06 Juli 2008

 

War Fighter - RUS 2006

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Genre(s): Action / Krieg
Laufzeit: ca. 132 Min.
Alterseinstufung: Keine Jugendfreigabe

Inhalt:
Mehr oder weniger allein mit einer Kompanie von frisch rekrutierten Grünschnäbeln sollen der junge Oberleutnant Doronin (Anatoli Pashinin) und der kampferfahrene Major Valerian (Mikhail Porechenkov) einen strategisch bedeutsamen Höhenzug mitten im feindlichen tschetschenischen Hinterland besetzen und gegebenenfalls verteidigen. Weder die Offiziere noch ihre aus allen gesellschaftlichen Schichten stammenden Untergebenen ahnen, dass sich eine feindliche Rebelleneinheit in zehnfacher Überlegenheit auf sie zu bewegt.

Kritik:
Wie ich der IMDB entnehme hat man hier eine 4-stündige russische Miniserie auf etwas mehr als 2 Stunden zusammengekürzt und in Deutschland auf DVD rausgebracht. Dadurch erwartet den Zuschauer geradlinige Kriegsaction, der man die offensichtlichen inhaltlichen Kürzungen nur selten anmerkt.
So scheint wohl die Ausbildung der Rekruten komplett weggelassen worden zu sein, denn hier geht es für die scheinbaren Frischlinge direkt in den Einsatz.

Ich hatte bei dem Film teilweise ein wenig den Eindruck, die russische Version von Wir waren Helden zu sehen. Denn nachdem die Soldaten ihre Stellungen auf dem strategisch wichtigen Hügel bezogen haben, machen sich auch schon tausende Terroristen auf den Weg, um ihnen Angriffswelle nach Angriffswelle entgegenzuwerfen.
Auch vom überbordenden Pathos passt der Vergleich zum amerikanischen Pendant. Denn wie zu erwarten sind die Rollen hier klar verteilt.

Die Russen sind natürlich die Guten, während die andere Seite aus unzähligen Terroristen besteht, die zu Beginn des Films einen brutalen Angriff auf ein russisches Dorf durchführen.
Unfreiwillig komische Stellen gibt es dabei auch, wenn z.B. die Terroristen in einer Reihe auf die Stellung zumarschieren, dann langsamer werden und sich schliesslich abschiessen lassen. Aber wer versteht schon diese durchgeknallten Terroristen...?!

Man sollte also nicht unbedingt die höchsten Erwartungen an diesen Kriegsfilm haben, der die "glorreichen" russischen Truppen und ihren Heldenmut zelebriert.
Wer damit aber klarkommt, den erwartet technisch gut gemachtes Actionkino, welches in der zweiten Hälfte unablässige Gefechte zeigt und vor allem natürlich mal etwas ganz anderes bietet, als die Hollywood-Kriegsfilme. Denn Pathos hin oder her - es ist durchaus ganz interessant auch mal russische Truppen ins Gefecht zu begleiten.

Screenshots: Ein Stosstrupp auf Aufklärungsmission.


Kommunikation im Gefecht.


Nur selten bekommen die Russen Luftunterstützung durch Kampfhubschrauber.


Major Valerian (Mikhail Porechenkov).


Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

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03 Juli 2008

 

Masters of Horror SEASON 2 - USA 2006

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Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 780 Min. (13 Episoden á ca. 60 Min.)

Bewertung der einzelnen Episoden:
S02E01- The Damned Thing - 6,5 Punkte
S02E02 - Family - 7,5 Punkte
S02E03 - The V Word - 3 Punkte
S02E04 - Sounds Like - 2 Punkte
S02E05 - Pro-Life - 3 Punkte
S02E06 - Pelts - 5 Punkte
S02E07 - The Screwfly Solution - 6 Punkte
S02E08 - Valerie on the Stairs - 6 Punkte
S02E09 - Right to die - 6 Punkte
S02E10 - We All Scream for Ice Cream - 2 Punkte
S02E11 - The Black Cat - 5 Punkte
S02E12 - The Washingtonians - 4 Punkte
S02E13 - Dream Cruise - 2 Punkte

im Schnitt: 4,5 Punkte

Resümee:
Season 1 hat zwar auf dem Papier mit 5,3 nur 0,8 Punkte mehr in der Durchschnittsbewertung, doch ist die zweite Season gefühlt deutlich unterlegener. Nur eine Episode kam bei mir über 7 Punkte, während es viele Ausfälle und ansonsten Durchschnittsepisoden zu sehen gab.
Da wundert es mich ehrlich gesagt auch nicht, dass nach Season 2 jetzt erstmal Schluss mit der Reihe ist.

Während in der ersten Staffel Sex und Gore scheinbar eine feste Vorgabe waren, so wurde in der zweiten Season der Sex-Anteil zumindest deutlich reduziert und auch in Sachen Gore hielt man sich im Vergleich zu Season 1 etwas zurück.
Leider fehlte es aber an originellen und spannenden Stories, um diese Zutaten zu kompensieren. Deswegen gab es merklich viele Episoden, die in der 60-minütigen Laufzeit zu wenig interessantes geboten haben (der Genrefan ist ja schon mit ein wenig T&A als Lückenfüller zufrieden...).

Die meisten Beiträge hatte man in 30-40 Minuten abhandeln können, aber leider wurden sie auf knapp eine Stunde gestreckt, was natürlich nicht gut gehen kann.
Mehrmals musste ich beim Ansehen an die Reihe Outer Limits denken, die sicher auch durchwachsen war und natürlich im Fernsehrahmen weder Sex noch Gore präsentieren konnte, dafür aber zum Teil sehr interessante und kurzgehaltene Geschichten präsentierte. Daran muss MoH sich messen lassen, wenn man die "niedere Unterhaltung" für Erwachsene so vernachlässigt.

In diesen Zusammenhang passt übrigens wunderbar, dass Showrunner Mick Garris nach der Absetzung durch Showtime nun eine neue Horror-Reihe namens Fear Itself im Sommerprogramm von NBC untergebracht hat, also mittlerweile im amerikanischen Free-TV angelangt ist, wo natürlich in Sachen Sex und Gore nichts zu erwarten ist.
Man wird sehen, ob dafür die Stories besser werden...

Letztlich muss man leider feststellen, dass es der Reihe in der zweiten Season an einer klaren Ausrichtung auf 60-Minuten Horror für Erwachsene fehlt. Es gibt viele Episoden, die sich vordergründig um eine Auseinandersetzung mit heiss-diskutierten politisch-ethischen Themen wie Abtreibung, Euthanasie oder Tierschutz bemühten, damit aber schlicht überfordert waren. Oft weiss man nicht viel mit den heiklen Themen anzufangen und nutzt sie nur für ein wenig Gore.

Der deutsche Horrorfreund schaut aber sogar dabei noch in die Röhre, da S02E05 - Pro-Life und S02E06 - Pelts hierzulande wieder nur gekürzt veröffentlicht werden.
Insgesamt gesehen sehr schade, dass die Reihe nur so kurzlebig war. Aber immerhin waren ein paar richtig gute Episoden dabei. An diese sollte man sich erinnern...

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02 Juli 2008

 

Masters of Horror S02E08 - Valerie on the Stairs - USA 2006

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IMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
Nachwuchsschriftsteller Rob schreibt zwar viel, aber bis jetzt noch ohne Verleger. Da kommt ihm das Angebot des Highberger House gerade recht, wo er solange umsonst logieren kann, bis er eines seiner Werke veröffentlicht. Während Rob sich in seine Arbeit vertieft bemerkt er plötzlich die wunderschöne und mysteriöse Valerie, die ihn um Hilfe anfleht. Auf die Frau angesprochen reagieren sämtliche Mitbewohner des Hauses mit Verschlossenheit...

Kritik:
Für diese Episode nimmt Mick Garris, seines Zeichens der Schöpfer der Reihe Masters of Horror, nach dem schwachen Beitrag Chocolate aus Season 1 wieder selbst im Regiestuhl Platz.
Diesmal kann er sich dank einer Vorlage aus der Feder Clive Barkers und eines ordentlich-guten Casts steigern, doch wäre sicher mehr dringewesen.

Störend ist dabei vor allem der schleppende Beginn, wo fast eine halbe Stunde damit zugebracht wird, uns in die Geschichte einzuführen.
Ein echtes Highlight des Films ist Clare Grant als Valerie, die bei ihren Auftritten meistens nackt herumläuft und viel zur sexuell-aufgeladenen Stimmung dieser Episode beiträgt. Es braucht nicht viel Phantasie, um zu glauben, dass Rob sich für sie in höchste Gefahr begeben würde.

In der zweiten Hälfte gesellen sich dann zu der Nacktheit noch ein paar nette Splattereinlagen und Christopher Lloyd sowie Tony Todd können ihre sehenswerten Performances abliefern.
Richtig spannend wid es allerdings nie und auch der Schluss lässt doch einige Fragen offen.

Trotzdem stimmt die Atmosphäre dieser Episode. Somit kann ich über die Schwächen hinwegsehen und trotzdem 6 Punkte vergeben.

Screenshots: Valerie (Clare Grant) schlägt Rob sofort in ihren Bann.


Der Dämon (Tony Todd) bearbeitet ein Opfer.


Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

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28 Juni 2008

 

Masters of Horror S02E13 - Dream Cruise - USA 2006

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IMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Seit er als Kind aus nächster Nähe seinem Bruder beim Ertrinken zusah, fühlt sich Jack im und am nassen Element nicht so recht wohl. Jetzt aber wird der in Tokio tätige Anwalt von seinem wichtigsten Klienten zur Jachtpartie eingeladen, und das sagt man nicht so einfach ab. Zumal sich Jack gerade eine Affäre mit der Frau eben dieses Klienten genehmigt. Leider stellt sich erst auf hoher See heraus, dass der Betrogene Bescheid weiß. Doch das ist beileibe nicht das einzige Problem für Jack, den Wasserscheuen.

Kritik:
Vorweg muss ich sagen, dass ich ein wenig verwirrt bin, ob der Tatsache, dass es von dieser Episode scheinbar noch eine lange Version mit 82 Minuten Laufzeit gibt.
Wo die Unterschiede zur regulären Version liegen, entzieht sich leider meiner Kenntnis, doch kann ich mir kaum vorstellen, dass dadurch die Episode merklich besser wird.

Denn hier werden äusserst einfallslos zum x-ten Mal die asiatischen Rachegeister auf den Plan gerufen. Langes schwarzes Haar, welches sich um die Schiffsschraube wickelt, ein fahler Junge (The Grudge), der aus der Meerestiefe grüsst und ein grün-fluoreszierender Abklatsch von Samara (The Ring) - das alles gab es schon oft in gelungenen Horrorfilmen zu sehen.

Hier kommt statt Gruselstimmung allerdings eher Langeweile auf und man bewegt sich auf einem schmalen Grat zu unfreiwilliger Komik. Wenn etwa Jack mit dem abgetrennten Unterarm des eifersüchtigen Klienten raufen muss, dann ist das keineswegs gruselig, sondern einfach nur peinlich.
Auch die Story um die rachsüchtige Ermordete ist völlig platt und gibt wenig Sinn.

Einzig positiv kann man die Makeup-Effekte der "Geister" vermerken, die ganz gut rüberkommen.
Ansonsten ist Dream Cruise als eine der schwächsten Episoden der gesamten Reihe einzustufen. Auch für Genrefans gilt: Muss man keinesfalls gesehen haben.

Screenshots: Schon beim gemeinsamen Essen sind die Spannungen kaum noch zu kontrollieren.


The Ring lässt grüssen.


Normale Wertung: 2 von 10 Punkten

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22 Juni 2008

 

Masters of Horror S02E07 - The Screwfly Solution - USA 2006

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Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
Wissenschaftler Alan kehrt gerade aus Südamerika zurück, wo er und Kollege Barney auf kreative Weise Insektenplagen bekämpften. Jetzt kommt ihm eine plötzliche, irrationale und irgendwie epidemische Welle massiver Gewalt von Männern gegen Frauen spanisch vor. Alan soll die Sache für das Militär bewerten, die Frau und die Tochter vorübergehend hinter Kasernenmauern ziehen. Dort sitzen die beiden, als die Entwicklung auch ihr Gebiet erreicht, zwischen lauter Männern bald bös in der Falle.

Kritik:
Nach Joe Dante's letztem MoH Beitrag Homecoming, der zugleich einen der Tiefpunkte der ersten Staffel markierte, steuert er mit The Screwfly Solution eine der besseren Episoden der (insgesamt schwächeren) zweiten Staffel bei.

Uns erwartet eine nette Variation der Zombie-Thematik. Der männliche Sextrieb wird manipuliert und führt fortan dazu, dass Männer auf Frauen insofern reagieren, dass sie sie ermorden wollen.
Das gibt mehr als genug Material, um die Episode zu füllen. Genauergesagt kommt vieles sogar zu kurz, während sich das Szenario allmählich in Richtung einer apokalyptischen Vision entwickelt. Eine der wenigen Episoden, die man gut auf Spielfilmlänge hätte ausdehnen können.

Dadurch wirkt die Handlung ein wenig abgehackt - ausserdem fehlt ein Übergang von der mehr schwarzhumorigen ersten Hälfte zur düsteren Vision vom Untergang der Menschheit in der zweiten Hälfte, die sich vor allem auf Kerry Norton als sympathische und attraktive Heldin konzentriert.

Ein guter Beitrag zu der Reihe, bei dem aber durchaus noch mehr dringewesen wäre.

Screenshots:
Darf in keinem guten Katastrophenszenario fehlen: Anhörung der Wissenschaftler vor Regierungsangehörigen.


Mutter (Kerry Norton) und Tochter lernen schiessen, um sich vor aggressiven Männern zu schützen.


Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

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20 Juni 2008

 

Masters of Horror S02E12 - The Washingtonians - USA 2006

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Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
Die verschrobene alte Tante hat das Zeitliche gesegnet, weshalb Familie Franks aufs Land zur Beisetzung fährt und so nebenbei die von der alten Dame hinterlassene Villa in Augenschein nimmt. Dort findet sich im Rahmen hinter einem Portrait von George Washington, des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, eine scheinbar von eben diesem handschriftlich verfasste Notiz, die sich Kochrezept für jungfräuliche Mädchen entpuppt. Als die Franks mit dem Dokument das Licht der Öffentlichkeit suchen, ist für die Nachbarn Schluss mit lustig.

Kritik:
Die Grundidee von The Washingtonians, über eine gross angelegte Geschichtslüge, fand ich gar nicht so schlecht. Doch auch bei dieser Episode der MoH will das Timing nicht so recht stimmen. Viel zu lange dauert es, bis die Geschichte in Fahrt kommt und viel zu lange walzt man alles aus, um die 60 Minuten füllen zu können.

Zu keinem Zeitpunkt gelingt es, eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Stattdessen kommen einem die Washingtonians oft wie verschrobene Witzfiguren vor, bei denen es wie ein Wunder erscheint, dass sie nicht schon viel früher aufgeflogen sind.
Dazu passt dann auch das gehetzte Finale, was meiner Ansicht nach nicht besonders viel Sinn ergibt.
Es liegt auf der Hand, dass sich die Macher nicht entscheiden konnten, ob diese Episode mehr in Richtung Horror oder Comedy gehen sollte.

Passend hierzu auch der obligatorische "tastes like chicken" Kommentar eines Kannibalen und der extrem plumpe Epilog, wo es mal wieder einen Seitenhieb auf George W. Bush gibt.
Zusammenfassend leider ein gutes Beispiel dafür, warum die Masters of Horror in der zweiten Staffel deutlich abgebaut haben. Kein Totalausfall, aber eine zähe Episode.

Screenshots: Die Washingtonians begehren Einlass.


"Tastes like chicken."


Normale Wertung: 4 von 10 Punkten

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16 Juni 2008

 

Masters of Horror S02E10 - We All Scream for Ice Cream - USA 2006

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Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
Anlässlich des rätselhaften Todes eines gemeinsamen Freundes treffen 25 Jahre nach ihrer großen Zeit die Mitglieder einer dörflichen Jugendbande zusammen und fragen sich, was den Kumpel wohl dahinraffte. Als in den folgenden Tagen weitere Ehemalige das Zeitliche segnen, verdichtet sich der Verdacht, nach dem ein vor einem halben Jahrhundert bei einem Streich in Mitleidenschaft gezogener Eiscremeverkäufer sein Unwesen treibt und auf Rache sinnt. Mitbetroffen sind die Kinder der Kinder von damals.

Kritik:
Es gibt ja Leute, für die gehören Clowns zum Gruseligsten, was sie sich vorstellen können. Zu dieser Gruppe gehöre ich nicht, und Stephen King's Es konnte daran auch nichts ändern - genausowenig wie diese Episode der MoH.

Dabei ist die Nähe zu King'schen Storyelementen wie z.B. die Gruppe von Kindern, die ein traumatisches Erlebnis viele Jahre später wieder zusammenkommen lässt, und natürlich dem gruseligen Clown unübersehbar.
Doch gelingt es nie sowas wie Spannung aufkommen zu lassen. Der Clown schnappt sich einen nach dem anderen und verwandelt ihre Körper in Eiscreme, was sicher mal was Neues ist, aber in Sachen Gore doch ziemlich enttäuscht. Man geht in der Beziehung einfach mit einer gewissen Erwartungshaltung in eine Episode der MoH.

Am meisten Spass macht es noch William Forsythe als Clown zuzusehen, der schauspielerisch diese Episode beherrscht.
Trotzdem zieht sich die einstündige Handlung zäh dahin und auch die Auflösung reisst einen nicht vom Hocker.
Alles in allem eine enttäuschend langweilige Episode, die für mich zu den Tiefpunkten der Serie zählt.

Screenshots: William Forsythe als Clown.


Normale Wertung: 2 von 10 Punkten

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06 Juni 2008

 

Das Kovak Labyrinth - ESP 2006

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Genre(s): Mystery / Thriller
Laufzeit: ca. 104 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
David Norton (Timothy Hutton) ist Romanautor und reist nach Mallorca zur Schriftstellerkonferenz, doch sein Aufenthalt wird von einer furchtbaren Todesserie überschattet. Seine Lebensgefährtin stürzt sich nach einem mysteriösen Telefonanruf von dem Hotelbalkon in den Tod. War es Selbstmord oder gezielter Mord? Auf der Suche nach Antworten muss David allmählich feststellen, dass die Spur direkt zu ihm führt. Gemeinsam mit Silvia (Lucía Jiménez), einer der Überlebenden, beginnt ein tödliches Katz- und Maus-Spiel...

Kritik:
Direkt zu Beginn des Films gibt es im Flugzeug eine Szene, die man nur als Referenz zu David Cronenberg Filmen wie z.B. eXistenZ deuten kann. David beobachet einen Mann, der durch eine Art Nabelschnur mit seinem Laptop verbunden ist. Das entpuppt sich zwar nur als Traum des SciFi-Autors, doch ist man als Zuschauer ab diesem Punkt vorbereitet, dass hier mehr als nur gewöhnliche Thrillerkost zu erwarten ist.

So zieht einen die Story schnell in ihren Bann und weiss für gut 60 Minuten zu faszinieren und eine ausweglos-bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen. Man ist wirklich gespannt, was hinter allem steckt und von den Wendungen teilweise doch sehr überrascht.
Leider lässt der Film im Schlussdrittel dann spürbar nach. Die Geheimnisse sind gelüftet und das Finale lässt sich leicht vorhersehen.

Das Kovak Labyrinth ist trotzdem gut, aber hier wäre unter Umständen mehr dringewesen. Im Nachinein betrachtet wirkt vieles doch recht konstruiert und es fehlt beim Erzählfluss der manchmal etwas holprig daherkommt.

Dem Cast kann man dabei kaum einen Vorwurf machen. Timothy Hutton's Figur kommt etwas emotionslos daher, aber das dürfte auch so gewollt sein. Sehr gefreut hat mich das Wiedersehen mit Lucía Jiménez, die vor allem in "ihrem" Handlungsstrang überzeugen kann. Nicht unerwähnt bleiben darf auch David Kelly als greiser Wissenschaftler, dessen diabolische Rolle schauspielerisch am meisten hergibt.

Sehr loben muss man die technische Umsetzung. Die Kameraarbeit ist wirklich sehr gut gelungen und der Score ist exzellent. Da kann auch ein Hollywood-Blockbuster nicht mehr bieten.

Kurzum ein packender Mystery-Thriller, der statt auf Effekte lieber auf eine gute Geschichte setzt und nicht nur Genrefreunden gute Unterhaltung bietet.

Screenshots: David Norton (Timothy Hutton) lässt der Tod seiner Lebensgefährtin keine Ruhe.


Auch Silvia (Lucía Jiménez) trachtet man nach dem Leben.


Gemeinsam untersuchen die beiden die Vorfälle und...


...gelangen bald zu einem mysteriösen Wissenschaftler (David Kelly).


Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

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23 Mai 2008

 

Masters of Horror S02E11 - The Black Cat - USA 2006

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Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Im Philadelphia des Jahres 1840 leidet der Schriftsteller Edgar Allan Poe an einer Schreibblockade, der leeren Brieftasche und einer Blut hustenden Frau. Darüberhinaus macht ihm auch noch die schwarze Hauskatze seiner Frau zu schaffen. Dieser vermeintliche Teufel in Muschigestalt scheint ihm alle Lebenskraft zu rauben und für diverse Katastrophen inklusive der Krankheit seiner Frau verantwortlich zu sein. Als Eddie ihr an den Kragen will, passiert versehentlich seiner Frau etwas. Nun gilt es auch noch, ein Verbrechen zu vertuschen.

Kritik:
Bei dieser Episode bin ich durchaus zwiegespalten. Zum einen muss man einfach mal die tolle Atmosphäre anerkennen, die Regisseur Stuart Gordon hier rüberbringt. Wer auf altmodische Horrorstories steht, der dürfte voll auf seine Kosten kommen.

Das ist bei mir aber eher weniger der Fall und ausserdem störte mich, dass es verhältnismäßig lange dauert, bis die Story an Fahrt aufnimmt. Die Splatter-Effekte in der zweiten Hälfte erfreuen zwar den Betrachter, können aber trotzdem nur eine durchschnittliche Bewertung retten. Trotzdem für FSK 16 ziemlich heftig!

Screenshots:Edgar Allan Poe (Jeffrey Combs) muss sich neben seiner chronischen Armut auch...


...um seine kranke Frau Virginia (Elyse Levesque) kümmern.


Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

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27 März 2008

 

DunkelblauFastschwarz - ESP 2006

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Genre(s): Drama
Laufzeit: ca. 105 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Als Jorge (Quim Gutiérrez) sein BWL-Studium beendet, winkt ihm endlich die Freiheit, von der er immer geträumt hat. Da erleidet sein Vater einen Schlaganfall und Jorge, der sich daran schuldig fühlt, gibt seine Träume auf, um ihn zu pflegen und dessen Hausmeisterposten zu übernehmen. In dieser Krise eröffnet ihm sein inhaftierter Bruder Antonio (Antonio de la Torre) ein unmoralisches Angebot: Er soll seine Gefängnisgefährtin Paula (Marta Etura) schwängern, weil er selbst zeugungsunfähig ist. Jorge verliebt sich in die seelenverwandte Grazie.

Kritik:
Deprimierende Lebenssituationen sind ortsunabhängig. Denn auch wenn oft z.B. in skandinavischen Filmen das graue Wetter seinen Teil dazu beiträgt eine deprimierende Grundstimmung zu erzeugen, so sieht es hier im sonnigen Spanien nicht viel besser aus.

Die Figuren haben alle ihr Scherflein zu tragen. Jorge kümmert sich um seinen Vater, der nach einem Schlaganfall intensiver Pflege bedarf. Dadurch ist er in seinen Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Um beide durchzubringen hat er die Pförtner-Stelle seines Vaters übernommen, wodurch er sich nach eigener Aussage 20 Stunden am Tag in dem Hochhaus aufhält. Im Gegensatz zu anderen kann er deswegen auch nur nebenbei ein Fernstudium absolvieren, für dass er natürlich auch länger braucht.

Bei den Vorstellungsgesprächen wird er damit konfrontiert. Wobei das noch das geringste Problem wäre, denn man lehnt ihn auch wegen der Pflege seines Vaters ab, die den Arbeitgebern zu gefährlich für seine Produktivität zu sein scheint oder bietet ihm gleich nur eine andere Stelle als Pförtner an.

Und auch in der Beziehung läuft es nicht wie gewünscht. Denn seit der Pubertät hat er mit Natalia zwar eine Freundin, doch schwebt über ihm ständig ein Klassenunterschied zu ihr, da sie aus besseren Verhältnissen stammt.
Und das war erst die Lebenssituation einer der Hauptfiguren des Films. Daneben gibt es noch seinen Kumpel Israel, der Probleme mit seiner sexuellen Orientierung hat und Paula, die im Gefängnis sitz und dort regelmässig misshandelt wird.

Starker Tobak, der im Film längst nicht so deprimierend rüberkommt. Denn die Figuren haben Träume und Hoffnungen und versuchen ihre Lebenssituation zu verbessern.
Auch ohne gross zu spoilern kann sich aber jeder denken, dass sich zum Schluss nicht alle Probleme in Wohlgefallen auflösen werden.

Das Ganze ist in schönen Bildern eingefangen und wird überzeugend dargestellt.
So ganz wollte der Funke bei mir allerdings nicht überspringen, dafür war mir die Geschichte dann teilweise zu unfokussiert - vor allem in dem Israel-Nebenstrang, der mir ziemlich als Lückenfüller erschien.

Wer also vor Dramen nicht zurückschreckt, die den deprimierenden Alltag thematisieren, der sollte DunkelblauFastschwarz auf jeden Fall mal eine Chance geben.

Screenshots: Eigentlich will Jorge (Quim Gutiérrez, rechts) seinem Bruder nur einen Gefallen tun, ...


...doch er verliebt sich in Paula (Marta Etura).


Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten

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31 Januar 2008

 

Shoppen - BRD 2006

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Genre(s): Drama / Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 91 Min.
Alterseinstufung: FSK o.A.

Inhalt:
18 Singles haben es entgültig satt, allein zu sein. Sie wollen ihre große Liebe finden und dies nicht länger dem Schicksal überlassen. So beschließen sie, bei einem "Speed-Dating" teilzunehmen. Dabei hat jeder fünf Minuten Zeit, sich seinem Gegenüber vorzustellen und selbst ein paar Fragen zu stellen. Dabei hoffen die Singles, ihren Traumpartner effektiv und zeitsparend kennenzulernen, ohne langwierige Anbahnungsstrategien aufbauen zu müssen. Doch die Liebe lässt sich nicht so ohne Weiteres planen...

Kritik:
An deutschen Komödien scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Bei Shoppen dürfte das allerdings noch verstärkter zutreffen.
Denn da sich der Film um die Teilnehmer eines Speed-Datings dreht, werden wir nach kurzer Vorstellung mit einer Vielzahl an Charakteren "bombardiert", die sich dann die Dialoge um die Ohren schlagen.

Wer also geschwätzige Filme abtörnend findet, der erlebt hier seinen Supergau.
Ich konnte damit leben, fand das aber doch etwas zu experimentell. Eine Fokussierung auf drei oder vier der interessanteren Figuren hätte mir besser gefallen.
Hier beschäftigt man sich dann in erster Linie damit herumzurätseln, wer wohl zusammenfindet und ob die offensichtlichen "Matches" auch tatsächlich passen, während man die unsympathischen Charaktere auszublenden versucht.

Loben muss man den Zusammenschnitt des Speed-Datings, der es tatsächlich schafft ein hohes Tempo zu erzeugen, obwohl letztlich nur ein Kandidat nach dem anderen abgearbeitet wird.

Fazit: Wegen der erwähnten Besonderheiten sicher nicht für Jedermann zu empfehlen, aber doch eine interessante und unkonventionelle Umsetzung des Themas.

Screenshots: Beim Speed-Dating sitzen sich die Geschlechter gegenüber.


Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

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29 Januar 2008

 

Uro - NOR 2006

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Genre(s): Action / Thriller
Laufzeit: ca. 100 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Der aus desolaten Familienverhältnissen stammende Hans-Peter (HP) ist neuestes Mitglied eines eingeschworenen Polizeiteams namens URO und in dieser Funktion Drogendealern auf der Spur. Die vorsichtige Vorgehensweise seiner Kollegen ist dem jungen Heißsporn ein Dorn im Auge. Als er im Zuge seiner Arbeit auf seine ehemalige Schulfreundin Mette trifft, gerät er schnell in das Drogenmilieu, das von Mette's Vater kontrolliert wird. HP ermittelt auf eigene Faust, doch bald schon wächst ihm die Sache über den Kopf. Dass Mette und ihr Vater über den Selbstmord von HPs Vater mehr wissen, als er selbst, macht die Sache noch persönlicher...

Kritik:
Auch wenn die Story über einen (Undercover-)Drogenfahnder, der zwar mit besten Absichten handelt, aber irgendwann die Grenzen der Legalität überschreitet und von da an nicht mehr zurück kann, nicht unbedingt neu ist, so zieht einen Uro doch schnell in den Bann.
Das liegt zum einen an der "Mittendrin"-Verfilmung, die viel mit Handkameras arbeitet. Zum anderen, und das ist wichtiger, steht hier Realismus im Vordergrund.

Action gibt es nur, wenn es unbedingt nötig ist und Shootouts, wie man sie von Hollywood-Cop-Thrillern gewöhnt ist, sucht man auch vergeblich. Stattdessen konzentriert man sich auf die glaubhaften Figuren, die mit ihren Abgründen zu kämpfen haben.
Vor allem mit der Hauptfigur HP kann man mitleiden. Obwohl er mit den besten Absichten seinen Job erfüllen will, wächst ihm seine Privatermittlung bald schon über den Kopf. Doch nicht nur das, auch die Enthüllungen über seine Herkunft lassen ihn immer tiefer in eine tragische Spirale der Ereignisse eintauchen.

Das Ganze wird in unterkühlten Bildern präsentiert, deren Tristesse nur von den den exzessiven Parties des Milieus unterbrochen wird. Über allem liegt eine Atmosphäre der Unausweichlichkeit, denn auch wenn HP öfter die Gelegenheit zum Ausstieg hätte, so kann er sich der Anziehungskraft des Abgrundes nicht entziehen.
Die Story ist überwiegend fesselnd, nur der Mittelteil zieht sich etwas.

Fazit: Wer seine Cop-Thriller realistisch und düster mag, dem kann man Uro empfehlen.
Dabei sollte man sich auch nicht vom deutschen Cover irreführen lassen, dass der Intention des Films wiedermal gar nicht gerecht wird.

Screenshots: HP (Nicolai Cleve Broch) versucht sich bei den Drogenfahndern zu etablieren...


...doch als er seine alte Freundin Mette (Ane Dahl Torp) wiedertrifft, gerät sein Leben aus den Fugen.


Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten

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23 Januar 2008

 

Veronica Mars (TV-Serie) - Season 3 - USA 2006

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Genre(s): Drama / Krimi / Serie
Laufzeit: 20 Episoden zu je ca. 41 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
In der dritten Staffel beginnt für Veronica Mars (Kristen Bell) ein neuer Lebensabschnitt: Sie studiert am College! Sie besucht das Hearst-College in Neptune, doch im Gegensatz zu ihren besten Freunden Wallace und Mac wohnt sie nicht auf dem Campus, sondern lebt weiterhin bei ihrem Vater, Privatdetektiv Keith Mars. Veronica hat sich im Kriminologiekurs des berühmten Professors Hank Landry eingeschrieben und fällt dem smarten Dozenten durch ihre Cleverness sofort positiv auf.
Und auch am Campus gibt es für sie zahlreiche Fälle zu klären - zu Beginn der Staffel treibt ein Serienvergewaltiger sein Unwesen.
So ist Veronica gut damit beschäftigt das Studium, ihre Beziehung zu Logan und ihre Ermittlungen unter einen Hut zu bringen...

Kritik:
Noch bevor ich begonnen hatte mir die dritte Staffel von Veronica Mars reinzuziehen, war bereits klar, dass es die (vorerst) letzte sein würde, da die Serie in Amerika wegen nachlassender Quoten abgesetzt wurde.
So genoss ich nochmal die Zeit mit Veronica, die zu meinen absoluten Serienlieblingen überhaupt gehört.

Andererseits musste ich aber auch kritisch feststellen, dass Staffel 3 im Vergleich zu den beiden Vorgängern nicht mehr ganz mithalten kann. Weiterhin schwer tut man sich z.B. mit dem ehemaligen Sidekick Wallace, der zwar immer noch regelmässig auftaucht, aber kaum noch eine (klare) Rolle spielt. Veronica's direktes Umfeld hat mittlerweile ziemlich nachgelassen und wird bei Bedarf immer wieder "aktiviert".

Und auch die Beziehung zu Logan, die immer wieder von heftigen Erdbeben durchgeschüttelt wird, wirkt nach der x-ten Trennung etwas ermüdend. Da kann auch Logans Konkurrent "Piz" nichts dran ändern, da man kein Hellseher sein muss, um zu ahnen, dass er mit einer Frau vom Kaliber Veronica Mars nicht mithalten kann.

Viele Schwächen der Staffel schiebe ich allerdings auf die fortwährende Unsicherheit der Autoren, ob die Serie fortgesetzt oder vielleicht sogar mittendrin abgesetzt worden wäre. Die Bestellung einer (fast) kompletten Staffel wurde vom Network lange herausgezögert.
So hat man sich auch vom Konzept des grossen Falles, der sich durch die ganze Staffel zieht, gelöst. Stattdessen gibt es drei Handlungsbögen, die nacheinander abgearbeitet werden.

Die beiden Hauptplots um einen Vergewaltiger auf dem Campus und die Ermordung des Dekans sind dabei wie gewohnt interessant, weil man zusammen mit Veronica geschickt auf falsche Fährten gelockt wird. Der dritte Abschnitt um eine geheime Elite an der Uni fällt dagegen ziemlich ab, was nicht nur am abrupten, offenen Ende liegt.
Man merkt nicht nur daran, dass die Autoren leider längst nicht so sorgfältig arbeiten konnten, wie in den früheren Staffeln.
Auch die Musikauswahl war im Vergleich zu den Vorgängern längst nicht mehr so gut, was vielleicht auch mit den Produktionskosten zusammenhängen mag.

Weiterhin top waren allerdings die geschliffenen Dialoge mit jeder Menge Humor und stetigen Anspielungen auf die Popkultur. Battlestar Galactica scheint eine Lieblingsserie der Autoren zu sein.
Auch die Figuren aus der zweiten Reihe können wieder vollendes überzeugen. Neben Sheriff Lamb ist das vor allem Dick Casablancas, hervorragend dargestellt von Ryan Hansen. Jede Szene mit ihm ist ein Genuss.

Alles in allem bin ich nach der dritten Staffel gar nicht so traurig über die Absetzung, wie ich im Vorfeld angenommen hatte. Die drei Staffeln waren qualitativ hochwertige Unterhaltung, doch spätestens in Staffel 4 hätte sich vieles ändern müssen, um das Konzept neu zu beleben.
Leider wird Produzent Rob Thomas wohl so schnell keine Chance haben, seine Ideen dafür umzusetzen. Mit auf der DVD ist ein Ausblick, wie eine vierte Staffel hätte aussehen können, nämlich einige Jahre in der Zukunft mit Veronica beim FBI. Schwer zu sagen, ob das nicht zu sehr zu Lasten des Charmes der "Teenie"-Detektivin gegangen wäre.

So bleibt mir Veronica Mars als eine der besten Serien überhaupt in Erinnerung und ist vor allem in der Originalversion eine dringende Empfehlung für jeden, der Top-Serienunterhaltung mit tollen Figuren und geschliffenen Dialogen zu schätzen weiss.

Screenshots: Die wichtigsten Figuren der 3. Staffel auf einen Blick.


Serien-Wertung: 8 von 10 Punkten

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08 Januar 2008

 

Masters of Horror S02E09 - Right to die - USA 2006

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IMDB-Link zu dieser Episode
Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 60 Min.
Altersempfehlung: FSK 18
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
Spätnachts, auf einer einsamen Landstrasse, haben Cliff Addison (Martin Donovan) und seine Frau Abby einen tragischen Autounfall. Während er fast ohne Blessuren davonkommt, versagt bei seiner Frau der Airbag. Sie wird aus dem Wagen geschleudert und verbrennt vor seinen Augen. Als er im Hospital erwacht informiert man Cliff, dass seine Frau zwar lebt, aber ohne Ganzkörper-Hauttransplantationen nicht weiterleben kann. Während er sich Gedanken macht, ob diese Leben für sie überhaupt lebenswert wäre, machen sich ihre Mutter und sein Anwalt mehr Gedanken um 10 Mio. US-Dollar Schadensersatz, die Abby, bzw. ihrem Erben, für den defekten Airbag angeboten wurden.
Doch auch wenn Abby dem Tode nahe ist, so ist ihr Geist von dem Wunsch beseelt sich zu rächen - denn kurz vor dem Unfall hatte sie Cliff beim Fremdgehen erwischt...

Kritik:
Regisseur Rob Schmidts (Wrong Turn) Beitrag zu der MoH-Serie ist eine klassische Horrorstory. Zum einen gibt es eine kurze Auseinandersetzung mit der ethischen Frage "Lebenserhaltung um jeden Preis?" - zum anderen eine genretypische Rachegeschichte.

Für den männlichen Zuschauer ist es zunächst ziemlich unverständlich, warum Cliff seine Frau betrogen hat, denn die Dame hat eine Traumfigur. Doch ist sie auch genauso rachsüchtig wie schön und jedesmal, wenn sie ins Jenseits übertritt, rächt sich ihr Geist für ihr zugefügtes Unrecht, bevor die Ärzte sie wiederbeleben.
Parallelen gibt es dabei zu Lucio Fulci's Aenigma aus dem Jahre 1987.
Die Szenen mit ihrem gehäuteten Körper, der den Opfern nach den Lebem trachtet sind recht gut gemacht und erinnerten mich stark an Hellraiser.

Und auch sonst gibt es nackte Haut zu sehen. Sowohl Abby als auch die Ehebrecherin sind super gebaut - so dass man wiedermal die Punkte Erotik und Gore abhaken kann.
Hauptdarsteller Martin Donovan macht seine Sache gut als hin- und hergerissener Ehemann, dessen Lage immer verzweifelter wird. Corbin Bernsen als Anwalt sorgt mit seinen Dialogzeilen für einige Schmunzler.

Das Thema der "Lebenserhaltung um jeden Preis" dient dabei zwar als Ausgangspunkt, aber ernsthaft setzt man sich nicht damit auseinander, was auch gut so ist, da frühere Episoden der MoH gezeigt haben, dass man sich damit leicht übernehmen kann.

Auch wenn die Spannung nicht allzu hoch ist, so ist Right to die doch guter Durchschnitt in der Serie, der auf die MoH-Tugenden Erotik, Gore und etwas schwarzen Humor setzt.

Screenshots: Eine der besten Szenen ist diese Sequenz im Bad zwischen Cliff und seiner Ehefrau.


Auch seine Mitarbeiterin Trish (Robin Sydney) macht Cliff schöne Augen.


Ehefrau Abby nimmt Rache an denjenigen, die ihr Unrecht getan haben.


Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

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04 Januar 2008

 

End Game - Der Anschlag war erst der Anfang - USA/CAN 2006

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Genre(s): Action / Thriller
Laufzeit: ca. 92 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Alex Thomas, (Cuba Gooding Jr.) Special-Agent des Secret Services, ist für die Sicherheit des mächtigsten Mannes der Welt verantwortlich. Doch auch er kann den tödlichen Anschlag auf den US-Präsidenten nicht verhindern. Voller Schuldgefühle kündigt er seinen Job und verfällt in Hoffnungslosigkeit. Die Reporterin Kate Crawford (Angie Harmon) erkennt, dass noch mehr hinter all dem steckt, als nur der Anschlag. Gemeinsam versucht sie nun mit dem Ex-Agenten die Verschwörung rund um die Regierung aufzudecken...

Kritik:
Mittlerweile gibt es ja diverse Thriller, die sich aus Sicht des Secret Service mit einem Anschlag auf den US-Präsidenten beschäftigen. Erst vor ein paar Monaten gab es mit The Sentinel einen passablen Genrevertreter mit guter Besetzung zu sehen.

Der Cast kann sich hier auch sehen lassen. Cuba Gooding Jr. und Angie Harmon geben gute Hauptdarsteller ab und unterstützt werden sie u.a. von James Woods und Anne Archer.
Doch leider kann das Drehbuch nichts bieten, was man nicht schon diverse Male anderswo besser gesehen hat. Man bedient sich bekannter Versatzstücke und versucht den Verschwörungsplot komplizierter aussehen zu lassen, als er eigentlich ist. Doch wer schon ein paar Filme dieser Art gesehen hat, der weiss nach gut 2/3 Bescheid, wer den Präsidenten ermorden liess.

Die Umsetzung des Ganzen ist dabei solide geraten, weist aber auch die üblichen Logiklöcher auf. Am auffallendsten ist sicher, dass anfangs wie üblich keiner an eine Verschwörung glaubt, sondern lieber die Story vom einsamen Schützen schluckt. Auf der anderen Seite gehen die Verschwörer viel zu offensichtlich aggressiv vor und bomben alle unliebsamen Gestalten einfach weg.

Der Plot wird mit ordentlichem Tempo vorangetrieben, so dass es praktisch kaum Leerlauf gibt. Wirklich unangenehm fiel mir nur die Szene auf, als sich der Personenschützer direkt nach dem Anschlag nachts erstmal ordentlich besäuft, auszieht und dann in den See neben seiner Hütte springt (in suizidaler Absicht?!). Das war doch des Guten zuviel.
Ansonsten könnte die Auflösung für manchen eine Enttäuschung sein, ich fand sie jedoch recht glaubhaft.

Fazit: End Game bedient sich bei den diversen Vorgängerfilmen rund um den Secret Service. Die Inszenierung ist solide geraten, dürfte sich aber wegen des schwachen Drehbuchs am ehesten für Zuschauer lohnen, die wenige Filme dieser Art kennen.

Screenshots: Secret-Service-Agent Alex Thomas (Cuba Gooding Jr.) kurz vor dem Anschlag.


Nachdem Reporterin Kate Crawford (Angie Harmon) Ungereimtheiten nachgeht...


...unterstützt Alex sie tatkräftig um das Rätsel um die Ermordung des Präsidenten aufzuklären.


Normale Wertung: 4,5 von 10 Punkten

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11 Dezember 2007

 

The Marine - AUS/USA 2006

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Genre(s): Action
Laufzeit: ca. 87 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Weil er einen feigen Befehl missachtete, wird John Triton (John Cena), einer der besten Marines seines Landes, aus dem Militärdienst im Irak entlassen. Auch daheim lässt ihn sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn immer wieder unvorteilhaft anecken. Deshalb fährt er mit seiner Frau Kate (Kelly Carlson) zur Entspannung in den Urlaub. Doch es kommt anders: Der ruchlose Diamantenräuber Rome (Robert Patrick) und seine Bande nimmt nach einem brutalen Überfall ausgerechnet Tritons Frau als Geisel und flüchtet. Der Marine legt seinen Kampfanzug an...

Kritik:
Nach See No Evil das zweite Filmprojekt der WWE aus dem Jahre 2006. Diesmal ein Ausflug ins Actiongenre.
Dem Genrefreund wird stellenweise richtig warm ums Herz, denn man fühlt sich an die klassischen Actionkracher der 80er erinnert, mit ihren Stars, die vornehmlich austeilen konnten und mittlerweile ein Dasein in der B- und C-Movie-Abteilung fristen.

An Hauptdarsteller John Cena liegt es sicher nicht, dass The Marine Spass macht. Denn der hauptberufliche Wrestler kann ausser einem Berg Muskeln nicht viel bieten. Vom Charisma seines Ex-Kollegen Dwayne Johnson alias The Rock kann der Mann nur träumen.
Somit liegen die Sympathien ganz eindeutig beim Bösewicht, der von Robert Patrick mit sichtlichem Vergnügen gespielt wird.

Kleine Anspielungen an dessen frühere Rolle als T-1000, sehr spassige Kommentare von ihm, die Over-the-Top-Darstellung des Bösewichts sowie abgedrehte Dialoge mit seinen Komplizen sorgen dafür, dass man auch ohne vernünftigen Helden unterhalten wird. Dazu kommt noch die atemberaubende Kelly Carlson, die zwar meist als Entführungsopfer herhalten muss, aber in einem ordentlichen Catfight zeigt, dass sie auch austeilen kann.
In einem Review schrieb jemand, dass man doch am besten John Cena weggelassen hätte und gleich mit Kelly Carlson als Heldin hätte arbeiten sollen - dem kann ich mich nur anschliessen.

Die gezeigte Action nutzt das kleine Budget voll aus. Realismus darf man dabei nicht erwarten - so wird etwa ein Streifen-Sportwagen komplett durchlöchert, fährt aber erstens trotzdem weiter und zweitens kriegt der Fahrer keinen Kratzer ab.
Etwas einfallslos sind dagegen mehrere Explosionen, wo Cena immer in der letzten Sekunde aus dem Fenster springt.
Sehr schön dagegen der Anfang, als er im Alleingang ein paar Kameraden aus den Händen von Terroristen befreit - davon hätte es ruhig mehr geben können.

Fazit: The Marine bietet dem Actionfreund gute No-Brainer-Unterhaltung, die vor allem Robert Patricks Rolle zu verdanken ist.
Hätte man die Action noch etwas realistischer und abwechlsungsreicher gestaltet, sowie auf einen anderen Hauptdarsteller zurückgegriffen, dann wäre hier durchaus noch mehr dringewesen.

Screenshots: Noch geniessen die Tritons (John Cena & Kelly Carlson) das Eheleben...


...doch als Kate von Gangstern gekidnappt wird, macht sich John...


...auf zur Verfolgung.
Gut dass er sich auf echte amerikanische Wertarbeit verlassen kann, die garantiert kugelbeständig ist.


angeschaut am: 25.11.2007
Normale Wertung: 6,5 von 10 Punkten

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