haben mit der eigentlichen Handlung nicht viel zu tun. Echte Spannung kommt grösstenteils auch keine auf, nur zum Schluss. Der Mittelteil weist sogar ziemliche Längen auf.
Die Handlungsweise des Elitekämpfers ist auch nicht besonders nachvollziehbar.
Generell bleiben die Charaktere unheimlich platt. Es gibt thrashige Momente, wie zum Beispiel zum Schluss, als mehrere Minuten ein alter Mann vorgestellt wird und man sich fragt warum - bis er sofort danach als einer der ersten von einer amerikanischen Rakete getötet wird.
Die gezeigte Action ist recht nett in Szene gesetzt, reisst einen aber auch nicht vom Hocker. Dass der Film die teuerste türkische Produktion aller Zeiten ist, sieht man ihm in der Form an, dass er recht authentisch rüberkommt, was Szenerie, Soldaten, Waffen und Fahrzeuge betrifft.
Es wird viel englisch gesprochen, nicht nur von den Darstellern der Amerikaner. Für die Rolle des Befehlshabers hat man Billy Zane besetzt, der auch wirklich gut spielt. Gary Busey dagegen als jüdischer Arzt wirkt ziemlich fertig/krank.
Der türkische Elitekämpfer und seine Freunde bleiben relativ farblos. Am besten gefiel mir da noch die zornige Witwe, die ihren Hass gut verkörpert.
Um hier mal zu einem Ende zu kommen: Tal der Wölfe hätte sicher keinen interessiert, wenn er nicht so sehr seine offensichtlichen Schwächen als Film durch teils unverblümt-radikale politische Standpunkte überdecken würde.
Ich persönlich bin in punkto Meinungs- und Kunstfreiheit sehr liberal eingestellt, weshalb ich so einen Film auch nie verbieten würde. Es ist allerdings nachvollziehbar, warum sich so viele Leute darüber aufgeregt haben. Im Endeffekt kann man ihm vorwerfen, dass er mehr oder weniger geschickt Tatsachen nutzt, um Propaganda gegen die USA und den Westen zu verbreiten. Versöhnliche Töne bleiben dabei weitgehend aussen vor. Ein Moslem dürfte den Film wohl mit anderen Augen sehen - als ein Statement gegen die Unterdrückung.
Insofern muss sich jeder selbst ein Urteil bilden. Die vorher vorhandene politische Einstellung dürfte der Film allerdings nicht verändern, insofern erschiene mir ein Verbot übertrieben.
Eine Wertung ist dann auch nicht ganz leicht. Ich lasse mal die politische Komponente aussen vor und beurteile nur den Film, der teilweise einen trashigen B-Movie-Charme entwickelt, eine sehr gute Performance von Billy Zane beinhaltet und auch wegen der teils unterhaltsamen Action von mir eine Wertung von 4 Punkten bekommt.
Screenshots: Billy Zane als amerikanischer Befehlshaber.

Die Abu Ghraib Szene.

Der jüdische Arzt entnimmt einem Gefangenen eine Niere.

Leila (Bergüzar Korel) wird noch am Tag ihrer Hochzeit von den Amerikanern zur Witwe gemacht.

Ein Selbstmordanschlag...

...und seine Folgen.

Leila und der türkische Elitekämpfer Polat Alemdar (Necati Sasmaz).

Der weise Scheich Kerkuki (Ghassan Massoud) inmitten seiner Anhänger, bei einer religiösen Zeremonie.

angeschaut am: 1.06.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
04 Juni 2006
Die Geisha - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Liebe
Laufzeit: ca. 139 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Japan Ende der 20er Jahre. Nach dem Tod der Mutter landet die neunjährige Chiyo (Suzuka Ohgo) ihrer seltenen Augenfarbe wegen in der Obhut der despotischen Hatsumomo (Gong Li), in deren privater Hostessenakademie sie zur Geisha der Luxusklasse ausgebildet wird. Mit 15 zeigt Chiyo (Zhang Ziyi) in Kyoto, was sie kann, bevor der Zweite Weltkrieg und die Invasion der Amerikaner ihr Leben noch ein weiteres Mal umkrempeln.
Kritik:
Viel wurde im Vorfeld bzw. beim Kinostart an dem Film kritisiert. Die Darstellung der japanischen Geishas soll nicht der Realität entsprechen und die Hauptrollen sind allesamt mit Chinesinnen besetzt.
Für den westlichen Zuschauer ist gerade letzteres sicher weniger störend. Mir gefielen die Hauptdarstellerinnen sehr gut. Hat man doch ausnahmslos schöne, talentierte Frauen für die Rollen gefunden, die endlich auch ausserhalb Asiens ihr Können zeigen dürfen.Der Film selber schafft es auf jeden Fall trotz langer Laufzeit die ganze Zeit über interessant zu bleiben, was schon mal ein dicker Pluspunkt ist. Vorraussetzung ist natürlich ein Interesse an der fremdartigen Kultur, den tollen Kostümen und Szenenbild, sowie der traurigen Liebesgeschichte.
Denn eine unerfüllte Liebe steht im Mittelpunkt der Entwicklungen. An die eigentlichen Geheimnisse der Geishas traut sich der Film nicht heran, was auch besser so ist.
Pluspunkte sind neben den tollen Darstellerinnen ein wunderschöner Score von John Williams, der mich wirklich begeistert hat, sowie die anspruchsvolle Optik des Films.
Negativ wirkt sich leider aus, dass man zu wenig Zugang zu den Figuren bekommt, um ernsthaft mit ihnen mitleiden zu können. Zu distanziert bleibt das Geschehen.
So gelingt dem Film leider nicht der grosse Wurf, aber er weiss zu gefallen. Deswegen von mir eine Wertung von 7,5 Punkten.
Screenshots: Die Geisha Chiyo und ihre unerfüllte Liebe.

Konkurrentinnen.

angeschaut am: 26.05.2006
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
03 Juni 2006
Anatomie einer Entführung - USA 2004
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Thriller
Laufzeit: ca. 95 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Wayne Hayes (Robert Redford) hat den American Dream wahr gemacht: Er hat Firma und Familie gegründet, ist mehr oder weniger glücklich verheiratet, hat die Firma mit Gewinn wieder verkauft, die Kinder sind wohl erzogen und aus dem Haus, und ein lauschiger Lebensabend steht ihm bevor. Doch das vordergründige Idyll wird getrübt, als eines Tages ein fremder Herr (Willem Dafoe) Wayne von der Schwelle weg entführt und ihn, aber auch seine Frau Eileen (Helen Mirren), zu einer differenzierteren Betrachtung der Vergangenheit zwingt.
Kritik:
Der deutsche Titel, der vom englischen The Clearing doch deutlich abweicht, passt in diesem Fall sehr gut, um den Film zusammenzufassen.
Die Entführung wird in zwei Handlungssträngen gezeigt. Einmal der Entführer und sein Opfer, auf der anderen Seite seine Familie, insbesondere seine Frau.
Schnell wir dabei klar, dass die parallel gezeigten Ereignisse zeitlich so nicht zusammenpassen können. Dem versierten Zuschauer ist auch schnell klar, worauf alles hinauslaufen wird.
Insofern ist die Spannung eher zweitrangig - es geht mehr um die psychologische Komponente. Diese ist dann auch das Interessanteste - denn man kann hinterher kräftig
spekulieren, warum sich der Entführer so verhalten hat.
Willem Dafoe überzeugt wieder einmal auf ganzer Linie. Seine Figur wirkt, ebenso wie die von Robert Redford, sehr glaubhaft. Helen Mirren als gehörnte Ehefrau ist da schon schwieriger zu beurteilen. Sie bleibt in ihrer Darstellung einfach zu britisch reserviert, um vollends zu überzeugen.
Insgesamt eine interessantes Psychodrama, aber kein Thriller. Unter dieser Vorraussetzung betrachtet gibt es 6,5 Punkte. Sicher hätte etwas mehr Spannung dem Film nicht geschadet.
Screenshots: Wayne Hayes (Robert Redford) wird von seinem Entführer (Willem Dafoe) einen Waldweg entlanggeführt.

Wayne's Frau Eileen (Helen Mirren).

angeschaut am: 27.05.2006
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten
02 Juni 2006
Masters of Horror S01E01- Incident on and off a Mountain Road - USA 2005
OFDB-LinkIMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
In diesem Teil der Meister des Horrors geht es um Ellen (Bree Turner), eine junge Frau, die von einem Killer verfolgt wird: Moonface (John DeSantis), ein abscheulich entstellter und wahnsinniger Serienkiller, der es auf sie abgesehen hat. Für Ellen beginnt ein Kampf auf Leben und Tod...
Kritik:
Für die neue Reihe "Masters of Horror" im US-Pay-TV steuerten anerkannte Horror-Regisseure wie John Carpenter, John Landis aber auch Takashi Miike einstündige Beiträge bei, ähnlich zu früheren Serien zum Übernatürlichem (Twilight Zone) oder Horror (Tales from the Crypt). Dabei müssen die Regisseure dank des Pay-TV-Auftraggebers weniger Rücksicht auf "schonenden Horror" nehmen, sondern können ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Da die Folgen in Deutschland zum Großteil einzeln auf DVD erschienen sind, werde ich sie auch einzeln besprechen.
Die erste Episode von Don Coscarelli (Das Böse) hat es gleich in sich. Eine Frau gerät in einen Unfall auf einer abgelegenen Strasse und muss im nächsten Moment vor einem unheimlichen Killer fliehen. Dieser verfolgt sie während eines Gewitters durch den Wald. Das ist super atmosphärisch in Szene gesetzt. Erfreulicherweise stellt sie sich dabei intelligenter an, als normalerweise solche Charaktere.
Es wird in dieser Episode zwar wenig Splatter gezeigt, doch stimmt die Atmosphäre von vorne bis hinten. Die Hütte, in der der Killer seine Opfer rituell vorbereitet ist schon ziemlich harter Tobak, inklusive haufenweise gekreuzigter Opfer im "Vorgarten".
Interessant machen das Ganze dann auch nicht nur die Spannung, ob sie ihm entkommen wird, sondern auch die geschickt eingeflochtenen Rückblenden auf die Zeit vor ihrem Unfall.
Den Schlusstwist sieht man zwar schon kommen, trotzdem fand ich es sehr gut gemacht, und auch sehr gut von den Darstellern gespielt.
Insgesamt eine tolle Episode, um diese Serie zu starten. Von mir gibts 8 Punkte!
Screenshots: Ellen (Bree Turner) ist das jüngste Opfer...

...von Moonface (John DeSantis), einem irren Killer.

angeschaut am: 21.05.2006
Normale Wertung: 8 von 10 Punkten
Labels: 2005, Originalsprache, USA
01 Juni 2006
16 Blocks - USA 2006
OFDB-LinkGenre(s): Action / Thriller / Drama
Laufzeit: ca. 102 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Seiner Trinkgewohnheiten und der frechen Klappe wegen ist der heruntergekommene New Yorker Cop Jack Mosley (Bruce Willis) den Vorgesetzten schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Nun soll der müde Veteran den farbigen Junggauner Eddie Bunker (Rapper Mos Def) nur mal schnell die 16 Blocks vom Untersuchungsknast zum Gericht bringen, wo dieser dann seine als brisant eingestufte Aussage in einem Fall von Polizeikorruption machen soll. Doch wie durch Zufall finden sich allerhand Hindernisse am Wegesrand ...
Kritik:
Die grundlegende Story über einen Gefangenentransport, der von Killern begleitet wird, die sich auch noch als korrupte Cops entpuppen, ist nichts unbedingt neues.
Interessant ist das schon eher die Rolle von Bruce Willis als versoffenem, fertigem Cop. Nun ja, so fertig ist er dann doch nicht, sonst könnte er sich nicht zum, zugegebenermassen leisen, Helden entwickeln und die Angreifer abwehren. Trotzdem wirkt Willis' Spiel sehr routiniert und kommt glaubhaft rüber.
Der Film selber hat anfänglich ein recht gutes Tempo. Die Erschiessung des ersten Killers ist supergeil gemacht - man ist sehr überrascht. Dann flacht das Tempo aber leider ziemlich ab. Den Mittelteil könnte man sogar als recht langweilig bezeichnen. Erst im Schlussdrittel nimmt der Film wieder Fahrt auf und man nähert sich einem wenig überraschenden Ende.
Actionmässig geht es eher verhalten zur Sache - ein paar Schiessereien, ein paar Blechschäden. Der Film kommt insgesamt recht realistisch rüber, es gibt keine gröberen Übertreibungen, was auch für den zurückhaltenden Gewaltfaktor gilt.
Darin liegt für mich dann leider auch das Problem, denn da die Story nichts wirklich neues beinhaltet und die Action einen auch nicht vom Hocker reisst, bleibt nicht allzuviel übrig.
Da wären natürlich noch die schauspielerischen Leistungen, bei denen Bruce Willis natürlich herausragt. Allerdings erfahren wir doch recht wenig über seinen Charakter und dessen Hintergrund. David Morse als sein Gegenspieler ist wieder mal ein richtig fieser Bösewicht, wie er sein soll. Mos Def als Gejagter ist (ich muss das leider so formulieren) der typische, ewig plappernde Schwarze, wie wir ihn schon so oft gesehen haben.
Alles in allem ein routiniert gemachter Film, dem es aber an Ideen und Action fehlt. Sicher nichts, was ich für einen Kinogang empfehlen würde - eher für den Heimkinoabend.
Bruce Willis Fans, die Hostage noch nicht kennen, sollten lieber letzteren vorziehen.
Screenshots: Jack Mosley (Bruce Willis) beschützt...

...den Kronzeugen Eddie Bunker (Mos Def) vor seinen Kollegen.

angeschaut am: 1.06.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten
