07 Juli 2008
The Machine Girl - JAP 2008
OFDB-LinkGenre(s): Splatter / Action / Trash
Laufzeit: ca. 91 Min.
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: Japanische Originalfassung mit engl. Untertiteln
Inhalt:
Die High-School-Schülerin Ami und ihr Bruder haben vor kurzem ihre Eltern verloren, weshalb sie sich geschworen haben, aufeinander aufzupassen. Als ihr Bruder vom Sprössling einer Yakuza-Familie erpresst und ermordet wird, schwört Ami den Beteiligten Rache.
Ihr unerbittlicher Feldzug wird dabei kurz unterbrochen, als man sie gefangennimmt, foltert und ihr den linken Arm abhakt. Doch sie kann fliehen und findet in der Autowerkstatt eines befreundeten Paares Zuflucht. Dort bastelt ihr ein Mechaniker einen Maschinengewehr-Aufsatz für ihren Arm und gemeinsam mit dessen Frau zieht sie gegen die Yakuza...
Kritik:
Seit ich das erste Mal etwas von Machine Girl hörte, war ich gespannt darauf, was die verrückten Japaner da wieder aushecken. Herausgekommen ist ein extrem trashiger Splatterfilm, der sich mit Herzenslust bei Filmverrücktheiten aus allen Epochen bedient. Ob es sich dabei um das auf den Arm montierte MG handelt (Planet Terror) oder die fliegende Guillotine (Kung-Fu-Filme), die den Gegnern die Köpfe abreisst, einen Drill-Bra oder Ninjas - hier ist vieles dabei, was Trashfreunde weltweit nicht erst seit der Renaissance des Grindhouse-Kinos schätzen.
Insofern dürfte auch klar sein, dass man den Film unter normalen Gesichtspunkten gar nicht bewerten kann. Die Story ist absolut minimal, die schauspielerischen Leistungen sind kaum erwähnenswert und auch sonst bewegt man sich, gewollt oder aus Geldmangel, unter einem gewissen Niveau.
Etwas schade fand ich, dass die Splattereffekte nicht besser ausgefallen sind. Da hätte jemand vom Schlage eines Olaf Ittenbach sicher weit beindruckendere Effekte für wenig Geld erzeugen können. So gibt es zwar auch blutspritzenden Splatter in rauhen Mengen zu sehen, doch reisst das den Gorefan nicht wirklich vom Hocker.
In Sachen Sex hält man sich leider zurück.
Auch wenn Minase Yashiro als Ami in ihrer Schulmädchen-Uniform zuckersüss aussieht, so wäre doch nichts gegen ein bisschen Nacktheit einzuwenden gewesen. Das hätte auch ein wenig Abwechslung bedeutet, denn die Gore-Szenen sind trotz Einfallsreichtum der Macher leider auf die Dauer etwas ermüdend.
Somit kann Machine Girl leider nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllen.
Trotzdem: Wer gerne Splatter-Trash sieht, der wird voll auf seine Kosten kommen. Am besten in Party-Atmosphäre geniessen.
Alle anderen machen lieber einen weiten Bogen um den Film...
Screenshots: Ami (Minase Yashiro) sinnt auf Rache.

Dabei muss sie gegen Ninjas antreten...

...und den Folterkeller der Yakuza lebendig überstehen.

Ami findet eine Verbündete, die nicht minder entschlossen nach Rache strebt.

Promille-Wertung: 6 von 10 Punkten
Labels: 2008, ab18, Japan, Originalsprache
26 Juni 2008
The Ruins - USA 2008
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 93 Min. (Unrated)
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Während ihres dreiwöchigen Augusturlaubs auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán schwitzen die vier amerikanischen Touristen Jeff (Jonathan Tucker), Amy (Jena Malone), Eric (Shawn Ashmore) und seine Freundin Stacey (Laura Ramsey) in der schwülen Küstenstadt Cancun.
Aus Langeweile schliessen sie sich im Rahmen eines Tagesausflugs dem deutschen Mathias (Joe Anderson) an, der seinen Bruder besuchen will. Dieser nimmt im Dschungel an der archäologischen Untersuchung einer Maya-Ruine teil.
Doch kaum sind sie an dem entlegenen Ort angekommen, müssen sie mit Schrecken feststellen, dass sie ihn nicht mehr so leicht verlassen können...
Kritik:
Deutlich positiv überrascht war ich von The Ruins, der von der Grundbeschreibung eher nach dem üblichen Horror-Setting á la Turistas oder Hostel klingt.
Mal ehrlich: Twens, die im Urlaub was besonderes erleben wollen, und deswegen ohne jemandem Bescheid zu geben (ausser ein paar besoffenen Griechen) an eine entlegene Ausgrabungsstätte fahren, wo das Grauen schon auf sie wartet...
Hat man doch schon zur Genüge gesehen, oder?
Weit gefehlt, denn auch wenn der Einstieg in den Film sich gänzlich am üblichen Klischee orientiert und die Figuren auch auf wenige Charakterzüge beschränkt bleiben, so gelingt es Carter Smith bei seinem Regie-Debüt sich auf die Qualitäten eines guten Horrorfilms zu besinnen, was sicher auch einer guten Buchvorlage und Drehbuch-Umsetzung durch den Original-Autor Scott Smith zu verdanken ist.So wird über den ganzen Film stetig die Spannungskurve gesteigert und man fiebert mit den sympathischen Protagonisten mit.
Der erste Schock kommt dabei schon ziemlich früh, bei der ersten Begegnung mit den Maya-Nachkommen (?).
Aber auch später ist die Story immer wieder für Überraschung gut. Ob das nun das Geheimnis der Ruinen ist, oder auch der stetig ansteigende Gore-Level, den ich so nicht erwartet hatte.
Es geht in der Unrated-Version schon sehr blutig zur Sache. Und wenn man gesehen hat, wie die Gewalt rüberkommt, dürfte klar sein, dass der Film in der deutschen Kinofassung (ab 16) um die entsprechenden Stellen erleichert sein muss.
Ausdrücklich muss man den Cast loben, der überraschend stark besetzt ist. Jena Malone, Laura Ramsey, Jonathan Tucker und Shawn Ashmore zeigen hier eine tolle Leistung, die ihre Figuren und deren wachsende Verzweiflung glaubhaft rüberbringt und damit wohltuend von vielen anderen Horrorfilmen abhebt.
Ihre Handlungen und auch ihre Schwächen sind anhand der Extremsituation gut nachvollziehbar.
Einzig Joe Anderson als Deutscher ist eine Fehlbesetzung, die ich mir überhaupt nicht erklären kann. Denn wenn man den Film im Original sieht, fällt einem sofort auf, dass seine Interpretation der deutschen Sprache durchweg lächerlich ist und scheinbar auf die Klischeevorstellung eines deutschen Akzents abzielt.
Oberpeinlich wenn er mehrmals seinen Bruder Heinrich mit "Heinrrrikk" ruft.
Sicher dürfte ein Kernpunkt des Films (das "Böse") bestens dazu geeignet sein das Publikum zu spalten. Soviel habe ich aus anderen Reviews schon herausgelesen.
Mir gefiel die Idee jedoch sehr gut, gerade weil das Ganze nicht grossartig dargelegt wird, sondern sich der Film auf den Horror der Touristen konzentriert.
Deswegen von mir eine klare Empfehlung - allerdings nur für die ungekürzte Version!
Screenshots: Noch ist der Ausflug eine nette Abwechslung zum Badeurlaub.

Doch schon kurze Zeit später verwandelt sich der Trip in einen Alptraum...

...und Verzweiflung stellt sich ein.

Normale Wertung: 8 von 10 Punkten
Labels: 2008, ab18, Originalsprache, USA
14 Juni 2008
Terminator: The Sarah Connor Chronicles (TV-Serie) - Season 1 - USA 2008
OFDB-LinkGenre(s): SciFi / Action / Horror / Serie
Laufzeit: 9 Episoden á ca. 41 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Die Serie spielt nach den Ereignissen aus Terminator 2 und beginnt im Jahr 1999:
Sarah Connor (Lena Headey) und ihr Sohn John (Thomas Dekker) werden von den Behörden gesucht und verstecken sich mal hier, mal da. Nachdem sie wieder einmal an einen neuen Ort gezogen sind, werden sie aber von einem Terminator aufgespürt, der vom Computernetzwerk Skynet geschickt wurde, um John zu töten.
Allerdings wurde aus der Zukunft auch erneut ein Terminator geschickt, um die Connors zu beschützen. Diesmal in Form von John's hübscher Klassenkameradin Cameron (Summer Glau).
Gemeinsam entschliessen sie sich zur Flucht in die Zukunft. Im Jahr 2007 wollen sie verhindern, dass Skynet entstehen kann und 4 Jahre später die Apokalypse über die Menschheit bringt.
Doch das FBI und Skynet verfolgen ihre Spur...
Kritik:
An T:TSCC gibt es einiges zu kritisieren, aber eines hat perfekt geklappt: Das Timing der Ausstrahlung in den USA.
Dort startete die Serie nämlich mitten im Autorenstreik und war damit fast die einzige Serie, die zu dieser Zeit neue Episoden auf den Bildschirm brachte. Das, und natürlich das kultige Kino-Franchise, dürfte mit entscheidend dafür gewesen sein, dass der Pilotfilm eine sensationelle Einschaltquote erzielte.
Allerdings unterscheiden sich Pilot und Rest der Serie aber merklich voneinander. Denn während ersterer die altbekannte Geschichte um die zwei Terminatoren, der eine gut, der andere böse, die in John Connors Umfeld gelangen, neu erzählt und den Zuschauer vornehmlich an die anderen Schauspieler gewöhnen will, so sind die restlichen Episoden deutlich düsterer und dabei auch inhaltlich besser als der Pilot.
Die Serie hat erkennbare Schwächen: Das fängt beim Cast an. Dass man den Pilot-Terminator nicht mehr auftreten lässt ist gut so, denn der Kerl war furchtbar.Lena Headey ist durchaus ok, auch wenn ihr die Toughness einer Linda Hamilton fehlt.
Warum man John Connor (Thomas Dekker) vom umtriebigen Problemkid zum intelligenten Weichei umgepolt hat, ist mir da schon eher ein Rätsel.
Am interessantesten ist mit Sicherheit Summer Glau als Terminatrix. Auch wenn ihre physischen Auseinandersetzungen mit anderen Terminatoren nicht so überzeugend sind, wie man das aus den Kinofilmen gewöhnt ist, so ist doch ihre weltfremde Art und die unterdrückte Erotik der "Maschine" unterhaltsam.
Abgesehen von den grundlegenden Problemen des Terminator-Universums mit der Zeitreise-Logik (warum schickt Skynet keinen Terminator in die Zeit vor Terminator 1 ?), wirkt die Serie in den ersten Folgen noch etwas planlos, wohin die Reise gehen soll. Man will zwar wieder einmal die Apokalypse aufhalten, doch wird das nur mässig rübergebracht. Auch wird sich wieder gerne mit völlig nutzlosen Handfeuerwaffen gegen die bösen Terminatoren zur Wehr gesetzt...
Die Serie ist dabei technisch einwandfrei produziert und in praktisch jeder Folge verwertet man bekannte Effekte aus der Filmreihe, so z.B. wenn Cameron's "Gehirn", ihre zentrale CPU, ausgebaut und an einen PC angeschlossen wird, um sich so besser in ein Computersystem zu hacken, oder wenn es kurze Einblicke in die Zukunft gibt - nach dem Armageddon.
Wie erwähnt fehlt mir bei den bisherigen 9 Episoden noch ein packender roter Faden. Praktisch erst in der Schlussfolge gibt man etwas Gas, was dann auch dringend nötig ist, denn zwischenzeitlich wirkt die Handlung unfokussiert und teilweise sogar recht langweilig.
Aber trotz alledem reicht der Zauber des Terminator-Franchise, um den Fan bei der Stange zu halten. Zudem traue ich der Serie ein gewisses Potential zu, dass sich hoffentlich in der zweiten Staffel zeigen wird, für die vom Sender FOX bereits grünes Licht gegeben wurde.
Denn auch wenn wir in den letzten Jahren mit tollen Serien verwöhnt wurden, die vom Start weg begeisterten, so muss man als Serienfan zugeben, dass viele 1. Staffeln schwach gestartet sind und nur Wegbereiter und Basis für packende spätere Seasons waren.
Screenshots: Terminatrix Cameron (Summer Glau) beschützt John (Thomas Dekker).

Später gesellt sich noch Brian Austin Green als Widerstandskämpfer aus der Zukunft zum Cast dazu.

Serien-Wertung: 7 von 10 Punkten
Labels: 2008, ab16, Originalsprache, Serie, USA
21 Mai 2008
Cloverfield - USA 2008
OFDB-LinkGenre(s): Action / SciFi / Thriller
Laufzeit: ca. 85 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Mit einer Überraschungsparty und vielen Freunden feiert Rob (Mike Vogel) seine Beförderung, als ein vermeintliches Erdbeben die Fete jäh beendet. Die Nachrichten sind ratlos. Als sich am anderen Ende New Yorks eine große Explosion ereignet, bricht Panik aus. Die ungläubigen Menschen auf den Straßen müssen mitansehen, wie ein unbekanntes, riesiges Ungetüm im Schutz der Nacht ihre Stadt verwüstet. Rob und seine Clique wollen vor dem Monster nach Coney Island fliehen, doch gilt es vorher noch seine Ex-Freundin zu retten, die verletzt in ihrem Appartement liegt...
Kritik:
Bei Cloverfield stellte sich mir persönlich eigentlich nur eine Frage: nämlich ob der Film mit dem enormen Hype im Vorfeld mithalten kann. Hinterher konnte ich getrost feststellen: Die Marketing-Kampagne hat gesiegt.
Eigentlich erstaunlich, dass es nach dem enormen finanziellen Erfolg des Blair Witch Projects längere Zeit keine Filme mehr aus der semidokumentarischen "Ich-Perspektive" (= mit Handkamera der Filmcharaktere selbst gedreht) gab. Oder doch nicht so ganz, denn wie ich aus einer Quelle des örtlichen Kinos erfahren durfte, haben bei Cloverfield bemerkenswert viele Zuschauer den Kinosaal schon weit vor dem Ende verlassen.
Denn die Konsequenz, mit der hier die Handkamera eingesetzt wird, führt zwangsläufig dazu, dass es permanent wackelt und man teilweise sehr wenig erkennt, sondern mehr erahnt, was dann bei vielen Personen ein ungutes Gefühl im Magen erzeugt.
Ich habe es durchgehalten, aber man muss schon sagen, dass dem Zuschauer keinesfalls mehr Gewackel zugemutet werden sollte.
Auch wenn ich vorhin aufs Blair Witch Project verwiesen habe, weil es der mir bekannteste Vertreter dieser Filmtechnik ist, so liegt heutzutage wohl eher eine Verbindung zu Youtube bzw. den diversen Eyewitness-Reports der Nachrichtensender und dem bekanntesten Datum der jüngeren Zeit, nämlich 9/11, nahe.
Mittendrin statt nur dabei, nur dass diesmal Monster und keine Terroristen New York verwüsten.
Lange Rede, kurzer Sinn: Das Unterscheidungsmerkmal zu gewöhnlichen Monsterfilmen ist die Handkamera-Perspektive. Die schafft es teils wirklich hervorragend einen zu erschrecken und alleine dadurch Spannung zu erzeugen. Aber oftmals wünschte ich mir eben auch mehr zu erfahren, als nur die kleinen Info-Häppchen, die den Betroffenen zuteil werden, bzw. mehr zu sehen. Denn das (grosse) Monster taucht relativ selten mal auf und ist eher unscharf zu sehen. (Trotzdem: Der Nebel lässt grüssen...)
Da der Zuschauer stellvertretend durch unsere Hobbyfilmer immer selber im Fokus des Geschehens ist, wundert es natürlich nicht, dass die Charaktere aus der Klischeeschublade stammen und entsprechend flach bleiben. Auch mit der reichlich bescheuerten Idee, die verletzte Ex-Freundin aus einem vom Einsturz bedrohten Hochhaus zu retten, dürfte der eine oder andere Zuschauer sicher nicht ganz einverstanden sein, aber letztlich gehören bescheuerte Entscheidungen auch in jeden Horrorfilm.
Letztlich gibt es bei Cloverfield eine Unmenge an Elementen, über die man sich ziemlich aufregen könnte, was man auch in vielen Kritiken hören und lesen kann.
So ist es auch schwer eine Empfehlung zu geben.
Mir gefiel die dichte Atmosphäre und die ziemlich gnadenlose Umsetzung der Katastrophe. Der schleppende Anfang und die flachen Charakter konnten mich dagegen nicht so recht überzeugen.
Wer also mit extremer Wackelkamera klarkommt, bzw. keine Angst vor Übelkeit hat, der kann sich ja selber ein Bild von dem meistgehypten Film des Jahres machen.
Von mir gibt es in der Erstwertung 6,5 Punkte.
Screenshots: Eigentlich wollte man nur eine Party feiern.

Doch als New York angegriffen wird...

...gerät selbst die Armee an ihre Grenzen bei der Abwendung der Bedrohung.

Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten
17 Mai 2008
Iron Man - USA 2008
OFDB-LinkGenre(s): Action / SciFi
Laufzeit: ca. 123 Min. (Geschnittene Fassung)
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Mit der Fabrikation von Waffen im großen Stil hat es Tony Stark (Robert Downey Jr.) zum milliardenschweren Großindustriellen gebracht und gedenkt sich zur Ruhe zu setzen. Als er in Afghanistan entführt und gezwungen wird, eine zerstörerische Allzweckwaffe zu entwickeln, trickst Stark seine Kidnapper aus: Er kreiert eine eiserne Rüstung, die ihn unverwundbar macht. Dadurch entdeckt er eine globale Verschwörung, die nur er aufhalten kann.
Kritik:
Mit Iron Man ist nun endlich der erste Sommer-Blockbuster eingetroffen und um es vorwegzunehmen: Die Comic-Verfilmung enttäuscht nicht.
Das liegt allerdings weniger an der Action, sondern vor allem am Hauptdarsteller Robert Downey Jr., der zumindest anfänglich weit von der Vorstellung eines Helden entfernt ist.
Stattdessen interessiert sich das Supergenie nur für sein persönliches Vergnügen und produziert Waffen, um sich seinen Lebensstil zu finanzieren. Downey Jr. macht es sichtlich Spass den überheblichen Playboy darzustellen, der scheinbar nur daran interessiert ist, möglich schnell an der nächsten Bar wieder aufzutanken.
Doch wie es sich für einen Superheldenfilm gehört, dauert es nicht lange, bis ein einschneidendes Erlebnis die Dinge ändert. Stark's Wandlung vom Misanthropen zum Helden ist dabei noch einigermassen glaubhaft geblieben - steht doch am Anfang das persönliche Rachemotiv, was sich später auch mit den Interessen seiner Mitmenschen deckt.Leider etwas spärlich gesät ist die Action. Die ist zwar relativ abwechslungsreich, aber doch etwas zu schnell vorbei. Wobei Iron Man das typische Problem jeder Comic-Franchise hat, dass im ersten Teil (ein zweiter wurde schon bestätigt) etwas über die Hälfte der Zeit für Vorgeschichte und Entstehung des "Iron Man"-Anzugs draufgehen, so dass zwangsläufig die zweite Hälfte etwas auf die Tube drücken muss, um zügig ins Finale zu kommen.
Die Story folgt dabei natürlich dem Grundgerüst der meisten Comicverfilmungen und ist auch für unerfahrene Zuschauer sicher recht vorhersehbar. Doch das macht nichts, denn auch wenn sich keine Hochspannung einstellt, wird es auch nie langweilig. Dafür sorgt wie gesagt die relaxte Einstellung der Hauptfigur und der Humor, der Gottseidank nie ins Infantile abzurutschen droht.
Erfreulich ist nicht nur Robert Downey Jr., sondern auch der restliche Cast. Gwyneth Paltrow kann viel aus ihrer Rolle herausholen, wie auch Jeff Bridges als versteckter Bösewicht. Terrence Howard's Rolle als Army-Vertrauter ist dagegen sehr klein ausgefallen.
Fazit: Iron Man bietet das, was man sich von einem Sommer-Blockbuster erwartet, nämlich Unterhaltung. Nicht mehr und auch nicht weniger. Hier wird das Superhelden-Genre beileibe nicht neu erfunden, sondern nach der bewährten Erfolgsformel gearbeitet.
Von meiner Seite aus gibt es dafür verdiente 7 Punkte.
Screenshots: In Gefangenschaft entwickelt Tony Stark (Robert Downey Jr.)...

...die Idee zur Konstruktion des Iron Man.

Normale Wertung: 7 von 10 Punkten
15 Mai 2008
The Eye - USA 2008
OFDB-LinkGenre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 90 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: Englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Die seit ihrem fünften Lebensjahr erblindete Violinistin Sydney (Jessica Alba) erhält nach einer Hornhautverpflanzung das Augenlicht zurück. Nach der schwierigen Operation erkennt sie zunächst nur Umrisse, doch manche gehören weder ihrer Schwester Helen (Parker Posey), noch den behandelnden Ärzten. Entsetzt stellt Sydney fest, dass sie mehr sieht als andere Menschen: Übel gesonnene Geister stellen ihr nach. Psychiater Faulkner (Alessandro Nivola) glaubt an Einbildung.
Kritik:
Mit The Eye erblickt ein weiteres Remake eines asiatischen Horrorfilms das Licht westlicher Kinosäle (welch Wortspiel...).
Das Original ist mir unbekannt, was wahrscheinlich sogar von Vorteil ist, wenn man verschiedenen Kritiken glauben kann.
Der Film richtet sich dabei eindeutig an die Gelegenheits-Gruselzuschauer, bzw. um es klarer auszudrücken: an Frauen. Die dürften sich wohl noch am ehesten mit der Hauptfigur identifizieren können und von den harmlosen und schon so oft gesehenen Schreckmomenten überraschen lassen.
Sorry für diesen chauvinistischen Ausrutscher an allen weiblichen Horrorfans, aber das entspricht leider meinen bisherigen Erfahrungen...
The Eye kommt dabei nur langsam in die Gänge. Zunächst lernt man die sympathische Sydney kennen und bis sich erste Merkwürdigkeiten zu mysteriösen Visionen entwickeln dauert es auch ein wenig. Dann beginnt Sydney nach dem Spender für ihr Augenpaar zu forschen, was bekanntlich eine gute Methode ist, um in asiatischen Horrorfilmen den bösen Spuk (zumindest bis zum Sequel) zu beenden.
Die Story ist dabei wie erwähnt recht zäh und wird erst im letzten Drittel einigermassen interessant und spannend. Das Finale ist dabei auch gleichzeitig der explosive Höhepunkt des Films.Das ist leider ein bisschen wenig, da die Gruseleffekte wenig spektakulär sind und sich hauptsächlich auf die altbackenen "Jumpscares" beschränken. Für Horror-Veteranen ist das ganze langatmig und manchmal sogar unfreiwillig komisch.
Und auch wenn ich Jessica Alba in ihren früheren Filmen und Serien recht gerne gesehen habe, kann sie in The Eye ausser mit ihrem attraktiven Äusseren leider nicht punkten. Ähnlich wie bei Fantastic Four ist sie wohl vornehmlich als Eye Candy gecastet worden. Wobei es sicher nicht nur an ihr allein liegt, dass ihre schauspielerische Ausdrucksweise sehr begrenzt rüberkommt und sich ausserdem ihre Figur mit fortlaufender Handlung zunehmend zu einem echten Nervfaktor entwickelt. Aber zumindest letzteres mag sicher auch am fehlenden männlichen Einfühlungsvermögen meinerseits liegen...
Kurzum gesagt: The Eye ist vornehmlich für Gelegenheits-Gruselfreunde zu empfehlen. Wer sich ähnlich atmosphärischen Horror wie bei den früheren Remakes The Ring oder The Grudge erwartet, der dürfte von dieser unmotivierten Geistervisionsparade ziemlich gelangweilt werden.
Screenshots: Violinistin Sydney (Jessica Alba) sieht nach ihrer Augen-Op...

..merkwürdige Dinge, über die sie auch ihre Schwester Helen (Parker Posey) nicht beruhigen kann.

Gemeinsam mit Psychiater Faulkner (Alessandro Nivola) versucht sie das Rätsel der Geistervisionen zu lösen.

Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
Labels: 2008, Originalsprache, Remake, USA
29 April 2008
Jumper - USA 2008
OFDB-LinkGenre(s): SciFi / Abenteuer
Laufzeit: ca. 89 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Stets hielt sich David (Hayden Christensen) für einen normalen Typen. Bis er durch Zufall entdeckt, dass er ein "Jumper" ist: Er kann sich binnen Sekunden an einen beliebigen Ort der Welt teleportieren, was er für die eigene Bereicherung und das Liebesglück mit seiner Freundin (Rachel Bilson) nutzt. Doch damit steht er auf der Abschussliste einer Geheimorganisation. Er verbündet sich mit einem anderen "Jumper" (Jamie Bell) und lernt, dass er die Schlüsselfigur in einem jahrtausendealten Krieg ist.
Kritik:
Jumper ist ein Paradebeispiel dafür, was die Zielgruppenausrichtung im Kino anrichten kann. Man verlässt sich voll und ganz darauf, die 12-14 Jährigen mit zwei nett anzusehenden Hauptdarstellern und dem bis zum Exzess wiederholten Special-Effect des "Jumpens" zu überrollen.
Wer alters- oder anspruchsmässig allerdings nicht mehr zu der angestrebten Zielgruppe gehört, der fühlt sich gelinde gesagt veräppelt.
Denn wo jüngst ein vergleichbares Machwerk wie Next sich wenigstens noch ganz kurz Zeit nahm, um die "Superfähigkeit" des Helden zu erklären, so verzichtet man in Jumper auf jegliche Erklärungen.
Ist auch verständlich, denn so muss der Zuschauer wenigstens etwas rumrätseln und merkt nicht gleich, was für eine hohle Vorstellung er da zu sehen bekommt.
Dementsprechend platt sind auch die Figuren. Recht viel mehr als hübscher Junge bzw. hübsches Mädchen bleibt einem da nicht in Erinnerung.
Eigentlich schon eine Frechheit, wie wenig Mühe sich die Macher geben, um uns den David wenigstens etwas sympathisch werden zu lassen. Aber in der Beziehung herrscht Fehlanzeige - wenn jemand sympathisch ist, dann ist das der desillusionierte, verbitterte Jumper Griffin.
Samuel L. Jackson hingegen wirkt als Bösewicht ziemlich lustlos.
Somit hätten wir eine Story, die teilweise ziellos präsentiert wird, deren mythologische Auswüchse wie die Paladine total im Unklaren bleiben und die vor Logiklöchern nur so strotzt. Statt Erklärungen gibt es Tempo, damit nur ja keiner auch nur Ansatzweise zum Nachdenken kommt. Dazu dient der optisch zwar nette Jump-Effekt, an dem man sich aber schneller als beabsichtigt satt gesehen hat.
So zieht sich das Ganze trotz Tempo zäh dahin. Die Krone setzt dem Film dann das lahme Finale auf, und ein Epilog, der uns quasi auch noch einen Teil 2 androht.
Ich hoffe allerdings, dass es dazu nicht kommen wird. 3 Punkte.
Screenshots: Eigentlich will David (Hayden Christensen) nur seine Freundin mit Jumper-Fähigkeiten beeindrucken.

Doch die Paladine um Roland (Samuel L. Jackson) lassen ihm keine Ruhe...

Normale Wertung: 3 von 10 Punkten
31 März 2008
8 Blickwinkel - USA 2008
OFDBOriginaltitel: Vantage Point
Genre(s): Thriller
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Die beiden Secret Service Agenten Barnes (Dennis Quaid) und Taylor (Matthew Fox) müssen den amerikanischen Präsidenten Ashton (William Hurt) bei einem wegweisenden Gipfelgespräch zum Krieg gegen den Terror schützen. Doch kaum setzt der Präsident seinen Fuß auf spanischen Boden, wird er von einem Attentäter vor den Augen einer Menschenmenge erschossen. Darunter Tourist Lewis (Forest Whitaker), der den Anschlag auf Video filmt und TV-Regisseurin Rex (Sigourney Weaver).
Kritik:
Rasant, packend, spannungsgeladen - das sind drei Adjektive, mit denen ich Vantage Point, wie es im Original heisst, beschreiben würde.
Denn prinzipiell klingt das Konzept, denselben Zeitraum und den darin stattfindenden Teroranschlag immer wieder aus verschiedenen Perspektiven zu zeigen, nicht unbedingt so berauschend.
Doch durch die Art der Inszenierung wird die eigentliche Wiederholung nicht langweilig. Ähnlich wie bei Lola rennt, wo ja verschiedene Entwicklungen einer Situation durchgespielt wurden, setzt auch Vantage Point auf Bewegung. Es wird viel gelaufen bzw. mit dem Auto verfolgt. Das lockert die Wiederholungen auf.
Und vor allem in der zweiten Hälfte entfernt man sich dann von dem ursprünglich oft gezeigten Orten und die Fäden der verschiedenen Handlungsstränge laufen zusammen.
Das fand ich wie erwähnt hochspannend und unterhaltsam, was auch der kurzen Laufzeit geschuldet ist.
Schauspielerisch gibt es die Hollywood-Veteranen Dennis Quaid, Sigourney Weaver, William Hurt und Forest Whitaker zu sehen, die durchweg solide Leistungen abliefern. Lost-Star Matthew Fox hat dagegen die undankbarste Rolle erwischt und kann keinerlei Akzente setzen.
Kritikpunkt bei solchen Filmen ist natürlich immer das Drehbuch. Denn logischerweise ist vieles teils heftig konstruiert, um die Dramaturgie hochzuschrauben, ähnlich wie z.B. bei 24.
Auch die Figuren müssen zwangsläufig klischeehaft bleiben, denn für tiefergehende Charaktere bleibt hier einfach zu wenig Zeit.
Wer mit sowas ein grundsätzliches Problem hat, der sollte Vantage Point meiden.
Ich kann darüber hinwegsehen, auch wenn sicher die eine oder andere Frage offen bleibt.
Somit gibt es hier 90 Minuten gute Hollywood-Unterhaltung zu sehen.
Screenshots: Ein amerikanischer Tourist (Forest Whitaker) hält die Ereignisse auf Video fest.

Agent Barnes (Dennis Quaid) unmittelbar nach der Explosion.

Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
03 Februar 2008
John Rambo - USA/BRD 2008
OFDB-LinkGenre(s): Action / Krieg
Laufzeit: ca. 91 Min. (Uncut)
Alterseinstufung: Keine Jugendfreigabe
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung
Inhalt:
Vietnamveteran John Rambo (Sylvester Stallone) wohnt zurückgezogen in Bangkok, wo er vom Verkauf selbstgefangener, giftiger Schlangen lebt. Dennoch lässt er sich von den christlichen Menschenrechtlern Michael (Paul Schulze) und Sarah (Julie Benz) überreden, sein Boot für einen Transport humanitärer Güter nach Myanmar bereit zu stellen, um dem Not leidenden Volk der Karen zu helfen. Als brutale burmesische Soldaten seine Schutzbefohlenen entführen, will Rambo sie mit einem Söldnertrupp befreien.
Kritik:
Immerhin 20 Jahre ist es schon her, dass Rambo dass letzte Mal auf der Kinoleinwand in den Krieg zog. Viel hat sich seitdem geändert. So sind nicht nur seine damaligen Mitstreiter, die afghanischen Mujaheddin, heutzutage weit weniger gern gesehen als damals und ausserdem ist Sly (*1942) mittlerweile über 60.
Doch vor allem haben sich die Actionfilme verändert. Viele Fans sehnen sich nach der Blütezeit des Genres in den 80er Jahren zurück, als noch reinrassige Action ohne viel Schnickschnack geboten wurde.
Erfreulicherweise sorgt John Rambo hier für echtes Retro-Feeling, denn ohne grosse Umschweife oder aufgeblähte Story-Elemente geht es extrem zur Sache und es gibt Action satt.
Herrlich altmodisch und unkompliziert, dass Rambo sich von Missionarin Sarah (Julie Benz) überreden lässt, sie ins lebensgefährliche Burma zu bringen. Es geht doch nix über den männlichen Beschützerinstinkt, den Julie Benz mit ihrer tollen Ausstrahlung auch schon perfekt in Dexter wecken konnte.Auch als die Missionare vermisst werden und Rambo ein paar Söldner an ihren letzten bekannte Aufenthaltsort bringen soll, lässt er sich nicht lange bitten. Und das ist auch gut so, denn erst dank seiner überlegenen Kampftechniken und Erfahrungen kann man es mit der Übermacht an Burmesen aufnehmen.
Letztere sind perfekte Bösewichter. Mit recht aktuellen Berichten über die Niederschlagung des Volksaufstandes vor wenigen Monaten beginnt der Film und im Verlauf sieht man das extrem grausame und unmenschliche Vorgehen der Soldaten gegen die eigene Bevölkerung. Das liefert die richtige Motivation, um dann im zweiten Teil mit Rambo mitzufiebern, der seinerseits keineswegs zimperlich mit seinen Gegnern umgeht.
In Sachen Grausamkeit und Brutalität hält sich Stallone, der neben Hauptrolle auch Drehbuch und Regie verantwortet, in keinster Weise zurück.
In Deutschland hat die FSK verständlicherweise nicht ungekürzt durchgelassen, wie hier reihenweise Menschen in Fetzen geschossen oder gehauen werden.
Krieg in all seiner Grausamkeit - aber sicher auch mit einem Hang zur Gewaltverherrlichung, dass muss man einfach zugeben.
Doch nicht nur die Gewaltdarstellung ist realistisch, sondern auch die Action. Denn schliesslich dürfte Filmfigur Rambo nicht unbedingt viel jünger als Darsteller Stallone sein.
Doch besinnt sich im Rambo im Nahkampf aufs Anschleichen und seine tadellosen Reflexe, bei grösseren Gegnergruppen geht er dagegen lieber auf Distanz und benutzt grosse Kaliber.
Sehr schön auch, was er mit der Kombination aus Claymore und Bombenblindgänger bastelt...
Das bleibt trotz fortgeschrittenen Alters praktisch immer glaubhaft, anders als z.B. bei seinem Kollegen Harrison Ford und dessen Actioneinlagen in Firewall.
Bei den Figuren beschränkt man sich ebenso wie beim Plot aufs Nötigste. Neben Rambo, den Sylvester Stallone perfekt rüberbringt, fällt einem eigentlich nur noch Julie Benz auf, die aus ihrer Rolle viel macht. Die Söldner bringen ein paar nette Sprüche, bleiben aber Randfiguren, genau wie austauschbaren Bösewichter.
Mit ca. 80 Minuten Nettospielzeit ist dafür gesorgt, dass keine Längen aufkommen können.
Auch das muss man mal lobend erwähnen, da viele "moderne" Actionfilme gerne auf zwei Stunden gestreckt werden, egal ob der Plot das hergibt oder nicht.
Sehr loben muss man auch den Score, der perfekt passt.
Als negativ empfand ich das übliche Phänomen (welches man dem Film allerdings kaum anlasten kann), dass fast alle Highlights schon in den Trailern gezeigt wurden.
Fazit: John Rambo bietet dem Actionfan genau das, was er sich bei der Reihe erwartet. Beinharte Action ohne Schnörkel oder technischen Schnickschnack. Mit handgemachten Gore-Effekten, enormem Bodycount, einer flüssigen Handlung und viel Krawumms. Damit wird er zwar keine Oscars abräumen, aber ein Kinobesuch lohnt sich auf alle Fälle.
Screenshots: Um Missionarin Sarah (Julie Benz) und ihre Kollegen zu retten...

...zeigt Rambo (Sylvester Stallone) vollen Einsatz im Nahkampf...

...und mit schweren Geschützen.

Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten
Promille-Wertung: 9 von 10 Punkten
