14 Februar 2008
Ri$iko - Der schnellste Weg zum Reichtum - USA 2000
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Thriller
Laufzeit: ca. 115 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Um schnell Karriere zu machen, nimmt Studienabbrecher Seth Davis eine Stelle bei einer zwielichtigen Brokerfirma an. Sein Ziel: Er will eine Million Dollar verdienen und die Anerkennung seines Vaters erlangen. Seth arbeitet hart und wird sehr erfolgreich. Er verdient eine Menge Geld, und auch der Respekt seines Vaters ist ihm jetzt sicher. Doch durch unsaubere Machenschaften seiner Kollegen gerät Seth immer tiefer in ein Netz aus Korruption und Habgier, das alles gefährdet, was er erreicht hat.
Kritik:
Ri$iko oder Boiler Room, wie er im Original heisst, sähe sich wohl selbst gerne in der Tradition eines Klassikers wie Wall Street, den die Figuren sich im Film bis zum Exzess ansehen. Doch leider kommt nur ein zweitrangiger Abklatsch heraus.
Dass intelligente Typen wie Seth sich vom Ausblick auf schnellen Reichtum gerne dazu bewegen lassen jegliche moralische Bedenken über Bord zu werfen, hat man schon oft in der einen oder anderen Form gesehen.
Der Teil, wo er die Methoden lernt, um den Kunden etwas anzudrehen, was sie nicht brauchen und auch gar nicht wollen, ist dabei recht gut geraten und nicht nur auf die hier behandelten Ramsch-Aktien anwendbar.
Doch der plumpe Schluss, der auf Hollywood-Richtung getrimmt war, störte mich dann doch sehr: Seth sorgt unter extremem Druck dafür, dass ein betrogener Kunde Geld zurück bekommt und kauft sich mittels eines Kronzeugen-Deals mit den Behörden frei.
Innerhalb von Minuten wandelt er sich von skrupellosem Verkäufer, der nur an seine Provision denkt, zum gewissenhaften Gutmenschen.
Aber zumindest ist die Inszenierung recht flott geraten.
Schauspielerisch gibt es eine überzeugende Leistung von Giovanni Ribisi. Auch der restliche Cast macht seine Sache gut.
Fazit: Wirtschafts-Thriller aus der zweiten Reihe, dessen Drehbuch einfach zu wenig originelles zu bieten hat.
Screenshots: Seth (Giovanni Ribisi) im Kreise der Kollegen.

Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
27 Januar 2007
Requiem for a Dream - USA 2000
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 97 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Eine Schar von Verlierern: Harry (Jared Leto) ist ein kleiner Dealer in Brooklyn, immer auf der Suche nach dem nächsten Schuß und voller Hoffnung auf das große Geld. Er und sein Freund Tyrone strecken Heroin und sind auf dem Weg nach Florida, um es dort an den Mann zu bringen. Harrys Freundin Marion (Jennifer Connelly) bleibt in New York. Sie ist schön, aus gutem Haus - und ebenfalls hoffnunglos süchtig. Mit dem Dealer Big Tim tauscht sie Sex gegen Dope. Harrys Mutter (Ellen Burstyn) hingegen scheint einen Treffer gelandet zu haben: Sie ist als Kandidatin für ihre Lieblings-TV-Show eingeladen. Bis zu ihrem Auftritt möchte sie mit Hilfe von Appetitzüglern abnehmen. Doch durch ihren Pillenkonsum verliert sie völlig den Kontakt zur Realität...
Kritik:
Requiem for a Dream ist ein über weite Strecken interessanter Film über das Thema Drogensucht. Seine Stärken liegen bei den Darstellern - allen voran Ellen Burstyn als Mutter des Junkies, von der man anfangs am wenigsten erwartet, dass sie süchtig wird. Dieser Ansatz unterscheidet den Film denn auch von anderen Genrevertretern.
Besonders gut gemacht ist dabei der schleichende Verfall, der sich praktisch über den ganzen Film hinzieht und mit immer stärkeren Halluzinationen (Ein aggressiv-hungriger Kühlschrank) einhergeht.
Allerdings ist dadurch das Tempo auch vergleichsweise niedrig, so dass vor allem am Anfang ein wenig Langweile aufkommt.
Leider fand ich die Behandlung der konventionellen Süchtigen nicht so gelungen. Zu unklar ist, was sie eigentlich für Drogen nehmen: Kokain oder Heroin? Bei Reviews von Drogenexperten habe ich gelesen, dass Drogen und gezeigte Wirkung nicht so ganz übereinstimmen.
Andere Ungereimtheiten fallen auch Laien auf. Als da wären ein Drogenabverkauf im Lieferwagen, von dem offesnichtlich jeder weiss (bloss keine Polizei). Oder zwei Junkies auf Entzug, die eine lange Autofahrt unternehmen, was schwer vorstellbar ist, wenn man anderen Filmen glaubt, die Junkies mit "Cold Turkeys" zeigen, die kaum aufrecht stehen können, geschweige denn fahren.
Oftmals wird auch angeführt, dass der Film sehr schockierend ist. Klar ist der Schluss recht deprimierend, aber insgesamt finde ich Filme, wie z.B. Christiane F. noch viel heftiger und letztlich berührender. Vergleicht man z.B. die Prostitution der beiden Frauen-Charaktere Christiane und Marion, dann hat es letztere mit ihren reichen Freiern noch gut erwischt. Das klingt jetzt zwar sehr zynisch, aber mir wurde darüber im Film zuviel Aufhebens gemacht. Die anderen Junkies kommen da nicht so gut weg...
Alles in allem ein ruhiger Trip in die Drogenszene, der sich stetig steigert. Dank einer oscarreifen Darstellung von Ellen Burstyn (es gab leider nur eine Nominierung) auf alle Fälle sehenswert.
Screenshots: Witwe Sara (Ellen Burstyn) wird zunehmend paranoider.

Harry (Jared Leto) und sein Kumpel verscherbeln einen Fernseher, um Geld für Drogen zu beschaffen.

Harry und seine Junkie-Freundin Marion (Jennifer Connelly).

angeschaut am: 25.01.2007 im KellerKino
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
27 Januar 2006
Gossip - Tödliche Gerüchte - USA 2000
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Thriller
Laufzeit: ca. 87 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Die College-Studenten Derrick, Cathy und Travis teilen sich nicht nur eine Wohnung, sondern schreiben auch gemeinsam an einer Seminararbeit zum Thema 'Gerüchte'. Fasziniert vom Sujet, starten sie mit Naomi (Kate Hudson) als Versuchsobjekt ein Experiment. Diese soll auf einer Party mit ihrem platonischen Freund geschlafen haben. Naomi aber, an dem Abend viel zu betrunken, um sich zu erinnern, erstattet Anzeige wegen Vergewaltigung. Die Verleumdung entwickelt eine erschreckende Eigendynamik, die selbst die Verursacher nicht mehr stoppen können...
Kritik:
Wir haben es hier mit einem ziemlich gut gespielten Thriller zu tun. Die Jungstars können dabei relativ tiefgehende Charaktere zeigen, die sich durchaus im Verlauf des Films wandeln. Die Story wird flott erzählt und ist auch einigermassen glaubhaft, bis auf das stark konstruierte Ende. Das kommt für versierte Zuschauer nicht so überraschend, wie geplant, ist aber ok.
Auch der Hang der Hauptfigur Derrick zum Lügen sorgt nicht unbedingt für das Übermass an Verwirrung beim Zuschauer, welches wohl beabsichtigt war.
Was bleibt ist ein durchschnittlicher Thriller im Studenten-Milieu mit attraktiven Stars.
Screenshots: Die drei Freunde aus der WG...

...spielen mit ihrem Gerücht dem Pärchen einen bösen Streich.

angeschaut am: 23.01.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
29 November 2005
Die Frauen des Hauses Wu - CHN 2000
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 111 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
China, 1938: Madame Wu hat ihrem Ehemann und Herrn 26 Jahre lang treu gedient, ohne jemals etwas für sich selbst zu verlangen. Doch nun, an ihrem 40. Geburtstag, will sie ihrem Sklavendasein im goldenen Käfig ein Ende bereiten. Kurzerhand kauft sie einer Heiratsvermittlerin deshalb die junge Chiuming ab, die fortan die Rolle der Liebesdienerin übernehmen soll. Von den sexuellen Wünschen des Herrn Wu überfordert und von ihm gedemütigt, interessiert diese sich jedoch schon bald mehr für Fengmo, den Sohn der Wus. Fengmo empfindet zwar Gefühle für Chiuming und ist der kommunistischen Partei beigetreten, doch ein vollkommener Bruch mit den Traditionen ist für ihn undenkbar. So fügt er sich in sein Schicksal und bereitet sich auf eine Ehe mit einer Frau vor, der er schon vor seiner Geburt versprochen wurde, die er aber nicht liebt.
Da die Eltern seiner Braut eine westliche Ausbildung von Fengmo verlangen, wird nun sogar der Priester und Arzt André ins Haus geholt, um ihn zu unterrichten. Auch Frau Wu nimmt an den Unterrichtsstunden teil und ist mehr und mehr fasziniert von Pater André. Als eines Tages dessen Waisenhaus abbrennt, rettet sie ihn unter Einsatz ihres eigenen Lebens aus den Flammen und bietet ihm ihr Haus als Unterkunft für die elternlosen Kinder an. Chiuming versucht unterdessen, sich das Leben zu nehmen, und André verlangt daraufhin von Frau Wu, das Mädchen gehen zu lassen. Doch Frau Wu steckt in einem Zwiespalt: Würde sie Chiuming gehen lassen, wäre sie wieder das Opfer der Begierden ihres Mannes. Als dann auch noch japanische Truppen in die Stadt einmarschieren, das Haus der Wus zerstören und einen großen Teil der Bevölkerung massakrieren, spitzen sich die Ereignisse zu. Wird Frau Wu vor diesem Hintergrund einen Weg finden, mit den Traditionen des alten China zu brechen?
Kritik:
Solide Verfilmung fürs TV. Vermittelt einen schönen Einblick in die chinesische Gesellschaft vor der kommunistischen Revolution.
Wer sich in diesem Zusammenhang mal einen sehr guten Film zum Thema Konkubinen/Mehrfrauen-Ehe anschauen will, der sollte sich die Rote Laterne ansehen.
Screenshots:


angeschaut am: 27.11.2005
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
