09 Juni 2008
Scharf wie Chili - BRD 2005
OFDB-LinkGenre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Tino (Kristian Kiehling) ist der geborene Verführer und als solcher heiß begehrt. In vollen Zügen genießt er es, ein "scharfer Typ" zu sein. Warum auch mit solchen Qualitäten geizen und sich das Leben nicht so angenehm wie möglich machen? Mama und Papa sehen das etwas anders. Sie wünschen sich, dass das schwarze Schaf der Familie endlich sein Studium abschließt, ernster und auch gewissenhafter wird – wie sein älterer Bruder Stephan (Lars Gärtner), der längst im elterlichen Betrieb mitarbeitet.
Doch dann erkennt Tino selbst, dass es so nicht weitergehen kann: Stephans Hochzeit platzt kurz vor der Trauung, weil Tino seine Schwägerin in spe Esther (Alexandra Neldel) unbekannterweise unterm Festbuffet vernascht. Verzweifelt sucht Tino Hilfe in einer kleinen Therapiegruppe. Ziel der ALG (Anonymen-Lust-Gefährdeten): für volle 90 Tage auf Sex verzichten, um seinen unkontrollierten Begierden endlich Herr zu werden. Als wäre das nicht schon schwer genug für Tino, ist unter den Teilnehmern ausgerechnet auch Esther, die genauso wenig begeistert über seine Anwesenheit ist ...
Kritik:
Eigenproduktionen deutscher Privatsender stehen äusserst selten auf meinem Programmplan, meist ergibt sich das, wie auch in diesem Falle, eher zufällig. Insofern mangelt es mir zwar etwas an Vergleichsmöglichkeiten ob der Qualität der Produktionen, doch bin ich sehr oft erstaunt, was dem deutschen Zuschauer da "geboten" wird.
Scharf wie Chili bewegt sich dabei klar am untersten Ende der Skala. Das Thema Sex gibt ja einiges her, um auf komödiantische Art behandelt zu werden. Doch hier wirkt von Anfang bis Ende alles unheimlich verkrampft und gänzlich unkomisch.Auch Erotik sucht man vergeblich. Die "Dauergeilen" haken zwar eine Nummer nach der anderen ab, aber das läuft einerseits züchtig und andererseits fern jeder Realität ab.
Wobei letzteres das grosse Manko des Films ist. Wo andere Komödien leicht übertreiben, so gibts hier kaum etwas Glaubhaftes zu sehen. Das fängt schon mit dem Aufeinandertreffen der beiden Sexfreaks Tino und Esther an: Esther wird immer geil, wenn es romantisch ist - ergo lässt sie sich Minuten vor ihrer eigenen Hochzeit von einem Wildfremden vernaschen!
In dem Stil setzt sich das Ganze fort und verbaut sich dadurch auch den Weg in Richtung Liebesfilm.
Denn die Romanze der beiden unterbietet von der Story-mässigen Umsetzung noch jede Pilcher-Verfilmung.
So bleibt denn als einziger Pluspunkt die Besetzung der beiden Hauptdarsteller. Ohne Alexandra Neldel in der Hauptrolle hätte ich sicher nicht durchgehalten. Aber zusammen mit Kristian Kiehling hat man sowohl für männliche als auch weibliche Zuschauer zwei optische Hingucker dabei.
Fazit: Eigenproduktion aus dem deutschen Privatfernsehen haben keinen besonders guten Ruf und Scharf wie Chili bewegt sich in diesem Bereich sogar noch ganz weit unten. Lahm, unwitzig und unglaubhaft - so lässt sich die Misere zusammenfassen. Zwei Punkte gibt es hauptsächlich aus Mitleid mit den Darstellern...
Screenshots:Tino (Kristian Kiehling) sammelt Slips, wie andere Briefmarken.

Doch der Sex mit Esther (Alexandra Neldel) löst ein Umdenken bei ihm aus.

Normale Wertung: 2 von 10 Punkten
Labels: 2005, ab12, Deutschland
31 Mai 2008
Mr. & Mrs. Smith (Director's Cut) - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Action / Komödie
Laufzeit: ca. 119 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Nach außen sind Mr. John (Brad Pitt) und Mrs. Jane Smith (Angelina Jolie) ein ganz normales Ehepaar mit Häuschen in einer typischen amerikanischen Vorstadt - und augenscheinlich eher langweiligem Leben. Aber der Schein trügt, denn beide haben ein Geheimnis, das sie sogar voreinander verbergen: Es handelt sich bei ihnen tatsächlich um die zwei gefährlichsten Auftragskiller der Welt, die für konkurrierende Organisationen arbeiten. Eines Tages werden sie beide aufeinander angesetzt.
Kritik:
Es ist schon etwas komisch, wenn man sich selber widersprechen muss. Denn in meiner ersten Kritik zur Kinofassung gab es damals "7 Punkte mit Tendenz nach oben".
Nun habe ich mir knapp 2 Jahre später den Director's Cut angesehen und war doch ziemlich ernüchtert. Denn ich hatte den Film viel positiver in Erinnerung.
Aber haken wir zunächst das Thema Special Edition/Director's Cut ab. Mir fielen nach der langen Zeit keinerlei Änderungen auf. Vor allem das Wort "Unzensiert" auf dem Cover ist sowieso ein Hohn, denn es geht um eine brave Sexszene, die um ein paar Sekunden verlängert wurde. Mehr zu sehen gibt es deswegen aber nicht, worauf man bei den attraktiven Hauptdarstellern ja durchaus gehofft hat.
Somit besteht keinerlei Anlass den Film nochmal zu sehen, wenn man die "Kinoversion" schon kennt.
Der Film selber wirkte auf mich beim zweiten Ansehen überaus träge. Vor allem der Beginn schleppt sich doch deutlich dahin, wenn die Beziehungsprobleme der beiden thematisiert werden. Dabei entwickeln beide Figuren aber bis zum Schluss keinerlei Profil bzw. Seele - sie bleiben austauschbare Pinup-Klischeefiguren.
Scheinbar ewig dauert es, bis die Ehepartner sich auf die Schliche kommen und beim Essen belauern, bevor sie das Haus auseinandernehmen. Ab hier geht es bergauf.
Denn nun bewegt sich das Ganze offen in Richtung einer überzogenen Action-Persiflage, was dann im Finale kulminiert, wo das Ehepaar die Gegner gleich dutzendweise erledigt.
Trotz der deutlich besseren zweiten Hälfte kann ich den Film aus heutiger Sicht aber auch nicht höher als durchschnittlich einstufen.
Fazit: Beim ersten Ansehen fällt die überaus dünne Handlung und die flachen Charaktere nicht so stark auf. Beim zweiten Durchgang gab es etliche Längen durchzuhalten und auch das Dauergeballere im Schlussdrittel kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mr. & Mrs. Smith zur Zeit seines Kinostarts vom Hype um seine Hauptdarsteller und ihre angehende Beziehung profitiert hat. Inzwischen ist das verpufft und beim Film kaum Substanz zu finden.
Deswegen 5 Punkte - mit Tendenz nach unten...
Screenshots: Es kriselt in der Ehe, wenn man mit solchen Kalibern aufeinander losgeht.

Darunter sollten aber die guten Ming-Vasen nicht leiden müssen.

Letztendlich wird das schöne Haus aber doch dem Erdboden gleichgemacht.

Angelina Jolie ist einfach nur heiss... *lechz*

angeschaut am: 8.05.2008 im KellerKino, insgesamt 2x gesehen
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Labels: 2005, USA, Wiederholungen
29 Mai 2008
Anthony Zimmer - FRA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 85 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Alle Welt jagt den Geldwäscher Anthony Zimmer.
Als der Übersetzer Francois (Yvan Attal) während einer Fahrt im Schnellzug die verführerische Chiara (Sophie Marceau) trifft, verfällt er ihr und wundert sich sehr, als ihm nach einer leidenschaftlichen Nacht im Luxushotel bewaffnete Männer nach dem Leben trachten. Sie sind jedoch nicht die einzigen, die hinter ihm her sind: Sowohl die Polizei als auch die gesamte Unterwelt scheinen Francois für Anthony Zimmer zu halten. Es beginnt eine rasante Verfolgungsjagd durch Nizza, in der Francois der Köder ist. Nicht nur er fragt sich: Wer zur Hölle ist jetzt dieser Anthony Zimmer?
Kritik:
Der beste Teil des Films sind die ersten 30 Minuten, als Francois anfängt, sich in die wunderschöne Sophie Marceau zu verlieben. Durchaus nachvollziehbar, denn sie kam selten erotischer rüber, als hier. Eine echte Traumfrau vor der malerischen Kulisse von Nizza.
Doch danach geht es bergab. Der Mittelteil, wenn der eigentliche Thriller einsetzt, ist mäßig spannend - nichts was man anderswo nicht schon mal weit besser gesehen hätte. Da scheint man wohl auch vom Budget deutlich eingeschränkt gewesen zu sein.
Doch richtig schwach wirds dann zum Schluss. Das Finale ist zum Gähnen und die Auflösung dürfte man auch deutlich vorher erkannt haben.
So bleibt ein ziemlich durchschnittlicher Thriller mit etlichen Logiklöchern und einem vorhersehbaren "Twist". Einzig Sophie Marceau's überzeugender Darstellung der Femme Fatale ist es zu verdanken, dass mein Urteil nicht härter ausfällt.
Screenshots: Francois (Yvan Attal) verlieb sich in...

...die geheimnisvolle Chiara (Sophie Marceau).

Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Labels: 2005, Europa, Frankreich
27 Mai 2008
Threshold (TV-Serie) - Season 1 - USA 2005
Deutscher Titel: Nemesis - Der AngriffOFDB-Link
Genre(s): Drama / Horror / SciFi - Serie
Laufzeit: ca. 550 Min. (13 Folgen á ca. 42 Min.)
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: englische Originalfassung
Inhalt:
Eine ausserirdische Sonde erscheint über dem Meer. Die Crew eines zufällig anwesenden Forschungsschiffes wird durch die Sonde infiziert und genetisch verändert. Sie bekommen übermenschliche Kräfte und fortan ist ihr grösstes Bestreben die Infektion der gesamten Menschheit.
Um die Bedrohung abzuwehren setzt sie US-Regierung einen von Dr. Molly Anne Caffrey (Carla Gugino) entworfenen Plan namens Threshold in die Tat um.
Dieser sieht die Zusammenarbeit einer kleinen Gruppe brillianter Wissenschaftler mit Militärs vor, um den Angriff der Ausserirdischen möglichst ohne Aufsehen zu vereiteln.
Kritik:
Die Grundidee von Threshold fand ich äusserst interessant und der zweiteilige Pilotfilm ist sehr spannend und hochwertig gemacht. Die Besetzung der unterschiedlichen Charaktere des Threshold-Teams ist auch sehr gut gelungen. Unter anderem ist Brent Spiner (Mr.Data aus STNG) als Chefwissenschaftler dabei, sowie Peter Dinklage als zynisches Genie. Auch Brian Van Holt als Verantwortlicher für die militärischen Belange passt gut.
Zusammengehalten wird das Team von der Leiterin Dr. Caffrey, gespielt von Carla Gugino.Leider gingen den Autoren nach dem tollen Piloten ein wenig die Ideen aus.
So liefen die Episoden danach fast immer nach demselben Schema ab: Einen Ausbruch lokalisieren und den Infektionsherd (meist ein Crewmitglied des zuerst infizierten Schiffes) zu isolieren. Dise Wiederholung wird aber leider schnell langweilig.
Das sahen die amerikanischen Zuschauer ähnlich, und so wurde die Serie dort nach nur 13 Folgen der ersten Staffel eingestellt (ohne vernünftigen Abschluss).
Das ist durchaus etwas schade, denn nach den ersten langweiligeren Folgen, die man ja in vielen Serien antrifft, schien die Handlung sich zum Schluss doch etwas interessanter zu entwickeln.
Die technische Umsetzung war immer tadellos. Vor allem die Makeup-Effekte bei Leichen von Infizierten war für eine Mainstream-Serie doch recht heftig.
Die eindeutige Handschrift des ehemaligen Star Trek-Verantwortlichen Brannon Braga als Executive Producer kann man u.a. klar am sog. Technobabble erkennen, der hier wieder mal auf die Spitze getrieben wird, wenn die Wissenschaftler im Team die ungewöhnlichen Ereignisse untersuchen und versuchen eine Lösung dafür zu finden.
Im Vergleich zu den in der gleichen TV-Season gestarten Serien Surface und Invasion, die sich auch um Alien-Invasionen drehen und ebenfalls nach einer Staffel eingestellt wurden, gefiel mir Threshold mit seiner härteren Vorgehensweise, die sich eher an Genrefans, als an das breite Publikum richtete, besser.
Mit etwas mehr Geduld hätte sich die Serie sicher entwickeln können - die entsprechenden Charaktere waren jedenfalls vorhanden.
Screenshots: Die wichtigsten Cast-Mitglieder auf einen Blick.

Serien-Wertung: 7 von 10 Punkten
Labels: 2005, Originalsprache, Serie, USA
21 April 2008
Frau mit Hund sucht Mann mit Herz - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Liebe / Komödie
Laufzeit: ca. 93 Min.
Alterseinstufung: FSK o.A.
Inhalt:
Kindergärtnerin Sarah Nolan (Diane Lane) ist seit acht Monaten geschieden – jetzt können es ihre Kollegen und Verwandten nicht mehr länger mit ansehen. Sarahs Schwestern Carol (Elizabeth Perkins) und Christine wünschen ihr alles erdenklich Gute, und mit den besten Vorsätzen stellen sie eine Liste in Frage kommender Partner zusammen, die jedoch alle erhebliche Mängel aufweisen. Unterdessen ist ihr verwitweter Vater Bill (Christopher Plummer) seiner Zeit schon voraus: Er hat den Internet-Dates-Markt aufgerollt und sich im Netz die unkonventionelle Dolly geangelt. Carol ist begeistert und will auch Sarah unbedingt ein Date besorgen, indem sie sich selbst als Sarah ausgibt und online auf perfectmatch.com ihre Vorstellungen formuliert – ihre letzte Zeile lautet: "Muss Hunde mögen."
Bald darauf wird Sarah von Anfragen erwartungsvoller Kandidaten überschwemmt, unter denen der attraktive und gut situierte, aber seltsam unbeholfene Web-Anwärter Jake (John Cusack) durchaus in die engere Wahl kommt. Doch gleichzeitig lernt sie auch den frisch geschiedenen Vater einer ihrer Schützlinge näher kennen: Bob (Dermot Mulroney) passt derart gut zu ihr, dass sie es kaum für möglich hält. Tapfer steht Sarah eine urkomische Serie katastrophaler Dates durch – bis sie endlich wieder ihren eigenen Instinkten traut und das Wichtigste überhaupt begreift: Man darf den Glauben an die Liebe niemals aufgeben...
Kritik:
Vorwegschicken möchte ich, dass Hundehasser aufatmen können. Denn obwohl es die Vierbeiner in den Titel geschaftt haben, spielen sie im Film eine weit kleinere Rolle als man vermuten könnte.
Must Love Dogs, wie es im Orginal heisst, ist ein Paradebeispiel für das Attribut "solide", was ich bei vielen Filmkritiken schon verwendet habe. Hier erwarten einen keinerlei Innovationen, stattdessen hält man sich an die im Genre übliche Rezeptur.
Das klappt meistens ganz ordentlich, grade zu Beginn gibt es auch den einen oder anderen Lacher oder Schmunzler zu verzeichnen (am besten sicher Sarah's erstes Blind Date, bei dem sie ausgerechnet ihr Vater erwartet). Leider wurden auch ein paar weniger gelungene bzw. überflüssige Szenen im Skript behalten. Beispielhaft führe ich hier nur mal die 61-jährige Dolly an, die ihrer Schiegertochter in spe vorschwärmt, wie leicht man sich in Partnerbörsen als jünger ausgeben kann. Prompt kriegt sie Besuch von einem 15-jährigen Chat-Verehrer. Mehr fiel den Drehbuchschreibern dann auch zu der peinlichen Situation nicht ein, denn nach kurzem Palaver setzt man den Jungen einfach in ein Taxi nach Hause.
Es gibt mehrere solcher überflüssiger Szenen, die deutlich Tempo aus dem Film rausnehmen.
Zu den Pluspunkten kann man dagegen die Darsteller rechnen. Hier machen alle ihre Sache gut, vor allem die beiden Hauptdarsteller Diane Lane und John Cusack kommen sehr sympathisch rüber.
Da die Zielgruppe wohl eher die älteren Zuschauer ab 30 sein dürften verzichtet man angenehmerweise auch auf Humor unterhalb der Gürtellinie.
Alles in allem bleibt Filmunterhaltung übrig, die den Genrefreund sicher nicht enttäuscht, die man aber auch schnell wieder vergessen kann.
Fähigere Autoren hätten vor allem aus dem Thema "Internet-Partnerbörsen" sicher noch etwas mehr Komik herausholen können.
Screenshots: Zunächst verlaufen die Dates zwischen Jake (John Cusack) und Sarah (Diane Lane) gar nicht gut.

Und da gibt es auch noch Konkurrenz in Form von Bob (Dermot Mulroney).

Werden Jake und Sarah trotzdem zueinander finden?

Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
03 April 2008
The Tenants - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama
Laufzeit: ca. 94 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Zwei Autoren, Henry Lesser (Dylan McDermott), jüdischer Abstammung, und Willie (Snoop Dogg), ein Farbiger, leben Anfang der Siebziger im selben, abbruchreifen Haus in New York. Die beiden freunden sich an, und Henry unterstützt fortan Willie bei seiner ersten Arbeit. Doch die kulturellen Unterschiede zwischen beiden sind zu groß: Als Henry Willies schwarzen Schreibstil zunehmend kritisiert und sich zudem in Willies Freundin Irene (Rose Byrne) verliebt, kommt es zur Katastrophe....
Kritik:
The Tenants kam mir persönlich wie die Verfilmung eines Bühnenstücks vor. Ist es aber nicht, sondern eine Literaturverfilmung von Bernard Malamud. Den Zuschauer erwartet ein Kammerspiel mit wenigen Beteiligten und Sets, dafür aber jeder Menge Dialogen.
Das ist in der ersten Hälfte eine eher träge Angelegenheit, während der Film in der zweiten Hälfte etwas an Fahrt aufnimmt, aber leider trotzdem nicht so richtig in die Gänge kommt.
Dafür, dass die Situation so unwirklich scheint (2 Schriftsteller im selben Abbruchhaus?), ergibt sich handlungstechnisch leider kein entsprechender Plot-Twist.
SPOILER Anfang
Ich hatte von Anfang an die Theorie, dass Willie (und seine Freunde) nur eine Manifestation der Romangestalten aus Lesser's Werk sind, die dem verzweifelten Autor (Schreibblockade) im Kopf herumgeistern. Der übliche Schizophrenie-Twist, wie er in letzter Zeit gerne genommen wurde.
Nun dem ist nicht so, auch wenn manches darauf hindeuten mag.
SPOILER Ende
So kaut man denn lang und breit auf dem Rassismus-Thema rum. Snoop Dogg als Willie darf den Weissen predigen, dass sie an allem schuld sind und immer sein werden. Den Höhepunkt findet das dann in einem absurden Beleidigungswettbewerb, den Willie vor seiner Black Community mit Lesser austrägt, weil der die Freundin eines Homies gepoppt hat. Nur schade, dass dem politisch korrekten Juden Lesser einfach keine rassistischen Sprüche entfleuchen, weshalb sich das Ganze zum Anti-Klimax entwickelt.
Auch sonst wirkt das Gros der Handlung leider viel zu gekünstelt. Ob das nun Lesser's plötzliche Liebe zu Willie's Freundin ist, oder die ganze Abrisshaus-Situation, mit dem Vermieter, der Lesser immer mehr Geld für den Auszug bietet. (Für die Kohle finden sich in anderen Filmen Strassengangs, die den Mieter zum Auszug "überreden".)
Schauspielerisch ist mit am erstaunlichsten, dass Snoop Dogg eine passable Leistung abliefert. Man kann sich ein ungläubiges Schmunzeln nicht verkneifen, wenn seine Figur allen ernstes lautstark davon träumt, dass die Schwarzen des amerikanischen Südens mordend durch die Strassen ziehen, um Rache für ihr Unrecht zu nehmen.
Das kommt mit O-Ton natürlich weit besser, als in der deutschen Synchro, die naturgemäss mit Slang einfach nicht mithalten kann.
Dylan McDermott bleibt dagegen etwas blasser, was natürlich an seiner drögen Figur liegt, die einen mit ihrer Passivität oft in den Wahnsinn treiben könnte.
Wenig überzeugend fand ich übrigens die Atmosphäre. Wenig kommt von den 70ern rüber, stattdessen macht alles einen ziemlich sparsamen Eindruck.
Fazit: Schwierig zu sagen, was der Autor mit der Geschichte rüberbringen wollte. Dass es Rassisten sowohl bei Weissen als auch bei Schwarzen gibt? Scheint mir doch zu einfach.
Für meine Begriffe ist der Film doch etwas zu langatmig geworden.
Deshalb nur 4 Punkte.
Screenshots: Snoop Dogg als Willie.

Dylan McDermott als Henry Lesser.

Das Objekt der Begierde beider Autoren: Irene (Rose Byrne).

Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
24 März 2008
24 (TV-Serie) - Season 5 - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Action/ Thriller / Serie
Laufzeit: 24 Episoden zu je ca. 42 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Der russische Präsident Yuri Suvarov ist auf Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten, im Weißen Haus laufen die Vorbereitungen zur Unterzeichnung eines wichtigen bilateralen Abkommens zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus auf Hochtouren. Mitten in die hektische Betriebsamkeit bricht die Nachricht hinein, dass auf einen wichtigen Politiker in Los Angeles ein Attentat verübt wurde. Gleichzeitig werden ehemalige CTU Agenten Opfer von Bombenanschlägen. Jack Bauer, der offiziell für tot erklärt wurde, wird plötzlich vom Jäger zum Gejagten, denn alle Indizien deuten darauf hin, dass er der Täter ist. Verzweifelt sucht er nach einem Weg, seine Unschuld zu beweisen, doch er kämpft an allen Fronten. Nicht nur die CTU ist ihm auf den Fersen, auch die Terroristen, die den Verdacht auf Jack lenkten, versuchen, ihn zu beseitigen. Jack ahnt, das mehr dahinter steckt: Die Terroristen planen einen groß angelegten Angriff, und diesmal ist er ganz auf sich allein gestellt, um das Schlimmste zu verhindern...
Kritik (enthält kleinere Spoiler!):
5 Staffeln von 24 habe ich mir über die letzten 9 Monate verteilt angesehen. Die Wartezeit zwischen der schwächeren 4. Staffel und dieser war dabei am längsten, was sicher kein Fehler war.
Denn es stellte sich sofort wieder das bekannte 24-Feeling ein. Die spannende Staffel hat mich an den Abenden des Osterwochenendes exklusiv beschäftigt und unterhalten.
Bei meiner Kritik möchte ich mit dem Positiven anfangen. Wie schon erwähnt ist 24 an Spannung und Dramaturgie kaum zu überbieten. Wie man es von der Serie gewohnt ist, geht das natürlich nicht, ohne Abstriche beim Realismus zu machen, aber darüber kann man meistens hinwegsehen. Damit meine ich vor allem die vielen Aktionen der eigentlichen Superheldin Chloe (siehe Screenshot rechts), die sich in Minuten in jedes noch so gesicherte System hacken kann.Die technische Umsetzung finde ich wieder mal sehr gelungen - sie kann teilweise mit Blockbustern mithalten. Hervorheben möchte ich auch erneut die darstellerischen Leistungen. Kiefer Sutherland ist erneut perfekt in seiner Paraderolle, kriegt aber auch viel Unterstützung vom restlichen Cast. Vor allem Gregory Itzin als Präsident Logan verdient ein grosses Lob (auch sein Synchronsprecher).
Einfach klasse, wie er seine Figur eines durch und durch unsympathischen Politikers darstellt und nuanciert.
Und auch Peter Weller gibt einen herrlich skrupellosen Bösewicht ab.
Erfreulicherweise hält man sich diesmal in Sachen Folter für 24-Verhältnisse eher zurück, auch wenn natürlich wieder mal Unschuldige gefoltert werden.
Leider kann man nicht auf die Intrigen innerhalb der CTU und Homeland Security verzichten, allerdings wurden sie diesmal besser in das Gesamtkonzept eingepasst. Aber dass man Jack möglichst viele Steine in den Weg legt, statt die Ermittlungen zu unterstützen, daran hat man sich als Fan ja mittlerweile schon gewöhnt.
Was mich dann auch zum grössten Kritikpunkt bringt: Fehler/Unglaubwürdigkeiten in der Story. Denn um die Spannung zu steigern schmeisst man leider öfter mal den gesunden Menschenverstand über Bord.
Da glaubt man dann z.B. den Aussagen einer Verbrecherin mehr, als denen einer langjährigen loyalen Mitarbeiterin.
Zudem nimmt man es mit dem Echtzeit-Konzept nicht mehr so genau - teilweise "teleportiert" Jack schon durch Süd-Kalifornien. Am spassigsten ist dies übrigens, wenn Präsident Logan und seine Frau laut Serien-Uhr eine dreiminütige Nummer schieben, inklusive Aus- und Anziehen.
Ebenfalls grinsen muss der Serien-Fan, wenn Kim Bauer's Gastspiel mal wieder mit einem Anschlag auf die eigentlich hochgeschützte CTU-Zentrale zusammenfällt.
Am meisten aufgeregt hat mich allerdings, wie man mit einem entscheidenden Tonbeweis umgeht, der auf einem digitalen Aufnahmegerät gespeichert ist, und wegen dem Jack über mehrere Folgen aufs Äusserste verfolgt wird.
Obwohl man ständig mit modernster Technik arbeitet, kommt keiner auf die Idee von dieser Aufnahme eine Kopie anzufertigen und sie z.B. zur Absicherung per Internet zu verteilen, etc. Nicht mal anhören wollen viele der Beteiligten die brisante Aufnahme, sondern verlassen sich völlig auf Jacks Interpretation.
Auch der Schluss ist mir etwas zu hektisch geraten, was die plötzliche Kehrtwende gegenüber dem Antagonisten der Staffel angeht.
Ein zweiter Punkt, den ich sehr schade fand, war die lieblose Art und Weise, wie altgediente Figuren getötet wurden. Bis auf einen sehr bewegenden Tod gibt man sich dabei nicht besonders viel Mühe, was schade ist.
Fazit: Nach der moralisch teilweise sehr fragwürdigen vierten Staffel geht es mit 24 wieder aufwärts. Auch wenn es desöfteren mal zu Lasten der Logik geht, so gibt es wieder Spannung pur.
Allerdings bedarf das Grundkonzept dringend neuer Impulse. Denn mittlerweile hat man alle Variationen von Terrorbedrohungen und Verrätern in den eigenen Reihen zur Genüge ausgereizt.
Screenshot: Die wichtigsten Figuren der Staffel auf einen Blick.

Serien-Wertung: 7 von 10 Punkten
10 Februar 2008
Just Friends - No Sex - USA/CAN 2005
OFDB-LinkGenre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Chris Brander (Ryan Reynolds) hat alles: Geld, attraktives Aussehen und einen geilen Job als Musikagent in Los Angeles. Das war nicht immer so: In der Highschool war Chris ein übergewichtiger Verlierer, der ganz besonders darunter zu leiden hatte, dass sich seine Traumfrau Jamie (Amy Smart) unentwegt mit dämlichen Typen abgab, während er hilflos in der "Kumpelzone" versauerte. Nun, 10 Jahre später, führt ihn eine unvorhergesehene Zwischenlandung zurück in seinen vorweihnachtlichen Heimatort in New Jersey. Aber auch jetzt ist es gar nicht so einfach, bei Jamie zu landen. Denn er hat das lästige Society-Girl Samantha (Anna Faris) im Schlepptau, und auch Dusty (Chris Klein), ein weiterer Bewerber um Jamies Gunst steht ihm mehr als im Weg....
Kritik:
Wer, so wie ich, desöfteren auch zu unbekannteren Titeln aus der Videothek greift, der weiss, dass man dabei zwangsläufig eine erhöhte Anzahl an Gurken bzw. mittelmässigen Filmen ertragen muss.
Umso erfreulicher ist dann allerdings die Überraschung, wenn man mal wieder auf eine Perle stösst.
Zu letzterer Kategorie darf man Just Friends zählen. Regisseur Roger Kumble (Eiskalte Engel) liefert hier eine richtig witzige Liebeskomödie ab. Der Romantikteil erfindet dabei keineswegs das Rad neu, sondern dreht sich um das schon oft verfilmte Thema dass wahre Liebe sich am besten entfaltet, wenn man sich nichts vorspielt, sondern man selbst ist.
In diesem Falle gezeigt an Chris, der früher ein Aussenseiter war, dann sein Heimatkaff verliess und in L.A. Karriere machte. Dort ist er aber zu einem berechnenden Aufreisser geworden - genau so ein Typ, wie er sie früher abgelehnt hat.
Doch auch wenn der Romantikteil vorhersehbar abläuft, so kann Just Friends mit seinem Humor punkten. Die Gags bleiben gottseidank ekelfrei. Stattdessen gibt es oft einen geradezu anarchistischen Humor zu sehen, der mich an manche Teenie-Komödien-Geheimtipps aus den 80ern erinnert hat. So z.B. wenn Chris ein Eishockeyspiel gegen ein paar hyperaggressive Kinder zuerst einsteckt und dann die Kleinen der Reihe nach wegcheckt - politisch völlig unkorrekt aber sehr amüsant.
Highlight des Films sind aber eindeutig die Szenen mit Anna Faris, die ihr Partygirl als Kreuzung aus Paris Hilton und anderen It-Girls spielt. Alleine schon wenn sie ihre (furchtbaren) selbergeschriebenen Songs vorträgt habe ich mich königlich amüsiert.Dazu hat sie zur Stalker-Abwehr noch einen Taser dabei, der im Laufe des Films natürlich zum Einsatz kommt.
Überhaupt ist ihre Figur, die in Sekundenbruchteilen die Stimmung von Nymphomanin zum Racheengel zur Schmusekatze wechselt, so over-the-top, dass man sie einfach lieben muss - vor allem auch wenn sie in bester Lindsay-Lohan-Manier mit einem fremden Auto eine überaus kitschige Weihnachtsdeko zerstört.
Darstellerisch ist Amy Smart die Idealbesetzung als sympathisches Mädel von nebenan und auch Ryan Reynolds kann wieder mal sein komödiantisches Talent beweisen, wenn der smarte Erfolgsmensch sich profilieren will und dabei ein ums andere Mal im Fettnäpfchen landet.
Der supporting cast ist mit Anna Faris und Chris Klein auch gut besetzt und sogar Ashley Scott hat einen Mini-Auftritt.
Fazit: Von Just Friends - No Sex hatte ich mir nicht allzuviel erwartet, wurde aber wirklich sehr positiv überrascht und blendend unterhalten. Für mich ein echter Geheimtipp unter den Liebeskomödien der letzten Jahre.
Screenshots: In der High-School waren Chris (Ryan Reynolds im Fatsuit) und Jamie (Amy Smart) beste Freunde.

Jahre später möchte Chris seiner früheren Traumfrau endlich näherkommen, was in der Schule nie gelang.

Doch auch Sanitäter Dusty (Chris Klein) hat ein Auge auf Jamie geworfen
(was ihn nicht daran hindert eine scharfe Krankenschwester (Ashley Scott) anzubaggern).

Weihnachts-Wahnsinn in New Jersey.

Samantha's (Anna Faris) Auftritt in einer Metal-Kneipe verläuft gar nicht gut...

Normale Wertung: 8 von 10 Punkten
26 Januar 2008
Hitch - Der Date Doktor - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 118 Min.
Alterseinstufung: FSK o.A.
Inhalt:
Alex "Hitch" Hitchens (Will Smith) ist New Yorks erfolgreichster Partnervermittler, weil er als perfekter Alltagspsychologe immer genau das richtige Deckelchen zum Töpfchen weiß. So ist spätestens beim dritten Anlauf auch der hartnäckigste Klient unter der Haube. Als jedoch der unfassbare Beziehungsterminator Albert (Kevin James) die Szenerie betritt und er selbst tiefere Gefühle ausgerechnet für eine in seine Agentur eingeschleuste Enthüllungsjournalistin (Eva Mendes) entdeckt, drohen Hitchens Kräfte zu versagen.
Kritik:
Hitch gehört zu der Sorte Filme, bei denen mir eine Kritik gar nicht so leichtfällt. Viele Leute aus meinem Umfeld fanden den Film toll, was wohl zeigt, dass einiges richtig gemacht wurde. Und auch, dass man es hier mit einer Komödie zu tun hat, die auf eine möglichst grosse Zielgruppe ausgelegt ist.
So werden dann der Reihe nach die Punkte für so eine Blockbuster-Komödie abgehakt. Sympathischer Hauptdarsteller (Will Smith), lustiger Sidekick (King of Queens Kevin James), attraktive und emanzipierte Frauenfigur (Eva Mendes) - alles da.
Plus ein paar Klischees über Männer und Frauen, Romantik und der grosse Bruch, bevor schliesslich das Happy-End kommen kann.
Ich zähle das deswegen so auf, weil Hitch zwar die Rezeptur einer typischen Komödie erfüllt, dabei aber unoriginell und seelenlos rüberkommt. Zudem zieht er sich vor allem zum Schluss ziemlich in die Länge. Die finale Liebeserklärung durch die Tür ist ganz schwer verträglich, weil so kitschig, und überhaupt fehlt es die ganze Zeit an Tempo.
Auch schauspielerisch bleibt alles durchschnittlich, wobei man Kevin James attestieren muss, dass er seine Szenen beherrscht, während Will Smith mit dem Übergang zwischen supercool und total nervös etwas überfordert schien. Eva Mendes sieht klasse aus, aber ihre Rolle wirkt unheimlich künstlich.
So kommt denn insgesamt ein Film raus, der mir persönlich nicht besonders zugesagt hat, dem ich aber zuerkenne, dass er durchschnittliche Unterhaltung für ein Massenpublikum bietet.
Und das ist ja nicht unbedingt das Schlechteste...
Screenshots: "Hitch" (Will Smith) soll Albert (Kevin James) dabei helfen, bei seiner...

...Traumfrau Allegra (Amber Valletta) zu landen.

Derweil verliebt er sich in die Journalistin Sara (Eva Mendes).

Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
20 Januar 2008
Dirty Movie - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 92 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Beim gemeinsamen Treffen in der Stammkneipe hat Andy Sargentee (Jeff Bridges) die zündende Idee, wie er und seine Kumpels zu Ruhm und Reichtum kommen: Er will den ersten Amateur-Pornofilm der Stadt drehen und als Novität verkaufen. Seine Freunde sind sofort dabei. Der Videothekenangestellte Emmett (Patrick Fugit) soll die Kamera führen, der nicht allzu helle Some Idiot (Joe Pantoliano) übernimmt die Regie und der schwule Moose (Ted Danson) soll die heterosexuelle (!) Hauptrolle spielen, während Andy selbst den Posten des Produzenten übernimmt. Weder Vorbereitung noch Dreh erweisen sich als so einfach, wie erhofft...
Kritik:
Dass Amateure, die aus Geldnot einen Porno drehen wollen, als Stoff für eine nette Komödie herhalten kann, konnte der österreichische Film Nacktschnecken schon unter Beweis stellen.
In Amerika vermeidet man zwar das Abrutschen in die Problemfilmschiene, was Nacktschnecken heruntergezogen hat, doch hätte man auch hier weitaus mehr aus dem ursprünglichen Thema rausholen können.
Stattdessen gilt es erst einmal einen äusserst schleppenden Start zu überstehen, der mit stetigen Voice-Overs von Jeff Bridges die Losergruppe vorstellt, die sich dann zum Pornofilmdreh zusammentut.Klar dass dabei so ziemlich alles schiefgeht, sich aber schlussendlich zum Guten wendet, wie es sich für eine amerikanische Komödie gehört.
Der Humorfaktor hält sich dabei in klaren Grenzen, da man das Gefühl hat, viele der Gags schon mal besser gesehen zu haben. Zudem ist der Humor klar auf eine ältere Zielgruppe ausgerichtet, was im Zusammenhang mit dem Thema Porno natürlich wichtig ist. Wer also explizitere Witze oder Humor mit Körperflüssigkeiten sucht, der ist hier falsch.
Es wird eher mit verschiedenen Klischees in Sachen Sex gespielt, die dann zutreffen (wer im Bettenladen arbeitet hat gerne Sex) oder eben nicht (Genitalien von Schwarzen können mit ihrem Ruf nicht immer mithalten).
Punkten kann man mit den Darstellern. Jeff Bridges variiert seine Rolle als Dude leicht, die er in Perfektion beherrscht. Auch der restliche Cast ist ok - wie immer zuckersüss: Lauren Graham als Freundin zum Pferdestehlen.
Insgesamt bleibt Dirty Movie aber einfach zu sauber, um die humoristischen Möglichkeiten des Themas auch nur annähernd auszuschöpfen. Auch das sich im Verlauf des Films alle Probleme in Wohlgefallen auflösen ist kein Geniestreich, sondern lässt eher mangelnde Einfälle auf Seiten der Autoren vermuten.
Somit eine leicht unterdurchschnittliche Komödie, die man wirklich nicht gesehen haben muss.
Screenshots: Beim Dreh läuft längst nicht alles wie geplant.

Regisseur "Some Idiot" (Joe Pantoliano) gibt Anweisungen.

Andy (Jeff Bridges) und Peggy (Lauren Graham) kommen sich näher.

Normale Wertung: 4,5 von 10 Punkten
27 Dezember 2007
Veronica Mars (TV-Serie) - Season 2 - USA 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Krimi / Serie
Laufzeit: 22 Episoden zu je ca. 41 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Nachdem der Mord an Lilly Kane aufgeklärt wurde ist die Familie Mars in Neptune wieder einigermassen rehabilitiert. Veronica gehört nicht mehr zu den Geächteten an ihrer High School, kann sich aber noch wärmstens an die Zeit erinnern. So steht sie nun zwischen den Klassen der Armen und Reichen und hilft ihren Mitschülern mit ihrem Detektiv-Talent. Auch privat orientiert sie sich neu und ist wieder mit ihrem früheren Freund Duncan Kane vereint. Zudem gilt es erneut ein schweres Verbrechen aufzuklären: Auf einen Schulbus der Neptune High wurde ein tödlicher Anschlag verübt...
Kritik:
Praktisch auf demselben hohen Niveau wie Staffel 1 geht es auch in der 2. Staffel weiter. Der Bus-Anschlag wird Veronica als roter Faden wieder durch alle Episoden der Staffel beschäftigen und oftmals ergeben sich durch Recherchen auf ganz anderem Gebiet neue Einsichten.
Begeistert war ich weiterhin von den tollen Figuren. Neben den bekannten Personen aus Teil 1 bekommt Veronica mit Mac (Tina Majorino) einen Computer-Nerd als Freundin zur Seite gestellt, was die Ermittlungsmöglichkeiten noch ausweitet. Auch Wallace kriegt eine Freundin, was allerdings als Negativpunkt zu werten ist, da man oft das Gefühl hat, dass dieser Handlungsstrang etwas unmotiviert vor sich hin läuft.Dafür gibt es auch weiterhin die Probleme der armen und reichen Kids in Veronicas Umfeld zu sehen. Logan wird des Mordes verdächtigt und auch die Beziehung mit Duncan verläuft nicht unproblematisch. Eine stärkere Rolle bekommen Dick und Beaver Casablancas, die sich mit ihrer Stiefmutter herumärgern müssen. In dieser Rolle kann Charisma Carpenter nicht nur optisch voll überzeugen.
Die Dialoge gehören weiterhin zum Feinsten was in Sachen Serien zu vernehmen ist. Die Fälle sind abwechslungsreich, auch wenn den Puzzlestückchen zum Bus-Anschlag stellenweise etwas schwerer zu folgen ist, als dem Hauptfall aus Staffel 1.
Der Soundtrack ist absolut phänomenal und brachte mir beinahe jede Folge neue Ohrwürmer.
Weiterhin unheimlich stimmig wirkt das gesamte Umfeld von Veronica und bringt mit Sheriff Don Lamb oder Anwalt Cliff McCormack bis in die kleinsten Nebenrollen tolle Schauspieler und witzige Szenen.
Insgesamt stufe ich Staffel 2 ein kleines Quentchen schlechter ein, als die phänomenale Debüt-Staffel. Trotzdem bleibt es bei der Höchstwertung, denn die Mischung aus Krimi und Teenie-Drama gelingt weiterhin wunderbar und bietet erstklassigen Seriengenuss.
Screenshots: Die wichtigsten Figuren der 2.Staffel auf einen Blick.

Serien-Wertung: 10 von 10 Punkten
Labels: 2005, Originalsprache, Serie, USA
07 Oktober 2007
Evil Aliens - GB 2005
OFDB-LinkGenre(s): Splatter / SciFi / Komödie / Trash
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: Keine Jugendfreigabe
Inhalt:
"Weird World"-Moderatorin Michelle Fox sucht angesichts runterrauschender Einschaltquoten verzweifelt nach einem neuen Aufhänger für die Show. Da kommt die Leidensgeschichte von Cat Williams wie gerufen. Das Farmgirl behauptet, in einer nebeligen Nacht nahe den "Devils Teeth", einer Stonehenge-artigen Felsformation, von Aliens entführt und befruchtet worden zu sein. Bald ist ein illustres Team aus Pseudowissenschaftlern und Fernsehtechnikern für "Weird Worlde" zum gottverlassensten Zipfel von Wales unterwegs. Vor Ort will man die ungeheuren Vorgänge beleuchten und die (mittlerweile angeschwollene) Cat interviewen. Die Einheimischen, auf ihr walisisches Kulturgut besonnen, lehnen allerdings die englische Sprache ab, was dem Team einige Kommunikationsprobleme bereitet. Den Aliens wiederum ist das ziemlich egal, verstehen sie sich ohnehin schlecht auf Konversation und verwursten, massakrieren und schwängern stattdessen alles, was ihnen in den Weg kommt – seien das Kühe, Waliser oder Touristen.
Kritik:
Und weiter gehts im Splattergenre. Eindeutig besser als zuvor Hatchet gefielen mir die Evil Aliens. Auch hier sollte man die Handlung zu keinem Zeitpunkt ernst nehmen, denn der Film tut es auch nicht. Das Ganze erinnerte mich eher an eine Hommage zu Bad Taste, allerdings kombiniert mit den derben Splattereien aus Braindead (und der Augenszene aus Evil Dead).
Was hier vor allem zum Schluss abgeht, das passt auf keine Kuhhaut, auch wenn letztere von den Aliens ebenfalls nicht verschont werden.
Die skurrilen Charaktere (vor allem die untertitelten Waliser) und die hübschen Mädels waren dabei genug Motivation für mich, um den eher schleppenden Anfang durchzuhalten. Denn mit zunehmender Laufzeit fand ich mehr und mehr Gefallen an dem trashigen Low-Budget-Splatterer. Dazu passen auch die durchwachsenen CGI-Effekte, die manchmal richtig gut geraten sind, aber meistens nur billig aussehen.
Auch die Masken der Aliens zaubern eher ein Schmunzeln aufs Gesicht, als wirklich zu überzeugen.
Somit muss ich meine Wertung mal wieder aufspalten, denn nüchtern betrachtet sind die Evil Aliens nicht ganz so unterhaltsam wie als Partyfilm.
Dann aber kann ich dem geneigten Splatterfan diese Perle nur empfehlen. Der Gore-Gehalt ist enorm und auch der trashige Charme des Drehbuchs konnte mich überzeugen.
Screenshots: Noch berichtet Reporterin Michelle Fox (Emily Booth) nur über die scheinbaren Alien-Vorkommnisse...

...doch bald schon wird sie selbst von Aliens entführt.

Den Angriffen der Unholde erwehrt sich das Filmteam...

...mit allen Mitteln.

Am effektivsten ist dabei der Mähdrescher, der ganze Alienhorden zerhackstücken kann.

angeschaut am: 28.09.2007
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 8 von 10 Punkten
