28 März 2006

 

Signs - Zeichen - USA 2002

OFDB-Link
Genre(s): SciFi / Thriller
Laufzeit: ca. 102 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Seit er vor sechs Monaten die Ehefrau durch einen Unfall verlor, zweifelt Graham Hess (Mel Gibson), Priester a.D. und Familienvater aus dem ländlichen Pennsylvania, an seinem Gott. Mysteriöse Linien und Kreise, die über Nacht auf Stadionbreite in sein Kornfeld radiert werden, geben dem Patriarch in der Identitätskrise nun den Rest. Unterstützt nur von seinem Bruder Merrill (Joaquin Phoenix) macht er sich daran, das Geheimnis in Eigenregie zu lüften.

Kritik:
M. Night Shyamalan präsentiert seinen dritten Spielfilm. Wie immer wartet man auf eine Überraschung - diese kommt nicht sehr überraschend und recht früh, als klar wird, dass man es tatsächlich mit Aliens zu tun hat.
Was gefällt ist der Spannungsaufbau, der sich fast schon kammerspielartig auf die Familie Hess konzentriert. Die leidet immer noch am Tod der Mutter. Die Familienmitglieder müssen nicht nur mit der Trauer, sondern auch mit der zunehmenden Hysterie um die Aliens fertig werden. Den ehemaligen Pfarrer verlässt dabei zunehmend sein Glaube - verständlich ob dieser spektakulären Entwicklung. Mel Gibson spielt hier einen ziemlichen Anti-Helden, der immer zwischen Aufgabe und Sorge um seine Familie schwankt. Zu grossen Teilen ist der Film dann auch ein Drama um diese Familie.

Der SciFi-Thriller entwickelt sich anfangs recht gut, gerät zum Schluss aber ins Stocken. Shyamalan spielt gekonnt, wie dereinst Hitchcock, mit unseren Urängsten und beschränkt sich auf das Angst machen mittels Geräuschen und einer unsichtbaren Bedrohung.
Dies funktioniert sehr gut und bekommt gerade durch die Familiensituation eine Komponente, mit der sich viele Zuschauer identifzieren dürften. Der Vergleich zum später entstandenen Krieg der Welten liegt nahe, wo Tom Cruise ebenfalls auf seine Kinder aufpassen muss, während Aliens die Welt erobern. Beide haben ähnliche Horrormomente auf Familienebene, sind ansonsten aber anders ausgelegt, obwohl die Abwehr der Invasion ähnlich scheint.
Nur hier ist mir das etwas zu banal geraten. Dass Invasoren viele Lichtjahre überbrücken und dann durch eine Wasser-"Allergie" besiegt bzw. vertrieben werden war mir zu simpel und unglaubhaft gestrickt. Das zieht den Film gehörig runter. Auch andere Elemente fand ich unlogisch, so z.B. einen gefangenen Alien in der Speisekammer, der nicht der Polizei gemeldet wird. Oder warum sich fortgeschrittene Eroberer bemühen sollten Erdlinge per Hand einzufangen. Warum sollten sie Kornkreise zur Navigation benutzen?
Der Film wirkt hier etwas unausgegoren, als ob Shyamalan zwar Urängste bedienen wollte, dabei aber die Story vernachlässigen musste. Dazu zählt auch die Erscheinungsform der Aliens.

Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt gut, vor allem die Kinder spielen toll.
Trotz der Mängel bleibt ein unterhaltsamer Film, der aber sicher bei kritischen Zuschauern bzw. Actionfreunden auf wenig Gegenliebe stossen dürfte.

Screenshots: Graham Hess (Mel Gibson) und seine beiden Kinder, die sich gegen das "Gedanken-Abhören" schützen.


Joaquin Phoenix spielt seinen einfach gestrickten Bruder Merrill.


angeschaut am: 26.03.2006
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten



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