20 Januar 2006

 

Wolf Creek - AUS 2005

OFDB-Link
Genre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 95 Min.
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: engl. Originalfassung

Inhalt:
Drei Rucksacktouristen reisen mit ihrem Auto durch das australische Outback. Als ihr Wagen nicht mehr anspringt nehmen sie gerne die Hilfe des einheimischen Mick Taylor entgegen. Er untersucht ihr Auto und bietet ihnen an sie zu seinem Camp zu schleppen, damit er das defekte Teil bei sich reparieren kann. Nach stundenlanger Fahrt erreichen sie sein Camp, eine verlassene Bergbau-Einrichtung.
Als Dank für seine Hilfe kochen die Mädchen für Mick und man verbringt einen netten Abend am Lagerfeuer. Als die drei am nächsten Tag erwachen nimmt ihr Urlaub allerdings eine Wendung des Grauens...

Kritik:
Der Film startet äusserst langsam. Ja es braucht genau genommen fast eine Stunde, bis die eigentliche Story in Gang kommt. Nun könnte man das damit rechtfertigen, dass man uns die drei Charaktere näher bringen will. Nur wird dies kaum getan. Wir erfahren nicht viel über die Backpacker und ihre Beziehungen zueinander. Der Junge und ein Mädchen sind so irgendwie zusammen, haben aber gerade etwas Stress.

Es gibt ein paar schöne Landschaftsaufnahmen in diesem Teil, doch um ehrlich zu sein, fand ich das einfach zu langweilig. Mit dieser ersten Stunde hätte man mehr anfangen können. Mir scheint, als ob der Regisseur eine Art Einlull-Taktik verfolgt hat, damit das Folgende dann im Kontrast umso drastischer wirkt.
Vielleicht gehört der (langweilige) erste Teil ja auch zu den "wahren Tatsachen", auf denen der Film angeblich beruht. Der Wahrheitsgehalt scheint mir aber nach Studium einiger Internet-Reviews doch zumindest fraglich.

Achtung SPOILER folgen:
Im zweiten Teil der Story kommt es zum altbekannten Backwood-Setting, sprich die Touristen werden in das Lager des Killers gelockt, um dort, wie viele andere vor ihnen, seine Opfer zu werden. Dies kommt, selbst wenn man kaum etwas von dem Film gehört hat, nicht so überraschend.
Was einen doch schockiert ist die gezeigte Härte, die dann folgt. Horrorfilme scheinen immer mehr zu einem neuen Standard an Gewaltdarstellung überzugehen. So gibt es natürlich keine Spass-Splattereien, sondern sehr realistische Verstümmelungen zu sehen. Dieser Teil ist zwar recht spannend gemacht, aber leider machen die Figuren die üblichen Fehler, was einen schon ein wenig aufregt.

Während der Killer die beiden Mädchen fertigmacht, ist auf jeden Fall der Junge in einem verlassenen Stollen an ein Kreuz geschlagen und gebunden und bekommt von dem nichts mit. Da er aber der einzige Überlebende der Vorgänge ist, und man später keine Spur der Mädchen mehr gefunden hat, so ist doch der gezeigte Ablauf der Ereignisse zu bezweifeln.
Und das bringt mich wieder auf den Punkt, warum man nicht statt einer zweifelhaften Tatsachenverfilmung eine interessantere, fiktionale Abwandlung dieser Geschichte probiert hat.
SPOILER Ende

Nun, wie dem auch sei, die gezeigte Härte ist auf alle Fälle sehr heftig, mit das Heftigste, was bisher in (mir bekannten) professionellen Produktionen gezeigt wurde. Auch der betont realistische Hintergrund ohne irgendwelche deformierten Kettensägenschwinger trägt sehr viel dazu bei, dass ein mulmiges Gefühl beim Ansehen entsteht.
Doch der lahme Anfang und die vertane Chance bei dem Zusammenspiel der Charaktere, bzw. deren mangelnde Tiefe, ziehen den Film dann wieder runter. Ich vergebe mal 7 Punkte als Ersteindruck, der sich mit Ansehen einer deutschen Version noch bessern könnte. Denn, ehrlich gesagt, das australische Englisch ist verdammt anstrengend.

Screenshots: Die einsame Landschaft Australiens...


...nutzen die drei Backpacker für ihren Urlaub.


Dieselbe Landschaft, aber längst kein Urlaub mehr...


angeschaut am: 19.01.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten



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