27 August 2006

 

Ghost World - USA/GB/BRD 2000

OFDB-Link
Genre(s): Drama / Komödie
Laufzeit: ca. 107 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
Enid (Thora Birch) und Rebecca (Scarlett Johansson) sind "beste Freundinnen", die gerade ihren Schulabschluß hinter sich haben. Gemeinsam sind sie von dem kleinstädtischen und spießbürgerlichen Leben um sich herum nur angeödet. Umgeben von kleingeistigen Normalos und Fast Food Kultur wissen sie, dass sie eines nicht wollen, nämlich diesen grotesken "Amerikanischen Traum". Während Rebecca einen Job annimmt, muss Enid noch einen Kunstkurs wiederholen, die gemeinsame Wohnung muss warten. Enid antwortet aus Spaß auf eine Kontaktanzeige und lernt den etwas seltsamen Seymour (Steve Buscemi) kennen. Eigentlich wollte sie sich nur an einem idiotischen Verzweifelten belustigen. Sie stellt aber fest, er ist das genaue Gegenteil von allem, was sie so sehr hasst.

Kritik:
Diese Produktion basiert auf einen Comic. Ausnahmsweise stehen mal keine Superhelden im Mittelpunkt. Sondern am ehesten würde ich meinen, dass dies ein Film über Erwachsenwerden ist. Die beiden Freundinnen haben sich während ihrer High-School-Zeit durch eine ablehnende Haltung gegenüber dem Massengeschmack ausgezeichnet. Nun, da sie den Übergang von der Schule ins richtige Leben zu bewältigen haben, steht diese Lebenseinstellung auf dem Prüfstand.

Da ist zum einen Rebecca, gespielt von Scarlett Johansson (siehe Screenshot rechts).
Sie ist die hübschere der beiden, so empfinden die Freundinnen es zumindest, die auch einen besseren Draht zur Umwelt hat. Zudem erkennt sie schnell, dass ihre Ziele, wie Unabhängigkeit, nur mittels Geld realisierbar sind, also arrangiert sie sich stückweise mit "dem System".

Enid (Thora Birch) dagegen kann oder will ihre Haltung nicht so schnell bzw. offensichtlich ändern. Das liegt einerseits daran, dass es sich vom Standpunkt des Zynikers, der alle nur belächelt, natürlich leichter leben lässt. Deshalb lässt sie nichts an sich herankommen, bzw. investiert keine Liebe in etwas. Zum anderen ist sie sich auch nicht im klaren darüber, was sie für Ziele im Leben hat. Beides äussert sich in ihrer heimlichen Liebe zum gleichaltrigen Josh und der unentschlossenen Freundschaft/Beziehung mit dem älteren Seymour (Steve Buscemi).

Letztendlich erkennt aber auch sie, dass sie ihre Einstellung überdenken muss und die Schulzeit endgültig vom Erwachsenen-Status abgelöst wird. Die beiden Freundinnen aus der Schulzeit entfremden sich durch die unterschiedlichen Einstellungen in kürzester Zeit.
Soweit meine kleine Einschätzung der Figuren.

Der Film selber ist eine durchaus nette Independent-Produktion, die sich voll auf die ungewöhnlichen Charaktere konzentriert. Das dürfte dem Normalzuschauer etwas zu langweilig sein, weil ausser vielen Gesprächen wenig passiert und sich Handlung langsam entwickelt.
Mir gefiel es recht gut, sieht man doch zwei tolle Nachwuchsschauspielerinnen, die sich nicht vor diesen un-attraktiven Rollen scheuen.
Und nicht zu vergessen Steve Buscemi, der wie immer überzeugen kann.

Bemerkenswert sicher ein recht ungewöhnlicher Soundtrack mit Blues und Ragtime, sowie die ständig wechselnden Outfits von Enid. Sie schien in jeder Szene eine andere, sehr ausgefallene Kombination zu tragen. Allein das machte den Film schon interessant.
Unterm Strich blieb mir der Film aber doch etwas zu distanziert. Es fehlte ein wenig die Beziehung zu den Figuren.
Alles in allem vergebe ich eine Wertung von 6,5 Punkten.

Screenshots (man beachte die Outfits):
Rebecca (Scarlett Johansson) und Enid (Thora Birch) auf dem Abschlußball.


Durch einen Streich lernen die beiden Freundinnen...


...den älteren Plattensammler und Eigenbrötler Seymour kennen (Steve Buscemi).


Während sich Enid auf seine uncoolen Aktivitäten einlässt und ziellos vor sich hinlebt...


...arrangiert sich Rebecca mit "dem System" und nimmt einen Job an.


angeschaut am: 11.08.2006
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten



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