18 Dezember 2006

 

Mondo Cannibale - ITA 1973

OFDB-Link
Genre(s): Abenteuer / Drama / Liebe / Horror
Laufzeit: ca. 89 Min. (Uncut)
Alterseinstufung: FSK 18

Inhalt:
Der Fotograf Lee Bradley ist zusammen mit einem Begleiter im thailändisch-burmesischen Urwald unterwegs um Landschaftsaufnahmen zu machen. Als sein Weggefährte getötet und er selbst von einem Eingeborenenstamm gefangen genommen wird, erfährt er am eigenen Leib, daß der Urwald auch Gefahren birgt. Nach langer Folter wird Bradley jedoch von den Eingeborenen akzeptiert und in den Stamm aufgenommen...

Kritik:
Beim Titel Mondo Cannibale erwartet man sich doch einen ordentlichen Kannibalenschocker. Der Film gilt zwar als Begründer des Genres doch ist das leider kein Qualitätsprädikat. So haben wir es hier mit einem drögen Genremix zu tun, der über eingestreute Tiersnuff-Szenen und seltsam anmutende Stammesrituale, zum Teil mit ein wenig Softsex (z.B. Gangbang mit einer Witwe auf der Asche ihres toten Mannes), schockieren will.

An Tiersnuff werden dabei vom Kampf Mungo gegen Kobra, Hahn gegen Hahn, sowie der "Schlachtung" eines Krokodils und dem Köpfen eines Affen mit anschliessendem Verzehr des Hirns einige Szenen gezeigt. Wer auf sowas steht dürfte sich freuen - ich persönlich bin zwar Splatterfreund, kann aber solch realen Szenen rein gar nichts abgewinnen. Die Indizierung geht deshalb auch voll in Ordnung.

Zur Entstehungszeit 1973 mag das noch für einen Kassenerfolg gut gewesen sein, heutzutage kommt jedoch grosse Langeweile auf. Denn nach einem eher lustlosen Einstieg plätschert die Story vor sich hin. Hofft man zunächst noch auf eine Flucht der Hauptfigur ins Kannibalengebiet, fühlt dieser sich zunehmend bei den Eingeborenen heimisch.

Dabei wirkt vieles konstruiert. So hat die schöne Häuptlingstochter (sieht wie die kleine Schwester von Laura Gemser aus) ein Faible für ihn, was dann auch in eine bescheidene Lovestory mündet. Dummerweise kriegt die Schöne aber plötzlich eine Augenkrankheit, die nie erklärt wird, und verstirbt nach einer Geburtsszene.
Praktischerweise gibt es auch eine Stammesangehörige, die seine Sprache spricht und ab und zu Erklärungen abgibt, ansonsten gibt es jede Menge Gespräche in einem unverständlichen Urwaldgebrabbel.

Letztendlich dominiert aber die Langweile, zumindest bei mir. Da retten auch teils nette Landschaftsaufnahmen und einige wenige, unglaublich billige, Splattereffekte nichts mehr. Als Partyfilm mag der Streifen ob seiner teils unfreiwilligen Komik und der kruden Exploitation-Szenen ein wenig besser geeignet sein.

Allerdings werden Freunde des Kannibalenfilms sowieso zu den späteren Filmen des Genres neigen, die weitaus brutaler sind.

Screenshots: Der Beginn des Kampfes Mungo gegen Kobra.


Die Häuptlingstochter (Me Me Lai) sucht sich ihren Gatten nach der Feinfühligkeit beim "Begrapschen" aus.


Und da liegt eindeutig der Neuzugang Lee Bradley (Ivan Rassimov) vorne.


Einer der wenigen Kannibalen im Film beim Mittagessen.


Ein Stammesritual wird durchgeführt.


Mein Kollege Oleg the Bum verzweifelt und bewertet den Film mit 1 Punkt.

angeschaut am: 11.12.2006
Normale Wertung: 1,5 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 3,5 von 10 Punkten

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