18 April 2008

 

3-Way - USA 2004

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Genre(s): Krimi / Drama
Laufzeit: ca. 84 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Lew (Dominic Purcell) ist ein Loser, ein kleiner Gauner, der sein Geld immer mit zwielichtigen Geschäften verdient hat. Seit er aber die Leichen seiner Frau und ihres Lovers entdeckte und verschwinden ließ, um nicht als Mörder verdächtigt zu werden, ist sein Leben völlig aus der Bahn geraten. Ausgehalten von seiner Geliebten Rita (Joy Bryant) träumt er vom ganz großen Geld – und erhält durch Zufall die Chance seines Lebens. Als Lew eines Nachts Isobel (Ali Larter) und Ralph beim Liebesspiel im Auto belauscht, erfährt er, dass die beiden planen, Ralphs Ehefrau Florence (Gina Gershon) zu entführen, ihre vermögende Familie Lösegeld zahlen zu lassen und sie danach zu töten. Lew entschließt sich, den Coup selbst zu übernehmen und zu kassieren. Mit fatalen Folgen, denn Florence ist mit allen Wassern gewaschen. Und als auch noch der finstere Herbert (Dwight Yoakam) auftaucht und Lew des Mordes an seinem Bruder – dem Geliebten seiner toten Frau – beschuldigt, laufen alle raffinierten Pläne aus dem Ruder. Hier kann es keine Gewinner mehr geben. Nur noch mehr Tote …

Kritik:
Ich will es mal recht kurz machen - so ziemlich der einzige Grund, um sich 3-Way überhaupt anzutun ist der Cast, vor allem aber die hübschen Mädels. Wobei zwar einzig Joy Bryant ein wenig mehr Haut zeigt, aber auch angezogen kommen Ali Larter und Gina Gershon recht sexy rüber. Gina's Part ist übrigens extrem klein, anders als uns das Cover weismachen will.

Der Plot selber wirkt unmotiviert und birgt diverse Denkfehler, sowie unlogische und schlicht dumme Aktionen der Beiteiligten. Grade letzteres ist natürlich teilweise auch gewollt, denn hier wollen die Figuren sich mal wieder alle gegenseitig bescheissen und fallen dabei auf diverse Tricks rein.
Trotzdem ziehen sich von Anfang an viele Ungereimtheiten durch den Film, die schlicht und einfach auf eine handwerklich schlechte Arbeit schliessen lassen.

Ich lasse das Aufzählen einzelner Fehler mal lieber, denn das ist es nicht wert.
3-Way ist ein typischer B-Movie, der zwar einen brauchbaren Cast aus der zweiten Reihe aufweisen kann, aber in punkto Plot und Atmosphäre völlig versagt.
Man wäre gerne "noir" und "erotisch", aber das wird nicht erreicht.
Somit ist 3-Way gut im Nachtprogramm aufgehoben, wo ich ihn auch aufgezeichnet habe...

Screenshots: Lew (Dominic Purcell) wird von Herbert bedroht.


Rita (Joy Bryant) hilft Lew bei seinem Plan.


Normale Wertung: 4 von 10 Punkten

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20 März 2008

 

Shutter - THA 2004

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Genre(s): Horror
Laufzeit: ca. 92 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Nach einem feuchtfröhlichen Abend fährt die junge Jane in Begleitung ihres Lovers, des Fotografen Tan, eine wie aus dem Nichts auf der Fahrbahn erschienene Frau über den Haufen und begeht in Panik Fahrerflucht. Rätselhafterweise scheint in der Folgezeit niemand etwas von einem Unfall mit Personenschaden in der besagten Gegend gehört zu haben, statt dessen treten plötzlich gespenstische Aktivitäten im Umfeld des Paares auf. Als dann auch noch der Sensenmann systematisch ihren Freundeskreis dezimiert, ist guter Rat teuer.

Kritik:
Auf den ersten Blick handelt es sich bei Shutter um den x-ten asiatischen Ringu-Abklatsch, der diesmal die Geister nicht auf Videobändern, sondern auf Fotografien Angst verbreiten lässt.
Doch erfreulicherweise gelingt es Shutter dabei eigene Akzente zu setzen und vor allem eine packende Atmosphäre aufzubauen, die den Film trotz einer weitgehend ruhigen Handlung letzlich spannend macht.

So arbeitet man zwar mit den altbekannten Tricks, wie z.B. mehreren Einstellungen eines Fotos, auf dem sich plötzlich der Geist bewegt und in die Kamera sieht, doch funktioniert das in Sachen Grusel immer noch gut. Sehr schön auch eine Szene, als das Licht ausfällt und Tan mittels Blitzlicht den Raum und den darin enthaltenen Geist immer wieder kurz erhellt. Sehr gruselig, selbst wenn man schon einige Film mit Rachegeistern gesehen hat.

Und auch wenn das "Geheimnis", welches hinter dem Rachegeist steckt, für versierte Zuschauer nicht besonders schwer zu erahnen ist, so ist der Schluss sehr gut gelungen und ziemlich starker Tobak.
Was dem Film eine höhere Wertung gebracht hätte, wäre eine rasantere Inszenierung gewesen. Ich bin in dem Punkt ein ungeduldiger Zuschauer.
Auch die Geister-Effekte waren im Vergleich zu den namhaften Produktionen des Genres natürlich nicht auf der Höhe, was auch eine Frage des Budgets ist. Ansonsten aber ein beachtliches Debüt der thailändischen Crew.

Insofern verwundert es nicht, dass Hollywood uns demnächst mit einem Remake von Shutter beglücken wird. Man wird sehen, was dabei beibehalten bzw. verändert wird.
Aber mit professionelleren Effekten dürfte Liebhabern des Geister-Horrors nach The Ring und The Grudge ein weiteres gelungenes Remake ins Haus stehen.

Screenshots: Mittels Fotografie werden die Geister sichtbar...


...und verbreiten fortan Schrecken bei Fotografen Tan (Ananda Everingham)...


...und seiner Freundin Jane (Natthaweeranuch Thongmee).


Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

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17 Februar 2008

 

Die Reise des jungen Che - ARG/BRD/USA 2004

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Genre(s): Drama / Abenteuer
Laufzeit: ca. 120 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
In den frühen 50er Jahren unternehmen die Studenten Che Guevara (Gaël García Bernal) und Alberto Granado (Rodrigo De la Serna) eine abenteuerliche Reise quer durch Südamerika über Chile, Peru und Venezuela. Zunächst starten sie mit einem alten Motorrad, dann geht es zwangsweise zu Fuß weiter, auf Schiffen oder den Ladeflächen freundlicher Fernfahrer. Im Laufe der Reise knüpft man nicht nur romantische Bande, sondern lernt auch die soziale Wirklichkeit und politische Ungerechtigkeit auf dem gesamten Kontinent kennen.

Kritik:
Den Revolutionär Che Guevara kennt wahrscheinlich jeder. Dieses Roadmovie beschäftigt sich mit seiner Reise durch Südamerika, die zuerst einige seichtere Anekdoten beleuchtet, bevor im zweiten Teil dann immer mehr die Armut und soziale Ungerechtigkeit in den Vordergrund rücken.

Dabei sollte man allerdings schon ein gewisses Interesse für den jungen Che mitbringen, der hier noch weit von dem bekannten Revolutionär entfernt ist, und auch in weiten Teilen nicht Che genannt wird.
Denn die Episoden sind nur mässig unterhaltsam und bei der langen Laufzeit gibt es trotz sehr schöner Landschaftsaufnahmen doch einige Längen zu überbrücken.
Vor allem die zweite Hälfte, die u.a. einen längeren Aufenthalt in einer Leprastation beleuchtet, zieht sich doch ganz schön hin.

So bleibt einem einerseits ein authentisches Feeling der damaligen Reise in Erinnerung, die doch um einiges beschwerlicher war, als man dass heutzutage gewohnt ist. Und durch die tollen Landschaftsaufnahmen bekommt man Appetit auf den so vielschichtigen und schönen Kontinent Südamerika.
Doch andererseits war mir Che's Reise mit ihren Anekdoten letzlich doch zu unspektakulär, um mehr als nur Durchschnitt zu sein.

Screenshots: Auf den vielen tausend Kilometern ihrer Reise haben die beiden Argentinier mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen.


Doch die wunderbare Landschaft und die prägenden Erfahrungen machen die Strapazen wieder wett.


Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

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23 November 2007

 

Lovely Rivals - KOR 2004

Alternativer Titel: Teacher Vs Student
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Genre(s): Komödie / Drama
Laufzeit: ca. 114 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: koreanischsprachige Originalversion mit engl. Untertiteln

Inhalt:
Die Lehrerin Mi-ok Yeo (Jung-ah Yum) ist sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern der Songrim Elementary School unbeliebt. Ihre anfängliche Leidenschaft fürs Unterrichten ist lange verflogen und auch privat ist sie mit ihrem Singledasein unzufrieden. Ihr Frust bahnt sich unter anderem in Form eines diktatorischen Unterrichtsstils seinen Weg.
Doch als ein neuer, junger Kunstlehrer (Ju-hun Lee) an der Schule anfängt, verguckt sie sich sofort in ihn und hofft ihrem Singledasein ein Ende bereiten zu können.
Doch bekommt sie unerwartete Konkurrenz von einer ihrer Schülerinnen. Die frühreife 12-jährige Mi-nam Ko (Se-yeong Lee) hat sich ebenfalls in den Lehrer verliebt. Von nun an findet ein erbitterter Konkurrenzkampf unter "Frauen" statt.

Kritik:
Anfänglich sieht es bei Lovely Rivals nach den typischen Zutaten für eine koreanische Komödie aus. Lehrerin Mi-ok ist eigentlich total hübsch, versteckt das aber hinter vielen Grimassen und einem unsympathischen Auftreten. Sie nimmt sie ihre Arbeit nicht sonderlich ernst, kriegt in der Klasse oft plötzliche Tobsuchtsanfälle und rückt dem jungen Kollegen ziemlich plump auf den Pelz. So betrinkt sie sich bei einer Feier im Kollegenkreis und späht ihm dann ins Herrenklo nach - später liefert sie eine Glanzvorstellung, als sie ihrer Mutter das Ganze so darstellt, als wäre er verrückt nach ihr.

All das hat mir schon sehr gut gefallen, denn Jung-ah Yum spielt ihre Rolle wirklich sehr gut. Ihr Overacting alleine ist schon sehr unterhaltsam. Dazu kommt das zweite Handlungselement in Form von Schülerin Mi-nam, die sich neben ihrer Verliebtheit in den Lehrer auch mit den Mitschülern rumschlagen muss, die sie auf dem Kieker haben.

Was den Film aber über soliden Durchschnitt heraushebt ist die zweite Hälfte. Denn ohne dass es einem gross auffällt schafft der Film dort die Komödie (mit Overacting etc.) in ein Drama (mit teils bewegenden Momenten) münden zu lassen. Vor allem bei der Lehrerin findet eine tiefgehende Sinnkrise statt, und ihr Charakter verändert sich stark.
Witzigerweise ist der junge Lehrer, das Objekt der Begierde, in der zweiten Hälfte fast völlig abwesend, ohne dass es negativ auffällt.

Hat man vorher noch über die Figuren lachen können, so leidet man jetzt mit ihnen mit und es stellt sich schlussendlich alles anders dar, als es zunächst den Anschein hatte.
Dieser Wandel ist wirklich toll gelungen. Aber auch die Schauspieler sind überdurchschnittlich. Neben Jung-ah Yum toller Vorstellung als Lehrerin muss man vor allem die junge Se-yeong Lee loben, die ihre Schülerin extrem überzeugend rüberbringt. Auch den Schuldirektor möchte ich nicht unerwähnt lassen, weil auch er sehr unterhaltsam ist, während Ju-hun Lee als Zielobjekt des Zickenkriegs nicht viel mehr machen muss, als nett auszusehen.

Alles in allem war Lovely Rivals für mich eine positive Überraschung und ist für Freunde des koreanischen Kinos eine ganz klare Empfehlung!

Screenshots: Als ein neuer Kunstlehrer (Ju-hun Lee) an der Schule anfängt...


...verknallt sich die Schülerin Mi-nam Ko (Se-yeong Lee) sofort in ihn.


Doch auch die zickige Lehrerin Mi-ok Yeo (Jung-ah Yum) möchte den neuen Kollegen erobern.


Von nun an wird von den beiden Konkurrentinnen mit allen Mitteln...


...um ihren Schwarm gekämpft.


angeschaut am: 18.07.2007
Normale Wertung: 7,5 von 10 Punkten

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11 September 2007

 

Hawaii Crime Story - USA 2004

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Genre(s): Komödie / Krimi
Laufzeit: ca. 85 Min.
Alterseinstufung: FSK 12

Inhalt:
Für Jack Ryan (Owen Wilson) ist der Strand das Schlaraffenland - der Hippie-Surfer und Gelegenheitsdieb jagt an der Nordküste von Oahu der perfekten Welle hinterher, als ihm ein Bikini den Blick trübt: Die schlanke Schönheit Nancy Hayes (Sara Foster) hat einen einfachen Plan, der ihr und Jack eine Menge einbringen kann - sagt sie. Jack müsse nichts weiter tun, als ein bestimmtes Haus als armer Mann zu betreten und reich wieder herauszukommen - eigentlich...

Kritik:
Fluch oder Segen, dass ich die Romanvorlage von Elmore Leonard noch recht gut im Gedächntis habe?
Einerseits gut, weil ich der Handlung leichter folgen konnte, die im Film unheimlich komprimiert und teilweise doch sehr ruckartig daherkommt.
Andererseits konnte ich es nicht vermeiden viele Szenen mit der Buchvorlage zu vergleichen. So sind zwar viele Schlüsselszenen des Romans enthalten, werden aber relativ lieblos und unzusammenhängend abgespult.

Vor allem in der zweiten Hälfte weicht das Drehbuch dann auch stark vom Roman ab und entwickelt sich zu einem drittklassigen Wild Things-Klon.
Hauptproblem ist neben der extrem kurzen Laufzeit von knapp 78 Minuten, die natürlich dazu zwingt die Story zack-zack abzuspulen, die mangelnde Charakterzeichnung. Man kann für keine der Figuren richtige Sympathien entwickeln.
Owen Wilson's Jack wirkt zudem immer viel zu gelassen, als dass man sich um ihn sorgen würde.

Der Roman zeigt da schon einen anderen Jack, der natürlich die typische Entspanntheit von Elmore Leonard-Romanfiguren aufweist, aber vor allem bei der Beziehung zur Femme Fatale Nancy viel nachvollziehbarer wirkt.
Diese wird im Film verkörpert von Sara Foster (siehe Screenshot rechts), die für mich neben den schönen Landschaftsaufnahmen von Hawaii mit der einzige Grund ist, warum man Hawaii Crime Story überhaupt etwas abgewinnen kann.
Denn was ihrem Charakter an Tiefe fehlt, das macht sie mit ihrem attraktiven Äusseren wett. Verständlich, dass der Regisseur sie den ganzen Film über im Bikini oder ähnlich leichtbekleidet herumlaufen lässt.

Auch die anderen Figuren bleiben ob der kurzen Spielzeit nur blass und klischeehaft, da kann auch die gute Besetzung mit Morgan Freeman, Charlie Sheen und Gary Sinise nichts machen.

Kurzum ziemlich schade, dass man aus der guten Vorlage nicht mehr gemacht hat. Bekannte Schauspieler und ein vernünftiges Budegt hatte man ja. So kommt wegen der extrem kurzen Laufzeit zwar kaum Langeweile auf, aber die Story kann sich nicht entwickeln, sondern wird lustlos abgespult.
Alternativ bieten sich da doch die gelungenen Elmore Leonard-Verfilmungen Out of Sight und Jackie Brown an.

Screenshots: Femme Fatale Nancy (Sara Foster)...


...verdreht Jack (Owen Wilson, links) gehörig den Kopf.


Doch Jack ahnt bald, dass er ihrem verführerischen Lächeln nicht trauen kann.


angeschaut am: 10.09.2007
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten

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08 September 2007

 

24 (TV-Serie) - Season 4 - USA 2004

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Genre(s): Drama / Action/ Thriller / Serie
Laufzeit: 24 Episoden zu je ca. 42 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Jack Bauer hat die CTU verlassen und arbeitet nun für den US-Verteidigungsminister James Heller, mit dessen Tochter Audrey er heimlich liiert ist. Gegen 7:00 Uhr morgens entgleist ein Zug. Nahezu zeitgleich entdeckt ein Software-Spezialist, dass ein geschickt platzierter Wurm im Begriff ist, das Internet weltweit lahm zu legen. Er informiert die CTU und ist kurze Zeit später seines Lebens nicht mehr sicher, denn er findet einen Code, der auf einen Anschlag katastrophalen Ausmaßes hinweist…

Kritik (ACHTUNG SPOILER!):
Was sich in Staffel 3 bereits deutlich abzeichnete, nämlich Ermüdungserscheinungen im Grundkonzept von 24 und vor allem eine gewisse Einfallslosigkeit und Wiederholungen auf Seiten des Drehbuchs, wird in Staffel 4 noch viel deutlicher.
Diese Season sollte mit vielen neuen Figuren frischen Wind in die Serie bringen, doch das gelingt nur teilweise.

So konnte mich die erste Hälfte der Season nicht überzeugen. Es erwartet einen noch mehr Büro-Mobbing innerhalb der CTU, bis hin zur Grenze des Erträglichen, dazu die übliche Verräterin in den eigenen Reihen, eine neue (inkompetente) Chefin, die ganz offensichtlich nur dazu gedacht ist, um Jack Steine in den Weg zu legen und zudem noch ihre schizophrene Tochter innerhalb der CTU behandeln lässt - wer soll das glauben?

Scheinbar nicht viele, denn sie wird Gottseidank bald abgelöst.
Was diesmal allerdings noch weit übertriebener als in den vorigen Staffeln war, das war die absolut fragwürdige Moral und der politische Unterton der Serie.
Es wird enorm viel gefoltert und Unschuldige zum Wohle der Nation geopfert. Die Krönung der Geschmacklosigkeit ist sicher die Episode, als der Anführer der Terroristen die Organisation "Amnesty Global" (welch Abwandlung) dazu benutzt, um die CTU-Ermittlungen zu behindern. Völlig unglaubwürdig (schon wenige Minuten nach Festnahme des Verdächtigen taucht der Amnesty-Anwalt mit einer richterlichen Verfügung bei der CTU auf) und in der Kernaussage einfach nur widerlich.

Ich persönlich kann allerdings solch plumpe Stimmungsmache amerikanischer Serien ausblenden - weswegen ich z.B. auch J.A.G. etwas abgewinnen konnte.
In der zweiten Hälfte der Staffel zeigt dann die Spannungskurve auch wieder deutlich nach oben und es gibt einige sehr gute Episoden zu sehen. Eine der besten überhaupt dürfte wohl diejenige sein, als Jack Bauer den Ex-Mann seiner Freundin Audrey, der ihm zuvor das Leben gerettet hat, zugunsten seiner Ermittlungen sterben lässt. Das rettet dann letztendlich auch eine wohlwollende Bewertung von Season 4 mit 7 von 10 Punkten.

Wenn 24 auch weiterhin recht spannend gestaltet ist, so wird doch alles zunehmend unglaubwürdiger. Das fängt bei den unglaublich komplizierten und weitreichenden Plänen der Terroristen an, geht über Handlungsstränge, die einfach ins Leere verlaufen (die Rüstungsfirma, die Jack töten wollte, wird nie wieder erwähnt) und betrifft vor allem viele Lücken im Echtzeit-Konzept der Serie.

Schauspielerisch hingegen gibt es allerdings Top-Leistungen zu sehen. Kiefer Sutherland spielt seine Figur besser denn je. Neben ihm überzeugt vor allem Kim Raver als Audrey Raines (siehe Screenshot rechts), die einige sehr emotionale Momente hat, und als Gewissen der Serie fungieren darf. Ausserdem freut man sich über ein Wiedersehen mit Dennis Haysbert (als Präsident Palmer), Carlos Bernard (Tony Almeida), Reiko Aylesworth (Michelle Dessler) und Mary Lynn Rajskub (Chloe O'Brian) aus den früheren Staffeln.
Zugleich können auch die Bösen voll überzeugen. Allen voran Arnold Vosloo als Top-Terrorist, Mia Kirshner als eiskalte Killerin und die Terror-Familie "Araz".

So kann ich 24 trotz kinoreifer Optik und toller Actionszenen in der 4. Staffel nur noch eingeschränkt empfehlen und bin gespannt, was man sich für die 5. Staffel einfallen lassen wird. Ohne tiefgreifende Verbesserungen scheint mir das Konzept mittlerweile praktisch ausgereizt.

Screenshots: Jack Bauer (Kiefer Sutherland) muss erneut die USA retten.


Serien-Wertung: 6 von 10 Punkten

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06 September 2007

 

The Machinist - ESP 2004

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Genre(s): Drama / Thriller
Laufzeit: ca. 101 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Fabrikarbeiter Trevor Reznik (Christian Bale) hat Probleme. Das größte davon: Seit gut einem Jahr hat er nicht mehr geschlafen. Kein Wunder, dass Arbeit wie Gesundheit mittlerweile mächtig darunter leiden und Trevor Dinge und Personen wahrzunehmen glaubt, die außer ihm keiner sieht. Wenigstens gibt es noch die Prostituierte Stevie (Jennifer Jason Leigh), bei der er sich von Zeit zu Zeit entspannen kann. Als sich die bedrohlichen Zeichen in seinem Privatleben häufen, vermutet Trevor eine Verschwörung und nimmt den Kampf auf.

Kritik:
Hut ab vor Christian Bale! Sehr beeindruckend, wie er sich für diese Rolle zum Skelett heruntergehungert hat und in jeder Minute ausgebrannt und erbarmungswürdig rüberkommt. Seine Leistung ist wirklich sehr stark und empfiehlt ihn endgültig für Hollywoods erste Liga.

Der Rest des Films kann da leider nicht ganz mithalten. Denn nach diversen Psycho-Thrillern ähnlicher Couleur mit Halluzinationen des Protagonisten fehlt einfach das Überraschungsmoment, was solche Filme in die oberste Liga katapultieren kann.
Die schlussendliche Enthüllung ist nicht besonders schwer zu erahnen und das Ende dürfte für so manchen Zuschauer etwas unbefriedigend sein.

Mir gefiel die düstere Atmosphäre, die einem oft ein realistisches Gefühl vom Zustand der Hauptfigur vermittelt, die schon ein Jahr nicht mehr richtig geschlafen hat und immer nur kurz wegdöst und zunehmend desorientiert wirkt.
Neben dem hervorragenden Christian Bale gibt es eine tolle Vorstellung von Jennifer Jason Leigh zu sehen.

So ist The Maschinist ein gelungener Psycho-Thriller mit vielen tollen Bildkompositionen, dem allerdings zur Oberklasse des Genres noch die grossen Überraschungen im Grundkonzept fehlen.

Screenshots: Trevor Reznik (Christian Bale) kann nicht schlafen und magert immer mehr zum Skelett ab.


Die einzigen Freuden in seinem Leben sind die Prostituierte Stevie (Jennifer Jason Leigh)...


...und Gespräche mit der Nachtkellnerin des Flughafen-Cafés.


angeschaut am: 17.08.2007
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

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27 August 2007

 

Spider Forest - Wald der verlorenen Seelen - KOR 2004

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Genre(s): Drama / Mystery / Thriller
Laufzeit: ca. 113 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Nachts in einem düsteren Wald. Kang erwacht aus tiefer Ohnmacht. Er schleppt sich zu einer Hütte und findet dort die Leiche eines Mannes - seines Chefs. Im Nebenraum kämpft eine junge Frau mit dem Tod - Kangs Freundin, die in seinen Armen stirbt. Er glaubt einen Mann zu sehen - den Mörder? - und hetzt ihn durch den Wald, bis die Verfolgung auf einer Schnellstrasse unter einem Auto endet. Als er nach 2 Wochen aus dem Koma erwacht, ist er für die Polizei der Hauptverdächtige für diesen Doppelmord. Er will seine Unschuld beweisen, doch alle Bemühungen enden in einem Alptraum, aus dem es scheinbar kein Erwachen gibt: Der Wald hat seine eigenen Gesetze und nimmt keine Rücksicht auf Zeit, Wahn oder Wirklichkeit...

Kritik:
In den meisten Kritiken wird Song Il-gon's Spider Forest mit Lost Highway oder Mulholland Drive von David Lynch verglichen. Und wer diese Werke kennt, der wird feststellen, dass das durchaus passend ist.
Von den ersten Minuten an entwickelt sich eine Story, die zwischen Mystery-Horror und Psychodrama schwankt und mit jedem neu enthüllten Detail auch mehr Fragen aufwirft.

Aufgehängt ist das Ganze an zwei Kriminalfällen, die zu verschiedenen Zeiten im Spider Forest stattfanden. Die Handlung im Film springt dann auch heftig zwischen verschiedenen Zeitebenen und auch zwischen Realität und Träumen hin und her. Auch sonst wird Verwirrung grossgeschrieben, wenn z.B. Jung Suh in einer Doppelrolle als Kangs Frau und später als Erbin eines Fotoladens zu sehen ist - allerdings ohne dass Kang die Ähnlichkeit erkennt.
Das fordert dem Zuschauer schon volle Konzentration ab, um dem folgen zu können.

Dabei bleibt aber vor allem in den gelungenen Bildern sehr viel Verstecktes zu entdecken. Eine teils unheimliche und auch unwirkliche Atmosphäre wird wirklich gut rübergebracht. Dazu tragen auch die tollen schauspielerischen Leistungen bei.
Erschliessen dürfte sich das aber wohl nur den Fans dieses Genres - Otto Normalzuschauer ist wohl ziemlich gelangweilt.
Denn zu sagen, dass der Film ein offenes Ende hat ist schon untertrieben. Eine Interpretation des Gesehenen dürfte bei bei vielen wohl völlig unterschiedlich ausfallen.

Ich gebe es ganz offen zu, dass ich nicht wirklich verstanden habe, was sich da nun eigentlich abgespielt hat. Es gibt leider kein Aha-Erlebnis am Schluss, sondern viele Fragezeichen, was im Gegensatz zu einem David Lynch Werk etwas frustrierend für mich war.
Insofern fällt mir eine Wertung auch nicht ganz leicht, denn Spider Forest bietet für Freunde solch extrem verwirrender Kost mit Sicherheit genau das Richtige. Alle anderen sollten allerdings gewarnt sein, dass hier keine Unterhaltung, sondern eher Arbeit auf den Zuschauer wartet.
Deshalb gebe ich zunächst mal 6 Punkte - vielleicht ergibt sich ja irgendwann nochmal eine Gelegenheit den Film erneut zu sehen und der Lösung näher zu kommen...

Screenshots: Ein Fremder schickt Kang Hinweise auf den Spider Forest.


In einer Doppelrolle: Jung Suh als Kangs Frau...


...und als Erbin eines Fotoladens.


Kang's (Woo-seong Kam) Verzweiflung steigert sich zunehmends...


angeschaut am: 9.07.2007
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

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22 August 2007

 

Eyes of Crystal - Die Angst in deinen Augen - GB/ITA/ESP 2004

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Genre(s): Thriller / Horror
Laufzeit: ca. 107 Min.
Alterseinstufung: Keine Jugendfreigabe

Inhalt:
Einst ermordete man des Kommissaren Amaldis (Luigi Lo Cascio) Freundin, weshalb der Cop heute zu rabiaten Selbstjustizakten neigt. Jetzt sucht die Studentin Giuditta (Lucía Jiménez) Schutz in einer Stalking-Sache, und Amaldi verliebt sich erneut. Derweil treibt in der Stadt ein Serienmörder sein Unwesen, entwendet jungen Frauen mit fachkundiger Hand hier einen Fuß und dort einen Kopf, als ob er sich irgendwo eine neue Frau aus den Einzelteilen bauen wollte. Und Amaldi fürchtet zu Recht, dass sich das Schicksal wiederholen könnte.

Kritik:
Eine ziemliche Rarität stellt in diesen Tagen ein moderner Vertreter des Giallo-Genres dar, welches in den 70er und 80er Jahren seine Hochzeit hatte und gemeinsam mit der italienischen Filmindustrie darniederging.

Occhi di cristallo, wie der Film im Original heisst, besinnt sich auf die typischen Merkmale des Giallo: Ein psychisch-sexuell gestörter Mörder, dessen Identität bis zum Schluss unklar bleibt, schöne Frauen und visuelle Spielereien.
Von Anfang an herrscht eine düstere Atmosphäre, die manchmal zwar etwas gezwungen wirkt (warum macht nie mal jemand das Licht an?), die einen aber in ihren Bann zieht.

Geschickt wird die Mordserie mit der Romanze zwischen Kommissar und schöner Studentin verwoben. Der hübschen Lucía Jiménez ist es dann auch zu verdanken, dass man bis zum Schluss mitfiebert, ob sie heil aus der Sache rauskommen wird.
Die Spannung wird dabei durch neue Enthüllungen und Morde stets auf einem guten Level gehalten, und schlussendlich fügen sich alle Puzzleteilchen ineinander.

Zu kritisieren gibt es wenig, bis auf ein paar klischeehafte Elemente der Story. So gehört der Polizist zu der Sorte, die bevorzugt alleine ermitteln, anstatt vernünftigerweise Verstärkung anzufordern. Auch die Geschichte mit Amaldis Trauma wegen seiner ermordeten Freundin musste nicht unbedingt sein.

Alles in allem ein solide inszenierter, moderner Giallo, der Freunde des Genres sicher nicht enttäuschen dürfte.

Screenshots: Kommissar Amaldi (Luigi Lo Cascio).


Die schöne Studentin Giuditta (Lucía Jiménez).


Der Killer bastelt bevorzugt mit menschlichen Gliedmaßen...


angeschaut am: 22.07.2007
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

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30 Juli 2007

 

Raise Your Voice - Lebe deinen Traum - USA 2004

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Genre(s): Drama / Liebe / Musik
Laufzeit: ca. 102 Min.
Alterseinstufung: FSK o.A.

Inhalt:
Die sechzehnjährige Terry (Hilary Duff) träumt von einem Sommerseminar auf der berühmten Musikakademie zu Los Angeles. Dafür muss mit Hilfe von Mutti und Tante erst der Vater ausgetrickst werden, dem der Aufenthalt der Tochter im Sündenbabel so gar nicht recht ist. Auf der Akademie macht Terry die Bekanntschaft allerhand arroganter Snobs und Zicken, bevor schließlich das Eis bricht und die Vorbereitungen aufs Abschlusskonzert alle Differenzen schlichten. Doch vor den großen Auftritt hat das Schicksal den mittlerweile informierten Dad gesetzt.

Kritik:
Hauptdarstellerin Hilary Duff ist ja unheimlich süss und hübsch - ein Cutie vor dem Herrn - hat auch eine ordentliche Stimme, doch all das kann Raise Your Voice nur bedingt retten.
Man(n) schafft es deswegen zwar die Laufzeit durchzuhalten, doch kommt angesichts der schon so oft gesehenen Grundstory über einen talentierten, jungen Menschen, der es trotz zahlreicher Widerstände zum Schluss doch noch in die Glückseligkeit schafft, bei den rund 100 Minuten gepflegte Langeweile auf.

Die obige (offizielle) Inhaltsangabe fasst ausnahmsweise mal korrekt zusammen, was einen erwartet. Denn zunächst wird Terry überall abgelehnt, um zwei Szenen später schon ein paar nette Freunde (Klischeefiguren) und den süssesten Typ der Schule (vermute ich mal) als Boyfriend gefunden zu haben.
Ähnlich formelhaft geht es weiter und es werden diverse Punkte abgehakt wie Beziehungsprobleme, Versagensangst und Trauer über ihren Bruder.

Prinzipiell nicht verkehrt, weil immer wieder bewährt, aber in diesem Fall eben von einer mässigen Rahmenhandlung zusammengehalten, die mich einfach nicht begeistern konnte.
Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass vor allem Leute, die noch nicht eine Fülle von Sport- und Musikfilmen nach diesem Muster gesehen haben, Raise Your Voice weitaus positiver empfinden könnten.

Screenshots: Terry's Bruder hat auch unter dem strengen Vater zu leiden.


An der Akademie kann "Landei" Terry (Hilary Duff) zunächst kaum etwas von ihrem Talent zeigen.


Wer kann diesem Lächeln und den Rehaugen widerstehen?


Bald schon hat Terry einen netten Freund...


...und kann auf dem Abschlusskonzert begeistern.


angeschaut am: 15.07.2007
Normale Wertung: 3 von 10 Punkten

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13 Juli 2007

 

Criminal - USA 2004

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Genre(s): Drama / Komödie / Thriller
Laufzeit: ca. 84 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt (aus der OFDB):
Der Betrüger Richard Gaddis (John C.Reilly) lernt den jungen Mexikaner Rodrigo (Diego Luna) kennen, als dieser Schwierigkeiten bei einem Trickbetrug bekommt. Nicht nur, daß er ihm aus der Klemme hilft, er bietet ihm auch eine Zusammenarbeit an, da ihm sein eigener Partner gerade abhanden gekommen ist.
Da Rodrigo noch etwas unbedarft ist, beginnt Gaddis ihn anzulernen, aber überraschend bekommt er die Chance auf den ganz großen Deal. Er braucht dafür einen erfahrenen Partner, aber da es schnell gehen soll, muß er das Ding mit Rodrigo durchziehen...

Kritik:
Dass es auch abseits von grossbudgetierter Action geht, zeigt Criminal, der sich rein auf sein interessantes Drehbuch verlässt. Mit John C.Reilly und Maggie Gyllenhaal hervorragend besetzt, gibt uns die Independent-Produktion einen Einblick in das Leben von Trickbetrügern.

Dass dabei jeder jeden betrügt, hält die Spannung des Films auf einem konstanten Niveau, denn man ist sich nie sicher, wie es wohl ausgehen wird.
Die Auflösung hätte dann aber schon etwas besser ausfallen können und wirkt letztlich etwas konstruiert.

Wer der Trickbetrüger-Thematik etwas abgewinnen kann, der dürfte sich auf jeden Fall gut unterhalten.

Screenshots: Mit dieser gefakten Verhaftung nimmt der Crashkurs...


...in Sachen Trickbetrug seinen Lauf.


angeschaut am: 26.05.2007
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

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08 Juli 2007

 

100 Days with Mr. Arrogant - KOR 2004

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Genre(s): Komödie / Liebe
Laufzeit: ca. 96 Min.
Altersempfehlung: FSK 12
Bemerkung: Koreanische Originalversion mit englischen Untertiteln

Inhalt:
Weil die Schülerin Ha-young Kang (Ji-won Ha) von ihrem Freund ausgerechnet an ihrem Jubiläumstag sitzengelassen wurde, kickt sie auf dem Nachhauseweg vor Frust eine Dose vor sich her. Diese landet dabei unglücklicherweise auf dem Kopf des vorbeifahrenden Schönlings Hyung-joon Ahn (Jae-Won Kim), der daraufhin prompt seinen Nobelwagen an eine Mauer fährt. Der Fahrer verlangt von der Schülerin den Ersatz des Schadens, den er auf 3000 US-Dollar beziffert. Da Ha-Young soviel Geld nicht hat, willigt sie in einen "Sklaven"-Vertrag ein: 100 Tage lang muss sie ihrem "Meister" zu diensten sein, z.B. seine Wohnung putzen, sein Auto schieben bzw. ihm einfach Gesellschaft leisten.
Als sie jedoch herausfindet, dass die Reparatur bloss 10 US-Dollar gekostet hat, beschliesst sie den Spiess umzudrehen und schikaniert nun ihrerseits ihren "Meister". Doch auch die Liebe hat bei den Auseinandersetzungen der beiden noch ein Wörtchen mitzureden...

Kritik:
Vorneweg möchte ich sagen, dass ich die gemischten Kritiken hierzu gut verstehen kann. 100 Days könnte man komplett verreissen, dafür gibt es genügend Gründe.
So ist allein die Grundstory eine Beleidigung, denn so simple Dinge wie eine Erklärung, warum "Mr. Arrogant" sich anfangs überhaupt dazu entschliesst aus Ha-Young seine "Sklavin" zu machen, bleiben unerklärt.

Dazu gesellen sich im Drehbuch, das weitgehend episodenhaft erscheint, diverse fehlende Übergänge und unerklärte Dinge. Da fällt z.B. Ha-Young ungesichert von einem Bungeeturm (mindestens 50m hoch) und "Mr. Arrogant" springt ihr nach, ebenfalls ungesichert. Man sieht sie zu Boden stürzen, aber "Mr. Arrogant" hat sie liebevoll umarmt. Schnitt. Nächste Szene: Er sitzt an ihrem Krankenhausbett. Einen Tag später ist sie wieder zuhause und man merkt nichts mehr von diesem Unfall.

Auch gibt es einige völlig unmotiviert eingestreute Fäkalhumorszenen, die nach Meinung der Autoren in einem Teenie-Film wohl nicht fehlen dürfen. Da schmiert gleich zu Beginn ein Lehrer der Schülerin Rotz ins Gesicht, beim Stuhlgang werden Unterhaltungen geführt und später trinkt "Mr. Arrogant" ausgerechnet im "Deutsch-Bräuhaus" (Reinheitsgebot!) eine Schüssel voll Spucke, alter Socken und weiterer extrem ekelhafter Bestandteile auf Ex aus, um seine "Sklavin" davor zu bewahren. Wiederum hat man als (westlicher) Zuschauer keine Ahnung, warum das überhaupt passiert.

Es gäbe also genug Gründe um den Film fertigzumachen, doch es gibt auch positives. Da muss man zuerst mal Ji-won Ha als Schülerin Ha-Young nennen (siehe Screenshot rechts), die mit ihrer ständigen Grimassenzieherei den Zuschauer entweder total nervt, oder gut unterhält. Bei mir war letzteres der Fall.
Ji-won Ha kommt einfach total sympathisch rüber und die Chemie mit Co-Star Jae-Won Kim stimmt auch.

Mit das Wichtigste ist, dass sich der Film von der ersten Sekunde nicht ernst nimmt. Im Grunde sind die vielen völlig übertriebenen Situationen (und Visionen) wie eine Parodie auf ähnliche Filme.
Damit kann man auch das lückenhafte Drehbuch etwas entschuldigen.

Auch einige Dialoge sind einfach zum Schmunzeln, etwa wenn "Mr. Arrogant" zu Anfang bei jedem kleinen Fehler Ha-Young mit einem trockenen "Do you wanna die?" zusammenstaucht.
Und es gibt tatsächlich einige gute Gags, wie z.B. eine Szene als Ha-Young nach dem Express-Putzen der Wohnung im Aufzug fährt. Dort fährt ebenfalls eine Frau mit, die sie vor einer Stunde in die Wohnung gehen sah. Die sieht ihre dreckige Schuluniform und ihre zerzausten Haare, während Hy-Young zweideutige Bewegungen mit Hand und Mund macht, und zieht natürlich völlig falsche Schlüsse. Klassische Screwball-Comedy.

So bietet 100 Days genau das, was man von einer koreanischen RomCom der schrilleren Sorte erwartet: 100 Days ist laut, quietschfidel, beide Figuren sind absolute Cuties und man kümmert sich wenig um jedweden Realismus.
So ging es mir dann auch so, dass mir die vielen Fehler auffielen, ich mich aber trotzdem amüsiert habe.

Echter Schwachpunkt ist erst das finale Drittel, als man die parodistische Note fallen lässt, die beiden Liebenden trennt und Ha-Young sich für ihren Schulabschluss den Arsch aufreissen muss, während sie nur an "Mr. Arrogant" denken kann. Das Happy-End dazu wird viel zu schnell aus dem Hut gezogen. Nett dagegen ein kleiner Epilog, wo man die Grundsituation mit dem beschädigten Lexus umkehrt und Ha-Young ihrerseits ein männliches Opfer findet. Dieser Nachschlag führt quasi den ganzen Film ins Absurde.

Fazit: 100 Days ist einer von den Filmen, die sowieso nur für Freunde des koreanischen Kinos zu empfehlen sind, und selbst die dürften gespalten sein. Mir hat er, vor allem wegen des Hauptdarsteller-Duos und des selbstironischen Untertons, ganz gut gefallen.
Wegen der erwähnten Schwächen sind aber trotzdem nicht mehr als 5 Punkte drin.

Screenshots: Hyung-joon Ahn (Jae-Won Kim) ist der Schwarm aller Mädchen.


Noch meint Ha-young Kang (Ji-won Ha) mit ihrem Charme aus der Angelegenheit rauszukommen, doch bald schon muss sie den Sklavenvertrag unterschreiben.


Ha-young muss den Wagen ihres "Meisters" schieben.


Um ihren Meister zufriedenzustellen, muss Ha-young auch eine "Sailor Moon"-Performance abliefern.


Beim Bungee-Jumping rettet Hyung-joon seiner "Sklavin" todesmutig das Leben.


Schlussendlich ist Ha-young Kang (Ji-won Ha) gereift und dreht den Spiess um.


angeschaut am: 6.07.2007
Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

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