11 Dezember 2006

 

Silence Becomes You - Bilder des Verrats - GB/LIT 2005

OFDB-Link
Genre(s): Drama / Mystery / Thriller
Laufzeit: ca. 84 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Grace (Sienna Guillory) und Violet (Alicia Silverstone) sind zwei Schwestern, die in einem verlassenen Haus vollkommen abseits der Gesellschaft leben. Zum Zeitvertreib beschließen die zwei, einen Mann zu finden, ihn um den Finger zu wickeln und sich von ihm schwängern zu lassen. Die einzige Bedingung ist, dass sich keine der beiden in den Mann verlieben darf. Zuerst läuft alles nach Plan, und die zwei haben ihren Spaß, doch dann bricht Violet die oberste Regel, und das Spiel wird zum bitteren Ernst…

Kritik:
Ist das Setting um zwei geheimnisvolle Schwestern, die in einer alten Villa leben und einen Herumtreiber zu sich locken, damit er "etwas für sie tut", anfangs noch eine interessante Ausgangslage, so wird der Film nach kürzester Zeit zäh wie zu lange gekauter Kaugummi. Das Raten nach der Verwendung der Schwestern für den Rumtreiber soll, in Verbindung mit Mystery, Spannung erzeugen.

Dazu gibt es Mystery-Elemente, wie eine übernatürliche Verbindung der beiden Schwestern (Verletzt sich eine, tut es auch der anderen weh) und Rückblicke auf ihre Kindheit mit einem Vater, der sie scheinbar alleine aufzog und evtl. auch missbrauchte.
Aber beides wird nur angedeutet, nicht aufgeklärt und führt letztendlich, wie das ganze Kammerspiel, zu nichts (ausser später Fragen nach der Sinnhaftigkeit aufzuwerfen, da die Auflösung sich rein psychologisch gestaltet).

Trotz der verhältnismässig kurzen Laufzeit von 84 Minuten macht sich schon früh Langeweile breit, die sich mehr und mehr verstärkt. Im besten Fall hätte man daraus eine Episode mit 50 Minuten Länge machen können, aber selbst dafür gibt die "Story" kaum was her.
Stattdessen beschränkt sich die Regisseurin und Drehbuchautorin Stephanie Sinclaire in ihrem ersten Spielfilm darauf, die Hauptdarstellerinnen wie in Gemälden anzuordnen.
Ob es einen tieferen Plan hinter dem Drehbuch gab, der nicht umgesetzt wurde, oder ob man einfach nur ein wenig Mystery-Stimmung erzeugen wollte, um die osteuropäische Location im Winter aufzuwerten - man weiss es nicht.

Einzig Grace, die von Sienna Guillory (siehe Screenshot rechts) sehr überzeugend und vielschichtig dargestellt wird, ist ein Lichtblick in der Tristesse. Alicia Silverstone als Violet und Joe Anderson als Rumtreiber Luke sind auf Äusserlichkeiten beschränkt. Vor allem letzterer wirkt wie ein überfordertes Unterhosen-Model.
Schade um Alicia Silverstone, deren Performance allerdings auch untermauert, warum ihre Karriere seit Clueless den Bach runtergeht. Denn ausser "süss" zu wirken, findet sich leider nichts bei ihr. Und warum ist sie beim Sex mit Luke immer angezogen?

So warten denn diejenigen, die es schaffen bei der drögen Inszenierung nicht einzuschlafen, auf einen Schlusstwist oder eine Erklärung, die jedoch nie kommen.
2 Punkte, die praktisch alleine aufs Konto von Sienna Guillory gehen.
Nur für Hardcore-Fans der Darsteller(innen) überhaupt ansehenswert, oder für Leute, die gerne Filme sehen, die einen ratlos zurücklassen.
Urteil: "Avoid at all costs."

PS: Übrigens auch eines der hässlichsten DVD-Covers die ich kenne. Daneben gibt es nur noch anzumerken, dass der Film komplett digital gedreht wurde, als erste Produktion überhaupt. Das dürfte auch die einzige Fußnote sein, die er in der Filmgeschichte zurücklässt.

Screenshots: Die Schwestern Grace (Sienna Guillory) und Violet (Alicia Silverstone) - von der Regisseurin meist wie auf einem Gemälde angeordnet.


Alicia Silverstone's Lächeln ist immer noch süss.


Joe Anderson als Luke - da dürften sich die weiblichen Zuschauer freuen.


Zwei Schwestern als Gemälde die zweite...


"Höhepunkt" ist eine uninspirierte Sexszene mit Luke und Grace.


angeschaut am: 9.12.2006
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten



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