09 Juni 2008

 

Scharf wie Chili - BRD 2005

OFDB-Link
Genre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Tino (Kristian Kiehling) ist der geborene Verführer und als solcher heiß begehrt. In vollen Zügen genießt er es, ein "scharfer Typ" zu sein. Warum auch mit solchen Qualitäten geizen und sich das Leben nicht so angenehm wie möglich machen? Mama und Papa sehen das etwas anders. Sie wünschen sich, dass das schwarze Schaf der Familie endlich sein Studium abschließt, ernster und auch gewissenhafter wird – wie sein älterer Bruder Stephan (Lars Gärtner), der längst im elterlichen Betrieb mitarbeitet.
Doch dann erkennt Tino selbst, dass es so nicht weitergehen kann: Stephans Hochzeit platzt kurz vor der Trauung, weil Tino seine Schwägerin in spe Esther (Alexandra Neldel) unbekannterweise unterm Festbuffet vernascht. Verzweifelt sucht Tino Hilfe in einer kleinen Therapiegruppe. Ziel der ALG (Anonymen-Lust-Gefährdeten): für volle 90 Tage auf Sex verzichten, um seinen unkontrollierten Begierden endlich Herr zu werden. Als wäre das nicht schon schwer genug für Tino, ist unter den Teilnehmern ausgerechnet auch Esther, die genauso wenig begeistert über seine Anwesenheit ist ...

Kritik:
Eigenproduktionen deutscher Privatsender stehen äusserst selten auf meinem Programmplan, meist ergibt sich das, wie auch in diesem Falle, eher zufällig. Insofern mangelt es mir zwar etwas an Vergleichsmöglichkeiten ob der Qualität der Produktionen, doch bin ich sehr oft erstaunt, was dem deutschen Zuschauer da "geboten" wird.

Scharf wie Chili bewegt sich dabei klar am untersten Ende der Skala. Das Thema Sex gibt ja einiges her, um auf komödiantische Art behandelt zu werden. Doch hier wirkt von Anfang bis Ende alles unheimlich verkrampft und gänzlich unkomisch.
Auch Erotik sucht man vergeblich. Die "Dauergeilen" haken zwar eine Nummer nach der anderen ab, aber das läuft einerseits züchtig und andererseits fern jeder Realität ab.

Wobei letzteres das grosse Manko des Films ist. Wo andere Komödien leicht übertreiben, so gibts hier kaum etwas Glaubhaftes zu sehen. Das fängt schon mit dem Aufeinandertreffen der beiden Sexfreaks Tino und Esther an: Esther wird immer geil, wenn es romantisch ist - ergo lässt sie sich Minuten vor ihrer eigenen Hochzeit von einem Wildfremden vernaschen!
In dem Stil setzt sich das Ganze fort und verbaut sich dadurch auch den Weg in Richtung Liebesfilm.

Denn die Romanze der beiden unterbietet von der Story-mässigen Umsetzung noch jede Pilcher-Verfilmung.
So bleibt denn als einziger Pluspunkt die Besetzung der beiden Hauptdarsteller. Ohne Alexandra Neldel in der Hauptrolle hätte ich sicher nicht durchgehalten. Aber zusammen mit Kristian Kiehling hat man sowohl für männliche als auch weibliche Zuschauer zwei optische Hingucker dabei.

Fazit: Eigenproduktion aus dem deutschen Privatfernsehen haben keinen besonders guten Ruf und Scharf wie Chili bewegt sich in diesem Bereich sogar noch ganz weit unten. Lahm, unwitzig und unglaubhaft - so lässt sich die Misere zusammenfassen. Zwei Punkte gibt es hauptsächlich aus Mitleid mit den Darstellern...

Screenshots:Tino (Kristian Kiehling) sammelt Slips, wie andere Briefmarken.


Doch der Sex mit Esther (Alexandra Neldel) löst ein Umdenken bei ihm aus.


Normale Wertung: 2 von 10 Punkten

Labels: , ,


16 März 2008

 

Prinzessinnenbad - BRD 2007

OFDB-Link
Genre(s): Dokumentation
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Klara, Mina und Tanutscha sind fünfzehn. Aufgewachsen bei ihren Müttern in Berlin Kreuzberg kennen sie sich seit ihrer Kindheit. Sie teilen dieselben Interessen, gehen zusammen auf Parties, stehen auf ähnliche Jungs oder verbringen die Tage mit Freunden im Prinzenbad. Eigentlich sind sie unzertrennlich. Doch an der Schwelle zum Erwachsenwerden, fangen die drei Mädchen an, ihre eigenen Wege in der Welt zu suchen: Klara bricht die Schule ab, Mina möchte mit ihrem Freund zusammen sein und Tanutscha fordert von ihrer Mutter mehr Freiheit.

Kritik:
Anfänglich ist es noch recht interessant, wie die Dokumentation die Lebensverhältnisse der drei Mädchen zeigt. Viele Klischees werden bestätigt, aber auch einige widerlegt.
Doch mit der Zeit wird das Ganze zusehends langweiliger. Die Momentaufnahmen plätschern dahin und man verliert das Interesse.

Mir fehlte einfach eine klarere Ausrichtung der Dokumentation, bzw. ein etwas packenderer Zusammenschnitt der (öden) Realität.
So bewegt sich das Ganze zwischen den Stühlen - trotz Dauerbeschallung mit Hip-Hop gelingt nämlich kein Porträt einer Jugendgeneration oder -szene.

Und die vermittelten "Erkenntnisse" (zB über im Film fast völlig fehlende Väter) sind leider altbekannt und einfach zu unspektakulär, um die 90 Minuten auszufüllen.
Aber so kommt es einem wie eine aufgeblähte TV-Doku vor.

Screenshots: Mina und ihr Freund.


Tanutscha und Klara amüsieren sich im Café.


Normale Wertung: 4 von 10 Punkten

Labels: ,


06 Februar 2008

 

Zodiak - Der Horoskop-Mörder - AUT/BRD 2007

OFDB-Link
Genre(s): Krimi / Thriller
Laufzeit: 4 Teile á ca. 90 Min. (Gesamt ca. 360 Min.)
Altersempfehlung: FSK 12

Inhalt:
„Die Kinder werden für die Verbrechen ihrer Eltern bezahlen” lautet die verstörende Botschaft, die Gabriel Fischer-Hellwarth (Friedrich von Thun), der mächtige Patriarch einer schwerreichen Wiener Bankiersfamilie, von einem Unbekannten erhält. Besorgt entschließt er sich, seine uneheliche Tochter Esther (Alexandra Neldel) aus den USA einfliegen zu lassen und sie – nach 27 Jahren – auf seinem Geburtstagsfest der ahnungslosen Familie vorzustellen.

Esthers erster offizieller Kontakt mit ihren Verwandten steht unter keinem guten Stern: Erst ertrinkt Gabriels achtjähriger Enkel Adrian (Konstantin Reichmuth) beinahe im Swimmingpool, dann ist plötzlich die 16-jährige Enkelin Barbara (Pippa Galli) spurlos verschwunden. Gabriel und sein Schwiegersohn Sebastian Heegert (Filip Peeters) bitten die Polizei um Hilfe.
Die Leitung der Ermittlungen übernimmt ausgerechnet Kommissar Anton Keller (Fritz Karl), der jahrelang erfolglos versucht hatte, die korrupten Machenschaften des Fischer- Hellwarth-Clans aufzudecken.

Prompt gerät er mit Gabriels ältestem Sohn Peter (Bernhard Schir), der das Unternehmen inzwischen leitet, aneinander. Trotzdem verspricht Keller ihm und seiner Frau Elisabeth (Ulli Maier), den Entführer ihrer Tochter dingfest zu machen.
Esther scheint in den Plänen des mysteriösen „Zodiaks“ eine zentrale Rolle zu spielen: mit seinen kryptischen Botschaften wendet er sich immer wieder an sie. Die rätselhaften Formulierungen entpuppen sich als Zitate aus den Prophezeiungen von Nostradamus.
Als Barbaras Leiche gefunden wird – gefesselt an einen Baum, und in dem Kleid, das Esther auf der Geburtstagsfeier trug – ist das nur der Auftakt einer grauenhaften Mordserie.

Kritik:
Heimische TV-Produktionen finden sich überaus selten in meiner Programmplanung, aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. In diesem Falle ging das Konzept des Senders auf und ich habe mir die 4 Teile wegen der "Starpower" von Alexandra Neldel (lecker Mädsche...) aufgezeichnet und mittlerweile sogar angesehen!

Da die Mini-Serie voll auf ihre Hauptdarstellerin setzt ist es schon mal unabdingbar, dass man Alexandra Neldel mag, damit man mit ihr als Identifikationsfigur mitfiebern kann.
Das ist auch dringend nötig, denn die Mischung aus bitterböser Familienstudie und Astro-Krimi ist leider deutlich zu lang geraten (2 oder 3 Teile hätten ausgereicht) und ausserdem stimmt die Mischung nicht so ganz.

Denn die Studie einer reichen Familie, die innerlich morsch und zerfressen ist, aber um jeden Preis ihr Image nach aussen wahrt, ist gut gelungen und macht den prominenten Darstellern sichtlich Spass. Doch der Krimi-Teil wirkt schon nach kürzester Zeit gezwungen. Vor allem die vermeintlich mysteriösen Botschaften des Mörders nerven und die Ermittlungen von unehelicher Tochter Esther und dem Kommissar führen zwar dazu, dass die beiden sich näher kommen, bringen aber sonst kaum was. Denn nach dem üblichen Slasher-Prinzip erwischt es ein Familienmitglied nach dem anderen, egal was die beiden auch machen.

Das titelgebende Astro-Motiv hätte man sich dabei witzigerweise komplett sparen können, denn auch wenn Esther des öfteren über den Sternenkonstellationen brütet, um das nächste Opfer zu ermitteln, so spielen sie letztlich eh keine wichtige Rolle, da der Killer wie in seinem ersten Statement angekündigt, einfach der Reihe nach die Kinder des Clan-Oberhaupts Gabriel Fischer-Hellwarth (Friedrich von Thun) umbringt.
Wie zu erwarten zieht man dann später noch weitere Figuren aus dem Zauberhut, so dass die ursprünglichen Verdächtigungen allesamt umsonst waren.

Sehr gut fand ich die starke Österreich-Lastigkeit der Produktion, die der Atmosphäre und Glaubwürdigkeit zuträglich war. Auch die darstellerischen Leistungen des grossen Casts gefielen mir gut.

Trotzdem ist die Mini-Serie in der vorliegenden Form einfach viel zu lang geraten und hat in Sachen Krimi zu wenig zu bieten, um mehr als nur Durchschnitt zu sein.

Screenshots: Als Esther (Alexandra Neldel) von ihrem Vater (Friedrich von Thun) öffentlich anerkannt wird, startet die Mordserie.


Fortan versucht sie zusammen mit Kommissar Keller (Fritz Karl) und auch auf eigene Faust dem Mörder auf die Spur zu kommen, der ihr geheimnisvolle Botschaften hinterlässt.


Normale Wertung: 4,5 von 10 Punkten

Labels: , ,


31 Januar 2008

 

Shoppen - BRD 2006

OFDB-Link
Genre(s): Drama / Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 91 Min.
Alterseinstufung: FSK o.A.

Inhalt:
18 Singles haben es entgültig satt, allein zu sein. Sie wollen ihre große Liebe finden und dies nicht länger dem Schicksal überlassen. So beschließen sie, bei einem "Speed-Dating" teilzunehmen. Dabei hat jeder fünf Minuten Zeit, sich seinem Gegenüber vorzustellen und selbst ein paar Fragen zu stellen. Dabei hoffen die Singles, ihren Traumpartner effektiv und zeitsparend kennenzulernen, ohne langwierige Anbahnungsstrategien aufbauen zu müssen. Doch die Liebe lässt sich nicht so ohne Weiteres planen...

Kritik:
An deutschen Komödien scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Bei Shoppen dürfte das allerdings noch verstärkter zutreffen.
Denn da sich der Film um die Teilnehmer eines Speed-Datings dreht, werden wir nach kurzer Vorstellung mit einer Vielzahl an Charakteren "bombardiert", die sich dann die Dialoge um die Ohren schlagen.

Wer also geschwätzige Filme abtörnend findet, der erlebt hier seinen Supergau.
Ich konnte damit leben, fand das aber doch etwas zu experimentell. Eine Fokussierung auf drei oder vier der interessanteren Figuren hätte mir besser gefallen.
Hier beschäftigt man sich dann in erster Linie damit herumzurätseln, wer wohl zusammenfindet und ob die offensichtlichen "Matches" auch tatsächlich passen, während man die unsympathischen Charaktere auszublenden versucht.

Loben muss man den Zusammenschnitt des Speed-Datings, der es tatsächlich schafft ein hohes Tempo zu erzeugen, obwohl letztlich nur ein Kandidat nach dem anderen abgearbeitet wird.

Fazit: Wegen der erwähnten Besonderheiten sicher nicht für Jedermann zu empfehlen, aber doch eine interessante und unkonventionelle Umsetzung des Themas.

Screenshots: Beim Speed-Dating sitzen sich die Geschlechter gegenüber.


Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

Labels: ,


17 Dezember 2007

 

Black Past - BRD 1989

OFDB-Link
Genre(s): Amateur / Horror / Splatter
Laufzeit: ca. 83 Min.
Alterseinstufung: FSK 18 (ungeprüft)

Inhalt (aus der OFDB):
Als Thommy sich einen alten Spiegel, den er zusammen mit einem Tagebuch auf dem Dachboden gefunden hat, ins Zimmer hängt, ahnt er nicht, dass er dadurch das Tor zur Hölle öffnet. Denn das Haus hat eine dunkle Vergangenheit und in dem Spiegel ist ein Dämon gefangen, der kurz darauf von Thommys Freundin Besitz ergreift und sie geradewegs ins Verderben schickt. Auch Thommy wird nicht verschont und von grausamen Alpträumen geplagt. Der Versuch, den Spiegel zu zerstören, macht dann alles nur noch schlimmer...

Kritik:
Olaf Ittenbach's Erstlingsspielfilm zeigt schon ziemlich beeindruckend, welches Talent in Sachen Special Effects er hat. Denn obwohl kein Budget zur Verfügung stand gibt es vor allem in der zweiten Hälfte sehr abwechslungsreiche Splattereien zu sehen, die das Herz jedes Gore-Freaks höher schlagen lassen.
Die Effekte beschränken sich nicht nur aufs Köpfe zerplatzen lassen, wie es in Ittenbachs Premutos dominiert, sondern bieten kreativen Splatter, der ziemlich professionell rüberkommt.

Den restlichen Elementen des Films merkt man die Amateur-Herkunft dafür mehr als deutlich an. Die Story und die Darsteller machen es anfangs nicht ganz einfach überhaupt in den Film zu finden, auch Beleuchtung und Ton kann man sicher nicht mit einem "normalen" Film vergleichen.

Trotzdem muss man den Machern einfach Respekt zollen, denn ohne Budget überhaupt einen Spielfilm zu realisieren ist sicher eine Herausforderung an sich.
Wenn man dann noch die tollen Splatter-Effekte sieht, dann kann man ahnen, wie viel Zeit und Liebe das Team um Olaf Ittenbach hineingesteckt hat.

Insofern für Freunde des Splatterfilms eine klare Empfehlung!

Screenshots: Die 80er-Jahre mit ihren tollen Frisuren und Klamotten...


Uhhh... das Hackebeil ging ins Auge.


Heftigere Screenshots gibt es beim DTM Review zum Film.

angeschaut am: 20.11.2007
Splatter-Wertung: 8,5 von 10 Punkten

Labels: ,


08 Dezember 2007

 

Vollidiot - BRD 2007

OFDB-Link
Genre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 102 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
Simon (Oliver Pocher), ein dröger Telefon-Verkäufer, kann sich in Kürze einmauern lassen: Er wird dreißig, ist einsamer Single, seit ihn seine Freundin vor einem Jahr verlassen hat, und wird vom Unglück verfolgt. Verzweifelte Anmachversuche im Kölner Nachtleben führen partout nicht zum Erfolg und die Verkupplungsbemühungen seiner kroatischen Putzfrau hemmen ihn restlos. Dann sieht er in einer Cafeteria die südamerikanische Milchschaumfachkraft Marcia (Ellenie Salvo González) und ist für immer verliebt. Nur ansprechen müsste er sie noch.

Kritik:
Die mir unbekannte Buchvorlage scheint Kult zu sein, dem Film wird dieser Status wohl verwehrt bleiben.
Denn auch ohne Kenntnis der Vorlage kann man feststellen, dass es der Handlung an Fluss fehlt und stattdessen abgehackte Einzelszenen aneinandergereiht werden.
Der Humor des Films kommt deshalb auch nicht aus dem Zusammenhang, sondern aus kleinen Einzel-Gags, wenn etwa Simon als Einziger aus dem Mallorca-Urlaub "ungefickt" zurückkommt - erkennbar am separaten Ausgang am Flughafen.
Oder es werden Gags eingeschoben, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben, wie etwa die 24-Parodie.

Problem mit dem Humor ist, dass die prolligen Witze dominieren und feinsinniger Humor auf der Strecke bleibt. Daran ändert auch die Besetzung nichts. Denn obwohl (oder gerade weil) man verschiedene deutsche Comedians in Nebenrollen untergebracht hat, bringt das den Humorlevel nicht weiter.
Dadurch wirken auch die Figuren nicht lebensecht, sondern wie aus der Klischeeabteilung des "Fun-Freitags" entsprungen.

Interessanterweise macht Hauptdarsteller Oliver Pocher gar keine so schlechte Figur, wie ihm immer nachgesagt wird. Er passt recht gut als "Vollidiot". Leider gelingt es ihm aber auch nicht der Hauptfigur den nötigen Sympathiefaktor zu verleihen - so bleibt einem dessen Schicksal weitestgehend egal.

Kurzum dürfte Vollidiot wohl vornehmlich den Fans von Oliver Pocher gefallen. Alle anderen sollten vielleicht doch lieber zur Buchvorlage greifen. Denn auf die macht der Film zumindest neugierig.

Screenshots: In Simons (Oliver Pocher) Leben geht es bergab.


Selbst zum Anmachen seiner Traumfrau muss sein Kumpel ihn erst zwingen.


Dabei arbeitet die doch im Coffeshop nebenan.


Dann doch lieber gleich in den Puff...


angeschaut am: 27.10.2007
Normale Wertung: 3,5 von 10 Punkten

Labels: ,


24 Oktober 2007

 

Postal - BRD/CAN/USA 2007

OFDB-Link
Genre(s): Komödie / Action / Trash
Laufzeit: ca. 107 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Der arbeitslose Dude (Zack Ward) hat nun endlich genug Frust angestaut, um seine dürftigen Pläne, richtig Geld zu verdienen, in die Tat umzusetzen. Um seiner verdammenswerten Existenz zu entkommen, verbündet er sich widerwillig mit seinem kriminellen Onkel Dave (David Foley). Der beabsichtigt, das derzeit schwer angesagte Kinderspielzeug OKrotch-y-Dolls zu klauen und sogleich wieder gewinnbringend zu verhökern. Doch was bei dem Raubzug schief gehen kann, geht nach allen Regeln der Komödie gründlich daneben.

Kritik:
Wer schon frühere Uwe-Boll-Reviews von mir gelesen hat, der weiss, dass ich nicht zu denjenigen gehöre, die schon im Vorfeld jeden Film des meistgehassten Trash-Regisseurs unserer Zeit verreissen.
Insofern bin ich auch an Postal wieder unvoreingenommen herangegangen, auch wenn ich im Vorfeld schon mitbekommen hatte, dass Boll ziemliche Probleme hatte den Film in deutschen und amerikanischen Kinos platzieren zu können.

Wieder mal ist es ein Computerspiel, was dem Film zugrunde liegt. In Deutschland indiziert, weltweit ziemlich verrufen, weil es sehr viel exzessive Gewalt beinhaltet.
Diese Tatsache und Bolls Ankündigung, dass sein Film komplett politisch unkorrekt sein soll, liessen mich auf einen schwarzhumorigen Splatterfilm für Erwachsene hoffen.
Doch die FSK-Einstufung "ab 16" macht schon überdeutlich klar, dass der Film in keiner Weise explizite Szenen enthält.

Stattdessen gibt es Bolls Versuch zu sehen, statt wie bisher unfreiwillig komische Filme zu machen endlich eine gewollte Komödie abzuliefern. Das scheitert leider auf ganzer Linie. Denn auch wenn ein paar Gags nicht übel sind (z.B. das total irre Bewerbungsgespräch, welches mit der absurden Frage "Was ist der Unterschied zwischen einer Ente?" endet oder das Plakat "No Admittance for Infidels" an der Tür des geheimen Taliban-Verstecks) so ist der Grossteil des Humors platt und ausgelutscht (Bsp: Auto explodiert irgendwo in der Stadt - Schnitt zu einem Typ auf freiem Feld - Auto fällt ihm auf den Kopf).

Zudem wirkt Bolls Angriff auf die Political Correctness nur selten komisch, sondern teilweise ziemlich peinlich. Mir ist schon klar, dass der im Film von ihm persönlich geleitete Themenpark "Little Germany" mit seinen Trachtenoutfits, dem mit "KZ" abgekürzten Kinderspielplatz und einer Arztstation, die "Dr. Mengele" in der Bezeichnung trägt, eine Anspielung auf die in Amerika weit verbreiteten Klischee-Vorstellungen über Deutschland sein soll.
Doch wirken viele dieser "Tabubrüche" nicht nur unheimlich aufgesetzt, wie z.B. die Erschiessung der Kinder mitten im Film, sondern sind einfach nur peinlich und übertrieben.

Wenn z.B. Boll die Finanzierung seiner Filme mit Nazigold erklärt, dann ist das wegen der Selbstironie zumindest für ein Schmunzeln gut. Doch wenn er quasi im nächsten Satz einem Schauspieler anbietet ihn mit "Goldkronen" zu entlohnen, dann ist das einfach zuviel an Geschmacklosigkeit. Ebenso wenn in einem Nachrichtenschnipsel gesagt wird, die Opfer des 11. September "hätten den Tod verdient".

Was ich damit vermitteln will ist dass der Humor in Postal nur selten funktioniert und zu grossen Teilen total aufgesetzt und gezwungen wirkt. Und abgesehen von den "Tabubrüchen" wirkt Postal unglaublich harmlos. Sicher werden viele Leute erschossen, aber ohne jegliche Splattereffekte oder auch nur explodierende Blutpäckchen. Der Postal Dude drückt ab und ein kleiner roter Fleck, wie beim Paintball, erscheint auf der Brust der Getroffenen und sie sinken zu Boden.
Und wie stehs mit Sex? Auch Mangelware - taugt nur nur zu ein paar uralten Witzchen über die fette Ehefrau und eine Szene mit blanken Busen.

Überhaupt fragte ich mich dauernd, wo Boll die 15 Mio. US-Dollar Budget verbraten hat, denn der Film wirkt zu grossen Teilen unglaublich billig - wie eine Amateurproduktion.
Und weil er keine vernünftige Story hat, sondern sich nur zäh von einer "witzigen Szene" zur nächsten quält macht sich schnell Langeweile breit.
Und letzteres ist dann auch das KO-Kriterium. Denn ob freiwillig oder unfreiwillig komisch - als Zuschauer möchte ich unterhalten werden und nicht alle 10 Minuten auf die Uhr schauen.

Loben möchte ich Zack Ward als Postal Dude, der hier viel besser rüberkommt als noch in Bloodrayne II. Ralf Moeller möchte ich allenfalls als Beispiel für eine lieblose Synchronisation heranziehen, wenn er im englischen Original als Gag statt "Glasses = Brille" wohl "Glas" sagt und von seinem Partner korrigiert wird. Übrig bleibt in der deutschen Synchro nur "Sieh doch mal nach ihrem Glas." - "Glas? Du meinst Brille." Konnte man sich da nicht einen alternativen Gag überlegen, der auch auf Deutsch Sinn ergibt?

Fazit: Mit seiner Einstellung "Scheiss auf Political Correctness" und einer klaren Ausrichtung auf eine erwachsene Zielgruppe hätte Postal ein echtes Highlight aus perversen Gags, Sex und vor allem jeder Menge Splatter werden können. Das Budget war auf jeden Fall vorhanden. Doch leider liefert Uwe Boll einen braven "Skandalfilm" ab, der zu wenig gute Gags und zuviel langweiliges Blabla enthält.
Somit auch als Partyfilm in der bierseligen Runde nur bedingt zu empfehlen.

Screenshots: Die Anfangsszene gehört noch mit zu den besten Gags im Film.


Der Postal Dude (Zack Ward) und sein Onkel Dave (David Foley) mischen den Themenpark "Little Germany" auf.


Gut dass sie dabei von den Anhängerinnen der Sekte des Onkels unterstützt werden.


angeschaut am: 23.10.2007
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten

Labels: , , ,


19 August 2007

 

War ich gut? - BRD 2007

OFDB-Link
Genre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 90 Min.
Altersempfehlung: FSK 12

Inhalt:
Adam (Marco Girnth) liebt Nina (Ina Paule Klink). Und Adam denkt, sie haben die perfekte Beziehung. Bis er durch einen blöden Zufall herausbekommt, dass seine Freundin schon mal den einen oder anderen Orgasmus vorgetäuscht hat - auch bei ihm. Seine Welt bricht zusammen und er holt sich Rat bei seinen besten Freunden.
Ulf (Moritz Lindbergh) kann ihm nicht wirklich weiterhelfen, denn bei ihm und seiner Freundin ist absolute Ehrlichkeit angesagt. In allen Bereichen. Stefan (Dominic Boeer), bei dem die Veranstaltungen im Schlafzimmer eher überschaubar geworden sind, überlegt mit Adam, wie man die Orgasmuslüge enttarnen kann. Was sagen eigentlich die Ex-Freundinnen zu Adams "Können"? Die superattraktive Andrea (Sonya Kraus) zeigt sich sehr hilfsbereit ...

Kritik:
Neulich bin ich doch tatsächlich mal bei einer eigenproduzierten Komödie aus dem deutschen Privatfernsehen hängengeblieben, was bei mir doch eher selten passiert. Aber man will ja ab und an mal überprüfen, was da so geboten wird.

War ich gut? hinterliess bei mir gemischte Gefühle. Einerseits hatte er recht sympathische Darsteller (schade, dass Yvonne Schönherr nur eine Nebenrolle hatte) und begrenzte den Teenie-Humor-Teil mit dem Orgasmustest mittels Orangen und weiterer kruder Hilfsmittel auf die erste Hälfte, um dann in der zweiten Hälfte die Beziehungsprobleme hervorzukehren.

Andererseits wirkte eben vieles ziemlich aufgesetzt. Fast so, als ob man ein amerikanisches Drehbuch nach Deutschland verlagert hätte. Ob das am Drehbuchautor James Dutcher liegt, der sich auf Sexkomödien spezialisiert zu haben scheint? Hier wäre ein wenig mehr Realismus wünschenswert gewesen, aber das ist halt Pro7...

Nun ja insgesamt fand ich alles leicht unterdurchschnittlich - sowohl die Erotik, die Romantik , den Witz und die Darsteller. Kann man sich durchaus ansehen - man verpasst aber auch nicht viel...

Screenshots: Adam und seine Kumpels beim Theorie-Studium über den weiblichen Orgasmus.


Auch von seiner alten Flamme Andrea (Sonya Kraus) will Adam (Marco Girnth) erfahren, ob er gut war...


angeschaut am: 20.07.2007
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten

Labels: ,


08 April 2007

 

Kebab Connection - BRD 2005

OFDB-Link
Genre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 95 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Filmfreak Ibo (Denis Moschitto) träumt von einer Karriere als Europas Antwort auf Quentin Tarantino, doch einstweilen muss er daheim in Hamburg Werbespots für Oheims Dönerbude kurbeln. Aber das kann ja auch Spaß machen. Dunkle Wolken ziehen jedoch auf, als ihn Freundin Titzi (Nora Tschirner) von ihrer Schwangerschaft in Kenntnis setzt. Titzi ist Schauspielerin und denkt nicht daran, ihre Karriere für die Familie zu opfern. Wozu schließlich hat Mutter Natur den Hausmann erfunden.

Kritik:
Generell gehe ich ja mit niedrigen Erwartungen an deutsche Komödien, denn bei der Flut an Vertretern dieses Genres findet sich leider auch viel Schrott.
Doch Kebab Connection hat mich positiv überrascht. Die Coming-of-Age Thematik wird locker flockig mit einem amüsanten Blick auf das Verhältnis der Kulturen zueinander vermischt. Dabei schafft es der Film einerseits nicht zu sehr ins Problemfach abzugeleiten aber andererseits (gottseidank) auch ein Abdriften in Richtung Schenkelklopfer und Fäkalwitze zu vermeiden.

Vor allem den beiden Hauptdarstellern ist es zu verdanken, dass der Film ziemlich lebensecht wirkt. Nora Tschirner ist nicht nur optisch eine Freude, sondern setzt mit ihren Spitzen gegen Ibo, die sowohl verbal als auch durch Mimik super rüberkommen, das komödiantische Glanzlicht des Films.

Fazit: Kebab Connection ist mit seiner leicht verdaulichen Unterhaltungskost genau das Richtige für den Hunger zwischendurch...

Screenshots: Ibo (Denis Moschitto) und seine Freundin Titzi (Nora Tschirner).


Mit vollem Körpereinsatz führt Ibo einem Produzenten seine Ideen für den ersten deutschen Kung-Fu-Film vor.


Sibel Kekilli nutzt ihren Gastauftritt um Ibo zu züchtigen.


angeschaut am: 24.03.2007
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

Labels: , ,


06 April 2007

 

Chain Reaction - BRD 2006

OFDB-Link
Genre(s): Splatter / Horror
Laufzeit: ca. 99 Min. (Uncut)
Alterseinstufung: FSK 18 (Österreich-Version: ungeprüft)

Inhalt:
Auf dem Weg zur Arbeit wird Dr. Douglas Madsen durch eine mysteriöse Kettenreaktion in einen Unfall mit einem Gefängnistransporter verwickelt. Vier überlebende Häftlinge nutzen die Chance und töten auf bestialische Weise das restliche Wachpersonal. Da einer von den Verbrechern schwer verletzt wurde, wird Dr. Madsen als Geisel genommen. Er soll dem Verletzten helfen, damit die Flüchtlinge ihre Flucht Richtung kanadische Grenze antreten können. Nach einem mehrstündigen Marsch durch die Wildnis trifft die Gruppe auf ein altes, düsteres Haus. Dessen Lumpen tragende Bewohner machen den Anschein, als kämen sie aus der Vergangenheit. Dr. Madsen sieht nur noch einen Weg, dem Gefangenen das Leben zu retten, er muss ihn notoperieren und seinen zerschmetterten Arm amputieren. Nachdem der amputierte Arm verschwindet, zeigen die Bewohner ihr wahres höllisches Gesicht und ein blutiger Kampf ums Überleben beginnt ...

Kritik:
Regisseur Olaf Ittenbach, der mit Premutos einen meiner Lieblings-Splatterfilme im Amateurbereich vorgelegt hat und dessen Legion of the Dead ich auch schon reviewt habe, präsentiert uns den nächsten Level seines Schaffens.

Mit ziemlichen Erwartungen bin ich an diese österreichische Uncut-Version herangegangen, doch leider wurde ich ziemlich enttäuscht. Man merkt, dass Ittenbach nicht einfach nur die Gorefreaks befriedigen will, sondern nach Höherem strebt. Doch leider fehlt ihm offensichtlich das Talent, um sich eine gute Geschichte auszudenken.

Am Frust ist hier vor allem die "Story" schuld, die anfangs mit unmotivierten Zeitsprüngen für Verwirrung sorgt, aber auch im Verlauf nicht besser wird. Einen Sinn hinter der Geschichte konnte ich nicht wirklich erkennen, so bleiben viele Punkte völlig ohne Erklärung (z.B. die schwarze Heilsalbe, der Hintergrund der Vampir-Dämonen und was es mit den offensichtlich unterschiedlichen Zeitläufen auf sich hat).

Die Häftlinge werden nach ca. der Hälfte abgeschlachtet, der Doktor von der Polizei eingefangen und verhört. Man schickt ihn mit einem weiteren Transport durch dasselbe Gebiet und wieder gibt es einen Unfall und Ausbruch, der zu derselben Hütte führt, wo wieder gesplattert wird.

Somit wiederholt sich nach der Hälfte des Films die Geschichte praktisch komplett nochmal, was gelinde gesagt ziemlich einfallslos und langweilig ist - zudem bei der langen Laufzeit.
Darüber können auch die gut gemachten Splatter-Effekte nicht wegtrösten, die für einen Splatterfilm doch viel zu selten sind. So gibt es ca. 95% bescheuerte, teils pseudo-intellektuelle, Dialoge und nur 5% Splatter, was für die Zielgruppe eindeutig zu wenig ist.

Technisch gibt es wenig zu beanstanden. Die Kameraarbeit ist wirklich ordentlich geraten und auch die Schauspieler (inklusive Gastauftritt von Jürgen Prochnow) sind verhältnismässig professionell. Die schlechten Perücken fallen negativ auf und auch die Waffengeräusche lassen doch ziemlich zu wünschen übrig.
Doch all das wird vom Hauptärgernis der langweiligen und konfusen Story überdeckt, die leider auch mit keinerlei interessanten Figuren aufwarten kann, mit denen man auch nur ansatzweise mitfiebern könnte.

Es wäre wohl ratsam, wenn sich Ittenbach zukünftig auf die Regiearbeit beschränkt und die Story von begabteren Leuten entwickeln lassen würde.
Denn in der vorliegenden Form werden weder "anspruchsvollere" Zuschauer noch Gorehounds wirklich befriedigt.

Screenshots: Der Doktor (rechts) und seine Mitgefangenen in schmucken Outfits.


Splatter!


Olaf Ittenbach's Ehefrau Martina spielt auch eine Hauptrolle.


Jürgen Prochnow bei seinem Gastauftritt.


angeschaut am: 16.03.2007 im KellerKino
Normale Wertung: 1,5 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 3,5 von 10 Punkten

Labels: , ,


05 Februar 2007

 

Wer früher stirbt, ist länger tot - BRD 2006

OFDB-Link
Genre(s): Drama / Komödie
Laufzeit: ca. 105 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
Der elfjährige Sebastian (Markus Krojer) aus dem idyllischen Voralpenland glaubt, er sei Schuld am Tod seiner Mutter. Weil die ja bei seiner Geburt starb. Um trotzdem noch in den Himmel kommen zu können, muss er also eine mächtig gute Tat begehen. Und die könnte zum Beispiel darin bestehen, dem alleinerziehenden Vater Lorenz (Fritz Karl) eine neue Frau zu beschaffen. Beim dörflichen Stammtisch holt sich Sebastian das dafür nötige Know-how.

Kritik:
Vorneweg möchte ich sagen, dass ich es toll finde, wenn Filme im Dialekt gedreht werden. Das verhindert sicher einen grösseren bundesweiten Erfolg, da das Bayrisch in diesem Fall teilweise schon recht explizit gesprochen wird, jedoch fördert es ganz eindeutig eine authentische Atmosphäre.

Allerdings bedeutet es im Umkehrschluss für mich nicht sofort automatisch einen Kultfilm, nur weil Bayrisch gesprochen wird. Wenn ich mich so umhöre, scheinen aber viele Leute diese Meinung zu vertreten.
Mich störten dann doch einige Dinge an dem Film, die ihn letztlich unter den Durchschnitt drücken. So gibt es für eine Komödie schlicht zu wenige Lacher. Vieles war mir viel zu deftig übertrieben (kranke Oma rast mit ihrem Bett den Abhang hinunter, Hasen wird beim Versuch der Wiederbelebung zerfetzt).

Diese Art der derben Schenkelklopfer ist auf Dauer einfach nicht mein Humor. Dazu gesellt sich dann eine gewisse Schwäche bei der Story, die abgehackt rüberkommt und von einer (absurden) Episode zur nächsten führt. Ist es glaubhaft, dass der Junge konsequent alles falsch versteht?
Auch seine Träume, wo er dem jüngsten Gericht (bestehend aus der Laienspieltruppe) gegenübersteht, fand ich wenig erbaulich.

Was mich dann wirklich nervt, und das bezieht sich auf fast alle deutschen Filme, ist die Auswahl des Soundtracks. Gibt es nur einen Menschen, der alle deutschen Filme mit Musik bestückt? Oder wie kann man es sich sonst erklären, dass ständig diese Hippie-Rockmusik überall eingespielt wird? Ich erwarte ja musikalisch keine Wunder, aber in wirklich jedem deutschen Film der letzten Zeit gab es dieselbe Art von Musik zu hören. Und in diesem Fall passt die Musik nicht mal sonderlich gut ins bayrische Milieu.

Insgesamt blieb mir der Film zu sehr auf den Jungen fixiert, wo es doch in seinem Umfeld viele interessante Figuren gibt, die das Niveau hätten heben können.
Schauspielerisch gibt es nichts zu bemängeln. Man merkt den Darstellern an, dass sie es geniessen im bayrischen Dialekt zu plaudern.

Kurzum ein Film, von dem ich mir nach den vielen positiven Meinungen weit mehr versprochen hätte. Da gefiel mir der kürzlich besprochene bayrische "Verwandte" Grenzverkehr um einiges besser.

Screenshots: Sebastian (Markus Krojer) versteht vieles falsch und...


...entwickelt grosse Angst vor dem jüngsten Gericht.


Saskia Vester als Frau Kramer.


Jürgen Tonkel als Alt-Hippie und DJ des Lokalradios.


angeschaut am: 31.01.2007
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten

Labels: , ,


16 November 2006

 

Grenzverkehr - BRD/AUT 2005

OFDB-Link
Genre(s): Komödie
Laufzeit: ca. 91 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Wong (Andreas Buntscheck), Schilcher (Ferdinand Schmidt-Modrow) und Hunter (Joseph M'Barek), drei aufgeweckte Knaben aus der ostbayrischen Provinz, träumen von wilden Liebesnächten. Doch einstweilen wollen die Dorfschönheiten von den pubertierenden Jünglingen noch nichts wissen. Auf ins benachbarte Tschechien, lautet daher die Devise, denn da warten bekanntlich käufliche Damen auf solvente Entdecker. Doch statt amouröser Abenteuer steht mächtiger Ärger auf dem Reiseprogramm, haben doch die jugendlichen Sextouristen nicht mit üblen Gaunern, ungnädigen Zuhältern und der Tücke des Objekts gerechnet.

Kritik:
Stadtmenschen mögen bei der Schilderung des Dorflebens in Grenzverkehr vielleicht an Übertreibung denken, doch "Provinzler" fühlen sich bei den authentischen Szenen sofort an ihre Jugend zurückerinnert.
Ein kleiner Platz in der Mitte des Dorfes, wo die Coolen ihre Autos zur Schau stellen und unsere 3 Ministranten nur neidisch mit ihren Mofas vorbeifahren können ...und wieder zurückfahren ...und erneut vorbei, denn sonst gibt es im Dorf ja nichts.
Oder die Dorfdisco wo sich ein paar Mädels auf der Mini-Tanzfläche bewegen, während unsere Freunde sich noch schnell eine Doppel-Runde Weißbier bestellen, um dann einen Song lang zu dritt zu pogen, bevor sie um 24 Uhr die Disco verlassen müssen.

Grenzverkehr beschäftigt sich dabei vordergründig zwar mit der Thematik des ersten Mals, wie schon so viele Teenie-Filme vor ihm, doch spart er sich dabei grössere Peinlichkeiten oder derben Humor. Im Gegenteil: Nach dem unerfreulichen Puff-Besuch wird es sogar richtig nachdenklich, wenn die Freundschaft auf eine echte Belastungsprobe gestellt wird und man beschäftigt sich sogar mit der Thematik illegaler Einwanderer.

Andreas Buntscheck und Ferdinand Schmidt-Modrow passen dabei wunderbar mit ihrem ordentlichen Dialekt und der guten Darstellung ihrer Figuren. Joseph M’Barek wirkt dagegen etwas blass, während Henriette Richter-Röhl (siehe Screenshot rechts) als schwangere Osteuropäerin auf ganzer Linie überzeugen kann. Eine wirkliche starke Leistung von ihr.
Aber auch die Nebenrollen sind wirklich hervorragend besetzt mit Oliver Korittke und Götz Otto als Zuhälter, die schon mal in ihre Patience vertieft sind, während die Prostituierten im Nebenzimmer der Arbeit nachgehen, übrigens hervorragend besetzt mit Dana Vavrova als Prostituierte.
Und natürlich die Eltern der Jungs, bei denen vor allem Saskia Vester als besorgte Mutter punkten kann.

Letztlich fehlt es zwar an durchgängiger Spannung (die Zuhälter wirken trotz Kettensägen nicht wie potenzielle Mörder), der Schluss wirkt etwas überhastet und das Happy-End ein wenig erzwungen, aber trotzdem ist Grenzverkehr ein sehr authentischer Erstlingsfilm von Regisseur Stefan Betz.
Wer sich allerdings eine bayerische Version von American Pie oder ähnliche Teenie-Klamotten erwartet, der wird bitter enttäuscht.

Screenshots: Bei den drei Freunden kommt auf der Reise nach Tschechien...


...auf ihren Zweirädern echtes Easy-Rider-Feeling auf.


Dana Vavrova als Prostituierte empfängt die Burschen...


...während die Zuhälter (Oliver Korittke und Götz Otto) sich ihrer Patience widmen.


angeschaut am: 4.11.2006
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten<

Labels:


03 November 2006

 

Nicht alle waren Mörder - BRD 2006

OFDB-Link
Genre(s): Drama
Laufzeit: ca. 95 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Als Anna Degen beobachtet, wie ihre jüdischen Nachbarn von der SS abtransportiert werden, handelt sie schnell. Sie flüchtet mit ihrem 11-jährigen Sohn Michael in den Berliner Untergrund. Es folgt ein Leben in permanenter Angst aufgespürt und deportiert zu werden. Hoffnung und Verzweiflung bestimmen die Tage, aus denen Wochen und Jahre werden. Aber es gibt Menschen, die helfen, die sie verstecken und versorgen. Freunde und Fremde. Menschen, die nicht fragen, sondern beherzt handeln.

Kritik:
Ähnlich wie Der Pianist beschäftigt sich dieser TV-Film mit dem Untertauchen von Juden vor den Nazis.
Die wahre Geschichte basiert auf den Memoiren des Schauspielers Michael Degen und spielt in Deutschland. Recht geschickt vermeidet man teure Massenszenen, schafft es aber trotzdem eine glaubwürdige Atmosphäre zu erzeugen.

Der Film beginnt dabei mehr oder weniger bei der Zusammentreibung der Juden im Wohnblock der Degens, der sie nur durch Mut und Entschlossenheit entkommen. Erschreckend hier, wie die Anwohner keinerlei Probleme mit den Vorgängen zu haben scheinen.
Umso größer der Kontrast zu den darauf folgenden Stationen der Flucht, wo Menschen aus verschiedenster Motivation heraus ihr Leben riskieren, um die Degens zu verstecken.
Dieser Teil hätte m.E. noch optimiert werden können. Zu unklar ist der Zeitablauf und zu episodenhaft und abgehackt werden die Stationen besucht. Hier fehlte wohl eindeutig die Zeit, um z.B. auch den Alltag zu zeigen. Verständlicherweise musste man die 25 Monate Flucht auf die wenigen ereignisreichen Tage reduzieren, damit alles ins strenge Zeitkorsett passt. So bekommt man den Eindruck einer endlosen Flucht, was einerseits zwar falsch ist, aber andererseits von der Stimmung sicher zutrifft.
Eventuell wäre ein Zweiteiler mit doppelter Laufzeit besser gewesen, um tiefer in die Geschichte einzusteigen.

Zum Schluß wird es dann sehr bewegend, wenn ein Lokführer der Judentransporte vor den beiden Juden sein Geständnis ablegt, und wenn die Russen kommen. Super inszeniert fand ich das, als sie nur aus dem Kellerfenster gucken können und die ganze Nacht die Stalinorgeln zu sehen und hören sind. Wenig filmischer Aufwand, aber enorme Wirkung.
Wenn dann am nächsten Tag die wütenden Russen an die Tür hämmern, dann kann man sich gut in die Angst der Bewohner reinversetzen.

Darstellerisch fielen mir vor allem Nadja Uhl als Anna Degen und Axel Prahl als Lokführer Redlich auf, aber auch der restliche Cast spielt sehr gut.
Ein über weite Strecken gut gemachter und spannender TV-Film, der mal eine weniger oft verfilmte Facette des Dritten Reiches zeigt.

Screenshots: Anna Degen (Nadja Uhl) und ihr Sohn Michael, ...


...der zur Tarnung als Hitlerjunge ausstaffiert wird.


angeschaut am: 1.11.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten<

Labels:


Neuere Beiträge - Ältere Beiträge

This page is powered by Blogger. Isn't yours?