15 Juli 2008
April Fool's Day - USA 1986
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Komödie
Laufzeit: ca. 89 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Die junge Muffy St. John lädt zum Spring Break ein paar Studienfreunde ins Haus ihrer Eltern ein, dass abgelegen auf einer kleinen Insel vor der Küste gelegen ist. Schon früh geht ein Aprilscherz böse auf Kosten eines Fährmannes und auch im Haus passieren neben offensichtlichen Spässen einige seltsame Dinge. Nach und nach verschwinden die Gäste und sterben offensichtlich eines gewaltsamen Todes...
Kritik:
April Fool's Day ist ein Nachzügler des ersten Slasher-Booms Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre. Und es gelingt ihm tatsächlich dem Genre nochmal etwas Neues abzugewinnen. Denn auch wenn das Ende nicht ganz so überrraschend ist, wie man sich erhoffen würde, so stellt es doch eine augenzwinkernde Alternative zum Rest des Genres dar.
Bis es soweit ist, gibt es die üblichen Klischee-Twens zu sehen, die viel über Sex reden und sich ansonsten mit mehr oder weniger kruden Aprilscherzen beschäftigen.
Es mangelt allerdings an Schauwerten, da die Morde nicht besonders deutlich gezeigt werden. Auch Spannung stellt sich erst ganz zum Schluss ein und ist dort auch ziemlich gezwungen.
Von den Darstellern gefiel mir Deborah Goodrich am besten, die nicht nur optisch gewisse Ähnlichkeiten zu Kristen Bell (Veronica Mars) hat, sondern auch nie um einen frechen Spruch verlegen ist.
Alles in allem ein Film, der vor allem für Genrefreunde nicht uninteressant ist.
Ein guter Ansatz, der aber leider nicht ansprechend genug umgesetzt wurde.
Screenshots:
80er-Jahre-Mode ist doch herrlich: Hier eine Jeansjacke kombiniert mit Tischdeckchen.

Unter den Gästen breitet sich Angst aus...

Auch Nikki (Deborah Goodrich) vergehen bald die lockeren Sprüche.

Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
Labels: 1980er, ab18, Originalsprache, USA
13 Juli 2008
Scorpion - Der Kämpfer - FRA 2007
OFDB-LinkGenre(s): Action / Drama / Kampfsport
Laufzeit: ca. 84 Min.
Alterseinstufung: Keine Jugendfreigabe
Inhalt:
Angelo ist der „Scorpion“. Sein Leben ist das Thai-Boxen, bis er bei einer Schlägerei seinen Herausforderer tötet. Es war ein Unfall, doch Angelo muss hinter Gitter. Nach der Entlassung aus dem Knast ist er am Boden, seine Boxkarriere scheint am Ende zu sein. Da macht ihm der einflussreiche Wettkartellboss Marcus ein verlockendes und zugleich gefährliches Angebot: Er soll bei illegalen und brutalen Untergrundkämpfen für ihn in den Ring steigen, mit der Aussicht, damit viel Geld zu verdienen. Zögerlich willigt Angelo ein. Doch dann lernt er Virgine kennen, und diese Begegnung verändert sein Leben. Durch sie wird sein Kampfgeist wieder geweckt...
Kritik:
Gefühlt gibt es sicher tausende Billigproduktionen über Kampfsportler, die sich bei illegalen Freefights verdingen. Die meisten sind auf die Kloppereien beschränkt und können sonst nichts bieten.
Scorpion ist hier anders, doch das war mir auch nicht ganz recht.
Denn die gezeigten Kämpfe sind nicht besonders zahlreich und waren für meine Begriffe auch nicht sonderlich spektakulär inszeniert. Es gibt wechselseitig was auf die Zwölf, Blut fliesst auch, aber Angelo erholt sich recht schnell von den Kämpfen. Vom Stil her sind diese Freefights á la UFC sicher auch nicht jedermanns Sache. Ich bevorzuge da schon eher visuell ansprechendere Kloppereien im Muay-Thai-Stil - die müssen dann auch nicht 100% realistisch sein.
Die Zeit zwischen den Kämpfen nutzt Angelo anfangs pflichtschuldig zum Trainieren, aber immer stärker rückt eine Beziehungskomponente in den Mittelpunkt des Films.
Er verliebt sich schlagartig in Virginie, die sich als alleinerziehende Barfrau und Gelegenheits-Prostituierte durchschlägt. Am Tiefpunkt seines Lebens idealisiert er diese gar nicht perfekte Frau.
Nicht nur hier hebt sich Scorpion deutlich zu den anfänglich erwähnten Billigproduktionen ab. Deswegen ist es auch schade, dass man aus den Drama- und Thriller-Elementen nicht mehr gemacht hat, um das Ganze etwas weniger vorhersehbar und spannender zu gestalten. Dazu noch ein paar mehr Kämpfe, die durchaus auch mal ausserhalb des Rings hätten stattfinden dürfen, und schon wäre ein richtig guter Genrebeitrag herausgesprungen, den Mann sich auch mal mit seiner Partnerin anschauen könnte.
Nunja, mag sein dass meine Ansprüche in der Beziehung etwas zu hoch gegriffen sind.
In der vorliegenden Form allerdings wird meiner Meinung nach der Beziehung zu viel Raum im Film gegönnt und wegen der eher seltenen Action kommen durchaus Längen auf.
Deswegen leider nur Durchschnitt.
Screenshots: Marcus (Francis Renaud) holt Angelo (Clovis Cornillac) aus der Gosse, ...

...damit er für ihn kämpft.

Angelo lernt Virginie (Karole Rocher) kennen, ...

...doch auch sie wird von Marcus ausgenutzt.

Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Labels: 2007, ab18, Frankreich
07 Juli 2008
The Machine Girl - JAP 2008
OFDB-LinkGenre(s): Splatter / Action / Trash
Laufzeit: ca. 91 Min.
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: Japanische Originalfassung mit engl. Untertiteln
Inhalt:
Die High-School-Schülerin Ami und ihr Bruder haben vor kurzem ihre Eltern verloren, weshalb sie sich geschworen haben, aufeinander aufzupassen. Als ihr Bruder vom Sprössling einer Yakuza-Familie erpresst und ermordet wird, schwört Ami den Beteiligten Rache.
Ihr unerbittlicher Feldzug wird dabei kurz unterbrochen, als man sie gefangennimmt, foltert und ihr den linken Arm abhakt. Doch sie kann fliehen und findet in der Autowerkstatt eines befreundeten Paares Zuflucht. Dort bastelt ihr ein Mechaniker einen Maschinengewehr-Aufsatz für ihren Arm und gemeinsam mit dessen Frau zieht sie gegen die Yakuza...
Kritik:
Seit ich das erste Mal etwas von Machine Girl hörte, war ich gespannt darauf, was die verrückten Japaner da wieder aushecken. Herausgekommen ist ein extrem trashiger Splatterfilm, der sich mit Herzenslust bei Filmverrücktheiten aus allen Epochen bedient. Ob es sich dabei um das auf den Arm montierte MG handelt (Planet Terror) oder die fliegende Guillotine (Kung-Fu-Filme), die den Gegnern die Köpfe abreisst, einen Drill-Bra oder Ninjas - hier ist vieles dabei, was Trashfreunde weltweit nicht erst seit der Renaissance des Grindhouse-Kinos schätzen.
Insofern dürfte auch klar sein, dass man den Film unter normalen Gesichtspunkten gar nicht bewerten kann. Die Story ist absolut minimal, die schauspielerischen Leistungen sind kaum erwähnenswert und auch sonst bewegt man sich, gewollt oder aus Geldmangel, unter einem gewissen Niveau.
Etwas schade fand ich, dass die Splattereffekte nicht besser ausgefallen sind. Da hätte jemand vom Schlage eines Olaf Ittenbach sicher weit beindruckendere Effekte für wenig Geld erzeugen können. So gibt es zwar auch blutspritzenden Splatter in rauhen Mengen zu sehen, doch reisst das den Gorefan nicht wirklich vom Hocker.
In Sachen Sex hält man sich leider zurück.
Auch wenn Minase Yashiro als Ami in ihrer Schulmädchen-Uniform zuckersüss aussieht, so wäre doch nichts gegen ein bisschen Nacktheit einzuwenden gewesen. Das hätte auch ein wenig Abwechslung bedeutet, denn die Gore-Szenen sind trotz Einfallsreichtum der Macher leider auf die Dauer etwas ermüdend.
Somit kann Machine Girl leider nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllen.
Trotzdem: Wer gerne Splatter-Trash sieht, der wird voll auf seine Kosten kommen. Am besten in Party-Atmosphäre geniessen.
Alle anderen machen lieber einen weiten Bogen um den Film...
Screenshots: Ami (Minase Yashiro) sinnt auf Rache.

Dabei muss sie gegen Ninjas antreten...

...und den Folterkeller der Yakuza lebendig überstehen.

Ami findet eine Verbündete, die nicht minder entschlossen nach Rache strebt.

Promille-Wertung: 6 von 10 Punkten
Labels: 2008, ab18, Japan, Originalsprache
06 Juli 2008
War Fighter - RUS 2006
OFDB-LinkGenre(s): Action / Krieg
Laufzeit: ca. 132 Min.
Alterseinstufung: Keine Jugendfreigabe
Inhalt:
Mehr oder weniger allein mit einer Kompanie von frisch rekrutierten Grünschnäbeln sollen der junge Oberleutnant Doronin (Anatoli Pashinin) und der kampferfahrene Major Valerian (Mikhail Porechenkov) einen strategisch bedeutsamen Höhenzug mitten im feindlichen tschetschenischen Hinterland besetzen und gegebenenfalls verteidigen. Weder die Offiziere noch ihre aus allen gesellschaftlichen Schichten stammenden Untergebenen ahnen, dass sich eine feindliche Rebelleneinheit in zehnfacher Überlegenheit auf sie zu bewegt.
Kritik:
Wie ich der IMDB entnehme hat man hier eine 4-stündige russische Miniserie auf etwas mehr als 2 Stunden zusammengekürzt und in Deutschland auf DVD rausgebracht. Dadurch erwartet den Zuschauer geradlinige Kriegsaction, der man die offensichtlichen inhaltlichen Kürzungen nur selten anmerkt.
So scheint wohl die Ausbildung der Rekruten komplett weggelassen worden zu sein, denn hier geht es für die scheinbaren Frischlinge direkt in den Einsatz.
Ich hatte bei dem Film teilweise ein wenig den Eindruck, die russische Version von Wir waren Helden zu sehen. Denn nachdem die Soldaten ihre Stellungen auf dem strategisch wichtigen Hügel bezogen haben, machen sich auch schon tausende Terroristen auf den Weg, um ihnen Angriffswelle nach Angriffswelle entgegenzuwerfen.
Auch vom überbordenden Pathos passt der Vergleich zum amerikanischen Pendant. Denn wie zu erwarten sind die Rollen hier klar verteilt.
Die Russen sind natürlich die Guten, während die andere Seite aus unzähligen Terroristen besteht, die zu Beginn des Films einen brutalen Angriff auf ein russisches Dorf durchführen.
Unfreiwillig komische Stellen gibt es dabei auch, wenn z.B. die Terroristen in einer Reihe auf die Stellung zumarschieren, dann langsamer werden und sich schliesslich abschiessen lassen. Aber wer versteht schon diese durchgeknallten Terroristen...?!
Man sollte also nicht unbedingt die höchsten Erwartungen an diesen Kriegsfilm haben, der die "glorreichen" russischen Truppen und ihren Heldenmut zelebriert.
Wer damit aber klarkommt, den erwartet technisch gut gemachtes Actionkino, welches in der zweiten Hälfte unablässige Gefechte zeigt und vor allem natürlich mal etwas ganz anderes bietet, als die Hollywood-Kriegsfilme. Denn Pathos hin oder her - es ist durchaus ganz interessant auch mal russische Truppen ins Gefecht zu begleiten.
Screenshots: Ein Stosstrupp auf Aufklärungsmission.

Kommunikation im Gefecht.

Nur selten bekommen die Russen Luftunterstützung durch Kampfhubschrauber.

Major Valerian (Mikhail Porechenkov).

Normale Wertung: 6 von 10 Punkten
26 Juni 2008
The Ruins - USA 2008
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 93 Min. (Unrated)
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Während ihres dreiwöchigen Augusturlaubs auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán schwitzen die vier amerikanischen Touristen Jeff (Jonathan Tucker), Amy (Jena Malone), Eric (Shawn Ashmore) und seine Freundin Stacey (Laura Ramsey) in der schwülen Küstenstadt Cancun.
Aus Langeweile schliessen sie sich im Rahmen eines Tagesausflugs dem deutschen Mathias (Joe Anderson) an, der seinen Bruder besuchen will. Dieser nimmt im Dschungel an der archäologischen Untersuchung einer Maya-Ruine teil.
Doch kaum sind sie an dem entlegenen Ort angekommen, müssen sie mit Schrecken feststellen, dass sie ihn nicht mehr so leicht verlassen können...
Kritik:
Deutlich positiv überrascht war ich von The Ruins, der von der Grundbeschreibung eher nach dem üblichen Horror-Setting á la Turistas oder Hostel klingt.
Mal ehrlich: Twens, die im Urlaub was besonderes erleben wollen, und deswegen ohne jemandem Bescheid zu geben (ausser ein paar besoffenen Griechen) an eine entlegene Ausgrabungsstätte fahren, wo das Grauen schon auf sie wartet...
Hat man doch schon zur Genüge gesehen, oder?
Weit gefehlt, denn auch wenn der Einstieg in den Film sich gänzlich am üblichen Klischee orientiert und die Figuren auch auf wenige Charakterzüge beschränkt bleiben, so gelingt es Carter Smith bei seinem Regie-Debüt sich auf die Qualitäten eines guten Horrorfilms zu besinnen, was sicher auch einer guten Buchvorlage und Drehbuch-Umsetzung durch den Original-Autor Scott Smith zu verdanken ist.So wird über den ganzen Film stetig die Spannungskurve gesteigert und man fiebert mit den sympathischen Protagonisten mit.
Der erste Schock kommt dabei schon ziemlich früh, bei der ersten Begegnung mit den Maya-Nachkommen (?).
Aber auch später ist die Story immer wieder für Überraschung gut. Ob das nun das Geheimnis der Ruinen ist, oder auch der stetig ansteigende Gore-Level, den ich so nicht erwartet hatte.
Es geht in der Unrated-Version schon sehr blutig zur Sache. Und wenn man gesehen hat, wie die Gewalt rüberkommt, dürfte klar sein, dass der Film in der deutschen Kinofassung (ab 16) um die entsprechenden Stellen erleichert sein muss.
Ausdrücklich muss man den Cast loben, der überraschend stark besetzt ist. Jena Malone, Laura Ramsey, Jonathan Tucker und Shawn Ashmore zeigen hier eine tolle Leistung, die ihre Figuren und deren wachsende Verzweiflung glaubhaft rüberbringt und damit wohltuend von vielen anderen Horrorfilmen abhebt.
Ihre Handlungen und auch ihre Schwächen sind anhand der Extremsituation gut nachvollziehbar.
Einzig Joe Anderson als Deutscher ist eine Fehlbesetzung, die ich mir überhaupt nicht erklären kann. Denn wenn man den Film im Original sieht, fällt einem sofort auf, dass seine Interpretation der deutschen Sprache durchweg lächerlich ist und scheinbar auf die Klischeevorstellung eines deutschen Akzents abzielt.
Oberpeinlich wenn er mehrmals seinen Bruder Heinrich mit "Heinrrrikk" ruft.
Sicher dürfte ein Kernpunkt des Films (das "Böse") bestens dazu geeignet sein das Publikum zu spalten. Soviel habe ich aus anderen Reviews schon herausgelesen.
Mir gefiel die Idee jedoch sehr gut, gerade weil das Ganze nicht grossartig dargelegt wird, sondern sich der Film auf den Horror der Touristen konzentriert.
Deswegen von mir eine klare Empfehlung - allerdings nur für die ungekürzte Version!
Screenshots: Noch ist der Ausflug eine nette Abwechslung zum Badeurlaub.

Doch schon kurze Zeit später verwandelt sich der Trip in einen Alptraum...

...und Verzweiflung stellt sich ein.

Normale Wertung: 8 von 10 Punkten
Labels: 2008, ab18, Originalsprache, USA
29 August 2006
Last House on the Left - USA 1972
OFDB-LinkGenre(s): Krimi / Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 84 Min. (Uncut)
Alterseinstufung: FSK 18 (indiziert)
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Die gerade 17-jährige Mari und ihre Freundin Phyllis, zwei junge Mädchen vom Land, fahren zu einem Rockkonzert in die Stadt. Blauäugig und naiv folgen die beiden einem geistig zurückgebliebenen Mann, von dem sie Drogen kaufen wollen. In dessen Wohnung angekommen, stehen sie plötzlich seinem Bruder und zwei Bekannten gegenüber, die sich alle auf der Flucht vor der Polizei befinden und eine ausgeprägte sadistische Ader vorzuweisen haben.
Als Geiseln genommen und von ihren Peinigern verschleppt, beginnen für die beiden Mädchen die schlimmsten Stunden ihres Lebens. ln einem Wald können die Kidnapper ihre sadistischen Phantasien ausleben und demütigen ihre Opfer aufs Schlimmste. Als beide tot sind nisten sich die Mörder unwissend im Elternhaus eines der Mädchen ein, aber ihre Eltern kommen hinter das schreckliche Geheimnis und rächen sich...
Kritik:
Im Vorfeld hatte ich schon viel von diesem berüchtigten Film gehört, der in vielen Ländern der Erde verboten war bzw. zensiert wurde. Auch hierzulande wurde der Film extrem gekürzt und die ungeschnittenen Fassungen beschlagnahmt.
Insofern habe ich mir dann gleich die ungeschnittene Originalversion angesehen.
Regisseur Wes Craven (Nightmare on Elm Street, Scream) und Produzent Sean S. Cunningham (Freitag der 13te) arbeiteten zusammen an dieser Low-Budget-Produktion (90.000 US-Dollar), die in die Geschichte eingehen sollte. Die Karriere der beiden sollte sich nach diesem Film und ihrem darausfolgenden üblen Ruf in Richtung Horror bewegen, wo sie noch sehr erfolgreich waren.
Der Film selber erzählt ziemlich schnell und direkt seine bitterböse Geschichte. Berüchtigt geworden ist der Film vor allem für die sexuelle Demütigung der Mädchen, ihre Vergewaltigung und Tötung. Gezeigt wird dabei vergleichsweise recht wenig - in Sachen Sex und Splatter ist man da heute schon was anderes gewöhnt. Jedoch verfehlt der Film auch heute seine Wirkung nicht.
Man fühlt sich den Opfern sehr nahe und leidet mit ihnen mit. Dieser Part wird todernst präsentiert und geht einem sehr nahe. Verstörend dazu wirkt jedoch ein extremer Kontrast mit anderen Szenen, in denen man zwei trottelige Bullen sozusagen als Comic Relief sieht, die sich absolut bescheuert verhalten. Ob das ein Synonym für die Unfähigkeit der Polizei sein soll, oder man dadurch die Gewaltszenen noch deutlicher hervorheben wollte, oder diese Szenen vielleicht wirklich auflockernd gemeint waren, kann ich schwer abschätzen. Fakt ist dass diese unlustigen, dämlichen Szenen und ein total fröhlicher Soundtrack absolut nicht zu der gezeigten Grausamkeit passen und den Zuschauer völlig aus dem Konzept bringen.
Wie schon in einigen Filmen der 70er findet sich auch hier eine Gutheissung von Selbstjustiz. Wenn die Eltern eines der ermordeten Mädchen die Killerbande systematisch um die Ecke bringen, und ihnen dabei in Grausamkeit nicht nachstehen, dann empfindet man als Zuschauer Befriedigung.
Einem der Vergewaltiger wird dabei der Penis abgebissen, ein anderer mit Stromschlag und Kettensäge behandelt und der beteiligten Dame vergleichsweise zurückhaltend "nur" die Kehle aufgeschlitzt. Der einzige der Verbrecher, der stets Bedenken an den Grausamkeiten hatte, richtet sich selbst.
Das alles hinterlässt einen heftigen Eindruck, der auch nach 34 Jahren noch gut und schockierend rüberkommt.
Auch wenn der Film klar als Low-Budget-Produktion erkennbar ist, mit Einsparungen bei den Effekten, Locations, usw. so sind doch vor allem die schauspielerischen Leistungen überzeugend.
Vor allem die Gangsterbande ist klasse gespielt und gewissermaßen ein Archetyp für perverse Killer-Familien späterer Horrorfilme.
Jeder der vier wirkt lebensecht. Beste Szene mit Sicherheit, als sie nach der Tötung von Phyllis und der Vergewaltigung von Mari alle ziemlich schuldbewusst dreingucken, als sich Mari übergeben muss. Ein Moment, der wirklich hervorragend eingefangen wurde. Umso heftiger als sie dann wieder zu ihrer vorherigen Linie zurückkehren und das Mädchen, welches von sich aus schon ins Wasser gehen will, erschiessen.
Die Opfer tun sich natürlich etwas schwerer mit der Performance, weil sie ja hauptsächlich Angst haben, doch auch sie spielen prima. Vor allem die Vergewaltigung von Mari ist sehr eindringlich in Szene gesetzt.
Die Eltern sind ok, wirken jedoch aufgrund des hier doch sehr holprigen Drehbuchs nicht so lebensecht. Obwohl ihre Tochter vermisst wird, lassen sie die Fremden bei sich wohnen und spielen die tollen Gastgeber. Auch der MacGyver-mässige Einfallsreichtum bei der anschliessenden Tötung der Verbrecher schien mir etwas unglaubwürdig.
Fest steht, dass der Film seinen heftigen Ruf zu Recht hat. Obwohl in Sachen gezeigter Gewalt inzwischen viel mehr möglich ist, so kommt er doch immer noch äusserst krass rüber. Erschütternd zeigt er ein sinnloses Gewaltverbrechen und die einfache These, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt.
Dazu noch dieses komische Element, dass einen total verstört.
Sicher ein Meilenstein für das Horrorgenre, der eine große Zahl von Nachahmerfilmen bis zum heutigen Tag inspiriert hat.
Screenshots: Bleibt weg von Drogen! Weil sie welche kaufen wollten...

...geraten die zwei Mädchen in die Hände der sadistischen Verbrecher.

Das tödlich verwundete Opfer schleppt sich davon.

Die Täter begutachten nach vollbrachtem Mord die Leiche.

Schnittbericht zu der in Deutschland erhältlichen SPIO/JK-DVD-Version.
angeschaut am: 2.07.2006
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
Labels: 1970er, ab18, Originalsprache, USA
