17 Februar 2008

 

Die Reise des jungen Che - ARG/BRD/USA 2004

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Genre(s): Drama / Abenteuer
Laufzeit: ca. 120 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
In den frühen 50er Jahren unternehmen die Studenten Che Guevara (Gaël García Bernal) und Alberto Granado (Rodrigo De la Serna) eine abenteuerliche Reise quer durch Südamerika über Chile, Peru und Venezuela. Zunächst starten sie mit einem alten Motorrad, dann geht es zwangsweise zu Fuß weiter, auf Schiffen oder den Ladeflächen freundlicher Fernfahrer. Im Laufe der Reise knüpft man nicht nur romantische Bande, sondern lernt auch die soziale Wirklichkeit und politische Ungerechtigkeit auf dem gesamten Kontinent kennen.

Kritik:
Den Revolutionär Che Guevara kennt wahrscheinlich jeder. Dieses Roadmovie beschäftigt sich mit seiner Reise durch Südamerika, die zuerst einige seichtere Anekdoten beleuchtet, bevor im zweiten Teil dann immer mehr die Armut und soziale Ungerechtigkeit in den Vordergrund rücken.

Dabei sollte man allerdings schon ein gewisses Interesse für den jungen Che mitbringen, der hier noch weit von dem bekannten Revolutionär entfernt ist, und auch in weiten Teilen nicht Che genannt wird.
Denn die Episoden sind nur mässig unterhaltsam und bei der langen Laufzeit gibt es trotz sehr schöner Landschaftsaufnahmen doch einige Längen zu überbrücken.
Vor allem die zweite Hälfte, die u.a. einen längeren Aufenthalt in einer Leprastation beleuchtet, zieht sich doch ganz schön hin.

So bleibt einem einerseits ein authentisches Feeling der damaligen Reise in Erinnerung, die doch um einiges beschwerlicher war, als man dass heutzutage gewohnt ist. Und durch die tollen Landschaftsaufnahmen bekommt man Appetit auf den so vielschichtigen und schönen Kontinent Südamerika.
Doch andererseits war mir Che's Reise mit ihren Anekdoten letzlich doch zu unspektakulär, um mehr als nur Durchschnitt zu sein.

Screenshots: Auf den vielen tausend Kilometern ihrer Reise haben die beiden Argentinier mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen.


Doch die wunderbare Landschaft und die prägenden Erfahrungen machen die Strapazen wieder wett.


Normale Wertung: 5 von 10 Punkten

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14 Januar 2008

 

Prey - SAFR/USA 2007

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Genre(s): Horror / Thriller
Laufzeit: ca. 87 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Tom Newman (Peter Weller) kann seine Familie auf deren erstem Safari-Ausflug in Afrika nicht begleiten, weil er einen dringenden Geschäftstermin wahrnehmen muss. Er hofft dennoch, dass sich seine neue junge Ehefrau Amy (Bridget Moynahan), seine Tochter und sein Sohn aus erster Ehe bei diesem Ausflug etwas näher kommen werden. Während des Ausflugs beschliesst der Ranger Brian, seinen Safari-Neulingen ein wenig Extra-Spannung zu bieten, indem er mit ihnen in einen wenig befahrenen Teil des Nationalparks abbiegt. Als es jedoch zu einem unvorhergesehenen Zwischenfall kommt, sehen sich Amy und die Kinder plötzlich in einer auswegslosen Situation: allein und ohne Hilfe sitzen sie im Safari-Jeep fest – umzingelt von einer Gruppe wilder Löwen, die nicht eher das Weite suchen wird, bevor es was zu Essen gegeben hat…denn hier draußen ist der Mensch die bedrohte Spezies!

Kritik:
Prey bietet mässig spannenden und wenig innovativen Tierhorror. Einzig der technisch soliden Inszenierung und den sympathischen Darstellern, allen voran Bridget Moynahan, ist es zu verdanken, dass der Film nicht gänzlich zum Langweiler ausartet.

Über weite Strecken fühlte ich mich dabei wie in einer RTL-Produktion. Denn viel Zeit wird mit uninteressanten Dialogen vertan, während die Löwen selber nur sporadisch eingesetzt werden und dann viel mit CGI gearbeitet wird, was im Vergleich zu althergebrachten Effekten einfach zu schnell als Animation erkennbar ist.

Gespart wurde mal wieder beim Drehbuch, das diverse logische Fehler aufweist. So ist von vorneherein wohl sehr unwahrscheinlich, dass man für den Ausflug kein Funkgerät mitnimmt und nur eine halbe Flasche Wasser für 4 Personen dabeihat. Mal abgesehen von dem Löwenrudel, dass scheinbar nur Menschenfleisch mag, ist dass wohl kaum die übliche Vorgehensweise im afrikanischen Busch.

Somit empfiehlt es sich das Gehirn auszuschalten und mehr auf die schönen Landschaftsaufnahmen zu achten, die in satten Farben eingefangen wurden.
Schauspielerisch gibt es ordentliche Leistungen, die sich im Rahmen der eingeschränkten Story bewegen. Interessant, dass sich Bridget Moynahan nach einigen Kinorollen für diese B-Produktion verpflichten liess. Und abgesehen davon, dass sie bei der ersten Gelegenheit den Jeep planlos durch unwegsames Gelände jagt und zwangsläufig in einen Graben setzt, kommt ihre Figur recht sympathisch und glaubhaft rüber.

Fazit: Tierhorror für Anspruchslose, der aber dank knackig kurzer Laufzeit und solider Inszenierung noch erträglich bleibt.

Screenshots: Ein Löwenrudel wartet nur...


...auf die Touristen. Deren Situation...


...wird dabei zunehmend verzweifelter.


Normale Wertung: 4 von 10 Punkten

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24 Oktober 2007

 

Postal - BRD/CAN/USA 2007

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Genre(s): Komödie / Action / Trash
Laufzeit: ca. 107 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Der arbeitslose Dude (Zack Ward) hat nun endlich genug Frust angestaut, um seine dürftigen Pläne, richtig Geld zu verdienen, in die Tat umzusetzen. Um seiner verdammenswerten Existenz zu entkommen, verbündet er sich widerwillig mit seinem kriminellen Onkel Dave (David Foley). Der beabsichtigt, das derzeit schwer angesagte Kinderspielzeug OKrotch-y-Dolls zu klauen und sogleich wieder gewinnbringend zu verhökern. Doch was bei dem Raubzug schief gehen kann, geht nach allen Regeln der Komödie gründlich daneben.

Kritik:
Wer schon frühere Uwe-Boll-Reviews von mir gelesen hat, der weiss, dass ich nicht zu denjenigen gehöre, die schon im Vorfeld jeden Film des meistgehassten Trash-Regisseurs unserer Zeit verreissen.
Insofern bin ich auch an Postal wieder unvoreingenommen herangegangen, auch wenn ich im Vorfeld schon mitbekommen hatte, dass Boll ziemliche Probleme hatte den Film in deutschen und amerikanischen Kinos platzieren zu können.

Wieder mal ist es ein Computerspiel, was dem Film zugrunde liegt. In Deutschland indiziert, weltweit ziemlich verrufen, weil es sehr viel exzessive Gewalt beinhaltet.
Diese Tatsache und Bolls Ankündigung, dass sein Film komplett politisch unkorrekt sein soll, liessen mich auf einen schwarzhumorigen Splatterfilm für Erwachsene hoffen.
Doch die FSK-Einstufung "ab 16" macht schon überdeutlich klar, dass der Film in keiner Weise explizite Szenen enthält.

Stattdessen gibt es Bolls Versuch zu sehen, statt wie bisher unfreiwillig komische Filme zu machen endlich eine gewollte Komödie abzuliefern. Das scheitert leider auf ganzer Linie. Denn auch wenn ein paar Gags nicht übel sind (z.B. das total irre Bewerbungsgespräch, welches mit der absurden Frage "Was ist der Unterschied zwischen einer Ente?" endet oder das Plakat "No Admittance for Infidels" an der Tür des geheimen Taliban-Verstecks) so ist der Grossteil des Humors platt und ausgelutscht (Bsp: Auto explodiert irgendwo in der Stadt - Schnitt zu einem Typ auf freiem Feld - Auto fällt ihm auf den Kopf).

Zudem wirkt Bolls Angriff auf die Political Correctness nur selten komisch, sondern teilweise ziemlich peinlich. Mir ist schon klar, dass der im Film von ihm persönlich geleitete Themenpark "Little Germany" mit seinen Trachtenoutfits, dem mit "KZ" abgekürzten Kinderspielplatz und einer Arztstation, die "Dr. Mengele" in der Bezeichnung trägt, eine Anspielung auf die in Amerika weit verbreiteten Klischee-Vorstellungen über Deutschland sein soll.
Doch wirken viele dieser "Tabubrüche" nicht nur unheimlich aufgesetzt, wie z.B. die Erschiessung der Kinder mitten im Film, sondern sind einfach nur peinlich und übertrieben.

Wenn z.B. Boll die Finanzierung seiner Filme mit Nazigold erklärt, dann ist das wegen der Selbstironie zumindest für ein Schmunzeln gut. Doch wenn er quasi im nächsten Satz einem Schauspieler anbietet ihn mit "Goldkronen" zu entlohnen, dann ist das einfach zuviel an Geschmacklosigkeit. Ebenso wenn in einem Nachrichtenschnipsel gesagt wird, die Opfer des 11. September "hätten den Tod verdient".

Was ich damit vermitteln will ist dass der Humor in Postal nur selten funktioniert und zu grossen Teilen total aufgesetzt und gezwungen wirkt. Und abgesehen von den "Tabubrüchen" wirkt Postal unglaublich harmlos. Sicher werden viele Leute erschossen, aber ohne jegliche Splattereffekte oder auch nur explodierende Blutpäckchen. Der Postal Dude drückt ab und ein kleiner roter Fleck, wie beim Paintball, erscheint auf der Brust der Getroffenen und sie sinken zu Boden.
Und wie stehs mit Sex? Auch Mangelware - taugt nur nur zu ein paar uralten Witzchen über die fette Ehefrau und eine Szene mit blanken Busen.

Überhaupt fragte ich mich dauernd, wo Boll die 15 Mio. US-Dollar Budget verbraten hat, denn der Film wirkt zu grossen Teilen unglaublich billig - wie eine Amateurproduktion.
Und weil er keine vernünftige Story hat, sondern sich nur zäh von einer "witzigen Szene" zur nächsten quält macht sich schnell Langeweile breit.
Und letzteres ist dann auch das KO-Kriterium. Denn ob freiwillig oder unfreiwillig komisch - als Zuschauer möchte ich unterhalten werden und nicht alle 10 Minuten auf die Uhr schauen.

Loben möchte ich Zack Ward als Postal Dude, der hier viel besser rüberkommt als noch in Bloodrayne II. Ralf Moeller möchte ich allenfalls als Beispiel für eine lieblose Synchronisation heranziehen, wenn er im englischen Original als Gag statt "Glasses = Brille" wohl "Glas" sagt und von seinem Partner korrigiert wird. Übrig bleibt in der deutschen Synchro nur "Sieh doch mal nach ihrem Glas." - "Glas? Du meinst Brille." Konnte man sich da nicht einen alternativen Gag überlegen, der auch auf Deutsch Sinn ergibt?

Fazit: Mit seiner Einstellung "Scheiss auf Political Correctness" und einer klaren Ausrichtung auf eine erwachsene Zielgruppe hätte Postal ein echtes Highlight aus perversen Gags, Sex und vor allem jeder Menge Splatter werden können. Das Budget war auf jeden Fall vorhanden. Doch leider liefert Uwe Boll einen braven "Skandalfilm" ab, der zu wenig gute Gags und zuviel langweiliges Blabla enthält.
Somit auch als Partyfilm in der bierseligen Runde nur bedingt zu empfehlen.

Screenshots: Die Anfangsszene gehört noch mit zu den besten Gags im Film.


Der Postal Dude (Zack Ward) und sein Onkel Dave (David Foley) mischen den Themenpark "Little Germany" auf.


Gut dass sie dabei von den Anhängerinnen der Sekte des Onkels unterstützt werden.


angeschaut am: 23.10.2007
Normale Wertung: 2 von 10 Punkten

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13 Oktober 2007

 

Resident Evil: Extinction - AUS/BRD/USA/GB/FR 2007

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Genre(s): Action / Horror / SciFi
Laufzeit: ca. 94 Min.
Alterseinstufung: Keine Jugendfreigabe

Inhalt:
Seit fast 99 % der Erdbevölkerung mit dem todbringenden Virus infiziert sind und als blutdurstige Untote ihr Unwesen treiben, stehen die Überlebenschancen denkbar schlecht.
Zu Claire (Ali Larter) und ihren Mitstreitern Carlos (Oded Fehr) und L.J. (Mike Epps), die mit einem Konvoi von Überlebenden das Land nach Ressourcen abgrasen stösst die genetisch veränderte Einzelkämpferin Alice (Milla Jovovich) hinzu.
Gemeinsam wollen sie sich nach Alaska aufmachen, wo es angeblich eine Zombie-freie Gegend gibt, doch diesem Plan stellt sich die Umbrella Corporation entgegen, deren skrupelloser Chef-Wissenschaftler Dr. Isaacs (Iain Glen) um jeden Preis hinter das Geheimnis von Alice's einzigartigen Fähigkeiten kommen will...


Kritik:
Die beiden Vorgänger zählen zu meinen Lieblingsfilmen, die mindestens einmal pro Jahr auf dem Spielplan stehen. Insofern konnte ich es kaum erwarten, dass Teil 3 ins Kino kommt. Weit im Vorfeld war ich schon gespannt, ob meine Erwartungen erfüllt würden.
Und, um das schon mal vorwegzunehmen, sie wurden erfüllt.

Faszinierend an der Reihe finde ich neben Hauptdarstellerin Milla Jovovich vor allem die unterschiedlich aufgebauten Teile. Während Teil 1 mehr auf Suspense und Survival-Horror setzt, ist Teil 2 erstklassiger und rasanter Action-Horror. Teil 3 vermischt nun ein gewisses Western-Feeling mit Mad Max und eindeutigen Referenzen zu Romero's Zombie-Reihe.

Auch wenn die Story konsequent weitergeführt wird und zumindest was Alice betrifft auch recht spannend ist, so hat sie natürlich ihre Schwächen, die vor allem rund um die austauschbaren Nebenfiguren zu suchen sind, die letztlich hauptsächlich als Zombiefutter dienen.
Regisseur Russel Mulcahy kann das allerdings mit einer durchweg gelungenen optischen Präsentation überdecken.

Das post-apokalyptische Setting wirkt überzeugend. Die Action ist wieder rasant inszeniert und kommt insgesamt etwas härter als im Vorgänger rüber.
Die Zombies sehen toll aus (kein Vergleich mehr zu Teil 1) und wirken bedrohlicher, als noch in Teil 2.
Und nicht zuletzt wird Alice mitsamt ihren neu erworbenen PSI-Fähigkeiten klasse in Szene gesetzt.

Auch abseits von Milla Jovovich finde ich die Besetzung gut. Mit Ali Larter als Claire gibt es eine weitere starke Frauenfigur und Spencer Locke als Waise "K-Mart" ist nicht nur extrem süss, sondern hat auch eine schöne emotionale Szene.

Wieder mal negativ fällt mir die Synchronisation auf. Abgesehen davon, dass Millas Stimme im Original viel besser klingt, hat man auch Carlos eine andere Stimme als im Vorgänger gegeben. Auch die Computerstimme klingt im Original viel dynamischer.
Schade, dürfte aber wohl nur RE-Fanatikern wie mir stärker auffallen. Naja, die DVD mit Originalsprache ist quasi schon vorbestellt.

So dürfte jeder Freude an RE3 haben, der auch die Vorgänger schon mochte und mit Alice's PSI-Fähigkeiten kein Problem hat, die zum Schluss von Teil 2 schon kurz angedeutet wurden.. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf einen möglichen (und nach dem Box-Office-Erfolg auch wahrscheinlichen) Teil 4.
Als Wertung gibt es 8 Punkte plus einen Bonuspunkt für Milla Jovovich.

Screenshots: Die Überlebenden der weltweiten Apokalypse...


...müssen sich mit allen Mitteln ihrer Haut erwehren.


Milla Jovovich als gentechnisch veränderte Einzelkämpferin Alice.


angeschaut am: 10.10.2007
Normale Wertung: 9 von 10 Punkten

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27 September 2007

 

Blutsverwandte - FRA/CAN/USA 1977

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Genre(s): Drama / Krimi
Laufzeit: ca. 90 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Die 15-jährige Patricia stürzt nachts verletzt in ein Polizeirevier von Montreal. Nach ihren Angaben wurden sie und ihre Cousine Muriel von einem Sexualtäter überfallen, der Muriel dabei erstochen hat.
Inspector Carella (Donald Sutherland) geht dem Fall nach und entdeckt eine ganz andere Spur ...

Kritik:
Blutsverwandte beginnt zunächst wie ein normaler Krimi mit Beweisaufnahme und dem Verhör von Verdächtigen. Darunter u.a. Donald Pleasence als Pädophiler.
Interessant wird es, als der ermittelnde Polizist, von starken Zweifeln an der Version der Hauptzeugin geplagt, in der zweiten Hälfte des Films das Tagebuch des Mordopfers findet.

Es folgt eine lange Reihe von Rückblicken auf das Leben des Opfers in Form der Tagebucheinträge, die sich anfangs noch weitgehend mit den bekannten Aussagen decken, dann aber zunehmend Licht in die zweifelhaften Zusammenhänge bringt.

Diese zweite Drama-Hälfte und die leichte Inzest-Thematik unterscheidet den Film dann auch von durchschnittlichen Krimis. Allerdings ist das Ganze aus heutiger Sicht weit weniger interessant, als noch vor 30 Jahren.
Auch der Schlusstwist lässt sich deshalb weit im Vorraus ahnen - da ist man als Zuschauer heutzutage schon zu erfahren.

So ist Claude Chabrols Mischung aus Drama und Krimi zwar durchaus interessant und technisch gut gemacht, aber aus heutiger Sicht dürfte er den meisten Zuschauern wohl schlicht zu langweilig sein.
Schauspielerisch gibt es solide Leistungen von den erwachsenen Darstellern, wie Donald Sutherland als Ermittler. Die jungen Darsteller konnten mich dagegen nicht so ganz überzeugen.

Kurzum zu seiner Zeit sicher ein ungewöhnlicher Krimi mit überraschender Story. Aus heutiger Sicht immer noch gut, aber über weite Strecken doch etwas zu langweilig und vorraussehbar.

Screenshots: Patricia (Aude Landry) berichtet der Polizei von dem Verbrechen.


Doch als sie sich u.a. bei einer Gegenüberstellung in Widersprüche verstrickt...


...ermittelt Inspector Carella (Donald Sutherland) nach den Hintergründen der Tat.


Die Beziehung von Mordopfer Muriel (Lisa Langlois) zu ihrem...


...Cousin Andrew (Laurent Malet) scheint dabei der Schlüssel zu sein.


angeschaut am: 23.09.2007
Normale Wertung: 6 von 10 Punkten

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15 September 2007

 

BloodRayne II: Deliverance - CAN 2007

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Genre(s): Action / Fantasy / Horror / Western
Laufzeit: ca. 96 Min.
Altersempfehlung: FSK 16
Bemerkung: englischsprachige Originalversion

Inhalt:
Halb Mensch, halb Vampir ist die Daywalkerin Rayne (Natassia Malthe) auf der Mission, die Tyrannei der Untoten zu beenden. Aus Transsylvanien verschlägt es die sexy Schlächterin in den Wilden Westen. Ober-Vampir Billy the Kid lässt sich in Deliverance nieder, um nach Fertigstellung der Eisenbahn von dort aus das ganze Land mit Vampiren zu bevölkern. Doch er hat nicht mit der Gegenwehr von Sheriff Pat Garret (Michael Pare) gerechnet und schon gar nicht mit der Daywalkerin. Ein blutiger Kampf entfacht, doch es darf nur einen Sieger geben ...

Kritik:
Vorweg möchte ich klarstellen, dass ich nicht zu denjenigen gehöre, die jeden Film von Uwe Boll niedermachen, nur weil er daran beteiligt war. Wahrscheinlich gehöre ich zu den wenigen Leuten, die seinem House of the Dead einen trashigen Charme abgewinnen können und auch Bloodrayne empfand ich als unterhaltsamen Trash.
Unbestritten ist allerdings Boll's Schwäche in punkto Drehbüchern - die waren bisher in allen Filmen, die ich von ihm kenne, sehr schwach.

Insofern hatte ich diesmal schon die Hoffnung, dass ohne Uwe in den Drehbuch-Credits eine bessere Story rausspringen könnte, doch dem war leider nicht so. Mal abgesehen davon, dass ich einen Vampirwestern von Anfang an für keine tolle Idee hielt, hätte man daraus sicher einiges machen können - zumindest auf Trash-Ebene wäre wieder viel dringewesen.

Doch leider ist BloodRayne II auf ganzer Linie enttäuschend. Hauptproblem ist, dass der Film schlicht stinklangweilig ist. Der Western-Anteil dominiert und verdrängt die Vampir-Thematik, vor allem bei den Kämpfen, in den Hintergrund. Es gibt praktisch keine Action-Sequenzen und die wenigen sind dann auch überhaupt nichts besonderes, sondern Standard-Shootouts.
Auch Splatter oder auch nur ein bisschen Sex und Gewalt sucht man vergeblich.
War Kristanna Loken's Rayne noch durchweg sexy anzusehen, so verschwendet man hier die hübsche Natassia Malthe, die sich im Film nie so sexy wie auf dem Cover zeigt, sondern fast immer bis oben zugeknöpft rumläuft.

Was auch kein Wunder ist, spielt der Film doch im Winter (ungewöhnlich für einen Western) und zum Großteil Nachts. Leider ist die Ausleuchtung nicht besonders, so dass es viel Dunkelheit zu sehen gibt - was wahrscheinlich beabsichtigt ist, damit die billigen Sets nicht so auffallen. Kein Vergleich zu den schönen Kulissen von Teil 1.
Auch die Kameraarbeit ist sehr schwach ausgefallen, was man an der Wackelkamera zu Beginn des Films sofort merkt.

Über Sinn und Unsinn des Drehbuchs will ich gar nicht viel schreiben, doch es liesse sich Diverses finden. Klischeehafte Charaktere ist noch eine schmeichelnde Bezeichnung für die Figuren und auch die Dialoge sind durchweg platt und langweilig.
Auch Rayne's Beziehung zu den entführten Kindern - ihre Motivation für den Kampf - wird uns nicht dargelegt. Zudem fragt man sich schon, warum die gute Rayne, die in Teil 1 noch ordentlich austeilen konnte, auf einmal so schwach ist (kleiner Schlag auf den Kopf = Ohnmacht),so dass man kurz vor dem Finale noch ein wenig Verstärkung in Form von zwei Kriminellen aus dem Hut zaubern muss?

Dankbar wäre ich auch für eine Erklärung, warum die Guten die Vampir-Cowboys ausgerechnet nachts angreifen und nicht tagsüber, wenn diese nicht ins Licht können?
Ganz zu schweigen von dem enttäuschenden Finale. Konnte Vampir-Billy anfangs noch die Stadt unterjochen, weil Pistolenkugeln ihm nichts ausmachen, wird er zum Schluss niedergeschossen (???) bevor er gepfählt wird.

Schauspielerisch ist bei so einem Drehbuch natürlich nichts zu holen. Wie gesagt ist es schade, dass man Natassia Malthe nicht besser in Szene setzt. Ihr Gegenspieler Zack Ward als Billy the Kid bleibt völlig blass und wirkt zu keinem Zeitpunkt bedrohlich. Am besten gefiel mir noch ein krimineller Priester, dem das Drehbuch allerdings auch ein paar exklusive Minuten für eine spassige Predigt gönnt.

Das einzig Positive ist die Filmmusik, die allerdings deutlich von den Western-Vorbildern (Sergio Leone) abgekupfert ist.
Sonst ist BloodRayne II eine einzige Enttäuschung, selbst wenn man niedrige Massstäbe anlegt.
Denn nichts ist schlimmer als ein C-Movie, das weder mit Action, Sex, Gewalt oder (unfreiwilligem) Humor unterhalten kann, sondern einfach nur über quälend lange 96 Minuten langweilt.

Screenshots: Pat Garret (Michael Paré) trifft auf Rayne.


Nachdem er sie mit seinem Blut geheilt hat...


...rekrutieren sie einen obskuren Priester (Michael Eklund)...


...und Rayne "überredet" noch einen weiteren Verbrecher zur Zusammenarbeit.


Die Truppe auf einen Blick. (Bild nachträglich aufgehellt)


Obervampir Billy the Kid (Zack Ward).


angeschaut am: 14.09.2007
Normale Wertung: 1,5 von 10 Punkten

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06 Juni 2007

 

The Detonator - ROM/USA 2006

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Genre(s): Action / Thriller
Laufzeit: ca. 92 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt:
Sonni Griffith (Wesley Snipes), US-Heimatschutzagent auf fremder Scholle und Spezialist für Dienstordnungsverstöße in ganz großem Stile, hat gerade mal wieder fremde Staatsbürger in einem vollbesetzten Fußballstadion erschossen. Nun will ihn der CIA nur dann aus rumänischer Haft freipauken, wenn er im Gegenzug den Leibwächterdienst für die Ostmafia-Kronzeugin Nadia übernimmt. Weil es im CIA aber eine undichte Stelle gibt, fliegen Sonni und Nadia bald die Kugeln um die Ohren.

Kritik:
The Detonator ist mal wieder ein Straight-to-Video B-Actioner mit Wesley Snipes, der wie auch schon 7 Sekunden in Rumänien gedreht wurde, der Kosten halber. Die Story des Films ist dabei aus altbekannten Versatzstücken zusammengezimmert, dient nur als Rahmen für die Actionszenen.

Snipes spielt einen Ex-Elite-Irgendwas, der jetzt für den US-Heimatschutz in Rumänien (?) tätig ist. Kurze (billige) Flashbacks und gelegentliche Sprüche deuten auf eine misslungene Aktion in der Vergangenheit hin, als er neben einem Badguy auch seine Familie in die Luft sprengte und daran psychisch immer noch knabbert.

Aber er hat ja noch seine Kriegerinstinkte und so gibt es beim Zeugenschutz für Nadia ein paar nette Actionsequenzen. Schnelle Shootouts, ein wenig Martial-Arts und Verfolgungsjagden. Wobei ich letztere in Rumänien allerdings ziemlich langweilig finde - da ist einfach zu wenig Verkehr. Aber eine gutgemachte Explosion in einem Strassentunnel gibt es.
Auch landet bei einem Schusswechsel ein Stuntman nach Sturz vom Dach mit dem Oberkörper auf einem Autodach, was ziemlich unangenehm aussieht und einen an diese Spezialität der thailändischen Stuntmen erinnert. Keine Ahnung ob das so geplant war, aber solche Stunts hätte man ruhig öfter einbauen können.

Darstellerisch fällt ausser Snipes keiner auf - leider hat man keinen würdigen Gegner für ihn gefunden. Silvia Colloca als Nadia spielt nicht wirklich gut, sieht aber ganz nett aus. Deswegen wohl wird ihr Aussehen lange Zeit durch ein nuttiges Outfit so stark in den Vordergrund gerückt. Die Rolle als sorgende Mutter nimmt man ihr jedenfalls nicht ab.
Ansonsten gibt es mit William Hope (Lt. Goreman aus Aliens) noch ein bekanntes Gesicht zu sehen.

Fazit: In der Flut an billig produzierten STV-Actionern mit Snipes oder Seagal ist The Detonator noch recht unterhaltsam, wenn man keine allzu hohen Ansprüche hat. Vieles funktioniert in der rumänischen Kulisse genauso gut, wie in den USA, aber insgesamt fehlt es an Atmosphäre, einer spannenden Story und letztendlich auch an erinnerungswürdigen Actionszenen.

Screenshots: Sonni Griffith (Wesley Snipes) soll eine Mafia-Kronzeugin bewachen.


Beginnendes Chaos im Tunnel...


Sonni und Nadia (Silvia Colloca) kommen sich mit der Zeit näher.


Ein spektakulärer Kopfschmerz-Stunt...


angeschaut am: 27.05.2007
Normale Wertung: 4,5 von 10 Punkten

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20 Mai 2007

 

Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel - AUS/USA 1985

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Genre(s): Action / SciFi
Laufzeit: ca. 102 Min.
Alterseinstufung: FSK 16

Inhalt (aus der OFDB):
Mad Max, der letzte wahre Kämpfer nach der barbarischen Apokalypse, gelangt auf der Suche nach seinem gestohlenen Dromedargespann an den Wüstenhandelsplatz Bartertown. Hier herrscht Aunty Entity mit Strenge und Gewalt. Sie schlägt Max einen Handel vor: wenn er den riesenhaften Blaster im Zweikampf unter der Donnerkuppel besiegt, soll er seine Ausrüstung zurückerhalten. Max gewinnt die erbarmungslose Auseinandersetzung, bei der alle Waffen erlaubt sind, doch er schenkt Blaster und seinem Herrn Master, einem Gnom, das Leben. Wütend läßt Aunty ihn fesseln und in die Wüste jagen. Aber Mad Max kehrt zurück nach Bartertown. Härter und unerbittlicher als je zuvor. Bei einer rasanten Verfolgungsjagd durch die unendliche Wüste kommt es zur spektakulären Entscheidung...

Kritik:
Jenseits der Donnerkuppel stellt leider keinen würdigen Abschluss der Trilogie dar, sondern ist der schwächste Film der Reihe. Fängt alles noch ganz ordentlich an wenn Max das Endzeit-Städtchen Bartertown betritt und in der Donnerkuppel den Hünen "Blaster" besiegt, so geht es ab ca. der Hälfte schwer bergab, als er die Kindersiedlung in einer Wüstenoase findet.

Nicht nur, dass man als Endzeitfreund auf diesen langgezogenen Teil der Handlung, in dem sich Max widerwillig dazu durchringt sich um die Kinder zu kümmern, verzichten könnte. Nein, es ist auch keine Spur mehr vom Härtegrad der Vorgängerfilme übrig.
Die Verfolgungsjagd zum Schluss ist mehr oder weniger von Teil 2 übernommen worden und reisst keinen mehr vom Hocker.
Krönung ist dann, dass die Bösen mit ihrer Anführerin Aunty unseren Helden schliesslich überaschend ziehen lassen, nachdem sie ihn vorher so verbissen verfolgt haben.

Nun ja, da steht dem Happy-End dieser familienfreundlichen Produktion nichts mehr im Wege, nur mit Mad Max und einem erbarmungslosen Endzeit-Szenarion hat das nicht mehr viel gemein.

Fazit: Eine Fortsetzung die mehr schlecht als recht von Teil 2 kopiert, dabei aber betont harmlos bleibt.

Screenshots: Für Aunty Entity (Tina Turner) muss...


...Max in der Donnerkuppel den gefährlichen "Blaster" besiegen.


Die Kinder verehren Max (Mel Gibson) wie einen Gott.


angeschaut am: 19.05.2007
Normale Wertung: 3,5 von 10 Punkten

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06 Januar 2007

 

Whale Rider - NZL/BRD 2002

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Genre(s): Drama / Familie
Laufzeit: ca. 101 Min.
Alterseinstufung: FSK 6

Inhalt:
Vor Jahrtausenden kam der Legende nach der Urahn der Whangara, eines Stammes vom Volke der Maori, auf dem Rücken eines Wales von Polynesien nach Neuseeland geritten. Seither gilt jeder Erstgeborene eines Häuptlings automatisch als Reinkarnation jenes mythischen Whaleriders - bis auf Paikea (Keisha Castle-Hughes), denn die ist ein Mädchen. Insbesondere ihr strenger Großvater Koro (Rawiri Paratene) weigert sich, die Kleine anzuerkennen. Paikea aber will sich nicht geschlagen geben und es den Machos zeigen...

Kritik:
Einerseits thematisiert der Film die Probleme der neuseeländischen Ureinwohner, die vergleichsweise arm leben und allmählich ihre Wurzeln vergessen. Dies versucht Stammeschef Koro zu verhindern. Obwohl seine Enkelin nichts lieber möchte, als ihn dabei zu unterstützen, wird sie von ihrem Großvater nicht respektiert, weil sie ein Mädchen ist. Dies ist die andere, familien- und frauenrechtsorientierte Komponente.

Leider gelingt es nicht die beiden Komponenten zu einer homogenen und spannenden Mischung zusammenzufügen. In beiden Bereichen bleibt der Film hinter den Möglichkeiten zurück. Die Story ist mässig spannend - zu früh ist der Verlauf absehbar.
Zum Schluss wird noch mal ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt, was ich aber recht positiv fand. Da gibt es bewegende Momente.

Loben muss man natürlich die junge Hauptdarstellerin, wie überhaupt die grossenteils unbekannten Darsteller ihre Sache gut machen.
Alles in allem nette Unterhaltung mit etwas Anspruch. Allerdings nicht ganz der große Wurf.

Screenshots: Um ihren Großvater Koro (Rawiri Paratene) zu beindrucken...


...lässt sich Paikea (Keisha Castle-Hughes) von ihrem...


...Onkel heimlich in den Traditionen der Ureinwohner unterrichten.


angeschaut am: 19.12.2006
Normale Wertung: 7 von 10 Punkten

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22 Dezember 2006

 

Absolute Zero - CAN 2005

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Genre(s): SciFi
Laufzeit: ca. 86 Min.
Altersempfehlung: FSK 6
Bemerkung: englischsprachige Originalfassung

Inhalt:
Der Klimaforscher David Koch (Jeff Fahey) findet heraus, dass sich die Pole der Erde verschieben. Dieses regelmäßig auftretetende Ereignis führte auch zu der letzten Eiszeit. Nachdem sich ungewöhnliche Wetterereignisse häufen füttert er sein Modell mit neuesten Daten aus der Arktis. Das Ergebnis: In wenigen Stunden wird die Temperatur in den betroffenen Gebieten in Äquatornähe auf den absoluten Nullpunkt sinken, -273°C.
Verzweifelt versucht er zusammen mit einigen Personen, darunter seine Ex-Frau Bryn (Erika Eleniak) und ihre Tochter, eine Spezialkammer bei seinen Labors in Miami zu erreichen, die als einziger Ort Schutz vor den extremen Temperaturen bietet.

Kritik:
Vom Niveau der Themenbehandlung kann man schlussfolgern, dass sich die Autoren einmal The Day after tomorrow angeschaut haben, und das wars dann auch.
Ok, ein wissenschaftlich stimmiger Plot ist in einer Low-Budget-Produktion (fürs TV) sicher auch nicht unbedingt nötig.

Doch leider ist auch die restliche Handlung ziemlicher Blödsinn. Fängt alles noch recht interessant an, mit einer Arktis-Expedition, die ziemlich schief geht, so folgt erstmal das Standardprogramm: Wissenschaftler versucht Weisungsträger zu überzeugen, dass eine Katastrophe naht, wird aber nur belächelt.
Nachdem das abgehakt ist, geht es dann nur noch drum, dass die kleine Gruppe um Jeff Fahey einen sicheren Zufluchtsort findet. Also nix mit Menschheit retten, oder so.

Leider kommt in keinem Moment auch nur ansatzweise sowas wie Spannung auf. So ist z.B. der Tod von Erika Eleniak's Mann absolut vorhersehbar, damit sie von Jeff Fahey gerettet werden kann. Ziemlich blöd wirds dann noch, wenn sie wiederum seinen skrupellosen Chef retten will, der sich auch im Angesicht des Todes wie das grösste Arschloch überhaupt verhält. Dazu gesellen sich dann noch zwei Studenten, die inmitten der Katastrophe eine Love-Story auf dämliche Weise anfangen - soll offensichtlich eine Nerd-Parodie und witzig sein.

Tricktechnisch gibt es die unterste Schublade. Höchstleistungen sind da schon die Effekte in der Arktis - danach war das Budget wohl aufgebraucht, denn ausser ein paar Leuten, die frierend neben einem Pool stehen und der wohlbekannten Szene, als der Frost die Flüchtenden durch einen Gang verfolgt (war schon in The Day after tomorrow irgendwie lächerlich) gibt es nichts mehr zu sehen.
Statt Action gibts meistens Nachrichtenberichte zu sehen, wo eine Sprecherin die Lage erklärt.

Die schauspielerischen Leistungen sind bei dieser Produktion noch das Beste. Jeff Fahey und Erika Eleniak (siehe Screenshot rechts) machen ihre Sache gut. Vor allem letztere überzeugt als Mutter (bin allerdings seit Baywatch ein Fan von ihr).
Die Nebenrollen sind ok - wie gesagt verhindert das Drehbuch hier viel.

Hauptproblem des Films ist einfach fehlende Spannung. Das was auf 86 Minuten geboten wird, ist einfach zu wenig, um heutzutage noch irgendjemand zu begeistern - nichtmal eher anspruchslose RTL-Zuschauer oder B-Movie-Freunde.
Die Darsteller und das trashige Element des Films haben mich insoweit unterhalten, dass ich 2,5 Punkte vergebe.
Wer auf solche Filme steht, sollte aber lieber Apokalypse Eis anschauen, der war spannender.

Screenshots: Wer steht denn da so nah neben dem Abgrund?


Tricktechnische Effekte für die Klimakatastrophe - es schneit am Pool.


Die Nachrichtensprecherin zählt fast schon zu den Hautpdarstellern.


Klimaforscher David Koch (Jeff Fahey).


Bryn (Erika Eleniak) versucht ihre Tochter vor dem Eis zu retten.


Das Überqueren einer Treppe mit Kälteschutzanzügen ist das "Highlight" des Films.


angeschaut am: 11.12.2006
Normale Wertung: 2,5 von 10 Punkten

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