07 Juli 2008
The Machine Girl - JAP 2008
OFDB-LinkGenre(s): Splatter / Action / Trash
Laufzeit: ca. 91 Min.
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: Japanische Originalfassung mit engl. Untertiteln
Inhalt:
Die High-School-Schülerin Ami und ihr Bruder haben vor kurzem ihre Eltern verloren, weshalb sie sich geschworen haben, aufeinander aufzupassen. Als ihr Bruder vom Sprössling einer Yakuza-Familie erpresst und ermordet wird, schwört Ami den Beteiligten Rache.
Ihr unerbittlicher Feldzug wird dabei kurz unterbrochen, als man sie gefangennimmt, foltert und ihr den linken Arm abhakt. Doch sie kann fliehen und findet in der Autowerkstatt eines befreundeten Paares Zuflucht. Dort bastelt ihr ein Mechaniker einen Maschinengewehr-Aufsatz für ihren Arm und gemeinsam mit dessen Frau zieht sie gegen die Yakuza...
Kritik:
Seit ich das erste Mal etwas von Machine Girl hörte, war ich gespannt darauf, was die verrückten Japaner da wieder aushecken. Herausgekommen ist ein extrem trashiger Splatterfilm, der sich mit Herzenslust bei Filmverrücktheiten aus allen Epochen bedient. Ob es sich dabei um das auf den Arm montierte MG handelt (Planet Terror) oder die fliegende Guillotine (Kung-Fu-Filme), die den Gegnern die Köpfe abreisst, einen Drill-Bra oder Ninjas - hier ist vieles dabei, was Trashfreunde weltweit nicht erst seit der Renaissance des Grindhouse-Kinos schätzen.
Insofern dürfte auch klar sein, dass man den Film unter normalen Gesichtspunkten gar nicht bewerten kann. Die Story ist absolut minimal, die schauspielerischen Leistungen sind kaum erwähnenswert und auch sonst bewegt man sich, gewollt oder aus Geldmangel, unter einem gewissen Niveau.
Etwas schade fand ich, dass die Splattereffekte nicht besser ausgefallen sind. Da hätte jemand vom Schlage eines Olaf Ittenbach sicher weit beindruckendere Effekte für wenig Geld erzeugen können. So gibt es zwar auch blutspritzenden Splatter in rauhen Mengen zu sehen, doch reisst das den Gorefan nicht wirklich vom Hocker.
In Sachen Sex hält man sich leider zurück.
Auch wenn Minase Yashiro als Ami in ihrer Schulmädchen-Uniform zuckersüss aussieht, so wäre doch nichts gegen ein bisschen Nacktheit einzuwenden gewesen. Das hätte auch ein wenig Abwechslung bedeutet, denn die Gore-Szenen sind trotz Einfallsreichtum der Macher leider auf die Dauer etwas ermüdend.
Somit kann Machine Girl leider nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllen.
Trotzdem: Wer gerne Splatter-Trash sieht, der wird voll auf seine Kosten kommen. Am besten in Party-Atmosphäre geniessen.
Alle anderen machen lieber einen weiten Bogen um den Film...
Screenshots: Ami (Minase Yashiro) sinnt auf Rache.

Dabei muss sie gegen Ninjas antreten...

...und den Folterkeller der Yakuza lebendig überstehen.

Ami findet eine Verbündete, die nicht minder entschlossen nach Rache strebt.

Promille-Wertung: 6 von 10 Punkten
Labels: 2008, ab18, Japan, Originalsprache
01 August 2007
Honey and Clover - JAP 2006
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Liebe
Laufzeit: ca. 116 Min.
Altersempfehlung: FSK 6
Bemerkung: Japanische Originalversion mit englischen Untertiteln
Inhalt und Kritik:
Honey and Clover beschäftigt sich mit den Liebes- und Lebensproblemen von fünf Kunststudenten. So verliebt sich der schüchterne Yuta Takemoto (Sho Sakurai) in die neu angekommene Stipendiatin Hagumi Hanamoto (Yu Aoi). Sie gilt wegen ihres grossen Talents bald schon als Aushängeschild der Uni, genau wie der exzentrische Morita (Yusuke Iseya), der einfach keinen Abschluss machen will und dessen Werke bereits für mehrere Millionen Yen verkauft werden.
Desweiteren gibt es noch Takumi Mayama (Ryo Kase), der unglücklich in die Frau seines Lehrers verliebt ist. So ignoriert er wiederum die Annäherungsversuche seiner Kommilitonin Ayumi Yamada (Megumi Seki).
Diese Adaption eines sehr erfolgreichen Mangas zeigt uns mal ein ganz anderes Japan, als man es für gewöhnlich sieht. Die Kunststudenten geniessen ihre Jugend und wirken sehr entspannt - anders als sonst ist hier der Leistungsdruck in den Hintergrund gerückt.
Von der Handlung gibt es die universelle Geschichte über Jungs und Mädchen, die andere Jungs und Mädchen lieben, die aber wieder andere lieben.
So macht man es sich schwerer, als für den objektiven Betrachter nötig scheint, aber so ist das wohl weltweit mit der Liebe.
Daneben ist Honey and Clover vor allem eine Ode an die Jugend und ihre Unbeschwertheit.
Das bringen auch die Schauspieler rüber, die ihre total unterschiedlichen Charaktere sehr gut spielen.
Die Handlung hält sich dabei natürlich in klaren Grenzen. Zunächst gilt es die Verwicklungen untereinander zu identifizieren und danach sieht man ein Coming-of-Age-Drama, das nicht unbedingt sehr zielstrebig wirkt. So gibt es schon die eine oder andere Länge, die aber nicht so negativ auffällt. Dafür weiss neben der hervorragenden Kamerarbeit der (westliche) Soundtrack zu gefallen.
Diese positiven Anteile verhelfen Honey and Clover zu einer leicht überdurchschnittlichen Bewertung. Wer allerdings einen Liebesfilm nach westlichem Muster mit Happy-End erwartet, der ist hier falsch.
Screenshots: Ayumi (Megumi Seki) ist unglücklich verliebt in...

...Takumi (Ryo Kase), der aber nur Augen für die Frau seines Lehrers hat.

Morita (Yusuke Iseya, links) und Yuta (Sho Sakurai) sind dicke Freunde.

Yuta ist verknallt in die schüchterne Hagumi (Yu Aoi), die sich aber wiederum mehr zum exzentrischen Morita hingezogen fühlt.

angeschaut am: 8.07.2007
Normale Wertung: 5,5 von 10 Punkten
Labels: 2006, Asien, Japan, Originalsprache
05 Juni 2007
Saikano - The Last Love Song on This Little Planet - JAP 2005
OFDB-LinkGenre(s): Action / Drama / SciFi
Laufzeit: ca. 120 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Als eines Tages aus heiterem Himmel Kampfbomber über dem Schulhof erscheinen und das umgebende Stadtviertel in Schutt und Asche legen, erfährt Sportskanone Shuji aus Tokio auf die harte Tour, dass seine äußerlich unauffällige Mauerblümchenfreundin Chise in Wirklichkeit ein mit allerhand Gadgets ausgestatteter Kampfcyborg in Diensten einer geheimen Regierungsorganisation ist. Fortan steht nicht nur ihre Liebe, sondern das Schicksal des ganzen Landes auf dem Spiel.
Kritik:
Junge und Mädchen lieben sich... doch neben den Problemen die sowas auch für normale Teenie-Paare mit sich bringt ist in diesem Fall das Schulmädchen nebenbei noch im Dienste der japanischen Armee und verwandelt sich im Bedarfsfall in einen flugfähigen Cyborg-Todesengel, der in einem geheimen Krieg die Trumpfkarte darstellt.
So etwas basiert natürlich auf einem Manga und ist natürlich aus Japan. Wohl nirgendwo sonst könnte solch eine krude Story herstammen und es neben einer Zeichentrick-Umsetzung auch noch zu einem Realfilm bringen.
Ganz starker Tobak also, selbst für Freunde des japanischen Kinos. Insofern wundert es mich eigentlich nicht, dass ich nach Filmende ziemlich ratlos dastand.
Denn mangels Kenntnis des Mangas stellen sich doch einige elementare Fragen, die nicht beantwortet werden. Mal abgesehen davon, was bei Chise an Technik eingebaut wurde, und warum sie der einzige "Todesengel" ist, fragt man sich doch gegen wen eigentlich Krieg geführt wird und wieso man den Krieg geheimhalten will. Vor allem wie letzteres funktionieren soll, wenn schon zu Beginn eine Stadt schwer bombardiert wird. Aber anscheinend klappt es, denn alle (auch die betroffenen Figuren) leben ihr Leben zunächst unbekümmert weiter.
Aber zurück zu dem was wir geboten bekommen. Ein Gutteil des Films geht für die Liebesbeziehung der beiden drauf, die sich unglaublich zäh entwickelt. Das ist in Japan ja traditionell schon etwas schwieriger als im Westen, aber diese beiden Figuren tun sich schon unheimlich schwer ihre Beziehung wachsen zu lassen. Ohne Vorspultaste hab ich das teilweise nicht gepackt, so langweilig war dieser Part des Films.
Action ist fast komplett Mangelware, sieht man von mittelmässig gemachten CGI-Kriegsszenen ab, die zumeist im Dunkeln spielen. Stattdessen gibt es neben der Liebesbeziehung mit angezogener Handbremse auch die zunehmende Verzweiflung des Todesengels zu sehen, die mit ihrer Aufgabe nicht klarkommt.
Letzteres ist ja prinzipiell löblich, doch wird es viel zu lange ausgewalzt.
Saikano ist leider ein Beweis dafür, dass man auch als Freund des asiatischen Kinos hin und wieder einen Film erwischt, mit dem man rein gar nichts anfangen kann.
Ich habe mich auf alle Fälle unheimlich gelangweilt und somit gibt 1,5 Punkte. Den halben übrigens weil ich Aki Maeda als Chise ziemlich süss fand...
Screenshots: Äusserlich Schulmädchen, innerlich Cyborg-Todesengel: Chise (Aki Maeda).

Kampfbomber greifen die Stadt in dem "geheimen" Krieg an.

Militärwissenschaftler verwandeln Chise immer mehr in einen Kampfcyborg.

Nach getaner Arbeit landet der "Todesengel" bei den eigenen Truppen.

Chise und ihr Freund Shuji vor Trümmern.

angeschaut am: 27.05.2007
Normale Wertung: 1,5 von 10 Punkten
17 Mai 2007
The Call - JAP 2003
OFDB-LinkGenre(s): Horror
Laufzeit: ca. 107 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Inhalt:
Eine fatale Anrufserie terrorisiert Tokios Teenager. Wenige Tage, nachdem man einen Anruf auf dem Handy von der eigenen Nummer und mit der eigenen Stimme erhält, schlägt der Sensenmann zu. Yumi (Kou Shibasaki), deren beste Freundin eben erst zu Tode kam, will nicht tatenlos auf das Ende warten und macht sich mit dem geheimnisvollen Hiroshi (Shinichi Tsutsumi) auf, das Mysterium in Eigenregie zu lüften.
Kritik:
The Call setzt auf altbewährte Gruselzutaten, wie sie schon bei The Ring und The Grudge präsentiert wurden. Vornehmlich ist das die Ankündigung des eigenen Todes für die Figuren und peinlicherweise mal wieder ein Geister-Mädchen mit langen, schwarzen Haaren.
Leider wird hier von Regisseur Takashi Miike (Audition) völlig ideenlos von den grossen Vorbildern abgekupfert. Man wundert sich schon ein wenig - ich vermute mal dass er sich für diese Auftragsarbeit keine Mühe machen wollte.
Problem ist, dass man einerseits keine Beziehung zu den Hauptfiguren aufbauen kann (und will) und einem somit ziemlich egal ist, was mit ihnen passiert und andererseits die Todesfälle selber ziemlich unspektakulär und unblutig rüberkommen.
Dadurch macht sich schnell Langeweile breit, die sich stetig verstärkt. Erst zum Schluss wird es in einem von der Aussenwelt abgeschlossenen Krankenhausbereich wieder etwas spannender. Leider kommt die Auflösung nicht besonders überraschend und den Schluss fand ich ziemlich unbefriedigend.
Zwischendrin gibt es eine völlig unrealistische Episode, die die Sensationslust der Medien aufs Korn nimmt. In einer Livesendung wird eine der Todeskandidatinnen von ihren eigenen Gliedmassen enthauptet, was dann schon wieder typisch Miike ist. An einer Reaktion des Publikums auf diesen mysteriösen Tod fehlt es im Film allerdings völlig.
Fazit: Völlig ideenlos und über weite Strecken langweilig. Somit nur für Genrefans geeignet.
Nichtsdestotrotz war der Film in Asien erfolgreich und hat 2 Sequels nach sich gezogen.
Screenshots: Mit einem Anruf fängt das Grauen an.

Ein sensationslüsternes Fernsehteam verfolgt die Todgeweihten.

Zusammen mit Hiroshi versucht Yumi (Kou Shibasaki) das Rätsel zu lösen.

angeschaut am: 29.04.2007
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten
01 Mai 2007
Sinking of Japan - JAP 2006
OFDB-LinkGenre(s): Katastrophe / SciFi
Laufzeit: ca. 129 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Angesichts mehrerer Naturkatastrophen von gewaltigen Ausmaßen muss Japans Premier zur bitteren Kenntnis nehmen, dass sein Land in spätestens 40 Jahren, nach Ansicht weniger optimistischer Wissenschaftler jedoch schon binnen Jahresfrist ein Raub der Fluten des Pazifiks wird. In fieberhafter Eile versuchen junge Spezialisten unter Leitung des Doktors Tadokoro, den Kontinentalschelf anzubohren, derweil sich Tadokoros Exfrau um die Regierungsgeschäfte kümmert, als der Premier im Flugzeug zerschellt.
Kritik:
Sinking of Japan gibt wieder mal ein paar schöne Beispiele für die kulturellen Unterschiede zwischen Japan und dem Westen. Da wird angesichts des drohenden Untergangs von Japan doch tatsächlich überlegt, ob man überhaupt etwas zur Rettung unternehmen soll, oder ob es nicht besser ist ehrenvoll unterzugehen.
Das ist schon ziemlich befremdlich. Auch sonst enttäuscht der Film die Erwartungen, denn nach einer furiosen Actionsequenz zur Eröffnung wird erstmal gehörig Tempo rausgenommen und Raum für die Hauptfiguren gegeben. Trotz der vielen Screentime wachsen einem die Figuren aber nicht besonders ans Herz, dafür bleiben sie einfach zu oberflächlich.
Auch die Lovestory zwischen dem Tiefseefahrer Toshio und der Feuerwehrfrau Reiko wirkt lieblos und aufgesetzt. Ebenso ist das lange Zaudern Toshios, ob er sich nun an der Rettung beteiligen soll, oder lieber in Großbritannien unterkommt, zwar sicher realistisch, aber auch wenig unterhaltsam.
Deswegen berührt einen das Ende auch weit weniger als möglich gewesen wäre.
Nachdem man den genreüblichen Durchlauf vom einsamen Wissenschaftler, der vor der Katastrophe warnt, über diverse Erläuterungen vor dem Regierungsauschuss bis zum Durchringen zur Rettung absolviert hat, folgen noch einige kurze Actionsequenzen bis zum Ende, die aber viel zu kurz sind, um echte Unterhaltung zu bieten.
Darin besteht das Hauptproblem des Films: Er nimmt sich viel zu viel Zeit, um dann zu wenig zu zeigen. So kommt über weite Strecken Langeweile auf und der eigentlich realistischere Ansatz (im Vergleich zu Hollywood) verfehlt sein Ziel.
Technisch ist alles solide inszeniert, doch es fehlt einfach an Drive. Somit nur unterdurchschnittlich.
Screenshots: Während die Regierung mehr halbherzig über die drohende Katastrophe berät...

...bekommt die Bevölkerung zunehmend die Folgen zu spüren.

Einzig eine Ministerin und der Chefwissenschaftler versuchen Japan zu retten.

Währenddessen verlieben sich Tiefseeforscher Toshio (Tsuyoshi Kusanagi) und...

...Feuerwehrfrau Reiko (Kou Shibasaki) ineinander.

angeschaut am: 15.04.2007
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
17 November 2006
Haze - JAP 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Horror / Kurzfilm
Laufzeit: ca. 48 Min.
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Ohne Erinnerung erwacht ein Mann (Shinya TSUKAMOTO) in einem beklemmenden Betonlabyrinth. Wo befindet er sich? Wie ist er hierher geraten? Wer steckt dahinter? Und wie kommt er aus diesen dunklen Katakomben wieder heraus? Zudem ist er verwundet und kann sich kaum aufrichten, die Decken und Wände lassen nur wenig Platz. Tastend bahnt er sich seinen Weg ins Ungewisse und trifft schließlich auf eine Leidensgenossin (Kaori FUJII). Gemeinsam versuchen sie dieser Hölle zu entfliehen.
Kritik:
Haze nimmt sich das Cube-Grundprinzip vor und bietet uns zunächst einen, später zwei Menschen, verschleppt in eine Art Labyrinth (?). Dort ist es extrem dunkel, so dass ich von 3/4 des Films ausser dem Sound und Schemen und Umrissen wenig mitgekriegt habe. Leider kam ich erst hinterher auf die Idee, dass man ja an der Helligkeit drehen könnte. Das mache ich aber grundsätzlich nie, so muss denn mein Urteil hier auch ohne sowas auskommen.
Letztlich ist es ja auch gewollt, dass man wenig erkennt, nur beunruhigende Geräusche hört und zwischendrin kurz Leichenteile zu sehen sind. Das alles soll gruseln, tut es aber nicht. Stattdessen stellt sich trotz nur 48 Minuten Laufzeit Langeweile ein.
Es reicht meiner Meinung nach einfach nicht hauptsächlich nur auf die Vorstellungskraft des Zuschauers zu setzen, was sich denn nun in dem Labyrinth (?) tut.
Zudem darf man dann auch noch über den Sinn des Ganzen rätseln, denn eine Aufklärung versagt der Regisseur. So reimt man sich dann eine Version zusammen, was das Ganze zu bedeuten hatte. Ich habe meine Version, will allerdings hier nichts spoilern.
Auch über die FSK-Wertung könnte man sicher argumentieren.
So bleibt denn ein experimenteller Kurzfilm, der gerne mehr wäre, als er letztendlich ist, nämlich einfach nur recht billig gemacht.
Screenshots: Regisseur und Hauptdarsteller Shinya TSUKAMOTO.

Wenns ausnahmsweise nicht dunkel ist, dann erkennt man auch nicht unbedingt viel.

angeschaut am: 16.11.2006
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten
14 November 2006
The Mamiya Brothers - JAP 2006
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 119 Min.
Altersempfehlung: FSK 0
Bemerkung: Japanischsprachige Originalfassung mit engl. Untertiteln
Inhalt:
Zwei Brüder jenseits der 30 teilen sich eine Wohnung. Von Beruf ist der eine Biertester, der andere Schulhausmeister. Trotz ein paar schrulliger Macken haben die beiden ihr Leben gut im Griff, nur im Bezug auf Frauen tun sie sich schwer.
So verbringen sie ihre Freizeit mit Mangas, Kreuzworträtseln, sowie gemeinsamem Ansehen von Filmen und Sport.
Nach wie vor träumen aber beide von der Liebe, was sie mit einer Lehrerin und einer Videothekarin zusammenbringt, die beide von ihren Freunden ausgenutzt werden.
Kritik:
Die größte Stärke des Films ist zugleich auch seine Schwäche:
Unheimlich lebensecht wirkt alles, wenn man am Alltag der beiden Durchschnittsmenschen teilhat. Man kriegt einen Einblick, wie sich die zwei Außenseiter mit skurillen Angewohnheiten, wie z.B. Wettrennen durch die Stadt mittels Silbenrätsel (?) und diversen Hobbies, darunter auch so spannendes, wie handgeführte Statistiken von Baseballspielen, Modellbau und Kreuzworträtseln, ihre Zeit vertreiben.
Das ist durchaus interessant, da einem die japanische Kultur einerseits sehr fremd, aber andererseits auch bekannt vorkommt. Nur leider ist das nach einer gewissen Zeit, in der sich handlungsmässig wenig entwickelt, auch schon relativ langweilig. Die lange Laufzeit von 119 Minuten hätte man ruhig etwas kürzen können.
So schweift man immer wieder zu den Figuren im Umfeld der beiden Brüder ab. Obwohl beide Frauen von ihren Freunden ausgenutzt werden, erhöht das nicht wirklich die Chancen der Brüder. Scheinbar wollen auch japanische Frauen lieber schlecht behandelt werden, als sich mit zwei Langweilern einzulassen.
Ein weiterer Nebenstrang befasst sich mit einem Kollegen aus der Bierfabrik, der seine Frau mit einer Kollegin betrügt.
Mit am interessantesten fand ich eher das, was nur ganz beiläufig gestreift wurde. So geht z.B. einer der Brüder in eine Art Club, wo er sich gegen Geld mit einer Hostess unterhalten darf - der er dann von einem Zug vorschwärmt.Bis auf diese und andere kleine Anspielungen wird aber das Thema Sex eher ausgeklammert.
Darstellerisch gibt es nichts zu bemängeln. Besonders die beiden Brüder spielen absolut überzeugend. Dazu noch die süsse Erika Sawajiri (siehe Screenshot rechts) als Videothekarin und im Nebencast der Fremdgeher, der wohl als Seitenhieb auf die Klischees um japanische Machos gedacht ist.
Kurzum, der Film bleibt konsequent realistisch. Der Komödienfaktor ist dabei eher klein und auf gelegentliches Schmunzeln beschränkt. Vielmehr sieht man eine Charakterstudie der beiden Brüder. Sie sind sehr sympathisch, ihre Verhaltensweisen durchaus eine Zeitlang unterhaltsam. Aber da ihre Versuche, eine Beziehung anzufangen, mehr oder weniger ins Leere verlaufen, tritt die Handlung ziemlich auf der Stelle.
Aber als Eintauchen in eine andere Kultur durchaus sehenswert.
Screenshots: Die Mamiya Brüder bei einer ihrer Freizeitaktivitäten: Baseball gucken (gähn) und Statistiken führen.

Höhepunkt der ersten Verabredung: Monopoly spielen.

Höhepunkt der zweiten Verabredung: Monopoly spielen.

Man beachte den Tarnfarben-Hut des jungen Mannes (rechts) ... ROFL.

Der Fremdgeher (links) bespricht sich mit seinem Kollegen Mamiya.

angeschaut am: 12.11.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Labels: 2006, Asien, Japan, Originalsprache
21 September 2006
Masters of Horror S01E13 - Imprint - JAP/USA 2006
OFDB-LinkIMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 63 Min. (Uncut)
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
19. Jahrhundert, Japan: Ein amerikanischer Journalist (Billy Drago) ist auf der Suche nach seiner großen Liebe, die er einst in Japan zurückgelassen hat. Seine Suche führt ihn auf eine dunkle Insel, auf der der einzige Zufluchtsort ein Bordell ist. Dort trifft er auf eine faszinierende und interessante Prostituierte (Youki Kudoh), mit der er eine Nacht verbringt. Doch schon bald merkt er, dass einige Dinge lieber in der Vergangenheit bleiben sollten...
Kritik:
Den Abschluß der ersten Staffel bildet ein Beitrag von Takashi Miike, der durch Filme wie Audition oder Ichi the Killer auch ausserhalb Japans bekannt ist.
Wie von ihm zu erwarten war, hält er sich auch diesmal nicht zurück und liefert den eindeutig krassesten Beitrag zu den Masters of Horror.
Ich glaube von mir, nicht unbedingt zartbesaitet zu sein, was Horrorfilme angeht, aber dieser schafft es wirklich an die Grenzen dessen zu gehen, was man noch aushält.
Es wundert mich wirklich nicht, dass die Episode kurz vor ihrer geplanten Ausstrahlung im amerikanischen Pay-TV noch zurückgezogen wurde und nur auf DVD erscheinen wird.
Relativ gemächlich entwickelt sich die Geschichte, doch schon nach wenigen Augenblicken, als das Boot, welches den Amerikaner auf die Bordellinsel bringt, eine Wasserleiche rammt, die noch dazu schwanger war, wissen wir, dass uns die kranke Welt von Takashi Miike erwartet.
Dazu gesellen sich eine entstellte Prostituierte, die von einem kleinwüchsigen Zuhälter mit verfaulender Nase kommandiert wird. In dem Bordell wird zudem gerne gefoltert und Miike bleibt die ganze Zeit dabei und testet die Mägen der Zuschauer mit extremen Grausamkeiten.
Wenn dann noch die Hintergrundgeschichte der Prostituierten erzählt wird, in der es von abgetriebenen Föten nur so wimmelt, dann ist das an Sickness kaum noch zu toppen.
Die große Begabung Miike's besteht darin, diese Extreme sehr kunstvoll rüberzubringen. Mit viel Liebe zum Detail visualisiert er eine typisch japanische Geschichte, die durchaus auch auf arte laufen könnte.
Vom Härtegrad gibt es also 10 Punkte, die Story selber hätte man sicher noch optimieren können, so ist der Einstieg etwas behäbig, während es im Finale Schlag auf Schlag geht. Zum Schluss gibt es dazu noch einen dieser fiesen Twists, die wir schon in früheren Episoden hatte, weshalb ich als Wertung eine 8,5 gebe - die den starken Drang zur 9 hat.
Fazit: Kompromißloser, kranker Horror, der für die überwiegende Mehrzahl der Zuschauer sicher ungeignet ist. Ihr wurdet gewarnt!
PS: Die in Deutschland erschienene DVD ist ziemlich stark gekürzt (ca. 5 Min). Sehr schade, aber leider bei der Masters of Horror Reihe hierzulande nicht das erstemal.
Screenshots: Auf der Suche nach seiner grossen Liebe...

...stösst ein Amerikaner auf eine mißgebildete Prostituierte, die ihm...

...die grausame Geschichte über den Tod seiner Geliebten berichtet.

angeschaut am: 18.09.2006
Normale Wertung: 8,5 von 10 Punkten
08 Juli 2006
Diet - JAP 2005
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Horror
Laufzeit: ca. 65 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: japanische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Inhalt:
Ein übergewichtiges Mädchen macht eine extreme Diät, um ihrem Traumjungen zu gefallen. Ihr Plan funktioniert, doch ihr Appetit ist stärker als je zuvor.
Kritik:
Dieser Beitrag zu einer japanischen Horrorserie nimmt sich des Schönheits-/Schlankheitswahns an, der offensichtlich in Japan auch ein großes Thema ist.
Der wahre Horror ist dabei eigentlich psychologischer Natur. So sehen wir anfänglich das Mädchen in ihrer schlanken, schönen Figur und man denkt sich nichts böses. Doch plötzlich werden wir überrascht, als sie nach einiger Zeit in den Spiegel schaut und fett geworden ist.
Sie übergibt sich und wird wieder schlank. Bulimie lässt grüßen...
Diese surrealen Sequenzen mit dem Spiegel repräsentieren dann doch sehr schön die Sichtweise des Mädchens auf sich selber. Wobei es im Unklaren bleibt, ob sie nun tatsächlich sehr fett ist und sich schlank träumt, oder ob sie schlank ist und sich nur als fett sieht, weil sie solche Selbstzweifel hat. Egal wie, es kommt auf jeden Fall gut die Angst rüber, die ein ansonsten sorgenfreies Mädchen fertigmacht.
Der Horrorschluß kommt nach dem psychologischen Hauptteil dann eher unerwartet und stellt einen akzeptablen Abschluß dar, auch wenn er etwas gezwungen wirkt.
Mir fehlte es allerdings doch etwas an Tempo und Inhalt. Die Episode geht nur knapp eine Stunde, hat aber doch Längen.
Deswegen auch nur 4 Punkte.
Screenshots: Die schlanke Version...

...und das fette Gegenstück.

angeschaut am: 28.06.2006
Normale Wertung: 4 von 10 Punkten
Labels: Asien, Japan, Originalsprache
22 Juni 2006
Audition - JAP/KOR 1999
OFDB-LinkGenre(s): Drama / Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 111 Min. (Uncut)
Alterseinstufung: FSK 18
Inhalt:
Shigeharu Aoyama (Ryo Ishibashi) wird Witwer, als seine Frau mit Mitte Dreißig stirbt, und bleibt alleine mit seinem Sohn zurück. Eines Tages entschließt er sich wieder zu heiraten und arrangiert mit einem Freund,der TV-Produzent ist, ein Casting für junge Frauen. Nach kurzer Zeit findet er in Asami (Eihi Shiina) eine Frau, die ihm gefällt. Doch schon bald kommen dunkle Schatten aus Asamis Vergangenheit zum Vorschein, und Shigeharu ahnt nicht, wie schrecklich das Geheimnis ist, welches Asami vor ihm verbirgt…
Kritik:
Einiges hatte ich im Vorfeld über Audition gehört, mit dem der japanische Regisseur Takashi Miike vor ein paar Jahren dem europäischen Publikum bekannt wurde.
Und ich muss zugeben, dass nicht übertrieben wurde.
In den ersten 60 Minuten ist bei Audition praktisch kein Horror vorhanden. Hier nimmt man sich viel Zeit, um die Hauptfigur Shigeharu einzuführen und seine aufkeimende Liebe zu der jungen Asami zu zeigen. Das sie hinter ihrer Fassade des schüchternen, jungen Mädchens ein dunkles Geheimnis bewahrt ahnt man früh, es wird auch von Shigeharu's Freund ihm gegenüber angesprochen.
Diesen Anfangsteil fand ich sehr gut gespielt und durchaus interessant - es könnte aber den Horrorfreaks zu lange dauern bzw. zu wenig passieren. Hinterher hatte ich ein wenig das Gefühl, das man eingelullt werden soll, damit der zweite Teil noch stärker wirkt.
Im zweiten Teil des Films geht es dann extrem in die Vollen. Während sich langsam das Geheimnis um Asami lüftet geraten wir zusammen mit Shigeharu in einen Alptraum erster Güte. Dieser besteht aus einer Traumsequenz, die äusserst verstörend ist, und die ich am ehesten mit den Werken von David Lynch vergleichen möchte. Diese alleine wäre schon starker Tobak, doch dazu gesellt sich dann die Realhandlung, die mit ihren Folterszenen sogar die Hartgesottenen auf die Probe stellen dürfte.
Beides zusammen ist praktisch ein Schlag in die Magengrube des Zuschauers.
Nach dem Ansehen war mir völlig klar, warum bei den Vorstellungen im Rahmen von Festivals viele Zuschauer frühzeitig das Kino verlassen haben. Die Grausamkeit, die man keineswegs mit irgendwelchem spassigen Splatter verwechseln sollte, ist für einen solch ernsthaften Film schon extrem. In dieser Beziehung sind die Japaner zur Zeit klar die heftigsten Filmemacher.
Daneben gibt es viele interessante Aspekte, die sich dem Zuschauer nicht aufdrängen, sondern derer man sich in der Rückschau erst bewusst wird. Das alles gibt einen anspruchsvollen, spannenden Horrorthriller, der allerdings aufgrund seiner krassen Momente nur für Leute mit guten Nerven geeignet ist.
Ein Film, den ich wohl nie vergessen werde. Erstaunlich auch, dass Audition ungeschnitten auf arte gezeigt wurde. Ein Hoch auf den Kultursender!
Als Erstwertung gibt es von mir 9 Punkte.
Screenshots: Shigeharu Aoyama (Ryo Ishibashi; rechts) bei der Audition, ...

durch die er Asami (Eihi Shiina) kennenlernt.

Wer so auf einen Anruf wartet, mit dem stimmt ziemlich offensichtlich etwas nicht.

Nur ein harmloses Beispiel für die kranken Überraschungen, die den Zuschauer erwarten.

angeschaut am: 5.06.2006
Normale Wertung: 9 von 10 Punkten
Labels: 1990er, Asien, Japan, Südkorea
07 April 2006
Appleseed - JAP 2004
OFDB-LinkGenre(s): Animation / Action / SciFi
Laufzeit: ca. 105 Min.
Alterseinstufung: FSK 12
Inhalt:
Im Jahr 2131 liegt die Welt in Trümmern. Die junge Kriegerin Deunan kämpft noch immer in den Ruinen, als sie plötzlich entführt und in die Metropole Olympus verschleppt wird. Sie erwacht inmitten einer futuristischen Gesellschaft, in der Menschen und Bioroids, genetisch veränderte Klone, harmonisch und friedlich zusammenleben. Hier begegnet sie bald ihrem früheren Freund Briareos, dessen Körper mittlerweile dirch Roboterteile ersetzt wurde. Von der freundlichen Hitomi in die Abläufe der Stadt eingeweiht, ist sie, obwohl der Mix aus Menschen und kontrollierten Klonen als Gesellschaftsform tatsächlich zu funktionieren scheint, von Anfang an skeptisch. Nicht zu unrecht, wie sich schon sehr bald herausstellt. Haben die Sieben Ältesten, die mit dem Supercomputer "GAIA" die Regierung Olympus stellen, wirklich so edle Absichten? Ist das scheinbar so ausgeklügelte System wirklich in der Lage, das selbstzerstörerische Potential des Menschen druch das Zusammenleben mit perfekten "Bioroids" zu überwinden...?
Kritik:
Ich muss vorausschicken, dass Animes bis jetzt überhaupt nicht mein Ding sind. Von den wenigen, die ich bis jetzt gesehen habe, hat mich praktisch keines wirklich überzeugt oder besonders beeindruckt.
Appleseed wurde allerorten als besonders gefeiert, weil er volldigital entstanden ist. Nun habe ich keine Ahnung davon, aber für mich sah die Optik auch nicht wirklich anders als bei gezeichneten Animes aus. Mich erinnerte es oft stark an Zwischensequenzen bei Computerspielen.
Die Story fand ich wie bei den meisten SciFi-Animes bisher leider bewusst verkompliziert. Ich schätze mal, für Kenner des Genres ist das sicher überhaupt nicht so, aber ich musste schon aufpassen, um die Handlung, grade am Anfang, zu verstehen und nicht den Überblick zu verlieren. Auf der anderen Seite kamen einem viele Elemente bekannt vor, so z.B. die ganzen "Battlemech"-Szenen.
An dieser Stelle möchte ich auch den meiner Meinung nach bescheuertsten Figurennamen würdigen, den ich je gehört habe: Deunan Knute [sprich: Djunän Nuut]
Vor allem wenn die anderen Charaktere Namen wie Athena oder Briarios tragen.
Die Action-Sequenzen fand ich ok, aber nicht besonders herrausragend. Die Spannung hielt sich auch in Grenzen.
So bleibt als grosser Pluspunkt die schöne Animation übrig, aber alles in allem war Appleseed kein Film, der in mir eine Leidenschaft fürs Anime-Genre entfachen konnte.
Screenshots: Hauptfigur und Superheldin Deunan Knute.

Ihr Freund Briarios, dessen Kopfsensoren mich stets an Hasenohren erinnert haben.

angeschaut am: 2.04.2006
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten
Labels: 2004, Anime, Asien, Japan
