10 November 2005

 

Hass - FRA 1995

OFDB-Link
Originaltitel: La Haine
Genre(s): Drama
Laufzeit: ca. 94 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
In den tristen und armen Vierteln der Pariser Banlieus halten sich die arbeitslosen Jugendlichen mit kleinen Drogendeals über Wasser und warten darauf, daß sich endlich etwas in ihrem Leben ändert. Als der 16jährige Araber Abdel von der Polizei fast zu Tode geprügelt wird, brechen überall in den Trabantenstädten Aufstände aus. Der junge Jude Vinz findet eine 44er Smith & Wesson, die ein Polizist während der Straßenschlachten verloren hat. Stolz erklärt er seinen Freunden Hubert und Said, daß er damit einen der brutalen Polizisten töten wird. Endlich kann er seinem Haß gegen das System freien Lauf lassen.

Kritik:
Passend zu den aktuellen Geschehnissen in Frankreich, nämlich tagelangen Krawallen in den Banlieues, sehe ich mir nochmals diesen Film von 1995 an. Denn die Randale ist in Frankreich beileibe keine neuartige Erscheinung. Obwohl 10 Jahre vergangen sind ist der Film brandaktuell.
Der Film verzichtet auf Farbe, ist in schwarzweiss. Dadurch verstärkt er das triste Gefühl, dass in den Plattenbausiedlungen herrscht.
Er zeigt von neutraler Seite einen Tag im Leben von drei Jungs aus der Vorstadt. Dabei bekommt man einerseits einen Eindruck von dem aggressiven Umfeld in dem sie leben, wo sich keiner mehr um andere schert und nur der Stärkere Recht bekommt, was ein gewisses Verständnis für ihr Verhalten bewirkt. Andererseits sieht man aber auch, dass viele gar kein Interesse an einer Verbesserung der Situation haben. Die Sinnlosigkeit der Krawalle zeigt sich exemplarisch daran, dass die Boxhalle von Hubert, die dieser über 2 Jahre mühsam aufgebaut hat, ebenfalls gebrandschatzt wird.
Ebenso abwägend finde ich die Darstellung der Polizei. Da sind einerseits welche die versuchen die Lage zu beruhigen, während andere unverhohlen rassistisch vorgehen und die Jungs schikanieren - die ja wiederum auch keine Unschuldslämmer sind.
So schafft es der Film meiner Meinung nach relativ neutral zu bleiben und zeigt eine Randgesellschaft, die einem Pulverfass gleicht.
Einzig den Schluss finde ich persönlich weniger gelungen, weil etwas unglaubwürdig. Nichtsdestotrotz ein starker Schluss - ich will aber hier nichts verraten.
Schauspielerisch finde ich die Leistungen hervorragend. Allen voran Vincent Cassel als tumb-aggressiver Prolo, aber auch die anderen beiden Hauptrollen überzeugen.
Fazit: Ein anspruchsvolles Drama, das auch nach 10 Jahren kein bisschen an Aktualität und Brisanz verloren hat.

Screenshots: Vinz und Hubert.


Said und Hubert werden wegen ihres Aussehens verhaftet...


...und anschliessend "verhört".


Kleine Gegenüberstellung von Vincent Cassel als aggressivem Jugendlichem...


...und als jugendlichem Charmeur in "Lügen der Liebe", nur ein Jahr später.

Was Frisur und Kleidung doch ausmachen können...

angeschaut am: 9.11.2005
Normale Wertung: 8 von 10 Punkten

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