23 November 2007

 

Lovely Rivals - KOR 2004

Alternativer Titel: Teacher Vs Student
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Genre(s): Komödie / Drama
Laufzeit: ca. 114 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: koreanischsprachige Originalversion mit engl. Untertiteln

Inhalt:
Die Lehrerin Mi-ok Yeo (Jung-ah Yum) ist sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern der Songrim Elementary School unbeliebt. Ihre anfängliche Leidenschaft fürs Unterrichten ist lange verflogen und auch privat ist sie mit ihrem Singledasein unzufrieden. Ihr Frust bahnt sich unter anderem in Form eines diktatorischen Unterrichtsstils seinen Weg.
Doch als ein neuer, junger Kunstlehrer (Ju-hun Lee) an der Schule anfängt, verguckt sie sich sofort in ihn und hofft ihrem Singledasein ein Ende bereiten zu können.
Doch bekommt sie unerwartete Konkurrenz von einer ihrer Schülerinnen. Die frühreife 12-jährige Mi-nam Ko (Se-yeong Lee) hat sich ebenfalls in den Lehrer verliebt. Von nun an findet ein erbitterter Konkurrenzkampf unter "Frauen" statt.

Kritik:
Anfänglich sieht es bei Lovely Rivals nach den typischen Zutaten für eine koreanische Komödie aus. Lehrerin Mi-ok ist eigentlich total hübsch, versteckt das aber hinter vielen Grimassen und einem unsympathischen Auftreten. Sie nimmt sie ihre Arbeit nicht sonderlich ernst, kriegt in der Klasse oft plötzliche Tobsuchtsanfälle und rückt dem jungen Kollegen ziemlich plump auf den Pelz. So betrinkt sie sich bei einer Feier im Kollegenkreis und späht ihm dann ins Herrenklo nach - später liefert sie eine Glanzvorstellung, als sie ihrer Mutter das Ganze so darstellt, als wäre er verrückt nach ihr.

All das hat mir schon sehr gut gefallen, denn Jung-ah Yum spielt ihre Rolle wirklich sehr gut. Ihr Overacting alleine ist schon sehr unterhaltsam. Dazu kommt das zweite Handlungselement in Form von Schülerin Mi-nam, die sich neben ihrer Verliebtheit in den Lehrer auch mit den Mitschülern rumschlagen muss, die sie auf dem Kieker haben.

Was den Film aber über soliden Durchschnitt heraushebt ist die zweite Hälfte. Denn ohne dass es einem gross auffällt schafft der Film dort die Komödie (mit Overacting etc.) in ein Drama (mit teils bewegenden Momenten) münden zu lassen. Vor allem bei der Lehrerin findet eine tiefgehende Sinnkrise statt, und ihr Charakter verändert sich stark.
Witzigerweise ist der junge Lehrer, das Objekt der Begierde, in der zweiten Hälfte fast völlig abwesend, ohne dass es negativ auffällt.

Hat man vorher noch über die Figuren lachen können, so leidet man jetzt mit ihnen mit und es stellt sich schlussendlich alles anders dar, als es zunächst den Anschein hatte.
Dieser Wandel ist wirklich toll gelungen. Aber auch die Schauspieler sind überdurchschnittlich. Neben Jung-ah Yum toller Vorstellung als Lehrerin muss man vor allem die junge Se-yeong Lee loben, die ihre Schülerin extrem überzeugend rüberbringt. Auch den Schuldirektor möchte ich nicht unerwähnt lassen, weil auch er sehr unterhaltsam ist, während Ju-hun Lee als Zielobjekt des Zickenkriegs nicht viel mehr machen muss, als nett auszusehen.

Alles in allem war Lovely Rivals für mich eine positive Überraschung und ist für Freunde des koreanischen Kinos eine ganz klare Empfehlung!

Screenshots: Als ein neuer Kunstlehrer (Ju-hun Lee) an der Schule anfängt...


...verknallt sich die Schülerin Mi-nam Ko (Se-yeong Lee) sofort in ihn.


Doch auch die zickige Lehrerin Mi-ok Yeo (Jung-ah Yum) möchte den neuen Kollegen erobern.


Von nun an wird von den beiden Konkurrentinnen mit allen Mitteln...


...um ihren Schwarm gekämpft.


angeschaut am: 18.07.2007
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten

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17 November 2007

 

Straßen der Gewalt - SKOR 2006

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Genre(s): Drama / Krimi
Laufzeit: ca. 133 Min.
Alterseinstufung: Keine Jugendfreigabe

Inhalt:
Byung-doo Kims Gangsterkarriere steckt fest. Vize-Boss Sang-chul kassiert das meiste Geld der Aufträge und hält den jungen Aufsteiger unter sich in Schach. Als Boss Hwang eines Tages Byung-doo signalisiert, er halte ihn für talentierter als Sang-chul, lässt er sich nicht lange bitten. Er schafft den für Boss Hwang bedrohlichen Staatsanwalt Park aus dem Weg und tötet daraufhin Sang-chul bei der Hochzeit seiner Schwester. Als Nummer Zwei im Syndikat, baut er mit Hilfe seines Adjutanten Jong-su seine Macht aus und versucht, das Herz seiner ehemaligen Schulkollegin Hyun-ju zu gewinnen. All das protokolliert von Min-Ho Kim, ebenfalls ein ehemaliger Schulkollegen, der einen Gangsterfilm drehen will.

Kritik:
Mit zunehmendem Verlauf gefiel mir Straßen der Gewalt immer besser. Anfangs ist das Tempo noch vergleichsweise niedrig und man ahnt nicht so recht, wohin der Film steuert, wenn man den kleinen Gangster Byung-doo Kim in seinem steinigen Alltag begleitet.
Denn auch als Gangster hat man es nicht leicht und muss sich um die Karriere sorgen.

Noch dazu, wo in Korea die Auseinandersetzungen zwischen den Gangs mittels Fäusten, Stangen oder nicht-tödlichen Messerstichen geregelt werden.
Die Fight-Sequenzen sind für westliche Zuschauer aufgrund dessen wirklich etwas befremdlich, aber man gewöhnt sich daran und findet dann auch Zugang zu dieser Studie des Gangsterlebens, die wenig spektakulär, dafür aber recht glaubhaft rüberkommt.
Ich fand es schon sehr interessant, wie das organisierte Verbrechen in Korea aufgegliedert ist. Denn auch ein vergleichsweise kleiner und junger Gangster wie Byung-doo Kim hat schon seine Truppe, um die er sich kümmern muss.

Mit der Zeit kristallisiert sich dann heraus, dass Gangster eben auch nur Menschen sind, mit guten und schlechten Eigenschaften. Während manch ehrbarer Geschäftsmann skrupelloser kaum sein könnte.
Die moralischen Aspekte sind dabei sicher in jeder Kultur gleich.
Bemerkenswert fand ich die Parts, wo die alten Schulfreunde sich treffen und Byung-doo Kim, aber auch seine Flamme Hyun-ju mühsam zu überdecken versuchen, dass ihnen ein gesellschaftlich anerkannter Erfolg im Leben bisher verwehrt geblieben ist.

Kurzum ein interessantes, gut gespieltes Porträt eines kleinen Gangsters.
Gross angelegte Action oder aufwendige Martial-Arts-Szenen, die Titel und Cover suggerieren, sollte man sich allerdings nicht erwarten, sonst wird man enttäuscht.

Screenshots: Gangster Byung-doo Kim (In-Seong Jo) möchte eigentlich nur anerkannt sein...


...und mit seiner Angebeteten eine harmonische Beziehung führen.


Doch beides ist nur schwierig zu erreichen, während er seinem Beruf als Gangster nachgeht.


angeschaut am: 19.10.2007
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

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11 November 2007

 

The Cut - SKOR 2007

Alternativtitel: Cadaver
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Genre(s): Horror / Mystery
Laufzeit: ca. 112 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: Koreanische Originalfassung mit engl. Untertiteln

Inhalt:
Sechs junge Medizinstudenten sezieren im Rahmen ihres Anatomie-Unterrichts die Leiche einer jungen Frau. Doch bald schon haben alle dieselben Alpträume. Nach und nach werden die Studenten Opfer mysteriöser Todesfälle, die mit der Leiche zusammenhängen.
Studentin Sun-hwa (Ji-min Han), die immer wieder unerklärliche Visionen hat, macht sich daran, dem Geheimnis um die Tote auf die Spur zu kommen, um so den Fluch der Leichenhalle zu überleben...

Kritik:
Das Grundkonzept stimmt praktisch 1:1 mit Unrest überein, der mich vor knapp einem halben Jahr recht gut unterhalten konnte. Doch leider hat man sich sonst wenig vom Original (?) abschneiden können.
Die Sezier-Gemeinschaft der Studenten, die vor allem das erste Drittel bestimmt, ist nach dem üblichen Schema besetzt: Smarte Heldin und ihr Love Interest, dicker Mitläufer, skrupellose Karrieretypen, Schlampe vom Dienst.

So wartet man denn geduldig, bis die unheimlichen Ereignisse ihren Lauf nehmen, um ziemlich enttäuscht zu werden. Denn unheimlich wird es leider nicht.
Obwohl das asiatische Kino eigentlich auf unblutigen, dafür aber umso gruseligeren Geister-Horror spezialisiert ist, stellt sich hier zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise Gruselstimmung ein. Lieblos werden die Sequenzen mit den Geistererscheinungen inszeniert und wenn es ans Eingemachte ginge, wird weggeblendet.

So konzentriert sich der Film bald auf die Ermittlungen von Sun-hwa, die nach dem Ursprung der Leiche forscht. Um es kurz zu machen: Nachdem man viel Zeit mit wenig Ergebnissen verschwendet hat, wird das Rätsel im Finale auf die plumpeste Art überhaupt gelöst. Sun-hwa hat Visionen und sieht genau was sich alles in der Vergangenheit ereignet hat, um die Geister zu verärgern und wie das mit ihr selbst zusammenhängt.

Des Rätsels Lösung ist dabei nichts besonderes und beileibe kein Höhepunkt für so einen Gruselfilm. Ich bin ca. 20 Minuten vor Schluss eingeschlafen und konnte mir die Auflösung dann am Tag darauf nochmal ansehen, wodurch sie allerdings nicht besser wurde.

Somit kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass The Cut ein stinklangweiliger Vertreter des Geisterhorror-Genres ist, der weder gruselig, noch blutig oder irgendwie spannend ist. Da auch die Charaktere völlig uninteressant bleiben, kann ich ausser der netten Optik leider nichts Positives an dem Film finden.
Das mag sicher auch daran liegen, dass ich mit Unrest dasselbe Thema schon mal weit interessanter gesehen habe.

Screenshots: Die Studenten sezieren die Leiche.


Die Liebste auf dem Rücken herumtragen gehört bei Filmen für die junge koreanische Zielgruppe zum Pflichtprogramm.


Einer der wenigen Gore-Effekte.


angeschaut am: 10.11.2007
Normale Wertung: 1,5 von 10 Punkten

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23 Oktober 2007

 

Memories of Murder - SKOR 2003

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Genre(s): Drama / Krimi
Laufzeit: ca. 130 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
In den 80ern Jahren kommt der akademisch gebildete Cop Seo Tae-Yoon von Seoul in die koreanische Provinz, um die örtliche Polizei in einem Serienkillerfall zu unterstützen. Schnell fällt ihm auf, dass der Dorfdepp, auf den sich die Ermittlungen bislang bequemerweise konzentrierten, gar nicht der Täter sein kann, auch enttarnt er Vorgehensweisen als fragwürdig und ineffektiv, was nicht jeder neue Kollege gerne hört. Doch auch Seo Tae-Yoon kommt trotz fortschrittlicher Methoden und neuer Erkenntnisse kaum weiter.

Kritik:
Nach vielen positiven Reviews im Netz waren meine Erwartungen an Memories of Murder recht hoch. Vielleicht liegt es auch mit daran, dass mich der Film letztlich enttäuschte.

Denn anstatt eines spannenden Krimis, der auf einer wahren Serie von Morden beruht gibt es eine langgezogene und streckenweise schlicht langweilige Mischung aus Krimi, derber Komödie und Sozialstudie.
Die Ermittlungsmethoden der koreanischen Polizisten sind dabei fast schon als mittelalterlich anzusehen, wenn man unliebsame Gestalten einfach so lange verhört/foltert, bis sie alles gestehen, was von ihnen verlangt wird.

Auf der Strecke bleibt bei dieser "Polizeiarbeit" und bei dem derben Humor, der sich vor allem in ständigen Prügeleien äussert, was leider in vielen koreanischen Filmen zu finden ist, die Ernsthaftigkeit der zugrundeliegenden Mordserie.
Zu keinem Zeitpunkt ist man als Zuschauer betroffen bzw. an der Aufklärung interessiert, da die Morde sich dem drumherum schlicht unterordnen müssen.

Dafür gibt es in aller Breite das Aufeinandertreffen zweier völlig unterschiedlicher Polizisten zu sehen, was zwar schauspielerisch durchaus lobenswert ist, aber mich von der Aussage nicht unbedingt überzeugen konnte. Der Studierte versucht dabei seine eher trotteligen Provinzkollegen von den Vorzügen einer logischen Herangehensweise an die Verbrechen zu überzeugen, macht aber nur langsam Fortschritte, um schlussendlich fast doch deren Verhaltensweise zu übernehmen.

Um es abzukürzen: Mir war Memories of Murder zu lang und zu wenig spannend. Liegt sicher auch daran, dass ich mir ein Krimi-Highlight erhoffte. Stattdessen gibt es ein unbefriedigendes offenes Ende und einen tiefen Einblick in die wenig erbaulichen Verhältnisse im Korea der 80er Jahre.
Wer allerdings weniger an dem Krimi, als vielmehr an einem Porträt der ermittelnden Polizisten und der Stimmung im Korea der 80er Jahre interessiert ist, der dürfte an dem Film mehr Freude haben.

Screenshots: Die Polizisten besichtigen einen Tatort.


Man versucht den Dorftrottel daon zu überzeugen seine Schuld zu gestehen.


Die Polizisten sind sich untereinander nicht grün...


angeschaut am: 20.10.2007
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

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03 September 2007

 

Paradise Murdered - KOR 2007

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Genre(s): Komödie / Mystery / Thriller
Laufzeit: ca. 112 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: Koreanische Originalfassung mit englischen Untertiteln

Inhalt:
'Paradise Island' ist eine kleine verschlafene Insel, die ihrem Namen alle Ehre macht. Das Leben ist entspannt und die 17 Bewohner geniessen es in aller Bescheidenheit.
Doch eines Tages findet man zwei grausam verstümmelte Leichen. Nachdem die beiden Toten zusammen mit einem dritten Mann zuletzt Karten gespielt hatten, verdächtigt man diesen als Mörder. Als man ihn jedoch nirgendwo finden kann steigt die Panik unter den Insulanern, bis man auch seine Leiche entdeckt. Verzweifelt versuchen die Bewohner nun herauszufinden, wer der Mörder unter ihnen ist, doch die Spirale der Gewalt ist nicht mehr aufzuhalten...

Kritik:
Paradise Murdered überhebt sich eindeutig mit seiner ungewöhnlichen Mischung aus Komödie und Thriller. Der Komödienteil besteht vornehmlich aus den kruden Charakteren, die zu Anfang vorgestellt werden. Auch die anfänglichen Ermittlungen sind eher spassig angelegt, doch mit zunehmend fortschreitender Handlung und wachsendem Bodycount wandelt sich der Film mehr in Richtung Slasher.

Leider passt beides nicht zusammen. So ist es für den Zuschauer ziemlich verwirrend, ob man sich nun eher fürchten soll, ob der Geistererscheinungen und des zunehmend mehr um sich greifenden Wahnsinns, oder doch nicht. Konnte man doch noch wenig vorher über die kruden Figuren lachen.
Letztlich brennt man darauf, den Mörder herauszubekommen und das Motiv. Leider wird die Aufklärung ziemlich schleppend vorangetrieben - es müssen erst fast alle Insulaner über die Klinge springen und massiv die asiatischen Geisterfilmklischees bemüht werden, bis die überraschende Aufklärung kommt.
Die passt mit ihrer Seriosität dann eigentlich auch nicht so recht zu dem vorher Gesehenen - rettete den bis dahin lahmen Film für mich aber noch einigermassen.

Park Hae-Il (Rules Of Dating, The Host) liefert als Doktor wieder mal eine gute Performance ab - allerdings geht seine ruhig angelegte Identifikationsfigur teilweise ein wenig unter gegen den Nebencast mit den teils skurrilen Figuren.
Die Spannung hielt sich bei mir in Grenzen - letztlich ist der Film mal wieder viel zu lang geraten. Es nervte schon, wenn in vielen Szenen nichts geschah in Sachen Haupthandlung.
Ansonsten wird viel rumgeschrien, was ich an koreanischen Filmen nicht so mag.

Paradise Murdered klingt von der Grundstory ganz interessant, doch die Mischung aus Komödie und Thriller konnte mich nie wirklich packen. Wenigstens war die Auflösung des Ganzen relativ positiv überraschend. Trotzdem bleiben als starke Negativmerkmale eine viel zu lange und langweilige Laufzeit, sowie diverse dicke Logiklöcher. (z.B. die Geschichte mit dem ersten Verdächtigen, die sich urplötzlich als Einbildung herausstellt).

Screenshots: Die etwas skurrile, aber freundliche Dorfgemeinschaft wird...


...durch den Mörder in ihrer Mitte...


...in Panik und Paranoia versetzt.


angeschaut am: 4.08.2007
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten

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27 August 2007

 

Spider Forest - Wald der verlorenen Seelen - KOR 2004

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Genre(s): Drama / Mystery / Thriller
Laufzeit: ca. 113 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Nachts in einem düsteren Wald. Kang erwacht aus tiefer Ohnmacht. Er schleppt sich zu einer Hütte und findet dort die Leiche eines Mannes - seines Chefs. Im Nebenraum kämpft eine junge Frau mit dem Tod - Kangs Freundin, die in seinen Armen stirbt. Er glaubt einen Mann zu sehen - den Mörder? - und hetzt ihn durch den Wald, bis die Verfolgung auf einer Schnellstrasse unter einem Auto endet. Als er nach 2 Wochen aus dem Koma erwacht, ist er für die Polizei der Hauptverdächtige für diesen Doppelmord. Er will seine Unschuld beweisen, doch alle Bemühungen enden in einem Alptraum, aus dem es scheinbar kein Erwachen gibt: Der Wald hat seine eigenen Gesetze und nimmt keine Rücksicht auf Zeit, Wahn oder Wirklichkeit...

Kritik:
In den meisten Kritiken wird Song Il-gon's Spider Forest mit Lost Highway oder Mulholland Drive von David Lynch verglichen. Und wer diese Werke kennt, der wird feststellen, dass das durchaus passend ist.
Von den ersten Minuten an entwickelt sich eine Story, die zwischen Mystery-Horror und Psychodrama schwankt und mit jedem neu enthüllten Detail auch mehr Fragen aufwirft.

Aufgehängt ist das Ganze an zwei Kriminalfällen, die zu verschiedenen Zeiten im Spider Forest stattfanden. Die Handlung im Film springt dann auch heftig zwischen verschiedenen Zeitebenen und auch zwischen Realität und Träumen hin und her. Auch sonst wird Verwirrung grossgeschrieben, wenn z.B. Jung Suh in einer Doppelrolle als Kangs Frau und später als Erbin eines Fotoladens zu sehen ist - allerdings ohne dass Kang die Ähnlichkeit erkennt.
Das fordert dem Zuschauer schon volle Konzentration ab, um dem folgen zu können.

Dabei bleibt aber vor allem in den gelungenen Bildern sehr viel Verstecktes zu entdecken. Eine teils unheimliche und auch unwirkliche Atmosphäre wird wirklich gut rübergebracht. Dazu tragen auch die tollen schauspielerischen Leistungen bei.
Erschliessen dürfte sich das aber wohl nur den Fans dieses Genres - Otto Normalzuschauer ist wohl ziemlich gelangweilt.
Denn zu sagen, dass der Film ein offenes Ende hat ist schon untertrieben. Eine Interpretation des Gesehenen dürfte bei bei vielen wohl völlig unterschiedlich ausfallen.

Ich gebe es ganz offen zu, dass ich nicht wirklich verstanden habe, was sich da nun eigentlich abgespielt hat. Es gibt leider kein Aha-Erlebnis am Schluss, sondern viele Fragezeichen, was im Gegensatz zu einem David Lynch Werk etwas frustrierend für mich war.
Insofern fällt mir eine Wertung auch nicht ganz leicht, denn Spider Forest bietet für Freunde solch extrem verwirrender Kost mit Sicherheit genau das Richtige. Alle anderen sollten allerdings gewarnt sein, dass hier keine Unterhaltung, sondern eher Arbeit auf den Zuschauer wartet.
Deshalb gebe ich zunächst mal 6 Punkte - vielleicht ergibt sich ja irgendwann nochmal eine Gelegenheit den Film erneut zu sehen und der Lösung näher zu kommen...

Screenshots: Ein Fremder schickt Kang Hinweise auf den Spider Forest.


In einer Doppelrolle: Jung Suh als Kangs Frau...


...und als Erbin eines Fotoladens.


Kang's (Woo-seong Kam) Verzweiflung steigert sich zunehmends...


angeschaut am: 9.07.2007
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

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13 August 2007

 

Unstoppable Marriage - KOR 2007

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Genre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 114 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: Koreanische Originalfassung mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Eun-ho (Yoo Jin), die Tochter eines traditionell und bescheiden lebenden Koreaners erteilt Ki-baek (Ha Seok-jin), dem einzigen Sohn einer neureichen Frau, eine Übungsstunde im Paragliding. Wegen ihm stürzen sie ab - und können sich auch sonst zuerst nicht ausstehen. Doch mit der Zeit verlieben sie sich ineinander. Alles könnte sich in Glückseligkeit auflösen, wären da nicht die Eltern, die um jeden Preis die Hochzeit verhindern wollen...

Kritik:
Spassig ist es schon, dass man es in koreanischen Liebeskomödien mit der Entstehung der Liebe irgendwie nicht besonders genau nimmt. Man nehme grundsätzlich mal ein Paar, was sich anfangs nicht ausstehen kann. Anstatt getrennte Wege zu gehen spielen sich die beiden gegenseitig ein paar Streiche, bzw. demütigen den anderen. Und schon funkt es von einem Moment auf den nächsten.

So läuft es zumindest hier ab. Allerdings ist ihre Liebe auch nicht das Hauptthema, sondern die gegensätzlichen Familienverhältnisse (arm - reich / traditionell - modern), die die Eltern zu totalen Gegnern der Verbindung werden lassen.
Das Ganze ist in der ersten Hälfte noch einigermassen unterhaltsam, mit ein paar netten Momenten.

Doch in der zweiten Hälfte rückt das junge Paar mehr und mehr in den Hintergrund und die Handlung konzentriert sich auf die eingebildete Mutter des Bräutigams und den sturen Vater der Braut. Es kommt wie es kommen muss - die beiden kommen sich ebenfalls näher und geben ihre aggressiven Abwehrhaltungen schliesslich auf.
Leider geht ab der Hälfte der Film den Bach runter, denn trotz einiger Szenen zum Schmunzeln (Brautvater und Schwiegersohn teilen sich ein Bett, Schwiegermutter mit ihrem schrecklichen Englisch "Happy Shit!") geht einfach zu wenig vorwärts.

Es zieht sich mehr und mehr in die Länge, ohne dass man die Heirat jemals ernsthaft in Gefahr sieht. Leider fällt den Autoren scheinbar nichts mehr ein, was sie aus der ohnehin konstruierten Situation machen könnten und die viel zu langen 114 Minuten wollen nicht enden.
Somit gibts für eine mittelmässige erste und eine maue zweite Hälfte eine Wertung zwischen 2 und 3 Punkten von mir.

Screenshots: Anfangs kann sich Eun-ho (Yoo Jin) noch nicht für den snobbigen Ki-baek erwärmen.


Doch bald schon funkt es und sie stellt ihn ihrem Vater und Onkel vor.


Doch die zukünftigen Schwiegereltern sind von den Hochzeitsplänen gar nicht begeistert.


Ki-baek (Ha Seok-jin) - Schwiegersohn in spe - muss sich mit dem Vater der Braut im Urlaub ein Bett teilen.


Doch zum Schluss steht dem Happy-End nichts mehr im Weg.


angeschaut am: 10.07.2007
Normale Wertung: 2,5 von 10 Punkten

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29 Juli 2007

 

This Is Law - KOR 2001

Deutscher Titel: Out of Justice - Gegen jedes Gesetz
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Genre(s): Action / Krimi
Laufzeit: ca. 115 Min.
Alterseinstufung: FSK 16
Bemerkung: Koreanische Originalfassung mit englischen Untertiteln

Inhalt:
In Seoul richtet ein anonymer Hobbyfilmer nachträglich jene Gewaltverbrecher hin, die trotz offensichtlicher Schuld aufgrund guter Beziehungen oder Verfahrensfehlern das Gericht als freie Leute verlassen. Jung-Detective Bong hätte schon eine Vorstellung, wie man dem oder den Täter(n) auf die Schlicht käme, doch kollidieren seine Ansichten mit der konservativen Vorgehensweise seines Seniorpartners. Als diese und andere Cops ihre Differenzen bereinigen, wird es jedoch eng für den selbst ernannten Rächer.

Kritik:
This Is Law fängt düster und vielversprechend an. Man sieht einen Vergewaltiger und sein Opfer - wenig später wird der Vergewaltiger von einem Unbekannten in Selbstjustiz ermordet. Eigentlich eine tolle Ausgangslage für einen harten Thriller.

Doch leider stellen sich schon nach kurzer Zeit gewisse Klamauk-Einlagen ein, die das Ganze ins Lächerliche ziehen. Wenn unsere Cops am liebsten zu zweit ganze Verbrecherhorden verkloppen, dann hat das mehr mit Bud Spencer und Terence Hill, als mit einem Thriller zu tun.

Auch der Plot um einen Verräter in den eigenen Reihen zieht sich extrem in die Länge - so sehr, dass ich mir öfter mit einem Griff auf die Vorspultaste helfen musste.
Leider kann auch der Schluß nicht überzeugen, so dass ich This Is Law insgesamt furchtbar fand.

Screenshots: Ein Verdächtiger widersetzt sich der Festnahme.


Ein kleines Besäufnis unter Kollegen darf in keinem koreanischen Film fehlen.


Die attraktive Kollegin sucht im Büro nach Wanzen.


So ganz zufrieden mit dem Film scheinen auch die Darsteller nicht zu sein.


angeschaut am: 21.07.2007
Normale Wertung: 1,5 von 10 Punkten

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21 Juli 2007

 

200 Pounds Beauty - KOR 2006

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Genre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 116 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: Koreanische Originalversion mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Hanna Kang (Ah-jung Kim) hat zwar eine tolle Stimme, ist aber extrem übergewichtig. Deswegen leiht sie nur hinter der Bühne ihre Stimme der attraktiven Ammy, die wiederum überhaupt nicht singen kann. Hanna steht diese Schau nur durch, weil sie heimlich in den Produzenten Sang-jun Han (Jin-mo Ju) verliebt ist, der zwar ihre Gesangsqualitäten schätzt, sich aber sonst wenig für sie interessiert.
In ihrem Nebenjob als Telefonsex-Dame lernt sie einen Schöheitschirurgen kennen und zwingt ihn dazu, sie einer Komplettoperation zu unterziehen.
Ein Jahr später taucht sie als schlanke und wunderschöne Jenny wieder bei ihrem geliebten Produzenten auf, der auch prompt Ammy feuert und sie zum Star macht. Während sie allen eine andere Person vorgaukelt muss sie feststellen, dass Schönheit auch kein Garant zum Glücklichsein ist

Kritik:
Mit über 6 Mio. Zuschauern war 200 Pounds Beauty in Südkorea ein richtiger Kassenschlager in 2006. Doch das ist wohl noch kein Qualitätsmerkmal, wie ich feststellen musste.
Die Ausgangssituation hätte sicher einiges an Gags und auch an moralischer Botschaft hergegeben, doch an beidem mangelt es.

Gags finden sich zu Beginn nur in den üblichen Klischees, dass dicke Menschen tolpatschig sind (Hanna bricht durch den Bühnenboden), keinerlei Modegeschmack haben und auch geistig nicht unbedingt auf der Höhe sind. Das ändert sich natürlich völlig, nachdem Hanna sich der Komplett-Operation unterzogen hat.

Das zerstört so ziemlich die eigentlich simple moralische Botschaft, dass innere Schönheit wichtiger ist, als der äussere Schein. Dazu trägt übrigens auch ein Epilog bei, wo man die nächste Dicke beim Chirurgen vorsprechen sieht.
Der Film möchte sich gerne kritisch mit dem Thema Schönheitschirurgie und -wahn auseinandersetzen, bringt alles aber nur halbherzig rüber. Dabei wird gerade in Südkorea Wert auf ein perfektes Aussehen der Stars gelegt - was aber nur natürlichen Ursprungs sein soll. Deswegen gibt es zwar viele Schönheits-OPs, aber niemand spricht darüber.

Nächstes grosses Problem ist, dass man den Figuren nicht besonders nahe kommt. Die dicke Hanna ist zwar nett, kommt aber fast schon zu kurz und dabei zu klischeehaft vor, als dass man sich gross mit ihr sympathisieren könnte. Und die dünne Jenny verhält sich oft grenzwertig unsympathisch, wenn sie ihre Herkunft verleugnet - inklusive ihrem geistig-verwirrten Vater und einem süssen Hundchen, welches sie einfach wegstösst.

Positiv sind die musikalischen Auflockerungen, die es immer mal wieder gibt, und die aus Coverversionen westlicher Hits bestehen. Richtig Laune macht hier Maria von Blondie.
Trotzdem ist der Film insgesamt viel zu lang geraten, denn es passiert einfach zu wenig. Vor allem der romantische Teil mit Jenny und ihrem Produzenten kommt nie richtig in Fahrt.

Ah-jung Kim's schauspielerische Leistung ist ok. Natürlich erkennt man den Fatsuit bei ihrem Hanna-Part sofort. Dafür hat sie als Jenny ein paar nette Momente, kommt aber nicht über Durchschnitt raus. Auch Jin-mo Ju als Produzent muss sich nicht gross anstrengen, während der Nebencast ordentlich rüberkommt.

Insgesamt muss man feststellen, dass bei dem Thema viel mehr drin gewesen wäre. Schwer verliebt z.B. hat wunderbar gezeigt, wie man das Thema innere Schönheit sehr lustig und trotzdem moralisch einwandfrei behandeln kann. Hier bleibt die moralische Botschaft bis zum Ende unklar und Gags sind Mangelware. Nur der prima Soundrack rettet den Film.

Screenshots: So sexy sieht Popstar Ammy aus, ...


...der die dicke Hanna Kang (Ah-jung Kim) hinter der Bühne ihre tolle Stimme leiht.


Um endlich den Produzenten Sang-jun Han (Jin-mo Ju) begeistern zu können...


...legt sich Hanna unters Messer eines Schönheitschirurgen.


Fortan macht sie als Jenny eine rasante Karriere, ...


...und versucht mit ihrem geballten Charme bei dem Produzenten zu landen.


angeschaut am: 8.07.2007
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten

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08 Juli 2007

 

100 Days with Mr. Arrogant - KOR 2004

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Genre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 96 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: Koreanische Originalversion mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Weil die Schülerin Ha-young Kang (Ji-won Ha) von ihrem Freund ausgerechnet an ihrem Jubiläumstag sitzengelassen wurde, kickt sie auf dem Nachhauseweg vor Frust eine Dose vor sich her. Diese landet dabei unglücklicherweise auf dem Kopf des vorbeifahrenden Schönlings Hyung-joon Ahn (Jae-Won Kim), der daraufhin prompt seinen Nobelwagen an eine Mauer fährt. Der Fahrer verlangt von der Schülerin den Ersatz des Schadens, den er auf 3000 US-Dollar beziffert. Da Ha-Young soviel Geld nicht hat, willigt sie in einen "Sklaven"-Vertrag ein: 100 Tage lang muss sie ihrem "Meister" zu diensten sein, z.B. seine Wohnung putzen, sein Auto schieben bzw. ihm einfach Gesellschaft leisten.
Als sie jedoch herausfindet, dass die Reparatur bloss 10 US-Dollar gekostet hat, beschliesst sie den Spiess umzudrehen und schikaniert nun ihrerseits ihren "Meister". Doch auch die Liebe hat bei den Auseinandersetzungen der beiden noch ein Wörtchen mitzureden...

Kritik:
Vorneweg möchte ich sagen, dass ich die gemischten Kritiken hierzu gut verstehen kann. 100 Days könnte man komplett verreissen, dafür gibt es genügend Gründe.
So ist allein die Grundstory eine Beleidigung, denn so simple Dinge wie eine Erklärung, warum "Mr. Arrogant" sich anfangs überhaupt dazu entschliesst aus Ha-Young seine "Sklavin" zu machen, bleiben unerklärt.

Dazu gesellen sich im Drehbuch, das weitgehend episodenhaft erscheint, diverse fehlende Übergänge und unerklärte Dinge. Da fällt z.B. Ha-Young ungesichert von einem Bungeeturm (mindestens 50m hoch) und "Mr. Arrogant" springt ihr nach, ebenfalls ungesichert. Man sieht sie zu Boden stürzen, aber "Mr. Arrogant" hat sie liebevoll umarmt. Schnitt. Nächste Szene: Er sitzt an ihrem Krankenhausbett. Einen Tag später ist sie wieder zuhause und man merkt nichts mehr von diesem Unfall.

Auch gibt es einige völlig unmotiviert eingestreute Fäkalhumorszenen, die nach Meinung der Autoren in einem Teenie-Film wohl nicht fehlen dürfen. Da schmiert gleich zu Beginn ein Lehrer der Schülerin Rotz ins Gesicht, beim Stuhlgang werden Unterhaltungen geführt und später trinkt "Mr. Arrogant" ausgerechnet im "Deutsch-Bräuhaus" (Reinheitsgebot!) eine Schüssel voll Spucke, alter Socken und weiterer extrem ekelhafter Bestandteile auf Ex aus, um seine "Sklavin" davor zu bewahren. Wiederum hat man als (westlicher) Zuschauer keine Ahnung, warum das überhaupt passiert.

Es gäbe also genug Gründe um den Film fertigzumachen, doch es gibt auch positives. Da muss man zuerst mal Ji-won Ha als Schülerin Ha-Young nennen (siehe Screenshot rechts), die mit ihrer ständigen Grimassenzieherei den Zuschauer entweder total nervt, oder gut unterhält. Bei mir war letzteres der Fall.
Ji-won Ha kommt einfach total sympathisch rüber und die Chemie mit Co-Star Jae-Won Kim stimmt auch.

Mit das Wichtigste ist, dass sich der Film von der ersten Sekunde nicht ernst nimmt. Im Grunde sind die vielen völlig übertriebenen Situationen (und Visionen) wie eine Parodie auf ähnliche Filme.
Damit kann man auch das lückenhafte Drehbuch etwas entschuldigen.

Auch einige Dialoge sind einfach zum Schmunzeln, etwa wenn "Mr. Arrogant" zu Anfang bei jedem kleinen Fehler Ha-Young mit einem trockenen "Do you wanna die?" zusammenstaucht.
Und es gibt tatsächlich einige gute Gags, wie z.B. eine Szene als Ha-Young nach dem Express-Putzen der Wohnung im Aufzug fährt. Dort fährt ebenfalls eine Frau mit, die sie vor einer Stunde in die Wohnung gehen sah. Die sieht ihre dreckige Schuluniform und ihre zerzausten Haare, während Hy-Young zweideutige Bewegungen mit Hand und Mund macht, und zieht natürlich völlig falsche Schlüsse. Klassische Screwball-Comedy.

So bietet 100 Days genau das, was man von einer koreanischen RomCom der schrilleren Sorte erwartet: 100 Days ist laut, quietschfidel, beide Figuren sind absolute Cuties und man kümmert sich wenig um jedweden Realismus.
So ging es mir dann auch so, dass mir die vielen Fehler auffielen, ich mich aber trotzdem amüsiert habe.

Echter Schwachpunkt ist erst das finale Drittel, als man die parodistische Note fallen lässt, die beiden Liebenden trennt und Ha-Young sich für ihren Schulabschluss den Arsch aufreissen muss, während sie nur an "Mr. Arrogant" denken kann. Das Happy-End dazu wird viel zu schnell aus dem Hut gezogen. Nett dagegen ein kleiner Epilog, wo man die Grundsituation mit dem beschädigten Lexus umkehrt und Ha-Young ihrerseits ein männliches Opfer findet. Dieser Nachschlag führt quasi den ganzen Film ins Absurde.

Fazit: 100 Days ist einer von den Filmen, die sowieso nur für Freunde des koreanischen Kinos zu empfehlen sind, und selbst die dürften gespalten sein. Mir hat er, vor allem wegen des Hauptdarsteller-Duos und des selbstironischen Untertons, ganz gut gefallen.
Wegen der erwähnten Schwächen sind aber trotzdem nicht mehr als 5 Punkte drin.

Screenshots: Hyung-joon Ahn (Jae-Won Kim) ist der Schwarm aller Mädchen.


Noch meint Ha-young Kang (Ji-won Ha) mit ihrem Charme aus der Angelegenheit rauszukommen, doch bald schon muss sie den Sklavenvertrag unterschreiben.


Ha-young muss den Wagen ihres "Meisters" schieben.


Um ihren Meister zufriedenzustellen, muss Ha-young auch eine "Sailor Moon"-Performance abliefern.


Beim Bungee-Jumping rettet Hyung-joon seiner "Sklavin" todesmutig das Leben.


Schlussendlich ist Ha-young Kang (Ji-won Ha) gereift und dreht den Spiess um.


angeschaut am: 6.07.2007
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

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