10 Juli 2008

 

Medium (TV-Serie) - Season 3 - USA 2007

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Genre(s): Drama / Krimi / Mystery - Serie
Laufzeit: 22 Episoden á ca. 41 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Allison Dubois (Patrica Arquette), Mutter von drei Kindern und verheiratet mit einem Raketenspezialisten, hat ganz besondere Fähigkeiten: Sie kann mit toten Menschen sprechen, in ihren Träumen in die Zukunft sehen und häufig die Gedanken anderer Menschen lesen.
Ihre Begabung stellt sie in den Dienst der Justiz. Als Mitarbeiterin des Bezirksstaatsanwalts kann sie ihre paranormalen Erfahrungen einbringen, um bei der Aufklärung bzw. Verhinderung von Verbrechen zu helfen.

Kritik:
Medium bietet den Fans der Serie auch in der dritten Staffel wieder solide Mystery-Unterhaltung rund um Allison Dubois und ihre Familie. Gerade die Mischung der teils düsteren Kriminalfälle mit dem Familienleben und der zunehmend stärker zutage tretenden medialen Begabung ihrer Töchter unterscheidet Medium deutlich positiv von anderen Serien.

Während man sich bei Allison mittlerweile an ihre ungewöhnlichen Träume und Visionen gewöhnt hat, sieht man doch an ihren Töchtern sehr gut, was für eine Belastung diese Gabe sein kann. Hier variieren die Autoren die Grundthematik auch sehr schön, so gibt es z.B. eine Folge, wo Bridget ihre Träume in Form von Zeichentrickfiguren empfängt (3x01). In einer anderen Folge erleben Ariel und ihre Mutter denselben Mordfall aus unterschiedlichen Blickpunkten (Mutter / Tochter) (3x07).

Die Qualität der Episoden ist dabei im Durchschnitt weiterhin recht gut. Für mich persönlich gab es eigentlich nur zwei Episoden, die ich als sehr langweilig empfunden habe.
Kritik möchte ich allerdings schon äussern, denn ein Grundelement vieler Folgen stösst mir mittlerweile doch etwas sauer auf. Nämlich Allison's impulsiver Drang jedem Traum sofort nachzugehen, obwohl nicht nur der Zuschauer, sondern auch sie mittlerweile zur Genüge weiss, dass sich viele Träume im Verlauf der Episode in eine ganz andere Richtung entwickeln, als zunächst gedacht bzw. zuächst nur Bruchstücke eines Falls zu erkennen sind.

Das ist wohl auch den Autoren bewusst. So erinnert sie ihr Ehemann in einer Folge eindringlich daran, doch nicht nach jedem Traum zu nachtschlafener Zeit ihren Verbindungsmann bei der Polizei wachzuklingeln, um ihm sehr vage Andeutungen zu übermitteln.
Dieses Element wirkt für ein erfahrenes Medium, die praktisch ihr ganzes Leben schon mit diesen Träumen leben muss, oft etwas unglaubwürdig.

Auch kann man sicher kritisieren, dass es manchmal nicht allzu schwer fällt, sich den "Clou" einiger Folgen schon sehr schnell zusammenzureimen. Als Beispiel nehme ich da mal die "Exorzist"-Episode (3x16), wo ich nach wenigen Minuten schon ahnte, was in Wirklichkeit vorgeht.

Natürlich gibt es auch wieder einige Episoden, die man als Highlights bezeichnen kann. Zuerst fällt einem natürlich das dreiteilige Staffelfinale ein, was sehr spannend gemacht ist und mit einem leichten Cliffhanger endet. Sehr gut gefiel mir auch die Episode, wo man Allison in einer zweiten Zeitebene als junges Mädchen sieht, die wiederum von ihrer Zukunft mit Mann und Kindern träumt (3x15).

Fazit: Medium bietet weiterhin recht abwechlsungsreiche und solide inszenierte Mystery-Unterhaltung. Auch wenn man sich mittlerweile als Zuschauer an so manche falsche Fährte gewöhnt hat, bleibt die Serie weiterhin bei meinen Favoriten, was zum einen an dem tollen Cast liegt und zum anderen an der ungewöhlich guten Mischung aus Krimi, Mystery und Familie.

Screenshots: Allison Dubois (Patrica Arquette) und der Staatsanwalt bei einer Anhörung.


Episode 3x07: Ein Mordfall aus Sicht von Mutter und Tochter.


Serien-Wertung: 7 von 10 Punkten

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03 Juli 2008

 

Masters of Horror SEASON 2 - USA 2006

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Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 780 Min. (13 Episoden á ca. 60 Min.)

Bewertung der einzelnen Episoden:
S02E01- The Damned Thing - 6,5 Punkte
S02E02 - Family - 7,5 Punkte
S02E03 - The V Word - 3 Punkte
S02E04 - Sounds Like - 2 Punkte
S02E05 - Pro-Life - 3 Punkte
S02E06 - Pelts - 5 Punkte
S02E07 - The Screwfly Solution - 6 Punkte
S02E08 - Valerie on the Stairs - 6 Punkte
S02E09 - Right to die - 6 Punkte
S02E10 - We All Scream for Ice Cream - 2 Punkte
S02E11 - The Black Cat - 5 Punkte
S02E12 - The Washingtonians - 4 Punkte
S02E13 - Dream Cruise - 2 Punkte

im Schnitt: 4,5 Punkte

Resümee:
Season 1 hat zwar auf dem Papier mit 5,3 nur 0,8 Punkte mehr in der Durchschnittsbewertung, doch ist die zweite Season gefühlt deutlich unterlegener. Nur eine Episode kam bei mir über 7 Punkte, während es viele Ausfälle und ansonsten Durchschnittsepisoden zu sehen gab.
Da wundert es mich ehrlich gesagt auch nicht, dass nach Season 2 jetzt erstmal Schluss mit der Reihe ist.

Während in der ersten Staffel Sex und Gore scheinbar eine feste Vorgabe waren, so wurde in der zweiten Season der Sex-Anteil zumindest deutlich reduziert und auch in Sachen Gore hielt man sich im Vergleich zu Season 1 etwas zurück.
Leider fehlte es aber an originellen und spannenden Stories, um diese Zutaten zu kompensieren. Deswegen gab es merklich viele Episoden, die in der 60-minütigen Laufzeit zu wenig interessantes geboten haben (der Genrefan ist ja schon mit ein wenig T&A als Lückenfüller zufrieden...).

Die meisten Beiträge hatte man in 30-40 Minuten abhandeln können, aber leider wurden sie auf knapp eine Stunde gestreckt, was natürlich nicht gut gehen kann.
Mehrmals musste ich beim Ansehen an die Reihe Outer Limits denken, die sicher auch durchwachsen war und natürlich im Fernsehrahmen weder Sex noch Gore präsentieren konnte, dafür aber zum Teil sehr interessante und kurzgehaltene Geschichten präsentierte. Daran muss MoH sich messen lassen, wenn man die "niedere Unterhaltung" für Erwachsene so vernachlässigt.

In diesen Zusammenhang passt übrigens wunderbar, dass Showrunner Mick Garris nach der Absetzung durch Showtime nun eine neue Horror-Reihe namens Fear Itself im Sommerprogramm von NBC untergebracht hat, also mittlerweile im amerikanischen Free-TV angelangt ist, wo natürlich in Sachen Sex und Gore nichts zu erwarten ist.
Man wird sehen, ob dafür die Stories besser werden...

Letztlich muss man leider feststellen, dass es der Reihe in der zweiten Season an einer klaren Ausrichtung auf 60-Minuten Horror für Erwachsene fehlt. Es gibt viele Episoden, die sich vordergründig um eine Auseinandersetzung mit heiss-diskutierten politisch-ethischen Themen wie Abtreibung, Euthanasie oder Tierschutz bemühten, damit aber schlicht überfordert waren. Oft weiss man nicht viel mit den heiklen Themen anzufangen und nutzt sie nur für ein wenig Gore.

Der deutsche Horrorfreund schaut aber sogar dabei noch in die Röhre, da S02E05 - Pro-Life und S02E06 - Pelts hierzulande wieder nur gekürzt veröffentlicht werden.
Insgesamt gesehen sehr schade, dass die Reihe nur so kurzlebig war. Aber immerhin waren ein paar richtig gute Episoden dabei. An diese sollte man sich erinnern...

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14 Juni 2008

 

Terminator: The Sarah Connor Chronicles (TV-Serie) - Season 1 - USA 2008

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Genre(s): SciFi / Action / Horror / Serie
Laufzeit: 9 Episoden á ca. 41 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
Die Serie spielt nach den Ereignissen aus Terminator 2 und beginnt im Jahr 1999:
Sarah Connor (Lena Headey) und ihr Sohn John (Thomas Dekker) werden von den Behörden gesucht und verstecken sich mal hier, mal da. Nachdem sie wieder einmal an einen neuen Ort gezogen sind, werden sie aber von einem Terminator aufgespürt, der vom Computernetzwerk Skynet geschickt wurde, um John zu töten.
Allerdings wurde aus der Zukunft auch erneut ein Terminator geschickt, um die Connors zu beschützen. Diesmal in Form von John's hübscher Klassenkameradin Cameron (Summer Glau).
Gemeinsam entschliessen sie sich zur Flucht in die Zukunft. Im Jahr 2007 wollen sie verhindern, dass Skynet entstehen kann und 4 Jahre später die Apokalypse über die Menschheit bringt.
Doch das FBI und Skynet verfolgen ihre Spur...

Kritik:
An T:TSCC gibt es einiges zu kritisieren, aber eines hat perfekt geklappt: Das Timing der Ausstrahlung in den USA.
Dort startete die Serie nämlich mitten im Autorenstreik und war damit fast die einzige Serie, die zu dieser Zeit neue Episoden auf den Bildschirm brachte. Das, und natürlich das kultige Kino-Franchise, dürfte mit entscheidend dafür gewesen sein, dass der Pilotfilm eine sensationelle Einschaltquote erzielte.

Allerdings unterscheiden sich Pilot und Rest der Serie aber merklich voneinander. Denn während ersterer die altbekannte Geschichte um die zwei Terminatoren, der eine gut, der andere böse, die in John Connors Umfeld gelangen, neu erzählt und den Zuschauer vornehmlich an die anderen Schauspieler gewöhnen will, so sind die restlichen Episoden deutlich düsterer und dabei auch inhaltlich besser als der Pilot.

Die Serie hat erkennbare Schwächen: Das fängt beim Cast an. Dass man den Pilot-Terminator nicht mehr auftreten lässt ist gut so, denn der Kerl war furchtbar.
Lena Headey ist durchaus ok, auch wenn ihr die Toughness einer Linda Hamilton fehlt.
Warum man John Connor (Thomas Dekker) vom umtriebigen Problemkid zum intelligenten Weichei umgepolt hat, ist mir da schon eher ein Rätsel.

Am interessantesten ist mit Sicherheit Summer Glau als Terminatrix. Auch wenn ihre physischen Auseinandersetzungen mit anderen Terminatoren nicht so überzeugend sind, wie man das aus den Kinofilmen gewöhnt ist, so ist doch ihre weltfremde Art und die unterdrückte Erotik der "Maschine" unterhaltsam.

Abgesehen von den grundlegenden Problemen des Terminator-Universums mit der Zeitreise-Logik (warum schickt Skynet keinen Terminator in die Zeit vor Terminator 1 ?), wirkt die Serie in den ersten Folgen noch etwas planlos, wohin die Reise gehen soll. Man will zwar wieder einmal die Apokalypse aufhalten, doch wird das nur mässig rübergebracht. Auch wird sich wieder gerne mit völlig nutzlosen Handfeuerwaffen gegen die bösen Terminatoren zur Wehr gesetzt...

Die Serie ist dabei technisch einwandfrei produziert und in praktisch jeder Folge verwertet man bekannte Effekte aus der Filmreihe, so z.B. wenn Cameron's "Gehirn", ihre zentrale CPU, ausgebaut und an einen PC angeschlossen wird, um sich so besser in ein Computersystem zu hacken, oder wenn es kurze Einblicke in die Zukunft gibt - nach dem Armageddon.

Wie erwähnt fehlt mir bei den bisherigen 9 Episoden noch ein packender roter Faden. Praktisch erst in der Schlussfolge gibt man etwas Gas, was dann auch dringend nötig ist, denn zwischenzeitlich wirkt die Handlung unfokussiert und teilweise sogar recht langweilig.

Aber trotz alledem reicht der Zauber des Terminator-Franchise, um den Fan bei der Stange zu halten. Zudem traue ich der Serie ein gewisses Potential zu, dass sich hoffentlich in der zweiten Staffel zeigen wird, für die vom Sender FOX bereits grünes Licht gegeben wurde.
Denn auch wenn wir in den letzten Jahren mit tollen Serien verwöhnt wurden, die vom Start weg begeisterten, so muss man als Serienfan zugeben, dass viele 1. Staffeln schwach gestartet sind und nur Wegbereiter und Basis für packende spätere Seasons waren.

Screenshots: Terminatrix Cameron (Summer Glau) beschützt John (Thomas Dekker).


Später gesellt sich noch Brian Austin Green als Widerstandskämpfer aus der Zukunft zum Cast dazu.


Serien-Wertung: 7 von 10 Punkten

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27 Mai 2008

 

Threshold (TV-Serie) - Season 1 - USA 2005

Deutscher Titel: Nemesis - Der Angriff
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Genre(s): Drama / Horror / SciFi - Serie
Laufzeit: ca. 550 Min. (13 Folgen á ca. 42 Min.)
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: englische Originalfassung

Inhalt:
Eine ausserirdische Sonde erscheint über dem Meer. Die Crew eines zufällig anwesenden Forschungsschiffes wird durch die Sonde infiziert und genetisch verändert. Sie bekommen übermenschliche Kräfte und fortan ist ihr grösstes Bestreben die Infektion der gesamten Menschheit.
Um die Bedrohung abzuwehren setzt sie US-Regierung einen von Dr. Molly Anne Caffrey (Carla Gugino) entworfenen Plan namens Threshold in die Tat um.
Dieser sieht die Zusammenarbeit einer kleinen Gruppe brillianter Wissenschaftler mit Militärs vor, um den Angriff der Ausserirdischen möglichst ohne Aufsehen zu vereiteln.

Kritik:
Die Grundidee von Threshold fand ich äusserst interessant und der zweiteilige Pilotfilm ist sehr spannend und hochwertig gemacht. Die Besetzung der unterschiedlichen Charaktere des Threshold-Teams ist auch sehr gut gelungen. Unter anderem ist Brent Spiner (Mr.Data aus STNG) als Chefwissenschaftler dabei, sowie Peter Dinklage als zynisches Genie. Auch Brian Van Holt als Verantwortlicher für die militärischen Belange passt gut.
Zusammengehalten wird das Team von der Leiterin Dr. Caffrey, gespielt von Carla Gugino.

Leider gingen den Autoren nach dem tollen Piloten ein wenig die Ideen aus.
So liefen die Episoden danach fast immer nach demselben Schema ab: Einen Ausbruch lokalisieren und den Infektionsherd (meist ein Crewmitglied des zuerst infizierten Schiffes) zu isolieren. Dise Wiederholung wird aber leider schnell langweilig.

Das sahen die amerikanischen Zuschauer ähnlich, und so wurde die Serie dort nach nur 13 Folgen der ersten Staffel eingestellt (ohne vernünftigen Abschluss).
Das ist durchaus etwas schade, denn nach den ersten langweiligeren Folgen, die man ja in vielen Serien antrifft, schien die Handlung sich zum Schluss doch etwas interessanter zu entwickeln.

Die technische Umsetzung war immer tadellos. Vor allem die Makeup-Effekte bei Leichen von Infizierten war für eine Mainstream-Serie doch recht heftig.
Die eindeutige Handschrift des ehemaligen Star Trek-Verantwortlichen Brannon Braga als Executive Producer kann man u.a. klar am sog. Technobabble erkennen, der hier wieder mal auf die Spitze getrieben wird, wenn die Wissenschaftler im Team die ungewöhnlichen Ereignisse untersuchen und versuchen eine Lösung dafür zu finden.

Im Vergleich zu den in der gleichen TV-Season gestarten Serien Surface und Invasion, die sich auch um Alien-Invasionen drehen und ebenfalls nach einer Staffel eingestellt wurden, gefiel mir Threshold mit seiner härteren Vorgehensweise, die sich eher an Genrefans, als an das breite Publikum richtete, besser.
Mit etwas mehr Geduld hätte sich die Serie sicher entwickeln können - die entsprechenden Charaktere waren jedenfalls vorhanden.

Screenshots: Die wichtigsten Cast-Mitglieder auf einen Blick.


Serien-Wertung: 7 von 10 Punkten

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24 März 2008

 

24 (TV-Serie) - Season 5 - USA 2005

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Genre(s): Drama / Action/ Thriller / Serie
Laufzeit: 24 Episoden zu je ca. 42 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Der russische Präsident Yuri Suvarov ist auf Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten, im Weißen Haus laufen die Vorbereitungen zur Unterzeichnung eines wichtigen bilateralen Abkommens zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus auf Hochtouren. Mitten in die hektische Betriebsamkeit bricht die Nachricht hinein, dass auf einen wichtigen Politiker in Los Angeles ein Attentat verübt wurde. Gleichzeitig werden ehemalige CTU Agenten Opfer von Bombenanschlägen. Jack Bauer, der offiziell für tot erklärt wurde, wird plötzlich vom Jäger zum Gejagten, denn alle Indizien deuten darauf hin, dass er der Täter ist. Verzweifelt sucht er nach einem Weg, seine Unschuld zu beweisen, doch er kämpft an allen Fronten. Nicht nur die CTU ist ihm auf den Fersen, auch die Terroristen, die den Verdacht auf Jack lenkten, versuchen, ihn zu beseitigen. Jack ahnt, das mehr dahinter steckt: Die Terroristen planen einen groß angelegten Angriff, und diesmal ist er ganz auf sich allein gestellt, um das Schlimmste zu verhindern...

Kritik (enthält kleinere Spoiler!):
5 Staffeln von 24 habe ich mir über die letzten 9 Monate verteilt angesehen. Die Wartezeit zwischen der schwächeren 4. Staffel und dieser war dabei am längsten, was sicher kein Fehler war.
Denn es stellte sich sofort wieder das bekannte 24-Feeling ein. Die spannende Staffel hat mich an den Abenden des Osterwochenendes exklusiv beschäftigt und unterhalten.

Bei meiner Kritik möchte ich mit dem Positiven anfangen. Wie schon erwähnt ist 24 an Spannung und Dramaturgie kaum zu überbieten. Wie man es von der Serie gewohnt ist, geht das natürlich nicht, ohne Abstriche beim Realismus zu machen, aber darüber kann man meistens hinwegsehen. Damit meine ich vor allem die vielen Aktionen der eigentlichen Superheldin Chloe (siehe Screenshot rechts), die sich in Minuten in jedes noch so gesicherte System hacken kann.

Die technische Umsetzung finde ich wieder mal sehr gelungen - sie kann teilweise mit Blockbustern mithalten. Hervorheben möchte ich auch erneut die darstellerischen Leistungen. Kiefer Sutherland ist erneut perfekt in seiner Paraderolle, kriegt aber auch viel Unterstützung vom restlichen Cast. Vor allem Gregory Itzin als Präsident Logan verdient ein grosses Lob (auch sein Synchronsprecher).
Einfach klasse, wie er seine Figur eines durch und durch unsympathischen Politikers darstellt und nuanciert.
Und auch Peter Weller gibt einen herrlich skrupellosen Bösewicht ab.

Erfreulicherweise hält man sich diesmal in Sachen Folter für 24-Verhältnisse eher zurück, auch wenn natürlich wieder mal Unschuldige gefoltert werden.
Leider kann man nicht auf die Intrigen innerhalb der CTU und Homeland Security verzichten, allerdings wurden sie diesmal besser in das Gesamtkonzept eingepasst. Aber dass man Jack möglichst viele Steine in den Weg legt, statt die Ermittlungen zu unterstützen, daran hat man sich als Fan ja mittlerweile schon gewöhnt.

Was mich dann auch zum grössten Kritikpunkt bringt: Fehler/Unglaubwürdigkeiten in der Story. Denn um die Spannung zu steigern schmeisst man leider öfter mal den gesunden Menschenverstand über Bord.
Da glaubt man dann z.B. den Aussagen einer Verbrecherin mehr, als denen einer langjährigen loyalen Mitarbeiterin.

Zudem nimmt man es mit dem Echtzeit-Konzept nicht mehr so genau - teilweise "teleportiert" Jack schon durch Süd-Kalifornien. Am spassigsten ist dies übrigens, wenn Präsident Logan und seine Frau laut Serien-Uhr eine dreiminütige Nummer schieben, inklusive Aus- und Anziehen.
Ebenfalls grinsen muss der Serien-Fan, wenn Kim Bauer's Gastspiel mal wieder mit einem Anschlag auf die eigentlich hochgeschützte CTU-Zentrale zusammenfällt.

Am meisten aufgeregt hat mich allerdings, wie man mit einem entscheidenden Tonbeweis umgeht, der auf einem digitalen Aufnahmegerät gespeichert ist, und wegen dem Jack über mehrere Folgen aufs Äusserste verfolgt wird.
Obwohl man ständig mit modernster Technik arbeitet, kommt keiner auf die Idee von dieser Aufnahme eine Kopie anzufertigen und sie z.B. zur Absicherung per Internet zu verteilen, etc. Nicht mal anhören wollen viele der Beteiligten die brisante Aufnahme, sondern verlassen sich völlig auf Jacks Interpretation.

Auch der Schluss ist mir etwas zu hektisch geraten, was die plötzliche Kehrtwende gegenüber dem Antagonisten der Staffel angeht.
Ein zweiter Punkt, den ich sehr schade fand, war die lieblose Art und Weise, wie altgediente Figuren getötet wurden. Bis auf einen sehr bewegenden Tod gibt man sich dabei nicht besonders viel Mühe, was schade ist.

Fazit: Nach der moralisch teilweise sehr fragwürdigen vierten Staffel geht es mit 24 wieder aufwärts. Auch wenn es desöfteren mal zu Lasten der Logik geht, so gibt es wieder Spannung pur.
Allerdings bedarf das Grundkonzept dringend neuer Impulse. Denn mittlerweile hat man alle Variationen von Terrorbedrohungen und Verrätern in den eigenen Reihen zur Genüge ausgereizt.

Screenshot: Die wichtigsten Figuren der Staffel auf einen Blick.


Serien-Wertung: 7 von 10 Punkten

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23 Januar 2008

 

Veronica Mars (TV-Serie) - Season 3 - USA 2006

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Genre(s): Drama / Krimi / Serie
Laufzeit: 20 Episoden zu je ca. 41 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
In der dritten Staffel beginnt für Veronica Mars (Kristen Bell) ein neuer Lebensabschnitt: Sie studiert am College! Sie besucht das Hearst-College in Neptune, doch im Gegensatz zu ihren besten Freunden Wallace und Mac wohnt sie nicht auf dem Campus, sondern lebt weiterhin bei ihrem Vater, Privatdetektiv Keith Mars. Veronica hat sich im Kriminologiekurs des berühmten Professors Hank Landry eingeschrieben und fällt dem smarten Dozenten durch ihre Cleverness sofort positiv auf.
Und auch am Campus gibt es für sie zahlreiche Fälle zu klären - zu Beginn der Staffel treibt ein Serienvergewaltiger sein Unwesen.
So ist Veronica gut damit beschäftigt das Studium, ihre Beziehung zu Logan und ihre Ermittlungen unter einen Hut zu bringen...

Kritik:
Noch bevor ich begonnen hatte mir die dritte Staffel von Veronica Mars reinzuziehen, war bereits klar, dass es die (vorerst) letzte sein würde, da die Serie in Amerika wegen nachlassender Quoten abgesetzt wurde.
So genoss ich nochmal die Zeit mit Veronica, die zu meinen absoluten Serienlieblingen überhaupt gehört.

Andererseits musste ich aber auch kritisch feststellen, dass Staffel 3 im Vergleich zu den beiden Vorgängern nicht mehr ganz mithalten kann. Weiterhin schwer tut man sich z.B. mit dem ehemaligen Sidekick Wallace, der zwar immer noch regelmässig auftaucht, aber kaum noch eine (klare) Rolle spielt. Veronica's direktes Umfeld hat mittlerweile ziemlich nachgelassen und wird bei Bedarf immer wieder "aktiviert".

Und auch die Beziehung zu Logan, die immer wieder von heftigen Erdbeben durchgeschüttelt wird, wirkt nach der x-ten Trennung etwas ermüdend. Da kann auch Logans Konkurrent "Piz" nichts dran ändern, da man kein Hellseher sein muss, um zu ahnen, dass er mit einer Frau vom Kaliber Veronica Mars nicht mithalten kann.

Viele Schwächen der Staffel schiebe ich allerdings auf die fortwährende Unsicherheit der Autoren, ob die Serie fortgesetzt oder vielleicht sogar mittendrin abgesetzt worden wäre. Die Bestellung einer (fast) kompletten Staffel wurde vom Network lange herausgezögert.
So hat man sich auch vom Konzept des grossen Falles, der sich durch die ganze Staffel zieht, gelöst. Stattdessen gibt es drei Handlungsbögen, die nacheinander abgearbeitet werden.

Die beiden Hauptplots um einen Vergewaltiger auf dem Campus und die Ermordung des Dekans sind dabei wie gewohnt interessant, weil man zusammen mit Veronica geschickt auf falsche Fährten gelockt wird. Der dritte Abschnitt um eine geheime Elite an der Uni fällt dagegen ziemlich ab, was nicht nur am abrupten, offenen Ende liegt.
Man merkt nicht nur daran, dass die Autoren leider längst nicht so sorgfältig arbeiten konnten, wie in den früheren Staffeln.
Auch die Musikauswahl war im Vergleich zu den Vorgängern längst nicht mehr so gut, was vielleicht auch mit den Produktionskosten zusammenhängen mag.

Weiterhin top waren allerdings die geschliffenen Dialoge mit jeder Menge Humor und stetigen Anspielungen auf die Popkultur. Battlestar Galactica scheint eine Lieblingsserie der Autoren zu sein.
Auch die Figuren aus der zweiten Reihe können wieder vollendes überzeugen. Neben Sheriff Lamb ist das vor allem Dick Casablancas, hervorragend dargestellt von Ryan Hansen. Jede Szene mit ihm ist ein Genuss.

Alles in allem bin ich nach der dritten Staffel gar nicht so traurig über die Absetzung, wie ich im Vorfeld angenommen hatte. Die drei Staffeln waren qualitativ hochwertige Unterhaltung, doch spätestens in Staffel 4 hätte sich vieles ändern müssen, um das Konzept neu zu beleben.
Leider wird Produzent Rob Thomas wohl so schnell keine Chance haben, seine Ideen dafür umzusetzen. Mit auf der DVD ist ein Ausblick, wie eine vierte Staffel hätte aussehen können, nämlich einige Jahre in der Zukunft mit Veronica beim FBI. Schwer zu sagen, ob das nicht zu sehr zu Lasten des Charmes der "Teenie"-Detektivin gegangen wäre.

So bleibt mir Veronica Mars als eine der besten Serien überhaupt in Erinnerung und ist vor allem in der Originalversion eine dringende Empfehlung für jeden, der Top-Serienunterhaltung mit tollen Figuren und geschliffenen Dialogen zu schätzen weiss.

Screenshots: Die wichtigsten Figuren der 3. Staffel auf einen Blick.


Serien-Wertung: 8 von 10 Punkten

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27 Dezember 2007

 

Veronica Mars (TV-Serie) - Season 2 - USA 2005

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Genre(s): Drama / Krimi / Serie
Laufzeit: 22 Episoden zu je ca. 41 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
Nachdem der Mord an Lilly Kane aufgeklärt wurde ist die Familie Mars in Neptune wieder einigermassen rehabilitiert. Veronica gehört nicht mehr zu den Geächteten an ihrer High School, kann sich aber noch wärmstens an die Zeit erinnern. So steht sie nun zwischen den Klassen der Armen und Reichen und hilft ihren Mitschülern mit ihrem Detektiv-Talent. Auch privat orientiert sie sich neu und ist wieder mit ihrem früheren Freund Duncan Kane vereint. Zudem gilt es erneut ein schweres Verbrechen aufzuklären: Auf einen Schulbus der Neptune High wurde ein tödlicher Anschlag verübt...

Kritik:
Praktisch auf demselben hohen Niveau wie Staffel 1 geht es auch in der 2. Staffel weiter. Der Bus-Anschlag wird Veronica als roter Faden wieder durch alle Episoden der Staffel beschäftigen und oftmals ergeben sich durch Recherchen auf ganz anderem Gebiet neue Einsichten.

Begeistert war ich weiterhin von den tollen Figuren. Neben den bekannten Personen aus Teil 1 bekommt Veronica mit Mac (Tina Majorino) einen Computer-Nerd als Freundin zur Seite gestellt, was die Ermittlungsmöglichkeiten noch ausweitet. Auch Wallace kriegt eine Freundin, was allerdings als Negativpunkt zu werten ist, da man oft das Gefühl hat, dass dieser Handlungsstrang etwas unmotiviert vor sich hin läuft.

Dafür gibt es auch weiterhin die Probleme der armen und reichen Kids in Veronicas Umfeld zu sehen. Logan wird des Mordes verdächtigt und auch die Beziehung mit Duncan verläuft nicht unproblematisch. Eine stärkere Rolle bekommen Dick und Beaver Casablancas, die sich mit ihrer Stiefmutter herumärgern müssen. In dieser Rolle kann Charisma Carpenter nicht nur optisch voll überzeugen.

Die Dialoge gehören weiterhin zum Feinsten was in Sachen Serien zu vernehmen ist. Die Fälle sind abwechslungsreich, auch wenn den Puzzlestückchen zum Bus-Anschlag stellenweise etwas schwerer zu folgen ist, als dem Hauptfall aus Staffel 1.
Der Soundtrack ist absolut phänomenal und brachte mir beinahe jede Folge neue Ohrwürmer.
Weiterhin unheimlich stimmig wirkt das gesamte Umfeld von Veronica und bringt mit Sheriff Don Lamb oder Anwalt Cliff McCormack bis in die kleinsten Nebenrollen tolle Schauspieler und witzige Szenen.

Insgesamt stufe ich Staffel 2 ein kleines Quentchen schlechter ein, als die phänomenale Debüt-Staffel. Trotzdem bleibt es bei der Höchstwertung, denn die Mischung aus Krimi und Teenie-Drama gelingt weiterhin wunderbar und bietet erstklassigen Seriengenuss.

Screenshots: Die wichtigsten Figuren der 2.Staffel auf einen Blick.


Serien-Wertung: 10 von 10 Punkten

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15 November 2007

 

Medium (TV-Serie) - Season 2 - USA 2006

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Genre(s): Drama / Krimi / Mystery - Serie
Laufzeit: 22 Episoden á ca. 41 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Allison Dubois (Patrica Arquette), Mutter von drei Kindern und verheiratet mit einem Raketenspezialisten, hat ganz besondere Fähigkeiten: Sie kann mit toten Menschen sprechen, in ihren Träumen in die Zukunft sehen und häufig die Gedanken anderer Menschen lesen.
Ihre Begabung stellt sie in den Dienst der Justiz. Als Mitarbeiterin des Bezirksstaatsanwalts kann sie ihre paranormalen Erfahrungen einbringen, um bei der Aufklärung bzw. Verhinderung von Verbrechen zu helfen.

Kritik:
Die zweite Staffel macht genau da weiter, wo Staffel 1 aufgehört hat, und damit meine ich nicht nur die Auflösung des zweiteiligen Cliffhangers. Mich konnte weiterhin die Mischung aus glaubwürdigem Familienleben und abwechslungsreichen Kriminalfällen gut unterhalten.

Das Format bietet den Autoren dabei genügend Gelegenheiten für Experimente, die für Abwechslung zu herkömmlichen Krimiserien sorgen. So z.B. als Allison in einer Folge sogar mit einem echten Ohrwurm leben muss, der solange in voller Lautstärke durch ihren Kopf wabert, bis sie seine Ursache erforscht. Oder wenn Allison in der Abschlussfolge der Staffel ein alternatives Schicksal für sich selbst sieht.

Natürlich gewöhnt man sich mit der Zeit an bestimmte Stilelemente der Serie. So schocken einen die (Alp-)Traumelemente, die oft eine Verbindung zu Allisons realem Leben zu haben scheinen, sich aber erst im Nachhinein als Träume bzw. Visionen von Opfern entpuppen, nicht mehr so stark, wie noch zu Beginn der Reihe.
Allerdings sind diese Parts und auch die Fälle der Serie insgesamt ziemlich düster geraten, was sie recht deutlich von der "Konkurrenzserie" Ghost Whisperer unterscheidet.

Es gibt zwar keine wichtige fortlaufende Handlung, sieht man vom Heranwachsen der Kinder und den zunehmenden Hinweisen auf ihre mediale Begabung einmal ab, trotzdem finde ich Medium nach wie vor sehr unterhaltsam, was neben den spannenden und abwechslungsreichen Fällen vor allem auch an dem tollen Cast liegt.
Patricia Arquette verkörpert ideal die dreifache Mutter, die immer zwischen ihrer Familie, dem Beruf und dem Übernatürlichen hin- und hergerissen ist und sich oft auch nicht unbedingt perfekt verhält, wie das sonst in vielen Serien zu sehen ist.

Insofern gehört Medium für mich mittlerweile zu den Top-Serien aus der zweiten Reihe und ist vor allem für Mystery-Fans, die auf eine durchgehende Handlung verzichten können bzw. möchten, zu empfehlen.

Screenshots: In einem ihrer Träume sieht Allison, wie ihre Familie zu ihrer eigenen Beerdigung kommt.


Serien-Wertung: 7,5 von 10 Punkten

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18 Oktober 2007

 

The Office (US - TV-Serie) - Season 1 & 2 - USA 2006

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Genre(s): Drama / Komödie / Serie
Laufzeit: 28 Episoden á ca. 22 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt & Kritik:
Das Grundkonzept von The Office wurde in Grossbritannien erfunden. Es handelt sich dabei um eine Mockumentary, d.h. Comedy im Stil einer Dokumentation, die das Geschehen verfolgt und wobei die Figuren Kommentare in Richtung Kamera abgeben.
Dreh- und Angelpunkt ist vor allem der völlig inkompetente und ignorante Chef des Büros, der die Produktivität seiner Mitarbeiter kräftig herunterdrückt.

Das Konzept der Sendung wurde mittlerweile in verschiedene Länder exportiert und der deutsche Ableger "Stromberg" dürfte dem einen oder anderen bekannt sein.
Ich kannte natürlich auch Stromberg und fand die Sendung stellenweise sehr witzig. So war ich dann auch überaus skeptisch, ob mir The Office (US) gefallen könnte.

Doch erstaunlicherweise ist The Office (US) in vielen Punkten doch deutlich anders. Vor allem im Bezug auf den Chef erscheint mir Steve Carrell als Michael Scott ideal besetzt und viel glaubwürdiger als sein deutsches Pendant Stromberg. So verbringt zwar auch Michael Scott viel Zeit damit sich vor der Kamera zu produzieren und mangels Fingerspitzengefühl in ein Fettnäpfchen nach dem anderen zu treten, doch kann er trotz alledem immer noch eine gewisse Fassade an Kompetenz aufrecht erhalten, während Stromberg hier doch noch deutlich unfähiger rüberkommt. Bestes Beispiel die Episode The Client, als Michael mit seiner Art tatsächlich einen grösseren Auftrag an Land ziehen kann, seine Chefin damit schwer beeindruckt und ein Techtelmechtel mit ihr anfängt...

Der grössere Unterschied liegt aber darin, dass sich die US-Version zwar auch stark auf den Chef und seine unfreiwillig komischen Eskapaden konzentriert, aber die anderen Büro-Mitglieder um einiges interessanter und tiefgehender gestaltet sind, als z.B. ihre deutschen Pendants. Lässt die erste Staffel mit 6 Episoden noch kaum viel Raum, um die vielen Figuren vorzustellen, so erfahren wir im Laufe der zweiten Staffel etliches über sie.

Dwight Schrute bei der WeihnachtsfeierNeben dem Boss Michael Scott gibt es weitere wichtige Figuren, wie Dwight Schrute, den "Assistant to the Regional Manager", der zunächst sehr unsympathisch rüberkommt, sich aber durch seine Nerdigkeit mehr und mehr Sympathien bei mir erarbeitet. Spätestens wenn er eine heimliche Liason mit Angela, der ultrakonservativen Büro-Bitch, anfängt. Zudem sorgt er stets für extrem witzige Anspielungen auf andere Serien. So z.B. als die Büro-Crew einmal gesammelt zu den Arbeitern aus der Verladung runtermarschiert. Dwight dazu trocken "Remember on Lost when they meet "the Others"?" Dazu ein leicht unheimlicher Kamerawinkel und gefährlich aussehende Arbeiter... grandios.

Als Identifikationsfiguren bieten sich natürlich Jim und Pam an, die eher "normal" sind und Dwight gerne mit Streichen ärgern. Praktischerweise sind beide füreinander bestimmt, aber trotzdem will Pam jemand anders heiraten, was dann in Sachen Liebe für einen roten Faden und einen höchst interessanten Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel sorgt.

Ok, an dieser Stelle muss ich mich wohl etwas bremsen und einfach mal zusammenfassen, was mir an The Office (US) so gefällt, dass die Serie sich vor allem in der zweiten Staffel zu einem totalen Suchtfaktor entwickelt hat.
Da wäre vor allem der Humor, demzuliebe auch der Realitätsgrad im Vergleich zur deutschen Fassung etwas gesenkt wird. So gibt es einfach mehr skurrile Ereignisse bei Dunder Mifflin, die aber trotzdem einen sehr feinen Humor aufweisen, der nie ins Klamaukige abrutscht.

Dann wie erwähnt natürlich die Vielzahl an interessanten Figuren, die tiefschichtig sind und über die man immer ein Stückchen mehr erfährt. Denn auch wenn die Episoden sich auf ein Thema konzentrieren, so ziehen sich viele der Handlungsstränge über die gesamte Zeit.
Die Darsteller sind allesamt hervorragend und wachsen einem schleichend ans Herz. So z.B. auch Angela, die immer ziemlich böse guckt und deren Mimik nur ab und an mal eine kurze Gefühlsregung entwischt.

Das Niveau ist dabei durchgehend hoch. Meine Lieblingsepisoden von Staffel 1 sind der Diversity Day und das Basketball Match 'Office vs. Verladung'.
Staffel 2 hat viele Highlights, angefangen mit den Dundies und den Office Olympics, über die absolut geniale Christmas Party und die Booze Cruise, die dank Michael völlig aus dem Ruder läuft, um nur einige zu nennen.

Das Englisch ist wunderbar verständlich und die Episoden mit ca. 22 Minuten Laufzeit prima auch mal zwischendrin zu konsumieren.
Deswegen kann ich nur empfehlen The Office (US) mal auszutesten und sich begeistern zu lassen.
Von mir gibts 9,5 von 10 Punkten - die Höchstwertung reserviere ich für Staffel 3, die ich auch schon zur Hälfte durch habe.

PS: Danke an Bullion für sein Review, dass mich auf die Serie neugierig gemacht hat.

Screenshot: Einige der Figuren aus den ersten beiden Staffeln.


Serien-Wertung: 9 von 10 Punkten

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10 Oktober 2007

 

Dexter (TV-Serie) - Season 1 - USA 2006

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Genre(s): Drama / Krimi / Serie
Laufzeit: 12 Episoden á ca. 52 Min. (gesamt ca. 624 Minuten)
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: Englischsprachige Originalversion

Inhalt:
Dexter Morgans Leidenschaft ist Blut. Tagsüber verdient er seine Brötchen als Spezialist für Blut(spritzer)analysen in der forensischen Abteilung des Morddezernats von Miami. Doch Nachts stillt er seinen Blutdurst als Serienkiller.
Den Hang zum Töten trägt er bereits in sich, als er als Vierjähriger vom Polizisten Harry Morgan adoptiert wird, der ihn am Schauplatz eines grausigen Massakers im Blut seiner Mutter gefunden hat.
Bald schon hat Harry erkannt, dass seinem Adoptivsohn normale Gefühlsregungen fremd sind und er einen Hang zum Töten hat. Um ihn zu schützen bringt Harry ihm nicht nur bei, wie er eine Entdeckung durch die Justiz möglichst effizient vermeiden kann, sondern lehrt ihn auch nur nach einem Codex zu töten.
So sucht sich Dexter seine Opfer nur unter denjenigen aus, die sich selber schuldig gemacht haben. Als Ankläger, Richter und Henker in einer Person ermittelt er bei Tätern, die durch die Maschen der Justiz geschlüpft sind und bringt sie dann zur Strecke.

Kritik:
Auch Dexter gehört in die Kategorie herausragender Serienunterhaltung aus den USA, die ich bereits in meiner Kritik zu Heroes gelobt habe. Oder könnte man sich vorstellen, dass ein deutscher Sender eine Serie über einen verdeckt lebenden Serienkiller inszeniert?
Zugegeben, solch ein Protagonist klingt zunächst abstossend und das Konzept dürfte sicher den einen oder anderen von vorneherein verschrecken.

Doch macht das auch den ganz speziellen Reiz der Serie aus, dass man zunächst nur interessiert und distanziert verfolgt, wie Dexter denkt (per Voiceover) und wie er sein Doppelleben organisiert. Wie er ständig darum bemüht ist eine perfekte Fassade aufrechtzuerhalten, um seinen Kollegen und Mitmenschen gegenüber nicht aufzufallen. Als sehr hinderlich stellt sich dabei vor allem sein Mangel an Empfindsamkeit heraus, speziell im zwischenmenschlichen Bereich.

Mit jeder Folge wächst dann allerdings die Sympathie, die man Dexter entgegenbringt und man ist einerseits stets aufs Neue abgestossen, wenn er sich ein neues Opfer ausgesucht hat und andererseits hofft man darauf, dass er nicht erwischt wird.
Dazu gesellt sich eine Prise schwarzer Humor in den Dialogen, wenn Aussagen wie "I can't help it, I kill things." von seiner Freundin Rita über ihr mangelndes Gärtnertalent in Anwesenheit Dexters eine ganz andere Bedeutung bekommen.

Eine grosse Stärke der Serie sind die tollen Figuren. Angefangen bei Dexters Freundin Rita (hervorragend verkörpert von Julie Benz), die er sich speziell ausgesucht hat, weil sie von ihrem Ehemann ständig missbraucht wurde und deshalb gegenüber Dexter in Sachen Sex, der ihm unangenehm ist, zunächst sehr zurückhaltend ist. Ihre Figur hat neben Dexter sicher die grösste Tiefe.

Aber auch die anderen Figuren sind sehr glaubwürdig und unterschiedlich. So z.B. seine Schwester Deb (Jennifer Carpenter), die unbedingt ihre Polizei-Karriere voranbringen will, dabei aber auch nicht besonders feinfühlig vorgeht, Vince Masuka als stereotyper Forensiker, der auch an blutbesudelten Tatorten stets Zeit für eine schweinische Bemerkung hat oder Dexters Vorgesetzte, die vor allem ihre Karriere im Kopf haben.
Allesamt toll besetzt und dank einer ausgefeilten Buchvorlage auch mit entsprechender Tiefe ausgestattet.

Zudem gefiel mir der Handlungsaufbau sehr gut. So gibt es eine durchgehende Handlung, die sich mit dem "Ice Truck Killer" beschäftigt und neben den fortlaufenden Entwicklungen in Dexters Privatleben alle Episoden verbindet. Zugleich bieten die meisten Episoden aber auch einen Teil, wie z.B. einen neuen "Kill" von Dexter, der dann abgeschlossen ist.

Insofern hat sich Dexter durch sein innovatives Konzept, die spannende und intelligente Handlung, den tiefschwarzen Humor und natürlich durch die hervorragende handwerkliche Umsetzung und den tollen Cast rund um Hauptdarsteller Michael C. Hall die Höchstwertung von 10 Punkten voll verdient.
Ich bin jetzt schon unheimlich auf die zweite Staffel gespannt und hoffe, dass diese das hohe Niveau wird halten können.

RTL II hat sich in Deutschland die Rechte an der Serie gesichert. Allerdings dürfte jetzt schon sicher sein, dass die deutsche Fernsehausstrahlung nicht ohne Kürzungen auskommen wird.
Deshalb ist es ratsam, sich an die grösstenteils leicht verständliche amerikanische Originalversion zu halten!
Last but not least möchte ich noch TheRudi für die Empfehlung danken, denn durch sein begeistertes Review ist mein Interesse an Dexter erst so richtig geweckt worden.

Screenshots: Dexter Morgan (Michael C. Hall) - tagsüber Spezialist für Blutanalysen...


...abends treusorgender Partner für seine Freundin Rita (Julie Benz)...


...doch nachts kommt der Serienkiller zum Vorschein.


Der "Ice Truck Killer" hinterlässt der Polizei seine Opfer gerne schön angerichtet...


...und in kleinen Stückchen.


Dexters Schwester Deb (Jennifer Carpenter) sieht in dem Fall ihre grosse Chance als Detective den Durchbruch zu schaffen.


Serien-Wertung: 10 von 10 Punkten

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08 September 2007

 

24 (TV-Serie) - Season 4 - USA 2004

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Genre(s): Drama / Action/ Thriller / Serie
Laufzeit: 24 Episoden zu je ca. 42 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Jack Bauer hat die CTU verlassen und arbeitet nun für den US-Verteidigungsminister James Heller, mit dessen Tochter Audrey er heimlich liiert ist. Gegen 7:00 Uhr morgens entgleist ein Zug. Nahezu zeitgleich entdeckt ein Software-Spezialist, dass ein geschickt platzierter Wurm im Begriff ist, das Internet weltweit lahm zu legen. Er informiert die CTU und ist kurze Zeit später seines Lebens nicht mehr sicher, denn er findet einen Code, der auf einen Anschlag katastrophalen Ausmaßes hinweist…

Kritik (ACHTUNG SPOILER!):
Was sich in Staffel 3 bereits deutlich abzeichnete, nämlich Ermüdungserscheinungen im Grundkonzept von 24 und vor allem eine gewisse Einfallslosigkeit und Wiederholungen auf Seiten des Drehbuchs, wird in Staffel 4 noch viel deutlicher.
Diese Season sollte mit vielen neuen Figuren frischen Wind in die Serie bringen, doch das gelingt nur teilweise.

So konnte mich die erste Hälfte der Season nicht überzeugen. Es erwartet einen noch mehr Büro-Mobbing innerhalb der CTU, bis hin zur Grenze des Erträglichen, dazu die übliche Verräterin in den eigenen Reihen, eine neue (inkompetente) Chefin, die ganz offensichtlich nur dazu gedacht ist, um Jack Steine in den Weg zu legen und zudem noch ihre schizophrene Tochter innerhalb der CTU behandeln lässt - wer soll das glauben?

Scheinbar nicht viele, denn sie wird Gottseidank bald abgelöst.
Was diesmal allerdings noch weit übertriebener als in den vorigen Staffeln war, das war die absolut fragwürdige Moral und der politische Unterton der Serie.
Es wird enorm viel gefoltert und Unschuldige zum Wohle der Nation geopfert. Die Krönung der Geschmacklosigkeit ist sicher die Episode, als der Anführer der Terroristen die Organisation "Amnesty Global" (welch Abwandlung) dazu benutzt, um die CTU-Ermittlungen zu behindern. Völlig unglaubwürdig (schon wenige Minuten nach Festnahme des Verdächtigen taucht der Amnesty-Anwalt mit einer richterlichen Verfügung bei der CTU auf) und in der Kernaussage einfach nur widerlich.

Ich persönlich kann allerdings solch plumpe Stimmungsmache amerikanischer Serien ausblenden - weswegen ich z.B. auch J.A.G. etwas abgewinnen konnte.
In der zweiten Hälfte der Staffel zeigt dann die Spannungskurve auch wieder deutlich nach oben und es gibt einige sehr gute Episoden zu sehen. Eine der besten überhaupt dürfte wohl diejenige sein, als Jack Bauer den Ex-Mann seiner Freundin Audrey, der ihm zuvor das Leben gerettet hat, zugunsten seiner Ermittlungen sterben lässt. Das rettet dann letztendlich auch eine wohlwollende Bewertung von Season 4 mit 7 von 10 Punkten.

Wenn 24 auch weiterhin recht spannend gestaltet ist, so wird doch alles zunehmend unglaubwürdiger. Das fängt bei den unglaublich komplizierten und weitreichenden Plänen der Terroristen an, geht über Handlungsstränge, die einfach ins Leere verlaufen (die Rüstungsfirma, die Jack töten wollte, wird nie wieder erwähnt) und betrifft vor allem viele Lücken im Echtzeit-Konzept der Serie.

Schauspielerisch hingegen gibt es allerdings Top-Leistungen zu sehen. Kiefer Sutherland spielt seine Figur besser denn je. Neben ihm überzeugt vor allem Kim Raver als Audrey Raines (siehe Screenshot rechts), die einige sehr emotionale Momente hat, und als Gewissen der Serie fungieren darf. Ausserdem freut man sich über ein Wiedersehen mit Dennis Haysbert (als Präsident Palmer), Carlos Bernard (Tony Almeida), Reiko Aylesworth (Michelle Dessler) und Mary Lynn Rajskub (Chloe O'Brian) aus den früheren Staffeln.
Zugleich können auch die Bösen voll überzeugen. Allen voran Arnold Vosloo als Top-Terrorist, Mia Kirshner als eiskalte Killerin und die Terror-Familie "Araz".

So kann ich 24 trotz kinoreifer Optik und toller Actionszenen in der 4. Staffel nur noch eingeschränkt empfehlen und bin gespannt, was man sich für die 5. Staffel einfallen lassen wird. Ohne tiefgreifende Verbesserungen scheint mir das Konzept mittlerweile praktisch ausgereizt.

Screenshots: Jack Bauer (Kiefer Sutherland) muss erneut die USA retten.


Serien-Wertung: 6 von 10 Punkten

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01 September 2007

 

24 (TV-Serie) - Season 3 - USA 2003

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Genre(s): Drama / Action/ Thriller / Serie
Laufzeit: 24 Episoden zu je ca. 42 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Drei Jahre sind vergangen, seit CTU-Agent Jack Bauer einen Terroranschlag vereitelte, der die Vereinigten Staaten in den Krieg stürzen sollte (Staffel 2). Jetzt ist er wieder in L.A., nachdem er nach sechs Monaten Undercover-Arbeit den Drogenbaron Ramon Salazar dingfest machen konnte. Doch da bekommt das FBI einen Drohanruf, demnach ein tödlicher Virus in Los Angeles freigesetzt wird, wenn Salazar nicht innerhalb von sechs Stunden aus dem Gefängnis entlassen wird. Als sich die CTU fieberhaft daran macht, den Virus aufzuspüren, wird Jack klar, dass es nur eine Möglichkeit gibt, weitere Forderungen der Terroristen abzublocken: Er muss die Herkunft des Virus ermitteln - indem er Salazar selbst aus dem Gefängnis befreit...

Kritik (SPOILER sind gekennzeichnet):
Wer mit dem Konzept der Serie noch nicht vertraut ist, dem empfehle ich zunächst meine Kritik zu Staffel 1.

Die grundlegenden Stärken der Serie sind auch in Staffel 3 noch voll da. Das hohe Tempo und die Wendungen am Ende fast jeder Folge sorgen für Spannung, genau wie das bedrohliche Terrorszenario.
Leider machen sich inzwischen aber erste Abnutzungserscheinungen bemerkbar. So kann man den Autoren schon vorwerfen, dass man zu stark am Konzept der Vorgänger-Staffeln klebt.

Dadurch sind einerseits manche Wendungen nicht mehr so wirklich überraschend (man rechnet aber inzwischen sowieso mit allem) und andererseits haben mich manche Storyelemente mittlerweile etwas gestört.
Das wäre zum einen die extrem schlechte Atmosphäre im CTU-Büro, wo es scheinbar zum guten Ton gehört, seine Kollegen ständig vor dem Chef schlecht zu machen und andererseits jeder sein eigenes Süppchen kocht.
Zum anderen ist das die Storyline um Präsident Palmer, die wenig mit der Terrorbedrohung zu tun hat und mir ziemlich aufgesetzt vorkam, als wollte man Serien-Zeit schinden.

Dazu kommen einige logische Fehler, die bei Kleinigkeiten anfangen, die den zeitlichen Ablauf betreffen, bis hin zu grösseren Ungereimtheiten.
SPOILER ANFANG
Da wäre zum einen Jacks Drogenentzug, der in den ersten Folgen noch stärker thematisiert wird, dann aber keinen Einfluss mehr auf seine Fitness zu haben scheint, obwohl nur wenige Stunden vergangen sind. Zum anderen die Sache mit Michelle im virenverseuchten Hotel. Anstatt ihre Nicht-Ansteckung mit Immunität zu erklären, hätte man sich ruhig etwas besseres einfallen lassen können - schliesslich ist das Virus für jeden anderen hochansteckend, und sie hat ständig mit Erkrankten zu tun.
SPOILER ANFANG

Nichtsdestotrotz ist das Niveau der Serie weiterhin hoch - Produktion, Schauspieler, Soundtrack passen rundherum.
Somit fällt Staffel 3 zwar gegenüber den Vorgängern etwas ab, ist aber trotzdem noch unbedingt empfehlenswert.

Screenshots: Die wichtigsten Cast-Mitglieder dieser Staffel auf einen Blick.


Serien-Wertung: 8 von 10 Punkten

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24 August 2007

 

24 (TV-Serie) - Season 2 - USA 2002

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Genre(s): Drama / Action/ Thriller / Serie
Laufzeit: 24 Episoden zu je ca. 42 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Ein dringender Anruf des US-Präsidenten ruft den beurlaubten CTU-Agenten Jack Bauer auf den Plan. Eine unvorstellbare Katastrophe droht: In den nächsten 24 Stunden soll in Los Angeles eine Atombombe explodieren. Jack versucht, sich in eine Gruppe von Terroristen einzuschleusen.

Kritik (spoilerfrei):
24 bleibt natürlich auch in der zweiten Staffel seinem Konzept treu, einen Tag im Leben des Jack Bauer quasi in Echtzeit zu zeigen. Mehr dazu auch in meinem Review zur ersten Staffel.

Diese Staffel schafft es das Konzept zu perfektionieren. Man hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf, sondern steigt sofort in das actiongeladene Geschehen ein. Fast jede Episode endet dabei mit einer (unerwarteten) Wendung, die es schwer macht, die Serie zu unterbrechen. So eignet sich 24 perfekt, um von DVD genossen zu werden - nach dem eigenen Rhythmus.

Da diesmal nicht nur Jack Bauer bzw. Präsident Palmer bedroht werden, wie in Staffel 1, sondern der Großraum Los Angeles einer Atombombe zum Opfer fallen soll, ist auch das Bedrohungsszenario noch einen Tick heftiger, als in der ersten Staffel.
Den Drehbuchautoren gelingt es sehr glaubwürdig das Szenario rüberzubringen (auch wenn sich Jack manchmal zu schnell erholt) und in jedem der Handlungsschauplätze Hochspannung zu erzeugen.

Neben dem gewohnt guten Stamm-Cast sind auch die Nebencharaktere toll besetzt und tragen ihren Teil dazu bei, dass ich Staffel 2 die Höchstwertung gebe.
Allen voran gefiel mir am besten Sarah Wynter als Kate Warner (siehe Screenshot rechts), die ihre Rolle sehr glaubwürdig rüberbringt. Aber auch ihre Filmschwester Laura Harris kann überzeugen und immer wieder gerne sieht man auch Michelle Forbes, diesmal als Beraterin des Präsidenten.

Alles in allem kann Staffel 2 die erste Staffel noch leicht übertreffen und stellt für mich in Sachen Hochspannung mit das Beste dar, was ich in einer Serie bisher gesehen habe.
Höchstwertung und uneingeschränkte Empfehlung von mir.

Screenshots: Die wichtigsten Cast-Mitglieder auf einen Blick.


Serien-Wertung: 10 von 10 Punkten

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22 Juli 2007

 

24 (TV-Serie) - Season 1 - USA 2001

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Genre(s): Drama / Action/ Thriller / Serie
Laufzeit: 24 Episoden zu je ca. 42 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Mitternacht. Gerade hat Jack Bauer (Kiefer Sutherland), Leiter der Anti-Terror-Einheit CTU in Los Angeles, noch mit seiner Tochter Kimberly (Elisha Cuthbert) Schach gespielt. Doch plötzlich hat das Familienidyll ein Ende: Kimberly ist verschwunden - durch das Fenster ihres Zimmers. Bevor Jack sich auf die Suche machen kann, ruft man ihn wegen eines Notfalls ins Büro; seine Frau Teri muss allein nach ihrer Tochter suchen.
Und es kommt noch schlimmer: Innerhalb der nächsten 24 Stunden wird ein Mordanschlag auf den Präsidentschaftskandidaten Senator David Palmer befürchtet. Jack und sein Team setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um die Drahtzieher des Attentats zu finden. Unterdessen sucht Teri weiter nach Kimberly, deren nächtlicher Ausflug sich unerwartet zu einem Kampf ums nackte Überleben entwickelt. Während Bauer an zwei Fronten gleichzeitig kämpft, verdichten sich die Hinweise, dass es innerhalb der CTU einen Maulwurf gibt, der die Attentäter unterstützt...

Kritik:
In den letzten Jahren lehren immer mehr qualititiv hochwertige Fernsehserien der traditionellen Kino-Unterhaltung das Fürchten. Zu den Top-Vertretern gehört auch 24, das in den USA mittlerweile erfolgreich in der 6. Staffel läuft und auch auf DVD für gute Verkaufszahlen sorgt.
Der Clou bei 24 liegt darin, dass ein ganzer Tag im Leben der Hauptfigur Jack Bauer, seines Zeichens Special Agent bei einer Anti-Terroreinheit des FBI, in Echtzeit gezeigt wird. Von der ersten bis zur 24. Episode vergeht ein Tag von 24 Stunden (inkl. Werbepausen).

Aber nicht nur diese Besonderheit zeichnet die Serie aus, sondern auch eine extrem spannende Dramaturgie. So endet beinahe jede Episode mit einem kleinen Cliffhanger bzw. einer Überraschung, die es einem schwermacht aufzuhören. Deswegen bietet sich bei 24 der Genuss der Serie von DVD an, so dass man nach seinem eigenen Rhythmus schauen kann.

Die Story konzentriert sich dabei zwar auf Hauptperson Jack Bauer, aber auch sein Umfeld erlebt turbulente 24 Stunden, wenn z.B. in der ersten Staffel seine Frau und Tochter entführt werden.

Die Produktion hat wirklich Kinoqualität, ob das nun die ständig wechselnden Sets oder die Action betrifft. Auch mit den Darstellern hat man voll ins Schwarze gegriffen - Kiefer Sutherland scheint seine Idealrolle gefunden zu haben.

So kann ich dann auch nur jedem raten, der 24 nicht kennt diesem 18-stündigen Actionfilm eine Chance zu geben und ihm zu verfallen...

Screenshots: Agent Jack Bauer (Kiefer Sutherland) ermittelt.


Seine Tochter Kim (Elisha Cuthbert) wurde entführt.


Serien-Wertung: 9 von 10 Punkten

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30 Juni 2007

 

Lost (TV-Serie) - Season 3 - USA 2007

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Genre(s): Drama / Mystery / SciFi / Thriller / Abenteuer / Serie
Laufzeit: ca. 960 Min. (23 Episoden á 42 Min.)
Alterseinstufung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
Die Überlebenden des Flugzeugabsturzes von Oceanic Airlines Flug 815 stellen fest, dass sie nicht die einzigen sind, die die mysteriöse Insel bewohnen.

Kritik:
Wer meine Reviews zur 1. und zur zweiten Staffel bereits gelesen hat, der dürfte mit dem Konzept der Serie ja bereits vertraut sein.
Vor allem nach der zweiten Staffel gab es einige kritische Stimmen, die die ständig anwachsende Zahl der unerklärten (mysteriösen) Elemente auf der Insel kritisierten. Es wurden einfach zu viele Fragen aufgeworfen, ohne dem Zuschauer Antworten zu geben.

Das hat man sich auf Seiten der Autoren scheinbar zu Herzen genommen, denn der Fokus in Staffel 3 liegt wieder stärker auf den Figuren. In den USA wurden zunächst 6 Episoden ausgestrahlt, bevor nach einer langen Pause der Rest folgte. Dieser erste Teil zeigt u.a. den Absturz von Oceanic 815 aus Sicht der "Others" und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Erlebnissen der von den "Others" gefangen genommenen Jack, Kate und Sawyer. Episode 6 stellt deshalb auch eine Art-Mini-Finale dar, mit einem sehr spannenden Cliffhanger.

Während sich in den ersten 6 Episoden vergleichsweise wenig auf der Insel entwickelt (wegen der ausführlich gezeigten Gefangenschaft der drei Hauptfiguren), wird im zweiten Teil der Staffel die Handlung wieder konsequent vorangetrieben.
Mit Elizabeth Mitchell als Juliet und Michael Emerson als Ben gibt es auf Seiten der Others zwei sehr interessante Figuren, die den Hauptcast beleben. Die Epsioden, die sich mit ihrer Vergangenheit beschäftigen, gehören zu den besten der Staffel und stellen die Figuren in einem neuen Licht dar.

Bis auf das halbherzige "Stranger in a strange Land", was Jacks Erlebnisse in Thailand zeigt, aber wenig Antworten gibt, ist das Niveau der Episoden durchweg am Maximum. Man vereint wieder die wunderbaren Flashback-Momente mit einer überaus spannenden Handlung auf der Insel. Ausserdem gibt es Antworten auf einige der lange Zeit offenen Fragen, wie es z.B. zu Locke's Lähmung kam.
Zwischendrin gibt es sogar eine schwarzhumorige Folge, die sich mit den Nebencharakteren Nikki und Paulo beschäftigt und etwas ausserhalb der fortlaufenden Handlung steht.

Um Lost richtig geniessen zu können sollte man allerdings die Episoden dicht hintereinander ansehen, um nicht den Überblick zu verlieren.
Bei mir stellte sich in Staffel 3 dieser Effekt ein, dass ich jede neue Folge als neues Highlight empfand.
Wenn einen die Insel und ihre Bewohner erstmal in ihren Bann gezogen haben, dann gibt es Fernseh-Unterhaltung auf Kino-Niveau, mit intelligenten und spannenden Drehbüchern, sowie interessanten und liebenswerten Figuren.

Dazu immer wieder unerwartete Wendungen und ein hervorragendes Season-Finale, was einen, ob der langen Wartezeit auf Staffel 4 (ab Februar 2008 in den USA), fast schon verzweifelt vor Spannung zurücklässt.
Deshalb gibt es von mir die Höchstwertung von 10 Punkten.

Screenshot: Die wichtigsten Cast-Mitglieder der dritten Staffel auf einen Blick.


Serien-Wertung: 10 von 10 Punkten

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16 Mai 2007

 

Rom (TV-Serie) - Season 1 - USA 2005

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Genre(s): Drama / Action / Historie / Krieg / Serie
Laufzeit: 12 Episoden á ca. 50 Min.
Alterseinstufung: FSK 12 - 18

Inhalt:
Während ihr Feldherr Julius Caesar einen Bürgerkrieg mit seinem Widersacher Pompeius beginnt, haben Zenturio Lucius Vorenus und Legionär Titus Pullo neben dem Kriegseinsatz auch mit privaten Problemen zu kämpfen...

Kritik:
Ob Rom wirklich, wie vom US-Pay-TV-Sender HBO behauptet, die bisher teuerste Serie ist, sei einfach mal dahingestellt. Fakt ist, nach Band of Brothers und Deadwood gibt es erneut eine Serie mit historischem Hintergrund.
Rom verwebt dabei das Schicksal fiktiver Figuren mit dem der historisch überlieferten Personen. Die erste Staffel folgt dabei den Ereignissen rund um Gaius Julius Caesar, der zu Beginn Gallien unterwirft, über den Bürgerkrieg mit Pompeius bis schliesslich zu den Iden des März.

Obwohl einem vieles aus anderen Filmen bzw. dem Geschichtsunterricht bekannt vorkommen könnte - die Serie hält sich weitgehend an den überlieferten Ablauf - kommt trotzdem Spannung auf. Man fiebert mit den Figuren mit, allen voran natürlich mit dem fiktiven Vorenus und seiner Familie, die aus einfachen Verhältnissen stammen, sowie dem Legionär Pullo, dessen Mutter eine Sklavin war. Klassenunterschiede gibt es bei Rom zuhauf.

Der Reiz liegt wie bei Deadwood auch hier in der unverblümten Darstellung der damaligen Zeit, die einem ganz nebenbei einiges vom Alltag näherbringt, der in sonstigen Historienverfilmungen einfach zu kurz kommt bzw. in der Form fehlt.
Es gibt eine Menge Sex und Gewalt, die sich aber gut in die Geschehnisse einfügen und glaubwürdig wirken (mit Augenzwinkern auch die Cleopatra-Episode). Wenn Brutus seiner Mutter empfiehlt, sie solle sich von einem kräftigen Ubrier (?) besteigen lassen, um den Kopf frei zu bekommen, dann ist das aus heutiger Sicht zwar völlig befremdlich, aber damals war das moralisch kein Problem. Da freut sich auch Attia, wenn sie vermutet, dass ihr junger Sohn Octavius ein homosexuelles Beisammensein mit seinem Onkel Caesar hatte.

Gewalt wiederum ist allgegenwärtig. Die Schlachten werden zwar leider nur sehr kurz angedeutet und meist nur verbal beschrieben (zu mehr reichte das Budget wohl doch nicht), doch auch der Alltag in Rom wimmelt von Verbrechern, politischen Intrigen und einer Alltagsgrausamkeit. Da wird schon mal ein Sklave ausgepeitscht, um die schlechte Laune loszuwerden. Folter und Kreuzigung drohen nicht nur Feinden Roms.
Sehr heftig in Sachen Gewaltdarstellung ist Episode 11, die als einzige (zurecht) eine KJ-Freigabe erhielt. Der Ausflug in die Arena stellt vom Detailgrad Gladiator in den Schatten, ansonsten kommt einem der Kampfplatz sehr beengt vor.

Die Schauspieler sind weitgehend entsprechend ihrer Vorbilder gecastet und machen ihre Sache sehr gut. Bühnenbild, Beleuchtung (sehr wichtig!), Kostüme und der Soundtrack tun ihr übriges um eine passende Atmosphäre herzustellen.

Zu kritisieren gibt es wenig, ausser dass mancher (uninteressante) Nebenstrang zuviel Zeit beansprucht. Negativ fand ich auch, dass viele Zeitsprünge nur beiläufig erwähnt werden. Da vergeht von einer Szene zur nächsten schon mal ein Jahr, bzw. verändern sich die Schauspieler trotz der mehrere Jahre dauernden Handlung äusserlich kaum.

Wer also gerne mal die brutale Realität der Antike und ihre Moralvorstellungen kennenlernen will, dem sei Rom ans Herz gelegt. Man darf gespannt sein, welchen Sendeplatz RTL im Sommer für Rom bereitstellt. Um 20:15 Uhr wird man wohl nur eine gekürzte Version zu sehen bekommen.

Screenshots: Die beiden fiktiven Hauptfiguren: Legionär Pullo (l.) und Zenturio Lucius Vorenus.


Gaius Julius Caesar (Ciarán Hinds) und seine rechte Hand Marc Anton.


Hart werden in der Legion jegliche Verstösse gegen die Voschriften bestraft.


Attia von den Juliern (Polly Walker): Das Sinnbild für das dekadente, intrigante Rom.


Caesars Legionen überqueren den Rubikon - der Beginn des Bürgerkriegs.


Relativ klein wirkt die Arena aus Episode 11, ...


...dafür geht es umso blutiger zur Sache.


Serien-Wertung: 8 von 10 Punkten

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