31 Juli 2006
Masters of Horror S01E05 - Chocolate - USA 2005
OFDB-LinkIMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Jamie (Henry Thomas) ist ein gerade geschiedener Nahrungsmittel-Chemiker. Eines Tages hat er plötzlich Visionen von einer ihm fremden Frau, zu der er sich unglaublich hingezogen fühlt. Anstatt psychologische Hilfe aufzusuchen, macht er sich auf, um die Frau seiner Träume ausfindig zu machen. Er ist so fasziniert von ihr, dass es ihm sogar gleich ist, dass sie in einen Mord verwickelt ist...
Kritik:
Chocolate von Mick Garris war die erste Episode der Masters of Horror, die ich mir angesehen habe. Insofern konnten glücklicherweise keine Erwartungen enttäuscht werden.
Denn mit Horror, oder gar einem Meisterstück, hat diese Episode wenig zu tun.
Über weite Teile herrscht gähnende Langeweile, während wir verfolgen, wie der Chemiker immer tiefer in seinen Visionen versinkt.
Der Clou dieser Folge hätte dann auch schon zu Twilight Zone-Zeiten sicher nicht für mehr als ein kurzes Blinzeln gesorgt. Einzig die, offensichtlich bei dieser Serie zwingend vorgeschriebenen, Sexszenen lockern das Ganze etwas auf. Zum Schluß gibts auch noch etwas Blut, aber nichts sehenswertes.
Dem Regisseur dieser Episode, Mick Garris, gebührt Respekt für die Rolle als Produzent der ganzen Serie, jedoch stellt seine eigene Episode die bisher schwächste dar.
Nur für absolute Genrefans - alle anderen nutzen die 60 Minuten lieber sinnvoll.
Screenshots: Chemiker Jamie (Henry Thomas) beim Geständnis.

Sein Kollege Wally (Matt Frewer) rockt ab.

Endlich trifft er dann die Frau aus seinen Visionen (Lucie Laurier).

angeschaut am: 24.04.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
30 Juli 2006
A Dirty Shame - USA 2004
OFDB-LinkGenre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 85 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Sylvia Stickles (Tracey Ullman) ist eine Frau mittleren Alters, die alles andere als an den körperlichen Bedürfnissen ihres Mannes Vaughn (Chris Isaak) interessiert ist. Sie ist mit wichtigeren Dingen beschäftigt, ganz zum Verdruss ihres durchaus noch gutaussehenden Mannes. Außerdem muss sie immer ein Auge auf ihre Tochter Caprice (Selma Blair) werfen, denn diese ist exhibitionistisch veranlagt und stellt sich auch gern einmal als Gogo-Tänzerin zur Schau. Doch all dies ändert sich schlagartig, als Sylvia bei einem Unfall der Abschleppwagenfahrer Ray-Ray Perkins (Johnny Knoxville) zur Hilfe eilt, der auf wundersame Weise ihre Lust wieder erweckt...
Kritik:
Trash-Altmeister John Waters beschäftigt sich hier offensichtlich mit der Heuchelei der Amerikaner in Sachen Sex und Moral. So gibt es im Film eigentlich nur Extreme - entweder die Neutren, die Sex verabscheuen oder die Sexsüchtigen, die äusserst aggressiv dafür eintreten.
Die Message, die uns nähergebracht werden soll, scheint meiner Ansicht nach zu sein: Sex tut keinem weh, also regt euch nicht so drüber auf.
Hier liegt dann auch ein Hauptproblem meines Erachtens. Denn als Nicht-Amerikaner, bzw. Europäer hat man sowieso eine viel liberalere Einstellung (ich für meinen Teil zumindest) zu Sex. Deswegen verfehlt der Film in unseren Breitengraden eine schockierende Wirkung. Da aber gleichzeitig auf eine richtige Handlung verzichtet wird, breitet sich unheimlich schnell Langeweile aus.
Ständig wiederholt sich das völlig übertriebene Verhalten der Sexsüchtigen, anhand derer man uns verschiedene "Perversionen" näher bringt, die einen aufgeklärten Menschen allerdings nicht wirklich vom Hocker reissen. Erotisch wirkt das Ganze übrigens nie, da alle Beteiligten ziemlich hässlich sind und wenig Lust auf Sex machen. Auch nackte Tatsachen bleiben aufs absolute Minimum beschränkt, da geht in den meisten deutschen Fernsehkrimis mehr ab.
Wie austauschbar die Seiten sind, soll uns wohl die Tatsache klarmachen, dass alle nach Gehirnerschütterungen Gefahr laufen die Lager zu wechseln.
Als Komödie ist der Film ein Schlag ins Wasser, denn Lachen konnte ich nie. Wenn man vereinzelte Texteinblendungen wie "S-T-Ä-N-D-E-R", Bäume und Steine, die primäre, humane Geschlechtsmerkmale haben - nach dem Motto "finde die nicht-versteckte Muschi" - oder grottig-animierte Eichhörnchen beim Poppen witzig findet, dann gibts vielleicht was zu lachen. Ich fands auf alle Fälle nur langweilig. Hinzu kommen entsprechend bescheuerte Dialoge, die so dermaßen gezwungen zwischen klinischer und vulgärer Sprache hin- und herschwanken, dass man sich ernsthaft fragt, was da eigentlich los ist.
Immerhin weiss ich jetzt, dass "römisch Duschen" umgangssprachlich das gegenseitige Ankotzen als Vorspiel bezeichnet (in der Fachsprache bekannt als Emetophilie).
Witzig ist im Prinzip nur Selma Blair, die im echten Leben die Körbchengröße A hat (siehe Storytelling von 2001) und hier mittels angebautem Atom-Busen (Lolo Ferrari wäre neidisch) als "Ursula Euter" rumläuft um sich bei jeder Gelegenheit auszuziehen. Die anderen Schauspieler betreiben denn auch dem Skript entsprechendes Over-Acting, was nicht weiter erwähnenswert ist.
Einziger echter Pluspunkt ist der Soundtrack, den ich wirklich sehr gut fand. Altmodischer Rock'n'Roll - allerdings mit extrem zweideutigen, schlüpfrigen Texten. Dafür gibts von mir einen Extrapunkt.
Erwähnenswert ansonsten nur noch, dass sich die Amis tatsächlich noch über solch unerotische Filme aufregen können und dem Werk ein R-Rating (= unter 17 nur mit Erziehungsberechtigtem) verweigert haben. Statt dessen gab es ein NC-17 (= niemand unter 17 darfs gucken). Was sich für unsereins ziemlich ähnlich ausnimmt bedeutet in den USA bei NC-17 einen (zu 99%) vorprogrammierten Flop an den Kinokassen. Viele Kinos spielen solche Filme gar nicht.
Fazit: Ein sehr Amerika-bezogener Film, der sicher das Publikum polarisiert. Ich fand ihn einfach nur unheimlich langweilig. 1 Punkt + 1 Bonuspunkt für den coolen Soundtrack.
Als Partyfilm übrigens auch nicht geeignet, was vor allem an dem ständig wechselnden Sprachgebrauch zwischen klinischen und vulgären Ausdrücken liegt.
Screenshots: Eine der erwähnten, wenig subtilen Einblendungen.

Ray-Ray Perkins (Johnny Knoxville) gibt einem Eichhörnchen Mund-zu-Mund-Beatmung und verwandelt es damit in ein sexsüchtiges Eichhörnchen.

Nachdem Mutter Sylvia (Tracey Ullman) von konservativ zu sexsüchtig gewechselt hat...

...wird ihre Tochter Caprice (Selma Blair) nicht länger eingesperrt, sondern kann wieder ihrer Leidenschaft, dem Exhibitionismus, als bezahlte Stripperin frönen.

Wenig später wechselt allerdings auch sie wieder die Seiten und wird sexfeindlich.

angeschaut am: 20.07.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 3 von 10 Punkten
29 Juli 2006
My Wife is a Gangster - KOR 2001
OFDB-LinkGenre(s): Action / Komödie / Drama
Laufzeit: ca. 103 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Eun-jin (Eun-Kyung Shin) hat sich als "Big Brother" einen Namen gemacht in Gangsterkreisen. Doch als sie erfährt, dass ihre Schwester bald an Krebs sterben wird, möchte sie ihr endlich den sehnlichsten Wunsch erfüllen: Sie will heiraten. Fragt sich nur noch wen. Der naive und bürgerliche Su-il (Sang-Myeon Park) erscheint ihr als passender Ehemann in Frage zu kommen. Doch mit der Zeit lassen sich Eun-jins Fähigkeiten nicht mehr vor ihrem Mann verstecken, der sich in der Rolle des Hausmannes auch nicht gerade wohl fühlt und bezüglich ehelicher Pflichten bislang leer ausgeht. Doch schließlich verlangt die totkranke Schwester auch noch, dass die Zwei ein Kind bekommen - Eun-Jin erledigt auch das auf die ihr typische, burschikose Weise...
Kritik:
Ein echter Kassenknüller war dieser Film in seinem Ursprungsland Südkorea. Vereint er doch die dort beliebtesten Themen der RomCom (Romantik-Komödie) und des JoPok (Gangsterfilm).
Bei mir hielt sich die Begeisterung etwas in Grenzen.
Dafür ist die Handlung zu vorhersehbar, die Gags zu selten witzig und der Romantik-Anteil zu gering.
Dazu gesellen sich Unglaubwürdigkeiten. Wie z.B. wenn sich Frau Gangsterboss von einer Prostituierten erklären lässt, wie man Männer scharf macht. Als Penisersatz bearbeitet die Professionelle ihren Finger - später bei ihrem Ehemann bearbeitet Frau Gangsterboss dann dessen Finger, was ihn natürlich nicht antörnt. Es fällt mir einfach schwer, sowas witzig zu finden, weil es so dermassen unrealistisch ist.
Ansonsten gibt es die übliche Story über zwei Zwangsverheiratete, die mit der Zeit zusammenfinden.
Das scheint in Korea ein wichtiges Thema zu sein, denn ich habe es nun schon in mehreren Filmen entdeckt.
Positiv auflockernd wirkt aber die Gangster-Seite der Geschichte, die neben vielen (mehr oder minder derben) Gags auch ein paar nette Kämpfe beinhaltet.
Schauspielerisch gibt es gute Performances, die sich natürlich im eingeschränkten Rahmen des Drehbuchs bewegen. Eun-Kyung Shin als weiblicher Gangsterboss wirkte überzeugend.
Die Mischung der beiden Genres entwickelt einen gewissen Charme, der jedoch bei mir nicht zu mehr als durchschnittlichen 5 Punkten reicht.
Screenshots: "Big Brother" im Kreise ihrer Untergebenen.

Die Szene mit dem Fingersex.

Eun-jin (Eun-Kyung Shin) gesteht ihrem Mann ihren wahren Beruf.

Die Gangster-Konkurrenz will schliesslich auch noch ein Wörtchen mitreden und gefährdet die junge Ehe...

angeschaut am: 16.06.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 6 von 10 Punkten
28 Juli 2006
Liegen lernen - BRD 2003
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 88 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Anfang der 80er dreht sich bei Helmut (Fabian Busch), dem coolen "Mücke" (Florian Lukas) und dem freakigen "Schäfer" (Tino Mewes), alles um die Musik. Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht beschränken sich auf Zoten und Wunschvorstellungen. Das ändert sich, als die blonde Britta (Susanne Bormann) die Clique entert und Helmut augenblicklich den Kopf verdreht. Als die Beziehung nach vielversprechendem Start ein ebenso unvorhersehbares wie abruptes Ende nimmt, entwickelt sich Helmut zum verantwortungslosen Tagedieb. Das muss sich ändern, findet Tina (Birgit Minichmayr).
Kritik:
Das Grundkonzept von Liegen lernen kam mir bekannt vor. Bereits in High Fidelity versucht ein Mann sich durch Reflektion über seine vergangenen Lieben auf das zu besinnen, was er zukünftig eigentlich mit seinem Leben anfangen will.
Der Rückblick ist hier sehr authentisch geraten. Das liegt an den lebensechten Charakteren und Darstellern, die alle sehr natürlich und glaubhaft wirken.
Selten bringe ich die folgende Kritik, aber diesmal ist mir der Film etwas zu kurz geraten. Man hätte durchaus noch mehr Zeit investieren können, um die interessanten Figuren eingehender zu beleuchten.
Lobenswert finde ich das kleine Kunststück die Charaktere trotz der großen Zeitsprünge bei ihrem Lebensalter (Helmut ist anfangs 18 und später 30, ebenso Britta), glaubwürdig rüberzubringen.
Nette Unterhaltung aus deutschen Landen, die das mögliche Potential wegen ihrer Kürze leider nicht voll ausschöpfen kann. Alleine schon wegen der anschaulichen Unterscheidung der Begriffe "Sex" und "Liebe machen" sehenswert!
Screenshots: Helmut (Fabian Busch) nimmt uns mit auf eine Erinnerungsreise...

...zu seinen bisherigen Beziehungen...

...bis zur Gegenwart.

angeschaut am: 28.07.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
Labels: Deutschland
27 Juli 2006
Entgleist - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 113 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Mehr schlecht als recht leben Charles und Deanne Schine (Clive Owen und Melissa George) eigentlich nur noch deshalb wie richtige Eheleute nebeneinander her, um der gemeinsamen, schwerkranken Tochter nicht das Herz zu brechen. Als Charles ein wenig erotische Ablenkung sucht und bei der geheimnisumwitterten Lucinda (Jennifer Aniston) auch findet, erscheint plötzlich ein Gangster auf der Bildfläche und überfällt die beiden. Von nun an verwandelt sich Charles Leben zu einem Alptraum...
Kritik:
Entgleist war für mich eine wirklich positive Überraschung. Ein Film, bei dem es sich bezahlt macht, wenn man so wenig wie möglich weiss. So kommt nicht nur der oben beschriebene Überfall völlig überraschend und in seinem Ausmaß wirklich schockierend, sondern auch andere Wendungen.
Der Film macht dabei alles richtig. Die Story ist äusserst spannend und glaubwürdig. Charles Charakter ist, sicher besonders fürs männliche Publikum, eine tolle Identifikationsfigur. Man versteht, dass er trotz einer äusserlich netten Familie ein Abenteuer sucht. Umso schlimmer ist der Alptraum in den er hineingerät.
Aber der Star des Films bleibt die intelligente Handlung, die einen wirklich fesselt und auch für alte Hasen ein paar Überraschungen bereit hält. Dabei wird auch auf realistische Action nicht verzichtet, die dem Ganzen noch das I-Tüpfelchen aufsetzt.
Angesichts des Drehbuchs ist es für die Darsteller natürlich einfacher eine tolle Leistung abzuliefern. Vor allem Vincent Cassel als Bösewicht ist mal wirklich extrem fies und hassenswert. Aber auch Jennifer Aniston zeigt mehr als man sonst von ihr gewohnt ist.
Entgleist gefiel mir persönlich sehr gut. Einer der intelligentesten und besten Hollywood-Thriller der letzten Jahre. Unbedingt ansehen!
Screenshots: Zunächst kann sich Charles nur gut mit Lucinda (Jennifer Aniston)...

...unterhalten, doch dann sucht er ein Abenteuer.

Vincent Cassel spielt (wieder mal) den Bösewicht.

angeschaut am: 2.07.2006
Normale Wertung: 9 von 10 Punkten
25 Juli 2006
The Hills Have Eyes - USA 2006
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 108 Min. (Unrated Version - Uncut)
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Die stinknormale Vorstadt-Mittelständler-Familie Carter durchquert mit ihrem Wohnmobil die Vereinigten Staaten. Ausgerechnet in einer weithin mit Warnschildern ausgewiesenen, gottverlassenen Wüstengegend, in der die Regierung vor noch nicht allzu langer Zeit vielleicht Atomwaffen testete, bleibt der Karren liegen. Die nichts Böses ahnenden Carters sehen sich plötzlich den Attacken eines aggressiven Kannibalen-Clans ausgesetzt.
Kritik:
Kurz nach dem Original von 1977 habe ich mir nun das Remake angesehen, welches von Regisseur Alexandre Aja (High Tension) verwirklicht wurde.
Die Grundstory ist gleichgeblieben. Zu Anfang gibt es sofort die erste Splatterszene, damit das heutige, ungeduldige Publikum beruhigt wird und die Einführungsphase ohne Murren aushält.
Was natürlich angepasst wurde sind die Make-Up-Effekte für die degenerierten Kannibalen, die weitaus ekliger aussehen, als noch im Original. Dementsprechend nach oben geschraubt wurde auch die Detailliertheit in Sachen Splattereffekte. Für den Freund gepflegter Splattereien ist dieses Remake sicher ein Fest.
Dabei hält sich Aja Gottseidank recht genau ans Original, hat kleinere Dinge verändert, damit sie mehr Sinn machen und nur den Wohnort der degenerierten Familie in eine alte, verlassene Bergbau-Siedlung verlegt. Der "Besuch" des Schwiegersohns dort, in der 2006er Version ein Handyverkäufer, bietet dann eine nette Möglichkeit für etwas Texas Chainsaw Massacre-Atmosphäre und Splattereien.
Das Original gefiel mir schon sehr gut und auch das Remake befindet sich auf gleichem Niveau. Durch den erhöhten Splatterfaktor ist es vielleicht etwas mehr Spass-orientiert und weniger Terror-mässig als das Original, aber beide Versionen haben dadurch ihre Stärken.
Da wohl die meisten 2006er Zuschauer das Original eh nicht kennen, spielt das sicher auch keine entscheidene Rolle, da die Grundstory wunderbar schlicht und spannend gehalten ist und auch 2006 gut funktioniert.
Alexandre Aja's Hollywood-Debüt ist gelungen. Seiner harte Gangart ist er treu geblieben, was man den Splatterszenen ansieht. Man darf gespannt sein, was von ihm in den nächsten Jahren noch kommt.
Screenshots: Noch wirkt die Wüste wenig bedrohlich.

Doch dann findet man viele verlassene Fahrzeuge...

Der mitgeführte Wellensittich muss zur Durstlöschung des Kannibalen herhalten.

Der Handyverkäufer mutiert vom Weichei zum Schlächter.

Make-Up-Effekte im Jahre 2006.

angeschaut am: 28.06.2006
Normale Wertung: 8 von 10 Punkten
24 Juli 2006
Con Express - USA 2002
OFDB-LinkGenre(s): Action
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Dem Zufallstip eines Gelegenheitsschmugglers nachgehend, stolpert Zoll-Agent Brooks (Sean Patrick Flanery) mit seinem Team geradewegs in eine Giftgas-Transaktion des russischen Superterroristen Simeonov (Arnold Vosloo) und kann trotz erheblicher Verluste Waffen wie Bösewicht dingfest machen. Dann jedoch entkommt Simenov bei einem Flugzeugabsturz, schließt sich mit alten Gefolgsleuten zusammen und versucht, sein Gas zurück zu erobern. Nicht Heer noch Polizei, einzig Brooks und eine russische Agentin (Ursula Karven) können ihn jetzt noch stoppen.
Kritik:
Con Express begeht wieder mal den klassischen Fehler, der unter Garantie die Spannung killt: Er erzählt die Ereignisse als Rückblenden, die der Held anlässlich eines Vorstellungsgesprächs Revue passieren lässt. Somit ist sein Überleben schon mal klar, was dann auch wenig Spannung aufkommen lässt.
Zudem wird der Film durch diese Erzählweise vor allem in der ersten Hälfte sehr unangenehm unterbrochen, ein echter Erzählfluß kommt nie auf. Auch die Action ist anfangs Mangelware, was sich in der zweiten Hälfte allerdings ändert.
Die Ballereien sind für B-Movie-Verhältnisse passabel in Szene gesetzt, mir persönlich wird allerdings zu willkürlich rumgeballert, ohne dass man Ergebnisse sieht.
Am besten gelungen ist die Ballerei in einer Hütte, wo die beiden Ermittler eine Übermacht überraschen und stilvoll fertigmachen. Hiervon hätte es ruhig mehr geben dürfen.
Klares Highlight des Films ist Ursula Karven als russische Agentin Natalya. Ihre Rolle kommt einigermassen tough rüber und sie spielt in jeder Szene den eigentlichen Helden Sean Patrick Flanery an die Wand. Zudem geizt sie nicht mit ihren Reizen und erfreut uns mit einer kleinen Nackteinlage. Auch sehr gut ist Arnold Vosloo (Die Mumie) als Bösewicht, leider bekommt er zu wenig Screentime.
Schauspielerisch sicher am oberen Ende der B-Movie-Skala.
Die Action-Szenen werden durch viel Stock-Footage (Szenen aus anderen Filmen) aufgepeppt, die recht gut in den Film eingepasst wurde. Einzig die Idee, den Zug mit Giftladung mittels Lawinen zu stoppen fand ich ziemlich bescheuert. Auch fragt man sich warum in der Schlußszene ein Flugzeug recht umständlich gestoppt wird, bis man erfährt, dass es sich ebenfalls um eine Stock-Footage-Szene aus einem anderen Film handelt.
Desweiteren fällt die verschneite Landschaft positiv auf, die viel Atmosphäre gibt. Auch der Soundtrack ist recht ordentlich gewählt.
Der Gewaltfaktor ist leider recht niedrig, hier hätten unbedingt mehr blutige Szenen reingehört.
Fazit: Solide inszenierter B-Actioner mit guter Besetzung, der leider in punkto Spannung versagt. Deshalb nur 3,5 Punkte.
Screenshots: Zoll-Agent Brooks (Sean Patrick Flanery) bei der Arbeit.

Die Verdächtigen verweigern jedoch die Kooperation.

Die russische Agentin Natalya (Ursula Karven) legt einen extrem coolen ersten Auftritt hin...

...und arbeitet fortan Seite an Seite mit dem Zoll-Agenten...

...gegen den russischen Superterroristen Simeonov (Arnold Vosloo).

Die damals 38-jährige Ursula Karven zeigt uns ihre Kurven...

angeschaut am: 23.04.2006
Normale Wertung: 3,5 von 10 Punkten
23 Juli 2006
Die Axt - BEL/FRA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 118 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
15 Jahre lang war Bruno ein pflichtbewusster und loyaler Angestellter in einer Papierfabrik, doch im Zuge einer Umstrukturierung in der Firma verliert er seinen Job. Zuerst zweifelt er nicht daran, mit seiner Qualifikation und Erfahrung schnell eine neue Stelle zu finden. Doch nach zwei Jahren erfolgloser Suche werden die Geldnöte und die Verzweiflung des eigentlich so zufriedenen Familienmenschen Bruno übermächtig. Überzeugt davon, dass er jeden Job bekommen würde, wenn nur die Konkurrenz nicht wäre, entwickelt Bruno einen teuflischen Plan: Systematisch und mit größter Präzision beginnt er, seine Mitbewerber aus dem Weg zu räumen. Und zwar wörtlich...
Kritik:
Die Axt ist Gesellschaftskritik in einer äusserst krassen Form. Denn die Ausgangslage ist absolut vorstellbar inszeniert. Fast jeder kann sich in den, nach 2 Jahren unverschuldeter Arbeitslosigkeit, völlig frustrierten Bruno hindeindenken.
Allerdings seine Strategie bzw. Reaktion auf die Langzeitarbeitslosigkeit ist schockierend - denn er tötet seine Mitbewerber. Gleich zu Beginn des Films wird einer von ihm überfahren. Die Gewaltdarstellung bleibt dabei den ganzen Film über vergleichsweise harmlos, aber durch die ungeheuer realistische Inszenierung schocken die Morde doch sehr.
Als Zuschauer ist man einerseits abgestossen von der Hauptfigur, sympathisiert dann aber zwangsläufig wieder mit ihr. Denn abgesehen von den Morden ist er ein netter Kerl, der sicher einen Job verdient hätte und sich auch sehr um seine nette Familie kümmert.
Das Drehbuch fand ich dabei äusserst intelligent geschrieben und sehr spannend umgesetzt. Hammermässig ist allerdings die Performance von José Garcia als Hauptfigur Bruno. Leider kann er für die europäische Produktion keinen Oscar kriegen, aber er hat einen vergleichbaren Preis verdient.
Quasi nebenbei diskutieren die Figuren dann auch noch über unsere unbarmherzige Gesellschaft, die im Prinzip in jedem von uns ein Ellbogenverhalten zu Tage fördert, was Bruno eigentlich nur konsequent auf die Spitze treibt.
Den Mord im Geiste hat ja wahrscheinlich jeder schon mal verübt, aber Bruno zieht es wirklich durch, und schafft es dann auch noch ziemlich professionell das Geschehene zu verarbeiten und ein gutes Gewissen zu pflegen.
Kleine Feinheiten wie subtil eingebaute Werbungen oder ein sehr krasser Ausflug ins Reality-Mediengeschäft erwähne ich an dieser Stelle nur kurz lobend.
Auch die Nebenrollen sind mit Karin Viard (Bruno's Ehefrau, der er sich abwechselnd entfremdet und annähert), Ulrich Tukur (ein Konkurrent, der ebenfalls arbeitslos war und zwischenzeitlich als Anzug-Verkäufer arbeitet) und Olivier Gourmet (ein versoffener aber sympathischer Konkurrent von Bruno) ebenfalls hervorragend besetzt und gespielt.
Kurzum ein beeindruckend stark gespielter Stoff, der einen schockiert, spannend unterhält und zum Nachdenken anregt. 9 Punkte!
Update zum Ansehen am 22.07.2006:
Auch beim wiederholten Ansehen in kurzer Zeit ändert sich mein Eindruck von diesem Film nicht, was ein ausgesprochenes Qualitätsmerkmal ist.
Obwohl man die Story schon kennt kann der Film erneut durch seine tolle Machart überzeugen und einen zum Nachdenken anregen. Die versteckt eingestreuten Werbebotschaften fallen einem beim zweiten Ansehen noch deutlicher auf. Eine sehr subtile Anspielung auf unsere Konsumgesellschaft innerhalb der ansonst krass ausgearbeiteten Geschichte, die eine konsequente Weiterentwicklung der Ellbogen-Mentalität innerhalb der Marktwirtschaft ist.
Screenshots: Bruno (José Garcia) präsentiert sich beim Vorstellungsgespräch von seiner besten Seite...allerdings nur kurz.

Neben seinen Morden geht er mit seiner Frau (Karin Viard) zum Eheberater...

...und bringt den Sohnemann wieder auf den rechten Weg zurück.

Das Objekt der Begierde: Eine Stelle im arcadia-Konzern.

Einer seiner Mitkonkurrenten (Ulrich Tukur) verdient sich als Anzugverkäufer etwas dazu.

angeschaut am: 22.07.2006 (insgesamt 2x gesehen)
davor zuletzt angeschaut am: 3.06.2006
Normale Wertung: 9 von 10 Punkten
22 Juli 2006
Braindead - NZL 1992
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Komödie / Splatter
Laufzeit: ca. 97 Min.
Alterseinstufung: FSK 18 (ungeprüft)
Inhalt:
Verzweifelt versucht Lionel, der schüchterne Junge, seine Zombies im Keller in Schach zu halten. Darunter auch seine herrschsüchtige Mutter, die sich durch Mutation zum Obermonster verwandelt hat. Sie hat nur ein Ziel: Ihren Sohn vor den Anmachversuchen scharfer Frauen zu schützen.
Doch auch ein Zombie will seinen Spaß. Bei einer ausschweifenden, alkoholgetränkten Party erscheinen die untoten Mordgesellen ohne Einladung und feiern mit, bis in einer geschmack- und tabulosen Zerstückelungsorgie alle Partygäste dahingerafft sind. Jetzt reißt bei Lionel der Geduldsfaden: Er startet seinen Rasenmäher, bindet ihn sich vor den Bauch und fräst, die rotierenden Messer vor sich herschiebend, Bresche für Bresche durch die wild tobende Zombiemasse.
Kritik:
Regisseur Peter Jackson, den viele heute nur wegen der Herr der Ringe-Trilogie kennen, konnte mit Braindead im Jahre 1992 mit einem kleinen Budget schon beweisen, wieviel Einfallsreichtum und Potential in ihm steckt.
Die Story an sich wird dabei eher simpel gehalten, denn sie ist nur ein Vehikel um immer heftigere Splattereien unterzubringen und um einen abgedrehten Humor zu verbreiten.
Dieser Humor ist sicher nichts für Otto Normalzuschauer, da es äusserst derb und politisch völlig unkorrekt zur Sache geht.
Für eine Party mit Splatterfreunden ist dieser Film jedoch die ultimative Wahl.
Soviele und auch so gut gemachte Splatterszenen gibt es sonst nirgends zu sehen. Es ist schon schier unglaublich, was aus dem kleinen Budget (geschätzt 3 Mio US-Dollar) rausgeholt wurde.
Noch erstaunlicher finde ich dabei den abgedrehten Humor, der äusserst phantasievoll ist. Egal ob es um karatekämpfende Pfarrer, die Frage ob Zombiesex auch Babies produziert oder um einen Darm geht, der ein Eigenleben entwickelt.
Wie gesagt ist das sicher nicht für Jedermann geeignet, aber mit ein paar Bier und guten Freunden ist der Film einfach nur Kult.
Natürlich hatte die FSK mit dem Humor so ihre Probleme, weshalb der Film lange nur gekürzt verfügbar war.
Witziges Detail am Rande ist übrigens die Anfangsszene, als auf Skull Island ein "Ratmonkey" gefangen wird, der dann alle zu Zombies mutieren lässt. Heutzutage weiss ich, dass diese Insel die Heimat von King Kong ist, dem erklärten Lieblingsfilm von Regisseur Peter Jackson, und Grund, warum er Regisseur wurde.
Screenshots: Einem Opfer wird das Gesicht abgezogen.

Zitat: "Deine Mutter hat meinen Hund gefressen!"

Das Paar blickt auf das Resultat des Gemetzels.

angeschaut am: 12.07.2006 im KellerKino
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 10 von 10 Punkten
Labels: 1990er
20 Juli 2006
Angel-A - FRA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 91 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Weichei André (Jamel Debbouze aus "Amélie") steht ohne Aussicht auf Rettung bei so ziemlich jedem Schläger von Paris in der Kreide. Deshalb zieht er nun den Freitod durch einen Sprung von der Seine-Brücke in Erwägung. Da sieht er neben sich die attraktive, allzu junge und auch kaum sonderlich bekleidete Angela (Rie Rasmussen) dasselbe tun und fischt sie aus dem Fluss. Die unbekannte Schöne aber war schon vorher mit allen Wassern gewaschen und zeigt sich aufrichtig dankbar ...
Kritik:
Luc Besson (Das Fünfte Element) meldet sich nach den Vorlagen zu diversen Martial-Arts-Action-Krachern mit dieser Regiearbeit zurück.
Und es ist durchaus etwas ganz anderes herausgekommen, als man von ihm erwarten würde.
Der komplett in schwarzweiss gedrehte Film ist ein Plädoyer für das Leben und die Liebe. Der Antiheld, der im Mittelpunkt steht, will sich nämlich aus Verzweiflung das Leben nehmen, weshalb ihm ein Engel zur Seite gestellt wird, der in geradezu therapeutischen Gesprächen sein Selbstbewusstsein wieder aufbaut und ihm bei der Lösung seiner Probleme hilft, die er sich natürlich selbst geschaffen hat.
Das führt dann soweit, dass sich Loser und Engel ineinander verlieben, was zum Problem wird, als Angela nach erfüllter Mission wieder in den Himmel zurück soll...
Klingt kitschig? Ist es im gewissen Sinne auch. Nur der wirklich coole Engel Angela, die mit ihrer sexy-direkten Art gänzlich den Klischees widerspricht, verhindert ein Abrutschen in die Niederungen des Kitsches.
Das alles dürfte relativ polarisierend sein. So dürfte es nicht wenige Zuschauer geben, denen die "Weisheiten", die in den Dialogen ermittelt werden, zu platt daherkommen. Andere dürften sicher dem naiven Charme des Films erliegen - der Phantasie, dass ein Engel kommt, um einen zu retten.
Ich persönlich fands recht unterhaltsam und leicht überdurchschnittlich, was hauptsächlich an den beiden Hauptdarstellern liegt, die ein erfrischend gegensätzliches Paar abgeben.
Ich bin mal gespannt, ob Rie Rasmussen sich als Besson's neue Muse entpuppt - nach der Trennung von Milla Jovovich.
Beide sind Models, die zur Schauspielerei gewechselt haben, und auch sonst sind sie vom Typ her recht ähnlich, nicht wahr Luc?
Screenshots: In langen Gesprächen führt Angela den Loser André...

...zum Ursprung seiner Probleme: sich selbst.

angeschaut am: 16.07.2006
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten
19 Juli 2006
The Dukes of Hazzard - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Action / Komödie
Laufzeit: ca. 106 Min. (Unrated Version)
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Mit ihrem feuerroten, frisierten Dodgemobil sind die Cousins Bo und Luke Duke (Seann William Scott und Johnny Knoxville) die jungen Hechte im Karpfenteich eines kleinen Kaffs in Georgia.
Als sich der korrupte Lokalpolitiker Boss Hogg (Burt Reynolds) mit Sheriff Roscoe P. Coltrane (M. C. Gainey) die Farm seines Onkels (Willie Nelson) unter den Nagel reißen will, ist er bei den Dukes genau an der richtigen Adresse.Kritik:
Mit absolut keinen Erwartungen habe ich mir diese x-te Serienverfilmung aus Hollywood angesehen. Die Originalserie kenne ich auch nur vom Hörensagen.
Dann wurde ich aber ehrlich äusserst positiv überrascht. Der Film bietet jede Menge Action, vor allem natürlich Autojagden, eine unglaublich heisse Jessica Simpson (siehe Screenshot rechts) und schön platten Humor. Das gibt in der Normalwertung dann 5 Punkte - aber in gelöster Atmosphäre, sprich ein paar Freunden und Bier ist der Film ein echter Knaller!
Der dünnen Handlung kann man auch besoffen noch gut folgen. Obwohl ihre Auftritte im Film schon durch diverse Trailer bekannt sind, ist Jessica Simpson mit ihrer Traumfigur eines der absoluten Highlights des Films. Da kann man als Mann voll geniessen.
Auch das Zusammenspiel zwischen Johnny Knoxville (Jackass) und Sean William Scott (American Pie) klappt prima und man nimmt den beiden die Rollen voll ab.
Um es kurz zu machen: Eine neuzeitliche Version der Bud Spencer/Terence Hill-Filme - im nüchternen Zustand nur ok, aber als Partyfilm der Hammer.
Update zum Ansehen im KellerKino:
Der Promillegehalt im KellerKino hielt sich zwar deutlich in Grenzen, doch zeigte der Film trotzdem seine Qualitäten als Party-Kracher. Auch beim zweiten Ansehen waren die Gags noch lustig, Jessica Simpson extrem heiss und die Auto-Action unterhaltsam.
Insofern verdienen sich die Dukes of Hazzard redlich eine Promille-Wertung von 9 Punkten.
Screenshots: Das Dodgemobil "General Lee" bei der Arbeit.

Daisy Duke (Jessica Simpson) hat immer überzeigende Argumente parat.

Sean William Scott und Johnny Knoxville als die Duke-Cousins.

angeschaut am: 19.07.2006 im KellerKino (insgesamt 2x gesehen)
davor zuletzt angeschaut am: 9.12.2005
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 9 von 10 Punkten
18 Juli 2006
36 - Tödliche Rivalen - FRA 2004
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Krimi
Laufzeit: ca. 107 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Eine geheimnisvolle Überfallserie auf Geldtransporter hält ganz Paris in Atem. Perfekt geplant und detailgenau umgesetzt: Offensichtlich sind Super-Profis am Werk. Bei den Ermittlungen stehen sich die Abteilungsleiter Leo Vrinks (Daniel Auteuil), Chef der Fahndung und Denis Klein (Gérard Depardieu), Chef des Dezernats für organisierte Kriminalität, gegenüber. Ein gnadenloser Machtkampf entbrennt. Derjenige, der die Überfallserie als erster aufklärt, wird zum neuen Polizeichef befördert. Zusätzlich angestachelt sind die beiden Ermittler durch ihren gegenseitigen Hass - Vrinks hat seinem Rivalen Klein einst die Frau ausgespannt. Als Korruption, Unterschlagung und Intrigen die Ermittlungen erschweren und Polizeichef Mancini plötzlich Vrinks als Nachfolger favorisiert, stößt Klein auf brandheiße Informationen...
Kritik:
Dieser Film ist mal wieder eine Produktion aus unserem Nachbarland Frankreich, dem bei uns leider die Kinoauswertung versagt blieb. Schade, denn der Film macht eigentlich alles richtig.
Da wäre zum einen ein sehr intelligentes Drehbuch, eine spannende Geschichte, gutgemachte, wohldosierte Action, tolle technische Umsetzung, sowie ein wirklich hervorragender Cast bis in die Nebenrollen.
Auch die deutsche Synchronisation scheint mir sehr gut gelungen zu sein.
Anfangs fällt es noch etwas schwer, sich in die Story einzufinden, die sich zudem recht bald in eine andere Richtung entwickelt, als man erwarten würde. Doch dann nimmt einen das Geschehen immer mehr in seinen Bann.
Was mir gut gefiel, war der hohe Grad an Realismus und Glaubwürdigkeit. Französische Polizeifilme neigen hier gerne zu extremen Übertreibungen.
Dazu kommen die erwähnt tollen schauspielerischen Leistungen des ganzen Ensembles, allen voran natürlich die Hauptdarsteller Gérard Depardieu (mal ungewohnt als Unsympath) und Daniel Auteuil.
Europäisches Kino auf sehr hohem Niveau - ein Geheimtipp, den man nicht verpassen sollte.
Screenshots: Äusserst brutal gehen die Raubüberfälle auf die Geldtransporter vor sich.

Abteilungsleiter Leo Vrinks (Daniel Auteuil, 2. von links) im Kreise seiner Mitarbeiter.

Sein Konkurrent um die Beförderung ist der skrupellose Denis Klein (Gérard Depardieu).

Erschwerend kommt noch hinzu, dass Vrinks seinem Konkurrenten vor längerer Zeit die Frau (Valeria Golino) ausgespannt hat.

angeschaut am: 18.06.2006
Normale Wertung: 8,5 von 10 Punkten
17 Juli 2006
The Slumber Party Massacre - USA 1982
OFDB-LinkGenre(s): Horror
Laufzeit: ca. 76 Min.
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Einige High-School-Girls organisieren eine Pyjama-Party.
Doch leider zieht in dieser Nacht auch ein irrer Killer um die Häuser, der seine Opfer mit einem riesigen Drillbohrer in die ewigen Jagdgründe zu schicken pflegt. Und er hat sich ihre Party als nächsten Anlaufpunkt ausgesucht.
Bald schon sind die armen Mädels im Haus gefangen und müssen sich gegen die Attacken des irren Löcher-Machers erwehren.
Kritik:
Wie ich lesen konnte hat die Drehbuch-Autorin Rita Mae Brown, die inzwischen eine sehr bekannte Krimi-Autorin ist, dieses Massacre als eine Parodie auf die Slasher-Filme der damaligen Zeit angelegt. Doch das Studio entschied sich statt einer Parodie einen "ernsten" Slasher-Film zu drehen.
Nun, diese Entscheidung war sicher nicht die Beste, denn herausgekommen ist ein klischeehafter Slasher, ohne Biss oder Charakter (der übrigens in Deutschland nie erschienen ist).
Ein langweiliger Killer rennt mit einem riesigen Drillbohrer (=Phallus-Symbol) herum und ermordet ein Mädchen nach dem anderen. Anfangs wird die dünne Story noch durch ein paar T&A-Szenen (Tits & Ass) aufgelockert, doch letztendlich bleibt alles unglaublich dünn, selbst für Slasher-Verhältnisse.
Einzig die hübschen Mädels trösten einen ein wenig, denn auch in Sachen Gore geht es sehr brav zur Sache. Immer wenn es ernst wird, schwenkt die Kamera weg und man sieht nur eine Blutlache.
Wenn wenigstens die Morde interessant wären, doch diese laufen stets nach demselben Schema ab.
24 Jahre später ist man natürlich noch viel verwöhnter, was solche Slasher angeht und so ist die Enttäuschung wohl größer, als zur Entstehung. Denn immerhin hat es die Reihe auf 2 offizielle Nachfolgestreifen gebracht.
Mangels Humor, Gore oder sonstiger eigenständiger Merkmale nur für absolute Genrefans zu empfehlen. Als Partyfilm auch nur unter Vorbehalt tauglich.
Screenshots: 2. Minute: Die ersten nackten Brüste...

8.Minute: Der erste nackte Hintern...

Drei Mädels von der Slumber Party...

2 Nachbarinnen, von denen die Rechte angeblich noch zur Highschool geht. Sie sieht aber, wie auch ihre Mitschülerinnen, wie Mitte 20 aus.

Noch mit der beste Gore-Effekt: Einem Pizzaboten wurde von hinten durchs Auge gedrillt.

angeschaut am: 3.07.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 5 von 10 Punkten
16 Juli 2006
Sie nennen ihn Radio - USA 2003
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 105 Min.
Alterseinstufung: FSK o.A.
Inhalt:
In der kleinen Universitätsstadt Anderson in South Carolina wächst Mitte der 70er der geistig behinderte James Robert Kennedy (Cuba Gooding) auf, der wegen seiner Vorliebe für eben solche Geräte auch "Radio" genannt wird. Eines Tages weckt er das Interesse des Sportlehrers Harold Jones (Ed Harris), der eigentlich mit einer Kleinfamilie und einem ambitionierten Footballteam bereits völlig ausgelastet ist. Im Laufe der folgenden Jahre entwickelt sich nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern man entdeckt auch Kennedys erstaunliches Organisationstalent.
Kritik:
Hollywood hat sich schon öfter erfolgreich eine geistige Behinderung thematisiert, wie z.B. in Rain Man oder Ich bin Sam. Die Schwelle zum Kitsch liegt dabei immer sehr nahe, doch wird sie in einem guten Film nur sanft überschritten und nimmt nicht überhand.
Doch hier schwimmt alles in Kitsch. Eigentlich wollte ich jetzt schreiben, wie unrealistisch der Film ist, doch angeblich basiert er auf der echten Geschichte von "Radio".
Nun, das ist dann fast noch schlimmer.
Eine ernsthaft nachvollziehbare Story entwickelt sich nie. Radio taucht auf, der Coach nimmt ihn unter die Fittiche, es gibt sehr kleine Probleme (im Vergleich zu anderen Filmen) und alle haben sich lieb. Das ist einfach viel zu wenig, um einen vernünftigen Film daraus zu machen.
Cuba Gooding Jr. als Radio ist ein guter Schauspieler, doch sein Charakter geht einem schon nach kurzer Zeit unheimlich auf die Nerven. Bei ihm kann natürlich keine Entwicklung stattfinden, umso wichtiger wäre die bei seiner Umgebung gewesen.
Doch auch dort gibt es nur einen Bösewicht vom Dienst, der ein wenig intrigiert, ohne dass es zu irgendeinem Zeitpunkt jedoch ernst wird. Stattdessen fixiert man sich auf Ed Harris' Figur, die ja ach so toll ist, weil er Radio überall mit hin nimmt.
Währenddessen vernachlässigt er ganz offensichtlich seine eigene Familie, was aber kaum thematisiert wird und erst zum Schluß im Happy-End schnell, schnell aufgelöst wird. Auch die wenigen Jugendlichen, die "Radio"mal einen Streich spielen, sehen nach Bestrafung ihr falsches Tun schnell ein.
Eine realistische Auseinandersetzung mit den Problemen geistig behinderter Menschen findet nicht statt.
Kurzum ein Film, der mich über weite Strecken nicht nur gelangweilt, sondern auch aufgeregt hat. Gutmenschen-Quatsch, gegen den eine beliebige Folge der erzkonservativen, religiösen Familien-Serie Eine himmlische Familie wie großes Intellektuellen-Kino wirkt.
Unbedingt einen weiten Bogen darum machen und stattdessen lieber bewegende und zugleich intelligente Filme wie Ich bin Sam ansehen!
Screenshots: Sie nennen ihn Radio...

Coach Jones gibt Radio eine Beschäftigung.

angeschaut am: 13.07.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
15 Juli 2006
Masters of Horror S01E04- Jenifer - USA 2005
OFDB-LinkIMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Frank Spivey (Steven Weber) rettet die junge Jenifer (Carrie Fleming) vor einem Verrückten, der sie mit einem Schlachtermesser töten wollte. Aus Mitleid und merkwürdiger Anziehung nimmt er Jenifer mit zu sich nach Hauss - ganz zum Missfallen seiner Frau. Doch Jenifer entpuppt sich als wahres Monster...
Kritik:
Der italienische Altmeister Dario Argento liefert hier seinen Beitrag zu den MoH.
Und er hält sich beileibe nicht zurück. Jenifer ist das, was man sich von solch einer Horror-Episode erwartet: kurz und knackig, mit einer Menge Sex und Gore und einem zynischen Ende.
Jenifer ist eine Art moderner Succubus. Sie hat den Körper einer Göttin, doch das Gesicht eines Monsters. Der Polizist verfällt ihr zusehends. In für US-Verhältnissen recht expliziten Sexszenen wird uns dieser Umstand eindrucksvoll und nachvollziehbar vermittelt.
Da verdrängt der Cop dann auch, dass seine Familie ihn verlässt und vor allem, dass Jenifer einen Appetit hat, der zuerst die Hauskatze und später auch menschliche Opfer fordert. Diese Szenen sind schön blutig visualisiert.
Um es kurz zu machen: Jenifer ist eine Geschichte, die den Geist von Mystery-Serien, wie z.B. der Twilight Zone in sich trägt, aber wunderbar ergänzt wird mit Sex und Gore. Die Story beschränkt sich dabei auf das Wesentliche und füllt die 60 Minuten gut aus. Auch wenn das Ende leicht vorhersehbar ist, macht das Zuschauen Spass - ist diese Episode doch ein Musterbeispiel dafür, warum das Horrorgenre so verrufen ist.
Screenshots: Einzig das Nachbarskind wird neben Polizist Frank nicht sofort von Jenifers Monstergesicht abgestossen.

Der Polizist Frank ist Jenifer (Carrie Fleming) verfallen.

Daran ändert auch ihr Appetit auf Lebendnahrung nichts...

angeschaut am: 25.06.2006
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
13 Juli 2006
Saint Martyrs - Stadt der Verdammten - CAN 2005
OFDB-LinkGenre(s): Mystery / Drama / Horror
Laufzeit: ca. 113 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
In einer Landgemeinde sind angeblich spurlos Menschen verschwunden. Jungreporter Flavien vom darbenden Sensationsblättchen macht sich mit Fotograf Armand auf den Weg, nach dem rechten zu sehen. Im Nest angekommen prallen die Journalisten auf eine Mauer der Feindseligkeit, was Flavien nur ein Verbrechen vermuten lässt, als bald auch von Armand jede Spur fehlt. Halluzinationen und vage Andeutungen der wenigen freundlichen Bewohner lassen jedoch noch andere Möglichkeiten in Frage kommen.
Kritik:
Saint Martyrs ist eine sehr gewagte und interessante Mischung verschiedener Genres und Ideen. Vor allem am Anfang gelingt es dabei super eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen, wenn das unheimliche Dorf und seine Bewohner vorgestellt werden. Sehr surreale Szenen gibt es da, wie z.B. einen Nachtclub, der völlig leer ist, bis auf eine alternde "Dame", die Stripperin/Köchin/Bedienung in einer Person ist. Sehr gut ist dabei auch das Tempo, das der Film anfangs vorlegt. Das Verschwinden des Fotografen geschieht doch sehr überraschend und man kann sich gut mit der Hilflosigkeit des Helden identifizieren.
Dieser sieht dann auch öfter den Geist einer Braut (hervorragende Make-Up-Effekte!), was den Zuschauer noch mehr verwirrt. Denn von nun an rätselt man ständig, in welche Richtung der Film sich bewegen wird.
Die Träume der Hauptfigur tragen dazu bei, uns langsam mehr und mehr Hinweise auf eine Verbindung der Figur zu dem Dorf zu geben.
Den doch sehr langen Mittelteil möchte ich allerdings doch kritisieren. Hier hat man sich meiner Meinung nach zu lange aufgehalten, anstatt die Handlung voranzutreiben. Die Atmosphäre bleibt zwar konstant gut, aber hier hätte man kürzen können.
Das zieht die Stimmung dann ein wenig nach unten, bis das Finale anrückt. Aufgrund der vorherigen Ereignisse stellt sich ein nicht übermäßig-großer Aha-Effekt ein. Die präsentierte Auflösung ist einerseits recht überraschend und auch logisch, andererseits gibt es dabei ein zutiefst surreales Horrorelement, was für mein Empfinden nicht dazu passte. Das verdirbt dann leider etwas diese ansonsten recht gelungene Produktion, die mit relativ einfachen Mitteln eine tolle Atmosphäre erzeugt.
Trotzdem, eine größtenteils gelungene Low-Budget Produktion. Für Mystery-Freunde sicher einen Blick wert.
Screenshots: Reporter und Fotograf nehmen sich des unheimlichen Städtchens an.

Schon zu Beginn taucht der Geist einer Braut auf.

Nachtclub, mit nur einer Beschäftigten und einem Gast.

Immerhin findet Flavien neben dem Grauen auch die Liebe.

angeschaut am: 13.06.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
12 Juli 2006
Deadly Cargo - ESP/MEX 2003
OFDB-LinkGenre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 111 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Fünf spanische Touristen freuen sich auf einen Tauch-Ausflug vor der Küste des Senegal. Ein einheimischer Junge soll sie auf ihrer Expedition begleiten. Doch dann stoßen die sechs auf eine Leiche, die mitten im Meer treibt. Die Kehle ist durchgeschnitten. Als sie daraufhin ihre Tour abbrechen und zum Land zurück wollen, geschieht es: ihr Schiff explodiert, und die sechs Menschen treiben hilflos auf offener See. Dann taucht wie aus dem Nichts ein Frachter auf, auf den sie sich retten können. Doch das ist erst der Anfang von einem scheinbar nicht einden wollenden Albtraum...
Kritik:
Horror auf dem Meer, das gab es zuletzt mit Open Water, und auf Booten z.B. auch in dem tollen Film Todesstille. Also ein erprobtes Konzept, das auch hier anfänglich funktioniert. Doch ziemlich schnell stellte sich bei mir Langeweile ein. Zu planlos wirken die Schiffbrüchigen, wenn sie auf dem Frachter mit seiner bösen Besatzung umherirren.
Mir drängt sich der Eindruck auf, dass der Drehbuchschreiber von vorneherein die Anfangssituation (die übrigens völlig konstruiert und unglaubwürdig entsteht) sowie das Finale mit dem Käfig vor Augen hatte, dabei aber dem Mittelteil zu wenig Beachtung schenkte. So passiert dann auch nichts wirklich spannendes.
Warum man zum Beispiel erst zum Schluß auf die Idee kommt, ein Rettungsboot zu Wasser zu lassen, um zu fliehen, ist mir schleierhaft.
Das Finale ist dafür recht ordentlich geraten, wenn auch zu leicht erkennbar ist, wer es überleben wird.
Die schauspielerischen Leistungen bewegen sich im Rahmen des mittelmässigen Drehbuchs: nicht schlecht, aber auch nicht toll.
Der Score war nichts berühmtes und hat nicht unbedingt zur Stimmungsförderung beigetragen.
Die Spannung hielt sich, wie erwähnt, auch in Grenzen, weshalb dann schlussendlich nicht mehr als 5 Punkte rausspringen. Eigentlich schade, denn der Film scheint im Nachhinein betrachet mehr Potenzial gehabt zu haben.
Screenshots: Die Tauchtouristen ziehen die Leiche aus dem Wasser.

Auf dem Schiff herrscht eine düstere Atmosphäre.

Die spanische Schauspielerin Silke als Fotoreporterin Sara bereichert den Film.

angeschaut am: 30.06.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
11 Juli 2006
Das Fenster zum Hof - USA 1954
OFDB-LinkGenre(s): Mystery / Thriller
Laufzeit: ca. 109 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Der Fotograf L.B. "Jeff" Jeffries (James Stewart) ist durch ein gebrochenes Bein an den Rollstuhl gefesselt und kann seine Wohnung nicht verlassen. Betreut wird er von einer Krankenschwester (Thelma Ritter). Zunächst aus Langeweile und Neugier beginnt er, seine Nachbarn zu beobachten. Dabei kommt ihm der Verdacht, dass einer der Nachbarn, Lars Thorwald (Raymond Burr), seine Frau umgebracht hat. Bis er jedoch seine Verlobte (Grace Kelly) und seinen Freund, einen Police Detective (Wendell Corey), von der Richtigkeit seiner Annahme überzeugen kann, wird der Mörder auf ihn aufmerksam.
Kritik:
Alfred Hitchcock liefert hier ein Meisterwerk ab, dass durch seinen immobilisierten Helden über ein äusserst interessantes Unterscheidungsmerkmal zu gewöhnlichen Thrillern verfügt. Auch als Zuschauer bleibt man an der Seite des Fotografen, der stets im gleichen Zimmer im Rollstuhl sitzt und verfolgt mit ihm die Geschehnisse auf der anderen Strassenseite.
Dabei lässt sich der Film viel Zeit um die Nachbarn vorzustellen, bis dann der Mordverdacht aufkommt. Danach wird schön nachvollziehbar zwischen den Charakteren erörtert "ob es denn sein könnte", bis man sich entschliesst den Mörder herauszufordern. Das führt dann zum Finale, welches aus heutiger Sicht wahrscheinlich nicht mehr so spannend ist, wie zu seiner Entstehung vor immerhin 51 (!) Jahren. Aber trotzdem fügt sich alles wunderbar zusammen und funktioniert auch heute noch gut.
Die Besetzung ist mit James Stewart, Thelma Ritter als seiner Zugehfrau und der wunderschönen Grace Kelly vom Feinsten. Gerade letztere passt wunderbar in den Film, da sie durch ihre Schönheit und Ausstrahlung über so manch langatmigere Stelle hinwegträgt und wir mitfiebern, wenn sie in der Wohnung des Mörders von diesem überrascht wird.
Etwas nervig empfand ich nur die andauernde Musikbeschallung - in der Gegend möchte man nicht unbedingt wohnen.
Kurzum ein absoluter Klassiker, der im Laufe der Jahre sicher ein paar Federn in punkto Spannung lassen musste, aber immer noch sehenswert ist.
Aus Sicht des Cineasten sicherlich ein Meisterwerk.
Im Jahre 2006 gibt es von mir noch 7,5 Punkte.
Screenshots: Der Fotograf Jeffries (James Stewart) wird von seiner...

...Verlobten (Grace Kelly) umsorgt, die schliesslich auch an den Ermittlungen teilnimmt.

angeschaut am: 1.07.2006
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
10 Juli 2006
Shadow of the Sword - Der Henker - BRD/AUT/SWI 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Historie
Laufzeit: ca. 105 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Mitteleuropa im 16. Jahrhundert. In einem Waisenhaus wachsen Martin und Georg zu zu jungen Männern und Freunden heran. Dann trennen sich ihre Wege: Der fromme Georg geht ins Kloster, wird zum Prior befördert und macht sich bald so seine kritischen Gedanken über die Amtskriche. Martin aber schlägt ein Laufbahn als Kriegsknecht ein, ehelicht die Henkerstochter Anna und schlägt fortan Leuten die Köpfe ab, deren Nase der Kirche nicht passt. Prompt steuern die Leben der einstigen Freunde auf eine Konfrontation zu.
Kritik:
Eines der düstersten Kapitel der Menschheits- und Kirchengeschichte steht hier im Mittelpunkt: Die Inquisition.
Zunächst werden die beiden Hauptcharaktere eingeführt, die beide ohne Eltern aufwachsen und dann in den Dienst ihrer "Paten" treten. Der eine als Soldat und später Henker, der andere als Prior.
Der Anfang des Films ist dabei ein wenig holprig geraten - zu schnell muss hier die Geschichte vorangetrieben werden. So ist die Liebe zwischen Martin und Anna auf den ersten Blick schon voll entflammt und sie nach einer Liebesnacht sofort schwanger. Er zieht wieder in den Krieg, kehrt aber genau rechtzeitig zurück, um sie vor der Vergewaltigung zu bewahren und den Posten ihres eben verstorbenen Vaters zu übernehmen. Solch zeitlich passende Ereignisse findet man wohl nur im Film.
Die Atmosphäre hat mir recht gut gefallen. Die Bauten sind authentisch, ebenso die Kostüme. Alles wirkt ziemlich dreckig und ungemütlich. Was mich etwas erstaunte, war die später im Film offen vorgetragene Abneigung des Pöbels gegenüber dem Inquisitor. Ich bezweifle, dass sich a) das damals jemand getraut hätte ihn zu beschimpfen und b) die Leute auch so "mitfühlend" gegenüber den Angeklagten/Verurteilten waren. Ich glaube eher, dass man froh war, wenn es einen selbst nicht traf und auch schadenfroh, wenn es Bessergestellte erwischte.
Das Inquisitions-Thema ist dann auch nichts unbedingt Neues. Der Mensch ist schlecht und das war er früher auch schon. So ist natürlich jedes Mittel und jede Rechtfertigung recht, um seine Macht zu festigen oder auszubauen, was die Kirche in jener Zeit auch getan hat.
Die anfängliche Story um die beiden Freunde, die sich entweder ins System einpassen oder von ihm zerquetscht werden, gerät zum Schluss leider etwas hektisch und wird nicht so wirklich abgeschlossen.
Die schauspielerischen Leistungen sind gut, im Rahmen des sicher verbesserungsfähigen Drehbuchs. Auch die Filmmusik und die erwähnte Ausstattung erzeugen eine schöne Mittelalter-Atmospäre.
Alles in allem sicher kein herrausragender Film des Genres, aber überdurchschnittliche Unterhaltung.
Screenshots: Die beiden Freunde Georg und Martin.

Martin übernimmt die Henkersarbeit...

Georg und sein Chef, der Bischof, ...

...welcher den Inquisitor in die Stadt ruft.

Ein Angeklagter wird vor Gericht befragt.

Der Inquisitor bringt Martin's Frau Anna als Hexe auf den Scheiterhaufen.

angeschaut am: 25.06.2006
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten
Labels: Deutschland
09 Juli 2006
Crimes of Passion - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 86 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Manager Jerry Dennings (Jonathan Higgins) wird der sexuellen Belästigung beschuldigt und von seiner Firma übereilt entlassen. Seinem Anwalt werden Hinweise zugespielt, dass die Betroffene Rebecca Walker (Dina Meyer) schon öfters Klagen wegen sexueller Belästigung genutzt hat, um ihre Karriere voranzutreiben.
Angesichts dieser Wendung zahlt die Firma Jerry eine Entschädigung von 10 Mio. Dollar.
Es stellt sich jedoch heraus, dass er und Rebecca das Ganze bloss inszeniert haben, um an das Geld zu kommen.
Doch noch ist ihre unbeschwerte Zukunft noch nicht in trockenen Tüchern, denn jemand erpresst Jerry...
Kritik:
Dieser Thriller wurde fürs amerikanische Fernsehen gedreht und orientiert sich klar an Vorbildern, wie z.B. Wild Things. Eine gute Prise Erotik und eine Handlung, die ein paar Überraschungen beinhaltet. Letztere sieht man allerdings als Genrefan schon meilenweit vorher kommen, dafür ist diese Art von Filmen zu ähnlich.
Aber das Ganze ist solide inszeniert, ohne grössere Längen und der Schlußtwist dürfte sicherlich den einen oder anderen sogar noch überraschen können. Übrigens: Wenn man weiss, dass der Film für einen amerikanischen Frauen-Sender gedreht wurde, dann leuchtet einem der Schluß sogar noch mehr ein.
Dina Meyer ist klares Highlight des Films. Sie spielt die Eiskalte hervorragend und sieht schöner denn je aus. Auch Jonathan Higgins als Jerry, der zunehmend die Nerven verliert, weil sein schöner Plan den Bach runtergeht kann überzeugen. Dazu noch ein netter Score, der mir sehr bekannt vorkam (garantiert von einem anderen Film kopiert).
Alles gute Gründe, warum dieser TV-Thriller unterhaltsam anzusehen ist und von mir eine leicht überdurchschnittliche Wertung von 6 Punkten bekommt.
Screenshots: Rebecca Walker (Dina Meyer) beschuldigt...

...Jerry Dennings (Jonathan Higgins) der sexuellen Belästigung.

In Wahrheit haben sie jedoch eine Affäre miteinander...

...und einen Plan, um ans große Geld zu kommen.

angeschaut am: 25.06.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten
08 Juli 2006
Diet - JAP 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Horror
Laufzeit: ca. 65 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: japanische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Inhalt:
Ein übergewichtiges Mädchen macht eine extreme Diät, um ihrem Traumjungen zu gefallen. Ihr Plan funktioniert, doch ihr Appetit ist stärker als je zuvor.
Kritik:
Dieser Beitrag zu einer japanischen Horrorserie nimmt sich des Schönheits-/Schlankheitswahns an, der offensichtlich in Japan auch ein großes Thema ist.
Der wahre Horror ist dabei eigentlich psychologischer Natur. So sehen wir anfänglich das Mädchen in ihrer schlanken, schönen Figur und man denkt sich nichts böses. Doch plötzlich werden wir überrascht, als sie nach einiger Zeit in den Spiegel schaut und fett geworden ist.
Sie übergibt sich und wird wieder schlank. Bulimie lässt grüßen...
Diese surrealen Sequenzen mit dem Spiegel repräsentieren dann doch sehr schön die Sichtweise des Mädchens auf sich selber. Wobei es im Unklaren bleibt, ob sie nun tatsächlich sehr fett ist und sich schlank träumt, oder ob sie schlank ist und sich nur als fett sieht, weil sie solche Selbstzweifel hat. Egal wie, es kommt auf jeden Fall gut die Angst rüber, die ein ansonsten sorgenfreies Mädchen fertigmacht.
Der Horrorschluß kommt nach dem psychologischen Hauptteil dann eher unerwartet und stellt einen akzeptablen Abschluß dar, auch wenn er etwas gezwungen wirkt.
Mir fehlte es allerdings doch etwas an Tempo und Inhalt. Die Episode geht nur knapp eine Stunde, hat aber doch Längen.
Deswegen auch nur 4 Punkte.
Screenshots: Die schlanke Version...

...und das fette Gegenstück.

angeschaut am: 28.06.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
Labels: Asien, Japan, Originalsprache
07 Juli 2006
Mr. Hong - KOR 2004
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 108 Min.
Altersempfehlung: FSK 6
Bemerkung: Koreanische Originalversion mit englischen Untertiteln
Inhalt:
Wegen einer Auseinandersetzung hat die 30-jährige Hae-Jin Yun (Jeong-hwa Eom) ihren Job als Zahnärztin in einer Zahnklinik der Großstadt Seoul verloren.
Weil sie sich die hohen Mieten in Seoul nicht leisten kann, macht sie sich in der Provinz selbstständig.
Die dazu nötigen Praxisräumlichkeiten besorgt ihr der allseits beliebte Du-shik Hong (Ju-seok Kim), der von allen nur Mr. Hong genannt wird.
Hong streicht auch die Wände und besorgt die Einrichtung. Der Waise, der ein Jahr älter ist als Hae-Jin, ist der Mann für alles im Ort. Die hochnäsige Hae-Jin fühlt sich durch ihn etwas belästigt, doch schon bald ist sie auf seine Hilfe angewiesen. Er sorgt für Kunden, er holt sie aus dem Knast, er macht sie in der Stadt bekannt. Ganz langsam kommen Gefühle ins Spiel ...
Kritik:
Diese Liebeskomödie baut auf das altbekannte und -bewährte Konzept auf, nach dem sich zwei Menschen erst heftig zusammenraufen müssen, bis sie erkennen, dass sie sich lieben.
Die beiden sind aber auch sehr gegensätzlich. Sie als leicht versnobte Zahnärztin, er als Mann für jeden Tagelöhner-Job, aber ohne richtige Perspektive.
Die Komik des Films hält sich dabei für den westlichen Geschmack in klaren Grenzen. Gottseidank verzichtet man auf Fäkalhumor oder ähnliches - der Film richtet sich ja auch eher an eine erwachsene Zielgruppe (beide Hauptdarsteller sind knapp 30).
Was gefällt, ist das Zusammenspiel der Hauptfiguren, das sehr lebensecht wirkt. Klar ist das Ganze als Liebesfilm konzipiert, aber die Zuneigung der beiden zueinander bleibt stets vorstellbar, was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Hierbei können die Darsteller überzeugen.
Schön ist dann auch die Charakterentwicklung, vor allem bei ihr. Es dauert einige Zeit, aber irgendwann realisiert sie dann, dass man Menschen nicht nach Kategorien einordnen und beurteilen sollte.
Alles in allem eine nette Liebeskomödie, die einem nicht gross im Gedächtnis bleiben wird, aber unterhaltsam anzuschauen ist.
Screenshots: Die 30-jährige Hae-Jin Yun (Jeong-hwa Eom) zieht aufs Land...

...und eröffnet zusammen mit ihrer Freundin eine Zahnarztpraxis.

Zwischen ihr und dem allseits beliebten und begabten Mr. Hong (Ju-seok Kim)...

...entwickelt sich trotz vieler Streitereien eine tiefe Zuneigung.

angeschaut am: 22.06.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Labels: Asien, Originalsprache, Südkorea
06 Juli 2006
Mord und Margaritas - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Thriller
Laufzeit: ca. 97 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Anlässlich eines Arbeitsurlaubs in Mexiko und einiger Gläser zuviel überkommt den alternden amerikanischen Profikiller Julian Noble (Pierce Brosnan) nachts im Hotel eine persönliche Sinnkrise. Er sucht entgegen sonstiger Gepflogenheiten die freundschaftliche Nähe des schwer vom Pech verfolgten Lands- und Geschäftsmannes Danny Wright (Greg Kinnear). Tatsächlich werden beide in der Folgezeit auf ungeahnte Weise voneinander profitieren.
Kritik:
Ein charmanter Film, der recht kurzweilig anzusehen ist. Dafür sorgen neben einigen netten Gags vor allem die Darsteller. Pierce Brosnan ist wirklich klasse in seiner Rolle als rüpelhafter Profikiller, der stets sehr vulgäre, aber witzige Sprüche drauf hat.
Das komplette Gegenteil dazu ist Greg Kinnear als Biedermann. Es entwickelt sich ein nettes Zusammenspiel.
Problem des Films ist allerdings die Armut an Ideen, Spannung und Gags. Er plätschert einfach zu sehr dahin. Dies äussert sich auch am un-originellen Finale - ein Film ohne Höhepunkte.
Das taugt fürs einmalige Ansehen ganz gut, doch zu mehr leider kaum.
Insofern vergebe ich mal eine nur leicht überdurchschnittliche Wertung von 6 Punkten.
Screenshots: Der Profikiller Julian Noble (Pierce Brosnan) freundet sich...

...mit dem biederen Geschäftsmann Danny Wright (Greg Kinnear) an.

angeschaut am: 27.06.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten
05 Juli 2006
Undercover - I.D. - GB/BRD 1995
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 103 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Der Polizist John (Reece Dinsdale) und seine drei Kollegen werden undercover in die Londoner Hooliganszene eingeschleust. Sie sollen herausfinden, wer für die eskalierenden Schlägereien in den Stadien verantwortlich ist. Johns Einsatz ist risikoreich, aber nützlich. Er schafft es, sich auf die Welt der Hooligans einzustellen. Es geht um das nächste Spiel, die Schlägereien mit den gegnerischen Fans und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Stolz. John findet sich bald sogar in der Stammkneipe der Gruppe und läuft Gefahr, selbst eine Schlüsselrolle in der Szene einzunehmen, denn die Grenzen zwischen seinem wirklichen Leben und seiner Rolle verschwimmen zusehends. Als schließlich seine Beziehung zu Marie (Claire Skinner) zerbricht, scheint es sein altes Leben gar nicht mehr zu geben...
Kritik:
Eindrucksvoll zeigt dieser Film, wie schwierig ein Undercover-Einsatz für einen Polizisten sein kann. Ähnliches hat man ja schon bei diversen Mafia-Undercover-Filmen gesehen.
Hier nun wird die Thematik in die Hooligan-Szene verlagert, die dem Polizisten John die Gelegenheit gibt eine ungeahnte Seite seiner Persönlichkeit kennenzulernen.
Super dargestellt wird der Abstieg John's von Reece Dinsdale. Immer mehr identifiziert er sich mit seinen Kameraden, die ihm die Bestätigung, Respekt und Freundschaft entgegenbringen, die er in seinem Beruf vergeblich sucht. Er und seine Freundin entfremden sich zunehmend, während er sich in eine Barkeeperin (toll gespielt von Saskia Reeves) der Stammkneipe der Hooligans verliebt.
Das böse Erwachen kommt natürlich, als der Auftrag beendet wird und John wieder in sein altes Leben zurückkehren soll. Doch die alten Bande hat er abgebrochen und von einem Tag zum nächsten kann er sich auch bei den Hooligans nicht mehr blicken lassen. Dadurch hat er keinerlei Identifikationsmöglichkeit mehr und sinkt völlig ab.
Die beiden Themen Undercover-Arbeit und Hooligans werden hier gekonnt vereint. Die Hooligans werden dabei ziemlich realistisch dargestellt mit vergleichsweise wenig Gewalttätigkeiten, dafür aber viel Gruppengefühl. Und im Hintergrund machen ehemalige Rädelsführer ihre Drogengeschäfte im Schutz der Gruppe.
Die Darsteller machen wie erwähnt einen guten Job, allen voran Reece Dinsdale als John. Die Atmosphäre ist sehr stimmig, was an den vielen mitwirkenden Fußball-Fans liegt.
Alles in allem eine intelligente Psychostudie, die sicher nicht nur für Fußballfans empfehlenswert ist.
Screenshots: Vier Polizisten versuchen undercover bei den Hooligans zu ermitteln.

Polizist John (Reece Dinsdale) findet jedoch zunehmend Gefallen an seiner Rolle.

Was auch an der Barkeeperin Lynda (Saskia Reeves) liegt.

angeschaut am: 2.07.2006
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
Labels: 1990er
04 Juli 2006
Masters of Horror S01E03- Dance of the Dead - USA 2005
OFDB-LinkIMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Um ihrem langweiligen Dorfleben ein Ende zu setzen und ihrer überbesorgten Mutter zu entfliehen, beschliesst die 16-jährige Peggy auszureissen. In der Stadt angekommen, findet sie sich inmitten eines dunklen und mysteriös wirkenden Lokals namens 'Doom Room' wieder. ln dem vollen Lokal wartet die Menschenmenge schon ungeduldig auf die nächtlich stattfindende Show, die von einer beängstigend makaber wirkenden Gestalt namens "The MC" präsentiert wird. Neugierig starrt Peggy auf die Bühne, doch erst als der Vorhang aufgeht, und eine Gruppe grausamer Kreaturen anfängt, sich in die Menge zu mischen, wird ihr schockartig klar, in welches brutale Loch sie geraten ist...
Kritik:
Man nehme ein apokalyptisches Szenario und Zombies, die zu Showzwecken mißbraucht werden (wie auch schon in Land of the Dead gesehen) und fertig ist die Horror-Episode?
Nein, das klappt leider nicht. Denn das aufgezeigte Szenario kann nicht überzeugen. Für Endzeitstimmung ist alles noch zu zivilisiert und das Element mit den Zombies, die mittels Elektroschocks zum Zucken gebracht werden, konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Wer würde sich ernsthaft begeistern können, sich sowas Nacht für Nacht anzusehen? Sorry, aber selbst für Horrorverhältnisse war mir das einfach zu unglaubwürdig.
Die Entdeckung, die unsere Heldin dann macht und die darauffolgenden Ereignisse waren mir ebenfalls zu dünn, um 60 Minuten zu tragen.
In Sachen Gore hält sich diese Episode eher zurück, dafür gibts viel Nacktheit. Die Verbrennung der nackten Zombietänzerinnen ist dann auch die gelungenste Szene der Episode, die einigermassen heftig rüberkommt, angesichts der völligen Mitleidslosigkeit des Säuberungskommandos.
Alles in allem eine der schwächsten Folgen der Serie. Vermeiden und stattdessen lieber nochmal Land of the Dead ansehen...
Screenshots: Das Säuberungskommando bei der Arbeit.

Peggy (Jessica Lowndes) ist neugierig auf die Welt...

angeschaut am: 1.07.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten
03 Juli 2006
The Alibi - USA 2006
OFDB-LinkGenre(s): Krimi / Komödie
Laufzeit: ca. 91 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Ex-Gauner Ray Elliott (Steve Coogan) könnte eigentlich ganz zufrieden sein. Sein neues, erfrischend legales Geschäftsmodel, eine Alibi-Agentur für Fremdgänger, floriert beträchtlich. Zudem hat er die höchst attraktive Lola (Rebecca Romijn) als neue Mitarbeiterin angeheuert. Zwei Kleinigkeiten jedoch bereiten Steve große Sorgen: Ein Killer soll ihn umlegen, und die Polizei will ihm die tote Gespielin eines Kunden als Mord in die Schuhe schieben.
Kritik:
The Alibi ist eine Krimikomödie, wie man in letzter Zeit einige sehen konnte. Voll mit skurril-lebensechten Charakteren und ausgestattet mit einem Anti-Helden im Mittelpunkt.
Zu Anfang dauert es ein wenig, bis man sich in den Film reinfindet, da erstmal die Alibi-Agentur und die beiden Hauptpersonen Ray und Lola vorgestellt werden. Doch dann zieht einen das Geschehen immer mehr in seinen Bann.
Mitdenken ist Pflicht, denn die Handlung wird zunehmend komplizierter und man ahnt schon, auf was für ein Uhrwerk von Superplan das Finale des Films zusteuert.
Neben der Handlung lebt der Film hauptsächlich von seinen Figuren. Die Besetzung ist dementsprechend hochkarätig, auch für die Nebenrollen. Sam Elliott, Selma Blair, John Leguizamo, Deborah Kara Unger, James Brolin - um nur die bekanntesten zu nennen. Alle spielen hervorragend und bereichern den Film sehr, der zwar von der Handlung sehr bemüht ist, aber (zumindest unter Profis) sicher keine storymässige Meisterleistung darstellt.
Aber dank der Schauspieler entwickelt sich das Ganze zum kurzweiligen Kinovergnügen.
The Alibi wäre sicher gerne zum Kultfilm avanciert, wie dereinst Snatch oder The Big Lebowski (auch wenn diese Vergleiche etwas unfair sind), bleibt aber zu durchschaubar und auch zu Pointen-arm, um den großen Vorbildern das Wasser zu reichen.
Einen Tick schlechter als die kürzlich von mir angesehene Krimi-Komödie Kiss Kiss Bang Bang (Review folgt demnächst).
Screenshots: Ray Elliott (Steve Coogan) und Lola (Rebecca Romijn).

Der Profikiller "Der Mormone" (Sam Elliott) mit seinen Handlangern.

Die dritte Frau des Mormonen (Selma Blair) ist scharf auf Ray, was nicht ungefährlich ist.

angeschaut am: 30.06.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
02 Juli 2006
The Legend of Seven Cutter - KOR 2006
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Liebe / Action
Laufzeit: ca. 102 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: koreanische Originalversion mit englischen Untertiteln
Inhalt:
Han-su Jung (Jae-mo Ahn) ist der neue Schüler einer kleineren High School. Er wird mit grossem Respekt empfangen, denn an der Schule hat sich herumgesprochen, dass er der legendäre "Seven Cutter" ist, der mit seinem Teppichmesser eine ganze Gang besiegt hat. Der Schul-Rowdie Sung-gi (Jeong Lee) kann das nicht so recht glauben und fordert den Neuling heraus. Doch der hat Glück und schlägt Sung-gi stets zurück. Nur eine schafft es, Han-su die Nase blutig zu hauen: Die Jung-Boxerin Min-ju Han (Eun-hye Yun). Während sie langsam Gefühle für Han-su entwickelt, hat der es mehr auf die Schulschönheit Yoon-ah abgesehen.
Kritik:
Hier haben wir eine locker-flockige Sommer-Teeniekomödie aus Südkorea, die recht unterhaltsam ist. Das liegt leider wieder einmal weniger an der recht dünnen Story und an wenigen Gags, sondern vielmehr an den netten (aber natürlich auch klischeehaften) Charakteren.
Bei vielen Gags versucht man sich an amerikanischen Komödien zu orientieren und setzt auf Fäkalhumor, der sich dann z.B. als ein ins Klo gefallenes Handy präsentiert, das der Schüler in einem Bach auswäscht, und 2 Meter weiter trinkt sein Lehrer das Wasser und freut sich am "speziellen Geschmack". Oder ein Tintenfisch (das koreanische Nationalgericht) wird jemand in die Unterhose plaziert, später von einem Lehrer gerettet, der ihn seiner Liebsten nur kurz angebraten serviert. Solcher Humor ist wohl wirklich nur witzig, wenn man unter 12 Jahren alt ist, oder so.
Auch die kurzen Auftritte von Han-su's Bruder, der am liebsten im Sailor-Moon-Kostüm rumläuft, hätte man sich sparen können.
Da erwähne ich doch lieber lobend die Stärken des Films. Das sind vor allem die Darsteller, die ihre Sache, mit dem üblichen asiatischen Overacting versehen, doch recht gut machen.
Speziell Eun-hye Yun, die die anfangs spröde Boxerin Min-ju Han spielt, hat ein paar sehr nette Szenen und kommt insgesamt sehr glaubwürdig und süß rüber.
Auch die Lehrerin Ms. Kim (Yeong Hyeon), die sich der völlig unbeholfenen Flirtversuche ihres Kollegen erwehren muss, ist herzallerliebst.
Ebenso sind die (für einen koreanischen Film fast unverzichtbaren) Kampfsequenzen gut gemacht und lockern das Ganze auf, genau wie spassige Filmmusik, die von koreanischem DJ Bobo bis zu rockigeren Klängen reicht.
Der Film macht trotz der erwähnten Schwächen Spass, ist aber sicher nur ganz, ganz seichte Unterhaltung, die man auch so wahrnehmen sollte. Einer genaueren Prüfung hielte er nie stand.
Von mir gibts, vor allem wegen der süßen Darstellerinnen, 5 Punkte.
Screenshots: Han-su's Liebe zur Boxerin Min-ju Han (Eun-hye Yun)...

...entwickelt sich nach anfänglichen Mißverständnissen schnell zum Besseren.

Han-su ist aber lange Zeit im Unklaren, ob er nicht lieber versuchen sollte Yoon-ah zu erobern.

Doch sein Herz gehört dann doch der burschikosen Min-ju.

Die überaus attraktive Lehrerin Ms. Kim (Yeong Hyeon).

Zum Schluß taucht dann auch der wahre "Seven Cutter" auf und sorgt mit seiner Gang für Kampfszenen.

angeschaut am: 21.06.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Labels: Asien, Originalsprache, Südkorea
01 Juli 2006
Masters of Horror S01E02 - Dreams in the Witch House- USA 2005
OFDB-LinkIMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Der College-Student Walter Gilman (Ezra Godden) mietet sich eine Dachwohnung in Arkham. Er ist überglücklich diese Wohnung gefunden zu haben, doch mit der Zeit suchen ihn immer wieder Albträume heim, in denen er eine Hexe und ihre Ratte, die ein menschliches Gesicht hat, sieht. Er erfährt, dass das Baby seines Nachbars in Gefahr ist. Doch will er es retten, geht er die Gefahr ein, selbst der Mörder zu werden...
Kritik:
Regisseur Stuart Gordon (Re-Animator) hat sich für diese zweite Episode der MoH einer Vorlage von H.P. Lovecraft angenommen.
Die Story entwickelt sich sehr gemächlich und man wundert sich immer mehr, was denn nun Sache im Hexenhaus ist. Es erscheint vieles mysteriös, wie z.B. ein alter Mann, der sich selber geißelt. Trotzdem kommt aber bis zum Schluß kein echter Horror auf.
Dafür sorgen dann auch skurrile Dinge, wie eine Ratte mit einem menschlichen Gesicht, die auch noch redet. Auf mich wirkte das furchtbar lächerlich und hat leider eine mögliche Atmosphäre ziemlich zerstört.
Die Spannung hielt sich bei mir auch in Grenzen - zu Anfang entwickelt sich das alles zu langsam und dann wird es etwas wirr - komplett mit Paralleluniversum, etc.
Auf der Habenseite verbuchen wir eine nette Sexszene und ein wenig Gesplatter, das aber erst am Schluss auftritt.
Ansonsten eine eher langweilige Episode der Reihe, die mich persönlich zu keinem Zeitpunkt wirklich ansprechen konnte. Deswegen nur 2,5 Punkte.
Screenshots: In der Gestalt einer wunderschönen Frau verführt die Hexe...

... den Studenten Walter Gilman (Ezra Godden), um ihn langsam um den Verstand zu bringen...

...und damit er ein Baby tötet.

Der Helfer der Hexe, ein Rattenmann.

angeschaut am: 02.05.2006
Normale Wertung: 2,5 von 10 Punkten
